dann fälligen "Veitkage, also überhaupt das “Dreifache 5e- ziehungsweise das Siebenfache eines Beitrages zu entri ten.
Dre Neftanten Für zwei Termine, welche dieser Auffoere- run keine Folge eisten, werden, soweit* ihre Beitragsruck-
än e nicht eventuell durch Abzu von dem Gehalt oder der ension zu berichti en sind, mit erlust der versrcherten Pen- sionen aus der Antalt ausxzescbloffetx werdxn. -
Den Restanten für drei Termme wrrd bxkannt gemacht, daß sie aus der Anstalt außgefthlosfen und Me Aufnahme- scheine ungültig geworden sind.
- Berlin, den 14. September 1899. General:Dircktion der Königlichen aUgemeirÉn Wittwer:-Verpflegungß-Anftalt. ermar.
Verzeichniß
1: Nummern der Aufnahmescbeine derjenigen Inter- nTen, welch? für die Termine vom 1. April 1899, tober1898 und1.Avri11898 mit ihren Wittwen-
k
kassen-Beiträgcn im Rückstande verbliebsn find. &. Restanten für einen Termin:
54 454. 65 575. 104 911. 110 021. 117 660. 120126. 1). Restanten für sz Termine:
77 912. 84159. 0. Restanten für dtéi Termine:
51086. 97 580. 117 575.
de es e 1. O
Bekanntmachung.
Nach Vor christ des Ge eßes vom 10. April 1872 (Geseß-Samml. S. 357) sind ekannt gema :
1) der Allerhöchste Erlaß vom 7. Juni 1899, _betrcffsnh die Verleihung des Enteignungßrkckots cm die Skadtgemcmde Solmgen zum EleleL der zum Bau einer Tbalspcrre tm Sengbach15016 zwecks Trinkwaffexversorßung der Stadt Erfordsrlickzcn, in den **Fsmeznden Wkßbelden und Burschéid, Landkrßiö Solin 611, und den kaemdcn Burg, Nikderwsrmelserckxsn und Toxfbonnjgchaft," Kreis Lenney, be- legenen Grundstücke, kuxch das Amtsblatt der Konialiehen Regterung zu Düsseldorf Nr. 30 S. 323, ausgkxzeben am 29. Jult 1899;
2) das Allerhöchste Privilegium vom 19. Juli 1899 rvxgen Aus- ertigung auf den Inhabir lautsnder Stadt-Anlxkbescheme dsr Skadt am-an in' Betrags von 2000 000 «jk. dmcl; das Amjsblatt fur dcn egierunasbezitk
Hannover Nr. 33 S. 219, 18. August 1899;
3) das AUerhöcbsté Privilegium vom 22. Juli 1899 wsgcn Yus- fertigung auf dsn Inhabér lautendc'r Ar1leibescheine dEr Stadt KöntJS- berg i. Pr. im Betrage von 12 500 000 «14 durch das Amjsblatt der Königlichen quierung zu Königsberg Nr. 33 S. 525, ausgegsbcn am 17. August 1899.
außgegeben am
Angekommen:
Seine Excellenz der Staals-Minister und Minister für Handel und (Bewerbe Brefcld, vom Urlaub;
Seine Excellcnz dcr Unter-Staatssekretär im Ministerium für Handel und Gewerbe Lohmann, vom Urlaub.
Yiehtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 18. Scptcmbcr.
Seine Majestät der Kaiser und König nahmen gestern im Iagdschloß HUbkÜUÖsWck dcn Vortxag 1328 sztkr: Staatssekretärs im Auswärtigen Amt ])1'. Frerhcrrn von Rxcht: hosen entgegen. _ ' „
Heute Nachmittag egen 2 Ulk haben Some Maxcsmt das Jagdschloß Hubertustock vcrlaZssn und von Ebkrswalde aus die Reise nach Schweden angetreten. Auf der Fahrt bis Swinemünde gedenken Seine Majestät den Vortrag des Chefs des Marinekabincts zu hören,
Der Kaiserliche Gesandte in Bern von Bülow hat eincn ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. „Währcnd der Abwesenheit chselban fungiert der der KaiserltchM Gesandt- schaft zugetheilte LegationS-Sekretär von Flöckher als Geschäftsträger.
Der Königlich serbische Gesandte am hicsigcn Aller- höchstcn Hofe M. Boghitchévilch ist vom Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die (Geschäfte der (Gesandtschaft wieder übernommen.
Der Präsidcnt des Königlichen Kammexgsricbts, Wirkliche Geheime Rath Drenfmann hat seine Dtenstgcschäfte wiedc'r übernommen.
Laut Mittheilung des „W. T. B.“ sind der Chef des Kreuzer-Geschwaders, Kontre-Admiral Prinz cinrich von Preußen, Königliche Hoheit, und der Zwettc Admiral des Kreuzer-GeWmadcrE, Kontre-Admiral Frixe, mit S. M. SS. „Deutschland“, „,Hertha“, „Kai erin Augusta“, „Irene“ und „IltlS“ am 15. September in Kiautfchou cin: etro en. g L). M. S. „Loreley“, KommandaUt: Kapitänleutnant von Leveßow, ist am 15. September in Konstantinopel an-
gekommen.
Bayern.
Seine Köni_liche Hoheit der 'Prinszegent ist, wie „W. T. B.“ mel et, gestern Nachmxttag w1eder von München zu den Ja den im Algäu abgereist. ,
Der inister des Innern'Fretherr yqn Feiltßsck) hat
estern in Beleeitung des RegterungszPrqstdenten von Ober- Zzayern von Auer eine Dienstreise 1n_dr_e dyrch ochxyasser geschädi ten Bezirke angetreten, Eine mzmsterrelle “111931119 vom getrigen Tage ordnet sofortige amtltche Erhebungen" ubßr die .?)Wwafferschäden an, um einen geetgneten Maßstab fur dre Vert eiluyg der eingehenden HilfSJelder und zugletch Anhalts- pxmkte fur die in Aussicht genommene Staatshtlfe zu ge- wmnen.
„ «WWWPMQquOs-OU"M „»»-.
. Sachsen. .
Seine Maetät der „König empfing gestern im S loß Morißburg“ einx sDeputation des Dragoner-Re iments KYnig Albert von Sa sen (Ostpreußisches) Nr. _1„ die Semer Majestät, Allerbö stwelcher gestern vor, dretßrg Jezhren" zum Chef des Regiments ernannt worden tft, die Gluckwunsche des Regiments überbrachte. Die Deputanon nahm sodann an der Königlichen Tafel theil.
Baden.
Seine Königliche Hoheit der Großherzqg_ at den Präsidenten des Ministeriums des Innern, thklchen Ge- heimen Rath ])r. Eisenlobr und den Präsxdenten des Ministeriums der Finanzexn, Wirklichen Gehennen Rath Vr. Buchenberger zu Ministern ernannt.
Hessen.
Die „Darmstädter Zeijung“ veröffent1icht ein Han'd- scbreibcn Seiner Majestät des Katsexs an Seme Königliche Hoheit den Großherzog, welches, nne folgt, lautet:
Durchlauchtigster Fürst, freundlich lieber Vetter unk; Bruder!
Es gereicht Mir zur besonderen Freude, Eurkr Köntgxiäsen Hoheit Méine lebhafte Befriedigung über die kriegsmäßkge Ausbtldung aus- zusprechxn, welche das dem 11111. (WütttembCrgiscben) Armee-Korps zugetbeilte 1. Großherzoglich Hesfische Dragoner-Regiment ((Haxdc- Dragoner-RegZMknt) Nr. 23 während der heute beendxten Manovcr bewiesen bat. „ “
Ich verbleibe mit den Gefinnunaen unVEranderter Hochachtang und Freundschaft Eurer Königlichen Hoheit freundwiüiqex Vetter und Bruder lebelm.
Karlsruhe, 13. September 1899.
Deutsche Kolonien.
Einem Bericht des Führers der Sanga : Ngoko- Expcdition(Kan1crun),1)r. Plehn, entnimmtdas „Deutsche Kolonialblatt“ folgende Mittheilungen:
Nachdem ich mit der Expsdkjion auf das deutsche Gebiet über- aesiedelt bin, baba ick) auf dem 7Üx die? erst? Station bcstimmtxn Bergcxipfel im Beisein der belgischcn nnd Holiändiscbén Kaufleute die deutsche Flagac gebißt. Die Lags ist außerordxnjlitb schön. Man steigt von der sehr bequsmen Landungssteüe am Yoko zuerst sanft, dann etwas steilkr bés zum Gipfel des ches auf, dsr 1 km vom Flußspicgsl «181111 und 130 w 1“:er ibm liegt; die (1117511110 Höhe beträgt EUR: 520 m. Der (Gipfel bietst in einem Längendurchmesser Von etwg 250 und kinkm Breiten- durchmeffer Von über 100 m in sanften Törraffext völlig hinreichend ebenen Raum für Gebäudc, Exerziejplaß, Garten, Scheibenstand 2c. Fast genau in der Mikka des Maßes erbébt fich eine KUPPS etroa 10 111 hoch, die oben ein ebxnks Terain Von etwa 30 111 Länge und 20 m Breite darbietct und von MM (1113 Fluß übersteht. Dort soll das CbkfhaU-I
usficht won obsn ist sEÖr schön, man üversieéht ein Bergland mk: sanftén, laxxgkn WÜU€1!, das gaUz mit Urland bedeckt ist. Savanne ifi“ nirgends zu skhsn, auch nach Westen nicht, wohin man einkn Blick Von 60 bis 70 km hat. Der hier etwa 200 m brsite Ngoko ist an melyxchn Sthxn sichtbar, und drüben 119171 111011 die Fakxorcien 1169811. Obsn ist es frischck und kühl, Minimnm meist 18 Grad. Das Freihauen dss Maßes ist Eine böse Arbeit, Die viel 3611 und Mühe erfordsrt. Das Untersz wird Lanz beseitigt, und Von den bokxen Bäumen lasse ich nur einige schöne Exemplare 1121511. An Bauliäzkcéan wird zusrst ein cxwßér Arbeiteréäyuwwcn, ein Matcrialisnbnch und Ein großcs Wohnhaus aus Bambus gebaUt für di: e'rste Unter- bringung, dann lasse ich SÜW Wsitere gleich aus Zikxxsln aufführen, die 1111th om Fkussk h_krcixs hSMCstcÜÉ Werkmt. Ick hoffe? Vor allx-xxx, daß békr wbkn 018 GC!UtkdkciWkakäÜkkZffk smt odxr tvxnégstcns hesse": fein rrerdxn als 11111611 in den Faktorkicn. Iicxcb allc'm, was ich dort Nesshen [md gshört Qabé, muß ks dort ungksundcr sein als an der Kamcrunküste. Ms jeßt 995! es uns (Europäern guk.
Zn Swakopmund (Dcntjch-SüdwsstafrikU) ist am 2. d. M. der Grundstein, zur Mole gclcgt worden.
man den gamen binkommsn. Die
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Oesterreich-Ungaru.
Dchaiserund dcr Erzhsrzog Franz Ferdinandsind am Sonnabend Nachmittag 311 den Mapövern in'KlagknfUrt cin_ ctroffcn. Bei der Ankunft nmrdk Seine Majkstät an; dem VaJnhofc von dem Erzherzog Rainer, dcm Clxc dcs GeneralstabHS und Michl“: Würdenträgern begrüßt. Der Landeshauptmann und dcr Bürgermcistkr richteten An: sprachen an den Kaiser, in denen sie Allkrl]öchst- demselben ihre treue, l_oyalc Evgcbenheit und Anhänglick- keit ausdrücktcn. Der Kaiscr crwidcrtc auf die Anspra e des Landeshauptmanns: er danke für die Vcrfichcrung der Treue und Ergebenhcit und sprechc zu leich dcm Wunsch *aus, das friedliche Zusamms-nwirke-n (1 cr Bewohner des Landes möge die gedeihlichc Entwickelung desselben fördern, der auc? er seine Ürsorgc bewahren wolle. Der Kaiser dankte crncr dem Vür crmcistcr für seine Ansprache, indem AÜerHöchstdersclbe dis tadt seines Wohlwollcns versicherte. Abends fand ein Fackelzug statt; die Stadt war glänzend illuminiert.
Der Kaiser hat an den Erzherzog riedrich cin Handschrciben gerichtet, in „welchem Allerhochtderselbe unter dem HinWLiE auf die ,;clw1ährige Thätigkeit des Erzherzogs als Korps-Kommandant . für dcsssn hingebu11gsv011e Dienste, die Berufsfreudigkcü und die warme Fürsorge für das Korps seinen Dank und seine besondere Zufriedenheit ausspricht.
Das ,Armee-Verordnungsblatl“ veröffentli t die Ent- Hebung Öes Obcrsten Schneider von dem often cines Militär-AttachJ bei der Botschaft in Paris und der Gesandtschaft in Brussel.
Die czechischen Landtags: und Reickzöraths-Abgeo ordneten traten am Sonnabend zur Bcrathung dcr poli- tischen Lage zusammen und nahmen eine Resolution an, Welche „besagt, daß die Abgeordneten an dem staatSrechtliclzcn, natio- nalen und polttrschßn Pro ramm des czcchischen Volkes fcft- hielten und die absolute prachliche Gleichberrchti ung in den „böhmischen Ländexn verlangten. Die DUrchfühgrung dieses Programms bedeute n_eben der Zukriedenstellung des czechischen Volkes auch dw sichere Gewä r für die Erhal- tung der Einheit und Macht der Monarchie, welche durch die großdeutfche Agitation gxfährdet werde. Die czechi- schen Abgeordnetey erklärten steh bercit, ur Sanierun der chweren Uebel, tm StaatsorganiSmus ilfrciche Han zu bieten, vorausgeseßt, das; „nichts unternommen werde, wo- durch die Rechte des czechtschen Volkes geschmälert würden. Mittel ur Sanierung sxien: Umwandlun _ des Kahinets in eine au? die parlamentartsche und autonomiZtsche Majorität 'ch stü?cnde Regierung, die .Wiederhersiellung konstitutione er Zutände auf der Grundlage nationaler und bürgerlicher
Gleicheit_ hinfichtlick) der Erweiterun der in Verwaltun und Geseßgebung. geordneten be unde'n, wre . Geneigtbeit zu einem Versuche, die nattonalxn und sprach- lichen Streitpunkte zu beseitigen, weisen ]edock) jede aus Verkürzung der politischen und sprachlichen (Gleich- berechttgung des czecbifchen Volkes oder auf EinführUn" des Deutschen al_s StqatssZrache hinauslaufende Tendeng urück; fte crblrcken 111 cm Versuch, die ungeseßlch)e
bstruktion zu befrtcdigen, ein Zurückwcichen der Nr ierungs, macht und verlangen nachdrücklich, daß die egierun durch die strikte Wahrung des Rechts aller Nationalitäten der großdcutschen Agitation eine Grcnze seße. Die Resolution weist auf den Adrcßcntwurf der Rechten hm und betont, daß auf diesem Wege eine gerechte Entwickelung _der öffentlichen Verhältnisse möglich sei. Schließlich behalten slch die czechischen Abgeordneten ein weiterés Vorgehen nach Maßgabe der Weiter- entwickelun der politischen Lage vor;
Die itglteder ch industrtellen Verbandes für Pra und Umgegend veröffentlichen einen Aufruf an die eichSraths- und Landtags-Abgcordrxctsn Böhmens, in welchem mit Rückstcht auf den trauriqep wrrtlsschaftlichcn Rück- gang und das Stagnieren von Indusjrtc, dandel und Gewerbe von dem verderblichen nationalen Kamp 6 abgerathen Wird. Der Aufruf fordert die Abgeordnctcn au , die langersehnte dringend nothwendigc Verständigung anzubahnen, um Hundes und Gcmcrbs vor einem Ysammenbruch zu bewahren., Der Aufruf ist von mehr als 1 Jndustrieücn unterzsickznct.
Großbritannien und Irland.
Der Dampfer „Gaul“ ist, dem „W. T, B.“ zufolge, am Sonnabcnd mit 1000 Mann und Offiztcren an Bord von Southampton nach Süd-Afrtka abgegangsn.
Frankreich.
Der Präsidsnt ch Senats Falliézrcs hatte am Sonn: abend eins Bcfprcchmxg mit dem (Hkneral:Prokurat0r wegen des rozcffc's vor dem Obersten Gerichtshofs. Gegen 45 in dem Yrozcß Angeklach ist das Vsrfahrcn eingestellt, sodaß nur chn 22 Personen verhandelt werden wird.
ci cinem gestern in Carman); abgchaltcncn Bankett dor dortigen Sozialisten, dem auch viele sozialistische Dcputirte beiwohnten, hielt Jaurés eine Rede, in welchcr er déc Abschaffung dcr Kriegögcrjcknc und die Rehabilitation von
Dreyfus forderte. Es wurde eine Tachordnung angenommen, '
in welcher die Ausführungen Iaurés' gebilligt wnrdcn. Antisemiten versuchten in der Nacht zum Sonntag, das Haus Guérin's in dcr NUL Chabrol zu vcrprovianticren. Tie POÜZÜ schritt indcsscn ein, und die Antisemiten cntßohcn. Es fielen vier Rcvolvcrschüffc von unbckanntcr Hand, doch wurde niemand verleßt. Zwei Pcrsoncn wurdcn vsrhafict.
Rußland.
Der Kaiser hat, wis „W. T. V.“ meldet, vkrfügt, daß die im Bau bcgriffsncn Pauzcrschiffc „Kaiser Alexan- der 111.“ und „Orel“ sowic der in Kopenhagen gebaute Krsuzcr „Bojarin“ in Die Liste der Schiffe der russischen Kricgsflottc aufzunehmen seien.
Italien.
Am Sonnabénd ist in Rom eine an die französxschn Bischöfe gerichtete Cncnklika dcs Papstes vcröffancht wordcn, in welcher, wic „W. TB.“ meldet, diesc aufgefordert werden, für ci7;c sorgfältige Heranbildung dxr Geistlichkeit Und ein musterbaftcs Verhalten der unter ilxrcr LeitUng stehenden Pricster Sorge zu tragen, damit Frankreich die ilxm über- licfcrtc Aufgabk, dic Ktrche zu vertheidigcn, große Thatcn zu vollbringen und Sendbotcn zu liefern, welche den Glauben bis ans Ende der Welt verbrkilcn, erfüUcn könne.
Spanien.
Wie dem „W. T. B.“ aus San Sébastian gemeldet wird, erklärte der Minister:Präs15enf Silvela bci dsm Empfange dss diplomatischcn Korps, daß die Auchbung dcr konstitutioncücn Garantien in der Provinz ViScaya auß schlicßlick) durch scparatistische Versuche hcrvorgcrufcn worden sei, welche die Regierung cncrgisch unterdrückcn wolle. Ter Ministchräfidcnt stelLte in Abrede, daß der morgen kstxxtt- findende Ministcrrath sich mit der Frage cincr Kabincts rtßs zu befassen habe.
Türkei.
Dcm Wiener „Telegr.:K0rresp.:Vureau“ wird aus Korx- stantinopcl vcrichtct, daß der armenische Patriarch self zehn Tagen nicht mehl"? im Vatriorchatc erschienen sci. Tor Sultan weigere sich, dcffanomissiou anzunehmen, und habe eine Kommisfton von drei Mitgliedern, welcher Artin Pa ck? angehört), zur Prüfung der Bcsckyvcrdcn ernannt. W Botschaftxr hätten der Pforte freundschaftlich Rc1thschlkzis1s bezüglich der Erledigung des Kirchcnstrcits in Kumanova crthel 1-
Griechenland.
Die Königin und die Prinzessin Marie sind, wre dcm „W. T. B.“ aus Athen gemeldet wird, gestern in Kanca eingetroffen. „
Bei den gestern vorgenommenen Munizipalmahletxm Athen ist der Kandidat dcercgicrUng unterlegen. Mexerls- der Kandidat der VolksPartei, wurde mit großer Majorttat zum Bürgermsistcr von Athen gewählt.
Serbien.
Zn Belgrad wurden gestern, wie das Wiener „Tele r.- Korrcsp.-Bureau“ meldet, im weiteren Verlauf der er: handlungen in dem ochvsrrathßprozeß fünf Zeugen verb nommen, deren Aus agen für die Angeklagten Iowan unn Milen Stefanowitsch belastend waren., Sodane folgte das Verhör der euqen über d1e 'Ankla Ygen den in Montenegro befmdüchcn Janko TWIN r'
er Zeuge Wukakchinowitsck), ein chexnaligcr „ 11le der aus dem serbichen Heere ausgetreten tft und s1ch „"au- Cettinje begeben hat, um in das motztenegritzische Heer emZer treten, agte aus, Taisfitsch habe stck) vulkm ?cäußerk- die König ilan müffe getödtet werden. H erau wurde
Aussage des ehemaligen
' ' ie- montcne Umsehen Gendarm?r Hauptmanns Lipovaß verlesen, wel _e besagt, daß Taissttsch-
der sich der besonderen Gunst des Fürsten von MonteneY
exfr-eue, fich in mißliebi er Weise über die Obrenowitsch AUS sprochen habe, die Zum ?Lntergang verurtheilt feier) und durch die Fürsten von Montenegro erseßt werden mußte"-
Autonom- „ D e .czechischen “ frUHer, so auch jeßt Y“; ;.
“ edenken dex Kais er und
en e Milojewits war vor der Ankunft TUM „S* in ZTUItenegro und xvu _te nichts über denselben aUSzüsaxtxseY, Er wünschte jedoch,- w1cht1ge Mtttheilungen über den Fürsten von Montenegro zu machen. "AUF AWM! des Staatsanwalts wurde der Zeuge dann in gehetmer Sjßung vernommen,
Dänemark.
Wie das „Bureau Ri qu“ aus Schloß Bernstorff erfährt, te Kaiserin von Rußland am ittwoch an Bord der Yacht „Standart“ nach Kiel abzu- reisen, zvo die Ankunft am Donnerstag erfol en wird. Nach weitägtgem Aufenthalt bei Ihrer Königlicßen Hoheit der rinzcssin Hemrrck) werden Ihre Majestäten nach Darm-
stadt“ abreisen, wo AÜechöchstdieselben vier Wochen zu verweilen-
beabfichtigen. Amerika.
Ein bei dem Staatsdepartement in Washington einge- angenes Telegramm besa t, daß die Jnsurqenten in enczuela water dem BELLY dss Generals Castro die Re-
qierungstruppen aus Valencia vertrieben und die Stadt
beseßt hätten. _ Das „Reuter'sche Bureau“ berichtet, der
General Castro habe auch den Hafenplaß Puerto Cabello
und Maracay befeßt und rücke weiter vor. Der räsident Andrade sc: nach Caréycas zurückgskehrt. Die ahl der Todtcn und Verwundeten werde auf 1600 geschäßt. er Kriegs-Minister Ferrer solle gefallen sein.
Asien.
Das Abkommen zwischen Frankreich und China betreffend _den Eissnbahnbau von Luntschou nach Nan- ningfu, lst, einer Meldung des „Reutcr'schcn Bureaus“ aus Peking vom gestrigen nge zufolge, am 15. d. M. unter- cichnct worden. Die chinestsche Regierung steuert zu dem Bau Jer Bahn 3100000 Taels bei._ Das Werk soll in dreiJaHren vollendct sem. Das Bahnmatertal und die Ingenieurs werden aus Frankreich kommen. “
Afrika.
Aus Pretoria meldet das „Neuter'sche Bureau“, daß die Antwort der Südakrikanischen Republik auf die chte Depeschc dcr briti chen Regierung dem britischen Agenten Conyngham (Hranc am Sonnabend Vormittag 11 Uhr zugestcllt worden sci. Der Inhalt dcrselben sei
folgender:
Die Regierung der SüdafrikayisclÉn Republik bedauerk, das; (Großbritannisn m1xvollständig nenen “' orscblägen berVorqetrcken ssi. Sie weise dqrauf bm, daß die je ! weggefaüenen Vorschläge Trans- vaals, nämltck): Erlangung dxs “Zahlrkchts nacb fünf Jahren, ver- mebrfc „Vertretung der Goldfeldcrbezirke und da!; Verlangen, daß Großbutannien nicht weirer auf der Suzerävejät bestebs, dax“ Er- gcbniß Von Y_nxegungen JCWSsCn skixn, die von dem britischem Vertreter auszegangen 1€t€n und auf die bin TranSVQal in gutem Glaubkn ge- handelt'babe. Dic ngierun won Transvaal beabfichtkge nia'ot, obne Noth dre Frage des Polktischn Status des Landss wieder aufzu- werfen, sondern wünsche lediglich mit Unterstühung dss britischen Agenten die_ Fespannte Lage der Dings zu beenden. Die? Regierung babe Wohl 9616 en, welche Sckowierizkéitkn der Annahme ibrsr Vorschläge durch das Volk und den VolkSraad kntgegenftänden, aber fie habe es gewagt, dieselbxn zu machen infolge ibrks aufrichtigen Wunsches nach &ckde und Weil dsr Staatssekretär für die Kolonian Chamberlain vkxsicbch habt:, daß ihre Vorschläge nicht als eine Ablehnung seiner Voksckolage angescbcn, sondern nach ihrem sachlichen Werth erledigt rvkxdsn joÜten. Die Regierung won TranHVaal halte ibtk Zu- stimmung zu Her vorgsschlagenen geme-insamen Konferxnz anfrecvt, fie könne aber :ztcht einsehen, warum dle britische Regierung je k die Wablrc'chtsertbetlung nach sieben Jabrkn ohne solche vvrgängige nter- sgchung der_Frage für unangemessen balken solln“. Die Dercsckys fahrt hann 7011: OS müffe ein Mißverständnis; sein, wenn Groß- britanmen, annehmcé, daß TranSoaal bereit sei, bis Vorschläge, bx- treffend dle Wahlrechtsertbsilung nach fünf Iahrcn und Einräumung von, einem Viertel dkr Skye an die Goldfelder, dem VolkSraad zur bedtyaungslosen Annahme Vorzuiegkn. Die Regierung babe keine'n Vorxchlag, bstreffend dcn (Gebrauch beider Sprachen, in den Volks- ragdc'n gemacht, weil fie diese Maßnahme für unnötbi? und nicht wunschenßwertb halte. Die Regierung von Transvaal se nicht ÜÜTW- neigt, auf die vorgeschlagene Konferenz, getrennt Von der game - samen Kommission, einzugebxn, doch erhebe fich eine Schwi€rigkcit, wYtl die Annahme des Vorschlags damm abhängig gemacht worden set, daß die Régierung von „Transvaal vorher Bedingungun annsbma welcbe fie deu] Vo1kSraade n_icht untarbréiten könne. Die Regierung bége den auxrichtigcn Wunjcb nacb s iedögericbxlicber Entscheidung und nehme solche ftcudig an, da fie fct enjscbloffen sei, die Bedin- aungsn dar Konvention yon 1884 einzuhalten. Die Depesche schlieYS mit dem AuSdruck der Hoffnung, da die britische Regierung bei no - maligcr, Prüfung keine weiteren drü enden Vorschläge machen, sondern ihren €!aenen ursprünglichen Vorschkag, bstrkffend ein? gsmeinsamc Kommxsfion, festhalten werde.
Parlamentarische Nachrickxteu.
„Bei der am Sonnabcnd im 6. Hannoverschen Wahl: beztrke (Linden) vorgenommenen Ersaßwa [ zum Hause dex Abgeordneten wurde, nach amtlicher 5 Zittheilung, dcr Burgermeistec Lichtenberg in Lindcn, Kandidat der National: ltbexalen und des Bundes der Landwirthe, mit 167 Stimmen Jewahlt. Der Gegenkandidat, Redakteur Rauch in Limmer Soztaldemokrat), erhielt 93 Stimmen.
Nr. 38 des „Centralblakts für das Deutsche Rei ', herausgegeben im Reichsamt des Innern, vom 15. September, at f()[cxenden Inhalt: 1) Marine und Schiffahrt: Uebertragun der Obliegenheiten gemäß § 24 Abs. 4 und 5 der Schifvaerme angs- ordnung vom 1. März 1895 auf das Schiffsvermessunngt. _ 2 Aklgemeine Vcrwaltungs-Sacben: Verzeichni der Weinbaubezirke. * 3 Zoll- und Steuer-Wesen: Cbarakterer öbung eines Reichs- bevo mächtiaten. _ 4) Konsulat-WeÉn: Einziehung von Konsulaten. * Pölkzei-Wesen: Ausweisung von usländern aus dem Rekehßgebiet.
Nr. 37 der ,Veröffentlichungen des Kai etlichen Ge- sUnd b eitSamts “ vom 13. Seytember hat folgenden nhalt: Gesund- beitßstand und Gang der VolkSlxankheiten. _ eitMilige MaßreJeln JF?" Pest. _ DeSgl. gegen ansteckende Krankbe teu. _ (Oesterre ck . B atifttk des Sanitätßwesens 1896. _ Geseßgebung u. s. w. (Preußen . Ketrieh von Roßbaarspinnereien. _ Bekämpfun von Maul- und ilauenseucbe _ (Reg.-Bez. Stettin). Geisteskran e. _ (Mühlhausen “b - - Austro en von Vackwaaren. _ Reg.-Bez. Aachen). Milch- aVßabe bei Unter eibsjvv us. _ DeSgl.) innenbefchau. _ (Bayern).
kebbe örderunLé _ ( aden). eflügelbeförderuug auf Eisenbahnen. X ( ?Uß i- ) Abwehr von Viebseucben. _ (Li pe. Detmold). PUsteckaxnde Krankbejten. _ (Elsaß-Lojbringen). nzekgepfticbt bei Desinfektim von Pferde- und Rinderbaaren 2c. _ (Ham-
e...
burg). Kontkole der Seeschiffe. _ (Oesterreich). Flaschenbierbandel. _ (Ober-Osflerreickz). Privat-Entbindunqöanstalten. _ (Schweiz. Unterwalden ob dem Waldz. Medizinal-VerordnunFé _ ( ortugal. Impfzwang._Gang d_erT ierseuchen im Deutschen eiche, 1. Augu
1899. _ DeSgl. in der Schweiz, 2. Vierteljahr, 1899. _ DeSgl. m Belgien im Jahre 1897. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Tbierseuchen. (Preußen. Reg.-Bezirke Königsberg, Erfurt, Minden, (Gaffel, Aachen, Badkn, Sachsen-Cobura-Gotba. Egypten, Kapland.) _ Vermtsckfotes. (Preußen. Berlfin.) Thätigkeit des Instituts für Toürvnw, 1898. _ '(Frankrmch HJvre.) Gcsundbeitßverhältniffe, 1898. _ (Großbxitanxxcen. Birmingham.) GesundbcktSzUstand, 1898. _ (Alg:er.) Tbatigkett des Pas1€ue'schen Instituts, 1898. _ (Ver- exnigte Staaten von Amerika. New Ierjey.) Geburjen und Todes- faÜe, 1897/98. _ Geburts- und Stethlichk€it§derbältniffe in Mai- land. Londtzn, Brussel, 1898. _ Geschenkliste. _ Wochentabeüc über die S1erbefall2 m deujscbe'n Orten mit 40 000 und mehr Einwvbnern. _ Dchl, in größerem Städtkn dcs AUElandéS. _ Erkrankun 811 in Krankenhäusern deutscher Großstädte. _ Dchk. in dchscbe'n tadt- und Landbczirken. _ Wittérung. _ Beilage: Gérichjliche Ent- scheidungkn zum Nabrungßmittelgeseß. (Verunglückte 2c. unreife Thiere, aufgeblaseneß, mageres und faulcs 2c. Flkisch.)
Kunst und Wissenschaft.
Jm VereiKU für deutsches KunstgeWerbe gelangén am Mitstwvck), ken 20. d. M., Abends 8 Uhr, im Festsaale des Künstler- bauxés, Bsßeyuestrasxe 3, die einaclaufenen 188 Entwürfe für das Ylakat „Verlxbenduft“ der Firma Jünger u. Gebhardt zur Ausstellung.
11 die Verkurzdigunq des Urtbeils des Preiögerichts schließt fich eine Besprechung dteser Cntwürfs durck) Herrn Maler Melchior Lechter an.
Bé'k Adclpb Heß Nachfolger in Frankfurt a. M., Véainzer Landstraße 49, findet am 9. Oktober d. J. und an den folgenden Tagen dre öffentliche Versteigerung der Herrn Wilhelm Heyer inKöln gübörigen Sammlung deutscher Thaler und Dopvkltbaler des 18. und 19. Jahrhunderts und am 16. Oktober und dsn folgcnden Tagen die von Münzen und Medaillen des Mixtklalters und der Neuzeit aus dem Bésitze des Herrn Julius Jsenbkck in Wiköbc-den uwd eines norkdeutscben Sammlers statt. Mit Sorgfalt und Genauigkeit angcfkrtfgtc Kataloge verskndct die obkn génannte Firma.
Jm Fsstsaake der Königlich bayerisäxen Akademie der Wissen- schasten zu Ykünchcn hielt am 14. und 15, 5.297. die Dkutsckxe (Geologische Gejellscbaft ihre 44. Jahreswarsammlung ab. Dcr Präßdcnt der Akademie, Gébsime Rath Ur. von Zittel eröffnete", wie wir der .Aügem. Ztg.“ entnebmkn, die erste Sißuug mit einem historixcben Rückblick auf die Ge- schichte dsr Géologischn Gcseüsckxaft. (Er schilderte dann die Tbätigkkit der Hauptyübrer der baysrisckyen Ecologie und Wiks auf die Arbeitkn Flurl's, dés mit Unrécht vielfacky untkrscbäßjen Schafbäutl und vor ÜÜLM auf die außerordentlich fruch15are Thätigkeit Gümbel's bin, 568 eigenllichen Bkgründers der baysrisÖen Geologie, der spezkell Tas geologisch vöUig unbekannte Akpengkbikt, also den geologisch
schwierigsten TbeilBayerns, zum ersten Mal zu einxr in ihren Grund- *
zügen nnch beute gültigen Darstellung brachte. Dcr Redner gedachte fsmsr einer Re'ibc von Lokalforschkrn und des Schöpfers der paläonto- logische-,n Staanammlung, Andrcas Wagner, sowie der Thätigkeit Oppel's und fübxte sodann aus, daß vielleichk später noch ein Weiterer Schritt geschehen müffe: Das neue Jahrhundert müffe auch ein neues Museum Tür die StaatSsammlungen bringen, da die Unterbringung der Sammlungen in ursprünglich nicht für solche Zwecke erbauxen Räumen: troß aller Umbaujx-n für die Dausr nicht möglich kei. Als Verireter der Regierung begrüßte darauf der Ministerial- rakb vo" Nsumayr die Versammlung und gab die Erklärung ab, daß die StaatSrcgierung den 3161811 der GeseUschaft nicht nur freundlich, sondern auch fördernd egenüberstkhe. Namens der Stadt begxüßte dk! Bürgsrmeistsr Von * runner die crfckytcnßnen Gäste. Alsdann be- gann Professor Rotbpleß seich'n intereßantsn Vortrag „Ueber das Rhätikon und d:? rbäti1che Uebcrfchicbung von Ost nach West“. An der Hand einer Karte W in Rede stc-bcndcn (53851815, das einkn großkn Theil de's Rbsinßaues umfaßj, Und eines anschau- léchkn Querfcbnittpwfils der in Betracht kommenden Lagerungkn ent- wicke'lte der Vortragende das Ergebnis; seine'r an Oxt und Stel]? ge- pftogenen Untersuchungen, die ihn unter andérem zu der Ukberzeugung gebracht babkn, daß der 281356an einst bis YÜÖ Cbur binaufgereicbt bat. _ In der thzite'n Sitzung vom 15. d. M. hielt, nachdem beschlossen worden war, die nächste Versammlung im Jahrs 1900 in Frank"- fUrt a. M. abzuhaltkn, 1)r. Tbürach (Hsidejberg) einen Vortrag „Usber die Gliederung und Lagerung des QUartärs in der Pfäl- zischen Rheinebene“, d. b. in jens: Mulde, die von Heidel- bsrg bis an das Haardtgebirge bénüberrreicht und inter- essant? tertiäre Gebilde, Geröll-Konglomcrat und Geschiebe aufrveist, das in Schichten übereinander gelagert ist und ms- besondere dadurch von ähnlichem Bodenfytmatéonen abweicht, daß man bei Bohrungen n8ch in einer Tiefe von 54 m unter dem MeeraniVeau auf sogenannte .Rheinliesel“ stößt, die eben nur durch die Snömung des Rheins hierher gebracht werden konnten. Dabei ist mrtkwürdig, das; starke Schichten von ganz feinem Flußsand daxüber gelagert find, auf denen erst das heuxi e erombcjt likgt. Dadurch komme die frühere Annahme, daß dte?e Mulde einst Seeboden ewessn sei, ins Schwanken, und sie erhalte weiter _dadurch einen StoZ, daß außgesprockpene Landtbiere, Scbnc'cken, Kaser 2c. dort a!s Petrefakten gefunden wurden. Dll Vortrag rief eine außerordentlich lebhafte Diskusfion hervor, der dann noch mehrere kürzere Mittheilungen paläNatologischen Inhalts folgten. _ In der Nachmittagssißung desselben Tage!; gab Prof:ssor Rotbpch eine in geologischer Richtung „interessante Schüderung des Schlern, indem er mittels Demonstxatton auf der Tafel die einandcr überlagernden Steinscbichten nachw1es, auf denen in der Mächtigkeit von 9(0 m Höhe die gewaltige Doloznitmaffe dieses Gebirgsstocks fich aufbaut. In seinen wxitcren Ausfuhrungen widerlegte dcr Redner die den neuexen Fo'cscbungen Vorau'fßegangenen Msinungen, da man in den Dolomitmaffen des Schlern em Koraüen- tiff vor sich ha 6, zu dknkn das Amfinden von Secxbimen auf rem Plateau und in einzelnen Schichten verführte. _ Sodann 1prach Dr. Blankenhorn üker .Neues zur Geologie und Paläontologie EgyptenS“. Er unterstüßte seinen Vortrag mit einer Karte und Gesteinproben aus den Göbieten kes N:ls und des Rothen Meeres. Dr. E. Naumann schloß an diesen Vornag intkreffante AuNübrunge-n über Untersuchungen an dem vor- wiegend aus Eisenerz bestkbeuden Berg Cerno, Mercator an der Küste von Loango. Wegen vorgerückter Ze1t verzichtetkn die noch vorgemerkten Redner ])r. Fraas, Dölter_ und Cvakcky auf die von ihnen angekündigten Vorträge. Mit einem .Gluckauf!“ schloß Dr. Credner (LeiÖziZ die 44. aUgemeine Versammlung der Deutschen Geologischen e eUsÖaft.
Theater und Musik.
Königliches Schau spielhaus.
Am Sonnabend ging, neu einstudiert, Wolfgang von Goethe's fünfaktiges Txauerspiel „Clavigo“ iy Scene. Für die stxndauf- fassung unserer Zeit ist das Drama mat seinem romantischen Inhalt einerseits und dem schwächlkchen Helden andererkeijs e1gentljch kei_n fesselndes Bühnenstück mehr und hat auch bei seinen frubsren, wem.]
zahlreichen Aufführungen die Tbeilnabme des Publikums nur in gkrinßem _
Maße zu e*tWecken vermocht. Daß es trovc-em am Sonnabend eine gün tige Aufnahme fand, verdankte es zum großen Theil der vortreff-
lichen Einstudierung sowie dem , “uten" :Einzel- und, * * “ “WM:! der Darsteller. Herr'Cbriftians atx; Clavia «bo*t„eii1_e?e HFM gute , LeiftunÉ, namentltcb in der Darstellung der ewiffénsan' vt le ten Akt. iwas zu erregt fekte Herr Malkowsky als eaumar is gleich beim ersten Auftreten ein. Er wirkte weit vorneme 'in dm maßvoU gehaltenen Scenen' des zweiten Akts im Hßuse des Clavigo. Vorzüglich war die Darstellung des Carlos dm“: rm Grube, welcher diese Rolle ganz und voükommen beherrschte. Zr ulein Mahn als Marke und räulein von Awauld als Sophie uilbert befriedigten in ibren Le stungen, nur hätte erstere etwas weniger unruhige Bewegungen zeigen können. Die anderen Darsteller fügten sich in ihren Rollen gefchickt dem Ganzen ein.
Berliner Theater.
,Dolly“, ein Lustspiel in drei Akten von Cbristiernsson, aus dem Schwedischen überseßt von Emil Jonas, errang bei seiner erstxn Aufführung am Sonnabend einey HeiterkeitSerfolg, welcher dem Stucke eine längere Lebensdauer auf dem Spielplan'zu verheißen scheint. Den literarischen Qualitäten des Werks ist frei ich dieser Erfolg nur in gerin em Grade zuzuschreiben, denn seine Handlung sowohl wie se ne handelnden Personen find nicht demLeben, sondern dem Tbeaterarchiv Entnommen. Die Lebens;;esebichte Doüy's, der Hauptfigur des Stückes, gleicht auf ein Haar derjenikzen Macte's, 'der Tochter des Regimenw, mit dem einzigen Untersch ed, daß sie nicht im Lager unter den Soldaten, sondern im Atelier unter dep Malern aufgewachsxn ist, unter denen wieder einer der Profeffor thhard Stolpe, der troß seiner Jugend wie en Vater für die arme Waise gesorgt und ihr eine sorgfältige Erziehung bat angxdeiben lassen, ihr besonders gefällt. ie in der „Regimentstochter' kommt es aber an den Tag. daß Dolly gräf1icher Herkunft 1st, und fie wird der ihr lieb swordenen Gesellschaft entrtssen, um in das Haus ihres Vaters znrü zukebren. Von Sebn- sucbt getrieben, kehrt fie a'ber bald na einigen erregten Auftritten mit ihrer aqukorrc-kten graflickyen Stiemutter in die Arme ihres MZlers zuruck, der _ wie der Zusäxauer schon im ersten Akt crrath _ s1e nun zu seiner Gattin macht. Der Mangel an (Spannung in dem Stücke wird durch altbewährte bühnenwirksame Mixtel erseßt, wxlcbe aufzyzäblen zu weit führen würde. die aber auf jeden Aft geschtckt yertbetlx, dazu binrekcben, dem Publikum Stoff, zur Unterbalxuug und Belusttgung zu biejen. _ Gespiclt wurde recht flott. Der Tttelrokle rvar Fräulein Gisela Pahlen, welche früher hier am Theater dks Wystens und zuleßt in Wien tbätig war, vonommen Jewachfen. Ob fie aber eine Darstellerin von größerer künstlerischer Bedeutung ist, wird sie erst bei anderen Aufgaben zu beweisen haben. D§n_Profeffor Stolpc spielte Herr Monard befriedigend, und das graflnhe Paar fand in Frau Baumeister und Herrn Bassermann bßrvorragende'VCttrefer. Das Zusammenspiel der andersn Mit- wtzkendsn sowic die Regie des Hexrn Wahrlin verdiSnen ebenfalls Lob.
Theater des Westens.
Dsr Sonnabend brachte als zwsiten Opernabknd die Aufführung von Rysstni's komischerOpe'r .Der Barbier von Sevilla“. Auch dté-ss kann nur als eme durchaus gelungene bezeichnet werden. Namsntlkcb wurden die Hauptpartien des Figaro (Herr Franz Porten) und der Rome (Frau Karoline Steinmann) gesanglich wie darsteUerisch gut dur geführt. Herr Porten bat eine sympathische und geschmackvxxüe Art des Vortrages, während Frau Stein- mqnn durcb tbre Koloraturgewandtbekt und frische Vortrags- wetse h_ervorstacb. Besonders beifällig wurde ihre Einlage der .Variatwnen' eines Mozart'schen Themas von Adam im zweiten Akt aufgemzmmen. _ Das zahlreich erschienene Publikum kargte denn auch allen Kunstlern aeqenüber nich! mit reichlichem und wohlverdientem Beifakl. Auch die mufikaliscbe Lsitung durcb Kapeümeister Doebbsr muß an- erkennend beworgehoben werden.
Lessing -Tbeater.
Am Sonnabend, dem xrsten .Duse-Abend“, kam „148 ZiZnora (18.116 08.1116116“ mit Eleonora Duse in der Titel- rc-Ue an dkrselken Stätte zur Aufführunß, wo die große Künstlerin auch schon früher das- Berliner Publikum in Begeiterung veréeßt hat. „Ihre Leistungen gerade in dieser Rolle nd genu am bxkannt; ste spr€chcn durch die Einfachheit der Darste ung fur sicb. Eleonora Das: spielt ihre Rolle nicbt; fie crlebt sie förmlich vor den Augen dkr Zuschauer, und diese durchlebsrx fie mit ihr. Sie fühlen sick) jäh aus der JÜufion herausgertffen, welche das lebenswabre Spisl der Tragödin hervor- aerufen hat, fobald der Vorhang fäUt. Daß dies lediglich nur durch Wabrbstt und reine Natürlichkeit erzielt wird, daß Frau Duse spricht, wie man im wirklichen Lebcn spricht und weder in den Be- nquungen n9ch „im Miencnspiel das Tbeatraliscbe hervortreten laßt, das 1st ,tbre große Kunst; das macht auch selbst dem dcs Italienischn Unkundigsn ihre Sprache verständlich, w.?il er durch_ die Gewalt dSr in sie hineingelegten natürlichen Empfindung mrt fortgeriffen wird. Die Gesammteinstudierung war mustergültig und zeigte, daß Elxonora Duse nicbt aüein eine große DarstelLetin, sondern auch ein vortrLfflicher Regisseur ist; denn fie hat es wohl vetstandcn, das Zusammenspiel ihrer Geseüfchaft so zu gestalten, daß k€in Mitglied der Meisterin nicht würdig wäre. Besonders hatte (1) der hier ebenfalls schon bekannte Signor Carlo Rosaspina (als Armando Duval) feinem Vorbtlse angepaßt.
Jm Königlichen Opernbause gebt morgen Lorßing's Oper „Der Waffenschmied" in nachstehender Beseßung in Scene: Hans Stadinger: Herr Wittekopf; Graf Liebenau: Herr Hoffmann; Georg: err Lieban; erentraut: rau Schumann-Heink" Marie: Fräulein Weiß" Adelbof: Krasa. Kapellmeister Schalk dirigiert. Hierauf folgt das Ballet „Vergißmeinnickyt“. _Am Mittwocbtreten in .Lobengrin“ zum ersten Male in dieser Spielzeit Herr Kraus als Loben rin und Fräulein Hiedler als Elsa auf. Die Ortrud 11th Frau S umann-He nk, den Tclramund Herr offmann, den Kön! He nrich Herr Wittekopf.
Jm König! chen SchauspielSause wird mor en Lesfing's dramatisches Gedicht „Nathan der Weise“ mit Herrn obl in der Titelrolle gkgeben. Die Beseßung der übrigen Rollen lautes: Sultan Saladin: Herr LudwiZ); Sittab: Jräulein Poppe; Recha: Frau von Hochenburger; aja: Frau S ramm; Tempel- berr: Hcrr MaT'kowsky; Derwisch: err Heine; Patriarch: Herr Oberlaender; Klosterbruder: Herr Eichholz. _ Die .Todten leben“, dramatische Dichtung in drei Akku von Adolf Wilbrandt, ist soeben vom Königlichen Schauspielhause zur Aufführung an- genommen worden.
Im Nenen Köni [ichen Opern-Tbeater wird morgen .Die Fledermaus“ wieder olt.
Im Deutschen Theater wird als erste Novität in dieser Saiso-s Hermann Faber's Lustspiel „Ein glückliches Paar“ einstudiert; die erste Aufführung ist für Sonnabend, den 30. September, angefevt.
Madame Réjane, welch-z im Berliner Theater vom 5. Oktober ab ein auf 6 Abende berechnetes Gastspiel absolvieren wird, ist, wie im Jahre 1897, von dem gesammten, 33 Personen parken Ensemble des „Mxéävrs (111 178116671116“ begleitet. Die Be chung der Ronen ist die gleiche wie in Paris. Nach Ablauf des Gastspiele begiebt silb das Ensemble nach St. Petersburß, um im dortigen
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, Kaiserlichen Theater mehrere Vorstellungen zu ge
Das Eichelber 'scbe Konservatorium (Direktor TKZ MaSbacb) hat für die eitun des dramatischen Unterritdts an em aknannten Institut den ber-Regiffeur der Königlichen Hofoper,
errn Carl Te lass, gewonnen. Herr Teßlaff beginnt eine bätkakeit am 1. ktober. Neben ihm, wirken in dex AU „ 5er Overnscbule für Gesang die Kömgliék dtex sGe“ * er- jängexin Frau Maxbilde Mallinger, die Hofopern ngnku eiii. Marianne Lüders, „Hur Adolf Schulze und der Kammer änger Het: Alfred Okerlaendkr, für Cnsembie- und Rollen-Studium * Kaye!- meistxr B. Sängez vom Tbéater des Westens und für Xamation. der Königliche Schauspieler Herr Albert Heine vom dnia!»