Rußland und Bessarabien iilwrtragen word:“„n smd, if: vorgestern hier eingetroffen. »- Vom 1. (13) Januar d. I. bis zum 11ten (23.) d. M. betrug die Cinfnhr m den hiesigen Hafen 1,050,236 und Tie Ausfuhr 3,164,188 Rnbel; unter der lrßteren belief sich der Werth dcs verschifften Weizens ans 1,604,320 Rubel.
P o l e n.
Warsäiau, 12. Mai. In der Sitzung der Landbotcn- K;: mmer vom Iten d. M. wnrch zurrst einig? *:.)intréige von JLT'ZUJLL'LT Bedeutung eingereicht; cincr darnnter nahm jedoch die Vlujmerksamkcit der Katmnermrhr in *:,llls'pkll'ki): drr Deputéric K tt): i i n s k i niimlich trrxg darauf an, die ",)lr1frrtigrmg sinds Gcscß-Eutwur- ses zu dcschlermigcn, woduréc) eine diplomatisch Kotmnissiou orga- rrisirt wiirde, da in dem bishrrigcn orgarrisrl-rn Statut iiber die Rrpréisrntation fiir eine solch nicbt gesdrgt sev. Hierauf kam der Vorschlag znr Diskussion, wonach die eriammcrrsrsxmg der Kammer crnrurrt werden soll, Und zwar lies; sich soglcicl) der Larrddote Swirski gegen dieses Vorhaben vrxnrhmcu und suchte zu beweisen, das; fiir cine solche Erircttrrrmg weder drr dringende Norliwrndigkcit, noch die (Zch'cßmäßigkrit sprächen, und daßami) _irst gar nick»: dic gccignrte Zeit dazu wäre. Was zrrcrst die Norlswmdizxieit anlwlangc, mriute der Redner, so sei) die An- siriit ganz grrmdlos, das: die öffentliche »)Ncimmg sich deshalb ge- grn die grgcrrwrirtizcn Repräsentanten crkléirr, weil sir mrter Ein- s'lnxk? Sr. Kaisers. Hohrit dcs Cesarcwitsä) gewählt words", UUÖ cr glande, daß nur zwci Klaffm von »)Iirnsldcrr sich der ltc-stclwn: dm Karmner abgeneigt zeigten, nämlich diejenigen, wrlclw ver- lorene Titrl, Nenner, Ordru und Grarificatiourn 11lkl7l vcrscdmer- zr!) kdmrtrrr, und die Klasse der natd Tilnarrdir gierigen Ernte; wiihrend dagegen die ganze Nation die Verdienste dieser «Kammer zu schätzen wisse, die sich die letztere vor:: Augen- dlick ihres erstrn Zusmnmentretrns an, nach drm 29. November, erworben (mdr, indem sie die Revolution fiir national anerkmmt, das Mainfest an Europa erlasicn, die Erledigung des Thronrs dclrrtirt u. s. w. Hinsichtlich der Brlmuptung aver, das; eine Yiufldsrmq drr Kammer durch das Gesetz begriindet set), stritztc sick) der Redner auf die Constitution und erklärte, so lange diese nicht vcrändrrt werde, habe er die imrrre Uebcrzeugung, daß er die Würde eines Repräsentanten, ohm" Riicksicht auf die vorge- fallcnen Ereignisse, fiir die Zeitdauer, auf die sie ihm verliehen worden, gesekzlicl) dckleide, und das Mandat eines jeden Rrprä- sentantrn dauere 6 Jahre hindurch, von dem Augenblick an, wo er erwählt worden , ununterbrochen fort. Endlich stellte derselbe der „Versammlung vor, daß jetzt fast die Hälfte des Landes von den Muffen besetzt set), daß daher eine physische Llirtrröglichkcit smttßnde, im ganzen Lande die Wahl:Bersammlungen aus:,u- schreiben, und daß der größteTl)cil der Wähler und der Personen, we'lcbe vielleicht zu Repräsentanten erwählt werden möchten, in den Reihen der Krieger kämpfe; aus allen diesen Griinden könnte man also wohlnicht behaupten, daß der gegenwärtigeAugenblick besonders geeignet dazu wäre, die Landbotcn-Kanmrer zu erneuern. Diese “*.*-)keinung rmterstiirzten auch die Herren Fr. Soltyk, Wo- lowski, Krysinski, Bonaventura Niemojowski und Graf Gustav Malachowski; der Deputirte Wolowski aber fügte noch hinzu, daß, seiner Meinung nach, der Erneue- rung der Kammer die Feststellung einrs neuen Wahlgeseßes oder die Umänderung des bestehenden vorhergehcn müsse. Dagegen spraclxen die Landboten s))kodlinöki, Kaczkowski, Johann Jezierski und Andere fiir die Erneuerung der Kammer, und der Deputirre Chomrntowsß" meinte, wenn auch die Kam-
mer selbst idr Verfahren in der letzten Zeit lobe, so gewähre dies noch nicht die geringste Uebcrzcugrmg davon, daß die ganze Na- tion mit demselben zufrieden sev, welches man nur dann anneh- men könnte, wenn sie der Kammer irgendwie vermittelst Bfir-
JU“- Dcputationen odcr Yldreffcn ihre Gcsirmungen zu er- "iermen gegeben hätte. Nucl) fiihrten medrrrc Mitglieder an, das; das Mandat, welches“ die Repräsentanten zur Erledi- gung von Gegenständen besäßen, die durch die Constitution angedeutet wären, keine Giiltigkeit mehr habe, oder, wenn es ami) deim Beginn der Revolution noch gegolten", doch jetzt cr- lo:“chen 1-1); und endlich behaupteten sie, das; selbst in den von den Russen besetzten Distrikten an Orten, welchc dieselben noch nicht eingenommen hcitten und die von der National:chier1mg zu diesem Zweck bezeichnet werden sollten, nene Wahlen vorgenom- men werden könnten. Auf alle diese Einwürfe erwiderte unter thdcren der Minister des öffentlichenUnterrichts, wel- Orr an diesem Tage allein auf der Regierungsbank saß, daß die Uebereinstimmung der ganzen Nation zu einem und demselben Zweck der beste Beweis dafür set.), wie sehr diese Nation das “Verfahren der Rcich51agS=Kammrm gutheißc. Nack) larrgen C'rörtcrrmgcn schritt die Karmxwr endlich zur Abstimmung ('Wer die "Frage, ob diexKommissionen sogleich und vor allem Andr- rcn eincn (Jrstlz-Entwurf hinsichtlich Erneuerung der Katrxrner an;“crtigcn“ rmd vorlegen sollten; das Resultat ergab jedocli, “daß die Antwort darauf mit einer Majorität von 46 gegen 22 Stim- men ver::rinc11d ausfiel.
Die Staats-Zeitnng enthält unter amtlicher Rubrik rwck) nachträglich einen Bericht des Generals Thomas Lubienski, Befehlshadcrs des 21er: KadallcrirEorpS, iibcr zwei kleinere Ge: srchtc, von de_ncn das erste vor dem Treffen bei Jganie am 10. April bei Boimie, das andere aber am 141111 desselben Mo- 12:1ks bei Sucha stattgefunden dat, folgenxen Inhalts: „Am 10ten Uahm das 2te Corps eine Position "bei Boimie ein, wo es dir Siiriwfe dcs Kostrzyn “dvr silb hatte, durch welche mtr ein iciitrralcr Damm und drei, danmlö aber abgrdranntr, Brücken ?rrlyrrn. 5.71er dem emrgcgcngcsryrcn Ufer stand “die ?)irxssischc M:
txllerie in cmer Position, die 'von einer Alithrilnng Infanterie „
Mx» ,K„_-*x_*-allcric, den Ucbrrrcstcn drs dri Wawr, Demde Nichic imd Kalrtszyxr zcrsyrrngten ?)(osenschcn Corps,“ untcrrwrlzr wurdc. De?" Gcneralisslmns langte in Boimir an, Uird dar, game Corps ivarrtc rmtrr Getvchr der Karwnadc auf dem rcclxtrrr Flixßxcl rm: sercr Armer, wodUrcl) das Signal zum Vingriff arri die Front des Fröndes grgelwn wvrdcn sollte. Sodald die rrwarrcten “Sei)trsse vrrrroxnm-xn wurdcn, tvarfrn sicb sogirici) dar; (***-rcxmdicr- [md das Ztc Liuirn-Jkirgimrnt rmtcr Rnfnl):*rtrrg dcs Okacrst Wrdiricki mit Heftigkeit anf dcn Frind, gingen, olmc die Wicdcrdcrstcllmrg cer Brücken abzuwarten, durti» die Frilirtcn dcs „Kostrzyn und drmeistertcu sici), die in drm Dickicht dcfindiirixcn Tiraillcurs ver- trcidrnd, in einem Augenblick des gegerrlibcrliegcndcn Ufers. Schon r*rrließ der Feind die feste Stellung, wwlchr cr eingenom- MLU howto, rmd zog sich eilig auf der Landstraße mriick, indem cr durch die kiilzne Bewczxtmg des Generals Prondzynski von Latowicz nuch Siedler adgcs-“lmitten zn wcrden besorgte. Nack) r=n Urdchang iiber den Fluß bildeten sic!) Kolonnen zum An- griff, wclckye den Feind so hartnäckig zn versolan de_q-x-«nncn, daß cr sick) nirgends mehr festsetzen konnte und mir dnrch Aufstellung von Tiraillcnrs in dcn Dickichtrn und Wäldern die Unversehrt- heit seiner Kolonnen zu erhalten suchte. Erst narlrdem er liver die Briickc di:? *).chawirc hinüber und hinter Jganic angelangt war, konnte &“ Halt nmchcn und eine feste Position bci Sicdlce
9313 einnehmen. dicr:31egiment, von, einpr Kanonenkugel getroffen , seinen Tod. Wie heftig und schnell der Angriff des Grenadier- und des ihm folgenden Zten Regiments war, beweist die Gefangennehmung eines ganzen Russischen Infanterie-Regiments, welches, da es sich auf den Schall unserer Geschütze aus seiner Position in Lonezka nach Siedlce zurückzog, unter unsere Kolonnen gerirth und mit dem Oberst und allen Offizieren die Waffen streckte. In der folgeirden Nacht de_ckten das Grenadier : und Zte Linien-Ncgiment den Rückzug unseres Corps in seine alte Stellung mit errsdauer und Ordnung.- Nm 14, April lwwachte ein Bataillon des GrenadierMegimentes mit 2 Schtvadrdnen vom 6ten Ulzlanen-Regimcnte, Unter ge: Urein'samer Aufrüstung des Obersten Wolowicz, den wichtigen Posten in Sucha, welches den Schlüssel zu der“ Position bei Voimie bildete. Dieser Posten wurde des"Morgeirs do112 feind: iiche11 Kadallerie:chimknterU, 6 Kolonnen Infanterie und 3 Ge: sclxszen an;,regr“iff*e11. Die Kavallerie, welche durch eine Fuhrt unterhalb SMW den Fluß passirt hatte, wollte das Bataillon abschneiden, wiihrend za gleicher Zeit die Artillerie mit Kartät- schen die Unsrigen beürich und die Infanterie unter dichtemKa- rabinrer:Feuer _das Dorf zu erobern suchte. Zest formirte si-Ik) das Grenadier=Bataillcn hinter dem Dorfe in 4 Kolonnen Und hielt durch sein unrrsrdrockenes Standhalten die Hartnäckigkeit der Kadallerie auf, die Tirailleurs aber, zwiscHen den Härrsern umher „zerstreut, bestrichen den Feind mit gutgerichtrtcn Schtiffen. Auf den ersirn Dormer der Kanonen eilte das 4te Grenadier- Bataillon, welches das Dorf Sirchocina beseyt hatte, dem crstrn Bataillon zu Hiilfe, und indem es seine Bemühungen unter- stützte, trug es dazu bei, den Feind zuriickzudrängen, der sick), da er seine Anstrengungen erfolglos sal), wieder über den Kostrzyn zurückzog. “
In diesen Tagen ist der Krakauer Senator Soltykowicx, Verfaffer vieler gelehrten Werke, mit Tode abgegangen.
Dis hiesige Staaté-Zeitung erklärt die von auswärti- gen Blättern gegebene Nachricht , daß die Polnische National: Régicrung den Anführer der Samogitischen Jusrrrgenten, Puszet, mit Steckbrief“: verfolge, für völlig rmgegrimdet.
Frankreich.
P aris, 0. Mai. Wie man vernimmt, wird der König sich am 16. nach seinem Schloffe Eu (Normandie) begeben und von dort die Reise nach Havre und Rouen antreten. Man glaubt, daß die ganze Abwesenheit Sr. Maj. 12 Tage dauern werde.
Gestern Nachmittag waren die Minister zu einer Konferenz bei dem Präsidenten des Conseils versammelt.
An die Stelle des zu anderweitigen Functionen berufenen Herrn Paulze-d'J-vot) ist der ehemalige Präfekt, Herr Bouvier- Dumolard, zum Präfekten des Rhone-Departements ernannt worden. Herr Bouvier-Dmnolard stand im Jahre 1814 an der Spitze des Departements des Tarn; man hält ihn allgemein für einen geschickten „Verwalter.
Nach dem Inhalte einer vom 7ten d. M. datirten und von dem Kriegs-Minister kontrasignirten Königlicher: Verordnung sol- len die Unterofßziere, Korporale und Gemeinen, die entweder den mit den Details der Verwaltung in den Werkstätten der Regimenter beauftragten Offizieren zugetheilt sind oder zu „Ver- richtungen gebraucht werden, die sie von dem gewöhnlioden Dienste abhalten, nicht mehr in dem Effektiv=Bestande der Com- pagnieen mitzählen , sondern unter der Benennung einer Com- ])ÜZUiÜ bon-ranZ einen integrirenden Theil des kleinen Stabes eines jeden Regiments anomacben. Der „Verordnung ist ein Tableau angehängt, woraus sich die Zusammenßellung dicser Compagniccn, sowohl nach dem Friedens: als nach dem «Kriegs- fußc, näher ergiebt.
Die Gazette de France bemerkt in Bezug auf den gestri- gen Artikel des Moniteurs iiber das Juli:.Krcuz: „Dieser Arti- kel entscheidet die Frage, um die es fick) handelt, nicht; lehrere kann nur durch ein gerichtliches Verfahren eine gesehliche Lösung er- halten. Und wie wollte man eine Strafe Männern, die eine National-Belohnung verdient haben, aus dem Grunde aufle en, weil man ihnen diese Belohnung in einer Form und unter dZe- dinguugen zuerkeimen will, die sie verwerfen. Oie Belohnung wird durch ein Gesetz, das keine Bedingung daran knüpft, vor- geschrieben_; der Eid dagegen wird durch eine Verordnung einge; fiihrt. Soll mm die Verordnung verhindern, daß das Gesetz vollzogen werde? Seitdem das Prinrip der „Volksherrschaft :'n die Verfassung eingeführt worden ist , verlangen die Juli-Män- ner anch die Folgen dieses Princips. Die Regierung beruft sich auf die Stimme des Landes, die Partei der Reprtblikaner auf die Logik.“ - Der Courrier frangais sagt Über denselben Ge- genstand: „Die letzten Zeilen des Vlttfsasrs im Moréiteur scheinen auf eii1e gerichtlich Verfolgung derer hirrzuderxten, die das Band des Juli-Kreuxes schon cht anlegen wiirden. Ein solches „Verfahren wäre aber so abgescßmackt, daß wir um;;öglicl) daran gianben können. Man stelle sich nur10sj0 oder 1200 De- korirte vor, die in Masse vor drm Zuchtpo1i§ei:Gerichte erschie- nen. Jm UebriJen ware eine «richtliche Verfolgung, nachdem die Namen der Dekorirteu im Monstern erschienen sind, etwas Gesesividriges. Jedenfalls qiebt es jetzt noch viele Bürger, die das Band nicht angelegt daizen: man leite em gerichtliches Ber- sahren ein, und Allr werden es tragexi.“ «* Der Constitu- tionnel äußert: „Was der Moniteur auch sagen mag, ein Eid kann nur mittelst emos (Hesexzcs aufgelegt werden. Die Verord- nung vom 30. April ist daher gcsrßwidrig und nicht obligatorisch. Wie gutgrsinnte Bürger miii'sen einen Zwist beklagen, der in seinen Folgen so wichtig werden kann. Den Patrioten des Juli war es 11ickt im entferntesten in den Sinn gekonmren, den Kö: Uig, dc-n sie auf den Thron gehoben, irgend zu bctriilien; mit
Freude:"; warden sie die neue Decoraiidn als rin neues Pfand „
des gegenseitigen Bündnisses aus seinen Händen empfangen, mit Freuden wiirden sie dem Königs einrn freien Eid geleistet haben, Da stört eine elende Politik ein Fest, das fick) mit so großem (Lilanze ankündigte. Dic Schuld trifft cinzig und allein das Ministerium.“ - Uitgefadr in derselben Weise spricht sich auch dasIournal du Commerce aus. " Der National sagt ohne Weiteres: „Zwischen dem im Juli umgestürzten legt": linien, rmd dem am 7ten Angust gewahlten Königthnm gab es ein Intrrrcgmmr der Bolks:Diktatur. Wie nun Ludwig Phi: lip», „Konig der Franzosen, seine Krone diesern Interregmnn ver- dankt, also wollen auch die Juli-Mlmner die Decoration, das “Zei- (k)en ihrer Ergebenheit, demselben verdanken. Dirs ist unsere peremytorische Antwort auf das Manifest des Moniteurs.“ - Das Journal des Débats und der Temps geben den Ar- tikel dcs Moniteurs, ohne irgend eine Bemerkung hinzuzufügen.
Mittlertvcile enthält der Moniteur die Protestation von 63 'mit dem Juli-Wreuze dekorirten Individuen gegen die am 6teu in der Vcrsammlung der „Grandc-Chanmiére“ gefaßten Beschlüsse. Sämmtlirhe Unterzeichner gehören dem Iten Stadt:.Bezirke an, und die Protestation wurde noch am löten selbst, gleich nach auf-
Dort fand der Capitaiu Stokowski , vom Grena-
sle als gute Patrioten mit den gedachten Beschlüssen, WMC) dxr .Eid.verweigert, die Inschrift: „Gegeben vom Könige“ zu- ruckgewiesen und nur das von der Kommission für die National, Belohnungen vorgeschlagene Kreuz angenommen und sofort an: gelegt werden solle, nicht einderstanden seyn könnten. Was den
Pflichten durchdrungen, bet der Empfangnahme des Kreuzes den: selben mit _rZollLr Ueberzeugung leisten. Eden so nähmen sie den Zusay; „Gegeben vom Könige“ dankbar an, weil nach ihren ' Ansichten die Belohnung dadurch nur noch einen höheren Werth
erhalte. Umsonst mühe man sick), zu beweisen , daß durch jene * Worte das Wesen der Decoration verändert und aus einer Na: * ti911111:.23elok)n1111g eine Königl. Gunstbezeugung gemaürt Werden wurde. Sie (die Unterzeichner) könnten dicses Bedenken
nicht theilen, glaubten vielmehr, daß die Eidesleisiung und die Annahme ,der Inschrift nur dazu dienen wiirden , die öffentlich," RUHE durch eine noch enZere Anschließung an den Monarchen zu bewahren und zu befestigen. „Durch diese Erklärung“, so schl4ießt 'die Protestation, „wollen wir der Regierung eine nene Birrgsßmx't unserer politischen Meinungen geben. Nicht vdne tiefen Sclxrxxerz sehen wir, das; einige unserer Mitbürger, die sich durch glänzenden Muth und ehrenvvlle Dienstleistungen
gen; so lauter ihre Abficdten abrr auch seyn mögen, wir können ihre Mrimmgen nicbt theilen, Wenn wir indeß bei dieser Gele: genhrit rms zu unserem Leidwesen von ihnen trennen müssen, so sind wir deShalb nicht minder gewiß,“ mit ihnen an dem Tag, wieder zusatmncnzutreffen, wo es darauf ankäme, fiir das Vater: land zu feWtcn ,und zu sterben.“ _- Yuck) im Journal des" Débats liesi mlm neuerdings drei Protestationen einzelnerJn, dividrren gegen .die Eingangs erwähnten Beschlüsse.
Es ist rmlgngst gemeldet worden, daß der bisher _unter dem Namen der „Gesellsckmft des Allgemeinen Bulletins zur Fort- pflanzung der 1viffrnschaftlichen und industriellen Ke:1ntniffe“hez , kannte anonyme Verein damit umgeht, seinen Titel gegen den kiirzeren einer „Allgemeinen"Gesellschaft zur Fortpflanzung der ' Wissenschaften und des Gewerdfleißes“ zu vertauschen und dazu die Genehmigung der Regierung einzuholen. Da indessen einige öffentliche Blätter sciwn jetzt die Gesellschaft bei diesem lestcren Namen neunen, so smdet der Moniteur fich dadurch veran- laßt, in einem demAnschrine nach arnrlichen Artikel darauf hin- zuweisen, daß der Vérein bei seiner Bildung nichts weiter beab:' sichtigt habe, als ein Journal zu stiften, und das; das Unterneh- men auch bloß als eine Zeitrtrrgs:E11treprise bei dem Handels: Tribunale eingetragen stehe; der „Verein könne souach Zweck und Namen mtr kraft einer Königl. Verordnung ändern; Jedermann wiffe im Uebrißen, daß anonyme Gesellschaften gesetzlich den Zweck idres Utxterrrehmens im Titel führen müßten; dieser Ztveck sc-y im vorliegenden Falle die Hrrauégabe eines Bulletins; da: her dieses Wort auch aus dem Titel nicht gestrichen werden dürfe.
Auf der hiesigen Präfektur ist man fortwährend mit Anfer- tigung der neuen Wal)l:Listen beschäftigt. Morgen werden die Listen geschlossen urtd am Mitwoch zum erstenmale öffentlich aus- gehängt werden. Bei der Erniedrigung des Wahl-Census dnrch “ das neue Gescs hatte man fiir Paris eine „Vermehrung von 10«-12,000 Wählern, erwartet; dieselbe wird sich aber höchfiens auf 5-6000 belaufen. Die Gleichgültigkeit der Bürger, ihr „Wahlrecht geltend zu machen, scheint die Hauptursache dieses un- erwarteten Resultates zu seyn. - Man spricht von mehrrrrd Veränderungen in den Präfekturen, welche kurz vor den neuen Wahlen stattfinden wiirden.
Der verantwortliche Geschäftsführer des Blattes „la Ré: volution“, Thourrt, war wegen Aufnahme dreier “Artikel: „Das willkürliche Ministerium“, „?ldresse des patriotischen Vereins der Freunde der Gleichheit an die Jtaliänischen Patrioten“ und „Correspondenz“ betitelt, auf gestern vor den Asstsenhof geladen. Herr Thouret bekannte sich selbst als Verfasser dcs einen dieser Artikel; die „Verfasser der beiden andern, der Studirende der Jurisprudenz „Vida! xmd i'll; gewisser Giacobbi, waren ebenfalls vorgeladen. Marl) vernommener Anklage und Vertheidigung er- klärten die Geschwornen den Geschäftsführer wegen Vlufnavme des “von dem Studenten Vidal verfaßten Artikels des Vergehens der Aufreizrmg zu Haß und Verachtung gegen die Regierung für schuldig, sprachen dagegen die beiden andern Angeklagten frei. Den Einwand des Anwalts des Berurtheilten, daß in der Entscheidrmg drr Jury ein Widersprrtxé) liege, insofern ie dm Verfasser eines Artikels freisprecbe, den Rcdactcur des *" lattcs, das ihn aufgenommen, abcr verurtycile, beantwortete der Ger richtöhof durch folgenden Nrrsfprncl): „In Betracht, das; die Geschwornen in Betreff dcs :c, Vidal nicht geantwortet haben, daß der angeschuldigte Artikel kein „Vergehen konstituire, sondern nur, daß der re. Vidal nicht strafbar set); in Erwägung, daß das Gesetz untersagt, nach den Griinden des *,)lusspruchcs der Inkl) zu'forschen, daß diese Griinde ihr angehören und aus der mora- lischen Beurtheilung der Thatsachen geschöpft sind: daß also in dem Yrrésprucde der Geschwornen kein Widerspruch liegt, und nachdemThonrct cines Vergehens für schuldig erklärt worden, er auch der durch das Gesetz verhängten Strafe „unterliegt; - in Betracht alles dessen Verurtdeilt der Gerichtshof den Antony/ Thouret zu dreimonatlirhem Gcfängniß und einer Geldbuße von 5000 Fr.“
Der bekannte Herr Cotta, ehemaliger Rath“ am hiesigen Königl. Gerichtshofe, schreibt von Lausanne aus an die Redak- tion des National, daß er in diesem irrthiimlich als ein Mit- arbeiter des „Vereins für die Bekanntmachung von Broschüren bezeichnet worden set).
Die Fagd-Gerechtigkeit in den Staatsforsten wird, dem Vernehmen nach, nächstens öffentlich dem Meistbietenden zuer- kannt wcrden. ,
Der dieffeitige General-Konsul in Barcelona, Mara!!!“ voana Roche-St,-André, ist von diesem Posten abberufen worden.
Die Nachricht von dem Tode des Abbé Gregoire, ehemali- qen Bischofs von Blois und Mitgliedes der konstituirenden Versammlung, ist ungegriindet, jedoch ist an einer Genesung zu zweifeln, und man erwartet täglich seinen Tod. Es haben berertö 1.lnterl)andnmgen zwischen dem Ministerium und dem hiesigk" Erzbischofe ftattgefmrden, um für jenen Geistlichen eiir Begräb“ niß mit allen kirchlichen Cercmonien zu erhalten; Hr v. Qucleu weigert sich aber ßatrdhaft, diese lesteren zu bewilligen.
Ju Toulouse wurde am Zteu d. M. von der dortigen ?lka- demie dcr Blumenspicle das Blumenfest gefeiert und, der SU" gemäß, mit einer Lobrede auf die Wiederberstellerin der Akademie, Clémence Isaure, eröffnet. Den Beschluß des Festes machte die Vertheilung der beiden Preise.
Walter Scott arbeitet gegenwärtig an einem neuen R95 mant, der den Titel: „Robert, Graf von Paris“ fiihren wird-
Nus Genf wird gemeldet, daß der Zug mit der Leiche des hochseligen Königs von Sardinien sich am verwicbenen Dienstage
(
gehobener Siytmg, von ihnen abgefaßt. _Sie erklaren darin, daß
von „Turin nach Haute-Combe , am See Bourget, dem ehenmlk'k
verlangten Eid betreffe, so würden sie, von ihren Rechten Und „
„„ „ _, , empfe * . len, andere Wunsche und Grundrase als die rmsrigen Verkündhj:
*
m Vorzimmer saß, und das; er, nachdem er gesprochen hatte, rmaßen erföyöpft war, daß man ihn nach einem Ruhebett tra-
Begräbnißorte der Grafen von Savoyen, in Belvegung ge- 1 at und in funfthn Tagen an letzterem Orte ankommen d. Die Kosten dieses T_raerports und des Begräbniffes den auf 600-090 Fk- abgerchast. „Der neue König Karl VU-
wird an die Stelle der bisherigen Gardes du Corps eine nigl- Garde errichten. '
Ans Toulorrvon] 3. Mai meldet man: „Die Linien- - e„Tridrnt“, „K)llgrßras“, „Algier“ und „Marengo“ liegen „t mehr auf der großethede vor Anker, sondern sind nur anders sestliegcnde Schiffe angebunden, so daß sie beim ersten jgnal nur die Tarte zu [01511 brauchen und sogleich unter, Se:
ehe" können. Man vernchert hier, die Flotte des Englischen mirals Puttenet) Malcolm ser) auf dem Wege von Smyrna tkhkk- und das Franzosisclie Geschwader 'erwarre nur seine Arr- „fx, um sich mit ihm zusamrrren dor dre Munduug des Tajo legen. Die Effekten urrd dre .Kuche des Contre_-Adnnr91_s ugok sind bereits-emgesMfft, woraus 'ma-n 'auf eme „baldige fahrt fchlicßen wrll. Drr Bet) vor) lekkl ist noch hier und oute vorgestern der großen Revue ,uber die hiesigen Truypen i' er sah mit seinem Sohne vom'Balkon der *))karine-Präfek- r'zU und schien die schone Haltung der Truppen zu bewundern.
Jm Havre eingegangenen Nachrichten aus 5onrt-au-Princ e ait!) Vom 14. “Marz.“zusolge, stand der Prasident Boyer im Griff, fiel) nach [2:5 (2.1st und verrchredenert anderen Punkten 5 südliäwn Theilcs drr Insel zu begeben., Alle in Haiti wol)- nde Yluständer stimmen in ihrem Urthxile uber Boyer dahin erei", das: er gute Absichten habe und dre Europäer n'ack) Kras- n vesciilttze; seine Umgednngry srnd aber schlght. Dix Redak- ure der in Port-au-Princx cr1chemenden _Blatter bemühen sich *gjjcb, die Anoländer zu irberzeugen, dal; es besser firr ste sev, .sLand zu verlassen, und wenden alle Mittel an, um das Volk egen sie aufzrrrejzen.
Großbritanien und Irland.
London, 8. Mai. Es wird an die Hand gegeben, int enen Parlamente, oder in der nächstfolgenden 'Sessidn, daraur uzutragen, das; die Britisrhen Kolowcm berxrdttgt werden sollen, kitglieder zu dem knnftigen reformirten Parlamente zu senden, nd man macht bereits emen vorlanfixzexr Anschlag zu 5-2“ dersel- en, als: frrr Bengalen (50 Milixoucn Einwohner) 4, dre 5-1).er- dentscdast Bombay 2, die 3I)*;asiden::?;xaft Madras (10 Millio- en) 2, Ober-.§§'t111.rda 2, Unter-Ka-mrw 2,“ Ncn-„Sadwales 1, andicmcnsmud 1, Siid-Nsrika 2, Mauritius 2, Ceylon *.), Ja- mila 2, Barbados 1, Trinidad 1, Neufmrrrdland 1, Neu: 'rarmsrdwrég 1, Malta 2, die Ionischen Inseln 2, Jersey und ucrnicv 1, Man 1.
Ein Englisches Provinzial:Vlatt (der LancastchH-errrld) iebt folgende Notiz ilbkk Lord John Russell, drn mmmerrellen lnwalt der Iieior111:Bill. „Dcr Bord ist der zweite Sohn dcs erzogs vori Bedford; rr ist klein donJ'igur rind hat ein schwäch- iches jmd kr-ärrilichcs Ansehen; sem Gcßcht tst_magcr, aber kun- igt einen Mann vonTaient an: scineAugen strahlen von Ertxr: ie und Feuer, Russell nimmt selten das Wort, ' und es heißt, aß er nach jeder Rede einige TaZe lang leidend ist: Man' er- -hlt, daß er, ehe er seine Rede tiber ParlamentsYeform hielt, ährend ztvci Stunden wie emgeschlnnmrert auf eurem Sopha
m mußte, und daß er dort liegen blieb, ohne an der folgenden chatte Theil nehmen zu kömmt. Er spricht so laut, wie es tine scßwacbc Stimme erlaubt, aber da er sie zuweilen iiber „ih- m chdl)111icden Umfang erhebt, so geht das Ende seiner Säße ast immor fiir den größten Theil seiner Zuhdrerwerloren: „S'em örpcr ist beständig in „Bewegung, und er gestrknltrt undushorlick), ber dime Grazie; man sieht, wie sehr er wunscbt, 'seme Uther- eugung imd seinen Eifer drncn mitzuthcrlen, welche thin zuhoren. 'm Ganzen hat Lord Russi! von der Natur wenig von den "igenscbaftcn erhalten, welche den Redner ausmachen; man de- 1erkt die droßm L'lnftrcngrmgen, die er gemacht hat, 11111 dies urch Studium zu crsetzeu. Er spricht mit Feuer, mit Eifer, md macht dadurch Eindruck. Bei dem gegenwartigen Zustand es Hauses nimmt Lord Ruffcll eine bedeutende Stelle in dem- klbklol ein. Da er rtberdies aus einer alten aristdkratischcn Fa: nilic stammt, so macht es cim" doppelt starken Emdruck, weiin r die Rechte des Volkes vertveidigt. Hierzrr_iotnnrt, daß er em Tann von sedr auögrbildetem Brrstande in, und obgleich er seine Reden selten mit Citatcn arts dem klassischen Alterthrrme ausschmückt, so sieht man doch sehr wohl, daß er vortreffliche
Studien gemacht hat.“ , „ , Hicsige Blätter melden: „Das Gerrrcht von einem Leider haben
Aufstande auf Antigua brstatigt sich vollkommetr, wir auch anzuzeigen, daß arts Monscrrat und aur den benachbar- ten Inseln ebenfalls Bewegungen stattgefmxdcn haben. Aux An- tigua sind eilf Besitzungen von den Negern verbrarmt und zer- stört, und man hielt dafiir, daß die Stadt in großer Gerahr schnoede.
Niederlande.
Aus dem Haag, 11. Mai. SZ“ „Königl. Hoheit der Prinz Friedriw ist gestern zur Armee zurnckgekehrt. _
Von den Ufern der Scheide wird berichtet, daß am vorigen Sonnabend zwei zu: Korvette „Nehalcmrig“ und zur Brigg „Ecbo“ gehörende Sciyalnppen, die vor Lillo statwn-rt waren und sich "((ck der Ciiadclle von Antwerpen begebewwollten, der- maßen von kleinemGewehrfcuer beschossen wdrdm „reven, daß sie “fiir gcratlwn erachtet hätten, umzukcvrrrt. Erne drtttc zum. „.Ko- mcct“ gehörige Sriiaiuppe, die den Austrag hatte, dem Gmrral Öbaffé von dieser neuen Verleßtmg des Waffenstillstqydcs Be: Wk zu erstatten, wnrde cbetrfalls beschossen, doch 1]! sie, dev «Kugelrcgcch rmgracbtct, voriibrrgcfahrcn. * _
Man sclyrcibt aus Axel unterm 4ten d. „Gestern ?lbrnd Verbreitete sich hier das Grriicbt, daß die Rebrllcn dre ?rdswht hatten, mit 9511er bedeutenden Macht Hulsi und Axel anzugreqcn. Die Kommunal:(§5arde und die Linientruppcn stelltensich au: gmblickiirl) unter Waffen, fest entscbloffcn, den Feind krarttg zu- nick zu weiien; derselbe zeigte sich indeß nicbt. Spateren Nach- ricblen gemaß, hatten einige Hundert bewaffnete nnd undewaff: nete Vagabonden den Regenten aufgefordert, das. Hollarrdrscl» Flandern besetzen zu lassen; und da ste hierauf keme bestimmte Antwort erhieltrn, so haben sie sich auf eigenen Ylntrieb ggf den Weg gemacht und befinden sich, unter der Anfuhrung emt- ka Llufwiegler, schon an unseren Gränzen.“ „ '
Gent, 9.Mai. Die hiesige, nach Brüssel abgefertigte De- pUtation, bestehend aus den Kongreß-Mitgliedern Coppens, Ber? Sauwkn-Goethals, Helias-d'Huddegem, Bebegue" und dem Abbe dan Crombrugghe, kam heute still) von dort zuruck. Offene “Blus- emandorseßrmgrn, wie sie siti) zwisrßen dem Oberhaupte und den Repräsentanten eines freien Volies geziemen, habcn-alle Besorg- Uiffe beseitigt, Gent behält seinen Gouverneur, seme Konmrzr- son und sein Geschütz. Um hald sechs Uhr Morgens m Brus-
menberief. Um 9 Uhr wurden die wohnten der Sitzung bei, die bis halb zwei Uhr dauerte. *
*kational:Vereins unterzeichnet.
Glarden haZNfoxgende'PÉoclamchtion an die Einwohner Brüssels er affen: „ it ürger. inige remde Feinde unserer Institu: [)anden, u e 11 wenn an C'im' e wie das obi ex? ei ' l '
tionen und unserer Ruhe, suchen das V:)lk aufzuregen und möcb- z sy , ck Z , g B spw zeigt, teu es dahin bringen, daß Unordnung und Anarchie im Schoße G unserer schönen Stadt herrschten. Treu dem Baterlande_und ihrem Schwure, ist sie entschlossen, den gegenwartigenZuxtand der Dinge aufrecht zu erhalten. Ohne Ordnung keine Freiheit. Für die eine haben wir gekämpft, die crndere werden war zu erhalten wissen. Die Unruhestifter mögen zittern. „ und dem Regenten bleiben, den wir erwählt haben.
939
Delegirten eingeführt und err von Robaulx isi hier eingetroffen und hat die Akte des
Brüssel, 10. Mai. Der General en Chef der Bürger-
Die Biirger-Garde wacht!
Die Gewalt wird d2n Gesetzen, unseren Institutionen Alle gute Bürger theilen diese Gcsinnungen. Sie mögen nach der ersten §Auffordernng, welche an die durch Neugierde HerbeiZezogenen er- geht, die Gruppen, der Ruhestörer verlassen, die man mit Ge: w walt aus einander treiben wird. Baron Vanderlinden-Hoogvorst.“
Im E o urr i er liest man Folgendes: „Hier und an anderen Or- ten ist Geld verthcilt worden; die Orangisten und Franzosen sa- gen, man müsse der Vorwirklichtmg eines Systems vorbeugen, welches ihrem beiderseitigen Zwecke zuwider wäre. Gestern, sagte man, sollte Brüssel der Schauplatz einer patriotischen, aber ei: gentlich einer Bewegung im Sinne der Orangisten und Franz:): sen werden; das Volk erkannte bald, von wo der Impuls kam, Und verhielt sich ruhig. Die beiden dem Lande feindlichen Fac- tionen sind in ihrem Unternehmen gescheitert , Welches, wie wir hoffen, das letzte dieser Art seyn wird; und Alles hat sich dar- auf beschränkt, einigen Leuten aus den gerinqrren Klassen die Mittel zu verschaffen, einige vergnügte Stunden in der Schenke zuzubringcn. Die Biirgergarde war einen Theil der NacHt auf t _den Beinex, index? blieb Niles ruhig; die ganze Bevölkerung, der Ordnung zugethcm, durchzog lange lustwandelnd die Straßen, Die m fremdem Solde ftchcndcn Unruhestifter wurden durch diesen Anblick im Zaum gehalten. -- Dcr National-Kongreß wird sich am 181211 versammeln; das Land erwarte es in Ruhe. Bis zu diesem Zeitpunkt wird in der diplomatischen Welt Alles entschieden scyn; wenn der Prinz von Sachsen:Koburg die Brlgiscde Krone unter allen den Bedingungrn annimmt, welclie unsere Constitution vorscdr-Zibt, so werden wir keinen .?“Orieg ha- ben; wenn er fie ausschlägt, so bekommen wir Krieg. Am181en wrrd die Frage über Krieg oder “Frieden im Angesicht Europcüs entschieden werden. Bis dahin laßt uns warten; lasen wir den Ereignissen ihren natürlichen Lauf ; erlauben wir der Diplomatie, alle ihre Hiilquuellen zn erschöpfen; ihre Rolle ist knrz, das Ende derselben festgesetzt, Acht Tage des Harrens sind nicht zu viel, bevor man dcn Degen zieht und die Scheide wegwirft, be: Vor man den ersten Kandnmschuß abfeuert , der einen so langen Wiederhall in Europa hervorbringen diirfte.“ Zn Mecheln hat gestern eine tumultuarische Bewegung statt: gefunden. In Brriffel ist Alles wieder ruhig:, man hat mehrere betrunkene Pcrsonen verhaftet, welche „es lebe der Prinz von Oranien, oder es lebe dieRepublik!“ gerufen hatten. General Lafayette hat dem Comité der Belgisch-„en Ylfforia- tion einen Brief geschrieben, in welchem er fick) daftir bedankt, daß die ?lffdciatidn in ihrem letzten 5).)kanife)“i_e seiner so ehrenvwll gedacht hat. Er versichertjedoch, daß er dieres Vorzuges sowohl durch seine Bewunderung fiir die Belgische Revolution, als «ruth durch seine Theilnahme fiir alle Folgen der Restauration beider Nachbarvölker, so wie endlich dnrch seine Ei)rfurcl)t fiir den Pa- triotismus, welcher die Vlffociation gebildet habe, vollkonmzen würdig set). Er schließt damit, daß er überzeugt sen, wie seine Ansichten in Bezug auf Belgiens Souveramrtar uud Unverleß: lichkeit von allen seinen Landsleuten getheilt wurden, m_rd wre sie alle sich danach sehnten, dies durch die That beweisen zu können.
-- »- Brüsscl, 9. Mai. Dcr Kongreß ist heute anf dcn 181en d. “M, wieder zusammeiIderufen worden, und zwar um zn: nächst den ministericllcn Antrag, dem PrinzenLeopold von Sack)- sen-Koburg die Krone_anzubieteu, in Brrathung zu ziehen. Man zweifelt nicht an der Gcnehmigrmg dieres 'kaltleJTÖ don Sexten des Kongresses, wiewohl er NW von einigen Mitgliedern micht unerheblichen Widerstand findén diirfte. Scit einigen TjagenUsteht man das Bildnis; des "Prinzen in und vor allen Bilderladerr, und die Einwohner suchen mit Begierde in seinen Zuge" dre trefflicben Eigenschaften, die er besitzen soll, und das Gare, das mou sich dort il)!" verspricht. Das lekl)«1tzrvarrar_tch_alle11 früheren, mit einem ?luscbrin don Bcrwrrklrrhrmg 111Bor1chlag gekommenen Combinationrn, namcntlrch dem Herzyg von Leuch- tenberg und dem Herzog von Nemours, 'zugejuhelt; dies: mal dürfte jedoch sein BeiFall rmndc-r dre Wirkmng drs Augenblickcs seyn, denn Jeder wims_cht nut erhnsuclx em Ende des gegenwärrigcn mrsi-xlxeren Zustandes, 'Wie sehr rrran in einem solchen Zustande geneigt irt, beurrruhizdnden Gerrtck): ten , und wären sie auch noch so abgeschmact't, Glartben berzrx- meffen, hat sich erst dieser Terre wrederferwieim, wo es hieß, daß 5000 Holländer in einem Wirlde dei deen sich verdxdrgen hielten und am kiten d, Abends m der .chidurig von Buchr- garden Brüssel besetzen würden, um stil) hier mit den Orangrytxn zu vereinigen und den cherrtcxr znr Niederlegun der Regie- rung zu zwingen. „Viele Landleute, die m die _2- tadt kanten, beftätigten dieses Mährchen, das nicht ohne .Vlbnckyt verbreitet zu werden schien. Andere drhanptctcn, dre Zicpublik solle pro- klamirt werden, und wirklicl) sollen „“[.lck) bereits Yluffordermrgcn an das Volk zn Bersannnlungen «mf offentlichen quhcn ergangen ! seyn; diese untrrbléech jrdock), und zwar, wie es heißt, chi ";ck: rrrc hiesigePfarrer, in Folge eines aus Rom erhaltcrtetr UrengrnBe- fehlcs, dcn niederen Eiuwolwer-Klaffew ermrlrch rrikrte'rsazzt haben sollen, solchen Bersammltrrrgcn [i-erznwodncn. Oleo)" Gent stattfindenden Unruhen und ßxdrdcrsrßlrclümtrn IWW dix «ri- torität des Regenten geben zu ernsten Betrmbtrmgerr CTM und Weinen zunächst von derPartei erweckt rvdxdeir zr! styn, dre Qdkl" Erwählung des Prinzen Leopold critgcgcn nt. Rucki bci der „1:5 mee nimmt die Insuborditmtion immer mehr zu, und der_Hax; der sogenannten Freiwilligrn „gegen dre anxr-Trupdrir qt arif das Höchste gestiegen. Knrzhw „wurdcn sogar drci Ornzrere-drs hier garnisonirenden Linien:.jirgnnents vdn solchcirFce:Wr[l)rgct1 auf öffentlicher Straße insultrrt; mn emem .de-ftrgerenz „lns- bruche dieses in einem wohl orgarrrxtrterrStaate' bersprclldsen „Beneh- mens zu entgehen, mußten ml) dre Offizrerc ruhig fort br; geben. Was die hiesigen Einwohner nettrrdmgs dermruhigt, 17! der Umstand, daß die sogenannte Belgrsrlyr *.)lffocnztwn drcsrr Tage 2500 Gewehre erhaltey hat. Der, ,Krirgs:Mmifiervhatte die Absicht, die mobilen Birrgergarden nut Piken zu bewannen;
Regenten melden, 5“ um 7 Uhr einen Minißer-Rath zusam- Waffen-Fabrikanten einen Accord abgeschloffen, demzufolge AMW Gewehre von Heringe: Qualität zu 7“,
fert werden sol
gergarden vertheilen.
derselben ist jedoch noch immer nicht festgeseltt, wiewohl die
Listen des ersten Aufgebots bereits angefertigt sind. Große Lust ,
dazu scheint auch unter den designirtcn Biirgergarden nicyt vor-
, „ Gulden pro Stiick Lelie- en; diese Gewehre Will man später an die Bitr- Dre Zeit der wirklichen Mobilmachung
die Piken znriickwicscn und voll Begeisterung für untaugliche
ewehre waren.
Deutschland. Hannover, 11. Mai. Nach einer in der heutigen Ge-
skßsanrnrlrtng pudlicirten Bekanntmachng dcs Königl. Kcöoinets; Mlnißcriums, haben Se. Königl. Majestät zur Vereinfachung und Beschleunigung des Geschäft:?ganges die verschiedenen Mini- sterial=Departements fiir die Zukunft unabhängiger zu stellen L?- kUÖk und verordnet, daß Ulli: einzelne Departements:Sack,?" von besonderer Wichtigkeit an das (5,5esanmrt-Mitristerium gedrack t
erden sVUM, ingleichen, das; in Abwesenheit rmd Vehindermrg
der kaakke_11lk11ts:Chefö die den verschicdencu Departrmcnts bei: geordneten Geheimen rlrabjnetsräthe eintreten sollen, um fiir dm Minister die Besorgung der latrfenden Departements: GcsrY-Fré'rc wahrzunehmen. Cambridge beigelegtrn Befugnisse sind dergkstalt erweitert, dir?]; 111 eiligen, wrrm auch an sick) wichtigen, Fällen, nach drr Sr. Königl. Hohcit dcm Bice-K'önige dariiber znstehenden BMU"- mrmg, ach) oi)nc vorgän-Zige Bcriclxtöcrftattrmg an des K:.niZS “Majestät, die den Umständen narl) erforderliäierr Brstimmrmgcn sofort getroffen werden diirfen, und das; auch in anderen rricht eiligen Satiren die Nordwendigicit ciner solchcn vorgänxrigcn Berichtdcrstarirmg auf die wichtigeren Gegenstände beschränkt wor- den ist.
Die Sr. Königl. Hoheit dem Herz: 7.2 vsn
In der “Erwartnng, daß Se. Majestät der „König den An: rag der Stande „auf BracdritUUZ eines Staats:GrundgeselZes“
genehmigen werde, sind von der zwrixen Kammer die zu jc-nem Grfchäft zu ernermrnden standiscden Kdnnniffarien gewählt. Die Wal)! fiel auf den Staatsratd Stüve, Syndikus Liimzcl, JU: stizrati) Kettler, Stadt-Direktor Rummm, ].)1'. Freudentheil, 1)r. Sermcs und j)--. Merer. Schaxxratk) C'ichor11 und der Syndikus Ebell,
ZU Subsrimten wrrrdcn gewählt: der
In der zweiten Kammer ist in voriger Woche der AU:
trag, „drr Pteffe durch em Geier; sobald wie tl)u111ich eine mög- lichst vollstandige Frcil)eit zu ertheilen und den Entwurf des Gesetzes den Ständen zum rathsamm Gutachten müzmheilen“, zur Brrathrmg gekommen und der den beidrn ersten Ylbstimmrm: gen Von der ??)kajdrität angenommen. Kamine“: bei der ersten drösallsigen Berathrmg den Antrag „auf die Erlassung eines allgemeinen HyvothekÉZescses“ mit großrr Majoritat an. --
Vittel) nahm die zweite
Der in der vorigen Woche gefaßte Bescdluß der zweiten Kammer wegen „Reform und Verbesserung des Ad- vokaten:Standes, ist bei der zweiten Und dritten Vlbüinnmmg an- genommen. Außerdem wurden in zWerter Kammer fdlgenre neue Anträge gemacht: 1) In Beziehung auf die O)iilitairrf1icht die Beschränkrm dsr Stellvertretunxzs-Distrikte gänzlich anizu- [)eden und die xegrmstigung ÖR" ersten Reserve nicht auf dcn, dessen Bruder yersönlict) dient, zu beschränken, sondkrn'ancd cms denjenigen arrszrrdelyncn, deffcn Bruder drrrrl) einen Stellvertre- ter dient. ?) Das Königl. Ministerium zu ersrrchen, die VOL] der K. Kammer nocb hier und da gcfordertenAdgab-en dcr Kam- 111er:Accise von ausländischen Svirituosis und des Blasenzirrirs von inländischem Branntwein, als mir dem seit 1Zi7 eingefiihr- tenStemwSyßemeunverträglich, nicht weiter zu heben und des: falls eine öffentlichr Bekanntmachung zu rrlaffen.
Braunschweig, 13. Mai. Die diesigcn Annalen rut- haltcn Folgendes: „Se. Majrst-„it drr Kdr.:“g von Großbritanien und Hannover hade" das Allerhöchstdenselben Von dcn Ständen des Herzogthums Bramrschwcig ailcruntcrthéinigst offerirte „Bild: nis; des ddédstscligen Herzozs Fyrdirrand don Braunschweig, drs unsterblichen Helden des siebenjährigrn Krieges, auf das Huld- reichste angenommen. In einem ?lilergnädigstcn Schreiben (1, (1. St, James deu 19tcn April 18.31 an den engeren Ausschrtß der Landschaft äußern fich Sc. Maj. folgendermaßen:
„Unserer Zusage gemäß, werden Wir ehestens sowohl Unser Eigenes Bild, als das Unseres“ vicigrltcdtesten vereidigten Herrn Bruders, „Krings Georg [U. '))kajesmt, nach Braunschwrig ad- senden, um daselbst, dem Wunsrde dcr Stärrde „zufolge, in dem strmdiscircn Siyrrrrgs:Saale aufgestellt zu werden, wo leßtcres zrm! beständigen Derrkmale der Jahre dicnen wird, in Welchen Unsr- rcs lwrdst-"cligcn Bruders VIiajcj'tät als Vormund und chrnt der Brannschwcigischen Lande Wohlfahrt zu befördern und zu be: festigen sich aufs eifrigsre angelegcn seyn ließen, das Unsriße aber, wie Wir Uns srdmeicheln diirfrn, als eine feste Zusicherung der fortdauernden Bestrcbrmg betrachtet werden wird, welche Wir fiir die Wohlfahrt dcr Brarrnswweixiiscden Lande ferner zu ma- chen immer gem bereit seyn werden.“
Die Freude, welche diese Nachricht bei einem Jeden, derx'fie in Erfahrrtn-g gebracht hat, erregte, gleichtcm Größe dcn (Heim;- len der Daukr-arkeit, welche jeder treue Braunschweiger geg?" unseren erhabenen nnd mächtigen Kör1iglichen B2: schüßer hegt.
Kassel, 11. Mai. Zn dcr vor*estrigen Sißrmg drr Stände:Bersammlung wurdc d.; Wahl der Brudzemm]: den des Distrikts Hofgeismar, welche den Oder:?ltwellatzorrcx:05c- richtdratl) ])r. Pfeisrer gctrorr'en hatte, fur ungültig erklart. _T'Orr Berichterscarter, Herr Jordan, beschwerte ftw bei dieser Gele: genheit darrkdcr, daß daxr Bescdlnß der Slcmde = Brrsanmrirmg von dem LandtagöHommisair angefochten nnd cinrr rmarxzrrrrrcz- scncUK'ritii mxrrrwvricn w-orr-rrt sev, woranf drr Brötrre cr'c'lctitr, das; das Zrtr'arxtrrtrnwirkcn dcr-Lrganc drr StaatFYirgicrtnm 11720 der Stzixde in eimer gr,;rnsritigcn „Kritik“ dcstcixc, Und slr yrtrxziz dic Vorgrlcgtrir ('-“?er"ctz:C'1rrtvtirfe Sclwrrrmg bei der Bcnrxdcéln»; verlangten, «“Mit so s-c'txr wrrde VOLL sciner Seits, [9 oft es drit- smn s:,dréne, „Allr "I]?acht drr ?trgumcntatiou zum Kaindie „711758: domi werdeii. Z"» oft dtträx eiiien Bcswiusr cine ['LÖNZZÄTÖL Praxis ÜZOZ'ÜILLZT'ÄLLJTT :vrrdrrr könnt?, set) es Pfizelß, dararrf 0113-7- merksarrr zr: 1111111301]. -- Herr L'Zirderlidtd berichtete 1;*da11;1 im Namcu cm-cs Yrrösclxussrs iiber den Antrag des Herr!“; 3:1“: dan, dic Bekamrtr-mrlqtng d*r?(11stellrtugs:2'_n'c:"_kripte mit der .8Z--:;: zusrrgrmg der Fortrtel, od die Ernennung, Bcrdrdrrxxng ddrrx-Ir': styling auf dch-o*cschl«rg der der-Brlwrde cridlgt rev, lwtrrx-„rmd. Er machte im Namrtr drs Ausschuffrs den Vorrcdlag, die Staats- Regicmng darum zu er'sncl)en: 1) daß alle Erricnmmgetr, 23.527: fördrrrmgcn und Vrrsrßrmgcn in der Kassler Vlllgentemexé Zw: tung unter der Rnbrik: Amtliche Nachrichten, dcm erxlstrxm zur Kenntniß gebracht werden; 2) das; mts die dochstxr-z ;.Z-r: hörde, auf deren Vorschlag die Ernennung erfolgt sev, imd m»; nicht bloß die I)iinisterien, sondern auch die Kollegicn und &:
da diese Maaßregel jedoch von den bcthriligten Judividrten mit
sel angekommen, ließen sich unsere Delegirten sogleich bei dem
Widerwillen aufgenommen wurde, so hat man mit mehreren
Chefs der Landesstellen, bezeichyet werden, weil hierdurch, wcrm auch die oberste Staatstchorde das Recht habe, von 101411
* „*.* -«-:«»-*»-««7-»WU«?* . . „