1831 / 75 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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voiution alle Regierungen erschätterte, und sie war endlich auch ausreichend in unserm großen, Kampfe mic Na- poleon. 3th mit einem Male, nachdem se über alle diese Schwierigkeiten triumphirt und das Land in seiner giänze-nb„« ßen Epoche des Ruhmes und der Ehre gesehen hat , ist ein neues Bedürfniß entstanden, dem diese Constitution nicht ge» nügt, und dem eine neue Maschine aus der Fabrik des" edsln Lords abhelfen soll. Allein_nicht sowohl durch innere als Durch äußere Gründe wollen die Minister uns bewegxn Tassen; ein Geschrei von außen, ein Ruf nach Reform ist es, dem mir nicht widerstehen sollen. In einem freien Lande, wo eine fxeie Presse bestehk, die alle mögliche neue Theorieen aufstellen und verbreiten kann, ist es kein Wunder, wenn das Volk bald von diesen, bald von jenen Ideen durch,- dru'ngen ist. Aber wir müssen uns hüten, solche vorüberge- Hende Ansichten für die Meinung zu halten, die das Bedürf- niß der Zeit ausspricht. (Lanker Beifall von der Opposition.) Begehen wir einen solchen Mißgriff, so dürften wir, doch nur zu spät, zii, dem Einsehen kommen, daß wir das Laub damit ruinirt haben, und dasselbe Volk, das jetzt so begeiscerc »Für die Reform seyn soll, möchte uns den biitern Vorwurf machen, daß es nie eine Aufopferung der von der: Vorfahren überlieferten Constitution verlangt, wiewohl es einmal im Ei- ?er dieselbe verspottet habe.“ -- Hr. Rob. Grant, dier auf diese Rede antworrete, meinte zux«äch|, daß die gegenwärtige Verwaltung, die in die Fußstapfen von Pitt uno Fox getre- ten sey, die Epitheka „annmßend und dünkelyaft“, die der vorige Redner ihr beigelkgc, in keinem Falle verdiene. Er selbst, sagte er, sey früher ebenfalls kein Freund der Reform * ewesen; die Ereignisse der lekztirn Session, und besonders die eßte allgemeine Parlaments-Wabl, hätten jedock; einen tiefen Ein- druck auf ihn gemacht und ihn zu dem Rekulkategslaiigen lasen, Demgemäß er die vorliegende Maaßregel unte; stütze. Leicht könnte Man ihn deshalb inkonsequenc neunen, allein diesen Vorwurf cr- trage er,weil er überzcugt sey, daß Niemand mit Recht inkonse- quentgenannt werden könne, der mit dem, was sein Gewissen und sein gesundes Urtheil ihm vorgeschrieben, übereinstimmend handle. Der Redner machte sodann bemerklicl), daß- viele-Op- ponenten der Reform, und namentlich auch der zuletzt aufge- tretene, ihre Gründe aus den Angriffen gegsn die katholische Emancipation hernähnwn und ihre Argumente fast mir den- selben Worten wie damals geltend machten. „Wir sind ein- mal“, fuhr er fort, „zu dem Punkte gelangt, daß wir nicht länger vorenthalten können, was gerechc und vernünftig ist. Das beste Mittel, aussch weisende Erwartungen und Hoff- nungen niederzuschlagen, bestehr darin, das zu bewilligen, was man der Gerechtigkeit und dem Volke schuldig ist. Dadurch, daß Diesem, gegebenwird, was ihm gebührt, verhindern wir, daß es auch solche Dinge sucht, die ihm nicht zukommen. Mö- gen die Opponenten der uns vorliegenden großen und heil- samen Maaßregel wohl über das nachdenken, was sie thun, Das Geschrei, das so lange und *mit so vielem Erfolge gegen die katholische Emancipacions-Bill erhoben wurde, hat eben- ßaUs endlich der Weisheit und der Erfahrung nachgeben müs- sen. Indem wir bewilligen, was rechc' und billig ist, kräfti- genwir uns gegen die Eingriffe dessen„ was unbillig und un- gerecht erscheint." Wir sprechen auf diese Weise unser Ge- wissen frei und können vertrauensvoll dem Vaterlande un- sern Ruf und der Vorsehung deu Gatig der Ereignisse über- iassen.“ Nach einer E:?örterung des Lord Althorp mir dem Marquis überdte Zeit der zweiten Lesung der Bill, von der der Minister sagte, ste werdein jedem Falle noch vor Ostern

"Down, Cork, Galway, Kerry, Mayo,

ßattßnden“, verta te sich das Haus um 1? Uhr.

-- Die De atte vom 8. Febr. eröffnete Hr. O'Con- nell durch “eine ausführlichem» vom Hause mit großer“ Auf- merksamkeit“ vexrnommene Rede zu Gunsten der Reform-Bill. Er erklärtejgleick) im Begi'nn-seines Vortx'ages, es sey seine Absicht? die Maaßxegel auf das enxschiedeiiste und eifrigste u unterstü en, weil er sie für gcoßartig, liberal und weise

alt,; und berzeugt sey, fie müsse von der günstigsten Wirz “Q kung _für das «aus seyn. „Ich werde“, sagte er unter Am“ der;)n, „Fiesed s 6 an an er em el en durch meinen ganzen Einfluß unter-' süßen. Indeffeon lqssen sch dennoch Einwendmigen dagegen nxachem Ick bm. “aus Ueberzeugung ein Radikal-Neformer; die voxgeschlag€ne Reform ist aber nicht radikal. Meiner Mei- nung nach [| tn der Praxis das allgemeine Stimmrecht als

eine Sache des Rechts anerkannt; ferner halte ich dafür, daß die "'

Dauer der Parlamente_'auf die in der ruhmwürdigen Re- volution von 1688 bestimmte Zeit verkürzt werden müßfe, ?ZY-thsugY' als Fusö wizhche ansehe, istVdas Abstimmen

, ung. rc. er gemachte or la' i ! über diese drei Pun“ te nicht; er ist fck g sprch

aber in jeder andere::

aaßregel nicht bloß hier im Hause , sondern *

Hinsicht so_ liberal und ausgedehnt, daß ich uberzeugt bin,

er muß zwei Dinge an den Tag bringen -- nämlich, daß entweder künftig keine Reform mehr ndthig wird, und daß man ausgedehnteres Stimmrecht, kürzere Parlamente und Abstimmung durch Kageluug werde enibehreu können; oder daß man alles dieses ei11|*ohti„e die geringste Störmig, sicher, gewiß und _auf eine vernünftige Weise werde bewerk- stelligt sehen. Was ich übrigens außerdem gegen den Vor- schlag einzuwenden habe, ist, daß meiner Meinung

nach Irland in demselben schlecht bedacht worden ist.“

(Hört, von der Opposition). Ich will indessen je- der Leidenschaft, jedem Vorurtheil- entsagen , um nicht gegen eine Maaßregel aufzutreten, die , nach meiner Anficht, dcr Englischen Nation so“ wohlchäiig wsrden muß. Ich hege keine ungroßmüchige Eifersuchc über das Gute, das England und Schottland widerfährc. Alles, was ich fordere, ist, daß Irland nicht ganz vergessen werde. Hier im Hause sowohl, als im ganzen Lande, bemerkte ich immer die größte tl)ät_igste Theiltiahme an dem in Irland herrschenden Elende;

es ]ey mir indessen erlaubt, zu bemerken,_daß ich diese ivohlx

wollende Stimmung nicht wieder fand, io oft von Irlands politischen Rechte»: die Rede war. Dublim's Bevölkernng z, B. bekrägr mehr als den vierten Theil ber Bevölkerung von Lou- don, und mithin kann es billiger Weise auf eine doppelte chxäsentation Anspruch machew. Auch bin :ck im Bestß der Bevölkerungslißexx mehrere»: Zrlänbischen Gi'af]"chaften, die eben so viele Einwohner zählen; alH jene Englischen, in denen man die Zahl der Repräsentanten vernehmc-n will. Diese Umstände empfc'hle ich der Erwägung dcs Hauses, ehe die in Rede stehende Bill zum Geseß gemacht wird. Mei- nes Erachrcns nach müßte in den Grafscßafcen Antrim, _ Tipperary und Tyrone die Zahl der Repräsentanten ve'i'mcizrc MODEM Wenn ici) diese Bemeckungen und Einwendungcn mache, so

“bitte ich, es ja nicht so anztisshen, als wédersekzre ich mich der

Bill; ich bin im, ngenthcil fest entschlossen, für sie zu slim:- men, selbst in ihrer jetzigen Form. (Beifall.) Ich will an meine Zustimmung keine Bedingungen knüpfen; ich gebe se ehrlich uu?- aufrichcig und Übeplaffe meine „Bemerkungen Ber unparteiischen und sorgfältigen Erwägung der Minister. Man schreibt mir einen ungewöhnlichen Einfluß in-Zrland zu„ Wünschen die Minister, mir diesen zu nehmen, so bietet sich ibnen kein bosseres Mittel dazu dar, als Irland ebenfalls „in Den vollen Genuß aller Wohliharen der neuen Maaßregel zu sckzen. Irland ist mit Alictn, was man für sein Bestes gethan, noch immer eines der elendesren Länder auf der Erde. Ich rufe die Minister im Namen Gottes an, gegen Irland gsi'echc zu werden, wie man es gegen England und Schott- land werden will, und sich aiif solche Weise gegen eine Re- volutic-n zu bewahren, deren Ausgang Niemand abzusehen im Siande ist.“ Nach Herrn O'Connell sprach Herr sAtc- wood gegen Sir Z. Graham durch Vorlegung statistischer Bemerkungsn über die Burgfiecken für, Sir Jos. Yorke und Herr Praed, ein junges Parlaments-Micglied, gegen uad eiidlict) noch Herr Beiheu für die Bill. Das Haus verxagte sich wieder um 1Z Uhr.

Lonkdon', !).-März, Se. Majestät der König haben, bei] heutigen Tag dazu bestimmt, die in dcr voxigen „Woche be1chlossencn auf die Reform fich beziehenden Adressen der.“ hiesigen Bürgerschaft entgegen zu nehmen.

In Bezug auf die Reform äußert die Times: „Soll.- teu etwa noch „Zweifel über die Nothwendigkcic und den Werth der beabjichiigcen Reform obwalten , so erwäge man nicht so sehr die Gründe derer, welche die Bill vertheidigen, sondern vielmehr die Neben ihrer Gegner und die Orte„ de- ren Reprßsentantexi fie smb._ Um mit Letzteren zu beginnen, machen wir daraur atisnierkiani, daß sich ungefähr 21 junge Lords und andere Perkozien der Biil im Unterhause wider- setzten, _und daß von bieten nicht weniger als 16 Repräsen- tgnten ]eziec Burgfiecken smd, denen man das Wahlrecht ent- ziehen well. Zu den 5 übrigen Verfechtern des dermaligen Systems gehört Lord Levesou Gower, ein Mitglied der vorl-

gen Anti-Reform-Verwalcung, das*sich selbst für seine eigene;

Schottische Grafschaft Sutherland ernennt, in welcher jetzt das Wahlxechc erweitert werden soll,; -_ der zweite ist der bekannte Sir R. Zuglis; -- der dritte sein Freund Herr Hart quis von Bristol, jeizt eben so bekannt, als während des leßtenKrieges; __- dann komthr. W. Duncombc, beiberleßten Wahl für Yorkihire erwählt, und zwar. nur deswegen, um emen Wahlkampf zu vermeiden, übrigens aber ein Indivi- duum, dem es recht gut bekannt isi, daß man es zum zwei- tenmal: nicht wieder wählen wird, und endlich Herr Wynn,

Beilage .

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Staats-Zeitubg .Es" 75, W

der in einer früheren Verwaltung Kabinets-Minister war, und dessen einziger Einwand gegen die Bill dre Eiicziehung des Wahlrechts“ von so vielen Burgfiecketi ij'c; seiner ?in- ficht nach gebt hierin die Bill zu weit. Griinde für diese Ansicht aber führt er nicht an.“ . Von den hier erscheinenden Zeitungen sind 30 für die Reform und 6 dagegen. Zu den ersteren gehören uriter an,- dern: die Timcs, bie Morning-Chronicle, der Coyrier, der Globe und der Sun; die Gegner find: die Mormng-Post, der Standard, der Akbion, das LondowPackJec, die St. Zames-Cbronicle und der John Bull; die Zeitung Age ist für die Bill, jedoch nicht in ihrer ganzen Ausdehnung. Bop den angeführien 37 Zeitungen erscheinen 13 täglich, 4 drei- mal, 1 zweimai und 19 einmal wöchenclich. Vbn den Blät- tern im Innern des Landes smd, so viel bis ]clzx bekannt, 54 für und 7 gegen die Bill; 27 kann man auserdem als neutral ansehen; inbessen neigen sich 22 zu Gunsten derselben. Zu der vom Könige angenommenen Abdankung be:.s errn Wynn als Kriegsminister bemerkt die Times: „Die bdankung sowohl als die „Annahme desselben sind beide ganz in der Oxduung. Zu diesem Augenblick darf die Ver- waltmrg keine Mitglieder haben, die der Reform entgegen oder nur laue Freunde derselben sind; ihr M'octo muß seyn:

„„Wer nicht für mm; ist, ist gegen uns.““ . Herr Sheil, ein Advokat, und von dem Marqucs vbn Anglesea vorgcschlagen, ist zum Parlamencsglied für Mtl- borne Port Irland) ernannt wordeii. , ' Ju Dublin wurde neulich der Cigenthümer einer dorti-

" gen ZeitUng, „der Pilot“, Namens Barror, verhaftet, weil

er einen angeblich aufrührerischcn*Artikel aufgenommen; er mußte 400 Pfund Bürgschafc leinen, Daß er fich-vor den nächsten Asfisen stelien werde,

*- *- London, 8. März Die Debatten über die Re- form ; Vorschläge smd noch einmal ver1choben worden urid dürften es-nock) eiixmal bis morgesn werden, ohne daß dte Gegner ecwaé» mehr dadurch gewönnen, als Verzögerung; den'n die öffentliche Meinung hat sich bereits sb entschieben _fur den ministcriellen Plan erklärt, daß es für irgend cm Mini,- ßeriumgesährlich seyn würde, berscibey zu widerstehen, und es sieht deshalb zu glauben, da]; diexentgbn, weiche darauf ge- wettet haben, daß die vorgeschiagene Reform jelbsk von dem jetzigen Unterhause wenigstens in der Haapcsache angcnoxn- inen werden würde, auf dem besten Wege smd, zu gewm- nen. Ja, es geht sogar ein Gerücht, Sir Robxrt Pe-el sey so sehr von dem allgemeinen Ausdruck der Rationalsttmme,

" von dem Veiein der entgegengesetzteften Parteien , derer, welche

bisher von gar keiner Reform hören wollten, so wie derer, denen nichts zu genügen schien, als allgemeines Wahlrecbt und geheime Abstimmuxig -- von der Begeißerung, welche !owohl Corporationen bereitwillig macht, das bisher allein gxnosscne Wahlrechc zu theilen, als die niedere Klasse, welche. 1th ir- gendwo das Wahlrecht besikzt, wiches an ihre bemcttelteren Mitbürger zu übertragen, überrascht, daß er. erklär) habe, er würde der Maaßregcl im Ganzen kern . mderms; mehr in den Weg legen... So viel ist iydessen gew: „. daß er sei) geweigert hat„ mir H„enjenigen zu stimmen, welcbe, jeder Art von Verbesserung zawider, sich der ersten Verienzng der Bill entgegenzuseßen wünschten. Sir Robert meint tm G-e- entheil, daß die Zeit gekommen , wo einige Reform ndthig ey; und er hält es„für nicht mehr als billig, daß man den Ministern ,durch das erste Verlesen Gele euheic gebe, die Bills, welche ihre Vorschläge enthalten, dru en zu lassen, und der_Nation, ihre Meinung darüber zu äußern. Das erste Verlesen wird “demnack wohl spätestens morgen Abend stair- ßnden; und dem Pian der Regierung gemäß soil das zweite Verlesen bis zum 21stenverschoben werden. Die Ultratories snd zwar gegen _diesen Verschub,“ weil sie sehen, daß das Völk, öurch die Zeitungen von den Vorgängen im Parla- MMT belehrt, kaum jener offiziellen Bekanntmachung des Reformylanes bedarf, um dafür begeistert zu werden. Hier sowohl, als in anderen großen Städten, haben seit Mittwoch beständig Versammlungen stattgefunden, von welchen fast ein- ÜÖMMÉS .Da'Uk-Adreffen an dM König und Bittschriften an das Parlamencjzur Förderun der 'Maaßregel angenommen werden. AUch1| es merkw rdig, daß un'cer allen denen, welche bis jest im Unterhause dcigkgen gesprochen, fast kein Repräsentant einer Stgdc oder Grafschafc ist, wo vollkom- mene Wahlfreibe“ hskk|cht. Es find im Gegentbeil beinahe

alle Vertrexer oder Eigenthümer (oderYbeides zugleich) vox! solchen Orctchaften, welche ihre Vertretung entweder ganz oder zum Tk)eil_ verlieren sollen. Der Marquis von Chandos, das Haupt dieier Partei, erkr'ihnte sich sogar, zu drohen, daß, wem! die Minister iiicht darein willi ten, die Frist für die zweise Verleiung abzukürzen, er von [Hinein Rechte als Parlamentsa- Mitglied. Gebrauch machen wolie, die Annahme der sogenann- ten Marmi); Bill zu verhindern. Dies Gesetz, welches der Krone das Recht giebt, miiitairische Strafen zu verhängen, wird bekanntlich vom Unterhause seit Wilhelm lll. niemals länger als für ein Jahr votirt, damit nie ein Britischer Mo: narcl) es sich einfallen lassen könnte, ohne das Parlament re- gieren zu wollen; denn in dem Augenblick, wo dieses Gesa? aufhörte, würde jeder Soldat ungestraft seine Fahne ver- lajsxn können, und der König hätte keine Armee mehr. Es isi daher auch gar nicht wahrscheinlich, daß ein Mann vox?- dem Rang und Vermögen des edlen Lords, eine solche factiösc; Drohung WSWS ausführen wollen. Aber Drohungen find aa der Tagesordnung, und man klagte mit Recht gestern Abend im Unrertzause, daß bei zwei Versammlungen, welche hier stattgefunden, die Rede davon gewesen sey, daß, im Fall dal Parlament die Reformbills verwürfe, Zehntausende und Hun- dercrausenbe bereit seyen, zur Unterstüßung der Regierung n,;cl) London zu marschiren! Dies ist freilich thörichc genug, weil yon pl)y1ischem Schulz keine Rede seyn kann, wo keine physische Gewalt fsk. Aber da die Verzeichnisse derer, welche auf jeder Seite stimmen, bekannt gemacht werden sollem so dürfte wobl das Cigenthum, wo nicht das Leben manches ciUzClncn Mitgliedes gefährdet werden, wenn die Maaßregel durcbfiele; denn gewiß das Volk ist nur noch darum gelassen, weil es sick) seiner Sache gewiß glaubt. Dies ist wohl schlimm, steht jedoch nicht zu ändern.

Niederlande.

** Haag, 9. März. Die Londoner Protokolle NW 20. und 27. Januar und vom 18. Februar haben hier so ziemlich allgemeine Zufricdenheit erregt, und der Glaube, wel- chen ein früherer Moment von Leidenschaftlichkeit und erbit- kerter Stimmung über die Absichten der vermittelnden Mächte bei Vielen erweckt hatte , als wolle man Belgien auf Kosten Hoklands begünstigen, hac nachgelassen. Die Bestimmungen dieser Protokolle sind den ji-kzigen Umständen und den frühes: ren Verhältnissen angemessen und überaus billig; abér es wird noch ein schweres Stück Arbeit kosten, die Belgier hin“- von zu überzeugen; denn- mit großer Naivität spiegeln ßes

manche der Stimmführer daselbst die Idee vor, mit der

Revolution seyen alle alte Verbindlickzkeicen abgethan„,uad man brauche Niemanden mehr-Rede und Rechmschafc zu ge- ben. Sie bedenken nicht, daß alle Staaten Europa's -- wie das eine Protokoll richtig bemerkt hat -- mehk oder minder bei der Frage betbeiligt smd: auf welche Weise die alten und neuen Stadtsschulden der südlichen und nördlichen Provin- zen, und auf welche“ diejenigen des Königreichs der Vereinig- ten Niederlande getilgt werden sollen.. -- Es kann weder dem Interesse, noch der Ehre der „Belgischen Unabhängigkeit besonders zuträglich seyn , diese Frage auf leichtsinnig: od“ brutale Arc xu beantworten, oder in die Rolle eines mush- wilxigen Bankratteurs sich zuwerfen, eine Rolle, die selbß das vielmai stärkere republikanische Frankreich zur Zeit des rüok iehcslosesten Terrorismus keineswe es gewagt hat. Ei, ist berhaupt ein großes Unglück für : Belgier, das fie oft sprechen und sich gebehrden, als» wären sie allein auf der Weiß und als wäre nicht die Existenz jedes Swans durch die Vm ältnisse zu, seinen Nachbarn und durch die Wechseleqip ungen zu allen, übrigen Staaten bedin t. Die neue Orga- nisation „der exekutiven Macht zu Brüsse .erregt durch marac

. interessante und kuriose Ein einheiten, welche unter dem Volke

sich verbreitet haben, nicht .elten große Heiterkeit. Man 6a auch in den leßtm Tagen, wir wissen nicht, ob satyrisch oder in Ernße, davon gesprochen , daß alle die neuen Minister, die der err Regent inftauirt, das edle Beispiel von. Uneigem

_nüßig eit nachahmen wollen, welches der nunmehrige Präs-

dent des Conseils, der Herr von Gerlache, gegeben, unbdaß se nicht nur in Betracht der großen Noth ihres Vaterlandes auf die “großen Gratificacionen (von denen„der arme de Pot: ter allein ausgeschloffen worden ist) freiwillig zu verzichte» sondern auch ihie Sceüung umsonst zu verwalten _feß ent: schlossen- seyn. Man behauptet, dies sey in Folge eines r&-

tigen Gefühls geschehen, weil der Umßand, daß die RW"