1831 / 124 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

werden mußte. Wäre

Trimnphcs derer gewesen, die sie für ihre FMM

cm..“;xi ertKsihns; Übergeben und dcrsnimmclt den beiden Häusern wird."; xiiriickgesendet worden, so konnte man einen iii jsder 33017“!th Fiirchibarcrm Ausgang erwarten, als man bei dchampfe r*isrixixxizixseizrij brrcchtizzt ist, der sich jetzt in jeder Stadt, in je- i*i*!11,-7;icri"€!1 Und in ]edrtn Dorfe im Lande Vorbrrcitet. Daß die LZcri'ilM gleiihzcitig geschehen, wie rs der Fall ist, muß die Hef: x'H.-*.7:'r drr Bitrgficcken-Partci um vieics mildern und zugleich ihre „b„"i'ait [:ihnicn." Zn Irlamd wird fiir einige Zeit große *.)in-arrch herrschen und manche bittere "Fehde zwischen anilien rm?) 1;7i7?Vr*-xgniigtcn Factionen ausbrechen: der „Kampf mußte abcr EÉUTU-Il fl.;rtfindrn, und besser ist cs, daß er cht gleich beginnt, (iw “d.“.x': 73.711 ihm er!«;1é„*t hätte, in armseligen Vlusfliichtcn imd lét:'-,“'.2kmil .Hinhalten neue Bewegungsgriindc aufzusuchen, um immer wilder und ausgrlaffcner zu werden.“

Herr O'Connell hat an das Zriändische Volk ein Schreiben erlasscn,i11weichcm er sagt: „Meiner unmaaßgeblichen Meinung nach, darf bei der bevorstehenden Wahl in ganz Irland nur nach einem Prinzip verfahren werden, Uämlich nach dem -- daß chrr kostenfrei gewählt wird, der fiir die große Bürgschaft der "Freiheit, fiir die Reform:.Bill, gestinnnt hat. Alles, was nicht die R2sorm:Bi1[ ist, lasse man aus dem Spiel. Wer f iir dieselbe stimmte, muß vom Bolko unterstützt Werden _ wer gegen fie stimmte, empfiwde den ganzen Haß der Nation. Laßt Euch durch Ki'i'icmandrn tiiiischen, der Euch sagen möchte, ich habe meine “I.;ii'immg hinsichtlich der Union anfgcgeben. Das ist falsch - Ick Qiaubc bestimmt, daß die Auflösung der Union das einzige ***))?itrrl ist, Irland qliicklich und frei zu machen. Binnen kurzem werds. ich meinen [an, wie diese Auflösung zu bewirken ist, bekannt 11mchcn und vermittelst desselben der Englischen sowohl als der Jrländischcn Nation hoffentlich beweisen, daß die Ge- grnyiäiide, die ich bezwecke, nicht nur Irlands „Wohl befördern, sondern die gegenseitigen Verhältnisse zwischen England und Fr- land danerhafter und niißlichcr machen niiiffcn. Dieser Plan aber kann nur in einem rcformirtcn Parlamente mit Zweck: ni.ißi.ricit, Ruhe und Leidenschaftslosigkcit verhandelt werden.“

('H-ostern griff drr "Pöbel das Haus des Sir Robert Wilson in dsr :?Tchnt-Straße an und zerschlug fast alle Fensterscheiben. Man beklagt diesen Vorfall um so mehr, da man der Mei- nung isi“, Sir N. Wilson habe, wenn auch indiskret, doch rm: ei,.zeimiirzig _.;chandclt und set) durch den Verlust der Achtung seiner .Konstituenten bereits hinlänglich bestraft worden.

Vorgestern um halb drei Uhr Morgens brach hier in dem Jroßm Hotel des Lord Walsiugham in der Harley:Straße, an- gcbiiw in dem Schlafzimmer des genannten Lords, der spät in der Naiht zu lesen pflegte, Feuer aus, und zwar mit solcher Heftigkeit, daß es den Dienstboten unmöglixh ward, ihren Herrn, der durch im Felde erhaltene Wunden gelähmt war, zu retten; er wurde ein Opfer der Flammen. Seine (:“-Zcmahlin ward bei wiederholten vbrzweifelten Versuchen, sich zu retten, 'auf das schrecklichste beschädigt und starb bald, nachdem man sie mit gro- ßer “Anstrengung aus dem Feuer gerettet hatte. Durch die Thä- tigkeit der Polizei und ineckmäßigkrit drr Lösch-Nnstalten wurde das "Umsichgreifen des ;_euers verhindert. Auch auf dem Wege nach Hamstcad brach in diesen Tagen Feuer aus, das indessen b-rid gelöscht ward.

Vils Vorsichts:Maaßregel gegen die in Rußland herrschende Cholera ist folgende Verordnung fiir die aus Russischer! Häfen 11ack(5„5roßbritanien kommende Schiffe am hiksigen Zouhanse angeschlagen morden: „Jeder Cavitain eines aus Russischen Hä- fen kommenden Schiffes muß eine Quarantaine halten und ein von einem Britischen Konsul odcr Bice-Konsul unter,;eickmctes (Zertifikat von dem bei seiner Abrrise in den Abladnngs-Häfen und deren Nachbarschaft herrschenden Gesundheits=Zusmnd mit: bringen. Ein solches Certifikat braucht iibrigens bon keiner Rus- sischchhbrde unterzeichnet -odcr von einem ärztlichen Zeugnisse begleitet zu seyn.“

Rus Jamaika sind Zeitungen bis zum 13. März eingelau: fen. Die gesetz ebende Bersmnmlung war am 24. Februar bis zum 227101 d. VFL. prorogirt worden. In seiner, bei dieser (55e- legmhxit gehaltenen Rede hatte der Gouverneur der Versamm- lung zu den von ihr auSgegangenen Vcrfii ungen Glück gewünscht, vermittelst welcher den Farbige" gleiche Rechte mit den Weißen verliehen und mehrere bisherige Beschränkungen im Gottesdienste der Sklaven aufgehoben wurden. Die genannten Blätter er- wa'lnen außerdem eines Aufstandes in Santa Martha, wobei 40 *.)Tenschen umgekommen sehn sollen; der Aufstand selbst wurde indessen bald gedämpft.

Dcr Courier enthält ein Schreiben aus Vera: Cruz vom 25. Febr., in welchem es heißt, daß mit dem Packetboote „Thriati“ bereits 23,613 Doll. 3 Realm für Rechnung der In- haber Mexikanisckzer Obligationen verladen worden sehen. Diese SMM"! ist der zur Befriedigung derselben bestimmte Theil der Zoll=Einktinite, die vom 1sten bis zum 23. Febr. eingegangen . siiid, mid fallt nur deshalb so gering aus, Weil in der genannten ,- kiirzcn Zeit die Gefälle mtr ersi theilweise eingegangen waren. Fiir die Folge werden größere Sendungen versprochen.

An der hiesigenBörse hieß es, daß die Bank ihren Zweig-Banken in der Provinz aufgegeben habe, in der Folge nur 32 5 Wk. zn di:“Léomiren, und hält man dies fiir eine boriäufige Maaßregel, in deren Folge die Bank auch hier das Diskonto auf 5 pCt. er: hbhen wird. Auf den Stand der Consols hat dies eiiien ungim: sU'ZD-“i Eindruck gemarht.

“- London, 29. ?iprii, Die Illuminus»! am Mitte.

w-o-F.) “:'lbmd War sehr glänzend, obgleicb dreiribe m,] der Handr-

smdi selbst fast nur auf die Dctaiihiindler imd Ladeiihaiter bc:

schrankr tmr, und andere Persoiicn »“ besondcrs der vornehme:

rei! .!Kiaiscu *-«- entweder gar nicht iilmnjnirtcii, oder sich roth

* mtr mitrincr Reihe Lambda odcr Fackeln vor den Fenstern des ersten Srbcks begnügtcn. Sie erstreckte sich iibrigens auf die Dbrfsr imd Städtchen auf 10--12 Englische Mcilcn in der Runde. “Dir S-izk-„rilnßigen, welche die' Straßen fiilkten, benahmen sich im („Janzen sehr anständig, imd Niemand schien Gefahr oder Auf- lauf zu befürchten. Gegen 10 Uhr rottete sich jedoch ein Haufe von 2-3000 Handwerkslehrlingen und anderen Burschen znsammcn, welche, von Beurelschneidern angeheizt, die beim (55e- tiimmel am besten ihr Gewerbe treiben, in ihrem patriotischer: Eifer denjenigen die Fenster rigkchlugen nnd die Häuser mit Kork) bcwarfen, die, in den Hatipkx raßen wvhnend, der allgemeinen Stimme zum Trotz, im Finstorii bleiben wollten, und es mögen wohl auf diese Weise einige Tausend Fensterscheiben eingeschla: gen worden sehn. Dies ist indessen cine ganz gewöhnliche Er- schrimmg bei uns, wenn man die Stadt illnminirt; so daß, wenn

ßer Theil des revolutiomiairen Geistes, dcr sick) immer heftiger au]";crte, durck) eine kühne Lluflösnng des Parlamentes unterdrückt die Nation Zeuge des fortgesejxtxlu )a t

ihr::te man den Burgflrcém-Händlern neue und tägli- M (iic-cheiihriten zu tmpopulairen Erklärungen und heftigen “.iixtsfe-„jicn gegeben » wäre die Bill, unvollständig wie sie war,

890 auch jedes Haus beleuchtet wäre, es nicht an Menschen der nie- drigsten "Klase fehlen wiirde, Welche zum Zeitvertreib diejenigen Fenster cinwcrfcn, die nicht so glänzend erscheinen, als die des Nachbars. Auch hatte das vorgi'strigc Zerstörungswerk so wenig JUsurrectionsmäßigcs an sich, das; es der Polizei gelang, in ver- schiedenen Gegenden der Stadt an 200 dieser Bcfdrderrr des Glasergcwerbes zu verhaften, wovon berrits mrhrerr, welche die aufge- legte (Heidbnßc nicht zu crschwingcn vermögen, auf dem Rade (dcr Tretmiihlc) tanzen. 521111 hrftigstcn war der Pöbel gegen das Haus, wo die Morning:Post gcdméft wird, Crockfords „Klubhans und die Wohnungen dcs Hchogs won Newcastle und dcs Mar: quis von Londonderrb, bci wriihem Letzteren drrquTftigtc Scha- den auf mehr als 1000 Pfund gererhnrt wird. 5 cim Herzoge von Wellington ßng man eben an, Strine zu werch, und die Unbesormcnheit einiger Bcdicnten, welcbe, obglcich blind geladen, zu den J'Mstcrn hinaus feuertcn, hätte vielleichr zn ernfihcrfien “Auftritten Anlaß gcbrn können, wcnn die Polizei nicht de11.§;)_au- fen durch die Nachricht zum sznge vcrmoéhr hätte, das; die .Her- zogiu wdr im Hause liege. Da alicr Schaden, welcher irgendwo von eincm zusammcngcrottetcn „Hausen vrriibt wird, vonder Grafschaft und folglich Von den Bürgern verz.;iitct werden muß, so kann man sich denken, das; nicht leicht ein ordcntiicher ansässiger Mann an solchen schändlichen Scenen Authcil nimmt. Indessen ist nicht ein Tropfen Blnt vergossen worden, und gegen zwei Uhr des Morgens war Alles so ruhig, als zu irgend einer anderen Zeit. "Fast alle Transparente und durch Lampen gebildete “Inschriften und De: visen bezogen sich anf den König, welcher vom Volke iii diesem Augenblicke angebetet wird, während selbst die opponircnden Großrn, die 8))kajrsiat des Thrones in dem Fürsten verchrend, desen Benehmen sie soUst bitter gering tadeln, ihm foxtwahrend ihre Verehrung bezeugen Und sich vor wie nach zum Leber und zur Cour drängen. ----- Die ersic becndigte Wahl, wovon wir vcr- 11ommen, hat zu Dover stattgefunden, wo einer der friiheren Repräsentanten, der gegen die ministericllc Reform gestinnnt, einem Frkunde dieser Reform Weichen mußte. „Heute fängt die Wahl in zwei Abtheilungen der Hauptstadt an, namlich in der Altstadt und in Southwark. Zn chtcrcr hat sich Niemand ge- gen die liberalen Kandidaten Brongham nnd Calvert gefunden, deren Ernennung sonach gewiß ist; in ersterer aber, wo man 4 Repräsentanten zu wählen hat, sieht nebst den vorigen Mitglie- dern, wovon eines gegen die Reform ist, ein fünfter Reform: Kandidat. Diese 4 Reform:.iéandidatm haben nun all ihr Ju- tcrrsse gegen Hrn. Ward, dcn Anti-Rcformisten nnd --«* nicht gerade deswegen _ Liebling der Kaufnmnnsrhaft, vereinigt; und da die Kaufleute daselbst nicht das Uebergewickyt haben und auch ein großer Theil derselben Reformisten sind, so ist Hrn. Ward's Sieg noch sehr zweifelhaft. Ju Westminster ist keine Opposition gegen die Reform:.Kandidatm, und eben so wenig in den Graf- schaften Middlesex und Surreh, in Welchen die Hauptstadt gele- gen. Im Ganzen ist jedoch das Resultat drr Wahlen noch sehr zweifelhaft; daß die Minister eine Mehrheit haben werden, scheint zwar gewiß, aber ob eine so entschiedene Mehrheit, das; sie über das Parlament gebieten können, diirfte sich vor 14 Tagen nicht bestimmen lassen. In Irland ist das Volk so enthusiastisch fiir Reform und OiConnell so entschlossen, die Regierung in dem großen Unternehmen zu unterstützen, daß Von der Auflösung der Union dermalen keine Rede mehr ist und die Tories allo Hoff- nung verloren haben, damit den Zankapfel unter die Liberalen zu werfen; und da das Volk féist im ganzen Lande auf Einer Seite ist, so werden es in volkreichen Plätzen mtr wmige Tories wagen, vor demselben aufzutreten, Es hat sich fiir die Samm- lung eines sogenannten patriotischen Foxids ein Ausschuß gebil- det, um die liberalen Kandidaten in solchen Ausgaben zu unter: stiißen, welche das Gcseß erlaubt, und die eingegangenen Bei- träge sind schon sehr bedeutend. -- Das eben erschienene Stiick dcs Quarterly Review enthält einen sehr langen Aufsatz gegen alle Reform, ist aber fast eben so heftig gegen Sir. Rob. §Peel, als gegen das Ministerium.

Niederlande.

Aus dem Haag, 29. April. In der gestrigen Sitzung der zweiten Kammer der Generalstaaten wurde zuhör- derst eine Mittheilung der ersten Kannner verlesen, in der diese der Versammlung anzeigte, daß sie sich mit ihr über den Gefes- Entwurf hinsichtlich der freiwilligenYnlcihe vereinigt habe. Un- ter mehreren andern Bittscbriften wnrde anch die eines Amster- damer" Handlungshauses mitgetheilt, das darum nachsurhte, das:, riicksichtlich der veränderten Umstände, der ?lrtSsuhr-Zoll von Eisen ganz abgeschafft und der Einfuhr:Zoll von ausiandisckwm Eisen vermindert werden soll. Auf den Antrag der Bittschriften: Kommission, diese Petition zur Einsicht fiir die Mitglieder auf dem Bureau niederzulegen, bemerkte Herr Lp den Hooff, es sey zu wünschen, daß der Bericht dariiber gedruckt werde, und zwar nicht sowohl im Interesse der Bittsteller selbst, als wegen des Geses:Entwurfcs hinsichtlich der Beranderungrn, die im Zoll-Tarife vorzunehmen sehen. Der Redner äußerte sein Be: dauern dariiber, daß der Minister fiir die National-Indußrie (Hr. G. G. Clifford) nicht anwesend seh, da er ihn sonst ge: fragt haben wiirde, welches die Griinde sehen, weshalb die im Tarife nöthigen Veränderungen, bei denen der Nord-Niedcr- ländische Handrl ein so großes Interesse habe, noch nicht zur Sprache gebracht worden sehen. Herr d'Escurt) fügte hinzu, es set) die höchste Zeit, daß diese Veränderungen endlich bewirkt werden; seit längerer Zcit erwarte man bereits die ?in- stalten dazu, doch die Kammer sowohl, als die Nation, von der man so große Opfer fordere, sen in ihren Erwartungen bisher getiiuscht worden. Demnach wxinsche er, daß der Regierung das Verlangen der Kammcr auf eine vertrauliche Weise mitgetheilt werde. Hr. Frets hielt cine'solche Mittheilung fiir überflüssig, da diegegenwärtige Diskusfiori hinreichend sehn wiirde, um den Minister auf dirscn Pimkt allfMOrksaUl zu machen, Hr. d' EScurv entgeg- nete jedoch, daß,!venn nicbt etwas gethan werde, die Zcitunniixz ber: streiibeir imd drr Nord:Niederländische Handel fiir disses Jahr keinen Nrisen mchr von den Vcränderrmgen ziehen wiirde. *Da inz-wiirbcn der Präsident (Herr ban Toulon) bemerkte, daß die Minister VON jedem von der Kammer zum “Druck verordne- ten thenstiicke ein Exemplar erhielten, so begnügte sich die Kam: mer damit, außer der Niederlegung auf das Bureau , auch den Druck und die „Vertheilung des betreffenden Berichts anzuordnen. Gestern fand hier die erste Bersämmlung der hierher bern- fenen stimmberechtigten Interessenten der Niederländischen Han- dels=Gesellschaft statt, Es halten sich ungefähr 300 Llctionnaire und Theilnehmer eingefunden. Die der Versammlung vorgeleg- ten Fragen lauten dahin, ob das Interesse der Gesellschaft unter den jesigen Umständen ihre Auflösung wünschenswert!) mache, und, falls diese erste Frage verneint werde, welche Veränderun: gen und Modifikationen im Gnmdvertrage der Gesellschaft statt- finden sollen. Hinstchtlich des ersten Punktes hat die Versamm- lung einstimmig beschlossen, eine Auflösung der Gesellschaft nicht

inwiefern und welche Veränderungen im Grundvertrage vorz nehmen sehen.

abstatten. fahrteischiffc mit Brigiscbcr Flagge frei und ungehindert

zn (affen. Dasselbe Blart. meidet, daß die Korvette serpina“ bei Viießingen Mörser, an

dasselbe thun wiirden.

Blättern : enthaltenen Nachrichten dienen

hin wir von Bergen op Zoom zu Schiffe gereist waren. Ja) der ich auf meinen

uneinnehmbar seh. Den greifen Chasse; haben wir nur flüchtig

wechseln. Ciner-von dcn Stabs:Offizieren war so freundlich,

trefflich, imd wiewohl das Leben in diesem 111ilitckirischen Gefängnisse eben nicht sehr angenehm isi, so weiß man es sich doch erträglichzn nmchcn. Der alte General wird von sämmtlichen Truppen angebetei, Der Gcstmdhc-its-Zustand der Truppen läßt wenig zu wünschen übrig. Kürzlich zeigten sich Spuren eines Fiebers, die sehrbe- denklich zu sehn schienen, doch, Gott sei) Dank, auch diese Furcht ist bereits wieder vorüber. Unsere Schiffsfreunde sorgen für den Unterhalt der Citadrllc, so daß die Besahnng immer auf einige Monate voraus mit Vorrath versehen ist. Jes) habe mich durch eigene Ansicht überzeugt, daß die Worte des Offiziers nichts als die Wahrheit enthielten, und habe keinen Soldaten gesprochen, der auch nur den mindesten Vinschein von Unzufriedenheit an den Tag gelegt hätte. “- Charakteristisch ist folgende Anekdote, die mir hier mitgetheilt wurde: Als unser van Speyk die Ehre der

anders, als durch Anztinduug der Pulverkammer zu retten wußte und das Kartonicrboot in die. Luft fiog, befanden sch zwei un- serer Offiziere, dem ?(uSgange zuschauend, auf einem anderm Kriegsfahrzeugc. In dem Augenblicke, da das Boot in die Luft flog, sagte der Eine zum Anderen in kräftiger Seemannssprache; „„Heute Mittag speist er (van Speyk) mit Tromp und de Ruyter dort oben .'

Antwerpen, 28. April. Man wollte gestern die Freiwil- ligen, die sich seit zwei Tagen, Behufs ihrer Organisation, hier befinden, in Kasernen bringen; sie haben sich jedoch durchaus nicht dazu verstehen wollen und verlangten, bei den ohnedm schon sehr belästigten Bürgern zu bleiben. Als ihre Ofßzierc sie nach den Kasernen abführen wbliten, luden sie fast sämmtlich ihre Gewehre, in der Qibsicht, sich zu vertheidigen, wenn Gewalt gegen sie gebraucht werdcn sollte. Durch dieses Ereigniß wurde unsere Stadt in einige Unruhe versest, die jedoch durch die Fe- stigkeit der Militair:Behörden bald wieder beseitigt worden. Ein großer Theil der Garnison trat unter die Waffen und wurde auf verschiedenen Punkten der Stadt posiirt, während auf dem Meir-Plaize eine Batterie aufgefahren wurde. Sodann erhiel- ten die Freiwilligen:-Bataillone den Befehl, die Stadt zu ver: (affen; ein Theil wurde nach Hrrrenthals, ein anderer nach Bier und ein dritter nacthoom gesandt, Dies und die Patrouilli- rungen der Bürgergarde stellte die Ordnung wieder her, wiewohl noch des Abends spät .ein Theil der Antwerpener freiwilligen Jäger singend und lärmend die Straßen durchzog. Heute sind wiederum fiinf beladene TranEport-Fahrzeuge fur die Citadelle angekommen.

Briissél, 28. April. Jm Beige liest man: „Es scheint, das; der Prinz von Sachsen-Koburg den Belgischen Thron nicht

mache, wie sie der National-Kongreß nicht genehmigen kann.“ Der Courrier sagt in diesem Bezuge: „Wir wissen aus sche- rer Quelle, das; noch nichts entschieden ist, daß Unterhandlungen eröffnet worden, und das; der Prinz Leopold bei der ersten Unter- redung, die er mit der Belgischen Deputation hatte, sich durch den gethanen Schritt sehr geschmeichelt fühlte und die größte Bewzmderung fiir den Charakter des Belgischen Volkes darge- legt at.“

Gcneral Belliard ist gestern Abends aus Paris zurückgekehrt, General v. Beaulieu, der die Stelle eines ONilitair-Gouver- neurs von Autwerpen provisorisch bekleidete, ist zum Chef des General:Stabes beim General Daine ernannt worden, welcher Lestere selbst xum definitiven Militair-Gouverneur der genannten Provinz erhoben worden ist. General v. Beaulieu isi demnach nicht eigentlich abgesetzt, sondern bleibt vielmehr in Antwerpen. Es heißt, daß man dem Letzteren gern die definitive Gouvemenrs- Stelle iibertragen hätte, wenn man nicht in der Nothwendigkeit gewesen wäre, den Gen. Dainezu beschäftigen.

Heute haben die Offiziere vom 1sten Aufgebot der Bürger- Garde in Verviers den Eid in die Hände des Bürgermeisters geleistet, jedoch die Erklärung gegeben, daß sie durchaus nicht schwören wiirden, das Dekret der Unabhängigkeit aufrecht zu er- halten. Hr. David," der Bürgermeister, hat ihnen beigesiimmt

“und hinzugefügt, er habe seinen Eid auch nur in diesem Sinne

geleistet; unter dem Worte Unabhängigkeit aber set) weiter nicht“ zu verstehen, als das; das Volk die unabhängige Gewalt habe- sich auf die ihm beliebige Seite zu schlagen.

In Arlon sind 2000 Flinten angekommen und sogleich unter die Bürger-Garde vertheilt worden, Außerdem hat Arlon in diesem Llugenblich 1000 Mann Garnison, welche aus einem Theil der Luxemburgischen Legion, einem Bataillon des 7th Regiments, einer Compagnie Artillerie und einem Detaschement des 2ten Uhlanen-Regimeuts bestehen. -

P o l e n. Der Oesterreichische Beobachter theilt aus Lem- berg vom 22. April folgende Nachrichten mit: „Nach dem mißlungenen Angriff des Polnischen Generals Dwernicki am

vorzunehmen, und in Bezug auf die zweite Frage ist mir

18ten d. M. agf die durch Wald und Graben gedeokte Stekluns

großer Stimmen-Mehrheit ein Comité von 16 Mitglied“ ernannt worden, das mit der Untersuchung beauftragt ward,

Die Bredasche Zeitung berichtet, daß unserer auf der Schelde liegenden Flotte der Befehl erthcilt worden sry, Kaus: Passsren

»Pro die Stelle von leirlnen;

Geschütz, an Bord genommen habe, und daß andere Fahrzeug.

Ein Reisender, der unser Herr in seinen verschiedenen Kan. tonirungcu besucht hat, schreibt Folgendes iiber die Citadelie von Antwerpen, was am besten zur Widerlegung der in Brüssel" kann: „Einer meiner vcrgnügtesten Tage war der meiner Ankunft in dcr Citadelle, wo,

, * er den St r 11a und rückten lei "ill friiheren Reisen auch in anderen Länder]; ort Ub 1) ck Z ck11 s wenig Lust empfand, das Innere von Kastellen und Festungen zu betrachten, besah mir hier mit aller möglichen Aufmerksamkeit“ selbst die kleinsten Details, denn die Citadelle von Antwerpen war mir und uns allen als Rächerin vvn Hollands gekränkter Ebké sehr thener geworkcn. Sowohl der tüchtige Bertheidigungs-Zn; stand, in welchem sie sich befindet, als die bequemen Einrichtuu: gen für die Soldaten flößtcn mir nicht wenig Bewunderung ein, und es schicn uns, als ob dies Werk der Kunst und der Naim

gesehen, und bloß einige freundliche Worte konnten wir mit ihm

uns die nöthigen Anweisungen und Llufschliiffe zu ertheilen. Bx: Geist aller Soldaten ist, wie er uns sagte, ohne AuMahme vor:,

Niedrrlmidischen "Flagge vor dem anfriihrerischen Antwerpen nicht

annehmen werde, oder daß er mindestens solche Bedingungen-

“„ Russen am rechten Styr:Ufer, siidlick) von Chrhüik,') zogén

ck die Polen wieder hinter den Styr auf die Höhen riickwarts

, ,. _ u: 5 oremel zuruck woselb? e den 191en d, Yk, ' Dieses Comité: war gestern Abends bereits ver: 9" B , ' " mhm blieben

sammelt und wird in der" hetttigcn Versammlung seinen Bericht

, d die Russen durch ihre vortheilhafte ber den Fahrdcmnn vorzudringen und sich ,ftzusexzcn. Wahrrnd die R1_1ssen in Folge der Richtung, welcbe ßeneral Dwermcki nach sxmem ersien Uebcrgang über den M gegen Dubno eingeLangen„hatte, mit Deckung der on Boremel nach lcßterer Stadt fuhrendcu Straße („eschzftzat ..aren, wendeie sick) General Dwernicki aufwärts drs Sthr mid ing am _20ster1 d. M. Morgens bei Beresicczko wieder auf das echte Um: dieses Flusses. 520]! Arten nahm er seine Rich- mq fiber Radzxwcklow, wo er friih um 8Uhr an der Spiyc Von " Mann cinriickte, gegen Krzemimiec, wo der Vortrab scincs orps am Abend dieses Tages rinzurresfm gedachte; dieser Ort oll bloß von einem Detasthemcnt Russischer Dragoner, untcr em Obersten Wrangel, beseZt schn. *- Nachdem die Polen soi- ..ergestalt Voremel verlassen hatten, folgten ihnen die Rnffen aufwärts dieses -[uffes nach Bezesieczko, wo sie bald nach dem Durchzuge dcr olcn, am 20mm um 1 Uhr Nachmittags, eintrafen und sicb, eilimfig 8000 Mann stark, in Kolonnen riickwcirrs dieses Ortes 'ufstelltcn. General chrnicki soll, ehe er Beresieczko verließ, „m den Weg nach Krzcmienicc einzuschlagen, dcm Polnischen „xps, welches an) 181e11 d. M. bei Piaseczkm den Bug passirte nd gegen Wlodz11n_1crz ,bestinmlt war, die-Wejsrmg gegeben ha: en, ihm ebenfalls in dieser Richtung nachznfolgen.“

Deutschland.

Dresden, 29. April. (Aus der Leipziger Zeitung.) in unserer Stadt 'die Ruhe volkommcn wieder hergestellt |, ist eine alte Neuigkeit, die aber fiir Jeden, den sie intrressrt, n Werth gewinnen muß, jc ä!ter sie wird. Seit dem 18teu d, )] ist keine Störung weiter Vorgcfallen. Die ergriffenen encr- “ischen Maaßregeln [affen hoffen, daß kein Funke unbemerkt un- er der Asche fortglinmikn farm. der irgend eine Explosion der: .xsachen könnte. Die Wachsamkeit in dieser Hinsicht wird nicht oriibergehend seyn. Das hiesige Publikum erkennt die Noth- endigkeit der hierauf abzweckcnden Verfügungen der Behörden, nd der Erfolg derselben wird gesichert durch die allseitigxe Be- eitwilligkeit, ihre Ausfiihrung zu fördern. Die zu Untersuchung chorfälle vom 17te11 [MO 18trn d. M. niedergescizte Kom- ission, bestehend aus vier Mitgliedern der Landes-chicrimg nd zwei Mitgliedern des ".)ippellationsZerirhts, schreitet mit nmmter: rochener Thätigkeit in dcr Ruskichtrmg ihres Lértftrages rasch und räftig vor. Sechzehn Individuen büßen bereits fiir ihre Theil- ahine an den unglücklichen Ereignissen jener Tage, indem sie ach Verschiedenheit des ihnen zur Last fallenden Verschuldens nd derdafiir zu erlangen gewesenenBewrise zu mehr oder we- i_aer langwieriger Einkerkcrimg „_, von 'eimnonatlichcr Gefäng- isxsirafe bis zu acht1ähriger Zuchthausfirafe » verurtheilt wor- m find. Schon am 10. April empfingen fiinf der Theilnahmc eberfiihrte ihr Uriheil und wurden in die Straf-Rnftalt zu laldheim abgeführt. Noch befinden sich gegen 30 Personen in ntersnchungs-Haft, unter ihnen diejenigen, von welchen die erbrecherischen Umtriebe imd Anreizungen ausgegangen zu sehn „eiiien; in deren Zusammenhang einzudringen allerdings 'ne schwierige und aufhältliche, aber auch die wichtigste Auf- abe ist. „Viele, die während der Unruhen selbst aufgegriffen orden Waren, weil sie sich auf dem Schauplahe derselben Wm betreten lassen, ohne sich iiber ihre Anwesenheit so- rirechtfcrtigcn zu können, sind uach Ermittelung ihrer Un- eidiichtigkeit in Freiheit gesest worden. Nach geschlossener Un- uchung soll, dem Vernehmen nach, eine aktenmäßige Darstel- ng ihrer Ergebnisse veröffentlicht werden. Es scheint dies Um .- nöthiger, als nicht nur dem Auslande durch auswärtige Zei- tnaen und auf anderem Wege die ungcgriindetsten , bis zum 5 etlichen iibcrtriebenm Nachrichten über die Natur und die edeutsamkcit der fraglichen Vorfälle zugxfiihrt worden sind, son- ern selbst inländische Blatter" manche unrichtige Angaben énthal- n. Bis zum Erscheinen dieser Darstellung möchte dem Publi- m etwas mehr Ungläubigkeit gegen die mit jedem Tage in derer Gestalt hervorrretenden abenteuerlichen Gerüchte von em Gange und den Resultaten jener Untersuchung anzuempfeh: n seyn.

Karlsruhe, 29, April. In der vorgesrrigcn Sitzung der weiten Kammer wurdc derselben von dem Regierungs-Commissair, -taatsrath Winter, eröffnet, das; Se. Königl. Hoheit der Groß: erzog, von dem Beschluß der Kammer, die Büsten der “Groß- erzoge Karl Friedrich und Karl in ihrem Saale aufzustellen, in em1tniß gesest, huldvollst geneigt wären, der Kammer mit dir- en Büsten ein Geschenk zu machen. Die Kammer beschloß, ih- en Dank fiir dieses Geschenk in einer Adresse an Se. Königl. oheit den Großherzog auszudrücken. Staatsrat!) Winter legte inen Geses-Entwurf iiber die Rechre dcr Gemeinde:?Biirger nd- die Erwerbung dss Bürgerrechts mit motivirendem Vor: , age vor; desgleichen legte Staatsrath Jolly eine Mit der „Kb.- igl- Wiirtembergischen Regierung getroffene Uebereinkunft, die kchselseitige Ueberlaffung einzelner Orte in den gegenseitigen ollverband betreffcnd, zur verfassungsmäßizren Abstimmung vor. 'oeide Vorträge gingen an die Abtheilungen.

Oesterreich.

Wien, 28. April. Im heutigen Blatte des Oestxrrei- 'schen Beobachters liest man Folgendes: „Cin politivckxer benteurer, Namens Bourlon, der sich den Titel: Herzog der ormandie, beilegt, sich fiir Ludwig FA]. ausgiebt und in die: kangeblichen Eigenschaft bereits vor mehreren ;Fahren Ansic- M erregt hatte, ist neuerdings, nachdem er lange verschollen „ak, wieder aufgetreten. - Die Gazette de France Vom htm April giebt aus dem Journal de Puh = de: Divine ',"? aus Brüssel vom ZLstcn März d. I. datirte Proclanmtion [xses Abenteurers an die Franzosen , worin derselbe indeia be- idigendsien ?lusdriicken gegen dic vorige und gegen'die ]LYTZL “Uzössthe Regierung und mit den gröbsteanvektwen gegen 'kßerreicf) seine Ansprüche auf den Französischen Thron geltend " Machen sucht.

Unter diesen Umständen sind wir ermächtigt worden; nach- bende, aus authentischen Quellen geschöpfte Daten iiber die ' olle, die dieses Individuum in den Jahren 1819111101820 Italien spielte, und die hieriiber zwischen der Oesterreichische" "d der Französischen Regierung gepflogenen „Verhandlungen be-

'nnt zu machen: Im Monat August 1819 erschien ein gewisser Bourlon zu (' odena. Er kam aus Korsika iiber Livorno, gab sich fiir einen aUfmann ans und war mit einem Französischen Passe verse- M- auf welchem das 1 in seinem Namen wie ein b (Bourbon)

Aufstellung hinderten, am linken Schr:Ufer

') Vergl. die Nachrichten aus dem Oesterreichischen Beobachter v'U'Seftrtg-cn Blatt: der Staats-Zcinmg.

“geschrieben war.

.allgcmeine Maaßrech gcgcn 'die ?llbanestschm Härtptlinge mit

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_ „Nachdem sich Bottrlon einige Monate in Mo- dena arngehalten haiko, ward er der dortigen Polizei verdächtig; er warde verhaftet, und man fand bei ihm, unter anderen Pa- pieren,_eine Proclamation, in der Hauptsache derjenigen ähnlich, die er 1th in Brüssel drucken ließ, und worin -'er sich qleichfalls fur Ludwig )(»"ll. aussieht. Da drr Herzog von Modena die- sen Meyschen als einen politischen Vlbemeurer betrachtete, der durch seine Imrigrtrn dcm Französisch?" ?)irgentenhause gefiihr- lich"werdcn kbimte, selbst abrr keine Gesandtschaft in Paris hatte, so ubergab er den Verhasteten im Monat Avril 1820 der Le- sterrexchischen Regicrnng, welche ihren Botschafter in Paris be: auftragte, sich mit dem Französischen Minister der auswärtiqen Nngclchnhriérn dariibc'r zu besprechen. Dicsrr erklärte Bourlon

fiir einen “gefährlich?" Intrigtmmen, der wahrscheinlich das Werkzeug !kZMÖ rmer Partri sehn diirfte, mit dem Bei:

fügen,.daß der Frimzösisihrn Regierung sehr daran gelegen sei), daß dicyer Betrüger hr-r dcr Hamd in Oesterreich in „Ver: wahrimg bleibe“ und genau verhört“ werde. Die Oesierreichische Regiernng willsahrte diesem Wunsche; Bonrlon blieb hartnäckig dabei, die Rolle Bildwigs Ks". zn spiclcn: aus Mängel an Matcriaiien kounie die JUsormation nicht weiter fortgeseyt wer- deii. 59.011 3. Dez. 1820 wurde drr Französischen Botschaft in Wien rmx Abschrift drr Verhöre mit dem Ersurben iibermackst, die Franzosische Regierung aufzufordern, entweder Bourlon “zu ubernehmen oder einznwilligrn, daß er in Frcihcit gescßt werde. Der damalige Französische Botschafter in Wien iibcrmachte die: ses BkZehren seinem Hofe, erhielt aber keine Antwort. -- So blieb die Sache bis zumIahre 1825, wo dem quzößsrhenBot- srhafter, der sich zur Zeit drs damaligen ?lnfenthalts des K. K. „Hofes in ?.?kailand gleicbialls in dicser Stadt befand, am 25. Mai des gedachten “Jahres eine neue Note zitZestellt und darin erklärt wurde, das: Bourion (der zu Mailand inBerwahrtmg ge: halten ward), wenn ihn die Französische Regierung nicht Über: nehmen sollte, unverzüglich in Freiheit gefrbt wcrden wiirde. “In Folge dieser Erklärung erhielt der Französische Botschafter den Auftrag von seinem Kabinette, dic Qcsrrrreichisckie Regierung zu: vörderst um Mittheilung allrr in ihrem Befiß befindlichen Auf: schltiffe iibrr dicse ?lmgolrgmheit zu ersuchen. Smmntiiche sich

hierauf bezichcnde 917th wurden dem Französischen Botschafter-

qm 24. Jimi 1825 iibrrgcch; fie befinden sich zur Stunde noch in Frankreich und sind nic zurucisestcllt worden. Um eine Ent- 1che1dtmg von Sexten drr Franzosiscbrn ?)Tczzirrimg zu beschleuni-

gen, erhielt der Qrsterreixbiichc Botschafter in Paris neuerdings

„Befehl, die dringendsten Borsteliungcn zu machen; unterm 141.

September 1825 erfolgte dir Liutwyrt drs Orstcrrcichisrhcu Bot- schafters, dahin lautend: Der Französisrhc Ministor dcr auswär- tigen Yugolegenhcitcxx habe sich Sache mit der Nothwrndigkeit entschuldigt, ?luskimst hierixber in Verschiedenen Dcpartcments einzuholen; da nun die Französi- sche Regierung die Gewißheit erlarxgt habe, daß Bonrion kein Franzose sei), so habe sie ihrerscits nichts Writer gegen die Frei- laffung dieses Abenteurers Linznwendcn. Bonrlon wurde hierauf sogleich an die Granze gebracht und freigelassen.“

Portugal.

Die lehren in England eingelaufenen Nachrichten aus Lissa- bon gehen bis zum 16th April; sie bringen folgende Vlbschrift der vom 9. April datirten ?lntwork des Vicomte Santarem auf die (bereits bekannte)Crk1»irrmg dcs Frauzöüschen Gcncral-Kon: suis: „Dcr Vicomte Santarnn enwfiehik sich dem Herrn Caffas und erlaubt sich, ihm bemerklici) zn mmhcn, daß seine Drpcsche vom 18. Mar; Gegbiistiiide drr Diplomaris enthiilt, und daß Sr. Allergetrcursten Majestät chiertmg, indem sie dafiir hält, daß er die durch das „Völkerrecht bestimmten nothwendigen Boll- nmchten zu dergleichen Rcclamationen nicht besitze, es recht sehr bedauert, daß es nicht in ihrer Macht steht, ihm eine Antwort zu ertheilcu.“ In Folge dieser Antwort, fiigen jene Berichte hinzu, begab sich der Franzbsisckio GcneralKonsul an Bord des im Tajo liegendenFranzösischen„Kriegsschiffrs, mit der Erklärung, keine ctwanige fermre L*)kitt'hciiimg bon Seitrn der «Portugiesi- schen Regierung anders annehmen zu wollen, als dnrrh die Ver- mittelung des Britischen (Hencral:Konsuls. Die Französischen Schiffe lagen noch alle im Tajo und Wollten am 19ten'in See ehen. Das Poj'tllßl'ksisÖL Transhortschiff, auf dem sich zwei Französische Untrrthaneu bcfimden, die auf zchn Jahre nach An- goia transportirt werden sollcii, war noch nicht abgesegelt, ob: gleich es schon seit dem 101cn d. M. segclfcrtig lag.

T ii r k e i.

Dcr Courrier dc Smyrnc berichtet in einem Schrei: ben aus Konstantinopel vom 2.3. Miirz: „Der Groß:Wesir, Reschid=Pascha, soll in Mbimfiiri von den Truppen des Pascha von Skutari eingeschloffcn wordcn seyn, der einigen Verdacht ge- gen die Absichten des Wesirs hrgte Und befürchtete, in eine

hinciikgexoßen zu werden. Diese Narhricht, die indessen noch 11ichts Offizielles hat, hat hier einige BesorgUis; crrrgc. -* Seit ewigen Tagen spriibt man viel von der Entdeckimg einer Ver- schwörung chen die Rrixicrimg und der heimlichen Hinrichtung einer großen Anzahl der Bcrsébwornen. Es sind Militairs, die im Briefwechsel mit de:! Rochen von Bagdad standen; aufge- fangene Briefe ffihrtr-n zur Enideciimg dcs Komplorrs nnd der Schuldigen, (Ziiicklicherweise stand kein einflußrkiches Haupt an der Spitze der LZkksCk)iVOkUM: diese waren ziim Theil Yuz:Ba- schi's (“Anführer bon 100 Mann). Gerade während der Sultan nur mit Zerstrcimrich bei":1mftigt zu sehn srhien, die Stadt erleuchten ließ imd Ohne Mißrrancn mit dm chr-Befehlshabern in derselben umhrrgimg, wurden die Sihnldigen entdeckt, verhaf- tet und nach erlangtem Bewvisi» hingeriihtct. Dic Regierimg benahm sich bei dicscr(_558!rgrnhcic mit s'.) bioiKingheit, daß Nib- mand auf den Gedanken an eine Bcrsrlwvbrimg kam und die Ruhe drr Hauptstadt nicbt eiiier: *.)iitgeiil'lick gestört wnrde. -- Die Rüstungen chen ch rechisibct; Pasckm von Bagdad smd bedeutend. *Der ehemalige Groß-Wesir, Sr1i111:Pascha, hat zwei Roßschweife erhalten, um als Dibisibi1i3=Gt12eral unter denKBe- fehlen des Pascha von Aleppo zu marschiren, der das Ober-Zom- mando iiber die zu dieser Expedition brjtimmtcn Truppen fuhren wird und bereits 6000 Beutel als Beitrag zu den „Kosten der- selben von der Regierung empfangen hat.“ Smyrna, 3. April, Am Abend des IZsten Marx und in der darauf folgenden Nacht wurden die hiesigen Einwohner durch wiederholte Erdsiöße in Schrcckvn gesetzt, Der erste sand um 7 Uhr 18 Minuten Abends statt; er war n_1cht fehr sigrk, hatte aber eine senkrechte Richtung „und ware„aho schr gefahr: lich gewesen, wenn er sich starker Wiederholt hatte; Der zweite heftigere, aber horizontale Stoß trat um 8 Uhr 1.6 Minuten em; 'der dritte schr heftige begann um 3 Uhr, 22 MmutewMorgens und dauerte beinahe 20 Sekunden. Emm Liugenblick vorher kündigten die Thiere dicses Erdbeben durch ihr Geschrei und

wegen djeser Verzögerung Och

ten , die Pferde fiampften die Erde und suchten sich loszmrißen. Die Schwankungen der Erde gingen von Nord nach Süd. Die auf der Rhede liegenden Schiffe erhielten Stöße, wie beim Scheitern an einem Felsen. Die ganze Stadt geriet!) in ?lllarm; eine große Anzahl von Häusern hat bedeutende Riffe erhalten. Wenn das Erdbeben noch einige Sekunden länger gedauert hätte, so wäre die Stadt ganz in Trümmer gefallen. Der Barometer war-zwar etwas Jefallen, stand aber immer noch auf schön Wet- ter. Um 5 und 8 Uhr, und außerdem noch vier bis fünfmal im Laufe des Morgens des _29sien, verspürte man neue, aber bei weitem schwächere Stöße, und zwei wiederholten sich sogar noch am Morgen des Z0sien und 31sten. Seit einigen Tagen hatte man auf der Rhede subnmrinische Natur-Erscheinungen wahrgenommen,

Griechenland.

Der Courrier de Smyrne giebt in Briefen aus Na- poli di Romania Nachrichten von der (letzthin bereits er: wähnten) Fnsurrection der Mainoten. -- Ein Schreiben aus Shra von14. Febr. meldet hieriiber: „So eben erhielten wir die Nachricht von einem in der Provinz Maina anSgebrochenen Auf: stande, der schnelle Fortschritte gemacht zu haben scheint. Das Völk, das sein Mißvergniigen nicht länger zügeln konnte, erhob sich gegen die Agenten der Regierung und verjagte se aus der 5 robinz. Pietro:Bei (Mauromichali), den der Präsident zum »enator ernannt hatte, um einen plaufibeln Grund, zu haben, ihn in Nauplia zu hüten, gelang es, aus jener Stadt zurn:- fliehen und sich in sein Land zu retten. Einer seiner Brüder; der in Spezzia znrückgehaiten wurde, floh Zleichfalls und sckyioß sich seinen Landsleuten an, die bereits einstimmig einen Sohn Pietro-Beis zum Qber-Anfiihrrr der Streitkräfte ernannten, die das Land den Truppen der Re ierung entgegenstellen kann. Das Volk wählte eine aus 12 '*'..kitgliedern bestehende provisorische Regierung. Bis jeßt bezeichnet keine Unordnung diese „Verän- derung der Verwaltung. Man besorgt indessen , daß Zwietracht in der Provinz entstehen möchte durch den Einfluß der den Brii- dern Capodisxrias ganz ergebenen Familie Murgino Es fragt sich hier nun Qllles, ob die in Morea beßndlichen Franzöfischen Truppen sich in die Sache mischen werden.“

In Folge obiger Ereignisse war unterm 29. Jan. nachste- hendes Cirkular-Schreibcn des Präsidenten von Griechenland an die Gouverneurs des Peloponnesus erlassen worden: „'Der Senator Peter “))Tauromichaii, sein Bruder Konstantin und ihr Neffe Katsako haben sich heimlicherwejse nach Limeni begeben, -- Die beiden Ersten haben den Posten, dem sie als Beamte der Regierung vorsmnden, verlassen, der Dritte hat sich der Haft, worin er sich wegen eines vor dem Gerichte erster Instanz oh- schwebendei1 Prozesses qulrgos befand, entzogen. -- Wir„habep Grund, zu glauben, das; diese strafbare Handlung mit den aufruhrerié schenBewegunge11, die in den leisten Tagen des Dez. zu Limem stattgefunden haben, in Beziehung stehe. - Die Nachrich- ten, die uns bis jetzt zugekommen sind, lassen uns hoffen, daß die anderen Provinzen von Sparta weit _cntfernt sind, das unsin- nige Benehmen der Einwohner von Limeni nachzuahmen, wel- che selbst nur durch Uebelwoilende, von denen die Mauromichali nur ein bliudcs Werkzeug sind, zur Unordnun hingeriffen wur- den. «» Die Regierung hat die wirksamsten 5) aaßregeln getrof- fen, somohl um besagte Provinzen Vor der Pest der Unordnung zu bewahren, als um die Leute, welche durch Unwissenheit und Habsucht verleitet wurden , wieder zu ihrer Pflicht zuriickzufiih-

ren. - Es kann seyn, daß diejenigen, welche sie zu diesem Un- fuge verleitete!) , die großen Ereignisse, welche in verschiedenen Theilen von Europa ausgebrochen smd, bei ihnen geltend ge- macht und ihnen vielleicht den Wahn beigebracht haben, daß die Auflehnung gegen die dermalige Ordnung der Dinge unter

den ?iuspicieu gcdachter Ereignisse von den verbündeten Mäch- ten nichr werde gemißbiljigt werden. -* Dergleichen Einflüfte- rungen kbmieu in Griechenland nur bei Leuten Eingan finden, welche von der strafbaren Hoffnung verführt werden, si der- öf- fentlichen Einkünfte“ zn bemächtigen und mittelst deren ihre Macht in den Provinzen aufrecht zu erhalten , die sie starrsinnigerweise fortwährend als ihr Eigenthum betrachten. -- Die Mächte, wel- che ihre Wohlthaten Griechenland gespendet haben und noch in diesem Augenblicke durch das Organ ihrer zu London versammel- ten Repräsentanten mit den auf die gänzliche Feststellung feines Schicksals Bezug habenden Fragen beschäftigt sind, wollen vor Allem, daß die Ruhe und Ordnung in Griechenland auf keiner: lei Weise gestört werde. -- Wenn wir eines Beweises bedürf- ten, um die Ueberzetrgung zu gewinnen, daß dies die Absich- ten der-verbiindeten-Höfe sehen, so würden wir dieselben in den zu unserer Kenntniß gelangten Akten der Londoner Konferenz finden. - Wir bringen euch dieses zur Kenntniß, damit ihr die Sprache, die ihr gegen die öffentlichen Behörden, gegen die Notabeln und gegen die Bürger der eurer Obhut anvertrauten Provinz fiihren sollt, danach einrichten möget. - Wir sind von dem guten Geiste, der selbige beseelt, überzeugt und zwei: feln nicht an dem Unwillen," den ihnen das thörichte und straf: bare Benehmen der Ungliickiicheu einflößcn wird, die, ohne es zu ahnen, der Bosheit Waffen leihen, deren sie sich bedienrn diirfte, um in einem so entscheidenden Augenblicke„ als dcr jetzige ist, die wesentlichsten Interessen des Vaterlandes aufs Spiel zu setzen. -- Napoli, am 29sien Januar 10,55.

I. Vl. Capodistrias. Der Staatssecretmr: N. Spiliadis.“

Nachrichten aus Patras vom 19. Februar (die am 7. März in Zante eingelaufen waren) zufolge, soll (wie der Oesterreichische Beobachter meldet) Pietro Bei Mauro- michali, drr von, Zante aus, wohin er sich am Bord der Brigg des bekannten Englischen Obersten Gordon begeben hatte, um von da nach Kalamata (in der Maina) zu segeln, auf der Fahrt dahin durch einen Sturm gmöthigt worden seyn, in Katakolo (einem kleinen Hafen an der Weükiiste vou Morra, Zantc gegen: fiber) Anker zu werfen, wo derselbe von der dortigen Griechischen Be- hörde festgenommen und später an Bord des eigens von Napoli di Ro: mania nacb Katakolo abgesendeten Griechischen Dampfbootes nach erstererStadt gefiihrt worden sey, um daselbst vor eine Militair-Kom: mission, bestehend aus dem Conte „Viaro Capodistrias und zwei Griechischen Generale", gestellt zu werden, In Folge dessen sol: len in der Maina bedenkliche Unruhen auögebrochen sehn, zu deren Dämpfung die Griechische Regierung Truppen aus Rn: melien dahin beordert und die Besasungen von Napoli di Mas: vasia und anderen festen Pläyen der Morra verstärkt habe.

- Der Courrier de Smyrna meldet ferner, daß auf der Insel Hydra ähnliche Unruhen, wie in Maina, ausgebrochen sehen, daß der dortige Gouverneur, Mauromati , ch genöthigt Fesehen habe, die Insel zu verlaffen und fich naY Spexzia zu egeben. Das Volk habe eine aus 7 Mitgliedern besiehend: Kommission mit der „Verwaltung beauftragt.

dic Unruhe in ihren Bewegungen an; die Hunde heul-

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