1831 / 118 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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fertigkeit aber, Womit der Herr Präsidenrdes MiiiisierMathes diese Prbpositiou aufgenommen hat, als sie kaum erst aus dem Munde threshVerfaffers hervvrgegangen war, hat sie gleichsam zr: einem Werke des Vikinisteriums selbst gemacht. „Von diesem Ik- billigt und von dem Justiz-Minister mit Liebe vertbkidigk- ist der Entwurf jetzt unendlich wichtiger geivorden, als er es von Anfang an war, und so sehe ich mich denn genbrhigt, ein Stillschw-ri- „getz zu brechen, das ich aus anderen Riicksichiriigern beobachtet hätte. Die Berathung, die iiber diesen Gegeniiaiid m der anderenäram: m", gepfiogen worden isi, war gleichsam das Debut eines Mini- ßeriums, das unter dem Paiiiere der Energie aristreten wollte; alle hocherzige Gemiither sind dadm'rh bekiiiiimcri imd entmu- thigt worden; fie, die geneigt waren, das Ministerium zu unter- ßciizen, mußten tiefen Schmerz cmpßnden, als sie sahen, das; dasselbe sich fiir verpflichtet halte, eine solche Bürgschaft einer Partei zu geben, die es hätte hinlänglich keimen sollen, Um zu “wissen, daß sie durch nichts zu befriedigen ist, das; sie nie zuriick- weicht, nie still steht, und daß diese immerwährende “Thätigkeit ihre eigentliche Schwäche vollkommen ersetzt. Vielleicht glaubten die Minister durch ein solches Zugestäiidniß den Viffociationrn ein Ende zu Machen, Glauben sie dies «mw jetzt noch? Fühl- ten sie sich nicht vielmehr durch ihre Nachgiebigkeit qeswwäcbt, als sie sich kurz darauf geiiöthigt sahen, jene zweite Regierung, die sich unverschämter Weise neben der ch Königs erhebt, aiif Tod und Leben zu bekämpfen? Gleichwohl verdient die Art und Weise, wie der Herr Präsident des Conseils diesen Kampf bestanden hat, unseren besten Dank; auf einer solchen Bahn wird er mich siets bereit finden, ihn mit meinen sckywachen Mit: teln zu unterstützen, und wenn ich daher heute einen Geselz-Entwurf bekämpfe,den ich ihm nur ungern beimeffe, und deffenUnschicklichkeit er vielleicht schon erkannt haben wird, so fiihle ich ein lebhaftes Bedauern, ihn unter meinen Gegnern zn ßiiden. Der Haß, m. H., ist eine traurige Leidenschaft, um so trauriger, als die BefriedigunHe desselben dem Menschen niemals geniigt; so daß sich .in der “2 egel annehmen läßt, daß der Mann, dem man am meisten Böses zugefügt lat, immer auch der ist, den man am hartnäckigsien verfolgt. *r!) weiß sehr wohl, daß man in dem vorliegenden Falle durch rednerische Wendlingen ein solches Ge: fiihl zurückgewiesen hat; in der Hire der Beraihung aber machte die Rhetorik gar bald der Leidenschaft Max:, so das; der innerste Gedanke ans Tageslicht kam. Nein, 111. H., es is: kein politi- sches Gesetz, das man Ihnen vorgelegt hat, sondern ein Geses des Haffes und der Rache, und aus diesem" Grunde ist es un: würdig des Königs, in dessen Namen es uns iiberbracht wird, unwürdig der Kammer, der man es VVksTblckgk, umviirdig des Landes, das größer denkt, als diejenigen, die sich fiir seine Or: gane ausgeben. Der wahre Charakter des Gesetzes leuchtet aus dem 6ten Artikel hervor. Was hat der “21. Januar mit der ur: sprünglichen Proposition gemein? Wie sehr imißte es micky nicht wundern, aus dem Munde des Herrn Berichterstattcrs zu hören, daß das Geseß, das diesen Tag zu einem Tage der Siihne macht, eim Verleßung der Charte von "1814 sch, wonach alle politische Meinungen der Vergessenheit iibcrgeben werden sollten. Wie lässt sich dies von einer Feier behaupten, iii weiäirr die zarten Gewissen, wenn fie sich ja an diesem Tage in die „Kirche verirrten, nirhis weiter vernahmen, als die Verzeihung, die ihr Opfer ihnen in seiuem Testamente vererbt [)Kt. Befiircbtete man, das; diese Feier die öffentliche Ruhe stören möchte, so reichte ein ministerieiles irkular-Schreiben hin, um dieselbe an aiim Orten zu Verbieten. Aber ein früheres Gessi; gebot .in demselben Tage die Freude, und “dies ist es, was gewisse Leute noch nicht vcrgeffrn haben. „Heute "sexbietet man die Trauer, d. 1). 13mm forderr znr Gleichgültigkeit * zus.; Die Gleichgültigkeit aber iii, einem der furrhtbarsien C'r: " eigniffeder neueren Zeit gegeniiber, unmöglich; so [affen sich die Herzen nicht im e_n. “Immer wird man zur Freude oder zum Schmerze zurückkehren miiffeii. Entweder wird die uns drohende Partei den Sieg davoiitragen, mid alSdaim wird man am 21, Januar auf dem RebolutionKPlare jicbeln; oder Frank- reia'; wird groß und frei sehn, u::d alsdami wird es sich bei jeder Rückkehr jenes Schmerzensmges, den es gern aus den Fahr: büchern seiner Geschirhte streichen möchte, in Trauer hiil- 1en. Die Ausschließlmg- des älteren Zweiges der Bour- bonen ist eine Thatsache; drei Geiieraiioiien cines Herr- schersiammes sind gerichtet , verurthciit mid bestraft wor: den. Was verlangt man mehr? Will man dieser Thatsache “gesetzlich eine Ewigkeit geben? Man [affe diesen Irrthum fah- ren; die Thatsache wird nur so lange dauern, als (Zott es will, keine Minute länger. Was ist aus dem Eide des Hasses gegen ._.„däß Königthum, was aus dem TodesUrtheile geworden, das ge: ? ftßlich Jeden treffen sollte, der das bloße Wort König aiisspre: chen wiirde? Napoleon trat auf, vernichtete mit einem Schwerdt- streiche Eid und Gesetz, und die Gesetzgeber selbst waren die er- Én, die sich ihm zu Füßen warfen. Ich weiß nicht, welches *** * chicksal die „Vorsehung meinem Lande anfbewahrt, weiß nicht, was sie mit dem Königlichen Kinde beschlossen hat, das schon in der Wiege, ja schon Vor der Geburt der (Zegensmnd der nie: drigsikn Verleumdung war. "Ilber Von zwei Dingen eine?»: ent- weder wird die Verbannung dieses Kindes ewig sehn, oder Frank: reich wird es wieder ans den' Thrmi seim'r Väter hebeii. Jm ersteren Falle aber „wird wahrlich tiickit. dax: vorgeschlagene (Reset.: des- sen Verurtheilung besiegeln ; dicF-rcjheit, derFriedc, das Glück, welche die neue Dynastie demL-ande bereitet hat, werden dies bewirken. In der zweiten Voraussetzung wiirde, da jener: ,iiiiid mir durck) die Gewalt der Dinge und diirch die iimige [[LÜLTKLUAUUI *.KULTFTQUZN'TU3111“Uck= berufen werden koijnte, eme iolrixe Macht aiich iiiiwideréiehlicb sehn und Euer Gesch wurde von dem Olkomemit fbrrgcrifien :'oerdeii, der schon so viele 'andere verschliiiigeir har. ;“Orr „Herr Berichtersmt; m theilt in dieser Beziehung meme ?iiiiiihr mM: nicht, den Schfc1erder Zukunft zii, liiitcti, mid !k-"imiirtei, die Verbannun des älteren ZWElgLÖ dei'Betii“i*oiieii werde [:P-iz), sehn, weil ein Arm sich bewaffnet hahe, 111111011 51“. vexrheidigcii, keine Stimme slch erhoben habe, um ihn :,iiriiekziihalien. “Dies isi immer die Syrache des Siegers JLiVCskii. Mic Neoolntwiieii, von denen wir seit 40 Jahren heiiiigesuwr worden, haben das Stillschweigen zu ihren Gunsten ausgelegt Mid [irh amxdie (?in- müthigkeit des Landes berufen/ ehne'die Stimme desiielben ]e: mals einzuholen. Hätte man bei einer jeden dieser großen „Kata- strophen den Adressen Glauben schenken wollen, die dem Sieger aus allen Punkten Frankreichs zugingen. so [Wie man allerdings glauben müssen, daß sich auch nicht 8111c“é-kl111111e gegen die oben eingeführte Ordnung der Dinge erhobe: baid aber trat eine neue Revolution ein und bewies das Jrrige dieser Ansicht. eute will man ein feierliches Urtheil ansfprechen, und der Hr. Zerichtersiatier meint, dasselbe miisse fest, umvandelbar und fiir ewige Zeiten seyn. Je mm! es giebt mir ein Mittel, ihm die: en Charakter zu leihen; man wähle zwischen folgenden beiden Beispielen. Zu der Zeit, als Ludwig FU]. verirrtheilt werden sollte, verlangten diejenigen„ die ihn zu reiter? wiinschten, einc Appellation an das Volk; die feierliche Benat-gung dieses letzte- en aber, dem man damals wie jest einreden, daß es der au-

sehen: kick- [

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einige Souverain sei), wurde von der Partei verweigert, die nun einmal entschlossen war, einen König auf:; Schaffot zu fiihren, und wohl wußte, daß das zu Rathe gezogene Land eine solche monstruöse Ungerechtigkeit mit Vlbschen zurückweisen wiirde. Ws Napoleon von Elba zurückkehrte, hiitete er sich sehr, ein solches Beispiel iiiiwzuahmen. Und doch han- delte es sich nicht von einem Todes-Urtheile, sondern bloß von der ZusaßYlkke, die der uns heute vorgeschlagenen YJTaaßre: gel vollkommen gleich sieht. “Liber jener Maxin, der doch auf seineKraftreckmen imd iibthigenfaiis das Schwerdt in die „Wag- fthaie legen konnte, war der »).iieimmg, das; das Votum der Kammer nicht hinreiche, um die ewige Verbannung eiiikk Dh- nasiie auözusprechen, die sich duni) so viele Erinnerungen an Frankreich kniipfre. Er unterwarf jene Akte daher der Bestäti- gung der geiaimnten Nation, wenn gleich die Bedingimg, das „*).-dium offen abzugeben und den Namen hinzuzufügen, dieser Maas;- regel jeden Schein von Freiheit nahm. Die Zeiten haben sick) seitdem geändert, und wiirde die Frage heute dem Lande vorge: legt, so wiirde dicses frei und dhiieRiickhalt dariiber entscheiden. Welches von diesen beiden Beispielen will man sich mm zum Borbilde wählen? Das erstere, das von aller Welt mit dem Stempel der Verweisung gebrandmarki wor- den ist, oder das letztere? *))?it eiiiem Worte, will man Frankreich zu Rache ziehen? ,iiid ivagt man dies nicht, so spreche man mir nicht mehr von Einiiiiithigkeit. Eine Haupt- ?lbsicht, die man bei dem uns gemachten Vorschlage hat, ist, das; man dadurch alle die Fäden abschneiden will, die den älteren Zweig der Bourbonen noch an das Land kniipfen. Diese Yb- sicht ist mehrmals als ein lichtvoller Gedanke offen eingestaiiden worden, und doch kann man sich des Lächelns nicht enthalten, wenn man vernünftige Männer, oder doch solche, die es sehn sollten, dergleichen Vlbgeschmackrheiten im Ernste vortragen hört. Man müßte hiernach die ganze. Geschichte Frankreichs auslöschen, denn sie“ ist es, die alle jene Fäden eiithéilr, welche Euch so ge- fährlich scheinen. Man iibersrbaue die letzten acht Jahrhunderte, iiberall wird der Blick auf einen Bourbonen fallen, iiberall wird man jene Fäden wiederfinden, die der Haß vernichren zu können glaubt. Und wollte man «muß Frankreichs Geschichte nur von dem Jahre 1780 an gelten lassen, so wiirde dcr mit dem Blute der Bourbonen gwdiingte Boden uns noch an die Existenz derselben mahnen. Man verbiete den Franzosen, den bloßen Namen eines Bourbbiien auszusprechen, man verbrenne die Bücher, worin derselbe Vorkoimnt; umsonst! er wird nur um so glänzender leuchten in der Getreuen Herzen, die ein Heilig: thum smd, wohin kein Sterblidher zu dringen vermag, Es liegt einmal in der Natur des Mensrhen, daß er sich des Unglück: lichen annimmt, und Großinuth zit iiben isi fein edelstes Gr: schäft. Man verzichte daher auf jene kieinlichen und elenden Maaßregeln, die, statt den Parteig-eis't zu ersticken, ihn vielmehr ins Leben rufen. Mit einem bisckwn Ueberlegimg hätte man dies erkannt: aber der Has; ist ein schlechter Rathgeber und dient oftmals denen, die er ins Verderben sriirzen soll. Glaubt man z. B., durch die lärderliibe Verbannung der Lilien die letzte Revolution sehr gefördert imd den Thron Ludwig Philipvs befestigt zu haben? Gewiß nicht: ich bin hier: bei ganz unparteiisch, demi iii! erkläre offen, das;, seit die Lilien nicht mehr das Sbmbol der alten *))ionarchie sind, ich auch mtr noch sehr wenig Werth darauf lege. Wie konnten aber die Minister nidhi iiihien, das;, nachdem der König die Liiien angenommen, sie in seinem Wappen und in den Staats-Siegeln beibehalten hatte, die Beschimpfung derselben, die angeblich nur dem «ilteren Zweige der Bburbonen gelten sollte, auf ihn zuriickfiel? Die Maaßregel wm“ eben so ungeschickt, als unpolitisck); man hat dadurch mir einen Feuerbrand in das Land geworfen. Ein ganz ähnliches Resultat wiirde auch das uns vor: geschlagene Gesetz haben. Mit welchcr: Schimpfnamcn man auch die Männer belegen mag, deren einziges Unrecht darin be- steht, daß sie eine I)ieimiiig haben, die nicht mehr in der Mode ist, es bleibt deshalb nicht minder wahr, daß die sogenannten K*arlisten sich in großer Menge unter den Grund:Eigenthiimern und Wählern befinden. Das gedachte Gesetz aber wird diejenigen von den Wahi-Kollegien entfernen, die durch ihre *))?itsiiimmmg dem Ministerium zur Bewahrung der Ruhe und Ordnung noch hätten behiilflich sehn konnen. ".Das Land bedarf vor Allem der Kraft und der Einigkeit: ohne diese ist aber jene undenkbar, und doch verscheucht man fie. Ji] diesem "Augenblicke bekämpft man strafbare ?lffociationen niit lobenswcrrher Energie; das vorliegende

' Geseß aber wird deren andere in einem entgegengescizten Sinne

hervorrufen.“ Bei dieser “.'leußernng unterbrach Hr. Cas. Pé: rier den Redner lebhaft mit den Worten: „Wir werden fie eben so gut bekämpfen; wir werden niemals zuriickweichen!“ „Es wäre aber besser,“ fuhr der Herzog fort, „wenn man der- gleichen ?lffociationen zu verhindern strebte. Das vorgeschlagene Gesekz wird dem Könige auch nicht einen Diener mehr zuwen- den und der vorigen Dynastie auch nirht einen Freund entzie- hen; die Korrespondenz mit Holhrood wird dadurch nicht verhin- dert; auch ist dies nicht die Absicht des Gesetzes, da keine Strafe auf eine solche Korrespoiideiiz geseht wird und das Geseh Villes gestattet, was es nickit ausdrücklich Verbietet. Isi die Korrespon: denz- unschuldig, so bietet sie keine Gefahr dar; isi sie strafbar, so reichen die bestehenden Gesetze hin, [1111 sie zu iiiiterdriicken. So lange es noch eiiie Ucberfahrt von Dober nach Calais giebt, wird es auch täglich hrmdertMiitel geben, mitHolhrood zu korrespon- diren. Im Uebrigen sind es 11111.“ die Schwätzer, die viel schreiben, und Schwäyer smd iiicht gefahriich. Die wahren Verschwörer ver: stehen sich mit einem halben Worte und in einer Entfernung bon hundert Meilen. Man behauptet, daß die vorige Dynastie immer noch damit umgehe, den Bürgerkrieg zu entzünden. Ick alaxibte, das; man diese [reherliche Bescbitldigimg endlich aufge- geben hätte. Es bleibt mir jetzt noch iibrig, einige Worte iiber den Meineid zu sagen *- ein Wort, das man seit einiger Krit täglich wiederholt. “Ich gehe in, daß die verderblichen Verdrd: nungen eiiie Berleizung des (351'iliiÖkakkaILs waren. Aber der Monarch glaubte, dadurch das Land zu retten: er war iiber: zeugt, daß, was fiir Minister er muh wählen möchte, die Angriffe gegen die Krone dieselben bleiben wiirden. Und hatte erUnrecht? Wußte er nicht, daß man sich offen gegen ihn verschworen hatte und sich sogar des Meineides gegen ihn rühmte?“ Hier unterbrach Hr. Cas. P érier niit Lebhaftiakéit den Redner und fragte: „Wer rühmt sich dessen? Unbesiinimte Anschuldigungen treffen Jeden. Nennen Sie die Meineidigen.“ -- Der Herzog von Fis-James: „Ich habe nicht gesagt, daß Ihr Eid eine bloße Ironie gewesen sei), und das; Sie eine Ko- iiiödie gespielt hätten.“ »- Herr Cas. P -_“:rier: „Niemand nen- nen, heißtJedermaim nennen.“- Der Herzog v.“,Fiiz-James; „Ich habe diejenigen bezeichnet, die sich selbst genannt haben; es giethänner,diesich geriihmt, 15Jahre lang konspirirt zu haben. Wie hat der Präsident des Ministerraths glauben können, daß meine Worte ihm gälten? Ich frage die ganze Kammer, Niemand hat sich über meine Absicht täuschen können,“ » Graf v. Mon-

talembert: „Persönliche Anspielungen finden hier nie siati reden Sie weiter.“ » „Der König“, [0 fuhr der Herzog nu mehr fort, „glaubte in dem Rechte einer natiirlichen und ges, mäßigen Berthcidigung zu sehn; bei Gott! ich sage Ihnen di Wahrheit. Man wendet mir den verhängnißvollen Kampf „'„ den er angeordnet habe, und der so furchtbaren Groll gegen jh erregt hat. ?lber der Prozeß gegen seine Minister hat bewiesen daß die blutigen Semen der drei Tage ein furchtbares Unglüa nimmer aber ein vorher überlegter Vlkt waren. Nacho, man die Minister wegen der bloßen Unterzeichnung der Ver ordnungen verurthcilt hat, kann man nicht auch noch Ka )(. wegen derselben ankiagen. Die Sache isi abgeurtheuk Je mehr ich auf der schwierigen Bahn, die ich verfolge, vor schreite, wird meine Aufgabe leichter. Ich habe jest nicht m; einen vom Unglück gebeugten Mann zu verrhcidigen, sonde. nur das Zeugnis; der Geschichte anzitrufcn. Die Geschichte]. unser Richter in letzter Instanz, es ist daher im Interesse Aller Von Wichtigkeit, daß sie nicht muh falschen, vom Parteigejsx eingegebenen Dokumenten geschrieben werde. Man hat die Bourbonen fiir alles während LLjähriger Krie e vergoffene Blur verantwortlich machen wollen, ohne zu beden en, was man be: hurwicte. Jedermann weiß, daß die Sache der gegen Frankrejch verbündeten Mächte nicht die Sache der Bourboneü war,“ Nachdem der Redner durch weitläuftige AUSeiiiandersetzim gen zu beweisen gesucht hakte, daß die Wiederherstellum der Monarchie nur ein Neben:Umstand, aber dnrchaus nja], der Zweck der anasion der fremden Mächte gewesen seh, schlq er in folgender Weise: „Hat die Restauration in 'der Tdi Frankreich 15 Jahre unter einem demiithigenden Joche ehaltea und die Interessen, so wie die Ehre des Landes, den Zremdei aufgeopfert? Die Minister haben alle Dokumente der Reßau, ration in Händen; mogen sie das Arckziv der auswärtigen A a legenheiteu öffnen und uns entweder durch Kcrrespondenzen ::

weisen, daß die Montmorency, Richelieu, Chateaubriand Uno r

Laferroimays Verräther Waren, oder der Verleumdunq Schweigen gebieten. Durch diese Archive wiirde Frankreich in Stand esu: werden, zubeurthcilen, ob die Diplomatie der Bourbonen ein Zieh hat, vor ihren Feinden und Fremrden mit Stolz aufzutreten, oderob sie vor der Diplomatie dez Juli erbleichenmuß. --Ich1darf wohl nicht erst hinzufügen, das; iu) gegen den Geseh-Eutwurf stimme.“ Der Großsiegeibewahrer rcplicirte dem Herzoge von Fii- James in folgender Weise: „Ich will demvorigen Redner nichtin dem langen und glänzenden Vortrage folgen, den er für die vorige Dhnastie gehalten. Die Regierung und Frankreich können s1ch einer Widerlegung iiberheben; es lies; sich voraussehen, daß 111 in eine Debatte, wie die gegenwärtige , alte Neigungen und Er- innerungen, um nicht alter Groll zu sagen, mischeuwiirden. Mai hat gesagt, das vorliegende Gesel; set) von der Regierung mit einer Art von Haß aufgenommen worden; man hat mich per sönlich angeklagt, demselben mit Liebe beigetreten zusehn. Zweifel verdanke ich diese ?leußerungen über mich meiner Ei - srhaft als Deputirter von Paris, dieser Stadt, wo die Juli:

volrition vollbracht worden ist. Vergleichen Neußerungen haben nichts Berlehendes fiir mich, meine Herren, dock) muß ich ie- merken, daß ich nicht einem Gefiihle des Hasses gefolgt bin, son- dem das: ich das Gesch vertheidigt habe, weil mein Veryiand ihm beistimmte, und weil mem Gewissen nichts der Gerechtig- keit aniderlaufendes darin fand. Stellen Sie jene Erinnerun- gen und Neigungen bei Seite und nehmen Sie an, Sie la“- sen in der Geschichte eines großen Volkes folgende Zeilen „„ Es bestand bei demselben eine Bersafftmg, die eine Dynasiii bestatigte, wobei dieser letzteren zugleich die Achtung gegen die Gesetze und Freiheiten zur Bedingung gemacht wurde. Eines Tages brach gegen diese Gesche eine vorher überlegte Verschwör rung aus. Die Dynastie wurde entthront, und eine neue erhielt den schönen Auftrag, den öffentlichen Frieden und die Rechteun Freiheiten des Landes zu beschiißen. Zu der entthronten Dyna siie sagte man: Ersrheint nicht wieder in einem Lande, in dai Ihr nnr Unglück und Unordnung bringen könntet; Euer Eiger thuin werde verkauft und der Ertrag davon Euch iibersandt, ob nach dem Gebrauche zu fragen, den Ihr davon machen wollt.“ Würden Sie, wenn Sie alle Leidenschaftlichkeit bei Seite lassen, eine solche Revolution wohl auflagen können , fie seh räuberisi und verfolge das Unglück? Als die Charte von 1830 votirt und Ludwig Philipp der Eid der Treue geleistet wurde, da warin dieser neuen Charte und diesem neuen Eide die Ausschließung der enithronten Familie enthalten. Ich brauche nicht das im

Jahre 1816 gegen die Napoleonische Familie erlaffene Gesch .

ein Gesch, worin Härten em-

als Beispiel anzuführen, » dem vorliegenden nicht finden;

halten waren, die siih in

das Bediirfniß, den inneren Frieden zu erhalten und efährliche ,

enschen- '

?lufreiznngen zu verhindern, reichen für den gesunden Verstand hin, um dieses Gesey zu rechtfertigen. Man hat gt-

“sagt, um ein solches Gesetz anzunehmen und eine ewigeAui- _

schließunÉauszuspreMn, set) eine Appellation an das Volk nöt ;. Waren ie nicht die Organe des Nationalwunsches, als u die neue Charte einnahmen und Eide leisteten, die Ihnen werti urid theuer smd? Denken Sie sich in die Lage zuriick, worin Frankreich sich zur Zeit der Julitage befand. Setzen Sie den

Fall, das System der Verordnungen hätte die Oberhand behalt ,

ten, die Einwohnerschaft 'von Paris und das gute Recht wären besiegt, die Hauptstadt wäre den Flammen preisgegeben und mit Trümmern bedeckt worden, -- was wiirde ivohl die Zukunst

Frankreiws gewesen ferm? Was den Nationalwunsch betrifft, so -. habe ich ihn in Allem auögesprochen gefunden; in jener Reise- -“

aus welcher sich keine Stimme zu Gunsten der entthronten Fa- ;- , m kurzer Zeit iibersullt waren.

milie vernehmen ließ, obgleich die Truppen, von denen sie be“ gleitet wurde, ihr ergeben waren; die Koniniiffarien, welche sie im Namen derRevolution geleiteten, waren nicht da, um das Volk gegen die Königl. Familie aufzureizen, sondern vielmehr, um dieselbe gegen erwanige Neußerimgen des Univillens zu beschützen. Ich sind?

diesen Nationalwunscb ferner in der Bewaffnung der Nationgl- Garden auSgesprochen; iyt die dreifarbige „Kokarde auf der Milk“ . des National-Gardisten nicht ein Zeichen, das; man die nem

Dynastie liethind diefvorige fiir immer ausschließt? Man spricki von derVolks-Oonverametat und versichert, das; die Regierung durch ihren Beitritt zu dem vorliegenden GeseH-Entwurfe dieses Print

cip veriäugne. Ich zweifle, daß es gut ist, täglich zu wiederho'

len, daß eine Verfassung jeden Augenblick verändert werden könne und nur eine provisorische set). Eide werden mit dem Gedanken der Dauer geleistet, und die Verfassungeir müssen die; ses Princip der Beständigkeit enthalten, das die Bedürfnisse der Nationen erfordern. So lange die gegenseitig bindenden Eid? bestehen, so lange der Fürst den gethanen Schwur hält- find auch die Völker eifersüchtig, den ihrigen zu halten, und in der gegenseitigen Achtung der eingegangenen Verpflich- tungen sind die öffentlichen Freiheiten mit dem Bedürfniß

der Ruhe und der Besorgniß vor zerstörenden Umwälzungen ver- **

söhnt. Frankrei

“Zilk haben keinesweges gesagt,_Frankreich set) mit .Komplottm,

xdnimg derDinge zu unterhalten,die man nicht anerkeimt. „Wie kdnii:

e-jevotirt haben, ein immerwahrendes Eigenthumßrecht gewähren?

Man in den iibrigen Sectionen etwa 250 Dcputirte zählte. Um

Ich wiederhole es den Anhängern der vorigen Dynaßiki' hat in souverainer Weise gesprochen und ift nicht 9?!

ist, auf seinen Beschluß iiock) einmal znriickzukwmnen; roll ertrauen aur den Fursien seiner Mahi, bedauert es die Berga": nheit nicht und blickt hoffnimgsvoll indie Zukunft. Dies sind , Riicksichten, die uns bestmnnterr, eincm Gesche beizutreten, s weder eine Mgaßregel, der Verfolgung, noch der Ungerech- keit ist. Wik Mk ÖMMUFIMZ IU: dUkck) Nllfforderungen zu unskkn der _vorigen „Dynast1e_d1e bestehenden Gesche bedrohte, jchtlich verxolgen nmßten, alio mussen.:vir auch auf die 9111- ahme eines Gesehcs antrageuawelches verhindern soll, das; eine perso: jßcirteHerandforderimg voiiHolhroodmiser Gebiet betrete. Der den „kauf dcr Guter betreffende zweite Artikel ist wie eine Conßscation ar esiellt worden, und man hirtrtns bei dieseerranlaffung iiberfliissi- „„Zeise eine lacherliche Uebertreibung in unserer Sprache beigelegt.

Urschwörungen angefüllt imd 'itche in fortwährender Verbindung jt Holhrood, Wir waren vielmehr die ersten, die den vorlie- enden Antrag fur MMUH e_rklarieir; nachdem er aber ein Mal or elegtworden, war es uniere Psth, ihm beizutreten. Was je „Verbindungen mit Hoihrc-ed anlaiigt, so theile ich nicht un: ;djngt das von dem (dier) Herzog mit solcher Wärme geäußerte xertranen. Ich, glaube nicht, daß man in Holhrood jede Hoff: img auf 'eine Rückkehr nach "Frankreich „aufgegeben habe, und gar keine ersclMortmg moZlich seh; ich „befürchte vielmehr, .aß man sichbemuht, imJimern strafbare Verbmdxmgen gegen eine

en Sie einer Familie, die Sie entthront, deren ewige Ausschließrmg

; ist sonderbar, eine CoiifiScation in der Bestimmung finden 11 wollen, daß die Eigenthiimer ihre Besißuugen in einer be- immten Zeit verkaufen und daß die letzteren nach Verlauf die- er Frist durch den Staat veräußert werden sollen, da doch der rlös den Eigenthiimern nicht entzogen wird. Diese Maaßregel ersöhnt den öffentlichen Frieden mit dein Eigenthums-Rechte. * ie Regierung hegt also weder ein Gefiihl des Hasses und der &; ache, noch empfiiidet sie die Liebe und Zuneigung, die ihr Von dieser Rednerbiihiie herab borgeworfen worden sind. Man hat -u die Reise nach dem Elsaß erinnert, um zu beweisen, das; es der vorigen Dmrastie in Frankreich an Anhängern nichr gefehlt habe. Aber gerade diese Reise ist ein strenger Richter gegen die entihronte Dynastie. Jr.;x»? Band war von fremden .Herren ber: wüßet worden und war im J. 1822 Zeuge der beklagenSwerthe- sien Attentate des damaligen OICinist'eriums gegen die Ehre der Nation und der Armee, so wie gegen die Ruhe des Landes, qewcsen. ald nach Einfiihrung der Preßfreiheit zeigte sich der “'iirst in dieserProvinz, und sogleich War aller Groll vergeffen. Es ist in Frankreich ein solches Bedürfnis; der Ordnung, eine solche Ein- sicht in die Nothweudigkeit der Regierungs:Gewalt vorhanden, daß man die lestere mit offenen Armen empfängt, sobald man steht, daß sie mit der Freiheit verträglich isi. Nach der Rückkehr des Fürsten von dieser Reise erschien das Ministerium des 8. Augusi und mit ihm der erste Gedcmke an die Juli-Verordimn: gen,:md man will behaupten, daß jene “Provinz mit den Gesin- nun en der Hauptstadt nicbt iibereinstimme? Cs herrskht in die: str 3 eziehrmg nur eine Ansicht, meine Herren, welchc Theorie man auch iiber den Art. 14 der alten Charte aufstellen, wie man ihn auch auslegen mag. Nach dem in Rheims feierlich geleisteten Eide waren die Juli:Verordmmgen ein Meineid, der die Dvnastie Karls )(. stiirzte. Nachdem ich mich über die von dem edlen Pair angestellten Betrachtungen m'a einiger Freimiithigieit geäußert, habe ich nur noch einige Worte hinzuzufügen. Die Regierung ist keineSweges geneigt, Gefühlen des Hasses jmd der Rache zu frb'hnen; sie trachtet vielmehr danach , eine Zukunft fiir Frankreich zu begriinden. Wenn Gedanken der Rache zum Vorschein kommen sollten, so würde die Regierung die erste sehn, die sie unterdrückte und sich ihnen aus allen Kräften widersetzte. C'ben so ruft sie aber auch gewiffen Männern zu: Bedenkt, daß das Land des Vertrauens zu den verfassungsinäßigen Gewalten des Staats bedarf; trach- tet nicht danach, dieses Vertrauen zu erschüttern. Eure Liebe zu dem vorigen Fürsten mag sich auf alte Verbindungen gründen; ich erinnere aber daran, daß es ein, Frank: reich giebt, deffen Bestes befragt werden muß. Der öffentliche Frieden bedarf des Schutzes; das Zariickkommen auf die Ver- gangenheit und die heftigen Angriffe auf die Gegenwart können denselben aber nur gefährden, Man sagt zwar, das Alles werde aus Liebe zum Lande gesagt; das ist aber eine srhlecht verstan- dene Liebe, oder, um die Wahrheit zu sagen, man vergißt viel: mkhr, was man seinem Lande schuldig ist, Um alten Neigun- en, die das Land nicht theilt, einen Tribrit zu zollen.“ (Einen Flusztig aus den beiden Vorträgen des Vicomte Lainé und des Handels:Ministers morgen.)

Schluß der Session von 1830. Lim 20. April wur- den beide Kammern von Sr. Majestät dem „Könige in Person proro irt. Schon vom friihen Morgen an drängte sich eine zahl- lose 5 enge von mit Billers versehenen Zuschauern an sämmt- [ichen Eingängen zu dem Sihtmgs:Saale der Deputirten-Kam- mer, in dessen Innern keine weitere Veriinderung vorgenommen worden war, als das; man, wie bei der Eröffmmgs:Sihimg, an der Stelle, wo die Rednerbtihne sich befindet, den Thron errichtet hatte. Die demselben gegeniiber befindliche Tribune fiir die Zeitunézssclseiber war diesmal anziiahmsweise dcm diploiiiaU: 'schen (,orps vorbehalten worden. Als gegen 10 Uhr die, Zugange geöffnet wurden, frillte der Saal sich alsbald mit Zuhörern, iia- mentlich auch mit einer großen Menge zierlich geschmiickter („Oa- men, so daß sämmtliihe Tribimen, mit Iltisnahme der mittelsten, ' Vliich in dieser erschienen gli: Imälig die Mitglieder des diploiiiatischen Corps. In der Mitte nahm der Päpstliche Nuntius, ihm zur Rechtendcr Neapolitir- "ische und zur Linken der Russische Botschafter Platz. „Zirbei- den Seiten befanden sich iiberdies dic Gesandten Oerterreichs, Englands, Preußens, Schwedens, “Da“nenmrks, der verschiedenen Deutschen Staaten 11. s. w., und hinter ihnen stellten sirh die Legationsräthe und Secretaire ans. Im Saale selbst wch das rechte Centrum den Herren Pairs vorbehalten worden, wahrend

LIZ Uhr verki'mdigte eiiie Arrilleric-Saive voin JiivalidenÖZtcl eriiber den Ausbruch des KNUJS voin Palais-Rohal. Se. ajesrät waren zu Pferde in der Uniform der Natioiml:Garde,

Ihnen zur Seite die Herzöge von Orleans und von Nemours

in der Uniform der ihnew gehdrcnden Regimenter. Jm F?.dii- ferenz-Saale wurden Hochsidieselbeu von den beiden großen

Deputationeu dcr Pairs: nnd der Deputirten:Kammer empfan-

gen und sofort in den Sihungs=Saal geleitet. Der König

bestieg unter dem lautesten Jubel der Versammlung den Thron; ihm zur Rechten stellte sieb der „Herzog von Orleans, znr Linkeiider erzog von Nemours und auf die Stufen des Thrones die 8

inisier, während J. M. die Königin mit den Prinzessinnen

zum gestrigen Blatte der StaaW-Zeittmg gegebene) Rede,

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horbehaltenen Tribune des Staatö-Raths Play nahmen. Nach-

dem der Monarck) die Herren Pairs und Deputirten ersucht hatte, ihre Sitze einzunehmen, hielten Se. Maj. die (in der Nachscbrift Na

Beendigung derselben verlas Herr Cas. Périer die Könich Verordnung, wodurch die Session von 1830 bis zum „15. Juni d. J. prorogirt wird. Der König Fiieg sodann vom Throne herab und wurde mit demselben Ceremoniel, wie er eingefiihrt worden, unter dem wiederholten Rufe: Es lebe der König! bis an die äußere Thiir des Palastes Bonrbonzuriickgeleitet, von wo aus Se. Majestät zu Pferde, und umgeben von einem glänzenden General: stade, den Rückweg nach dem PalaW-Royal antraten. Die Königin und die Prinzessinnen folgten in einem offenen 2späniiigen Wagen.“)

Paris, 21. April. Vorgestern ertheilte der König dem Spanischen Botschafter, dem General Belliard und dem Prä- sidenten der Pairö-Kammer Privat:?ludieiizen. Abends präsidirien Se. Majestät von 8 bis 11.“- Uhr in einem sDkinifter-Rath. Ge- itern friih „um 11 Uhr versammelten sich die Minister im Kosiiiin beiin Korrige. 11111 12-2 Uhr begaben sich Se. Majestät zu Pferde, begleitet von den Herzogen von Orleans und von Nemours, und einem glänzenden Generalsiabe, nach dem Palaste der De- putirten:Kai11mer, Der Zug wurde von zwei Husaren-Schwa- drbnen und einer Schwadron der reitenden National=Garde er- bßnet und von zwei Schwadronen Dragoner geschlossen. Die LmiewTruppen und die National-Garde zu Fuß bildeten zu bei- den Seiten des „Wege; vom Palais-Rohal nach dem Palast Bourbon ein Spalier, Se. OJTajestät kehrten um 11 Uhr mit demselben Gefolge nach dem Palais-Rohal zuriick.

Der heutige Moniteur publizirt mit dem Datum des 11tend. M. das Gesch wegen der Mlitair-Pensionen bei der Land-Vlrmee. Dasselbe Blatt enthält eine Königl. Verord- nung, wodurch der Finanz-Minister ermächtigt wird, das dem von ihm gestellten Minimum gleichkommende zweite Gebot des „Vereins hiesiger Banquiers fiir die neue Anleihe von 120 Mil: lionen anzunehmen, .,

Die Tilgungskaffe hat vom 1. Januar bis zum 31. März, einer im Moniteur enthaltenen Uebersicht „zufolge, 348,675 Fr. 3“ proc. Rente ftir 6,668,363 Fr. und 724,194 Fr. 5 proc. Rente fiir 12,920,«160 Fr. zurückgekauft.

Der »".Ninister des Handeis und der öffentlichen Arbeiten hat folgende Fonds fiir Unternehimi g bon Banken im bevorstehen- den Sommer angewiesen: 2,8030000 Fr. fiir die Straßen, die Kausfahrteischifffahrt und die Handelshäfen, 260,000 Fr. fiir den Kanal iii der Bourgo ne, 80,000 Fr. fiir den Kanal von Berry, 285,000 Fr, fiir den anal von Nantes nach Brest, 125,000 Fr. fiir den „Kanal der Ardennen, 135,000 Fr. fiir den des River- iiais und 98,000 Fr. fiir die Briicke in Ronen und den Hafen von Fach, im Ganzen 3,774,000 Fr.

* er Königl. Gerichtshof hat den Geschäftsführer des Na- tional, Hrn. Paiilin, wegen Nufreizung zu Haß und Verachtung gegen die Regiermm, vor die Vissisen gestellt. Der angeschuldigte Artikel betraf die Crnenmmg des Périerscheii Ministeriums. Der Courrier franixais beklagt sich dartiber, daß das Ministerium des Innern sich die Biihnenstiicke vor ihrer Auf- führung „zu Verschaffen suche und sie censire; die Biihuendichier hätten hierauf besciiioffen, ihre Stiicke von allen Direktoren zn- riixckzufordern, welche dieselben dem Ministerium mittheilen wiirden. .

Großbritanien und Irland.

Parlaments-Verhandlungen. In den Sißungen beider Häuser vom 20. und 21. April gab die im Unterhause am 19. d. geschehene Absiimiiimig, die eine Niederlage der Mi- nister herbeigeführt hatte, zu nmniiigfaltigen Diskusionen An- laß; meistens dariiber, ob es gegründet sei), daß die Regierung das Parlament auflösen wiirde. Jm Qberhause nannte Graf Grey eine in diesem Beitrge von Lord Wharneliffe an ihn gerichtete Frage ungewöhnlich und lehnte jede Antwort darauf ab. Lord Wharncliffe kündigte demnach an, daß er eine Adresse an den König Vorschlagen iverde, in der Se. Majestät ersucht werden sollen, von Höchftihrer nicht zu bezweifeinden Prärogative zur Auflösung des gegenwärtigen Parlaments keinen Gebrauch zu machen. (Lauter Beifall.) Jm Unterhause-fragte Sir R. Bhvvan, ob die Minister mit der Reform-Bill fort: fahren, oder ob sie Sr. "Maj. die ?[ufiösim des Parlaments rathen wiirden. *Der Kanzler der Schah ammer verneinte das Erstere und sagte in Bezug auf das Letztere, das; es seiner Pfiicht entgegen sehn würde, eine Antwort darauf zu ertheileu. Sehr viele Mitglieder nahmen sodann Anlaß, ihre Meinung in dieserHinsicht, und zwar gegen die Bill, so wie gegen die Minifier auszusprechen. Die Debatte, die keinen eigentlichen, befiimmten Gegenstand zum Zwecke hatte, war bereits bis 1 Uhr nach Mitternacht ver- längert worden, als Herr M. Bankes auf die weitere „Yer- tagung derselben antrug, weil noch mehrere Mitglieder daruber zu sprechen hätten. Der Kanzler der Schahkjammer wider- sehte sich „zwar diesein Antrage; als jedoch dariiber abgestmiint wurde, nahm ihn das Haus mit 164 gegen 142 Stimmen an. - Die Belanqung des Drucker?» der Timrs hatte in beiden oben genannten Eislingen dem Oberhauie Stoff zur „Diskusion ge- geben. Zu der erficn überreichte Lord King eine Bitrschrist des Herrn Lawson, in der er seiii Bedauern dariiber auswrach, die Privilegia des Oberhanses Verletzt zu haben. Graf v. Lime- rick erklärte, daß es ihm nicht darum zu thun seh, dem genann- ten Bitrhdrtickcr eine schwere Strafe auferlegen zu lassen. In derfoigenden Siiznng wurde die Debatte iiber den Gegenfiaud im geheimen Cdiiiité fortgeseht. Das Resultat der, “.?-xsiimdigen Berathung war, daß Herr Lawson, wieder vor die Schranken des Hauses gestellt, vom Lord : Kanzler einen scharfen Ber: weis erhielt, aus seiner Haft entlassen und [*n- die Bezahlung der Kosten vcrurtheilr wrirde. (Auf die Detaiis der oben er- wiihnten Sihungen werden wir nachträglich zuruckkommem)

„Oberhaus. Sitzung vom “22. Avril. Da das Gerücht sick) verbreitet hatte, das; So. Majestxxt heute das.? Par: lament in Person auflösen wiirden, so hatte sick) eme große An: zahl bon Neugierigen nach Wesiminfier begrbeii. Der Zudraiig um Einlaßbillets in die (Jallerie des Obkkhailies war ungemein groß, doch wurden nieht viele ausgegeben. Skizen- u_n1 halb 3 Uhr hatten fich viele Pairs, wovon em großer Theil m.,Staats: Roben, im Oberhause versmiiineltzquf den Qypositronskbaiikcn er- blickte man auch mehrere edle Pairmnen. „Kurz vor 0 Uhr trgt der Lord : Kanzler ein, woraui der Bischof von Exeter die

* Die Se ion von 1330 ist die längste gewesen, die bisher noch qehalch wordeU-ist. Da fie" am 3. ?luguü v. “7.“ eröffnet wurde- i'o hat Kc volle 8; Monate gedauert, m weleher Zett iir nur emma] auf “25 Tage (vom 9. Oktober bis. 3. November) zur Ergänzung der damals im Schooßc der Deputtrtcn-Kammer erledigten Steam

Adelaide, Luise, 5Mariam und Karoline und den “ringen BYriiizeii v. Aumale und v. Moiitpenfier auf der fiir die omgl. amm:

nnterbrochm wurdc.

gewöhnlichen Gebete ablas. Eine Bittschrift, die der Herzog

v. Gordon gegen die Reform:.Bill überreichte, erregte allge- meines Lachen im Hause. schriften übergeben worden waren, verließ der Lord-Kanzler den Wollsack, um im anstoßenden Zimmer den König zu erwarten. Während mm der Graf v. Shafte Ebury den Präsidialplaß ein: _

Nachdem noch einige andere Bitt-

nahm, erhob sich eine stürmische Unterhaltung über einigeFörm- lichkeiten, wobei der Marquis von Londonderry die Bemer- kung fallen ließ, daß der (von den Ministern allein anwesende) Herzog von Richmond, der sich eben gegen einige Mitglieder laut geäußert hatte, sich sehr irre, wenn er glaube, daß man ihn für den einzigen Helden bei dem heutigen eaux) (l'état halte. Lord Wharncliffe, der am vorigen Tage einen Antrag ange- kiindigt hatte (S. oben), erklärte, daß er diesen nun auch machen wolle. Er verlangte darauf, daß das Haus dem Könige in einer unterthiinigen Yldreffe vorstelle, wie die geistlichen und weltlichen Lords nur mit großer Besorgnis? vernommen hätten, daß eine Auflösung des Parlamentes stattfinden solle. Sie baten Se. Maj, demnach, das Parlament jest nicht zu prorogiren odcr cmi- zulösen, da dies bei der gegenwärtig in Irland und Großbrita- nien herrschenden Aufregung leicht eine große Gefahr für die Krone herbeiführen und hindern möchte, daß eine ruhige wohliiberlegte Erörterung der Reform-Maaßregel , wie de: ren Wichtigkeit sie erheische, stattfinden könne. Als der Lord ausgesprochen hatte, trat der Lord:Kanzler plötz- lich wieder ein und sagte mir roßer Lebhaftigkeit: „Ick habe doch niemals gehört, daß die rone das Parlammt nicht“ soll auflösen dürfen wenn fie es fiir zweckmäßig erachtet, und be- sonders in einem Momente, da das Unterhaus es für angemessen hält, den äußersten und ohne Beispiel sehenden Schritt zu thun, der Regierung die Subsidien zu verweigern.“ ') *- „Der König, der König!“ rief man jest von mehreren Seiten, worauf der Lord-Kanzler das Haus wieder verließ. Ein fürchterlicher Tumult er- hob sich im ganzen Hause: der Lärm und die Unordnung sollen so groß gewesen sehn, daß es, wie Englische Blätter ver- sichern, bei einer Wahl:.Versammlun kaum stürmischer hergehen kann. Endlich gelang es dein Lord *)kansfield, sich Gehör zu verschaffen. Nachdem er seinen Unwillen iiber die eben stattge- habte tumultuarische Scene ausgesprochen, äußerte er: „Mit Er- staunen habe ich vernommen, daß der König das Parlament auf- lösen miisse, da das Unterhaus zu dem äußersten und beispiel- losen Entschluß gekommen sei), die Subsidien zu verweigern. Ich wünsche, mich keines ungemäßigten Ausdrucks zu bedienen. Aber so weit mir Gott meinen vielleicht schwachen Verstand verliehen hat, kommt es mir bor, als ob der König und das Land jetzt in eine furchtbare, noch nie erlebte Lage versetzt worden. Nicht des Mangels an gutem Willen klage ich das Ministerium an, aber der Schwäche und der Pläne gegen die Sicherheit des Staates und gegen den Monarchen, den sie zum Werkzeuge seiner eigenen Vernichtung machen wollen. ( Hört, und großer Lärm.) Ueber die Reform habe ich meine Meinung noch nicht abgegeben, weil die Bill dem Hause noch nicht vor- lag, und weil ich überzeugt war, sie wiirde niemals hierher kom: men, wie ich auch glaubte, sie werde von jenen ruhmlosen Ber: irrungen , jenen Theorieen und unhaltbaren Speculationen von Ministern, die sich bloß durch eine noch niemals vorgekommene Unfähigkeit anözeichneten, den Beschluß machen,“ Der Red: ner theiltc nun seine Ynsichten iiber die Bill mit, die er eine Vorläuferin vieler anderen Neuerungen nannte; er sprach so lange, bis endlich der Ruf: „der König, der König!“ ihn iibcr: tönte und eine Stimme laut „(;mi assez iiic- Linx!" rief.

Se. d))kajestät, in der Uniform eines Admirals, traten in“ den Saal, begleitet von den Großwiirdenträgern des Neiesxes. Die größte Stille herrschte im Hause, als Se. Majestät“ . Thron bestiegen , Sich niederließen und die Lords ersuOten, ihre Size ebenfalls einzune men. Nachdem der König mehreren Bills, worunter die in s ezug auf die Civillifie , Seine Zustim- mung ertheilt hatte, wurden die Mitglieder des Unterhauses in üblicher Weise eingeladen. Als diese erschienen waren, verlas der König mit fesier und deutlicher Stimme die nachstehende Thronrede: *

„Mhlords und Herren.

Ich bin gekommen, um dieses Parlament zu prorogiren, da- mit es demnächst sofort aufgelöst werde.

Ich bm bewo en worden, zu dieser Maaßregel zu schreiten, um Mich iiber die ? einung Meines Volkes auf dem einzigen Wege, auf dem diese am angemessenfien und sichersten ausgedrückt werden kann, zu vergewissern, und zwar zu dem ausdrücklichen Zwecke, solche Veränderungen in der Repräsentation zu bewirken, wie .die Umstände sie zu fordern scheinen, und die, gegründet aus*?die]. anerkannten Grundsätze der Verfassung, zu gleicher Zeisdahin

aufrecht zu erhalten und Sicherheit den zu verleihen, Herren vom Hause der Gemeinen.

Ich danke Ihnen für die Anschaffungen , die Sie zur Be- hauptung der Ehre und Würde der Krone gemacht haben, und spreche Mein besonderes Anerkenntnis; wegen der ?lnordmm aus, die Sie in Bezug auf die Lage und das Wohlbeßnden Meiner Königlichen Gemahlin getroffen haben. Ich habe Ihnen auch fiir die Geidbewilligungeii zu danken, die Sie dem'öffentliäicn Dienste zugestanden. Mit Zufrieden?.rxii habe Ich Ihre Benm- hungen wahrgenommen, eine strenge Oekonomie in jeden Ziveig dieses Dienstes einzuführen , und Ick vertraue darauf, daß die Sorgfalt eines neuen Parlaments, dessen EinberufungJch sofort anordnen will, sich baldigst auf die Fortsesnng dieses wichtigen Gegenstandes richten werde.

Mviords und Herren.

Ick bin so glücklich, Ihnen anzuzeigen, daß das freundiieiie Vernehmen, das zwischen Mir und den auswärtigen Mächten besteht, die besten Hoffnungen einer Fortsetzung des Friedens darbietet, auf deffenkCrhaltung Meine sorgfältigstcuBemühungen forrwährend gerichtet semi werden,

leords und Herren.

Iii dem Eiitscbliiffe, zu der Meinung Meines Volkes, imtrr den gegenwärtige" Umständen des Landes, Zuflucht zu nehmen, bin ich dUr-„b den Wunsch und durch das eigene sehnliche Begeh- reii nach der Zufriedenheit und Glückseligkeit Meiner Untertha: nen bestärkt worden: vertrauensvoll zähle Ich dabei auf Ihren fortwähreiiden mid eifrigen Beistand,“

Nach Beendigung dieser Rede wandten sich Seine Majestät an den Lord=Kanzier und sagten: „Es ist Mein Wille, daß dieses Parlament sofort bis zum Dienstage den 10. Mai proro: girt werde.“ Der Lord:Kanzler sprach demnach die König!. Yrorogation aus. Se. Majestät hatten sick) sogleich, nachdem

ie die obigen Worte auögesprochen, vom Throne erhoben [UW verließen den Saal. Die Lords folgten bald darauf.

*) Einige Mit lieder hattext sich in der Sisnn des Unter “mt- * sei vom 21. sprit :: diesem Senne ausgesprochen. 2 h _.

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gereichen, die begründeten Rechte und Prärogative der KMU. Freiheiten des Völker;