1831 / 74 p. 4 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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sogar auch eine ihm auferlegte Pflicht. Wie man jenxn Grund als Einwand gegen die Bill benutzen kann , begretfe ich nicht - wenn ich aber sehe, daß man beinahe den vier- ten Theil der Mitglieder des Unterhauses entlassen will, um sie durch andere zu ersehen, so finde ich die beabsichtigte Ver- änderung „viel größer, als ich ste billigen kann. (Bei*sau.) Man hat mir freilich gesagt, daß man hinfichxlich“ dteses Punrres die größte Unparteilichkeit beobachtet und nur die Bevölkerung berücksichtigt habe. JF aber die Bevölkerung die einzige Rücksicht , die zu einem solchen Beschluß führen soll? Ich meine, nicht nur "die Zahl der Bewohner, sondern auch die Lags der Burgflecken müßte erwogen werden, insofern letztere mix vielleicht 12 Wählern in der Nähe einer großen Stadt oder mit einer größeren Anzahl derselben weit entfernt von einer solchan liegen. -- ZNLk Schmerz und Be- dauern muß ich erklären, daß ((h-*die Bill nicht unterstützen kann, wenn fiek'nichc so sehr modifizirc wird, wie man "es ver- nünftiger Weise uicht erwarten kann„ weil ste dadurch ihren gan en Charakter verändern würde. Man behauptet, fie baue

WUZtigen noch- größeren Veränderungen vor. Diese Anstchlx theils ich nicht, auch weiche ich übrigens, zu msinem großen

Bedauern, von der Meinung vieler meener Constituentex: ab,"

die fich sehr günskég*für eine Reform ausZesprock)en haben. So leid wir es aber auch thai, so glaube ich , daß es Au- genblicke giebt, wo man eincnzMann vs-rachten müßte„ wenn er nichc nach seiner UeHerzeugung handelte, was auch dar- aus entstehen könnt?. Schon früher wiel) ich eénigemal in meinen Anfichcen von denen meiner Conßituenten ab, verlor aber. deswegen ihr Vertrauen nicht. Ick) gab damals meim: ehrliche Meinung, ich habe sie jetzt ebenfaüs gegeban, *und so

habe ich meine Pfiichc ethan. (Lauter Beifal!) Dex: Lord: '

Advokat, der daran das Wort nahm, erklärte zUUÜOjk, daß es im Königreiche zweierlei unzufriedene Parteien gebe, deren Einfluß gleich“ groß s-ey; die eéne bestehe aus gewerb- fieißégm, in_usigenten und gutgeßtmren Leuten, denen man, ihrer Respektabilitäc 1121erachret,„i_l)ren btUtgex'x Antheil an der Volks-Vertretung bisher verweigert habe, und die andere Partei bestehe aus armen; nothiciöenden, wenig nachdenkenden Menschen, deren Leidenschaften von politi- schen Abentheurern durch künstliche Mittel angeregt wür- den, und die sich dadurch zu tumulcuarischen Ausschwei; fUUgen verleiten ließen. Unter diesen beiden Parteien würde, wiewohl ste ursprünglich nicht die g*ering|e Beziehung zu einander hätten,“ doch am Ende cine Act von Sympathie entstehen, die “aus der Ueberzeugung entspränge, daß beide ihrer constitutionnellen Rechte beraubt seyen, umd eine Folge davon würde. seyn , daß , zur Errichtung des gemeinschaftli- chen Zweckes , sich Gerechtigkeilzu verschaffen, ein „Bündnis unter ihnen und ein Geist der Oppoficion fich bilden würde, [denen kein Minister werde widerstehen können. Es sey daher ,die Absicht der Regierung, dadurch, daß fie bei Zeiten den gemä- ßigten Forderungen der achtbareren Partei nachgebe, diese an *die“ Cokstjeutkon zu fesseln und dadurch den xchädlichen Ein- fluß der andern unstäten Partei, die nichts in der Welt zu verlieren habe, unwirksam zu machen. -- Unter den Red- nern, die sich in dieser Sißung ferner vernehmen Tießen, zeichnete sch„no_ch' Herr Crvker (wer ehemalige Secrecair der Admiraletät) aus, der einen ausgedehnten Vortrag gegen die Reform-Bill hielt. Das Haus vertagte fich um 1:7: Uhr. .

“London, 5. März. Der Sun berichtet: „Im Wesk-

Eude der Stadt heißt es, Graf Grey habe die von Herrn .

T. W. Wynne in seiner “Eigenschaft als Kriegs ; Minister emg-ereiÉt'e Dlmisüon angenommen.“

Dem s elb'en Blatts zufolge, hat der Oberst Evans in der öffentlichen Versammlung, die „gestern unter dem Vor- siße des Sir Fr. Burdett tn Weskminsker gehalten wurde, erklärt, daß er so eben aus. der Grafschaft Suffex komme, wo Tausende bereit seven, nach der Hauptstadt 'zu marschi- ren, falls die Minisker mit ihrer Re orm; Bill durchfallen soßten. Außerdem, sagt das genannte Blatt, ) würden aus dem Norden Englands“ Hunderttausende zu demselben Zwecke nach Lonpop kommen; die Burgfleckenbändle'r sollten slch alé - so noch «deins genu_g warnen lassen.

'N,ie„derl-ande.'

Aus dem Haag; 9. März. Dem “Vernelmen na werden Se. Köni l.. oheit der Prinz von Oanien zur:? HW 0. „M. aus * ;ondoq zurück erwartet. *

Dey . Major von Omphal, Adjutant Sr. Majestät des Königs,. ist vox Zeénigen Tagen mit .dem Dampfbo'ote' nach

London ahÖFqnöen; ; * Der ni er des Innern hat den Provinzial-Gouvsr-

neurs angezeigt, daß es Sr. Maj. zu großer Freude gereicbe, die Begeisterung wahrzunehmen, die sch im Lande überall kundthue, dem heldenmüchigen van Speyk ein National- Denkmal zu erréchcen_. Dmn-Wunsche der Nation nachge- hend , woüen Se. Majestät von dem früheren Borsaße, ein solches Denkmal auf Koßen der Regierung WWW zu lassen, abstehen, damit dasselbe »ein vom Votke selbst ausge- gangenes wahrhafces National-Unternehmen sey. »

Aus Mastrichc wirsunterm 4ten d. gemeldet, daß das

kleine Heer des General Mellinec fich nach der Seite von"

Thienen zurückgezogen habe. Das Geschütz, das„ sei) in Maaseyk befuudemhakte, ist nach Hasselt abgeführt worden, doch smd in der Gegend von Dilsen einige schivere Stücke, des'schlechten Weges halber, stecken geblieben.

Bci Weerc und Niederweert haben wiederum mehrere Gebiets-Verlekzungen von Seiten der Belgier stattgefunden, die sch**Gewalxchäctgkecten gegen dieffeitige Einwohner ge- statteten.

Nachvécbken aus Eindhoven zufolge, hatten einige beim 1'2ten Regén'wnte sn-henoe aus Nassau gebürtige SolQaten

den Plan gefaßt, zum Feinde überzugehen. Ein Franzosy

der m der Proan Roro-Brabanc wohnt und vom Könige dsr Niederlmws ezine Penfion genießt, soll fie dazu ange- spornt haben. „Ein Schweizer, der ebenfalls eine Aufforde- rung dex Akt erhielt, hat jedoch seinem Hauptmann das KomPlorc angezeigt“, worauf ungefähr 30 Nassauer festge- nommen worden sind.

Brüssel, 9. März. *Der Reth hac vorgestern den Besuch des Lord Ponsonby und gestern den einiger Kongreß- Depucirten des Groxherzogthums Luxemburg empfangen. Lskzrere stellten dem Regenten den Zustand ihxer Provinz vor und daten sowohl um Truppen, als um :? affen. Der Regenc atUmNTcte ihnen, daß er, seinem Eide treu, alle nö- tl)ige OJTaaßxx-gelrxx anordnen chde, um die Integrität des "Gebietes zu beuaupcen. _ *

Dis Proclamaxxon des Herzogs Bernhard von Sachsen- Weémar (Vgl. Deutscylxuw), die gestern hier ankam, ist so- gleicY von hier aus d12rch emen“ Courier nach Paris gesandt wor en.

Hr. Le. Hon ist in der Eigenschaft eines außerordentli- chen Gesandcen und bevollmächtigten Ministers vorgestern Abends nach Paris abgereist.

Der General Mellénet hat nach seiner hierselbsk erfolgten Ankunft in mehrere htefigéZeicungen einige von ihm an den eregs-Minisker, an Herrn Rogier und an den Obersten Nypels gerichtete Briefe einrücken lassen, worin er zunächst day,».uthun sucht, daß er nicht subordinationswidrég gehandelt, als er sich ni-cbt sogleich nach erhaltener Aufforderung nach BrÜis-cl begeben habe; alsdann äber klagt er den General Daimz auf ein:: sehr heftige Weise schlechter Handlungen an.

Gestern szrmittags hat die feierliche Jnskaklation des Herrn Gendebxxxr, als“ ersten Präsidenten des Ober-Tribu- nals von B:,éü'ssel , *statrgefunden. Der General-Prokuraror van Meencn hielt die Einführungs-Rede an den Präsden-

; ten, “der zug!eick Justiz-Mtnistcr ist.

Deutschland.

Hannover, 12. März. Die H a n n 6 v e r sch e 'n Nachrichcen„entha1ten im heutigen Blatte Folgendes: „Es wird m jetzigen Zeiten kein Mittel unversucht gelassen,

' das Vertrauen zu der Regierungsgcwalt ska erschüttern , und es

wird nicht vers mäht- selvft zu densrech en und übertriebcnsten Unwahrheiten d e Zuflucht u nehmen, wenn es dqrauf ankommt, jcxxcn Zweck zu erreichen. «xc mehr es die Rcvqiutionnairs är- Zzern muß, daß es noch Truppen giebt, wclche, ehrcm „Eibe und hrer Pflicht getreu, den Pfad der Ehre zu bewahren wissen, desto

eifriZer ergreifen se jede Gelegenheit, um Gerüchte von dem Ge-

ent eile auszubreiten. Es isi deshalb auch nicht zu verwundern, ;! in mehreren ausländischenZettungen über einige tumultua- re che Vorfälle, dée :ck am 18. und 19. v. M. unter einem Theile der Garnison zu G ttingeu zugetragen haben, die unverschämte- ßen Vcrdrchungen mxd Uebertreibungeu aufgeführt sind. Die nachstehende aktenmäßtge Erzählun der obigen Ereignisse „mag ZYHZZttdxrlic ung «nes desjenigen d enen, was auswärts darübcx e . *

Am 18. Febr. waren zwei Soldaten vom 1|en Bqtaiaon des 2ten 0'nfant-eric-Neginuxnts in Arrest gescl)ickt„weil ste fich beim Empkäsnge der Lebensmtttel ungebührlcch'und dtenftwidré benom- men hatten. In derDämmernn vereinigten sich me rere be- trunkene Soldaten desselben Batak ons, um ihre Kameraden zu be etcn. Da gerade o'ahrmarkt tn Göttingen war, so entstand d uxch ein .?roßev AUF bel-trugrn, d e von- der Wache abgc angencn Patrouillen cm .der Arretirung der tumultytrenden So daten zu verhindern. „Der

General-MWr von Linséngcn; welcher in Abwesenheit des Ge-

ncral-Lé'eu-tcnantston dem Bu che “er, auf Urlaub in Hanno-

d ver war) die Trappcn kommand rte,(1ic'ß a-af erhaltene MUMM;

auf von Menschen , die zum Theil dazu _

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äae sofort Allarm schla en worauf nicht nur die beiden 271232322 Göttin cn liegenden at/aéllone mit“ rößtcr Schnellig- keit unter die Wa en traten, sondern auch sämmt iche Soldaten dcs tumaltuirenden Bataillons |ck ruhi in Nethe und Glied siellten.

des sten Re iments', wurden m Arrest, ebracht,e und als keine weitere-Unor nungen für „den Augxnblt Fu befurchten skanden, wurden die Truppcxt in dtq Quarttere entgffen. Am 19ten des Morgens rückten dec Batatllone zum Exerctren aus, und als ngch dem Einrücken dic Wxxchcn abkelösk wyrdcn, rottirte sch noch een- mal ctne bedeutende Axtzahl So daten, jedoch bloß aus dem lücn Ba; taillon des „Iten Negtments, vor der Wachc „zusammen , um dre Loslaffung ehrer Kameraden zu vcxlangcn. Etnwohncr und Stu- Denten hattensch unter ste, em1schx, so daß ohne die Gefahr eines angememcn Blutvergee ens kerne gewaltsame Maaßregcln angewandt werden konnten. Dock) wurdcn cimgc Soldaten ar- retirt. Der GeneraL-Major von Ljéns'mgcn, welchcr persönlich vor der Wache anwesend war, gab, wre es Tages zuvor schqn gesche- hen war, den Befehl, A(karm zu schlagen. Augenlzltckltch ersten sämmtliche- Soldaten ,wtxder auf ihre Satjtlne!p[aize/ und der anze Tmzmlt- hatte ntcht län cr als 5 Mmuten gedauert.

s war ntcht zu verkennen, da_ diese Zusammenrottérgng am ;_9ten Mitta s vorher: _verabredet gewesen set) , und da 'ubcrdtcs mehrere Umäände, ertvtcsen waren , aus welchen „bxrvoygmg , daß man auf die Stemmung dcr Soxdaten nachthctleg ccnzuwirken Besucht hatte , so mußten dgrcbgrctfenperc- Maaßregeln ctntreten.

cr Gcneral-Maxor vpn Lmséngen ltcß daher sofort das betref- fende Bataillon von scenem Allarxnplaye nach Dranöfexd abmar- s ““ck. Zu lcéch ward dem Magtstrate und dem Prorektor ange- ze Ft, daß nwohner und Studcnxen sich bei xedcm Allarm so,- gle ck in thre Wohnungen zu begeben hättext, und d.;ß sc mc? «Gewalt der Waffen würden auseinander gctrtcben werden, wenn .mehr-als sechs zusammen üändcn. Auch ward Befehl egebcn, sofort dw Marktbudcn wcgzuräumen, welche vor der Wa e üanz den und Ben Tumulten sehr günstig gewesetx xvaxcxt. Der Marsch dcs “Bataillons nach Dransfeld gin in aller mrlttatrxsckzcnéOrdnyng von Üattcn. Eswurdey daselbüno zwekdcrHatxptradclsftxhrerxn Arrest genommen, und dte verführtcnSoldaten bczctgtcn, na_chdcm thnxtx dtc Strafbat'keit ihres Vergebens vox chaltetx war, eme s_o autrtch- tége. und tiefe Neue, “daß“ se uxn rlaubpcß baten, yoxt xcdcr Com- pagnie ?weé Mann nach (Höttmgcn schtckexn zu dzarten, um den Genera -Maj'or von Lénsmgcxt um Vcrzctheung btttszt zu laffen. „Tages darauf ward das Batmflon nach Munden verlegt, w:)„es bis zu seinem 1"th bevorstehenden Rückmarsche aus dem Gdttm-

genschen sich völlig dicnsimäßig betragen hat. Eine kriengecht- :

Liebe Untersuchung ward übex die Vorfäxlgsogleéck) cingcleZtcé- und binnen. kurzem wcrden dtc Schuldigen :hr Urtheßl cmpxa;.: gen. Hoffentlich „wwd dée Untersuxhung auch ctmges Licht uber die Machinattonen gewähren, dre an ewandt worden snd, Um die Soldaten zu jcnerx strafbaren, „,k-zan, lungen zu verletten. Haben die heimlichen Femye der c ckzltcbxn Ordnung _das Vergnügen chabt, daß es xhnen ge ungen :|, emige unermh- rene junge 5Zurscben zur„Pfiechtvcrlc ung zu bcwxgen, so werden sc dabei auch Gelcqcnhett gehabt ha en, stch zu uverzeugcn, „daß “unter den übrigen im Gdttmgenschcn anwesendenxruppcn dtcser “Vorfall die größte Erbitterung gegen die Schuldtgen erregt hat, :und daß es nur eines Winkcs bedurft.!)ättez um den Auflausmit Gewalt zu zerüreuen. -- Man verglctchc_d19sc, auf aktemnä tgcn Berichten beruhende Erzählung mit dcxnxemgcn,ewas gusw rttge Blätter darübev verbreitet haben, so werd mgn uber dee qullen nicbt zweifelhaft bleiben können, aus denen dee Erzählungen jener "Blätter geschöpft snd.“ _“ -

Kas s el, 8. März. Der hiesge Stadtratl) hat, bei dem bevorstehenden Schluss des Landtags, der Ständever- sammlung in einer Adresse den AUSdruck der Verehrung und Dankbarkeit für ihre eifrigen Bemühungen zum Besten .des Landes dargelegt. -- In dem von der Ständeversamm- lung hierauf erlassenen Antwortschreiben wrrd der hiefigezr Bürgerschaft für die freundliche Aufnahme , . welche des 'SWR hier gefunden und für die lhnen erwwsene Gast-

Freundschaft gedankt.

Luxemburg, 5. März. Der Herzog Bernhard von "Sachsen-Weimar hat, nach reiner gestern hier erfolgtenAn- *kunft, eine an déeEinwohner des Großherzogthums gerichtete «Könjglkche Proclamation (deren Mittheilung wir uns aus Mangel an Raum vorbehalten müssen) bekannt gemacht, die T)"? einen sehr günstigen Eindruck gemacht hat. Nächskdem “bat Se. Hoheit selbst, als General-Gouverueur des Groß- szoS-kbumi-sfokgende Proclamatlon erlassen: .

„Einwohner des Großherzogthums Luxemburg! Die po- 'kli_tische Lage des Königysichs„hat den “König entschieden,“dem “*Großherzogkhume eine besondere, von den anderen Provinzen

“getrennte Verwaltung zu verleihen. Diese, hauptsächlich aus.

Eingebornen IWW“, wérd mit vollkommener Keuntniß “des Landes verfahre„_n;*fie wird auf ckden Charakter und auf die ;Bekdürfniffe 'der Emwohner immex Rücksicht nehmen. Das Vertrauen des „Königs hat méch an die Spitze dieser Ver- waltung gestellt; Einwohner dee: Großherzogchums, ;ck hoffe, --auch das Eurige mir zu erwerben. “Dae Rechte des Königs. Hauses auf dieses Land„ so wie, dessen "Verhältnisse

zum Deutschen Bunde, find von der Londoner Konferenz anerkannt und aufrecht erhalten worden. Es würde vom Könage abhängen, seine Autorität durch das“ Bundes-

Mehrere der üraffälligsien Leutx, an einige vom 1|en Bataillon ? Heer „WWU herstellen zu lassen; er hat es jedoch vorgezo-

gen, bevor er dem Lande die Lask eine!.“ mikxtairiéchen Be; seßqng zuzieht, Euch Zeit zu lassen, damit “Ihr zu Euren Pflichten zurückkehret. Ich werde die Zustimmungen, die mtr schriftlich oder mündlich binnen cinem Monate vom heu- tigen Tage an ertheélt werden,- entgegennehmen. „Ich bin unter Euch angekommen, um Euch mit den väterlichen Ab- fichten des Königs bekannt zu machen. Einwohner von Luxemburg, gehorchec Seiner Aufforderung. Eure Pflichten

„sind mit Euren wohlvcrstandenen Interessen in Uebereinstim-

mung. - Luxemburg, 5. März 1831. Der General-Lieutenanc , General-Gouverneur Bernhard, Herzog von Sachsen-Weimar.“

Oesxerretch.

Wien, 8. März." Nachdem Ihre Majestäten der Kai- ser urxd die Kaiserin, der König und die Königin von Un- garn 1chon am verflossenen Sonnabend das Hofburg-Theater mit Ihrer Anwesenheit beglückc hatten, erschienen die Aller.- l)öchsten und Höchsten Herrschasten gestern abermals in die- s em Theater, welches zu dem Emyfange der Erlauchcen Fürsten beleuchtet war. Die ungemein zahlreiche festlich geschmückte Versammlung empfing die gelix-bten Souveraine mit emem oftmals wiederholten feurigen Vivacrufe, welcher mit der rüh- rendsken Hevablaffung erwiedert wurde.

Die Reichs-Deputation, welcbe die UUgarischen Stände der ersten Kunde von der bevorstehexxden Vermählung Sr. Maj. des Königs von Ungarn und Kronprinzen der übri- gen Oesterreichischeß Staaten mit der Prinzessn Marie Ann'e Karoline von Sardinien aus ihrer ONitte abgeordnet haben, um dem Erlancbten neuvermählten Königspaar dic Glückwün- sche und die Huldigung Ungarns darxxxvringen, hielt vor- gestern ihre feierliche Auffaßrc nach der Kaiserl. Hofburg,.wo ste fich darm ihres Auftrags entledigte und demnächst die Gnade genoß, mit einem Königl. Gastmahle bewirthet zu wrrden, zu welchcm auch die hier an*.vesendcn angeseheneren Ungarischen Civil- und Milttair-Beamten beigezogen wurden.

Se. Majestät haben unterm 22. Febr. d. I. die Ausfuhr von Pferden auf unbestimmte Zeit im Allgemeinen zu ver- bieten gemhr.

Se. Majestät haben , als Ausnahme von dem Gesetze, bewilligt, daß alle inducxkciellen Unternebmungen, die auf die Erzeugung des Zu crs aus inländischen Urproduk- ten gerichtet sind, durch zehn Jahre von der Erwerbßeuer befreit bleiben.

Jxalien.

Die Nachrichten über das Befinden Sr. Majeskät des Königs von Sardinien lauten fortwährend befriedigend; auch die Nacht vom 25. auf den 26. Februar war ( wie der Oesterreichische Beobachter meldet) ruhig, das Fieber hatte nachgelassen und der Erlauchte Kranke mix Unterbrechun- gen mehrexe Stunden geschlafen.

- Im Nürnberger Korrespondenten liest man: „An der Spiße der in Savoyen vorbereiteten Znsurrection- soll der im Jahre 1821». aus Piemont verbannte Fürst dest“ Cisterna stehen. An die Verschwornen in Faucigny und Cha- blais snd kleine filberue Medaillen ausgetbeilc worden„ mit der Inschrift: „Freiheit! Unabhängigkeit!“ und mit, einer Eichenkrone: , in deren Mitte man liest: „Aüob'rogien (der alte Name Savoyens undxdes angränzenden Genfer Gebiets) 1831.“ -- Die Regierung zu Genf bat eine Versammlung von Savoyarden tn Carouge erüreuen lassen." -- Der Ge- ner'al-Gouverneur des Herzogt ums Savoyen ?at eine rox. clamatton erlassen, in welcher er die Piemonte tscben“ F1 chu linge in Frankreich als eine Horde bewaffneter Räuber schi!- dert, die niehts u verlieren und nichts als Plünderunxm hoffen hätten. _Zhre Anführer seym die nämlichenx-di? im Zahre-1821 so viel Unheil über ihr Vaterland gebracht und es dann feig verlassen hätten u. s. w.“ - ,

-- Nach einem Schreiben aus Bologna vom 1. März (welches dhx All emeine Zeitung im_neuesken Blatt: mittheilt) war da elbst am 28. Febr. das Fest der Union der ,- infurgtvtenProvénzen feierlich begangen worden; ungefähr 1700 Mann Linientrappen “und Bßrgxr - Gar_dem worunxxr eine Abtheilung Dragoner und eißkgé Jünglmge vön Fer- rara und Boxogna zu P erd, standen in Parade auf der Piazza. Ein Sängerchor ang Nationalhymnen; den Gesang beglettekedw Musik zweier Militairbanden. Man erwartet nunmehr, daß in den nächsten Tagen eine Recha von Festen

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