1899 / 221 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 19 Sep 1899 18:00:01 GMT) scan diff

Der [Geburtstag ] ' Herzo S ist am ganzen Lande in der herkommli en Weise“

annabend im feßlich begangen worden.

Großbritannien und Irland.

Der Staatssekretär für die Kolonien Chamberlain ist, Wie „W. T. B.“ meldet, gestern von Birmingham nach London

zurückgekehrt. Frankreich.

Der Senat ist gestern Nachmittq, als Staats-

ge„rick)ts of zusammengetreten. Der PräZident FalliSres eroffnete ie Sitzung um 2 Uhr. Nach der Verlesung dcs Einberufungsdekrots vxrlangte der Senator de Lamarzel-le das Wort. Dsr Präsident verweigerte ihxn dqsseihe. Da de Lamarzelie weiter zu sprechen verlangte. fUJg dre Linke an, mit den Pultdeckeln zu schlagen. Schließlick) wurde zum namenjlichen Aufruf geschritten, Worauf der Ober-Staatsanwali die Anklageschrift verlas.

In derselben wird, wie „W. T. B.“ berichtet, zunächst

d :*an hingewiesen, daß die v:rschicdcnen Rubesiörungen in den ahren 1898 und 1899 auf eine Verschwörung zum Zwe 6 einer Abänderung der Regierungsform zurück- zuführen seien. Nach den weiteren Ausführungen dps Over: Staatsanwalts seien zwei Gruppen zu unterscheiden: 1) die Patriotchiga, weiche an Stelle der parlamentarischcn Rc-

ierung eine konstituiionclls ieizcn wolle; 2) die Anti- emiten-Liga, welche die Nationalisten, Royalisten und Imperialiften zum chcke cincs Aufstandes veréinige. Dubuc, der Leiter der antisemiiischcn Jugetxd, bilde das Binde lied Zwischen der Patrioten- und Antisemitcnliga und unicriiiße

ie royalisiifchcn Umtriebe von des Pontéves-Sabran, der mit den Comités in Caen und Havre korrespondicrt habe. Von bcfonderer Wichtigkeit seien die Enthüllungen über eine lebhafte Korrespondenz, dic wischcn dem Herzog von Orléans und seinem Veriraucnsmann uffct geführt worden sei. Der Herzog habe im Juli 1898 gyscixriebcn, daß eins gewisse Persönlichkeit ihm die Untsrstüßung zahlreichsr Arbeitersynizikate zugesichert habe; 300000 Fr. wiirden dazu gciiügen. Bald darauf seien der Strike dcr Erdarbeiter im Okiober 1898 und die von dcr Pairiotenliga im Saale Cxarras ins Werk gcscßte Versamm- lung vom 20. Oktober eroigt. Auf eine Depesche Buffet's ei der Herzog von Orléans am 23. Januar nach Brüsscl gc- ommcn, wo er am 25.3anuar din Besuch Guérin's empfan- gen habe. Am 13. Februar habe dsr Herzog in San Remo die Royalisten empfangen. Von seinen Anhänger:". würden dem „Herzog Geldmiticl zugeführt, cine ahiung von 400000Fr.fci durch Briefe bewiesen. Am 23. ;ebrnar sei die Vexhaftung DSroulSde's in der Kaserne erfolgt. Die Royalisten hättc'n spciter ihrs Treibc'rcien fortgescizi, ach sei für den Fal] cines glucklichcn AUSgangs bx'reit und die Beamtkn designiert geweskn. Am 1. Juni habe Buffkt dem Herzog von OriémW telegraphiert, es sei Röthig, daß er in dsr Nähe sei, imd am 3. Zum, dic_ Ei'cigniffc seien für eine» lange Abwesenheit zu ('*Mst, am 4. Zum hab3 dann die Kundgebung dcr Antisemiten statt- gefunden. DchrokUkator erinnert sodann an dieAuffordsrungcn Dérouléde'ß in St. Cloud am 2. Juli und im MWM]? (16 1a KéynquUS am 16. Juli. , Seit April dieses Jahres Have Guérin (Heider gehabt und sich in der Rue Chabrol einge"- richtet. Dubuc habs dic Agitation in der Provinz betricbc'n. So hält?" dis Dinge gssianden, als die Umtersuckyung einge: [eint worden ssi. Die vorgsnommcncn Haussuchungcn hätten alle VcrdachtSmomentc bestätigt. Infolge dcssen habe der Pro: kurator den'Smatherichtc-wf ersucht, das Veiiahrcn gegen 22 Beschuldigte zu eröffnen. Die Anklageschrift stüßi sich auf zahlreiche Tele rammc und Briefe.

Nach der crlcsung dcr Anklagéschrift irat der Staais: qcrrchi§hof _zu einer längerm Veraibung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit JULÜMWM und beschloß sodann ÜUf Antrag der Angckiagten, da diese währc'nd der Untersuchung von ihren Anwälten unterstüßt WOTÖLU sollten. Hiekauf wurde mit 234 gegen 82 Stimmen die Anklaqcschrifi zur weiteren Prufung an die Untcrsuchungskommission verwiesen. Die Berathung iiber die Kompetcßzfrage wurde bis nach dem Schluß der Untersuchung vertagt, Welche von der Kommffston dess Gerichtshofs dcmnächst cingclciiet werdcn sol];' Auch die FkaJe, ob die Angkklagten und ihre Vcr- theidigcr der Bcrathung über die Kompktenzfrag-e beiwohnen sollten, wurdc vorläufig Zurückgesicllt. Beim namentlichen Aufruf antwottcten 27 Senatoren. Die Senatoren Txaricux unk) Devézs crklärtcn sich nicht für befugt, als Richtex zn fungieren, da fie Verwandte von Angeklagten seien. (Trarteux sol1 mit Dérouléde verwandt sein.) Die Sisung wurde dann'um 73/4 Uhr aufgehoben.

Nach einer Meldung des „Eciair“ ist der Chef des Generalstabs,_ Gencral Vrault an einer Lungenentzündung erkrankt. SLM Zustand erweckt BYrgniffe.

Der Kommandant de?) Nord; cjchwaders, Vizc-Udmiral Sallandrouze de Lamornaix ist gestern in Chcrbourg

gestorben. Italien.

Der sozialistrichx Depuiirte Prampolini, gcgcn den wegen der Beschuldigung per AbstimmungSurncn in der Kammxrfißung vom 30. Juni Anklage erhoben ißt, hat sich, nach eiiier dem „W. T. ZZ.? zugegangenen Meldung, in Rom der BLYÖrde gestellt. Die uhrtgenAngesihuldigten, B ris folati, de Fe ice und Morgani, befmden sich im Auslande.

Der Kreuzer „Carlo Alberto“ nach China in See gsgangcn.

Spanien.

Aus Mgdrid wird dem „W. T. B.“ berichtet, der Minister:Präs1dent Silvela habe fich dahin geäußert, daß die C arlisten infolge der unier ihnen hkrrschenden Meinungs- verfchiedenhciten auf jede Unternehmung gegen die Regierung

verzichtet hätten. Türkei.

Der dieser Tage von Konstantinopkl na Tripolis ab: egan ene Dampfcr „Taif“ hatte, dem iencr „Telegr- orre p.=Bureau“ uHolge, 30 Personen an Bord, welche in

die Verbannung ge?“ rt wurden. Der größte Theil der Ver- bannten waren Angestellte des Yildiz-Palais.

Nach Nachrichten aus Kumanowa „ist sowohl das Be- treten, als auch djas Verlassen der Stadt strengstens verboten. Diese Maßregel ist aus die Befürchiun zurückzuführen, daß die ,bul artsche Landbevolkerung in den irchenstrcit gewaltsam

ist gestern von Neapel

"&ck&-Fc. _ -

Hochverraib'ßprozesse endet worden war, heit gestern der General-Prökurator seine Anklagerede. Derselbe wies, wie das Wiener „Tele r.?Korresp-Bureau“ berichtet, egenüber de_m Leugnen der ngeklagten darauf hin, da Kneze- wrifck) aus eixenem Antrieb Kovazcwitsch und Dimiisch als Anstifter bkzeichnet Habe. Dic Aufforderung Paschitsch's

ur Steuerverweigerung sei sträflich, da fie Gahrunxx in dcr * evölkerung hätte hervorruxen und die Aufgabe der Behörden vereiteln konnen; niles ha e auf Erregung einer Revolte ab- gezielt. Der Prokurator legte weiter dar, die Anklage gegen Yaschitsck) und Tauschanowrtsck) sei nicht mtkräftct worden.

eßterer sei der Autor revolutionärer Aufzeichnungen. Die antidynastischen Handlungen des Erzpriesters (Gjurik seien alibekannt. Miicnkowitsch's Behauptung,» die Korrespondenz mit dem Prinzen Karaqeorgcwiisck) habe sich auf eine (Gcldforderung zur Beqrünöuug eines Blattes bcschrc'inkt, sci binfällig. Miicnkomiisci) hätte ein solches Verlangen an den König und nicht an einen Prätendentcn sthen miisscn. Die Amklage gcgen Zivkowitsck) sei nicht cnikräfici worden, es sei bswiescn, daß Zivkowitsck) antidynasiisci)::cvolutionärc Broschüren verfaßt und seinen Haß gcgcn die Obrcnowilsck) bci dcm Leicixcnbcgängniffc Catitsch's kundgcgcbi'n habe. DLT? Prokurator wies ferner auf dic Vcrbindunch Ziv- kowitsciz's mit Knezc'witsci) und Montenegro Hin und bcionxe, auch „Die Anklage bezfiglich der Übrigen Angeschnldigtcn sei durch nicHtS widerlet morden; cr vcrlangc die Anwendung des Geseß'cs und ie Vorurtyeiluwg Oer Nngck'lagd-“n zum solida- rischen Erfaß dcr Gsrichtskostem. Hikkälif brgaum't: die Plai- doyers der VertHcidigcr. Dcr Verthsidigc'r dcs Aitcntätsrs Knezewiisck) stellte fest, daß [exztcrcr auf Anstifton acizandclt habe, ein Werkzeuq gewesen sei und seinen Kopf für (Held aufs Spiel gcssßt abc. Er ersuchte, Knezcwiisch nicht zum Tode, sondern zu [cbknslängliche-r Zwangsarbc'it zu vsrurihcilen. Der Advokat Mosliisck) vcrthcidigte zunächst die radikale Partei und erklärte, dieselbe sei niemals antidynasiischgewesen; er plaidiertc sodann fiir Nicoliisci) und führte QUE, es wäre eine Si'mdc, Nicolitsci) Theilnaimic an dem Attentate zu- zuschreiben; gcgén iim lit e nur eine vcrdäcHtigc Aussage Kncziwitfch's vor. DLL“ löffel dcr VkrsckWörmm liege hci Angielitsci), der sich durci; seinen Selbstmord schuldig bcimmt habc. Sodann piaidichk Mostitsck) fiir Prntitsci) uni! xikläxic, dcffcn Antrag mxf SWULL'VLTWLMLYUUZ sci erfolgioL JCÖÜLÖNL; schlicßlich Eprack) Mosiiisch fiir Stanomvitsck) und gab Oer HKffMMg Aus:

ruck, dus; sLitic drci Kiicnicn nicht vcrurtiicilt wcrden wiirdc'n, da die Atiklagc nick)? geniigend bcgriindct ssi. Dcr Vcrihxidigcr Spaiialt) piaidic'rts fiir Kovazmvitsci) und Raikowiisck) und cx- klärty es sei kein Beweis ei'bracht, daf; Koyazc'witsci) in das Attentat odxr in den Hochverraii) vemvickcii ZCWksLn sci, ebenso wonig dafür, das; Raikowiisch an dch'omplott ihcilgNWMMM habs. Dcr Vr'ktbktdiJkr erhoffte milde Sirnstn.

Zn dxxr gcstri cn „Aixexidfißimq fiihrtc dcr Vsriheidigcr dm"- Dimiisci) aus, es Lei gczxcn dic Angcklaqtcn und dick Radikalaw kein Bewcis erbracht mordsn. Dic J.";cr, den König Milan B: ermordcn, ssi in Cctinj? WMMWW Uiid sod::-71:1 in

UkÜkEft weiter Lköktkkt worden. Man habe Kkijofft, mit Hilfe des Prinzkn Karaqcorgicmiisck) die» Könige Milxm und Alexander zii bcsc-iiiqen. Dieses sei das (Zichkimmß d(r Reist) dec; Knczcwiisci) _nack) Bukarest. Dsr Veriizcidixicr UIkllMMk, Ms; Dimiisci) frcrgcsprockxn wsrde. Dcr Vertiicidigcr vm! V:“:sthiisoy fiiertc aus, das die YUffOkdci'UUg znr StCLLLkUL'riVx'igLNMg kn!- kzalikzida Protokoll bcwcisc, das; in dicser „Hiiisicßi kcaicrici Bc- schlÜ1s8 gcfaßt word:":n selon. Etwas, ums isdixilici) Mitisi im politiscbcn Kampf sci, diirfc nicbt strafvar sein, chor Pixscizitsci) noch die radikale Parici seien für Ylgitniioncn im AUGlcm-dc Ucrantworilici). DW Vertbiidigcr vcrlangic Frcispmchnxg alic-r Angsklagicn mii Aiisnahme von K*nczcwitici).

Amerika. Die Lage in Vcnezuxla Hat sick), wie das „Neutesr'schc Bureau“ ans Caxxicas mcidct, giiiistigcr für di? chicrung gestaitct. Die Truppen der ngicrnris, imitixn Puerto Cabcllo wicdcr gcmommcn und koxzxntricxtcn fili) dx-rt UNO in La Victoria. Afrika.

Tas .,Rkutcr'sckzk Bureau“ meldet aus Vrstorin vom Estrich Tage, der Staatssckxsiär Reiß babe crfiäxt, die 8icézicrung, dcr Volksraad und das Volk scicn einig in dor Ha tum), dic Trmißvaal cingc'nommcn haki"; DiE Mrüchtc, di:.ß Mciiiungavcrfci):(“dan-xitkn bcstänk-cn, seien Unizczx'ciixdet; man habe die Entschlüsse in Ucbercinsiimmnng mit dcm Osanjc- Freistaat gefaßt.

Parlamentarische Nachrichten.

„Der Fiirst_Herma11n zu Solms-H0[)€ns0lm6:Lici), c-rbltche's Mitglrcd des Herrenhauses, iir, mic Die „D;;rmst. Ztg.“ meldct, am 16. d. M. in Lich vcrsioxbcn.

1'111. Generalvcrfammlung der internationalen kriminalistischeu Vcreiniguug.

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Vom 11. bis 14. Sxpicmlwr 1899 bat die 17111". GMLMWSX- sammiunq dsr itxtemaiionc-lcn kriminalistische" Vcreiniqimg zn Witdx-Psst gctagt. Trgxzdxm (England, Schwchem Rußland und Ztaiikn, die'. sonst sicis Etrakrcäztslebrer und Praktiker entsMT-Lt batxsn, diesks Mal unvertrkten waren, irug d'le Zusammenkunft dennoch einc-n inm- nationalcrsn Cbarnktcr als sonst. (Es kam iixs daher, daß den deutsck) sprechendrn Angkböiigcn aus dem Deutschen Riickie, Oesterrkich und Ur c-"m diefcsMax cim: auffällig" große Zahl vox: Franzoscn, Wei iern, Ho ,akxdcrn, Rxmarxm', Poriugiyssn, Javanern u. [.w. gkgenüberßand, wxlchc sich ckck Jranzcisitchen ala Umgange- und Kongrcßspracioe bsdiynten, sooai; „der_"xöiebrauciy der iestcret] Sprache in den Verhandlunlen um so nzebr uberwoa, ais auch kme Anzabl von Ungarn und Reichs- dkutiÖkl] sie anwmdktc. Ofi.ielie Régieruaxxvertrstcr Waren aus Frauktcxcb, Ossierxeici», Ungarn und Rumänien erschisnen. Die

ißungen fC-“Udén in der'Akakkmi»: der Wisssenscbafxen statt und wurden durch dk]! ungartkchcn Justiz-Mini ter 111". Von Plöoz feiexiich eröffnet. Ec bob heriwr, daß der Kampf 99811 das Ver- brechcn so ait sc-i wie die Menschheit, duxch die chüFuwgcn der hier zusgmmengetretenxn Verrinigung abcr neue Formen und eincn neuen Getst avgenommen habe. Vrn iHr zu gemeinfamer Arbkit auf- gefordert, träten die Natton-n einander auf diesem Gc- biete immer näher, und Ungarn werde bierbsi seiner btsioxischen Aufgabe treu bixivc'n, sorvohl im Strafrecht wie lm Strafprozeß unter den Ektten zu sein, we'lche Neuerungen ein-

eingrei en werde.

Nachdem am Sonntaxj' vas“ Verhör der Zen eit _in dem e

Gesellschaft dienen«“ Rath ,einer geistreichen Erwiderun

ßenden der infernationalen kriminalistischen Vereinigung? PkaLJsxor rins (Brüffel), Chefs des belgischen Gefängnißwesens, nahm 1)“ von PlÉSz de ibm angetragcne Ebren-Präsidentscbaft des Kongreffers' ay. Aus der Bureauwabl ingen folgende Präsidenten beivor: Prins fur BelÉien, Geheimer Iußizratb, Xrosesfor von Liszt Berlin) und Unter- taaissekretär 3. D., Profe or you Mayr ( ünchen) Deutschland. rofessor van Kamel (Amsterdam) für die Niederlander General-"Scretär _der a gemeinen Gefängnißgeseiisäpaft ijjzxé (Paris) fur Franxretcb, Hof- und (Gerichts-Advokat Nicoladoni (Lin a. . Donau) fur Oesterreich, Kultus- und Unterricht;? - MinifteT 1)r. von Wlasßcs (BudapeF) für Ungarn. Profe or Tanoviceano Bukarest) für Rumänien, rofessor Öilovié (Agmm für Kioatéen,

( Adwokat Or. Tavares de Mede'iros (Lissabon) fiir Portugal, 5 Die ersteren fünf leiteten der MYLIFE?

Okada (Tokio) für Japan. die Sißungen.

Auf dar Tagesordnung standen vier Verathungsge'gknsiände, Wkiche sammtlicb erledigt wurden, Das erste Tbkma lautete: Dix: kontra. diktortscbc Voruntertuckan. Gedxuckie Gutacißten [)iérzu hatten i'lklkkfkkt; Rath am Budansier Appéiibo'st: vim Baik-Zh und Profeffox Le Poitievin (Paris). Eeitérex erstaifcte auch dcn mundlichxm Bericht Er ging damm aus, daß die Voruntersuckxunß zwé'i Aufgaben hat: die' ivrxkiichen Thatsachen festzustkllen UUÖ das Ergebnis; des Voaverfabrcns durch 8111? Bsbörde amtitch festzustellen. Wsi der jcxzizien Gestaltung der Voruntersuckzung wird cibkr VOU1R1ch1W und Polizeibeamten zuviel [?xriangt. Disse haben ein Iniéceffe daran, dC-ß dis (Ermiticluxqcn mcbt resnltatloz Veiiaufkn, und können deshalb ihfkr weitkrexi Auf. gabe, den Entiastungsbéwcis zu erhech, niäzi ausrxichrnd gerecht witdßin da fie sonst wie“ Pensiope ibr eigenks Wélk zerstören müßten, Mi" WN? de-I Bcsch7uldigicn, dcr ohnehin mit uugi-éichcn Waffen gegen dcm bochgsbiid€tkn und mit alie'n staatlichkn Mach1miiicln ausgestat- tkisn Vkltkétkr d.“ A::kiaxzébciöxdc käxxipfi, Verschiéchterk sicb, wEnn dri“- erstrre politiscb odxr wzial mißlisbig ist, einér unter- fottcktkr) Naiionaiitäi angsbört, arm odsr ungc-Oildst ist. Einen Yiczitbctdige'r könne?" od-xr woilen sii) mir die Wénigsien beémrdnkn. In Frankreich hat wan werkxic-ixi, (2146 dem bkkraus sicb crgcbenden Dilkmma dadu: Hrraußzukommrn, dss Angkkiagten und skinéö ertlx-kidiger-J WLsMTlZÖ für die ganze? Dg:]ér dxg _ Vorvcrfabrcns :*,rweitért, eincn Vsrkeinc zwisckyen bctdsn ungsbmdert zuläßt, iimcn die ?lan'cnbeir bsi dkn [intér- fuciiupgsbandiungku aestajtkt, ibm'n cin angxrrii't und diE Befugniß, vyn tbncn sur nolbwkndig eracht2ts VewxiHanfnabnn-"n zu Ntlaxgen, Mreiuuxt ,und eine foxtgefcßtk Konirolc de: Vornntersuckpung darch sic ernzoxixcbi. tion Baiosh [kgie dar, das; aber wckor die?? Maßnahme noch dre cffcniitchkeit dex Voruntersucbmx dkn ivavxen Jnicxesicu des Angkklathn gkrecht zu werdén Vcrmag. In ?“raxikkeicky fcibxt Mxt sich ein starker Widerspritch gcgen Das dort geikkndc Göscß. “„Man findsi, das; ck die Daixer der Untersuchung und der Hass !)eriängm'i“, die szé'ß- Fostex- Stböht, Ken Unte:swchnng§richter iabmikgt, [*:-.* Rkiciixn (zeugen- itiikx"de'11 Armcu, WL1chk sieb kxine'n Beistand bcfwlien könncn, be- xxunsitgt 'Wld dic? vieibkj'chäftigte_zc Jkkchi§a12wälic, Dix eiae Voruntar- 7111194119 mxmcr Kis mehr nsböniaciziich für 1112 iee'ixandkin, nicht die richikge «*fpiikßitche Thäiixkx'iirptwickcln äßt. Von Liaio-«xb hält kx*01ckaib_ «111€ durchgr€ifcn߀ Rewim d&bin für nötixig, Das; in «[Mit nicht ganz" unmsxeniiickpcn Sachen von wornk-Crk'm kin [*e- anxicicér, unabhanxiigkr 1151) der Exx-iäpxsbsßördc soch dim StMiHanWÜtc (;leicvgesic'iii-xx VUibkii-igkk 721117111 wird, dsr O_UJ der Zahl dsr jariiiitcb gebildcwn Bürxxkr „zu wäixien ist Und am?) Stn RLÖTSMMU skin kann. Er soil rie ißrxk-iéixiimg Ozr nmisriciicn Wabihé'it in dcm Vordc-xgrund 5181191". Uii'w sslbstänwtg dikxPoixzx: Mit der Erikxim'g Des Enticxfim;göbstisrs btaufjragcn Tka-Kii,'imnl(*k aber als Béamrér, nich: ald Prinasm.

DSC DsbutikU hicrül-ör gestaitc'ten s:); außerordxmiicb lebhaft.

Es béibéiligtM sick) cm ibxxrn mcht w:"nixzrr als ic“i_»x(nd8 11“ Rcöner, dl? fast k))!rcchg eingsbcnd die Frage erörterten: UnxkrsuciyuagNicbtcr A_ib:'-1t€!(' _arrö), Landg-xriäziiimib 111". Aschroxk(Berii:;), OÖCUUÜTHWTETÖ L*Nxa „(Bndaprsix Advokat Bergkr (ebenda), Tiibunali'rikizjcr Conte (".Narfkiils“), LgndszetichiS-Direktor 111“. Feiiici; (Warlitz), devkatFran- q.:grt (Yiozxs :. W(TJYSU), Kaniméi'geriMöratb Or. Kwnccksr (Bcciin), J)_:7s=6, ROOM. Proieisor Rofc-nbiatt (K'laiau), AUÜÖÜÖUT Schwarz (“H„17.*:burg)_,_ €1;.:1*i6, TcikiOOicé'ÜUO, Rath TkÜikk ('H-Mai), Yivvkat wasixay (Budapsié) u::d Hofxaxb, Profesiwr Zuckér (Prag). (*.-10 Ovp ihnen gkäUßLiU'U Meinungen Jilixikxi ivcit auscinandkr, N(xtxiexitiick) auch die? Anschaunngc'n dcr Franzos-xn jriist Kbkr Tic' Vor- 1Öt“kl(' dkr Neuexuug ihres" Landes, die von (Zimizcht nickt ß-mug iiriobi, Om; Andkrcn 1.1:ch:*. scharf gknug gktakkit wxrdrn fon::ikn. LZHÜSW bciln namentitci) hkrvvr, daß drr v.“:mciniiickxk EMP d;“kA-igckiagtkn durch ihk: Vutbeidigxr schon dadurch iiiuj'kriich wsrße, daf? disse ciarmcbt in dsr Lnge seie'n, [1le Stunden für daI Mailen auf die Untcrfu-Fpimgétkrmine jmd d1é Dauer dsr Vsrbiirk f.!bst zu Vér- we'x:i::x_1, und_desdaib kniwéder gar néchi «schienen odcx ZbrcS.kr-:tärs imd M L:“! ihnen besckyäftißken RWbefiiff-M'n an dis (*ZZIriMssicii-s 811116110111." Namcntlicb UML" Yibskkrkl, dcr Becltr-isr 105 fkÜUZÖfiichkl injtlz-Mmisic'rimnß, und «mb T-xilikr scrixr sch37f k-ZC Blößxn dar, ivciäxc m DL:? Praxis" anxxerrcién sind. Im iiÖii-zcn ixmcizthx'. fix:“; MWD? ,qupiströmungkn Milknd.

, _Ezrztgs Rédncr biaigien dscs fmnzöfiscbc Syst.».nt und die T€Zckx|chiagc von. Balogh's und eii-piablsn dms" Vcrbindung mit einander (d::wvié, TÜsOUÉFV). Andsre (Wortfübrkr: Aschrott imd KWNLCka) 711310511 das ioytradikioxischk Eiament aus dsr Barunicrsuchuna hinaus- ;:ei)mm;_i;nd m das Staxium ch Prozsffss Vericxxn, i:: wclchsm iiber Or_ren Erqcivxiß und 'die (Eröffnung des Haupivsrfabxcns b-“fchlossen "*er. 'In disscm thtpuxxkte sollen Stsaxzanwait, Amgxklagter und Vertbstdigcr in Rehe und Gi'genrc'de dem Gericbisiofc Lixrc Mkinungkn dailege-i [md vor dtesem pie anmcscndkn odsr sofort [ierkxiznbolc-nden ZWUOULUJM befrzgen. Aichroit will dabei das Borvsrfahrm ÜL"?!- _;1111ck1 dsr StaatsanWaliichaft aliein überlassm. Wiedcrum Andere(Wrckt- sukzxcr Berger) bestrittkn, daß rin beamieisr Vkrtbeidigcr bkffér wirken i))chie (11? em, freigkwäblter, und erachtetkn von Baiogb's „Vor- [Ölage fur ctne schchre Scksädigung des Anwaltsiandc-s. Eine skatTke Gruppe (Wortfuhrer siifÖ) crkiäkic sich, jSVS Erörtxrmig d2r außerhalb des cigxntiicbsn T emas nemachicn Vorschiäxze abilhnend, ent1chieden gcgkn [ede kontradikwrischc Auügksiaitung der Voruntkr- suchung mid gegen deren Oeffentlichkeit. L-tztere wird nur Kriminal- sYUOMTM' m die (H("ricbtssälx locken und deren Verständigung mit dem Beschuldigten zwxcks Beschaffung eines Alibibxweisés und dergleicben un- saubere Machenschaftsn ermözzliciyen. Exstexe bsdcutkt dic Vcr11ichtung dss U;;txxsucbu-xgézweckcs, dxr die Wahrheit nicht in Ecniixinschast mit dem Arzqcscbuldigtxn. yondern gegen dixstn ans Tagksiickpt bringt. Jm kontradtkwrisäxerz Vo-chfahren, das die Zcug-rn für die Haupt- vxxkaiidiung präpariert, wird der Angeschmdigtx gcrayszn zur Ver- mchtnng vv_n Spuxen der That hcraaägcfoxderx. (Fin Wahres i'mxiradiktorijckoes Verfahxen findst iich nicht in Frankreick), sondern in England; wcr dieses will, muß aber auch den kngiischkn Gerichts' VWsLZLndSn, dcr keinx Akten kkunt, mit seiner uns unsympathisch SieUung in den Kauf nehmén, ux-d das möchte", niemand. Was uns notb thut, nd foziai und technisch beser vorgebildete Unter- sucixungsiicbter und olizeibeamte. Wiederum Andxre (Wortführer RosZ-nbiait und Schwarz) woÜten an einzelnkn, genau bcstimmtanb- fcbmttzkn des chfabrens kontradikiorisches Verfahren ula kn, so bei TkJUiktVér Verbapgung der Untersuckxungsbast, bei efiteiiung des obxrktin-n Tbatbcjiandes, bsi Akten, die in der Haupivérbandlung nicht wie::erbolt werden, u, dgl. Zucker machte darauf aufmerksam, daß die ganze Frage zun_ächft die Lösung der Vorfrage bedingc, ob denn uber- haupt eine gerichtliche oder eine außer erichtliche Voruntersuchunß staiifinch soils; schon das Wort „Untersu ungSrichter“ sei ein Wider- spruch m sich, da man nicht zugleich untersuchen und richtcn könne- Die Versammlung schlcß sich seiner Meinung an, daß sich der Be- mihungSgcgenstanv nicht lo-delöst von den Grundlfragen dsr Vox- untersuchun? erschöpfend behandeln kaffe, und bescb auf kaöres; Vorscbiaäx, n .der nächsten Generalversammlun darüber zu &ck&"- nzslches nd die Fundamentalgrundsäße für d e Voruntersuchung Mid fur die Verseßung in den Anklagezustand (Eröffnung des Haupt- VU fahrens) ?

führen, die der Humanität imd dém Kultmfortfchr'cit ier bürgerlichen

.heschäftigt€n kasonen crstxeckcn sich u. a.

d&ß Man dir.- R8chte ,

Statistik und Volkswirthfthaft.

WohlfahrtsoEiitrichtungen.

Durch die Errichtung * einer Anzahl fiskalischer Wohn. häuser für Grenzaufseber und Gcenzgendarmen ist dem Mangel an gesunden und auskei enden Wohnungen für Beamte in den ländlichen Distrikten der renzkreise in der Provinz Posen einigermaßen abgeholfen worden.

Zur Arbeiterbewegung.

(Eine allgemeine Yobnbeweguna haben, der „Boss. Ztg.“ zufolge, die Berliner belackoteraefellen am Sqnntag mit einer Ver- ammluncx einaeletikt. Die Forderungen der tm Schlächtercibetriebe

_ auf Abschaffung der Ent-

lassung am Eoyniag und von Kost und Wohnung im aufe des MUMM.“ _ Yer Ausstand dsr ax:f den Kohlenpläßen Vccltns_tbättgen Arbkiier und Kutscher zst bcendxt. Di:: , AUSsiandigcn liaben nas!) Béwiliigung einigkr Zugestäni'niffx dteArheit med-zr aiifgenommen. (Vcrsl. Nr. 218 d. B1.) - In 91112 Lobnbywcgung eingßtreten find die hiesigen 5 (“;,-stsn- imd Pinselwxacbeu. _ Auch die Former und Gießereiarbeiter Berliys beschlossen, wie_die ,Staaisb.-Ztg_“ mitiiisili, am Sonntag m einer sxhr zahlreich bemchien ersammlung, sofort in Eine Lobnlikanng einzutrxxten. Foisiende Fordérungen soiien durch eine Kommission den ArbeitZi-locrn "m_ti-„rbrxitei wcxrd-xn: ]) neunsikmdige- Arbk'ÜPEÜ, '2) 10 0/0 iccmkmuixcbiaß, Z) 21 M Minimaiiobn tür Hilfsarbkxiex. - Ente Vcriamminng biesigkr Bauarßcitcr hat am Sonntag die'. EinicnmgövorsMäge dsr NLUNkr-Kinmission abgyieizni. Der von seitsn „dsr Arbeitgeber Vor- geiegiazTarif wurd? als zu niedxigx und zu ismpltzii-rt bezeichnet“. Auf WiDékstand stieß naijisnilich dcr Vorschlag xec (Einbehaltung von 25 45 pro 1000 Sieine als Kauiimi, sowie? ch We'keckonumi dss Zu- schlags nach Mctcrn statt, wie bisher, naci) EZUJM. Die Versamm- lunz'bkssch-FH, an dim aufixesielitev TITif ie'stznixalicn, dEr einkn Nki:1itxxailokn von 40 „_5 und “bei Accordaxbeiten von 2,50 «ck als niedxizisten Saß vkrlangt. DieKonrwtssion soil VLksUÖM, die Arbeii- gcßer zu WkiterrUZn,";eständntffsn zu bkweacn. (Vsrgl.Nr. 206 “0. Bl.)

Aus Krefeld [*LriÖtct die ,Rh.-W€sif. Ztg." zum AuSstany doriigxr Färberasssiien, daß am 17. d. M. eine zahlreich besuchts Versammlian staiifaud, die“. sich mit der gegen- wärtigcén L::gc' des '“Iiusstas-ILZ der Färb-sr beichäsiigik. Dis won dymssibén bciroffc'nen Firmsn i,».ibt'n mich in Coxnw (“ine Fabrik ließen. Die aussiändi„ikn Kköfkldkk Färbkr [Jabén fich nun mit d.“?n dortigsn Arbkitkrn in Vkrbindim geseht Mid di:? Zusickexung crbalicn, daß, sobald in (Como für reisid »iciäxbt WU'ÖCU Jolly. die Comoor Färi'i'r Lbknsaiis? sofort Die Arbeit LiiLZLLÜS11_kr-Ü1ÖLF1. Ami) di:“ Färbsr einiser anderen Vctriebe haben bcrxilix zu dikter An-Jelcgenbkit Siclng genmnmcn und sind gcxwilit, die Ari-cxit sinzusteiién, fails ibnsn zu- gkiimtbet Wükdl, für die genannikn Firmen Wxarcn ferirgzustcilen.

Kunst und Wissenschaft.

In der Stadt Posen sind die Neubautc-U dcr chis-Zr-Wil- belm- Bibliothek Und dss Prvvinzial-Mufcumß durch den Abbruch dsr auf den Bauplävkn béficxdlichkn alicn Gebäude wor- bersiiki wordkn.

In München rrnrdx' gksikrn dix? 71. Versammlp'ng “xkiitsckoer Naturforschér und ?ik'tzté mit cinsr Sißunk. _im Hof-Tb-akcr, Weichcr aucb webrkre Prinzrn nnd P?iux-(isiixnyn dss KönigliÉs-ZzHauscI beiwoiinieu, Eröffnet. Nacbdém der (Jsbciuxe Raki), kafejwr Von Winckx'l-Münckpen dié V?xsammiung mit Liner Anskrackxe nnd mri ?incin HM) :uiSLin- Königlich? Hobc'it dcn Plinz-Rpsynicn 121") SkinkMajksiai dm: „212081: cröffmet halt:", übermittch, wie“. „W. T. B.“ bcrichl€t, dcr Prix:; Ludwik, Ferdinaxd von Yixysrn die? (Zrüfxß d(x,“ Priiiz-chiuikn und 7.75 HÉUOQZ Carl Tbsodor. D:“: KuliUI-Mixiisikr yon Landwxmn bijrüßtc [7113 Vkrsammixmg im Namen dci Stuaisrcgiseung, ivokyt kr auf k-c'n Aussxhwung binwixs, dcn Wiss-Inscbaft und Kunst in:"gUtzcn DkUis-Iizen Riicbe ZLXWMMSU hake". Noch wéitkkcn Bkgrußimgs- anfxyxacbxn ['on Vcrttctern dér Stadt Mi'üpcben, dxr bay-xrichen Aiadcmiß Bkr Wissenschaften, dcr Uni:“krsitZ't imd Der Tee!?- niscixxn H:)kiyschuik nahm Fer Vorfiymdk , dor? Gsieliicixast dWischr N&iurforscher und Aerzte, Wiriiiaye Gebxtme Adnxiraliiäißraii), Professor Dr. Nennmyer-Hambvrg. das Wk-ri, um die Vortbciix zu würdigen WERKE d;"r psiiiiciy'c AUfthVUUJ Texiscky- lands auc!) dcr Natnritörsä/Umg (;cbrachx babs. Er wies darauf bin, daii jißt dsutsche Expsdiiionen ziir Exsoisckdung dcr Ticise'k, dcr Polsk- géßkiikM 11.1111), ausZksändt Werken 11:71) auch 111 den kmtifckzkxi Kolonirn ein ::cm's Fkld für nainrwiffcnfcbafiiicbe Arbcki-xn eröffuet Wyxdcxt ist, Ven ikbiyaftc'm Vaifaii KMMÜUJM, lsstmt bikranx Pyvfe'ffyr 1)1*. Fmdiiof Rankin dix: dencrtxibän? und füßxte in iängcvm Byrtmae «n Dll" Hand von zahlrcich9n Lichtbildem die wiffemckyafjluiymi Rssniiaie skkU-k Nordpoifabrt auf dem Gubieic de? Geosrap-Hie, Metsozxoiome, Zwiogie 12. s. w. Wr. Außerdem swrachcn in _dir iiTstLkm-l'. Sitzung W; der (H:Jeime M-x-dizinalrätb, P?kaffl'?“ ])1". PSU Bergmann- Beüin übxr die Anchdung dcr RökKU'Xk'stkssikikn Fur die M/dekne Cbirurgixk und der Gsbi'ime Regirrungskaib, Proscssor Pr. Forster- Bériix'. übkr die bsobaäisicn chndiUr-gku d(s astronowisckysn Welt- biicxs bis z:;r Gegenwart.

Auf (Finiadung des sächsischen KriegI-Ministcriums fand in Drcsden eine Konferen deutsch er Archivar? statt. Nachdem ck die! Dülegirtcn und sßnküiikn Tbxilnc'iémeér am Soxtnkag zu einer V0kbksprechung Versamncit batten, begann gkstsxn Vormixtag die osfiiiclle Thätigkeit der Konferenz mit di?! crsten Sixung im Sißimgs- aal-r der qkveiiezn Siändekammec des Landbauies. Der,.Krikgs- Ministsr ?rgrüßte die Erschienenen und wixs, ww das „Drsßd. Journ.“ beri tet, auf Zivexck uxid Aufgabe der Konfexenz bkn- Dic Fcststeiiunq “er Präsenziiste ergab, daß durch 58 Delegrrte 21 Staaten, 5 Staiidesberrxn und 11 Siädie Vérireien Waren. Bei der fich anschließenden Wahl des Bureaus i_vurde der DJ_ngirte der Preußischen Regierun , Geheimer Arcbixrath [)x. Konnscks juni Ersten, der Delcgtte Bayerns. ReichsoAtchtv-Direkwr Fikkberr von Oefele sum Jiveiten Voxsißendcn gewählt, trabrénd unt der Schriftfübruna 1)r. Jima, AkchiVar dlr Stadt Frank- ka a. M., und Dr. Tumbült, Architmr dks Füllen zu FUkstxnber zu Donausskhingm, betraut wurden. -„ Der räsident be'tlte odann dem Refekenten des Kiikgs-Mimstcriimis, Ober- “3917711119st113 ])r. offe das Wort: Ei cnbänk-igs Niederschriften dsr Klassiker des riecléis en und römischem ltcribums'siyd mrs nicbt ?kbalten, cine grö ere Za [ derselben e'ntjstammt aiifcbxritltch Ust dkm svätkkkn Mittelalter. Leider hat uns die es manchrr_a1teren Klassiker- Handscbrift dadurch beraubt, daß man beicbtix'bénas Matkrialduxch Ab- Wscbkn odcr Abschaben noch einmal zum Schreibén brauchbar machte und benUßte- Man nennt solche Yandfchkisten Paiinzpseste. ,Bei dkksem Verfahren sind jedoch Re e der ('rsisn Schriii ubrig geblieben, de man dUkch Anniendung von Chemikalien (Reaientt'cn) fur das Anse Wieder hkkvortreten ließ. Auf diese Weise it eme große Zal Wertbvoilsteu Handschriften zwar cntziffert, aber so ge- schädißt , daß sie rettungslos verloren (zebkn werden, wcnn baldigst an deren Reparatur heran etrcten wird. ?! Gelegenheit aebabt hat, zu sehen, in wel barbaricber iWkkse die unerse lichen Handsckxrißen, wis z.B. die Gaius-Hands rift n Verona, die [antus-Handsibrft in Mailand, dmch Anwendung von Reagentien zerstört wurden, der muß wünschen, daß die chemischen ('boden durch solche verdrängt werden, welche die Handschriften ""Heschädjgt lassen und dazu eignet sich vor allen die Yngrapbje, die zur Entzifferung alter Handschriften wb?! viel zu wenig verwendet worden ix! und bei An- Zkädung .' ,der „mannig nchen Methoden n den weißen Fat 9" VZ ebraucb von ca entien überfiü 9 macht. Am meiien

die ati Mische Bibliothek sowohl über eagenzschäden, als auch

sonsiige durch die Tinte selbs! enistandene, die andschriften in ihrer Existenz bedrohende Schäden zu kla en. Desba erließ der Vatikan, zumal auch andere Bibliotheken ZUK in leichen Schw erigkeiten be- finden, einen Schmerz- und Ma nruf, n 'der Hoffnung, daß dieser überaü gehört, daß man sich zu einxm gemeinsamen Samariterwerke im Jntureffe der Erhaltung der ältesten Ueberlieferung unserer altklasfifcben Lstexaturwerke zusammenfinden wsrde. Da diesem von 1). Chris, dem Präfekien der Vatikanischen Bibliothek, vkrfa ten Mabnruf von alien Seiten das lebhafiefteJntercffe entgegengebra t Wurde, so erließ der Papi Einladungen zu einer am 30. September und 1. Oktober vorigkn abres in St.Gallen tagenden Konferenz, du der Theile selbst der kostbarsten Handschriften aus dem 3. bis 6. Jahrhundert aus dem Vatikan gesandt wurden. Die Konferenz war beschickt von Baden, Bayern, Belgien, Ewgiand, Franirsick), den Niederlanden, Oesterreich, Preußen, der Schrveiz, Ungarn, Württrmbera. Die sächsische Regis- rung Entsandtc den Ober-Regierungsrath Or. Poffe, auf deffen Wunsch 1). Chile eine Enveitemng des Verbandsungéprogramms dahin eintrxtc'n lixß, daß auch die Konservierungßmethodsn alter und neunr Archivalien zur Erörterung gestellt werden könnten. In St. (Haiien kam eine Anzahl RWaxaturmeiboken, Uebsrdcckung scizadbafter Sieiikn mit Transparenjpapier, das Gelatine- und Gelaiia-sformolVe:fahren, das Koliodiumverfahren, in Vorschlag. Als viert? Mstbobe Wurde Von Poss? eins durcb Vorlagen erläuterte Jmiyräßiiisrung moderndcr und schadhaft gewordener Schriftstücke i-mpiobe-n, _Wxiä)? im bygienisch-cb€mischen Laboratorium des sächsischen KrieiW-Ministéiiums vom Ober-SiabSarzt 1)r. Schill Vor fikbén Jahren er1uxxd€n wurde, um Generalstabskarien im Jrcirxx und namentlich bei ngenwettcr benußm zu könnm. Dieses ic-rfaiircn der Jinprägniciuna der Gcnlralstabskurtén wurde? auch Vor Jabrcn yon PTCUsICn und Oesterreich - Ungarn mit (Erfolg"entlsbni. Da dis St. GÜULUCT Konfexenx die (Empfshix-ng dieser Jmpkaxnierung imd ailkr andkren vorgeschlagknen KonserdicrungknWiboken won deren weiterer PlÜfUUg abhängig gemacht hat, so wurde daß von dcr säckysiscbm Regierunx] (inpfoblkne Verfahren im Laufe des icfsten Jßbkks im gcmaiwten Laborairérium einer weiteren, einaabenden Piüfimg unterzogen. Dieselbe hat Ergeben, deiescs Verfahren sich nicht mm; für die Erhaltung sei!“.st der nur aus oderresten bsitchenden ArcHiVQiicn bxwäbrt, sondem auch als ein rvsribvolies Schußmiite'l fili: dicjsnißen Hm1dschrifieu anzusi'ben ist, wcégen deren Erbaltuug die Päpst- [icize Knxie die Bibliothekare nach St. Galien bérief. Den port ;]eiaßicn Besäyiüffm ('UÜsPri'ÖMd, bicit ES dér Staais- undKriegL-Mimster Von Der Planiß für angkzcigi, die' deuischn Archivare, Cbemtksr und Facßgsieörixn zu einer Konferenz nach Dreoden einzuladen, um das Ztnchignisrungswkrfabre'n iann vorfühkkn und durch mündliche ?LT-Zibawdiungkn die'. Güte dssskrlbkxn feststeiien zu lassen. Dieskk; Vkrfahi'e'n besi€[)i aus Ein?! Impräaniernng der Pergamente Ode-r Papiere mit kinem „sciösfgiätteuden chcke, Zapon genannt, “ch ron C1i1km Amerikaner erderik Clare erfunden WUX'OL. Japon bcsiéiit aus Zinc]: Lösung yon Kollodiumwvlle odsr Von Ékiinloid in (;ckignktrn Lösemiiteln. Diese sind: Amyiäcetat, ?iciikn, Amyialkxibol oder Mischmxgcn Von Aniviacctat und Aceton. Vils Vci-kiitmungéßüssigkeiien wekken, wenn nötbig, verjvendet ent- Mdcr vaiaikobvl odcr Line Vermischxiq won Nmylalkyboi mit Niidi'kk'ki Flüssigkkite-n. Dis Verdünxiung-fiüksigkeiikn sind 1:1d1ffékct1t uni; [“Lifli'XÖÜJSU sich. Infolge seiner vbhßkaiischm Bescixaffrnbett wcxiiri Japon dén (Cbaraiter ker Un1e1i1iche, der Usberzug ist der Natur OCS CéÜuioids 11.7419 für die gcwöbniichén T(mveraiur- umerschiedx nicht sichtlich ernpfindiich, wird nicht„ Wié dies bsi Harzen dEr Fal] ist, Mit dsr Zeit trübe'Und undurch- fichiig. Einc ?ckori)xkrig=:Dcéinfßktion dss Echkiftsiücks isi nicbi nötizig. Da die [)(-,]UUÜVM Formsn Kkr «Uf r("n Söxiifjsiücken iagkrndcn Ytlxe x'sinicxitkt, die: sser widersiartdsfäbizikn quchtformx'n (Sporen) Muigitons [ixisxt und am Auskeimen gCßindcrt MMU. Mikroskop_1schs Unter- 1uchungcn Ligsben, das: durch Zapon jedeii einzelne Fasekchen dc's Papiers iwiikrt, umhüllt ist Und die wren bcider Stoffx luftdicht abgeschlossen Fand, daher «vici; 17151716 im Wasser aufbsrvabrt _wexden konxiep, __ ohne zu zrrfalisn. Zapcn bistst auch den Vorckck, daß die fait tn 'Sjaub- ibsiié zk'xfiYÜéjtkU Modk'rsiückc wikder fkst iverdkn und, seibst Wenn sie wirdch721m in feuchte Räurne gelanßén ,o-Uten, nicht Wxtter modern. (“Zo skillt sich die Zapon-Jmprägnicmng als ein Schußnnftel dar, das “;:e'n öiÖ-Ikr «macbtxn Erfahrangkn zufolge die Schxtfx der zn konser- vicrcndsn Schriftstücke in keiner Waise nachtb9ilig beemflgßt, viklmebr Vor Zkksiörung dmc!) äußi'kk, schädltchk Eknwukungen schußt und dem Tiäzxe-r dcr Seiyrist, dem Pergauient 0er Papixr, wicdsr ein? roße Festig- k-xii gicbi, dkn Grundstoff auck) vor Cindrmgkn Von S immci urzd aniersn Pilzen in die GMMÖCPRM beniabrt. Aber nicht bloß fur zkrfc-Ucnde' Aitén ist die Zaponikrung vcn größter Bedeutung. Metalie werk-kn schon seit längerer Zeit durch dieses Vkrfabren vor Oxydation un?» Akäußlmß ßesiiüxi. Anch würde unser modernes Zeiiungs- rawisr damit widerstcxnkIfäizigc-r und zu einer öaaerndez: Aufbewahrung siki'iixnxi xixtnacßi rrsrden können, _ist doch sonst zu befurchten, dczß die 10 7vichtig€ Qirelic dkr zkiigknössiycipkn EW! mffe, 'die moderne? Zrttuiig, schkn nacb 1x*cni,;cxxJabrxcb11ten vi'riorkn g;,eri wird. Der „Taxifmann wirt» skiRL übsrscc-ischc Korreipondcnz damtt iexckxi vox den schadiaenken Eixxfiüffcn kcr Skeluit schüich können, ja, sie trnd noch naci) Jahren Wm Taucher unvsrsehrt aus den Trümmem d'es untergxgangenen ÉÖiffLö zu rcttkn jsin. Rasuren an zapomc-rtkn Tejiauienten, Wechfc-in, Inbabkxp-pitren, Fracbsbriefcn u. a. fink; sofort zivetft'xios crianbar. Dip Medizin, die Te'cbnologie, manxhe Branch der In- dustrie wxxden Nußxn aus der Zapon-prrägmermig ziehen können. Zu den übtigkn in der Si. Gaüeuer Konierenzxempfobiknen Kon- iexvierungsnii-Lbodsn übsrgcbcnd, besprach Ober-Regikrungsratb 1)r. Posse zunächst dic Msibode der Ucberklkbyng schadhafter Stelicn der Handschriften mit Transparentpapieren. Bsi Yer Auxwabl dkrselben isi größte Voxsicht uötbtg, ha 3. B. Paus- und eine große Zakk anderer Transparenchptexe durch e*inc Beimischung Don Tkipeniin oder anxkrk öltge Cbxmr- kalien ibn: cigkxs Durckpsicbtigkeit verlieren, die „beklkbten Blatter splbst nachdunkcln und damit die Lpsung ver Schrift sebr erschwerén. Skibfii dic feinsten, nicht gköltcn japanesiscben Seidenyapiere ['i-seitigc'n uicht die: aus dem Verfahren des Ucberklebeps hervor- gcbcndcn Gefahren. Ab esebcn davon, dczß durch Ueberklcben, namc-ntlich bci schwer gkßchädigtcn Handschriften, die Entzifferung dkrselben sebr erfchMrt niid, muß cine, DLÖÜDfijiETUng des (Hrnxrdsjoffs vorgknommen Wkldé'n, _Was be! stark vcrmoderten Aktc'n, ohne deren Getvebe noch wetter zu zerstören, unmöglich ist. Auch das Usbcrkleben mit Golyscbläaerieil eigyct sich fur Pcrgomenihandsäxrifikn nicht, wkil dix dem ergaxncnt ]owobl als dieser Haut, a]s tbicrifcbc'n Stcffsn, etgknx Fäiißkßtt dag f;“.“ste Auf- klcbkn des [Wiesen Sto s auf den ersterem verhindert und jede zwischen beide Stoffe 11 lsgende Luftfchiciit" deux Goldsclyläzgerfel] stine Durchsichtigkeit nimmt. Aber an Fur die große Ma 8 modernder Papier-Arcbivalien isi Gold chiagerch" schon deébab ausgeschlosien, weil ein Glück von ]. ru Lange und einer Spanne Breite im Handel 2 ckck kostej die Verwéndung derxelben aber obne vorherige Desinfektion des Papiers nicbt anzucmp eblen ist. Mi! dem Ammoniak-Kollodiumvcrfabren bemeckt man, den Uebkrschuf; freier Säuren, Weicher die Ursache des zerstörenden Fraßes der Vatikanischen Handsäpriften ist,_zu zerstören upd hierauf die beschädigten Bläiter mit einer schüßcnden Hulie von Kollodium, das nicht nur den Bakterikn, sondern auc!) sämmtlichen Säuren völiig unzugänglich ist, zu überdecken. Dirscs Verfahren ist edcch deshalb nicht zu cmpfehlen, weilKoUodium zu wenig in die wis enräume des Perga- ments und Papiers eindringt und selbst bei einem usaß von Ricinusöl sich auf der ObetfiächeHäu1chen bilden, die sich leicht abheben. Aueh bildet das Koliodium meist nicht eine völlig durckzsickptige, glasbeiie, sondern eine mehr oder minder weißlich getmbte Membrane, welche die Deutlichkeit der Schrift beeinträchtigt. Von den auf der St. (Gallener Konferenz empfohlenen Konser- vierungsmetboden ist daher außer der Zapon-Imprägnieruna nur die Behandlung der Srbrijisiücke mit Gelatine, wie

2 von X'. Chris und Dr. de Vries (Levden) bei Rkpqratur von Wer amentbandscbriften verwkndct wird, der Beachtung werth. Doch UW? die Gclatine verschiedene Gefahren für die Zukunft der Hand-

Ysrgawc'nts oder

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f riften ,in sich“,- und.zwat weil sie lei brüäpigk'wird immerWieder- “benchttgkeu, anzieht und fomit zu einerYrutstätte der Éakterien werden ann, zu deren künstlicher Züchtung dieselbe eben deshalb ben twird. ' Au erdem reagiert die Gelatine immer sauer, aber eine Neutr fieruna dex elben mit Sodaodcx Alkali ist deshalb bedenklich,? weil- man 13a- dmcb nicht die Sicherheit gewinnt,ob die zvgescßten Alkalien allmäbit schädlich wirken werden. Auf der St. Gallener Konferenz ist desba als Antiseptikum ein Zusaß von ormol vorgeschlagen worden,das die' auf dem Substrat lagernden Vac [len und" Pilze ertödtet und den Nähr- boden für weitereAblageeunaen derselben iur immer ungeeignet macht. Da nun aber Formol die Brüchigkeit der Gelatine erhöht, so galt es, ein Mitte auSfindia zu machen, welches diesen Uebxlstand beseitigt. Dieses Mittel besteht nach Versuchen des bygreniscb-(bemischen Laboratoriums in einem Zusaß von Glycerig, wel es das ergament oder Papier weich und biegsam erhalt, an deren esiigkeit erhöht und nicht die Eigenschaft des Verdunstens besißt. Ist nun das auf diese Weise verbesserte Gelgtme- ormo!- verfahren nicht zu verwerfen, so bietet doch diksem gegenuber d„e Zapo- nierung weit größere Vortheile. Die Gelatinx eignet sich fur Aus- besserung stark vermodcrter Akten aarnicht„_1a ihre Anxvendmxg ist scgar unbedingt zu veriverfsn, weil dcrartige Schriftsiucke bet dcm Zubringer: von Feuchti keit der im Wasser gelösten Gelatine noch mehr in ihrer Kon stem gelockert werden. Gelatine macht Rasuren und Verschiedenheit der Tinte, namentlich 'von Ko.“- rekturcn, so gut wie unsichtbar,- ibre Zubemtung ist im Verglsich zu dem im Handel erhältlichen Zapon sebr umstandiich, der Trockenprozeß ein viel langsamen?! als, bei der Zavonierung. Mit lekterer Erzielt man eine größere estigkett der durch Moder uvd Säuren gelockerien Grundstoffe, weil apon diese vyllständtg" durch- dringt, während Gelatine dem Schriftstück nur emen schu ende,n beerzug verleiht, der noob dazu die Schrift in ihrer Deutixbkxtt schädigt. Zudcm hat man bei der Zaponierunq nicht noihtg, mit chemischen Mitteln die Säuren _zu neutralisieren und die auf dem Grundstoffe Wucherndcn spermodirchen Gabilde zu zerstören. Für die Anwendung der Gelatine bci Pergamentrcparaiuren eni- stkbt auch die Schwierigkeit, daß die Gelatinelösurxg warm auf- gxiragen werden muß, also größte Vorsicht in den Warmegraden an- zuwenden ist, soll das ck_ament nicbt zusammenschrumvfen. Ober- RegierungSratb ])t'. Po e fckyiägt nun Vor, daß die Archive an dem Verfaüe ausgefeßtkn Arten mit der Zapqn-Jmprägnterung Versuche ansieUen und Erfahrungen sammeln, die auf einer in Jahren wiederholten Tagung der Archivare zum weck der Empfehlung dieses Vkrfabrens im Sinne der St._ allener Konferenz zu präzimcn sein würden. Er lenkt htexbei sodann die Auf- msrk amksit der Archive darauf, daß sie bei ihren Versuchezi aueh die nmdemen, in den le ten 50 Jahren aus Surrogaten berettktkn, xnit Anilintinien bescbric- ensn, jeyt schon zerfallenden Archivalim beruck- fichiigen, da diese nur durch baldigst zu ergreifezide Präventiv- maßrkgeln, wie Imprägnierung, vor ihrem vollstandigen Untex- (:ange zu rsttxn sind. Erst Ende der siebziger Jahrs sind dte Staatkn auf diese Schäden aufmerksam gei'oorden, zuerst Bayern, dann Sachsen, wo Geheimer Regierungßratb 1)r.' Hartig der Prüfung dkr ihm zur Untersuchung Übergeizenerx Papiersorten 'der Régiccrungskanzleien we'rscbiedene Bedingungen „fur dtezÖerstcllung etnes puren, dauerbaftcn Schreibpapirrs aufstellte, dte, von ihm veröffentlicht, die Grundlagen für die von der preußischer; Versuchsftation_1886 und 1891 erlassenen Vorschriften, betreffend Ltcferung und Prufung von Payicrkn zuamtlichen Zwecken, gewvrdensind. Noch haften diesen sowie ren in Dänxmark nnd Finland erlassenen Vorschkisten sowohl wegen de'." Zahl dsr Paviersorten wie deren Verwenoungöklaffen manche Mängel an, auch ist die Prüfungßmethode xin Gegenstand des Streits zwischen Versuchsstation und chemischer „W1ffenschaft gewoxdkn, da sie die noch in den Anfängen stehende Ttntenforschung in ihren ort- fcbritten hemmt und auch dur Beobachtun en, die man au dxr St. GÜÜLNU Konferanz an den atikanischen andTÖriften Yes 4,1318 6. Jahrhundejts u mackoen Gelegenheit batte, ncht gxstußt wird. Zwar haben taaten, Standesberredn und Stadte schon seit längerkr Zeit durch Luft und Licht schaffende Neubauten odcr Unterbringung der Archivalien in gefunden Lokalitgten ihre weise Fürsorge für deren Erhaltung béwiesen, aber kyas nußen per- ariige Vorkehrungen, wenn nicht zugleich auch dafur gesorgt werd, Daß bei Hersteliung der Schriftstücke in dkn Kanzleien vorschrifis- mäßige Schreibstoffe verwendct werdcn, die in _ibr_er Zu- 72mmenfchung eine Jahrhunderte lange Dauer der Schrtftst_ucke ver- sprechcn? Der Referent betont dann, die Zapon-varagnierung zur Debatte steilem), daß die heute hierüber beginnenden Verhandlungen vielleicht noch ein befferes Konservierungsverfabren als das von dem Kriegs-Ministerium vorgeschlagene zeitigen dürfterz. Aber auch in diésem ails wäre der ereck, Welchem das Kriegs-Mimsterium bei der Einberu ung der Konferenz Hentscher Archivare nach Drsßden gkiiabt bat, Erreicht: die seit langer Zeit schwebende FMS? _der Er- baltnng und Ausbefssrung schadhaft gewordener Schritsiucke im Interesse der Archive und der Wissenschaft zur Lösung zu bringen. Im Anschluß an dieses Referat führte der OberstadSarzt ])r'. Schi!) die Technik der Zapon-Jmprä nierung vor. Er zeigte zunächst militärische Karien (sowohl zaiZonisHerte wie nichtzaporxisiette) und wies auf die Vortheile der Jmpragnietung bin; sodann gmg der Vortragende auf die Zerstörung der ergamynte und Papiere in den Archivck ein, indem er die Hauptsächlichsten Erzeuger der Vermode- rung in Natur und an Abbildungen zur AnschauugZ brachte. Es wurden mehrere Jabthunderje alte Aktenstu e vorgefubrt, welche tbeiiwäfe ganz zu zunderartigen Feßen erfallen waren, die beim Aufheben des Aktensiückes sich ablösten. Dieselben nehmen be- aieiig Wasser auf und zerfallen, in Waser aufgeschwkmxnt, zu einzelnen Fasern. Ur. Schill zeigxe nun, wie durch das_von tbm angegebene Verfahren die vermoderten Papiere wieder Festigkeit erlangen und wafferdicbt Werden. Das Imprägnieren erfokgt durch Ein- legc-n, Eintauchen, Besprißen oder“ Bepinseln. Es wurde fkrnkr gezeigt, wie imprägnierte Papiere an Fefttgkei: gxwinnen, sodaß :. B. Filtrierpapier im Wasser nicht nur g:schüiieif, sondem selbst €kocht und Jahre lang in Wasser aufbewahrt werden kann, wie rucke an Klarheit zunehmen und Schriftzüge nicht mehr verwischt werden können, während Lleichwobl die imprägnierten Papiere mit Farben, Tinte und Bleistift escbrieben bezw. bemalt werden können. Der VortraJende zei te weiter, wie ganz aus dem Zusammenhange geld te Stellen w eder befe t werden können. Zavonisierte Zeitungen, wel 8 auf sehr viel Holzs liff enthaltendes Papier gedruckt sind, werden durch Zaponisieren gle1chfallßgefestigtund vor Zerfallen bezw. Spröde- und Brüchigwerden escbü t. Das Gelb- oder Braunwerden solcher Papiere unter dem influ direkt auf- treffenden Sonnenlicbis kann freilich durch Japon nicht 7134" entlich be- einflußt werden. Siegel werden beim Zaponisietcn m ! verse !. Die Erhöhung dvr Festigkeit des Papiers durch Zaponisieren, wel 2 sich schon dem Auge und der kühlenden Hand zeigt, wird durch die mit solchen Papieren vor enommenen Zugproben befiätigt. Das zaponifierte Schriftstück ii nicht nur gegen Feutbtigkett, sondern auch gegen swädliche Gase gesichert. Der Vortra ende er- wähnte die mancherlei Verwertbun dicser Thatsache auch an anderen Gebieten, z. B. als Schuß der ilberWaaren gegen das nlaufen; als SW? von Münzsammlun en gegcy BlindWerden u. a. Zuvo- ni arte ägel sind in einem [ase mri etwas Wasser aufbewahrt ro tfrei, während die nicht zaponisierien von Rosi überzogen, sind- Auf Gläsern und Spisgeln ist der Ueberzug ganz "_ unsichtbar. Zapou bildet ein vöiiig durchsichtiges hartes, durch den Fin ernagel nicht rißbares, m der Wärme niÖt klebrig werdendes ?Yutcben; auf biegsamen MetaUplatten springt da! Häuttben bein Biegen nicht ab und erscheint BSM Temvetaiur. * einftüffe unempfindlich. Es wurden schließlkch die estandißeile bezw.. Bereitung des Japans und etwaige Einwände bejüklich der Sennh- .. .“ beixscxchädilixhkeit, Kostspieligkeit und Feuergeiäbrlicbket des Verfa - us * ur ew e en. * _ _ . * ierauf wurde von Schnauß, Redakteur der pbotogx, , „n-, Zeit! rist „Apoüo“, mittelS-phoiograp ischer Pxojektionén das- em,. fahren des Profeffors ringobetm in * erlin, du: keks Sänift von“ Palimpsesten zum Vor rhein zu bringen, zu dem Zwecke vorgeführt,