neu. Es würde dies cixer Divichs von vx'kUeicht 30); entsprechen gegen 2576 im Vorjahre.
_ Mic_n, 5. Ypril. Der Kongreß der öfterreichischeu Volkswirtbe 111 heute hic: Nöffckt worden. Zum Präfidenten w_!_ude d_cr Genkral-Dircktor der Nordwesibahn, 1)!"- Gkoß. und ZU Bt_ze-Prasidcntm die Herren Goegl, Zimmermann, Escher und Du- naxeYsky gewählt. Tic Versammlung 1chkift darauf zur Bstathung der Steuerreformfraqe, wcklche den exsten Gegenstand der TageSord- nung kilche und nahm die Anträge der Referente'n Dr. Hoefker und 111". Sax an, die Stkucrrcform durch Einführung einer aÜgemeineu Einkommensteuer, anstatt der bestehenden Zuschläge durchzuführen,
Berliner Kuns1tausftellungen. [
(Vgl. Nr. 77 d. Bl.)
Eine Scene aus der Uebergabe von Metz, die Delfs aus- sieÜte, der Vorbeimarsck; gefangkner französischer Garden vor dem Prinzen Friedrich Carl, der mit seinem Stabe und der militärischen Bedeckung auf einem Felde zur Linken des Be- schauers hält, während kCchts der wenig geordnete Zug der feind: lichen Soldaten einen regendurchnäßten Weg daherkommt, gab gerade in dem bewegten Gewimmel der in ihren bunten Uni: formi'n Kopf an Kopf gedrängt herannahenden Gefangenen, in der feuchten landschaftlichen Stimmung und der trefflichen Per- spektive der weit in die Tafel hineingeschobenen Landstraße eine in hohem Grade gelungene Schikderung, während die andere Hälfte des Bildxs gegen die Frische und Lebendigkeit dieser Partie Einigermaßen zurücktrat. Auch in zwei Genrebildern von Waldschmidt, cinem Spazierritt von Kavalieren und Damen durch eincn sonncndmchblixzten Laubwaid und einem nächtlichen Rendezvous _am Rande eines von bläulichem Mondschein erfüll- ten Parkes, den Ein zwischen moosbewachsenen Steinblöcken [)in- plätscherndes Flüßckzen begrenzt, beansprucht das Landschaftliche und Das Figürliche eine gleiche Beachtung. Ein anderes vor- treffliches Bild dieser Gattung. das „Erntsfeftreiten westfälischer Bauern von Hallaß“, ist bereits bei Gelegenheit der akademi- schen Ausstellung gebührend gewürdigt worden.
Eine historische Komposition, die den Simson seiner Locken bcraubende Delila, von Adalbert Vegas, kann bei ihrem anspruchsvoüen Auftreten füglich uicht Übersehen werden, ob- gleich der Maler die Arbeit vieUeicht besser von der AusßeUung ferngehalten hätte. In der Zeichnung nicht ohne Mängel, ersckyeint das Bikd in ssim'r bunten Färbung grell und Hartz die Figuren aber, von denen der am Boden auf einem Löwenfekl rnhende, gegen das gelbe Polsterbett der Delila fick] lehncnde ungefüge Simson selber dem modernftsn Salon entnommen zu sein scheint, wäbrend die Alte hinter dem rothen Vorhang unfrei- wiUig komisch wirkt, crmangeln Ebenso jedks inneren Lebens, wie sie in der Auffaffimg völlig vergriffen smd. Nicht viel besser steht es mik einem männkichen Brustbild, neben ws1chem ein nicht übles, warm und harmonisch getöntes Porträt von Kay, dir uns hier, soviel wir wissen, auf diesem Gebiete zum ersten Mal entgegentritt, eine desto gün- stigere Meinung erweckt. Ein blondhaariger Frauenkopf von E. Hildebrand imponirt durch vornehme Auffassung und surck) den edlen Charakter seiner feingesckznittenen Züge. In dwei Studien von Zona endlich, in dem Brustbild einer blü- zenden jungenSpanierin, und mehr noch in dem anderen Bilde, has mit eiiiem etwas gcjuchten Gedanken unter dem Titel „Ver- dchiedene; Beruf“ vor dem Profil einer Nonne mit niederge- sch1agenen Blicken einen jugendlich reizvollen, aus dunkkem Auge träumerisch sehnen?) vor sick) hinschauenden braunlockigen Mädchen- kopf erscheinen läßt und den Beschauer durch den pikanten Effekt seines halbvcrschleiertcn Ausdrucks fesselt, ist der früher bei dem Maler bemerkte, keineswegs kalte, absr doch eigenthümlich trockene Ton nahezu gänzlich dem der Ockmalerei Erreichbaren satten und weichen Schmelz der Farbe gewichen.
Aus der langen Reihe der Genrebikder möge zuerst G. Spangenberg's war-dernde Zigeunerfamilie erwähnt sein, die zwischen den Stämmen eines entlaubten, in der kalten, grauen, nebelverbüllten Stimmung des Spätherbstes 1refflich wiedergege- benen Walch daherschreitet, _ ein Gemälde von eigenartigcm Rsiz der etwas stUrr-pfen Färbung und von gediegenir, sicherer Zeichmmg der ziemlich groß genommenen charakteristischen Ge- stalten. In noch größeren Figuren schilderte Hirsckzfelder „zivei verlorene Leben“, das einer jungen barmherzigen Schwester in klösterlicher Tracht und das eines gefaUenen, in seiner crka1- teten Hand 1196] das Bildnis; der Geliebjen haltenden bayrischen Soldaten, auf den Jene, die vor ihm steht, mit dem Ansdruck tiefer Theilnahme und Ergriff817heit in ihren wshmüthig smnsn- den Zügen niederschaut. Der inniiien, aber allzuweichen Em- pfindnug des Bildes, die von der Sentimentalität dScZ von dem Künstler gewählten Titels nichtvöl11gfreiist, entspricht eine nicht eben cnérgische Malerei, die aber doch ein unleugbares Talent bekundet, während in der „trüben Stimmung“ von Schwark», einer Dame, die in sorgfältig geordnetem violetten Promenaden- kostüm, das Gesicht in den Hündin bergend, durch das Ufer- schilf am Rande cinks Fluffss dahinrauscht, dcr affektirte Aus- druck ebenso schwächlich wirkt, wie dis flaue, charakterlofe Farbe des BMW.
In 0191 kleinerem Maßstabe malte Amberg die halb vom Rücken gesshene, dem Beschauer ihr reizendes Profil zukehrende, graziös bewegte Gestalt einer jungen Malerin, die, in einem faltigen tiefblauen Kleide vor der Staffelei ihres geschmackvol] ausizestatteten Ateliers auf einem niedrigen Tabouret ruhsnd, sich in feinempfundenem Kontrast von der goldig getönten Ta- pete des Hintergrundes abhebt. Ein ähnlich ansprechendes Sa- lonbild von Kies el (in Düsseldorf) zeigt die Gostalt einer jun- gen glücklichen Mutter in elegantem granseidenem Morgenkleide, die behaglich auf einen Polsterseffel hingeftreckt, ihr Kind mit beiden Händen scherzend emporhebt. In der malerischen Schön- heit des prächtigen Renaiffance-Interieurs, in der reichen und noble» :, harmonisch zusammengeftimmten Farbe ift der von bestem Erfolg begleitete Einfluß Wilhelm Sohns, in der tüchtigen Malerei das eigene Talent des stetig fortschreitenden Künstlers nicht zu verkennen.
Auf derartige Wirkungen einer „schönen Farbe“ verzichtete Hirth in seinem „Allerseelentag“ in mehr als wünschenßwerther Weise. Er schildert den Blumenmarkt einer süddeutschen Stadt, auf dem die Trauernden _ ganz im Vordcvgrunde eine schwarz- gekleidete Darm, die ein Kind an der Hand führt _ ihre Kränze und Blumen zum Schmuck der Gräber kaufen, die alien und jungcn Händlerinnen, die zu beiden Seiten der Straße unter ihren Schirmen odkr im Helldunkel ihrer Buden fich niederge- lassen haben, in einer Stimmung und Jarbengebung, die offen- bar auf Munkaczy als auf sein künstlerisches Vorbild hinweist und an dessen Richtung auch in der trüben und kalten, jedes freundlich gemüthvollen Zuges scheinbar gänzlich entbehrenden Empfindung und Anschauung erinnert. Dabei ist aber doch auch an diesem Bilde die rücksichtslose Schärfe und Wahrheit der Beobachtung, die NY vornehmlich in dem Ausdruck der zumeist wenig anziehenden öpfe kundgiebt, ebenso unbedingt anzu-
sowie die Gebäude-Ektragsstener, die Grundsteuer, die Erwerbssteuer, 7D_eaner Walde haben fich freiwillig erboten. eine H::abießung ihrer
[etztxre ohne Lybnsteuer, zu beschränken. Ju Betreff der Eisenbab Tarifrefom,_d1e _darauf zur Diskussion gelangte, wurde das vorliegen ' Referat einstimmig abgelehnt und der Ausschuß beauftragt, die Fr
iür den nächsten Kongreß vorzubereiten. , _ Dr_e Koblengrubenarbeitkr von Nord-Wseö Frohen mtt einem Strike, falls die M3ister auf die projektirte Hrab- 1xßung der Arbeitswhne um 15 74 bestehen. Sie wollen sich-aber einer erabseßung von 10 76 fügen. Die Meister sagen, das; ? zur Herab eßung der Löhne_ gezwungen sind, um mit den Kohletéubku" besitzen! von Lancashire zu konkurriren. Die Koblengrä, r im
erkennen, wie die fichere und kühne Breite des Mrtrags, dex die einzelnen Tonflächen mit seitenerFeftigkcit und Ieftimmt- heit hinzuseßen versteht. Ergötzlicher, wenn auch geklde nicht von jenem urwüchfig frischen, innig ercpickenden Humor erfüUk, den ein Defregger etwa bei solchem Cegenßande Fu entfalten weiß, wirkt Alois Gabl's „verbotemr Tanz“ eixer munteren GxseUsckgaft Tiroler Bauern und Bäuerrmen, derex ausgelassen wildes Vergnügen der eben eintretende von Eitigen noch gar mcht, von dem zum Tanz aufspielenden Kantor dafür mit deßo stqrrerem Entseßen erblickte Pfarrer in mliebsamer Weise unter- br1cht._ Glücklich in dem Höhepunkt 1er Situation aufgefaßt, lebendig und dabei durchaus natürlichbewegt, so daß fie wie ziifällig entßanden erscheint, dient jie ziemlich umfangreiche Komposition zugleich sehr “geschickt al; Folie einer wirkungs- vol1en koloriftischen Anordnung. Reioilich'fäüt das Licht, den Blick des Beschauers sofort dortHin 121kend, auf die Hauptgruppe dxr Tanzenden und auf die helleWand linter ihnen, von welcher fich, nicht ganz unähnlich der Art und Weiß Lindenschmits, die dunkle- ren Figuren des Bildes abheben. Völlig im Charakter des ebe_n genannten Meifters gedacht, naucnjlich in der koloriftisclzen Stimmung bis auf einzelne Details 1er Farbenzusammenfteüung deutlich an ihn anklingend erschein die ,Glockenprobe“ von Sch1rlow, die innerhalb der grauat Mauern einer Werkstatt, einkni trefflich gelungenen Interieur, vorgenommen wird. Aber in Zeichnung, ModeUirung und Vorttag, namentlich auch in der [ebcndigen Charakteristik der beiden, wn einer Kindergruppe um- gebenen Hauptfiguren, des Meisters im Schurzfell, der, zum Anschlag bereit, den Hammer erhobex hält, und des Kantors, der gespannt horchend den Ton auf der Geige angiebt, tritt soviel tüchtige Eigenart hervor, daß diese Arbeit als ansprechende Probe einer entschiedenen Begabung gelten muß.
Das Motiv einer „stürmischen Fahrt bayerischer Landleute auf dem Chiemsee“, das Raupp für eine groß?, fleißig (LUST?- führte Darstellung wählte, scheint dem Maler so manches duftig eleganten Bildss nicht besonders günstig gekegen zu haben. Da- gegen entfaltete Grüßner in einem Klosterbruder, der im kühlen Keller, bevor er das Glas an die Lippen seßt, erst noch d1s Auge an dem goldig blinkenden Schimmer seines Inhalts wei- det, in hohem Grade den in solchen Motivi'ii oft von ihm be- wiesenen behaglichften Humor und die feinste koloristische Empfin- dung. Durch seine lustige Laime und durck) eine gefäklig har- monisch gefümmtex Färbung zeichnet fick) ferner Ortlieb's „Einquartierung im Pfarrhause“ aus. Den Nock] jungen und lebensfrohen geiftlichen Herrn nimmt das an ]"ein verdrießiick; lauschendes Ohr dringende zärtliche Gespräch, daS die Hübsche Magd hinter der Thür des Nebenzimmers mit einem eben eintreten- den deutschen Offizier führt, zum großen Ergößsn der beiden Kame- raden desselben, die bereits mit dem Pfarrer am Tische fißen, so sehr in Anspruch, daß er die gerade in diesem Augenblick allerdings ein wenig boshaixe Aufforderung des Einen, der ihm das ge- füllte Glas zum Anstoßen hinhält, vöilig zu überhöreti scheint. Ein schon früher eiiimal an dieser Stelle erwähntes kleines Genrebild von Poeck 1), ein Handwerksbursckz, der an der Thür der Gefängnißzelle dem entseßt zurückfahrenden Gensd'armen freundlich lächelnd eine Prise anbietet, erfreut auch in dieser Ausstellung durch seinen feinen Humor und durch seine behag- lich sorgfältig? Ausführung. Mit drastischerer Laune schildert Llndorff „Künsilers Erdenwallen“ in der Gestalt eines jungen Malers, der in seinem mit zahlreichen Skizzen gefüllten Atelier bei [eerstehendem Ofen durch die mit Stroh ansgestopften Filz- schuk]?, durch den dickzt zugeknöpften Ueberrock und den auf den Kopf gestülpten Hut fich mühsam der grimmen Kälte er- wehrt und dabei mit wahrhaftem Gakgenhnmm' an dem poetischen Gebilde einer nur mit lustigem Flor umhüÜten emporschwebenden Weiblichen Gestalt arbeitet. Eine Scene „beim Trödler“, der einem sorgfältig prüfenden ältlichen Herrn eine Tasse zum
Kauf empfiehlt, malte Cederström und bekundete ein nicht ge: .
ringcs Geschick in der Lösung der schwierigcn koloriftischen Auf- gabe, die cr fick) hicrbei stellte, in der harmonischen Zusammen- stimmung der bei heller Beleuchtung energisch aingesprochenen Lokalfarben dcr buntsohcckigen Sammlung von Fahnen, Wappen, Waffen,“Bi1dern, Koftümen, Gobelins, Gefäßen und mannich- fachen anderen Antiquitäten des Verschirdenartigsten Materials, die in dem Laden des Händlers in malerischer Unordnung zusam- mengehäust smd.
Neben diesem Künfjler smd endlich noch zivei andere jün- gere Weimaraner in der Aussteüung charakteristisch vertreten. Graf Reichsnbach zeigt in dcr SeitenkapeUe einer alten Kirche, zu der einige an?:getretene Steinstufen von dem sonnig heUen Hauptraum derselben hinabführen, die widerwärtig häßliche Figur eines Kirckzendieners, der die von der Decke niedergezogene Ampel mit frischem Oelvcrfieht, und schlägt in derscharfen Charakteristik des unangenehmen Kerls, dem der offenstehende Mund und die sch1aff herabfallende Unterlippe ein unsäglich bornirtes Aussehen giebt, mit offenkundigem Talent denselven spöttisch-satirischen Ton an, mit we1chem bereits die „Kreuzigung“ dieses Malers in noch bitterer Weise die abscheulichfte menschliche Schwäche und Beichräriktheit geißelte. Wahrhaft Wohlthuend wirkt diesem Sar- kaSrnus gegenüber Zimmer's trefflich gemalter, mindestenß ebenso 1eben§wahr und charakterißisck), zugleich aber _mrt erquicklick) gesundem, fröhlihen Humor geschilderter barfüßiger Kegelbube, der, eben aus Leibeökrästen lustig sein „Alle Nenne“ die Kegelbahn herabrufend, fick) in seiner gelblich grauen, axg zerrissenen Hose von dem gxünen Gebüsch irgend eines verwrl- derten Wirthshausxzartens abhebt. Durch dre Frische und Un- mittelbarkeit der Auffassung, durch die Munterkeit der Erfipdung und die freundlich anmuthende, kräftige Farbenstimmung beweist mich dieses Bild von neuem die glücklichste Begabung des viel ver- sprechenden Künstlers. Einige Unklarheiten des _landschaftiichen Hintergrundes würden, selbst wenn fie nicht, wre uns scheint, nur auf Rechnung der augenblicklich wenig günstigen Beleuchtung kouimen sollten, doch kaum die Freude an einer so tüchtigen Leistung vermindern. _
Unter den Architekturen der Ausstellung ist neben zwe: kleinen Straßenprospekten aus Kairo Von Fiedler vor allezn Wilberg's „Hauptportal zum Dogenpalaft in Venedig“, em Bild von meisterlicher Plastik der Formen und voUendeter Hax- monie dcs warmen goldigen Tons, _ unter den Stialeben die von Hertel aus einer Büße, aus Noten und InstrumenFen schwungvoll arrangirie und mit breitem Pinsel in sattem, tief-
Lohxe um 5 %“ zi: _acceptirsu. wenn der M35 dcr Kohlen an der Zeche auf 13 Ochtllmge per Tonne herabgeießt wird.
Verkehrs-Anstamn.
Plymouib, _5. April. Der Dampfer ,Holsatia“ von der Hamburg-Amert_kanuchen (Compagnie ist bier eingetroffen. _ Konftanttuopel, 5. Avril. (W.T.B.) Hr. v. Lessevs ift h_ier eingetroffen, um mit der Pforte über die Abänderung der Taxen fur den Suezkanal zu verhandeln.
gestimmten Ton gemalte Dekoration eines Mufiksaales hervorzu- heben. Inwieweit die künftige AufstsUung der Tafel das ihr von dem Maler gegebene, die Wirkung eines alten, bereits nachgedunkelten Bildes erfolgreich imitirende Aussehen erftrebensrUerth erscheinen ließ, kann allerdings nicht ohne Kenntniß des Interieurs be- urtheilt werden, das fie zu schmücken bestimmt ist. Eine seltsam phantastische Kompofition übergab schließlich noch Böcklin dem Salon des Künßlervereins. Zwei nackten, mit Vogelklauen und buntbefiederten Schwänzen versehenen Geßalten, deren eine die Arme ihres gebräunten hagercn Leibes fingend oder schreiend in die Luft streckt, deren andere, weichlich schwammig gebildet, fich, auf einer Flöte spielend, gegen einen Uferfelsen ßüßt, wäh- rend auf dem Boden gebleichte Knoch2n als Reste des eklen Mahles der Beiden erscheinen, verlieh der Maler in seiner be- kannten bizarren Laune den Namen von „Sirenen“; doch ent- behrt dieser groteske Scherz jedweder Feinheit und Grazie, und auch ein interessanter koloristischer Akkord vermag mit dem wider- lichen Anblick und der ungesunden Empfindung des Bildes nicht zu versöhnen.
Einen Rückblick von solchen Verirrungen zu der einfachen Schönheit der klassischen italienischen Kunst gestatjet Raab's eben erschienener meisterhaften: Stich nach Raffaels Madonna di Tempi, der in einem vortrefflichen Abdruck vor der Schrift in dem EintrittSraum des Salons auSgefteÜt ist. Die innige Zart- heit, die von einem ganz leisen Anflug von Befangenheit noch nicht freie holdsekigc Anmuth dieser Madonna, die mit dem süßen Gefühl der Mutterliebe ihr Haupt zu dem auf ihren Armen an die Brust gelehnt ruhev“.:en, das wundervoll klar blickende Kindergeficht an ihre Wangen schmiegenden Knaben hinabbeugt, ist in diesem Blatt mit seltener Vollkommenheit wiedergegeben. Und nicht aUein der Zeichnung und Modellirung, sondern ebenso der eigenklich malerischen Haltung, den feinsten Nüancen des Tons, wird die edle, von jeder Einförmigkeit der Behandlung durchaus freie Arbeit in hohem Grade gerecht.
Die Gesellschaft der Gartenfreunde Berlins vitan- staltet zum Besten dss 1111121: dcm AÜerlcköchsten Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin-Königin stehenden „Vaterländischeu Frauen-Vereins“ am Sonnabend, Sonwtag, Montag, Disnstag und Mittwoocb, den 17., 18., 19., 20. und 21. April c, in dcr Reit- bahn des Königlichen Krikgs-Ministeriums eine Bl_umen-, Pflan- zen- und Frucht-Ausstellung. Dkk Eingang i1tWill)elmstr.81. Folgende Preise find zur Vertheilung gn dic Aussteüir festgesest: 4. KönigsPreis. Die von_Sr. Majsstat dem Kaiser von Dsutsckp land und Könige von Preußen bewiüigte goldenc Medaille. Disse Medaille so!] für die nach _dem Uxtheile dor Preisrichter aus- gezeichuctste Leistung der ?lusitkllung, 12i es in Gruppkn, neuen Ein- führungen oder Kulturen, ertbeilt Wsrden. Derjenige, welchsm von dem Preiörichier-Amte die?er_Preis zueikannt ist, ist von Der Kon- kurrenz um die übrig-n Prei1e aySgescHloffeu. 13. Ehrenpreis Ihrer Majsstät der Kaissrin von Deut1chlaud und Königin von Preuße» Dieser Preis ist für die zvoeitbeste Leistung der AussteÜung bkstimmt. 0. Ein Preis sims Jrcundes dks Vereins, gestiftet zu Ehren des Vsrewigts'n Profkssors 1)r. Schulxz'Säoulßenstein in ungetheilter Summe Von 60 «76, für die beste ästhetisch ciufgcstsÜte gemischte Gruppe, 1). 24 Preiss der Gesellschaft, bestehend in 2 goldenén, 16 großen silbe- nen_,_ 12 kleinen silbernen, 8 bronzenen MedaiÜcn und 270,74 in (5211)- prel cn.
Der Dciegirtentag der déutfckyen Hausfra_u“"Ve'-" eine wird Vom 14,196 17. April tagen und zum:; 751717117778 5-7 Uhr Nachmittags im Bürgkrsaal des Berkte“ 1a) “Lüd- Für die Unterhaltung der Delegirtexä außer den NZÜÜ-mrnbxiuZm Vor- iaS Comité Sorge tragen. Meldungen nac!“ 7511111117 [ e711ichen fißeudcn Frau Lina_ Morgenstexn, Beuks-Yr-Mét [___-L_??LYYMWZ Aufnahme der Delegirten m LOgnZ hab“1 1 __ TaT:. Begrüßung der
b 't 1" . l" " LSOW'UWZ. . . .. 8212...T?§?*§« FM.? .,in «V...... ck» «...-„...,
5 ' o ' _ 9. ag: Gebäck-1:_nd_F1€iichftage; die YFFFÉFZFSzÉleTZYDÉZrHFaMffUUJ billiger Lebensan-l. _ Z. TMZ Vkrbäitniß dsr Hansfranen-Vereme zu den Kaufleutcri Der Si_adt, was, vermögen die vereinigten Hausfrauen zur Heranbildung sach- tückytigcr Dicnstbotin? _ 4. Tag: nZelchc Forxbildungsmxstaltey fur unsere Töchisr smd von d9n_ Hauksraxxsnvxrsmcn zu fordern? _ Selbständige Vorträge smd bis zum 6. April anzumelden.
T h e a t e r. _ ' 1, wie einige Blätter irrthümlicb bktichkZL haben, mit JuliquUZäsar“, sondern mit 8er ,Hcrmanuöxch1acht_“_be- Hinnt am 16.8911 das_Gastspjxl 1323": Hexzoglrch _Mcznin- gischen Hoftheaters im Friedricky-Wilhelmstadtischen Theater. __
- Jm Woltersdorff-Tbeater 1111de am Sonnabend,13eu 10, April, eine Extravorsteklung, und zwar zum Besten des „Bermus zur Stiftung eines Nationaldenkmals aiif Hern Nieder- wald“ statt. Wié wir vernehmen, werden fur die_se Vorstellung ganz besondere Vorbereitungen vezansxaltet. _Vorgefubrt_ wird die neue Posse: „Cin unverdorbener Jungling“ mit de_m_ erner_ Geiste Fil, Sophie König, der es WM in der kurzen Zeit ihrcs_HierT1ei_ns gelungen ist, Mb aÜsLitige Sympathien zu exwer_ben. Ntcht_a _em, daß die Direktion des Wolterödorff-Theatxrs fur eine vervoÜstandtgte Jusccnirung und Verstärkung des mitwakendcn Personals freund- lichst gesorgt 8.11, ist es auch dem Arrangeux der_VorsteÜung, Hry. Redacteur Emil Prager, gelungen, xxnt gutigxr Erlaubnzß des General-Jntendanten Hrn. v. Hülsen dis Bethetligunz _von _Mit- gliedern des Königlichen Ballets. unter Andexeyder Solotanzermnßn Frl. Forsberg und Linda, zu erlangen, Schließlich tr1_tt Frl. Sophie König in einer ihrer Glanzrollen, dem _.Veripcechen hxnterm Heexd , auf, und steht dem besuchenden Publikum demnach ein genugreicher Abend in Aussicht. _ _
_ Aus Wien wird gemeldet, daß im Herbst dem Burg- theater ein bedeutender Zuwachs bevorftxbt. Außer Frl. Frank und Fr. Janisch sonen noki) Hr. Arnau an Stelle_dxs vexftorbenen Hrn. Franz und Hr. Reusche zum 1. September in den Verband dieses
Theaters treten.
Das neue tc Bade-Blalt für Wiesbaden weist für das Jahr 1875 bis zum sI. April bereits einen Fremdenverkehr von 7465 Per-
sonen nach. D..
Redacteur: F. Prehm.
Berlin: Verlag der Expedition (Kessel). Druck W. ElSUer.
Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage),
Erste Beilage
zum Deutschen Reickxs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzkiger.
„FZZ Ji).
Königreich Preußen.
Gesetz, betreffend die Leiandleggen. Vom 15. März 1875.
Wrr Wt_lhelxu_, von Gojfxs Gnaden «König von Preußen :c., verordneq, m1t Zustimmung beider Häuser des Landtages der Monarchie, U.)“, folgt: _
_ §„ 1. Die nx der Provinz Hannover und den Regierungsbezirken Minden und Castel bestehxndeg Leggeanstaiten können aufgelöst Wer- den, sobaly und soweit ihr Fortbestehsn durch ein Bedürfnis; des Verkehrs mcht mehr_ errorxext wird.
_ _§. 2. Uxßer dre Aufiöiung einei Leggeanstalf erfügt nach vor-
gaugiger Anhorung dks KrCistages, beziehungSweise in der Provinz Hgnxwver _der AmtSVersammlungen dcr betheiligten Amtöbezirke, der Munster fur andel, Gemerbe und öffentliche Arbeiten. Von dem Tage der Betriebsemstaüuyg an, welcher durch das Amtsblatt des Bezirks bekanui zu n:achen__ist_, trctsn für den in der Bekanntmachung näher_ zu S_exeiéhnenden Distrikt aüe auf die Legge und Leinenschau bezüglicben GeWe und Vexordnungen außer Kraft.
_§. _ _Aych außer_die16m Falle können für einzelne [eggepflichtige Bezirke diejenigen Bestimmungcn, durch welche Vorgeschriebeu ist, ge: wisse Gattungen von Lernen vor de_m Berkaiife bei einer Legge zur Schdau zu bringen, auf dem vorbezeickxnetsn Wege außer Kraft geseßt Wer en.
§. 4. Die Lagßeoxdnung für die Kreise Bielefeld, Halle und Herford (nUk_Aussch1uß der Aemisr Bünde und Rödinghausen) im Regierungsbezirk Mindxn vom 15. Mai 1853 (Gssstz-Snmml. für 1853uSk. 21492) wir? aUHgkiwbemH ck __
1: an i un er nierer ö steigen ändigen Unter ri und beigedrucktem Königlicßen Jnsisgxl. ich |
Gegeben Berlin, den 15. März 1875.
(1- 8) Wilhelm.
Fürst von BiIrnarck. *Ca'mpbausen. Graf zu Eulenburg. Leonhardt. Falk. yon Kamele, Achenbach, Friedenthal.
34%iges91nlehen der vormals freien Stadt Frankfurt am Main von 5.000,000 F1. 41. (1, 12. März 1846. Bei der am 6. d. M. stattgefundenen 22. Verloosung des An- lehens der vormals freien Stadt Frankfurt a. M. Vom 12. Mai 1846 Wurden nachverzeichnete Nummern gezogen:
.4. Zur Rückzahlung auf den 1. Juli 1875.
Lit, 13. Q 1060 F1. Nr. 3. 117. 152, 157. 320. 339. 556. 568. 592. 778. 780. 862. 1136. 1144. 1510. 1611. 1667. 1691. 1748 und 1787, 20 Stück Über 20,000 F1. oder 34,285 „74 72 «5, 1.11. 13. :x; 500 F1. Nr. 1873. 1940. 1947. 2078. 2079. 2093. 2117. 2191. 2209. 2211. 2368. 2498. 2512. “2589 und 2594, 15 Stüc? Über 7500 F1. oder 12,857 „473. 14 „Z. [.it. 12. Q 300 F1. Nr. 2816. 2921. 2939. 2980. 3103. 3116. 3167. 3179 und 3242, 9 Stück über 2700 F1. odér 4628 „45. 57 „F,. 1111.13. 5 100 F1. Nr. 3435. 3543. 3558. 3567, 3643 und 3741, 6 Stüch über 600 Fl. oder 1028 „FK 57 „5. 11115. 12, Summa 50 Stiick über 30,80) F1. oder 52,800 «.;-4
13. Zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1876.
1.18. 151. ck 1000 Fl. Nr. 54. 100. 187. 228, 241. 245. 272. 492. 652. 1021. 1036. 1057. 1149. 1235. 1271. 1286. 1502. 1612. 1641 und 1690, 20 Stück Über 20,000 F1. oder 34,285 «;ck 72 «5. 1.18, 17, Z 500 F1. Nr. 1818. 1857. 1866. 2072. 2231. 2238. 2247. 2352. 2381. 2451. 2519. 2585. 2636. 2671 Und 2765, 15 Stück Über 7500 Fl. oder 12,857 „46. 14 „5. 1.113, 17. 5. 300 Fl. Nr. 2863. 2889. 2932. 2961. 2965. 3161. 3225. 3238 und 3297, 9 Stück 11er 2700 Fl. oder 4628 «;./x 57 „5, 111817. ck 100 F1. Nr. 3328. 3330. 3541. 3607. 3694 und 3716, 6 Stiick 11591: 600 F1. Ode'r 1028 .44 57 „3. 1.11. 11". Summa 50 Stück Über 30,800 F1. oder 52,800 .46.
Die Inhaber diescr Obligationen wsrden hiervon mit dem Be- mérken bsnachrichtigt, daß sie die Kapitalbeträge, derm Verzinsung nur bis zum betreffenden_Rückzahlungsternzinc statifindek, bei der Königlichen Kreiskgise in Frankfurt _a_. M., bei der Königlichen Staats]ckUldeu-Tilgungska1ie in Bexlin, bei jkder Königlichen Regierungs-Hayptkasse, sonne bei den Königlichen Bezirks - Hauptkasmu in Hannover, Lüneburg und O5nabrüch gegen Rückgabe der Obligation und der dazu gchörigsn, nicht verfailsncn ZinScoupons (bei den Obligatio- nen bit, 1“). des Coupons pr. 1. Jnii 1876 nebst Talon und béi d-Zn Obligationen 1.8, 1“. nur mit Talon) erhebsn können.
Der Geldbétrag der etwa fehlextdcn, unentgeltjicb zyrückzungen- den Zinscoiwons wird yon dem Kapitalbetrage der betresssndsn Obli- gation zuriickbebalisn.
SOU di? Einlöiung won dergleichkn Okligaiionen nicht bei der Königlichen Kreiskasse in Frankfurk a. _M. OdlIr _bei der Königlichen Regierungs-Hauptkafse in Wiesbadén, iondern bei einer dsr anderen Kasssn bswirki Werdkn, so find die bétreffcnden Obligationin nebst CoWons und Talons visrzéhn Tage vor dem Verfailtermine bei dic- sen Kassen einzureichen, von_Welck)en dieselben vor der Auszahlung an dxn Unterzeichnkten zur Prüfung einzuienden find.
Rsstanten
aus dsr 15. Verloosung: 1-jt. 12. Nr. 12. 2822, 1-ib. 17. Nr. 1634 und 3358; 16. Verlooiung: 1.11. 15. Nr. 3607, 3745, 111817, Nr. 3201 und 3441; 17. Verloosung: 1111.12. Nr. 1941. 3186. 3544. 3729. 3798 und 1.8.17, Nr. 2083; 18. Verloosung: 1.18 11, Nr,1044. 1208. 1450, dir. 11', Nr. 828. 1960. 2311. 2507. 2984. 3168. 3257. 3475 und 3619; 19. Verloofung: 1.1“5, 13. Nr. 3216. 3704, Lit:. 11". Nr. 99. 1897. 1937. 2715; 2809. 2828. 3010. 3446 und 3455; 20. Verlooiung: 1.11. 1:2. Nr. 214. 1004. 1196. 1223. 2476. 2567. 2853, 3040. 3625 und 1116 1.11. Nr. 1098. 1324. “..-“573. 2606. 3287. 3521 und 3724: 21. Verloosung: bit, 1). Nr. 23. 563. 1497. 1791. 1831. 1904. 1912. 2014. 2553. 3135. 3149 und 3642, 1,1819. Nr. 47. 467. 503 690. 848. 1512. 1863. 1962. 2195. 2921. 2934. 2988. 3171. 3209, 3302. 3363. 3453. 3507. 3703. 3721. 3755. 3778 und 3796. _
Die Inbaber dieser Obligationen Werden wiederholt zur Cm- lösuuZLaufgefordert. _
iesbaden, den 11. Marz 1875. _ Der Regierungs-Prafident. v. Wurmb.
Bekanntmachung
Die nachstehende Polizeiveroxdnung: _ _ Polizeiverordnuug, betreffend daß T_odten, Einfangen, Ver- kaufen und Feilhalten gewisser nußltchen Vogelartezi. _ _
Nach den gemachten Erfahrungen hat das durch die Polizei- verordnung der Königlichen Regierung zu PotSdam vom 24.21prtl 1860 (Amtsblatt Seite 157) aukgesvrochene Verbyt des Ern_sangens und Tödteus gewisser nützlichen Vogelarten kemext aqueichenden Schuß für diese Vögel gewährt, denn_ es werden dre Markte na_ch wie vor mit vielen Arten derselben m Menge versxbexx. Auch_tst die Zahl dieser für die Land- und Forstkyltur so wichtigen Thiere notorisch in fortwährende: Abnahme begriffen.
Das Polizei-Präsidixxm steht fick) daher vergnlaßt, _auf Gmnd der §§. 5, 6, 11 und 12 des Gesetzes ubxr die PolZzeWcrwaltung vom 11. Mar 1850 (Geseßsammlung Seite 265) fu_r Yen_engeren und Weiteren Bolizeibezirk von Berlin und den Polizeibezirk von Charlottenburg hiermit zu veror_dnen, was folgt:
§. 1. Das Tödten und Einfangen der nachbeuannten Vogel- arten: _
Blankehlcheu, Rothkehléhen, Nachtigall, GraSmuckc, Noth-
Berlin, Dienstag. den 6. April
schwanz, Steinschmäßcr, Wiescnscbmäßer, Bacbstelze, Pieper, Zaun- könig, Pirol, Goldbähnchen, Meise, Anzmer, Fink, Hanfling, Sper- ling, Zeisrg, Stiegliß, Baumiaufex (Kleiber), Wiedehopi, Schwalbe, Tagscblaf, Staar, Dohle, Saatkrahe, Rake(Mande1kräl)e), liegen- schnäpper, Würger, Kuckyk, Specht, Wendehals, Bussard( äuss- falk) und ELW? (mit Ansichluß des Uhu) ist untersagt.
Z. 2, Jngleichen ist das Liusitchmen der Eier oder der Brut, sowie das Zerstören der Nester der [(U §. 1 aufgeführten Vögel verbvten. Daffelbe gilt auch von «10:11 Vorbereitungsn zum Fangen diefer Vögel. insbesondkre von Hsm Aufstellen von Vogemi-yen, Schiingen, Bohnen, Sprenkeln, Kafigen _und Leimruthen.
§. 3. Zuwiderhandlungen gcgen obige Bcstimmungxn werden xnit GsldbUße von 1 bis 10 Thalem oder verhältnißmägigsm (He- xangniß bestraft. _ _
. 4. Vom 1. Januar 1868 an durfen die im §. 1 aufge- führten Vogelartku auf den Wochenmärkten nicht mehr fsilgchaltén werdkn. Wer dies Vorhof übertritt, hat in Gemäßheif des §. 187 der Allgemsincn GEWcrbe-Ordnung_ Vox!) 17. Januar 1845 Geld- ,kuße kis zu 20 Thalern Oder verHaii'mxzmaßige Gefängnißstrafe zu gewärtigen.
§. 5. Die Polizsiverordnungsn vom 23. Ssptemker 1852 (Amtsblatk St. 40) und 3. Juni 1858 (Amtsblatt St. 26) werden
aufngwben. _ _ _ _ Königliches Polizxi-Pmfidium. (gez.) von Wurmb. wird hierduxä) mit dem Bemerken in Erinnerimg gobracht, daß an Stelle ch §. 187 der ngemeinen GEWTrHL-Ordnung vom 17. Ja- nuar 1845, dsr §. 149 84 6 der GeWLrbe-Ordnung vom 21. Juni 1869 getretsn ist.
Berlin, Mi 30. März 1875. __ _
Königliches POilZU-Pkäfidimn. von Madai. Bekanptuxaéhung.
Behufs Nenyflasterung wird die Luckauer Straße zwischen der Oranien- und Sebastianstraße voix! 19. April cr. ab während der Dauer der Pflasterungsarbeiten fur_ FUhrwerk Und Reiter gesperrt, was hiermit zur öffentlichen Kenntnig gebracht wird.
Bexlin, den 3. April 1875. _
Königliches Polizci-Prßfidium. von Maden.
Nr. 31 des ,AmiS-Blatts dsr DcUiichsn Reick,»- Post-Verrvaltung“ hat folgenden Inhalt: Vsriügung vom 2. April 1875. Sscpvstverßindung mit Däxsmark und Schweden auf der Linie Lübeck-Kopsnimgsn-Maimoe. Verfügung vüm 1. Llpxii1875. Aufforderung zur sorgfältigen Llnferiigung dsr statistischen Nachwei- sung 88911“. 14 Über den Postauttragsvsrkcbr. Vérfügung Dont 1. April 1875. Postorte init früher polnischen, isst deutschen Namen.
_ Nr.6 dss ,Marine-Verordnuygs-V1atis“ hat folgen- dén Inhalt: Gescxz über die Naturalleijtixngen für die bewaffnete M&M im FriLdM. Vom 13. Feöruar 1875. _ Abänderung des Krankenlöbnnngssaßexz für Mannschaften dss Unteroffizisr- Und (He- msinenstandes der Marine. _ Vérabreickyung Wu Butter an Bord in Dienst gestellter Schiffs und Fahrzsuge. _ Upierhaüung dc-r Disnstwobnungen der ReiMkUmt-xn. _ LeHLULVeMÖeYung-Zanstalt für die Armee und Marine. _ Bestixnmungsn zur Yuxsübrung der §§. 101 bis 108 1726 MilitärWniionSgsielZss vom 27. Juni 1871 und Dkk §§. 15, 16 und 22 der Noveile _vom 4. April 1874. _ Ver- pfikganSZUsckynß fiir das 2. Quartal 1875.
Das BeiheftNr.13 zum ,Marine-VcrordnungS-Blafi“ Hat folgsndcn Inhalt: 1) Nen? Formen zur nZherung-Zwsifeu Be- rechnung dcr beim JnysnikurMsen und beim Schiffbau vorkommknden Integrale». _ 2) Resultate der Dksinfskkions - Vyrfuckye _dcs Bilge- waffers mit Carbolsäare auf den im vkrgangenen Jahre 1111 Disnst gswescnen Schiffkn. _ 3) Uekerießnng aus dem: „1011er 01110161 (_18 1a. Zéyubüqae 1831193138“ vom 10. Januar 1875, betresstnd die in Madagaskar cirkuiirknden MÜnz-„n. _ 4) Ucßer Mobilmachung der FMle. _ 5) Zum Torpedowsfcn. _ 6) ][?ÖLX]_§LUJJ auI O_an: „10urnui 0160181 (16 13 1169813114168 1516893158“, kctrcssend dis Schiffs- jungen der FraiizösiiÖLn Handlemarine.
_ Daz Kursbuch ker Deutscben RéicstPostverWal- tung, April 1875, ist svebsn im Verlage dor Königl. Gef). Obxr- Hoibucbdrucksréi (R. v. Decker) in vier_Tk)e_ilen o_rscbikncn. DFL“ selben Umfasstn die bis Zum 1. April, reip. n1rt__demiclbcn Tage cm- trctsndcn AEUdsrnngkn in 136111 Gan» dé! Eiiénbahnx, Posr- imd Dampfschiff - Bcrbindimgcn, Dcr (Hcsammtinlyaii ist solgcnder: 1. Theil: Nordöstiiibss Deutikhland,_ Dänemark, Schweden, Nor- WLJM Und Riißiaiid; 2. Tbcii: SÜWUUQCL DcnthanH, Oestkrrkxcb- Ungarn, Türkei und dsr Oricni; 3. Thcii: Nordwestliches Deut)_ch- land, Nisderlanks, Belgien, Lnkabnrg m_id Englgnd; 4, The_il: Südwestlichcs Deusschland, Tiro1,_ SÖW?!3,__JK_1[1M, Frankreich, Spanien und Portugal. chem dicikr Thexle tit €!ne_Zusammmstel- lung beigefügt, in Wclchcr die Fahrplänx: der Von chlm ausgehsndkn Cisenbaimen, dic Raiidrsisctoursn, sowrZ Tabellin uber Wegeinaßé, Münzen und Zcifuntcrschicds cnthaitsn imd.
Landtags : Angelegenheiten.
Berlin, 6. April. In der gestrigen Siyiing des Hauses ÖW“ Abgeordneten machte der Vize-Prafiderit des_ Staats- Ministeriums, Finanz-Minifter Camphqnsßn, uber die Finanz- verhältniffe Preußens 1874 folgende Mittheilunxzen:
Meine Herren! In der Sißung voin 19._Janyar habe ick) _be- reits ausfüknlicb dargelegt, wie sick) i_vahrichxmlich dix Fmanzvorhalf- nisse für das Jahr 1874 gestalten Winden; _m d_er Mitte des Monats März hat nun wie gewökznlich dcr Finalabixhigß stattgefunden, und ich halte mick) verpflichtet, doch die genauen Zittern heute dem Hohen Hanse mitzutheilen. _ _ _
Für das Jahr 1874 waren die geiammteu Emnabxnetz de_s Staates veranschlagt auf 232,_758,01_7 Thlr. In der Wirklichkeit haben fick) diese Einnahmen belauxen aur249,629,485 Thlr., und es sind also die Bruttoeinnahmen gegen dsn Vora11schlag hoher gewesen um 16,871,468 Thlr. „ _ _
Die Ausgaben ch Staaies Ware!), _wie immer, m derselben
öhe wie die Einnahmen veranicblaJt, namlich zu _232,758,017 Thlr. Fiese wirklichen AuSg-cbsn haben & der etatßmaßigeu Verwaltung fich belaufen auf 241,694,726 Thlr., also_a_uf emcxt Mehrbctrag v_on 8,936,709 Thlr. Neben dieser etatsmgßigcn Benvaltung, n_m_ne Herren, läuft, wie Ihnen bekannt, die fogmqnnte extraordmare Verwaltung einher, die im _ Jahre 1874 _wtederum von_ _sehr großer Bedeutung gewesen ist, indem bei der extraoxdmaren Verwaltung die Summe w_n 80183504 Thlr. vereinnahmt wvrden ist, während bei dieser 1elb€n Verwaltung vemußgabt wurde die Summe von 81,330,804 Thlr., also em _Mehrbetrag von 1,147,300 Thlr. Wie Jhneu_ bekannt, bestehen bei chr sogenannten extraordinären Verivaltung Emnqhmez: und Auögaben m der Haupt- sache in durchlaufenden Posten; 111 diesem * ahr? hat fich aber unter den Ausgaben einÉposteu ßcfundeu _von 1 1111911 Tha1er, der aus einem speziellen erbältntß _herruhrt. Der _preußiscbe Staat FTU nämlich im Jahre 1864 mit der Großherzogltch_oldenburYschen
egierung einen Staatsvertrag geschlossen, der m der efes-
1875,
Sammlung vom Jahre 1865 S. 301 pußlizirt ist, Wonach Preußen die Verpflichtung übcrnommen hatte, im Laufe von 10 Jahren entweder dafür „zu sorgen, daß eine Eisenbahn in dsr Strecke von Oldenburg nach der vormals hannoverschen Landesgrxnze angelegt werde, odsr aber, wenn ixnerhalb dieser Frist diese Eiiénbghu nicht gebaut werden sOÜte, daß der preußische Staat an Die Großhkrzogiich Oldenburgische Regierung die Summe von 1 Million Thaler zu_ zahlen bkxtte. Dieie leßtere Zaksung l).“it cintretea muffen_ im Laufe dss Jahres1874, “weil Dkk (Fifenbahnkau nichl statigexunden hat. Den MébraUSJaßen, die ich vorhin angeführt bgtic, tm Betrage yon 8.936,709 TUM„ tritt nun [»Ii der extraordi- naron Verwaltung ein Zuschus'bsdarf von 1,147,300 Tislrn, hinzu, un_d_es Ergiebt fick) alio ein Mc rauSgakebetrag von10,084,009 Thlrn. Dieie Mebraixsgai'e abgezogen von Den Mehri-innaimien, Die ich iar Eingangs niemsr Rede erwähnte, nämlich von 16,871,468 TUM„ laßt nun Linen disyoniblen Ueöerschui; für Das Jakw1874 vou 6,787,459 Thlrn„ dsn wir, wenn nichr anders Darüber bestimmt wird fur die YuSgab-xn des Jahres 1875 ressrviren.
Meme Herrsn! Jck) bin schon bei Liner früheren Vörauwssun auf die Lage upserer Verwaltung so sehr eingegangkn, daß iä) mi bsute _nur aus cinige Wsnigß Bemsrkungen beschränksn darf. Die Mehreinnahmen vertbeiien_fich im Ganzen, auf icixr WLUZJL Vsrwal- tungen, d. h._ in der Hauptmche; die Bergwsrksvexwalrung ist dabei bétheiligt m1i7,143,895Tk)1r. _ wohlverstanöcn in der Brutto- Einnahme _ die Eixenbabnverwaltung mit 3,087,224 Thlr., die Forstverrvaliung mit 2,“ 73,105 Thlr. Dic Ablösungcn und Verkäufe haken gegen das Vorjahr einen Mehrbctrag von 862,581 Thlr. er- gekm, ferner ist durch die vorübsrgehende zinsbare BCiLJUUK von Kapital- beständen neben den Ersparnissén, die bei der Verzinsung dchiaatHschUlden eingetrctcn smd, nock) 8111 Zinégewinn von 644,372 Thlr. Erzielt wor- den. Die wenigsn Posten, dis ich hier genamit habe, machcn bereits me!;r als 14 9.1iiiiionen Tßaler aus. Diessn treten nock) Hinzn die direktsn Stsuern mit 1,011,000 Thlr., die indirekten (Ztsuern mit 132,473 Thlr., die Justizvarwalfung in ihren Einnahmen mit 582,958 Thlr. _ fie [xai allerdings auf der andcren SLite iiberwie- gende MeHrausgaben _, die Domänen mit 413,618 Tislr.
Was die beträchtlich? Erhöhung dsr AuMabcn betriFt, so fällt dieselbe béinahe aaIichlixZiick) auf di? beidsn Verwaltungen, auf die Cistnbahnverxvaltung Und auf die Bergwerkévkrwaltung.
Bei der Eiscnbahnverwalfung find911€ixrausgab€n eingetreten, Wenn man von Den Au§gaben noch die WohnungsgeldzusckUiffe abießt, in der Höhc von 5,436,991 Thlr., bei dcr Bsrgtvixrksvsrwaliung mit 3089040 Thlr. Das ergikbt aÜcin mchr als 8 MiÜionen, wäßrend die Mehrausgabcn siii) übrrbnupi belaufsn a11f8,936,709 Thlr. Ick) glaubs, mich auf Diese chsrkungen béicbränksn zu dür- fen, ich will nur noch Erwähnen, das; in Bszug auf Eiicnvaßnbau- isn ich in der Sißung vom 19. Januar bersits AUSkUnst extheilt Habe, daß im vorigen Jahr? 30,331,404 Thlr. verauégabi wwrden find, ici) kaun Houts nvii) hinzufügcn, das; Die LluSgabcn auf dicsem Conti) sich sebr bedcufend hirausxzestélli hakin, und das; in dem ersten Quartale dieses Jahrcö bsriits weiisr für Eisenbahnbauzwscke 24 Miliionsn Mark veraUsgabt sind.
GeWcrbL und Handel.
Die di'iiisclze Spiegelglas - Manniakiux wird für das letzte GosckÜstSjalx eine Dividend? nicht zur Vcriheilimg bringen.
_ Am 1. April bat fick) in Fraiikfurt 11.911. Lin pwwiixriscbes Cowité für dis ErriÖTUnz eines Gewerbe-Musexx ms kvnxxiixiirt. Sodann wurde die Frage Öék Abhaltung eirxcr_l)istcri1chc1i LluLijckiung von Erzeiignissen Dcr Kunstgéwcrbß im Lans? dss Sommch eingiiysnd besprochen, dsr definitive Büschlux; hierüber aber bis zur Crlcyigimg einiger Vcrfcagsn aus*gssoßf. Von au€wärts warst: im RuöWusic VN"- trsten: Darmstadt, Hanau, Offenbach, Bockenheim. Wicsvadon hat dm Vertreter noch nicht gewählt.
_ In der Generalversgmmlung der Frankfurter _L_ebens- Versicherungs-(Hesellsthaft kam der Geschäftsbericyt zum Vortrag; dsnisslben find folgende Date'n cntxwmmsn: Von Der Ge- sellschaft find im Jahre 1874 mit 1413 Perioaen chfichexrimgcn zum Belaufe von 3.659,383 F1. 20 Kr. Kapita1 ncu ÜÖJC1ch1011€11 worden und SM Schlusse des Jabrcs 1874 waren Über[)aupi_veriickert 9644 Personen mit 19,970,779 Fl. _Kapital. Von den_ auf dM Tydelel Versicherten starben 167 Perionen und war aux dercn Polizc'n _der Betrag von ZUsammen 258.502 Fl. Kawitai zu bezahlen. Rn 8611)- rcnieiikauigsldern sind im Jahrs 1874 89,085 F1. cinbszaisi wordin, wofür eine jährliche Rente von 10,206 Fl, „51; enirichtcn _111. Der nach Abzug ailsr AULZaben Und Verstärkung der Reierven beichidc Ucbex- sißiuf; beträgt F1. 67,408. Dic Aktiönäre erhaiieiz 7 F1._Pro Aktie, also 14% ihrer baarén Einzahlungen, Der (strnnanthxilxer Vex- fichctten beträgt 1874 1074 der von ihnen bézahitenPrchn. Die nach dcm Amtöalfer aus dcm Verivalrungsrathe ausicbcrdcndeu Hér-
*ren Georg Don Hcyder, Carl Minoprio und Freiherr Carl von
Roibsckzild wurdcn sammtlich wiedergewählt. Dic Garaxitixmittil der Gcseilscßaft bestehen außer dem Grundkapital von 3 Miklwnen Gul- den in dcr Prämien- und Gewinnreserve von 3,260,876 Fi. 49 Kr.
_ Dem Gkschäftsberikht der Oldenburgxr Vcrsicheruggs- G es811schaft für 1874 eninelymen wir Viachitohsndes: Das_;§abr 1874 hat einsn Gewinn Von 21,628 .“. gebracht und dchcxlujT aus früheren Jahrm auf 30,838 .“ hexabgemindcrk. Nach _ciner vor- läufigen BereÖnung hatte die Direktion angcnommcu, ?“13 der L_He- winnfür1874 fiä) auf ungefähr 3000036 steilexiivurdx. Diese Bkrechnung stüxzte sich auf die Annahme d€r_Prar_mcn=Re18rve Mit 45 % von der Nettoprämie, was nach _ den bxslxerigen Erfahrungen für ausreichend gehalten wurd€._ Bei der )patereu JLUMZM Auf- stellung hat sich il1dxß cin Prozenwaß von 46,21 oder em V)cei)r__Von 7500 ckck ergeben und da die AuSgabc i_xm _dieiécn Betrag Der_großßrt wrrdcn mußke, io Hat fich der (9911er um ebcu io viel verringert; die Vergrößerung dcr_ vvrxahrrgen Angabq kommt aber der Einnahme in 1875 Wieder zu (S_ute. Die_ Rexto- Prämieneinnahme betrug 1874 599,000 „46. gegen 522,000 .“. im Vor- jahre; die besonderen Einnahmen betrugen 28,000 Thlr. gegen 22,000 im Vorjahre, die Prämienreserve aus dem Yonahre 236,000 Thlr., daher Gesammtsinnahme 863,000 «;(-., gegenuber 757,00024 in 1873. Die Außgabe bezifferts fich 1874 mSgesammt auf 842,000 «FQ (m 1873 646,000 „M.) mithin Gewinn 21,000 „75. gegen 111,000 „46. im Vorjahre. Die Vermehrung der Aussiabeu gegkn _1873 war 113 1874 um 90,000 „16. größer, als die Vermehrung der Emnabmx. Die Mo- nate Januar und Februar 1398 laufenden Jahres, haben einen (Heizomn von 43,000 .46. gebracht; diejer Gewinn reicht aus, um_ den Geschafis- verlust, den das Jahr 1874 hinterlasen hat, ausÉxgienbeu und mehr als 1000 .77. als Ueberschuß zuruckzixsteiim er März brachte ca. 15,000 ;( Schäden und emen Gexvmn von_ca. 10,000 «16. Dem- nach befißt die Gesellschaft azigetxblicklich außer dem vorhandenen Aktienkapital einen Vermögenöuberichuß von _mehr als 20,000 „46.
_ Der Firma H. Häfcke iu Barth(Pomme1-n)_ ist es im Jahre 1868 gelungen, eine Sauce zu erfinden, w€1che friich gefange- neneu Heringen eme fur Jahre dauernde Schmackhaftigkeit sichert und fich in _jeder Tem erat_ur unverändert erhält. Gleich im fol en- den Jahre and das abrikat solche Auerkemmng, daß in den exten drei Monatcrx 826 Fc": er in Deutschland aklein versendet wurdm und m_ehrte fick) die NWfrage derartig, daß im letztvergangeuen Jahre be- reits Bestellixngßn auf_12,621_ Dosen von allen Theilen Europas und _ Amerikas bei dieser Firma emliefen,
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