Miesen find, wobei zwischen diesen Extremen noch diekgrößte auuisfatngkett sonstiger Ungleiehheit vorhanden ist, Als eine
"ächßk folge hat sich ergeben daß die Besesun einer, gro: sur Anja [ von Parlaments- teilen fich in den änden emer gxrm err „afhl von Individuen befindet, wie berechnet worden, die axoritat des Hauses in den Händen von 150 Bornehmen, daß Ferner die noch bedeutendere Anzahl von Siken käu lick), FUm Thu! em anerkannter Handels-Ctgenfiand ist, so daß der 208 ej- ner .solchen Stelle durch Beßechung, förmliche Bezahlung einer
ewrffen Summe an die Stimmberechtigten erworben wird, oder
'erhaupt iu vielfachen andern Modißcationen sich auf ein Geld- nchältniß reducirt.
' Es wird schwerlich irgendwo ein ähnliches Symptom von po- litischer Berdorbenheit eines Volkes aufzuweisen seyn. Montes: quien hat die Tugend, den uneigennüßigen Sinn der Pflicht ge en den Staat, für das Princip der demokratischen „Verfassung er lärt; in dem Englischen yar das demokratische Element ein be- deutendes Gebiet in der Theilnahme des Volks an der Wahl der Mitglieder des Unterhauses, - der Staatömänner , Welchen der wichtigste Theil der über die allgemeinsien Angelegenheiten be- schließenden Macht zukommt. Es ist wohl eine ziemlich iiberein- stimmeude Anscht der pragmatischen Geschichtsschreiber, daß, wenn in einem „Volke in die Wahl der Staatsvorsieher das Privat:Inter- esse und ein schmutziger Geldvorthsil sich iiberwiegend einmischt, solcher Zustand als der Vorläufer des nothwendigen Verlusts seiner politischen Freiheit, des Untergangs seiner Verfassung und des Staa- tes selbst zu betrachten sey. Dem Stolze der Englischen Freiheit gegenüber dürfen wir Deutsche wohl anführen, daß, wenn auch die ehemalige Deutsche Reichsverfassung gleichfalls ein unförm- liches Aggre at von particulairen Rechten gewesen , dieselbe nur das äußere * and der Deutschen Länder war und das Staats: leben in diesen in Beziehung auf die Beseyung und die Wahl- rechte zu den in'ihnen bestandenen Ländern nicht solche Anoma- lie, wie die erwähyte, noch weniger jene alle Volksklassen durch- dringende Eigensucht , in sich hatte. Wenn nun auch neben dem demokratischen Elemente das aristokratische in England eine so höchst bedeutende Macht ist und es den rein aristokratischen Regierungen, wie Venedig, Genua, Bern u. s. f. zum Vor- wurfe emacht worden, daß sie ihre Sicherheit und Festigkeit in dem ersenken des, von ihnen beherrschten Volks jn gemeine Sinnlichkeit und in der Sitten-Verderbniß desselben finden, und wenn es ferner selbst zur Freiheit gerechnet wird, seine Stimme an; _nach Gefallen, welches Motiv den Willen beßimme, zu ge- en , so ist es als ein gutes Zeichen von dem Wieder-Erwaehen des moralischen-Sinnes in dem Englischen Volke anzuerkennen, daß eines der Gefühle, welche das Bediirfniß einer Reform her: beigefijhrt, der Widerwille gegen jene- Verderbtheit isi. Man wirdes gleichfalls für den richtigen Weg anerkennen , daß der Versuch der Verbesserung nicht mehr bloß auf moralische Mittel der Vorstellungen, Ermahnun en, Vereinigung einzelner Indivi- duen , dem Systeme der orruption nichts zu verdanken und ihm entgegen zu arbeiten, gestellt werden soll, son- dem auf die Veränderung der Institutionen; das gewöhnliche Vorurtheil der Trägheit, den alten Glauben an die Güte einer Institution noch immer festzuhalten, wenn auch der davon ab- hängende Zustand Lanz verdorben ist, hat auf diese Weise end- lich nachgegeben. ine durchgreifenden Reform ist um so mehr gefordert worden, als die bei dem Eintritt jedes neuen Parla- ments aus Veranlassung der Anklagen wegen vorgefallener Be- stechung entstehenden Propositionen zu einer Verbesserung ohne bedeutenden Erfolg blieben; als selbst der kiirzlich gemachte, sich so sehr empfehlende Vorschlag, das wegen erwiesener Bestechung einem Flecken genommene Wahlrecht auf die Stadt Birming- ham ü-berzutragen und damit eine billige Geneigtheidselbsi zu einer höchst gemäßigten Abstellung der auffallendsten Ungleichheit
, - zu bezeigen, durch ministerielle Parlaments-Taktik besonders des
sonst für freisinniger gepriesenen Ministers Peel wegmanövrirt Wor- den war und ein im Beginn der Sisung des gegenwärtigen Parlaments genommener großer Anlauf sich darauf reducirt hat, daß den Candidaten verboten worden, Bänder an die ihnen günstig gesunken Wähler ferner auözutheilen. Die Anklagen eines zur “Wahl berechtiZten Orts wegen Bestechung und die Untersuchungen und der prozeß dariiber waren, da die Mitglie- der der beiden Häuser, welche die Richter über solches Verbrechen sind, in überwiegender Anzahl in das System der Corruption ver- wickelt sind undim Unterhause die Mehrzahl ihre Sitze demsel- ben verdankt, filr bloße Farcen und selbst für schaamlose Proce- duren zu offen und zu laut erklärt worden, als daß auf solchem Wege auch nur einzelne Remeduren mehr erwartet werden konnten. Der im Parlament gegen An riffe auf positive Rechte sonst gewöhnliche Grund, der aus der eisheit der Vorfahren genommen wird, ist bei dieser Gelegenheit nicht geltend gemacht ' worden; denn mit dieser Weisheit, welche darein zu setzen isi, daß die Austhcilungron Wahlrechten der Parlamentöglieder nach der damalr'zzen Bevölkerung oder sonstigen Wichtigkeit der Grafschaf: ten, Skädte und BurYecken bemessen Worden ist, steht das „Verhältniß in zu grellem iderftrei wie sich Bevölkerung, Reich- thum, Wichtigkeit der Landschaften und der Interessen in neueren Zeiten gcßellt haben. Auch ist der Gesichtöpunkt, das; so viele In- dividuen eine Einbuße an Vermögen, eine noch größere Menge an einer Geld-Einnalmre verlieren, nicht zurSprache gebracht worden ; der Geldgewinn, der aus der direkten Bestechung gezogen wird, sft, obgleich alle Klassen durch Geben oder Empfangen dabei be- theiligt sind, gesetzwidrig. Der Kapitalwert!» der an den Burg- flecken, denen ihr Wahlrecht genommen wcrden soll, verloren geht, griindet sich auf die im Lauf der Zeiten geschehenc Verwandlung eines politischen Rechts in einen Geldwertk), und obgleich der Er: werb um" einen Preis, der nunmehr hcrabsinkt, so gut als beim Ankauf von Sklaven bana 11112 „geschehen und sonft im Englisrlien Parlamente bei neuen Gesesen m solchem Fa11 selrr auf die Er- haltung reellen Eigenthums und auf Entschad-gung, wcim fiir daffelbe ein Verlust entsteht, Bedacht enommrrrwird, so smd dock) im gegenwärtigen Falle keine Anspruchs darauf, noch Schwic- rigkeit von dieser Seite her erhoben worden; so sehr dieser Um.- stand als Motiv gegen die Bill bei einer Anzahl von Parlaments: gliedern wirksam seyn mag. . . „ Dagegen wird ein anderes, England vorzugöweise eigenthum- liches, Rechts: rincip durch die Bill angegriffen , nämlich der . Charakter des ositt'ven, den die Englischen Institutionen des Staatö-Rechts und Privat-Rechts überwiegend an sich tra- gen. Jedes Recht und deffen Gesch ist zwar der Form nach ein positives, von der obersten Staats ewalt verordnetes und geses- tes, dem darum, weil es Gesetz i , Gehorsam geleistet werden muß. Allein zu keiner Zeit mehr als heutiges Tages ist der allgemeine Verstand auf den Unterschied JEM“ worden, ob die Rechte auch nach ihrem materiellen *irl)alte nur positiv, oder auch an und für fich recht und vernunftig sind, und bei keiner Verfaffung wird das Urtheil so sehr veranlaßt, diesen Un- tersckied zu beachten, als bei der Englischen , nachdem die Conti- ,mntal-Völker sich so lange durch die Deelamationen von Engli-
&“ 834 scher Freiheit-und durch den Stolz der Nation auf ihre Gesetz; gebung haben imponiren lassen. Bekanntlich beruht diese durch und durch auf besondern Rechten, Freiheiten, Privilegien, welche von Königen oder Parlamenten auf besondere Veranlaffungen ertheilt, verkauft, geschenkt oder ihnen abgetroßt worden sind; die 11133113 (31171113, 13111 01' kj'thg, über die wichtigsten Grund- lagen der Englischen Verfassung, die nachher durch Parlaments- Beschlüffe weiter bestimmt worden sind, sind mit Gewalt abge- drungene Concessionen, oder Gnaden-Geschenke, Parka u. s. f., und die Staatsrechte sind bei der privatrechtlichen Form ihres Ur: sprunges und damit bei dcr Zufäiligkeit ihres Inhalts stehen gc- blieben. Dieses in sich unzusammmhängcnde Aggregat von wo- -sitiven Bestimmungen hat noch nicht die Entwickelung und Um- bildung erfahren, welche bei den civiiifirtm Staaten des Conti: nents durchgefiihrt worden und in deren Genus; z. B. die Deut: schen Länder sich seit längerer odcr kiirzerer Zeit befinden. In England mangelten bisher die Momente , welche den vornchmli: chen Antheil an diesen so glorreichen als glücklichen Fortschritten haben. Unter diesen Momenten steht odenan die wissenschaftli- che Bearbeitung des Rechts, welche einerseits allgemeine Grund- lagen auf die besonderen Arten und drrrri Vcrwickelrmgcn angr- wendet und in ihnen drtrckxgefiihrt, andrrrrseits das Concrctr und Spezielle auf einfachere Beftjnummgcn zuriirkgebracht hat; dar: aus konnten die nach allgemeinen Principicn iiberwiegend verfaßten Landrechte und staatsrcchtlichen Institutionen der neueren Continental-Staaten hervorgehen, wobei in Ansehung des Inhalts deffen, was gerecht sei), der allgemeine Menschen- Verstand und die gesunde Vernunft ihren ge'xiiikstcnden Nirtheil haben durften. Denn ein noch wichtigeres Moment in Umge-
„ßaltung des Rechts ist zu nennen, - der große Sinn von Fiir:
sien, solche Priiicipien, wie das Beste des Staates, das Glück ihrer Unterthaneu und den allgemeinen Wohlstand, Vornehmlich aber das Gefühl einer an und fiir sich schenden Gerechtigkeit, zu dem Leitstcrne ihrer legislatorischrn Wirksamkeit zu nmckxcu, mit welcher zugleich die gchörige nwnarcl)éscl)e Macht vrrbrmdrn ist, um solchen Principien gegrn bloß positive Privilegien, [)er: gebrachten Privat-Eigeimuß und den Unverstand der Menge Ein: gang und Realität zu verschaffen. Englaiid ist so auffallend in den Institxitionen wahrhaften Rechts hinter den andern civili: sirten Staaten Europa? aus dem einfachen Griinde znriickge-
.blieben, weil die Regierungs-Gewalt in den Händen derjenigen
liegt, welche sich in den Besitz so vieler einem vernünftiger: Staatörecht und einer wahrhaften Gesetzgebung widersprechenden Privilegien befindkn.
Dieses Verhältniß ist es, anf welches die projectirte Re: form-Bill eine bedeutende Einwirkung haben soll; nicht aber etwa dadurch, daß das monarchische Element der Verfassung eine Erweiterung von Macht bekommen sollte; im Gegentheil, wenn der Bill nicht sogleich allgemeine Ungunst cntgegrnkommen soll, muß die Eifersucht gegen die Macht der Krone, wohl das hartnäckigste Englische Vorurtheil, geschont bleiben, und die vorgeschlagene Maaß- regel verdankt vielmehr einen Theil ihrer Popularität dem Umstande, daß jener Einfluß durch sie noch geschwächt gesehen wird. Was das große Interest erweckt, ist die Besorgniß einerseits, die Hoffnung andererseits, daß die Reform des Wahlrechts andere materielle Reformen nach sich ziehen werde. Das Englische Princip des Positiven, auf welchem dort, wie bemerkt, der alige- meine Rechtszustand beruht, leidet durch die Bill in der That eine Erschütterung, die in England ganz neu und unerhört ist, und der Instinkt wittert aus diesem Umsturz der formellen Grund- lage des Bestehenden die weitergreifenden „Veränderungen.
Von solchen Auösichten ist im Verlaufe der „Verhandlungen des Parlaments Einiges doch mehr bei!,äufig erwähnt worden; die Urheber und Freunde der Bill mögen theils in dem guten Glauben seyn , daß sie* nicht weiter führe, als sie eben selbst reicht, theils, um die Gegner nicht heftiger aufzuregen, ihre Hoff- mmgen nicht lauter werden lassen; wie die Gegner das, wofiir sie besorgt sind, nicht als einen Preis des Sieges vorhalten mö- gen; da. sie viel besitzen, haben sie allerdings viel zu verlieren. Daß aber von dieser snbstantielleren Seite der Reform nicht mehr im Parlament zur Sprache gebracht worden isi, daran hat die Gewohnheit einen großen Antheil, das; bei wichtigen Gegen: ständen in dieser Versammlung immer die meiste Zeit mit Er- klärungen der Mitglieder über ihre persönliche Stellung verbracht wird; sie legen ihre Ansichten nicht als Geschäftömärmer, sondern als privilegirte Individuen und als Redner vor. Es ist in Eng: land fiir die Reform ein weites, die wichtigsten Zwecke der bür-
erlichen und Staatögesellschaft umfassendes Feld offen. Die
kothwendigk'eit dazu beginnt gefühlt zu werden; Einiges von dem, worauf bei der Gelegenheit gedeutet worden, mag als Bei- spiel dienen, wie viele Arbeit, die anderwärts abgethan isi, für England noch bevorsteht. Unter den Aussichten auf materielle Verbesserungen wird zu allererst die Hoffnung zu Ersparnis- sen in der Verwaltung gemacht; so oft aber dies Thema als durchaus nothwendig fiir die Erleichterung des Drucks und des allgemeinen Elends, in dem sich das Volk befinde, von der Op- position angeregt wird, so wird auch jedesmal wiederholt, daß alle Anstrengungen dafür bisher vergeblich gewesen, auch die von den Ministerien und selbst in der Thronrede gegebene populaire Hoffnung jedesmal getäuscht worden set). Diese Declanmtionen werden nach allen seit 15 Jahren gemachten Reductionen der Taxen auf dieselbe Weise wiederholt. Zur en'rLichen Erfüllung derselben werden in einem reformirtcn Parlament bessere Aus- sichten gezeigt, niimlich in der größcrn Unabhängigkeit einer grö- ßern Anzahl seiner Mitglieder von dem Ministerium, auf dessen Schwäche, Hartherzigkeit gegen das Volk“, 'Jntrreffe u. s. f. die Schuld einer fortdanrrndcn übermäßigen Ausgabe geschoben wird. Zieht man aber dicHauptartikcl der Englischen StaakS-Iius: gabe in Erwägung, so zeigt sich kein großer Raum fiir das Er: sparen; der eine, die Zinsen der enormen Staatsscsmld, isi kei: ner Verminderung fähig: der andere, die Kosten der Land: tmd SremacM mit Einschluß dcr Pcnsioncn, [)änxit nicht mir mir dem PolitiscbenVerhältnisse, besonders den' Intereffc der Basis der Englischen Existenz, des Handels, und mii der Gefahr in: nerer Aufstände, sondern aixcb mit den Gewohnheiten [Md ?in- forderungen der diesem Stande sich widmcnden Individuen, im Wohlleben und LUxus den andern Ständen nicht nachzusehen, aufs mnigfte zusammen, so das; sick) ohne (Hcfahr hier nichts ab: dingen ließe. Die Rechnungen, welche das (Zcschrei iiber die so berüchtigten Sinccuren an den Tax gebracht bat, haben ge: zeigt, daß auch eine gänzlich ohne große iliigerecwigkeit nicht zu bewirkende Aufhebung derselben kein wichtiger (Jegenstand ser)" würde. Aber man braucht sich auf das Materielle nicht einzu- [affen , sondern nur zu bemerken, daß die nncrmiidlirhen, in das kleinste Detail der Finanzen eingehenden Bemühungen eines Hünxe so gut als immerfort erfolglos sind; dies kann nicht allein der Corruption der Aristokratie des Parlamrnxz und der Nach: giebigkeit des Ministeriums gegen sie, deren Beistand es bedarf, und welche sich und ihren Verwandten die mannigfachsien Vor- theile durch Sinecuren , iiberhaupt einträgliche Stellen der Ver:
schaffen, zugeschrieben werden. Die verhäitnißmäßig sehrg ringe Stimmenzahl,“ welche solche Vorschläge zur Verminde .„ der AuSgaben fiir sich zu haben pflegen, deutet auf einen ger', gen Glauben an die Möglichkeit oder auf ein schwaches Inter esse für solche Erleichterungen des angeblichen allgemeinen Drucks gegen welchen die Parlamentsglieder allerdings durch ihr Reichthum geschüßt sind. Diejenige Fraction derselben, we1ch für unabhängig gilt, pflegt auf Seiten des Ministeriums zu sei)" und diese Unabhängigkeit zeigt sich zuweilen geneigt, weiterz gehen, als es ihrem gewöhnlichen Verhalten oder den Vorwüx fen der Opposition nach scheinen sollte; bei Gelegenheiten, :» das Ministerimn ein ausdrückliches näheres Interesse für ej Geldbewilligung darlegt, wie vor einigen Jahren eine Jula von 1000 Pfd., die fiir den so sehr geachteten Huskiffon, w cher um der Ueberhäuftmg seiner verdicnstlichen Geschäfte „ Har1dch-L3ureau willen eim einträgliche SWUL aufgab, von de Ministerium mit großem Interesse in „Vorschlag gebracht wuw, mit großer Majorität abgeschlagen worden ist; wie dies an;; b, Vorschlägen von Erhöhung der fiir England eben nicht 'reiwiz» zugewiesenen AppanagenKöniglicher Prinzen nicht selten gemeie, ist; in diesen eine Persönlichkeit und das Gefühl von Anstau betreffenden Fällen hat die Leiderrschaftlichkcit die sonst bewiesen Lauigkcii des Parlaments fiir Ersparnisse übrrwunden.
So viel ist wohl einleuchtend, daß keine Rcformbill dic Ursach.
Englands und Frankreichs Beispiel könnte sogar zu der Ind tion fiihren, das; Länder, in welchen die Staats-Verwaltung die erilligung vvn Bersmmnlungen, die vom Volke gewäh sind, gelegt ist, am starksten mit Artfiagen belastet sind; in Frankrej wo der Zweck der Engliscbrn Reformbill, das Wablrecht auf «„ beträchtiichere Anzahl von Bsirgrrn auszudehnen, in große Maße anégeffihrt ist, wurde so eben im Französischen Blätn glichen, das iäglici) bedeutende Fortschritte nracHe. Um griind- Staats-Verwalnmg zu mindern, wiirde zit tief ii: die imm: Verfassung der particulairen Rechte eingegriffen werden miiscn; es ist keine Macht vorhanden, um bei dem enormen Neiwthm der Privat-Personen ernstliche Vlustaltm zu einer erklcklicb. Verminderung der rmgeheuren Staatsschuld zu machen. exorbitanten Kosten der verworrenen Rechtspflege, _ die den We der Gerichte mtr den Reichen zugänglick) machen, die Armenian, Welche ein Ministerinm in Irland, wo die Nothwendigkeit
sehr als die Gerechtigkeit sie forderte, nicht einzuführen vermög wiirde, - die „Verwendung der K*irchengiitxr, der noch wei. Erwähnung geschehen wird, und viele andere große “Zweige gesellschaftlichen Verbandes soßen ftir eine Abänderung noch ' dere Bedingungen in der Staatömacht voraus , als in der *.*.
schaffung der Zehnten der Kirche, der gutsyerrlichcn Rechte, d Jagdrechtc, die in Frankreich Zrschehen, erwähnt; alleSd' set) unter den Ruspicien eines patriotischen Köni s und ein reformirten Parlaments geschehen; und die * ichtuug Rede scheint die Aufhebung von Rechten jener Art für »* schon als einen bedauerlichen Umsturz der ganzen Const!“ tion zu bezeichnen, außerdem, daß sie noch die gräuelvolle Anm chie jenes Landes zur Folge gehabt habe. Bekanntlich sind-» andern Staaten dergleichen Rechte nicht nur ohne solche Folge- verschwunden, sondern die Abschaffung derselben ist als eine wich tige Grundlage von vermehrtem Wohlstand und wesentlicherFr heit betrachtet worden. Daher möge einiges Weitere dar-A hier angeführt werden. (Fortsetzung folgt.)
Königliche Schauspiele.
Dienstaq, 26. April. Jm Opernhause:' Die Doppel --- heiratheten, Lustspiel, in 1 Akt. Hierauf: Der Gott und d“ Bajadere, Oper mit Ballet imd Pantomime in 2 Abtheilungeu Musik von Vluber.
Jm Schauspielhause: 1) 1113171113, 01,1: 1111 Muriage 11" 0111131101], (11'01116-731111871118 811 2 001057. 2) 1111 86601109 [)réseniation (10: 1.71 Zé urxxtion, coniéäie nouvelle 611 31 tes el; on ])t'056, [im" 1111 . 111é1€571110 (31 (1371110110110.
Königftädtisch es Theater. Dienstag, 26. April. Der alte Geist in der modernen We Zauberspicl mit Gesang in 2 Akten; Musik von Volkert. Hi auf: Das Fest der Handwerker, Lokalpoffe in 1 Akt.
Usrlinßr Zörsß. [)en 25. „4111111831.
Ümt]. 1701168- um] €€](1-00Uk8*28tte1. ““Neu/Z. Um“.
[(ZZicjxtsx/Yh'eécé, ' : Z/Üjéjn'cZÉch' 86; 861- 08111121'1'am1br1'. 4 - 9 98 97; 90mm. l'i'anäbri'. 4 - 103! 95 -- [(ur- u. Ksum. (10. 4 1031- 1071 WL 79 Zobloaiscbs (10. 4 102 “
„Zt. - 881111111 . 8011. 14. Ing]. 1111]. 18 [*]“. LnZl. 41111. 22 p[“. 1311 1. 0111. 30 [(urm. 131.111. 1.6. Keum. 1111. 8011. 110. Zur]. 81311t-0b1iZ. KöniZzbg. (10.
ÜlbinZLk (10.
])an:. 410. in ']"11. - Waztpr. pl'ünäbr. 89;- 89-77 (;1'01'81133. 1,08. (10. *- 90
Inswärtigs 861-8011. UällijkZ, 23. „4111111. 0231211". 4yk00. 11161311. 73. Zank-Üctien 995. Kuss. 1:11, 11:11. 86. 111158. Kn]. 1137111). ()ort. 84. 1)iin. 55,7. 1'01n. W;. 171611. 20. 1111111. Ipmc. 11181311. 83. 4Zn'00. 714. 1402166 an 100171. 155Z- 1)“kt 0111123 1141'„ 51m11§-/10119n 9901. __“
UQUUZÜURU'P.
Paris:, 19. April. Herr Casimir Périer hat der M11 Kammer, swrifrlicl) angezeigt, daß der König sicb morgen (“201tej um 1 Uhr Mittags 121 die Deputirten-Kammer begeben we! nm die Session von 1830 in Person zu schließen.
_- Heute schloß ;“)proc. Rente pp. com!)“l. 87. 80. (in (“"l" 87. 75. Zyroc. k"'- 0011191. “59. 15. iin com: 59. 10. Sproc. N? pol. [12 0011191. 65. 5. 1111 00111". 65. 5proc. Spanische RM perp. HZ. ..
Frankfurt a. M., 22. April. Ocsierr. Sproc. Metall. 85! 83-3; 4vroc. 731. 73. ZZProc. 421. 1proc. 18-1. Brief. Ban ?lcrrcn 1219.1215. Partial-Oblig. 115.2. 1155. Loosezu 1001| 159, Brief. Pom. Loose 45T. 45.
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Awrlicbe Nachrichten. Kronik des Tages.
Seine Majestät der König habrn dem im Krieg?»:Minisie: jum W der M'MÜUUI fiir die Hkksönlick'en “,)!nJekegcirlyeitcn ngcstrllten Kirrrzlei-Diener S cl)i1eidrr das Allgemeine Ehren- ejchen zu verleihen gerriht.
legercist: Der Herzogs. Sachsen:?ll'tenburgfthc Staats- »jnisier, Edler von Braun, nach Altenburg.
Der Königl. Schwedische Grneml:Konsiii zn Stralsimd, on Lundblad, Uack; Greifswald,
Zeitungs-Nachrick)c_en.
Auöland.
Frankreich.
Pairs-Kammer. Die Sitzung vom 18. Aprilxr- ffnete der Präsident, indem er der Bersammirmg das nachste:
m nde an ihn gerichtete Schreiben des Herrn Cas. Périer mit-
. eilte: „M. H.! Ick beehre mich Ihnen 'anzuzeiYcii, daf; Se. )??ajestät fick) am nächsten Mittwoch um 1 Uhr Mittags, Be: * fs der Prorogirnng der Session Von 1830, in die Depritirtem ammer begeben werden. Haben Sie die Giite, die Pairs- ammer hiervon zu benachrichtigen, damit sie an dieser Königl. isung Theil nehmen und die große Deputation zum Empfange nes «Koni s ernennen könne. Die Herren Pairs werden ein be: onderes immer vorfinden, in dem sie sich vor ihrem Eintritte "den Sitzungs:Saal versammeln können. Empfangen Sie n. .tv.“ -- "Hierauf begannen die Berathrmgen iiber den Geseß: twurf wegen des der Regierung zu bewilligenden eventuellen * edits von 100 Mill. Fr. Der Graf v. Montalembert, wel: .. gegen den Entwurf auftrat, erklärte, daß es nicht seine “--sicht sey, sich einer“systematischen Opposition zu iiberlaffen; er hre vielmehr den Charakter und das friihere politische Leben des räsldenten des Minister-Raths , und wenn dieser sich beider ** ebernahme der Geschäfte mit tüchtigen Männern umgeben ha'tre, * würde er (der Redner) m1bedeuklich_ den verlangten Kredit be- wiUi en; o aber habe Herr Cas. Périer sich bei der Bildung mk iuif1érinms offenbar von Einflüssen beherrschen lassen, die mächtiger als „sein Wille gewesen wären, indem man sick) sonst seine „Verbindung mit Männern, dercn Grundsäye er in denbeidenFragcn der Nicht:C'inmischung und der Hauösuchungen getadelt, unmöglich erklaren könnte; so lange das Ministerium die gegenwärtige Rich- tung der Gemüther und die Anforderungen der Rcvolirtion nicht zu würdigen verßehe, könne er demselben unmoglich die verlang- ten Gelder anvertrauen. „Unsere Lage“, fuhr der Redner fort, „verschlimmert sich mit jedem Tage. Nickyr bl'oß die Dynasnx, nein, das Heil Frankreichs, seine Unabhangigkeit, die Jutegrttqt seines Gebiets, Alles sieht auf dem Spiele, und ich bleibe dabei, daß wir binnen kurzem einen Krieg 'auf Tod und Leben zu be- stehen haben werden , sobald iiicht eine energische Regierung dem
Lande jenen Aufschwung und jene Begeisterung znriickgiebt, die allein
unsern Feinden Achtung gebieten können. Fiirchten Sie nicht, m. H., daß ich auf die Londoner .Konereuz-Protokoile zurnrk: komme. Jedermann weis; jetzt, woran er sich iufdieser, Bezie- hung zu halten hat; Jedcrinatm weiß, daß das Mmistrrnrm sich vor den Folgcn des von ihm aufgestellten absoluten Princrps ge- fürchtet und daß die Unabhängigkeit Belgiens immer nur 'in dem Kopfe des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten existirt hat. Erlauben Sie mir dagegen, daß ich auf die erste waYre Ort_cllr aller unserer politischcn-Trübsalc hinweise. Der Herr Gras Sebastiani behauptet, man habe gleich nach der Revolu- tion entweder den damaligen 8101113 ([an anerkennen oder sch zu emem „Kriege entschließen miiffcn. Hierauf crwiedcre ich aber, daß kein 5131118 quo anzuerkemicn war, _da es ubxrlwrwt keinen solchen mehr gab, indem durch den Unnmrz des ;.).hrons
und die Vernichtung des Princips dcr Legitimität, durch dieBe-
rusung einer neuen Dynastie und die Verkrindinmg dcs Prin- cips der Volksverrschafc das politische System von Europa ganz: lich verändert worden war. Dieser unselige Gedanke aber, das; man einen nicht mehr bestehenden 8181118 quo aufrecht crhaltcn Müsst, ist an allen unsern Ucbeln Schuld; er war es, der die Regierung veranlaßte, einen Diplomaten umb Londonzu sck1k= Nic werde ich vergessen, welchenC'indruck dicse seitsame Ernennung auf [nein Gemüth machte. Man wird mir vielleicht antworten, daß [ck
* mit Leidenschaft syrccsze (der Marschall Morrier: (iiewisz!). Run
]a, Herr Marschall, ich bin leidenschaftlich, abcr fiir dTEixc und den Ruhm meines Vaterlandes, und eben weil dai? »Hvstcnr der Miixisier mir weder für die eine, 11011) fiir den anderen 7..*1:r,;t', kann ick) ihnen auch meinen Beistan: nicht 1k11)k1_1,(11111g? Urirrr: breckUng). Man sprießt uns beständig VV]! Tei) iricdxrr.igeii(k5c: srmungen der fremden MéickU-x; was Verstexic man aher l)icrim- kkk? Dock) nickt das Brrsyreclwn der Räumung des Kirchenßzats von den Ockwrrciäxkn, nachdem das Wicnrr .Kabrnxt „den ZWeck seiner Intervention erreicht hat? Dies sähc «1llzxr1eyr ZUM Mystificérung cihnlick). Wenn man aber doch so friedlic!) grwmt 117, Warum giebt man im.? dann nicht mixidrsirns rmskrr (Dr.iiizc Von 1789 zuriick? Hicrin wiirde: sich der Wahre Wunsch zeigcn, einen allgemeinen Krieg zu vcrmeidrn. Unsere Gicsaiidrcn, 'sa-zt man, versichern uns, das; dic srrmdrn Mércßie nichts schiriiwcr wünschen, als mit Frankrcixb in gutem Brrncwncn zn bleich. Aber diese Gesandten sind größtenthcils erst im Beginne ihrer
"diplomatischen Laufbahn, und sie könnten daher gar lcirbt dem
Ministerium aerade das Gegeirthril von dem me.dc11, war; wirklich nn Werke ist. Man wird mich vielleich frzrzxen,welcl)ci1 Gang denn die Regierung meiner Meinrmg nach hätte befolgen sollen? Zierauf erwiedere ick) zuvördcrsi, daß man vorweg den fremden
abinetten hätte erklären miiffen, mit dem Throne Karls K.
Let) auch das politiswe Svfirm Exxroya's vernichtet worden; ,;wnkrcrck) r-rclangr ichx-M Krirg, adcr seine (iiräirzcn von 1789“, Och; sci) d'ie 0-171111110 5111:: (11:1 11011 drr EkdaktlmZ dcs alsZe: 1119111211 Friedens. Und, m. -Q-„- wir wiirdcn diesc Gräiizcn ohne eiiien Flmrrnsriyxts; cri).rlé*:ri habe;); in' diesem Arigrnblicke war? Wirk; dr?irdigx. _:„Uid amstrkr, ziir Arifrr-Fxthaktrtng dcs 311111125 (Wo., 9.117“ dic P.'Fobxlxnacizrtnzr riiiTi-rcr VTNtioiinl-Garde bedachdzn sri)", ké-inikrri wir bercirs an die Enthrffmmg den: ':“521. *.*-.Min Svstem ist sviiack) ders WUHYIEFL friedfertigr, Wo: chrn das „111ii1isi-3riciie rms nnr eiiie triibe Zrikxmft verspricht. Zwrsrven Belgien und .Holiarrd ist ein Krirg Undermcidlich. Bchien, durch innrrn Zwiespalt zerrisxcn, hat kein Gesetz, keine W&ffen, ja kaum eiiik Regierung. Hdiland dagrgcn, mir seiner :'TeZierung cmig, drsiizr rin mol))loxgaiiisirkrr“; Heer; seine Finan: zen smd in gitrcm Zustande; skin Sonrcrair: ist reich uad zählt 111iichtige Verbiiiidete. Niles !..ßt foimcf) vernmthen, das; Hol- land Vortheile erringen wird, und Leicht“ köniii-cn die Belgiscbcn Fcstmigen aus" mrserer GräUz-xin dcmseldcn Vlngenblicke wieder von Holländischen Trupprn okkrwirt werden, wo eiii Drutsches Brmdcéheer das Großherzogthmn Lnrrmbnrg bescxch soll, Wer kiirgtims alsdann nor!) fiir eine JUVasion? Freilich beschäftigt man sick) mit der Öchfrstigrmz von Paris. Eine traurige Be- schäftigung nach einer Revvlntion, wir die lcßtore! Nm Rheine, m. H., siiid die wahren Fcfimigswerke der Hauptstadt. In der Politik wie im Kriege kehrt die'. verlorne (kiclrgeiiheit nicht wie: der. Zweimal in 6 Monaten habcn wir Bclgicu, das sich uns in die Arme :varf, zurückgewiesen. Jeßi' ist der giinstige Augenblick vor: iiber und wird nicht zurückkehren ; nurnack) blntigen Kämpfen werden wir uns éine Grimze erwerben WWW, zu deren Annahme man uns vor 6 Monaten nock) inst.;“ndigsf gebeten hätte. Aus dem 52111211 schließe ich aber, das; Unsre chte Revolution, die man immer wohlgefällig die glorreiche neimt, für Frankreich nicHts als eine traurige und elende politische Mißgebnrx gewesen ist.“ Nach einigen kurzen Bemcrkungen iiber die innere Lage Frank: reichs, die der Redner ebenfalls nichts weniger als befriedigend fand, schloß derselbe mit folgenden Worten: „Ich fasse mich kurz, m. H. Nach außen bin hat der unselige Gedanke, die Juli-Revolution mit dem Systeme des Wiener Kongresses in Einklang zu bringen, den Einfluß und die Aciitung unserer neuen Regierung fiir immer vernichtet." Das Ministerium beharrt bei diesem Gedanken- icl) Verweigere ihm meine Mitwirkung. Im Innern [)aben fr11chtbare Yrtßgaben, Nicht rcalifirte Versprechun- gen, willkürlich und drückende Maaßregeln all das Gute hin- terxricben, das Frankreich von der Revolution erwartete, und ihm nur die Nachtlycile derselben vererbt». Das Ministerium bleibt bei dieser Tendenz; ich verweigere ibm meine Mitwirkun und widersetzt mich einer Maaßregel, wodurch abermals 100 » killio- 'nen zu seinrr Verfügung gestellt werden sollen, überzeugt, daß es diese Summe nur benutzen würde, um sich je mehr und mehr in ein System cinznlassen, das ickr fiir rlrwerträglick) mit dem wahren Intereffe meines Landes halte.“ »- Ker Mini- ster der auöwärtigen Angelegenheiten antwortete in folgender Weise:
„Meine Herren, es ist nicht meine Abficht, dem vorigen Ned- ner in allen von ihm verhandelten Fragen zu folgen. Nicht immer bekannte cr fick) zu den Grundsätzen, die er heute ausspricht, denn, wenn ich nicht irre, so hat er die Verwaltung, die er cht mit so großer Strenge behandelt, zriweilcn unterstützt. Jmecbrtgen stand es ihm frci, seine Mcénungcr' zu ändern, und es bliebe uns sonack) nur noch zu untersuchen übrig, ob das Betragen der Verwaltung eine solche Aenderung recbtferrigc. Dcr cdle Parr vxbattptct, daß es nach der Juli-Revolution kernen 3151111811110 nichr tn Europaege- geben babe. Mir isi dicse Acußerung nicht recht klar. Ick) Wußte nicht, daß jene Revolution die bestehenden Traktate abgeschafft härte. Wir hätten also dem gcsammtcn Europa erklären folien. dar“: es kerne Verträge mehr gebe, und daß fortan die Gewalt das cmztge Jrcckx sey, das Frankreich ancrkennc! Es sol; nur von uns „abßrhangen hqven, un- serc alten Gränzcn wécdcrzriqewmchn, und war arten, metnt man, Belgien um so leichter zu Frankrctcl) schlager? können, als" man uns gleichsam fichcnrlict) darum crsurbt haber wurde,“ es nur anzuneh- men. Ich gestehe, daß mrr drcic entschccdcnc Netgung der fremden Mäcbtc, Frankreick) mir einer sochcn (Gebiets;Vcrqröxxcrung auszei- statten, bisher ganz fremd war. Ohne Zweifel de_ü'yt der edle Pritt? in dicser Beziehung Doermcmr, durcb: dercn Mr_ttheilung er mtch zu Meiner Belehrung schr *erdmdeir wurdc. Dcrchch behauptet, daß man Paris am Rheine rcrihctdigcn und t,!tcht die Hauptstadt sclvs: mit nmzlosen Fcsnmgöwerkcn umgcbcxr musse. Wenige Woertc Werden hinrciwcn, umdcn Ansichten dcffcidcn em_Allgcmcmen dtc gcvyb- rcndeWürdigUng zu verschaffen. Hätten wir, 1th cr „ru glarrben 1clrecx1t, im Monat Juli erklären sollen, das; Frankrctch mrt auen Machte!) Krieg wolle? Hätte unsere ?)revolntéon von cmem Ende Europas dt;; zum an- dern das Losungswort eines i'lutigcn trnd crvcrterrcn Kamvscs'wcrdcn sollrn? Das Méniskcrimn war i-irscr Metririiri irrcbt/ nnd was_mtch ch- sönlicl) betrifft, mcéirc H-rrcn- so gcüchc r*) onen, day tri) tmmer fur die Arifrecißthairutrg dcr Wichcndcn Traktgte rind _cxncs ehrenvollen Friedens“ qcßimmt km-Ic. Wir wolirciwdax; umerc Rcvointron ohnx Unfua/ ohne Anarchie, 0an Krccg rn, dre Wclr_trctc_. Du's war da» Zirl ünscrs Strcdcns, und “Frankrcriw trmg imm“ Richter seyn (Ber. fall ). Abxx', sagt man,- Eucr Irxcdc csx vxrdcrvltrJ) und kostet dem Lande urtqchrurc vacr. M. 5)» 10,411»; [::.-sc .Ovrcr aucb seyn wö- icn, sic “wcrden thcn, wie [ck '.Wi)ilil':.*-1cU-,W,könttcn glaube, errtcht Leid Werden, sob-ild 17; wirklicsr de_rn Lande dt;“ Wohlthar emos L*ZlkU-L: léchcn im:) dauerhaften Friri'ru: nwerir. Wtcwcrt schrchgrqwurdcir jene Opfer nicht gewesen sewir-„wxxm d;.“ NMLCL'UUJ das HNW dry vorigen chncrs dcfolgr und "ck. in einen *L'LndW'kn, Nikken, cUrrigr: laffcii hätte? Aber, fügt man Mirza, jcncr «;;:trdc "1 xa brrcttv 'Wi- scntlick) kompromittéri, da I"!)k Mcrtcl yon rrnsövcrlangt, __um „reiten Frrfa zn führcn. Mir scéckci::t, m. zz., was? dir “»,-PWR ch) MMZ,“- riumo' keinen Widcrsprurlr d:.»wtctH Da»; ».Nintiicrtum Wiittswt rcxx Fricdcn: cs hofft, cz" glaxwr fcx'x, iM aufrcrbt zit erhiiltcir; «drr cv schlägt ihnen zugleich die Animhnic solcher Maaßrcgeln dor, drr zur Befestigung des Friedens -*._m _«zeergrxetsicn smd; imd cbrn, w.rl cv kcéncn ' Zweifel hegt, dar: .in-_ Kammer zn [MM Maaßerrgchjn bereitwillig mitwirken iwcrdc, rst aucli sem Vertrauen fiir Ye Erhaltung des Fricderx»; [o groß,“ so unbedingt. O“, e_z e Pair meint, man dürfe nc!) uber das Scywankcndc und Umchlusitgc. in der Verwaltung nicht wundern, da dre Wahrnrhmung unosrrcr cKlutercffcn im Auslande hloß jungen unkmxdtgcn Diplomateix ubxr- Tragen, die Regierung mrthin über die chmnurrgrn und Pl neDcr fremder: Mächte immer ,nur unvollkoimncn :txoicrrickxtct sry, er
Redner wird uns wenigstens einräumen, _daß der S_taatsmamr, ock Frankreich *in London rcpräsentért, der Deplomarre mcvt ganz "an kü (Grickcbtcr); vielleicht wird er au_ch zugeben, daß der edl_c Herzog- dem dre Ambaffadc in St. Petersbur anvertraut isi, m;!)t ganz aller Geschäfts-Erfahrung entbehrt. 5 arym sollre :ck ""ck, ab“- zur Zurückweisung cines ungerechten Aqgrtffs, mrt dxr Hexrzabluy zrocicr Namen begnügen? Ane leomatcn, dre ;_ragkvci tm Auslande hält, verdienen es, daß man ihren tnnchtcn, wic ihrem Charakter, Gerechtigkeit wrdcrfahrcn läßt, u_nd wer mit dem Vertrauen des Königs beehrt worden csi, ts! auch wohl des Vertrauens der Kammer und des Landes _werth. Dcr Redner bezeichnet unsere Politik in Bezug auf Belgcht als krumm und trculos; er behauptet, das Belgrsche „Volk habe„sra;,1;ns nngctraxzcn gehabt, und Europa würde eine Vereinigung bctder L.n_- der begunsiigt haben. M. ., Belgien hatte nch uns nur durch die Stimme einiger einzelnen Individuen axrgetra m;. war dtes aber wohl ein hinreichender Beweggrund zu emcm chrettx, der„ was auch drr cdlc Pair sagen mag , uns in emen all xmemxn Krtcg zu Lande und zu Wasser, gestürzt d'abcn würde? Ich erte dre Kammer, daß sie in dieser Beztcbung mcm_en Worten erm cn Glgubetx sehen- kcn möge. Gcscßt aber aych„ dte Vereiné ung ättc ketn'e Schwie- richitcn gefunden, so zwetflc tch soZar, da sie dem_Jntcreffe Frank- re chs angemessen gewesen_ wäre (5 ewegurrg). Dtese Behauptung mag Ihnen gewaFr erschemen, m. „s)., gletchwohl giaube tch/ daß es nur eines Augcnb keks dxr Uebcrlcgung bedürfen _wtrd, um See zu veranlassen , meinerAnncht beizutreten. Frankreichs Kraft, dre so imposant und von emxm Ende Europas bxs zym andern so geachtet ist, beücht hauptsächltch in dcr Gleicharttgkctt der Elemente seines Gebiets. Wenn Staaten sch zuweilen schwach fühlen, wys anders ist Schuld daran, als eine fehlerhafte Zummmemeyung , die „oft ge- gen den Wunsch der lekcr erfolgte, worausose bcßehcn. Dre Hdff- nung einer Trennun giebt alsdann beständig zu ennerexi Zwrürg- keiten und Unruhen nlaß. Eine solche Ursache, m. H. :| bei uns nicht vorhanden; keine unserer Provinzen strebt da_nach, ckck) von dem großen National-Vcrbandc loszusagen. Hüten wir uns daher wok)!- diese Einigkeit zu stören. ' Ucberdies müssen uns die traurigen Er- fahrungen, die wir rn deeser Beziehung gxmacht haben, zur War- nung dienen; Piemont war unser, trennte nch aber von uns_, sobald das Glück uns den Rücken zuwandte. Aych Belgten _ :- hörtc uns , und wer von uns , m. H , erinnert sich m t- welche Ungeduld es im Jahre 1814 zetgte, um das Band zu zerreißen, das es an Frankreich knüpffte? Man verlangt Ju wissen, welches unsere Politik m Bezug au_ Bel ien sey. M. H.- icse Politik ist klar und bestimmt: Frankrc'tch 1 dem, rotokojle vom 20. Januar unbedingt bei etreten und bat dte Belgrs e Regre- rung aufgefordert, diesem Bespixle ju fplgen. Frankretch hat e- laubt, daß es seine Psticht sey, etnem met tbnx verbündeten Vp „kk- ür welches seine lebhafte Sorge sch_qffenkupdt “Sc?“ t bax, dre en Rath zu geben. Dies ist upsere Polrttk; kem u ha_t knupft xxl) an dieselbe; se ist mithin nicht kruxnm oder treulos, uxrd--wenn„ wer unseren Freunden Rathschiäge erthctlen, die wir für werfe und ehren wahren Jntercffen gemäß halten, so dürfcxt wer auch hxffen, daß se solche günsiég aufnehmen und 17ch_gern m dtesclben fugcn werden. Der Redner spricht am Schluffe scenes Vörtrages von der angebli-
für schwach und verzagt gel_tcn lassen, weil sc. nicht den ungesiz'nq- sten Leidenschaften, dcn widerßrebendficn Wünschen destPartctgct- sies cntsvrécht? Denn alle unsere GeJner verlangen wuthend den Krieg und zwar keinen Krieg, wie ihn er Staatsmann, der dadurch ein rcitiges Recht zu Gunsten seiner Negierrmg entscheiden will, aus Ueberzeugung wünschtxkeinen Krieg, wie ihn in den Augen drs Staatsmannes der hochherztge Wunsch rechtferttgt, den Einfluß se:- ncs Landes zu vermehren odxr dessen Gränzen weiter auszudehnct); sondern jenen grausamen Krtcg der Verheerung und Anarchie, worrn man nichts als ein scherxs und enxschctdendcs Mittel erblickt, dre gesellschaftlich Ordnung m Frankretch und ganz Europzr umzuüur- zenx... Nein, m. H., solchen verderblichen Nathschlagen werder! wir kein Gehör gehen, solchen cZottlostn Wünschen kcttre Fol e lex- sien; denn, was wn“ für an „urova wre für Frankretch wo en, 111 die Befcsiégung der geseaigcha lechen Ordnung.“
In einer kurzen Replik forderte der Grafv. Montalcin- bert den Minister auf, ihm die Frage zu beantwvrten, wie sich der 3131113 ([im, der auf dem Principe der Einmischung beruhte, mit dem in Folge der Revolution aufgestellten Principe drr Nicht:Einmisckung vereinigen laffe. Nis der Herzog von Broglic hicranf das Wort verlangte , bemerkte der Redner , er wundere sich hieriiber nicht, denn er wisse sehr wohl, daß der edle Herzog das besondere Talent besiße', unverschmelzbare Dinge mit einan- der xu verschmelzen: -- eine Aeußerung, die den Präsidenten zu der ?luffordcrnng bewo'g, daß der Redner jedc Persörilichkcic vermeiden möchte. Nach einigen Bemerkungen des Grafen v. Ponti-coulant zu Gunsten des Ministeriums, bestieg hierauf drr Herzog ». Broglic die Rednerbiibnc und äußerte, rr wxffc zwar nicht, ob er wirklich die (Jade befiße, unversthmelz: bare Dinge mit einander zu verschmelzrn (Gelächter): iyden: falls hätte er in dieser Beziehung Manches von Herrn v. Mon: talrnwert lernen und z. B. sagen können, das: er den Krieg wolle, zugleich aber der Regierung die Mittel verwvigere, ilm zic fiihren. Der Redner suchte hierauf zu beweisen, daß dar“- St): firm dcs 8131115; lll") mit drm dcr Nicht-Eimnisckmng kcinxs: rchrs ,so unvereinbar ss:), als der Graf von Montaicmbrrt sol: ck96 glaudc, daß beide virlmrhr auf einer und dersrlbcn (**-Umd- lage berxrlscn. Dcr Marquis v. Rongé trat wider chr rok; léc-Jc-udkir (wa-Eniwnrf ans, den er unter den grgcnwarrigen Uinfrirridcxi, wo ,?“Mkreicb sick) im tiefsten Friedrn befinde und wo ;" rinrii: .Mi-351? arici.) nicht die entferntesie Ausstck). ser), für völlig trdcri].ri;é3 biclt. Herr Casimir Pöricr gab ein: [Ledersiriir dci,“ vom dem Kaimnxrn verlangtcm Sunniten, die sich nch an)" 14 -- 17.00 *))iillioich, wie der Vorige Redner solches Jay;- irrigcr Weiss [*clxartpte, sondern nur auf 1190531101. belicéen. „Ick «lande :iirixt“, fiigte er sodann bjUYl, „daß es unter den gegenwärtigen Uiriständen politisch ist, die Forderungen der Regie: rung von dieser Rednerbiihne herab 111 einem so nacixthciiigrii BLOW darmsiellcn. Der Kredit kann dadurch nur geschwächt worden. Wahrend gam Europa unter den Waffen steht und der Kircßmstaat Von den Ocsterrcichern besetzt worden ist, verlangt?" wir blos; einen eventuellen Kredit von 100 Mill. Ich frage, ob es möglich war, eine mäßigen Forderung in einem Anacnblickc zu thumwo die großen Mächte sich waffnen und die Lage Belgiens
in gewisser Brziehung von Tag znTage drohender wird; obgleich
"man andererseits wohl darauf rechnen darf, daß die Magierin»;
chen Schwäche unserer Politik. Will man diese Politik etwa deshalb.
__;s. ,-t„_-:.*v„ „* x»*».x-c„«t „“;-L*"F-“M! 2- „'