1831 / 79 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Sun, 20 Mar 1831 18:00:01 GMT) scan diff

dm Ministern vorgeschlagenen Parlaments-Reform zu erken- nen giebt und die Bewohner Irlayds auffordc'rt, für den Augenblick die Frage übex die Auflöjung der Union umd alle Privat-Jntereffen und Vorurtheile zu be1eitige_n, dagegen, aber ck alken Städten, Flecken und Dörfern fick) aux das ,chleuaigske zu vereinigen, um geseßtnäßige Bittschrifcen an das Parla- ment und die Regierung mit dem ernst und kräftig ausge- sprochenen Gesuch abzufassen, die Wohlthaten der beabstcb- tigten Reform auch auf Irland auszudehnen, das bekanntltch &: der eingebrachten Bill nicht so gut bedacht sey, als Eng- ßand und. Schottland. -- Unter den redlich weinenden Anti,- Unionisken, welche auch die Mehrzahl derselben bilden, hat Dieses Schreiben einen großen Eindruck gemacht; fie zeigen

ck geneigt, das Geschehene zu vergessen; um der neuen

eform-Maaßregel kein Hindernéß in den Weg zu legen. Die Minorität oder die Ulcra-Unionisten dagegen radeln Hrn. O'Connell laut und heftig, und scheinen entschlossen zu seyn, ihre eigene Bahn zuverfolgen. Uebrigens ist der Lord-Mayor von Dublin von einer großen Menge dcxr angesehenstenCtnwoh- ner schriftlich aufgefordert worden , so bald. als möglich einen Tag zu einer Versammlung zu bestimmen, um in selbiger sine Dank-Adresse an die Regéerung wegen der vorgeschiage- mn Reform“ abzufaffen. Diese Aufforderuag ward-zuersk Fondern Herzogs von Leinster und dann von den ausgezeéch- netsten ersonen der verschicdensrsn Ansichten unterzeéchnet. An die artei der gemäßigten Anti; Unionistcn, die stel) so günstig für die. Reform ausspricht, jchließt fich die Mehrzahl der kacholischen Prälaten und'Geiftlichksic, die bisher auch Für die Auflösung der Union waren; kurz, die RefOM'l-Bill ;theént, für den Augenblick wenigstens, alle andere Interes- ßn in den Hiytergrund |ellen zu wollen.

' Zu den Uebelständen, denen jetzt der hiesige Handel mit Portugal unterliegt, gehört namentlich das gelegentliche Zu- rWlten der Briefe in Portugal , und sogar solcher, die

“Messen und auf Prévat-Verhälrnisse fich beziehende Pa- ' ier:- enthalten. Ein solcher Fall ist von dem hiesigen Post- Hmtein Lissabon“, wiewohl ohne Erfolg, anhängig gemacht worden; man erwartet jetzt, daß eine höhere Behörde zur '.Beseitigung dieser Angelegenheit einschreiten werde. _ 'Nach Briefen vom Vorgebirge der guten Hoffnung wa- un dort beträchtliche Einschränkungen in den Gehaxtsn dex Beamten vorgenommen worden. Berichxe aus dem Innern melden , daß die Kaffexn große Fortschritte in der Cwiltsa- Q'on machen, was" man dem von der Regierung befolgten System und den Bemühungen der Misstonarien zuschreibt.

Niederlande.

Aus dem Haag, 14. März. Die zweite Kammer der Seneralskaaten wird am Dienstag den 22|en d. M. wieder xusammentreten. . . '

'Der General-Lieutenant van Geen befindet fich met mch;- uren Offizieren seines (Generalstabes immer noch en Breda, 'Wo "er; wie man glaubt, fich auch noch einige Zeit aufhalten wéeb. Bei der Besahung dieser Fsstung smd" neuerdings ei- »he-B-eränderungen eiugetrUen. * *

* Die hier angekommenen Belgischen „Kaufleute haben keine andere Absicht, "als der einberufenen General-Versammlung *d/er Niederländischen Handels-Gesellschaft beizuwohnen.

Antwerpen, 12. März. Vorgestern fuhr“ der Befehls- haber der vor der hiefigen Stadt liegenden Fäoliändiscben Flo- MÜ“, Capitain Koopman, nach der „Citade e zum General Chassé.'-Das Fahxzm mußte, um eine Strömung zu ver- mäden, déchr an der r. Michaels-Batterie vor den Ruinen dasahg'ebrannteu __Entrepots vorbeisegetn.- Als diemn Quai" béßndltchen sebr zahlreichen Arbeiter dies bemerkten, näherten ß“*ßchx“v-em Ufer und warfen mit Sxetnen nach dem Fahr- WM.;pra diese von Beleidigungen und Drohungen beglei-

n “.

Mußndischen“Offiziers."veraulaßcw , so wollwn. die Arbeiter - “einein der Nähe befindliche Belgißhe Schildwache zwingen, ihr “Wwehx gegen die Holländer abzufeuern," und ließen sich end- Ack“- da de'r Soldat dies „„zu thun fich weigerke, in Flamändé- -ifchxu Schtmpfworten gegen, seine Feigheit aus. Das Fahr- , ug kam glüchlich nachder CitadeUe; aber bereits am näch- xxn“'Morgen ging hier ein Schreiben dcs Génerals Chassé ein, der, wegen der, einem hohen Holländischen“ Offizier zu- “zexijgten schweren Beletdigung, vollständige Geuugthuung ver-angte. _

.Brüs s el, 14. März. Der Regent hielt am gestrigen - Sonntage die angekündtgce Musterung über die Bürgergarde. ,Von seinem Generalstabexund den hier an.vesenden Offizie- ren des Heeres, etwa 15,0 an der Zahlx-ktgleitec, ging er zu "Fuß durch die Reihen der Garde, die von der Place-Royale V zum Schaarbeecker- Thore aufgestellt war, und sah dann

.heißt als: Euer eigenes

ovocationen einige- kräftige Gegebvorstälungen del,.

vom Baékon des Kömigl. Palastes dam Parade-Marscsze der Bürgcr zu. Absnds erschien 13er Regent im Theater, wo er vom lauten BeifaUs-Ruf des Pubxikums empfangen wurde.

Durch eine Verordnung des R9qenten ist bestimmt wor- den, daß dée dem Reglsment nach sonfc „jiaetfindende jährliche

-Ausscheidung und neue Exwählung einiger Mitglieder der

Provinzialsrände 'für dieses Mal nicht eher erfolgen soll, als bis ein Geseß die Provinzial-Znßi(utwnen von neuem fest- gestellt, hat. -

Jm Vrai Patriote liest man: ,Gewißist es, daß nur durch künstliche Mine! dce Ruhe 'in Brüssel, wir wollen nicht sagen aufrecht“ erhalten worden., doch überhaupt vor- handen ist. Das i_zerbciq-xzogene * sixtel, wodurch man Tau- sende von BetII-rn be5ch;äfrigr und m Ruhe erhält, ist we; der das Wexk" Unser-s Sichexheics-Clwfs, Hrn. Pla-isant, noch

„das der ngiEkUiM odar dor stäöciscbe-n VerWaltung, son-

dern einzig und a-ch'x-s. 'die Wiökung dsr Furcht und Noth- wendigkeat. HM;- xxne Masse, Welche dte Revolution ihrer ftxkn nnd gewöhxxtnipcn Hülfzqaellen beraubt hat, während des Wtyters kein; Arbeit gehabt, so würden die Unglückli- chen waycsckheinltch durch die Verzweiflung zu Ausscbwci-fun- gen getrieben- worden écyn, deren Opfer zuerst die Männer gewesen wären, welche die Revolution nich sowohl .gItnacht, als zu ißrcm persönlichen Naßcn verwandt haben. Diese .J'erren haben ihre Gefahrsehr wohl empfunden, und der

Wecken, den ihn?" eine Bevölkerung einflößte, die sehr gelehrig 01, wem: ste Arbeit hm?, aber fürchterlich, wenn es ihr am Röchigen sylt, zwang sie, .alle mögliche Mittel an- zuwenden, um jenen Haufcn von Arbeitern "zu beschäftigen

' und sich Qadurch vor Iven FoFZen ihr-es mäßigen Elends u be-

"wahren. So sind dcm; auch die |ädtischstrundRegierungs- onds angegriffcn worden, xm- den Bedürfmffen des Augenblick-ss abzu- Helsen. Zn di-eser ?.Z-Z-ZT-xxt wird jedoch Alles am Ende abgenußc Md erschöpft: die dffemlch Meinung, die man irre geleitet, eben so- wohl, ais die Einkünxxsx- der Administration. Es ist unmöglich, so bedeutende AUSgak-cxx länger _noch zu tragen , und es heißt, daß die Hz,!fre der auf den Wäsjen beschäftigten Arbeiter, die sich auf 5-6000 bexaufen, heute verabschiedet werden sos. Zu anderen Epoäxen häxte eine solche Maaßregel keine Um

* ruhe vérursacbt; bei dx-xr A::näherung des Frühjahrs. waren

solche Leuxe immer :;ewuä,“ in den Fabriken, auf den Land- straßen, bei den Bauten neuer Häuser , die überall entstan- den„ für den ganzen Sommer B71“chäft»iqung und Brod zu finT-en. Jetzt find alle diese Extstenz-Méttsl für die arbei- teane Klajse dahin; wan baut und fabrizirt nicht mkhr, man gräbt keine Kanäle und legt keine Kunskstraßen mehr an. Was wird mzu aUs dieser JYasse arbeitsloser nochteédender' Individuen werden, _od-«r vicimehr was. wird fie thuix? Es wäre des Hrn. Plais-«nc würdig, das“ Ende seiner Laufbahn durch eine That voll Stanz und hoher Weisheit zu bezeich- nen, indem er die' Verwaltung aus Verlegenheicen, ja ]ogar“ aus Gefahren befrett, die ihr bevorstehen. „Es handelt s1ch jeßt nicht mehr darum, das Volk gegen angebliche Orang!»- ften, St. Simonianer, Republikaner oder andere gute Bür- ger aufzureizenz Ihr Herren, yostra res agitur, was so viel Haus brennt, und das Feuer ist um so heftiger, als die öffentliche Meinung, die Euch retten könnte, durch Eure früheren Handlungen und Gaukl-erkémste von- Euch urückgekommen ist. Alle Welt weiß jest ebm so gut wie _3 r, daß die Belgische Revolution nichts weiter aks eéne Frage des- Pfaffenthums, der Persönlichkeiten und de.": individuellen Eigenliebe ist.“ - '

Polen. . -

Warschau, 15_-_März. Die National-Regierun-g ha in Betracht, daß der WU: Municipal-Rath der Hauptstadt, wien seit der Revolution besteht„ noch duke!) keine neue

„Wahlen seine Zusammenseßung verändert hat ""und nur das

Resnltat einer dringenden Nothweudigkeitxist, um die Ruhe

kund Ordrzung in der Stadt aufrechc zu erhalten, eine Ver- ordnung m Betreff dieser Behörde erlassen, welche so Lange gelten soll, bts der Reichstag ein allgemeines „Municipal-“Ge-

setz ;votirt haben wird. Diese Verordnung besteht aus 3 Ti-

:teln und, 45 Artikeln und handelt im 1stm Abschnitt Über * die Wahlen und innere Organisation des 5 eunicépal- Raths

(in Uedereénftimüwng mit der lekzcdin mitgetheilten Bekannt- machung dcr leßteren Behörde). Der, Lee Abschnitt, welcher von den Befugnissen dcs Municipal-Razths handelc,/enthälc folgend; Bestimmungen: Der Präsident “diescr Behörde wird in gehetmer Abstimmung durch Scimmen-Mehrheic-von der- selben gewählt. Der Municipal-Rach vertheilc die öffentli- ltchen Lasten aller Art unter die Kontribuenten, sowohl die-

Beilage

659 Beilage zur Allgemeinen Prenßischen Staats-Zeitung M 79.

jenigen, welche dem Schah zufließey, als auch dze Kollekten für die Bedürfnisse der Stadt und dte außerordentlecszen Opfer,- welche bei der jekzigen Lage des Landes von der Regie- rung gefordert werden; bei Repartition der außerordentltchey Steuern soll derselbe seinem eigenen Guxdüyken folgen. Dte “Vertheilung aller öffentlichen Lasker) soll m ]epetn chdt-Be- zir'k an die Bureau-Thüre des Beztrks-Kommtffars angeschw- gen werden. Ferner hat stch der Mumcile-Racl) über .dxe Bedürfnisse der Municipalitäc und der sädttjchen Abcha- stration zu berathen, den Entwurf zum Etac der siädttjchen Einnahmen und Ausgaben zu m_achen und Kyllekten p_orzg- schlagen, die Einkünfte zu reparttrenYWelche' dux Mumctpakt- =«tä_t aus cker Fonds und Gütern bezxehr,' dae memhme- und Consumtions-Berechnungen zu revidtren, zu vertfiztren und sein Gutachten darüber abzugebenz Kauf, Verkauf, Verpach- tung und Vermischung von städtischem Cig/etzthtzm 111 Vor- échlag zU bringen, über Sicherheit, Spaxsamketc utud Ordnung zu wachen, die Aufficht Über öffenxlcche ArbYtten, Wege, Brücken, Steinpflasrer, Kanäle, Lö1chuz1gs§z9rach rxnd dgl. zu fühken, alle Mlßbräuche eittz*:lnex_ ]cädttjckxer Beamten und Ofßzéanten oder des gaxxzen Mumccpal-Amts anzuzezgcn, die stäwcischen Kassen zu revidiren, um sich von der Ut1yer7el)xc- T)eit der dort niedergelegten Fonds zu überzeugen, und aber Ms Alles an das Ministerium des Znnery oder durch dessen Vermar- telung an die Regieng selbst Bertcbt'zy erstatten. Zu dem Zten Abschnitt wird die Art und Wxtje der Berathung des . Tunicipal-Nachs bestimmt. Die SeMcchn soll_en Z Mounty hinter einander in ein und derxclhen,Zujamnwnxelzung, wobei *aus jedem Bezirk wenigskens em Rath zugezogen werden muß, fort?")auern , alle 3 Monate aber zur Häxßxe durch “."- dere Mitglieder erneuert werden. Für. denPrandentcn tritt dasjenige Mitglied ein,“ welches nsch thm uxdennelhen Be- zirk die meisten Stimmen hatte. Das gewöhnleche Zu]_ammxn- setzung des Municipal-Raths [oil w_exxtgstet1_s_axts 0, m weich- tigen Fälle:“ jedoch aus* der Halfte re:per G)e]c;mmtzal)l,_t1a:n- xlick) 16 Macgléedern bestehen und dre Berathungen tmmer “?bei ungleicher Zahl stattfinden , so, daß , wexzn _dte Zahl ge.- »:radre ist, ein durch das Loos bcß:mm1e8_Mttglecd ausxx-zccn muß. Der Municipal-Rath sol-l stcl) m ]Zyer Wochexemmal „zu einer gewöhnlichen Sitzuxm, auf Gehms dcs Pyändcncen jedoch auch in jedem Augenbtck und währqu der_jelztgen Um,- stände täglich versammeln und das O)?)jtncapal-Amc m semer *Wirksamkeic unterstützen. Nachdem-dte Wahlen von der Re; gierung bestätigt sind, soll der Munster des Jun_e_rn und der Polizei den »)?unicépal-Ratl) ayf den) Rathhgme von War,- 'schau öffentlich installiren und m derselben Suzung noch der

?Leßtere seinen Präsidenten “wäblcy. . Die hiesige Staats-Zetcung brmgc unter den amt-

'léchen Nachrichten einen Bericht des Bezirks-Kommissars von

' amosc woraus [ervor ehr, daß am 2611er: Febr. vgs Finn- anisché DragoneJ-Regigmeut unker Genxral Kawer dte Stad] Janow an der Galizischen Gränze ctngxnommxn ,und dee "Bürger dieser Stadt Stn Maj. dem Kaefer Ntßolas von neuem den Eid der Treue hat schwören lassen. Dte Ortsbe- xamten haben fich verborgen gehalten oder gefiücheet.„- Unter derselben Rubrik meldet dies es Blatt , daß dee Ceryyohner .der Wojewodschaften Plock und Krakau slch frenvtüag zur ;.;Or'ganiwtion neuer Kavallerie-Regimenter erbocen habxn. -- Außerdem enthält dieselbe intung folgende Nachrtchtetx: «„Seit etnlyen Tagen ist wreder Fxofk e_ing-etreten. _Dte Weichsel treidt sehr“ viel Eis, zmd dre Krtegs-Operattonen “werden daher wohl noch anf eme oder x_wei Wochen_ Unter- Brechung. erleiden. Unterdessen bringen emzelne Stretk-Corps meh 'imtnérwährend Kringefangene herbei. -- Nachdem stch das Cokps des General wernicki aus der Gegend: von Pu- Läwy entfeßnk hatte, smd die Russen am Ren d. M. wieder dort eingedrun tn. -“ Aus Radom wird geme1det, daß die dafigen Einwv- vor nach Abhaltung eines feierlcchen Gottes- dienstes am 7ten d., den vom' Reichstage anbefohleqen Schwur, dem Vaterlande und der Nation treu zu seyn, geletßet habetz.“

Die „Warschauer Zeitung theilt" folqende Nachrech- xten mit: „Die Russen haben bei ihrem Abzug: aus den Stellungen vor Praga das Dorf Targowek und alle Körbe

und Faschinen, welcbe fie zur Erstürmung“ der Festung iir

ereic a arten, in Brand gksteckt. *Die Dörfer und Kox" «Fußenséenfsezlxß Praga smp vöklig- ruixtért. Die Brücke von Warschau nach Praga wn'd wahxschexnlich mcht abgetra en Werden; doch smd aus Vorscht dte Truppen; welche zur ?- kognoscirung des Russischen Heeres ausZ'eschtckc wordenwa;

"ren, wieder nach der Hauptstadt zurückgezogen worden. -- Der Oberfi-Lieutenant Krorycki von der Kalischer Kavallerie und der Major Sosnkowski vom 4ten Chasseur - Regiment sm_d in die Gefangenschaft der Russen gerathen. - Wie es heeßt, hat sich ein feindliches Corps unter General Wick. der Stadt Pulawywéeder bemächtigt. Die Fürstin Czartoryska ist nach“ Galizien geflohen.“

Der Warschauer Kurier berichtet untcr Andemn: „Sett 5 Tagen 1chon hört man nichts von militairéschen Operationen. Der Feind hat sch von Praga entfernt und nach Siennica zu begeben. Viele unserer verwundeten Krieger, 1VLlche fich in den hjefigen Militair-Lazarethen bs- fanden, sind genesen und kehren zu ihren Regimentern zu- rück. Das Kriegsgerichc erläßt immerwährend Todesurtheilo nichc nur über Spione, die man im gegenwärtigen Kriege ergriffen hat, sondern auch über andere, verschiedener Ver- gehen Überführce Personen. General Geismar hat unseren Obexst Spendowski, welcher verwundet in Russische Gefan- genjckyafc geratl)en war, unverzüglich zurückgesandt; Russische Soldaten trngen ihn auf ihren Karabinern bis nach Grochow, weil ihm der Fuß adenommen worden und er also nicht ge- führt werden konnte; in Grochow nahmen ihn die Unsrigen in Etnpfang.--Jn dcr Nachk vom 12. zum 13. langte der Stabs-Chef des Dwernéckischen Corps, Major Ofinéki, mit einem Rap- port an den Generalisfimus in Warschau an; bis jetzt aber ist der Inhalt dieser amtlichen Depeschen über die Operatio- nen jenes Corps moch nicht bekannt gemacht worden. -- Es smd bereits einig.: neue Geschütze in Warschau gegosen wor; den. - Zn kuxzem soll eine sehr wichtige Proclamation an die Einwohner-der Hauptstadt erlassen werden.“ '

Dasselbe Blatt sagt: „Mit Erstaunen erfahren wir, daß einige 20 junge Leute aus _dem Brzeskokujawer Be irk noch in gemächlicher Rahe *in ihren Wohnungen filzen. ir fordsrn daher fie sämmtlich auf, sich innerhalb 10 Tagen in die Rkihen der Vaterlandsvcrthcidiger zu stellen, widrigen- falls wir uns gendchigc sehen werden, ihre Namen dreimal in die öffentlichen Blätter selzen zu lassen.“

In eben diesem Blarte beschwerc fich das Tischler- Gewcrk von Warschau darübek, daß fich die gegenwärtige Re- gierung mannigfache Mißbräuche gegen dasselbe zu Schulden kommen lasse, obgleich es jslxt noch schwerere Lasten trage und größere Abgaben zahle, als früher. „Wir sehen mit Schmerz,“ heißt es darin, „daß alle Fabrications-Artikcl Israelitischen Ueberläufern übergeben werden, welche hierdurch und durch verschiedene andxrc Speculaxionen immerwähren- den Vortheil ziehen; wir_sef)en, daß ein gewisser err, der schon im Bestß von Krd]us-Schälzen ist, noch die ieferung von mehreren 1000 Lanzen übernommen hat, welche viele Werkstätten unserer Professor: hätte beschäftigen und unserer Noth vorbeugen können, so aber zum Ruin zahlreicher Familien beiträgt, Unsere Werkstätten befinden fich in völli- ger Unthätigkeét; wir können uns nichc_s, als unermeßkiches Elend prophezeien, und wir beschwören daher die Rrgie- rung, daß fie ihr Augenmerk auf unsere Lage zu richxen und so vielem Uebel, welches daraus entspringen könnte, vorzubeu- gen geruhe.“ " . ,

In der Polnischen Zeitung liest nzan Folgendes: „Der Feldmarschall Graf Diebitsch Sabalkanski hat uns den Oberst Spendowski zurückgegeben, ohne einen Russischen Gefangenen dagegen als Austausch zu verlangen , und zwar mit der ErktärUng , daß er ihn gern zurücksende, damit der- selbe eine sorgfältigere Heilung seiner schweren Wunde in Warschau“ genießen könne. Dem Obersk Symdowsxj “war der-Fuß zerschmettert worden, und die Russijchea Chrrurgm hatten die Amputation desselben glücklich vollführt. «General Geismar intekesfirte fich besonders für das Schicksal des Verwundeten mic Menschlichkeit und uvorkommenhetc, w»- für wir ihn unserer Dankbarkeit und, -ochachtung versuhern. Auel) dem Oberbefehlshaber der Armeen, mit denen wir käm- Pfen, smd wir sehr verpflichtet und werden gewiß eine Gele- genheit smchen, denxselben eine brüderliche Erw-iederung zu Theil werden zu lassen.“ _, . . . .

Das genannte Blatt enthält emen Arttkel, worin Konstantin Mieeznikowski die rüher von“ihm in dem Blatt „das neue Polen“ mitgerheiice achrichy widerruft und es für ein bloßes Gerücht erklärt, daß 4 Offiziere höheren „Ranges aus der National-Garde im Namm_ xder [WMW dl? BÜ“ an“ die Regierung eingereichc hätten, rm Fall einer Belagerung der Hauptstadx,__srxy «»Ihr der,? NanonaNGarde zu deren Ber-