1831 / 163 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung, Tue, 14 Jun 1831 18:00:01 GMT) scan diff

Stadt schon fast ganz in unserer Gewalt war, steckten die Polen von der anderm Seite sie durch glühende Kugeln in BrandzAls- bald loderten die Flammen hoch auf'und breiteten sich rexßcnd schnell aus. Ein furchtbares Schauspiel: vom die breniiende Stadt, auf beiden Seiten derselben Russische „Batterieen, dle un: gussesest hinüber feuerten, während die Polen von den gegen- uberliegenden Anhöhen eben so unausgescst antworteten. Auf einem Saudhügel dicht hinter der Stadt hielt der Feldmarschall und leitete von hier das Gefecht. Der Graf TVU 'hatte indes- sen mit 2 Neiter-Regimentern einige feindliche Batarilone in die Sümpfe geworfen und sodann auf unseren) linken Flu- gel, die ejts der Narew, 8 Kanonen auffahren lassxxi, um die Flanke unserer Truppen zu, becken; und alimalxg wurde das Geschütz auf diesem wichtigen Punkte bis zu 32 Stücken vermehrt; auf der rechten Seite der Stadt feuerten 36 andere und deckten so durch ihr Kreuzfeuer Front rind Fign- ken der übergehenden Truppen. Man kon„nte zuin Feinde nicht anders als auf einer langen schmalen Brueke, die Um“ ungefahr 4 Mann in der Breite Raum hatte, gelangen; und war man über die Brücke, so mußte man noch “mehrere 100 Schritt aiif dem Dammweg, der anfangs gerade läuft und sich dann plötz- lich links wendet, unter dem heftigen Feuer der feindlichen Bat- te'cieen und der in den Schluchten umher versteckten Scharf: schützen vorwärts gehen. Es war ein Schlachtfeld, fast wie bei Lodi -- außer daß hier eine ganze zum hartnäckigften Kampf entschlossene Armee die Russen erwartete und diese auf einem weit längeren Deßlee unter dem feindlichen Feuer vorzuriicken hat: ten. Doch nichts hielt unsere braven Grenadicre auf. Aus der brennenden Stadt eilten sie auf die Brücke, unter dem furchtbaren Feuer des feindlichen Geschüses und der versteckten Jäger - warfen Alles vor sich nieder, nahmen 2 den Dammwcg vertheidigende große Kanonen und gewannen auf der anderen Seite Terrain. Hier darf ich einen trefflicheu Angriff nicht ver- sch1veigcn, den die Generale Graf Nostitz und Glascnap an' der Spitze zweier Schwadronen des Garde-Uhlanen-Regimcnts auf den Feind machten. Jm raschen Trab jagten sie über die Brücke, den Dammweg aufwarts, brachten Unordnung in die feindlichen Reihen und warfen ein ganzes Bataillon in den Fluß. Doch da das durchschnittene Terrain zu ungünstig für KavalleriwAt-

taken War, wurden sie zurückberufcn, und der Jiifant'e: rie lag es ob, unterstiiht von dem Feuer der Artillerie, allein den vollständigen Sieg zu erringen; 5 Brigaden

des 1fien Corps, von dem auögezeichneten Feldherrn, Grafen Peter Pahlen, eführt, und 4 Brigaden dcs Grenadier:Corps, in Allem also 36 ataillons, kämpften gegen die ganze Polnischc, ihnen weit überlegene Armee - denn die iibrigen Truppen wa- ren noch zurück. Der Feldmarschall mit dem Grafen Toll be: gaben sich selbst hinüber, unter einem stürmendeu Kugel: und Kartätschen-Regen, um durcb ihre Gegenwart die Truppen zu ermuntern. Es begann nun ein heißer, blutiger, mörderischer Kampf“ 4mal bildeten die Polen große tiefe Kolonnen zu 8 bis 10 Batailjons, unterstützt von KavaUerie-Kolonnen auf beiden Seiten, um die Unsrigen in den Fluß zurückzuwerfen, 4111al drangen fie vor, und 4mal wurdenfie zurückgeschlagen. Unsere Grenadiere über- trafen fich selbst und gingen ihnen rasch mitdemBajonnetentgegen. Zulest gab der Feind die Hoffnung auf, seine heldenmüthigen Gegner zu bezwingen, und dachte nur auf sicheren Rückzug. Gegen die Nacht hin bewerksreUigte er denselben, von den leichten Truppen verfolgt; - die nach zwei ermüdenden Tagen erschöpften Sieger tuhten auf dem Schlachtfelde, das sie frischen Truppen abge- nommen batten. Einen schrecklichen Anblick bot dies dar. Ein paar Werft in die Länge und Breite war Alles mit Leichen, Verwundeten, zerbrochenen Flinten, Tschakos, Patrontascben, Munitions-Wagen, todten oder verwundeten Pferden bedeckt; 3 große Kanonen, nebst mehreren Laffeten und Pulverkaffen, wa- ren die Trophäen des Sieges, der indeß auch den Russen manchen Braven kostete. Nach einer ziemlich genauen Schätzung mag unser Verlust ungefähr 4000 Mann an Todten und Verwunde- ten betragen.Unter deuLesteren befindet sich der aUSgezeichneteGeneral Manderstern, eben so liebenswürdig als Mensch, wie brav als Krie- ger; eine Kugel zerschmetterte ihm, als er die Seinigeu anfeuerte, den linken Kinnbacken; ferner die Generale Schilder und Na- sacken., Dieser Letztere äußerte noch während des Verbandes leb: haft seme Streitinst. Vier Obersten fanden den Ehrentod auf dem Schlachtfe'lde. - Aber ungleich größer war der Verlust des Feindes, wL ]eder Augenzeuge sich leicht überzeugen konnte - das ganze ©chlqchtfeld war wie überdeckt mit seinen Todten, und «_Ußer den bielen Verwundeten, die er weggcfiihrt oder die noch in den Dorjem umher liegen, fielen 700 in die Gewalt der Russen, so wie außerdem noch 1400 Gesunde, unter ihnen dex Brigade-quneral Graf Krasjzki, 5 Stabs: und 18 Ober-Of: fiziere. Getodtet wuxden die Generale Kaminski und Kizki; ver- wun_det Paz und, wie es heißt, der Qber-Anführer Skrzynezki selbjt. Man kann dreiß den feindlichen Verlust auf 7-8000 Mann, Todte, Verwundete und Gefangene mit einbegriffen, an- schlagen - fqst ein Fünftheil der feindlichen Armee: Dies kann Ihnen emen Begriff von der Hartnäcki keit des Kampfes eben_. Denn weit entfernt so wie die Zeitungsschreiber in arxchau ,es thim. unsere Gegner als Feiglinge darzustelxsn, gestehen wir aufrichtig, daß sie sich mit großer Bravour schlagen -7 besto mehr Ehre, sie zu überwinden. - Nach einem Paar nothigezi Ruheiagen brechen wir weiter auf -- wahrscheinlich wird wbhl xine zthte „Schlacht die Sache vollends entscheiden. Ge: w:ß horen Ste nachstens von neuen bedeutendon Ereigniffen.

Warschau, 9. Juni. Der Tagesordnung gemäß wnrde

der Landboten -Kammer in ihrer Sitzung am 1sten d. “M. ber GesetzZFntwurf zux Diskussion vorgelegt, wonacb es der Nc: gierung frxixteben soil, furSchatz-Obligationen, die6 pCt. Zinken tra: In, und „1111 eriauf von 4 Jahren Mlgt seyn folien, von den „rwaßEigenthumem zum Gebrauch fu die Armer folgende Vox“:

rathe zu xequirixen: 47,700 Korzez Weizen oder RQZZÉU, 20,702 Korzez Hülsenfrüchte, 258,564 Korzez Hafer odcr, in Eknmnßc: lung dessen, 79, so viel Roggen, ferner 74,000 Garniez Bramm- wein von einer bestimmten Qualität, 107,000 Ccntncr „Heu und 54,000 Centner gewohnliches Stroh. In ?lbwesenbcik des Finanz- Minifiers sprach der Minister des Innern fiir die.Notl): wondigkeit des Projekts, indem er hauptsächlich anführte, wie dringend erforderlich es set), die Armee unverzüglich mit Lebens: Mitteln zu versehen, da sich zu deren Ankauf die Finanzmittel als unzureichend erwiesen. Ueber den Gesammt-Entwnrf ließen sich hin: ter einander 24 Mitglieder vernehmen, und während Alle dcheimmg ereti, daßbebEutwurf mit Rückscht auf die jetzigen Umstände unum- ganglicb nothig set), so erhoben sich doch sehr Viele in heftigen ?lusdriicken gegen die gegenwärtige Finanz:Verwaltung. Dcr Lanbbote chzyk behauptete unter Anderem, das eingebrachte Projekt, wodurch man zu dem verhaßten Mittel der Requisition “[eine Zuflucht ,nthe, beweise am besten die Unfähigkeit des jeßi: gen Finanz-mesiers, der doch so feierliche Versicherungen iiber

einmal sogar gesagt, man dürfe um einen Ausfall im Schaße während des gegenwärtigcn Krieges gar nicht besorgt seyn, ja er biirge mit seinem Kopf dafür, daß die Finanzen noch 4 Mo- nate zur Kriegsführung ohne irgend eine Schwierigkeit hinrei- chen würden; und nun trete er mit einem Gesetz hervor, welches gestatten solle, den Privat-Leuten ihr Eigenthum wegzunehmen, als erster Frucht seiner herrlichen Finanz-Operationen; auch die Regierung mache fich der Unempfindlichkeit gegen die allgemeine Sache schuldig, indem sie die überaus wichtigeBerwaltung der Finan- zen in der jetzigen Zeit den Händen ungeschickter Leute überlasse, und wenn es der Regierung noch nicht eingefallen set), an eine Veränderung in der Besetzung des Finanz-Miniskeriums zu denken, so sei) es doch die Pflicht derKammer, auf dem gehörigen Wege eine solche in Anregung zu bringen. In Uebereitiftimmung mit “dem vorigen Redner ließen sich auch die Repräsentanten Swidzinski , Mala- chowski, .'rvsinski, Dembowski und Andere vernehmen. Wäh- rend diescr Verhandlungen erschien der Finanz-Minister in der Sitzung. DU“ Depntirte Krysinski widerlegte vor allen Din- en die Ansicht des Limdboten Swirski , als ob das besprochene JJrojekt nicht eine chuisition, sondern eine Anleihe genannt wer- den miiffe; er verhchie, meinte er, sein Erstaunen darüber nicht, daß dieser Gesetz,:Entwnx,“ der Kammer kaum acht Tage nach der feierlichen öffentlichen Bersichernng des Finanz:?!)kinisters, daß sich der Schutz indenbcsienUmftändenbefinden, zur Untersuchung voxgclegt wcxde ; dieses Ereignis; schreibe sich offenbar noch aus den friiheren Fi- nanz:Berwalmngen bor, umd die Quelle desselben set) vorzüglich in je- 11cm vcrmeintlichenBudgetzu sachen, weiches Graerlski noch einge- reichr, und wobnrcl) man sick) bemüht habe, die Kammer irre zu machen, indem man ihr ideelle Einkünfte des Schatzes vorge- malt, dercn Nichtigkeit die Gegenwart aufs klarste an den Tag lege. Hierauf ging der Redner auf die Thätigkeit des gegenwär- tigen OJTinistcriums Über und bediente sich der schärfsten Aus- driichc , um dessen Nachlässigkeit und Unfähigkeit zu schil- dern; er maus; ihm die Schuld der größten Verantwortlich- keit bci, fügte aber hinzu, das; diese Vcrantwortlichkeit leider nur eine Phantasmagorie sci), sobald sie nicht die „Verluste ersehen könne, Von denen die ganze Nation in einem so entscheideziden Augenblick bedroht werde. Die Rede dieses Deputirten wurde, wie gewöhnlich seine BTZträge, mit großem Beifall aufgenom- men. Sodann fragte der Landbote Swidzinski den Finanz- mim'ster, wo denn jene Finaiizvorräthe wären, mit denen er die Kosten eines siebenjährigen Krieges habe bestreiten wollen, und feste hinzu, di'l-ß, wenn die Kommission nicht da wäre, welchc beauftragt worden, sich von der Lage des Schaßes zn Überzeugen, dann vielleicht das besprochene Projekt, so dringend es auch set), noch nicht der Kammer zur Priifung würde vorgelegt worden seyn. Der De- putirte D embowski meinte, der vorliegende Fall gewähre die ge- nfigendste Ueberzcugung davon, wie nöthig und angemessen die Frage Über den Zustand der Fiimnzen gewesen set), die er vor einigen Wochen öffentlich an den Minister gerichtet, und die es einem Ministerialblatt gefallen habe mit der Frage des Genera- lissinms, wie viel Ladungen Pulver er noch besitze, zu verglei- chen. Auf alle diese Vorträge antwortete der Finanz -Mini- ster damit, daß er die Unmöglichkeit vorschüßte, in Kriegszeiten ein bestimmtes und fest:? Budget zu entwerfen, und brachte der Kammer die vielfältigen Hindernisse in Erinnerung, welche der beabsichtigten Steuer-Erhebung gegenwärtig im Wege stän- den, in welcher Hinsicht er auch das von seinem Vorgänger, dem Grafen Iclski, angefertigte Budget zu vertbeidigen suchte. Ferner begründete der Minister die Dringlichkeit des eingebrachten Projekts dure!) die Behauptung, daß die Finanz- behörde nicht im Stande set), außerordentliche Kriegsausgaben vorherzusehcn, welcbe bewirken könnten, daß die ursprünglich für die Armee und deren Erhaltung bestimmten Quoten , die jeden Augenblick vollständig vom Schatz ausgezahlt werden könn- ten, unzureichend würden; und dies allein habe die Finanz-Be- hörde bewogen, zu dem durch das Projekt angedeuteten Mittel zu greifen, dcm sie sich so lange als melZicH entgegengeftennnt hätte. Endlich widerlegte der Redner die 5 ehaupiung, als gäbe es in Polen Ministerial-Blätter, indem er bemerkte, daß der- gleichen da ganz unnöthig wären, wo die Regierung und die Minister das Vertrauen der Nation besißen müßten und nur so lange ihr Amt bekleiden diirften, als sie dieses Vertrauens sicher wären. „Einige oder mehrere Stimmen“, so schloß der Minister, „die sich gegen mich aussprechen , überzeugen mich noch nicbt“, wie der Landbote Wenzyk es meinte, das: ich das Vertrauen der Kammer verloren hßbe; sollte [ck aber durch die Abstimmung die Ueberzeugung gewinnen, daß es wirk- lich so ist, dann würde ich auf der Stelle mein Amt niederlegen.“ Bon mehreren Seiten wurde nun: „Zur Abstimmung“ gerufen, Die' Diskussion über das Projekt selbst hatte keinen anderen Er- folg, als daß die Kammer dasselbe , aus Rücksicht auf die drin- genden Umstände, fiir unerläßlich anerkannte; der Landbote Wen- zyk indeß, da er die “Annahme des Geselz-Entwurfs vorausfah, warnte dcn Finanz-Minister zugleich, daß er das Resultat der Abstimmung nicht als ein Lob ansehen solle, welches ihm von der Majorität der Kammer für seine Finanz:Operationen ertheilt wiirde. Hierauf erfolgte endlich die Diskussion Über die einzel- 1160 Artikel des Entwurfs, welcbe zwei an einem Tage abgehal- tene Sitzmngen der Landboten-Kammer ausfiillte und kaum mit der Munihme einiger ?lrtikel endigte. Am Schluß der Morgen- Siizung zeigte der Landbote Graf Johann Ledochowski der Kammer «01, daß, ihrem Beschluß vom vorigen Tage gemäß, die aus Mitgliedern beider Kammern bestehende Deputation sich zum Generalissimus begeben habe, um demselben, so wie der ganzen Armee, die vollkommene Dankbarkeit der ganzen Nation fiir deren Heldentbatm zu bezeugen. Er fügte hinzu, daß der Generalissimus den Nußdruci' der National-Gesinnungen mit dem lebhaftcst'en Dank aufgenommen und zu gleicher Zeit der Depu- tation einige Umstände eröffnet hätte, Welche diese Deputation in der nächstcn Sitzung der Kammer bei verschlossenen Thiiren mitzutbeilcn nichr Mrsebleu werde. *

- den befriedigenden Zustand der Finanzen gegeben habe, indem er

F r a n k r e i ck.

Paris, 6. Ixuxi. Gestern Mittag säbrten Se. Majestät don Vorsitz im Minisi-x-Rathe. Henke treten Höchstdieselben Ihre Reise nach dyn 'ckx'..ick.7yn Provinzen an. Wie auf der Reise nach Der Normandie, n.“.“(en auch diesinal der Kriegs- und der Handkls-Ministcr dcn Monarchen begleiten. Mittelst zweier Ver- ordnungen vom 3th d. M. haben Se. Majestät bestimmt, daß für die Dauer Jbrer “.)ibwesenheit der Präsident des Minister- Raths die Geschäfte sowohl des Kriegs- als des Handels-Mini: steriums fiihren und alle den Dienst beider" Departements be- treffende? Befehle und sonstige Bestimmungen unter seiner Na- menö:U11tcrschrift ausfertigen lassen soll.

Gesicrn ging hier auf telegraphiscbem Wege die Nachricht von der Erwählung des Prinzen Leopold von Sachsen - Kobnrg durci) deuBclgischcnK'öngreß ein. Der Constitutionnel beglei- tet dicse MLWUUZ mit folgenden Bemerkungen: „Innerhalb dreier Monate hat also der Belgische Kongreß zwei Souvcraine

& . „* 113305 (3213101 „1,105 ,

mittelst Kugelwahl ernannt. Wird das„xweite Königthum [ ern alle Heiligenköpfe, die sie erreichen konnten, abschlagen. ger als das erste dauern? Wird es uberhaupt yur „ms Le. „an befürchtete nämlich, daß die Kanonenschüffe die Atmo- tretxn? Wik zweifelxx daran. Die Hauprfrage betklfft immer phäke zu sehr er cbütterrt und daß in Folge dieser Erschütterung Gränzen, und diese. isi noch unerledigt. Das Betragxn der .' ene Köpfe h'era fallen und Unglück anrichten möchten. Durch tischen Regierung in dem vorliegenden Falle „berecbxtgt zu * i-ese Vorsichtsmaaßreget wurden ungefähr 200 Heiligenköpfe ab- seltsamstep Betrachtungen. Wenn sie aufrichtig wunschte, . eschlagW“ lthklndlYak KEMA)“ werde, so mußte sie den Bedingungen, Das Journal de Genéve enthält einen Französischen Belgtezi uber aupt an die Uebertragung dxr MLU? knupft_, vo ;„xjef, den Buonaparte als Artillerie-Lieutenant an Abbé Raynal hkk EMIL"!!! verschaffen. Auf solche WM? wurdx, s? die W- es 'rieben hat, mit allen orthographischen Fehlern des Originals. ihres Kandtdaten gesichert und ihm eme„n unabhangigen Th " Es ist hier kürzlich eine neue Ausgabe des ])iotionnaire: ag verschafft haben. Da England sdlchks m„chk gethan hai, so . ,zoaäémis mit einem Supplemente erschienen, welches etwa man gxauben, daß es 1h„m mit der Kandtdatur des Prmzen 11,000 neue Wörter enthält, die seit dem Jahre 1794 in die pold me Ernst gewesen ist.“ mnzösjsche Sprache aufgenommen worden sind.

Der Messager Jes C hambyes vexsichert, daß die Das Geschwader des Contre-Admirals Hugon war, wie man Taxascon herrschenxe Gahrung bei wettem mcht so groß [ey, aus Toulon schreibt, wegen widriger Winde auch am 30stmv. M. LWV? Paxlsek Blatter, solches behaupteten, UUd daß die '- och nicht auf der dortigen Rhede vor Anker gegangen und hatte IMMI feine telegrapbische DTPksxhe erhalten habe, woraus * da er seine Evolutionen auf der hohen See fortgesetzt. Es lag irgend ergebe, daß die Ruhe 111 mm Stadt aufs neue Lk am_31sien bei den Hycriscben Inseln vor Anker, und man glaubte, worden skV- es würde am folgenden Tage in den Touloner Hafen einlaufen.

Ans Toulon schreibt man in Bezug auf die m Tarasc , , stattgefundenen Unruhen unterm Zlsien ». M.: „Diese Borfcj Straßburg, 7- „JUM- Di,? UNVWUU11IU14,WS[ch? diese können ein verderbliches Beispiel für die südlichen Departeme. Stadt zwe: Abende hmdurckx betrtxbxen,„ haben „aanzltch 91118?- werden; sie sind eben so vielFeuerbrände, die man in die Ges hört. Vorgestern wurden aux den ossknkllchen Platzen UND 111 den schaft schleudert, und ganz dazu geeignet, an anderen Orten eb auptstraßen bedeutxnde Streitmaffm axtfgestellt,sund auch gestern falls die Ruhe zu stören. Schon regt sich auch- in unserer so Abend noch waren in, mehreren Stadtvierteln, Piquet§ aus Vor- so friedfertigen Stadt der Parteigeisi; glücklicherweise sind steht aufgestellt, allem dle Ruhe, WW? "*(ka gestort. HEUTE Behörden hier gut konstituirt, und die bewaffnete Macht isi v wurde die Raths-Kammer des T_ribunals bexttsen, um ubex die dem besten Geiste beseelt. In TaraScon würde es vielleicht gerichtliche Belangung der verhafteten JUDVWUYU zucntscl)e1den; gar keinen Unordnungen gekommen seyn, wenn man die der Königl. Prokurator soll selbsi auf die Freilassung mehrerer pflanzung des Freiheitsbaums geduldet hätte; in der That . unter denselben Jigetragen haben; andere werden nach Maaß- dieser nichts als ein Sinnbild unseres Königthums, indem m gabe der ihnen Schuld ge-gebeyen' Vergehßii vor das einfache auf der Spiße den Gallischen Hahn und in der Mitte desi? Polizei- unk? das ZUch7PO11391=Geklcht verwwyen werdcn., nigs Büste, umgeben mit dreifarbigen Fahnen, erblickte. 91 Se. „Konigl. H0he1t Yer GrOßberzog von Baden wird, "ck| die Orts-Vehörde, die vielleicht ihre bestimmten Jnstructio. den Vad1schex1 Prinzen WHM") dkk _N'JWLsLUhklk_„des KRUSE FU ho.tte, wollte handeln, und dadurch wurde die Erbitterung. Straßburg hier erwartet“. Der „Eimsyische MUUk-Berem 0in Patrioten nur gesteigert. Es thut uns leid, daß wir unseren . zur Feier der Antyesenhett des Konigs in unseren MMM" eme sern iiber solche Vorfälle berichten müssen; vielleicht hat dies ak ' große Musik-Auffuhrung veranstalten. das Gute, daß die obere Behörde einsehen lernt, wie sies durch eine übertriebene Strenge bei der Unterdrückung der Fr. heit nur die wahren Anhänger des Königs und unserer jeyig Institutionen abwendig macht.“ '

Ein Schreiben aus den östlichen Provinzen enthält über d wahrscheinlichen Ausfall der Wahlen in diesem Theile Fr* reichs folgende Angaben: „Das von einigen Wahl-Kollegien* gcbene Beispiel, den Kandidaten Fragen über die wichtigsten, der nächsten Session zu erörternden Angelegenheiten vorzuieg und ein politisches Glaubens-Bekenntniß von ihnen zu verlang wird hier bis jetzt noch nicht befolgt. Alles deutet- darauf [)' das; unsere Wähler gemäßigte Deputirte ernennen werden. * jetzige Opposition, die sfch offenbar in der Minorität beßnd hat nicht den Beifall der BolkSmaffen, die, wenn sie auch ni direkten Antheil an den Wahlen nehmen, dennoch Einfluß ge* auf die Wähler ausüben, um sie zu bewegen, in dem Sim

Großbritanien und Irland.

London, 5. Juni. Der Fürst Talleyrand und die Her- zogin von Dino haben am ?ten 13. bei Ihren Majestäten in Windsor gespeist.

Die Dubliner Times widerspricbt dem Gerucbte, daß der Marquis von Nnglesea Irland verlaffen werde, und ertheilt ihren Lesern die Versicherung, daß der Lord auch ferner die Stelle eines Lord-Lieutenants von Irland bekleiden werde.

Man liest im Courier: „Die Frage wegen Limburg war beim Abgang unserer leßten V'kachricl)ten aus Brüssel das ein- zige Hinderniß, welches sich der Erwählung des Prinzen Leopold in den Weg stellte; aber man hielt dies fiir einen sehr schwie- rigen Fall, da man wußte, daß der Prinz dic Belgische Krone auSschlagen wfirde, wenn nicht vorher das Arrangeiyent zwischen d 11 , , , _ Holland'und Belgien, 13312 es von den großen Machtey ,anem-

er a gemein verbreiteten MUZUML LU |!'""„""- pfohien ist, zu Stgndr kgmc; man wußte ferner, das; einige ber

Das Joyrnal des Debatß Yk)?!lt in einem „Schreib einflußreicbsien Mäimer 111 Belgien„ selbst unter deiien,s-1yelche Fxt'Yasle'lnbelie 11,221“ Tom J- JZlmldl? YHJTUMU- dl? HHR am 1ehnlxchsten wunschen, den Prinzen“ Leopold als HomIBzu Bm; ucermin derelL lbfilcb t ohrieltmumortibgeerns ,1aBeeij1nehYxZnakxs kD- sehen, “sich )edeni Arrangement heftig wrdexseHeZ, Fodmchb cl; putirIer Rechenschaft abzule Zn Die K;:iimer, heißt es dati gt:?dexlcxkßtüxxd? ,?en BLW der ganzen Provinz im urg ge rack) habe die Erwartungen des andes nicht getäuscht; sie habe * w ' Krone auf das Haupt desjenigen gesetzt, der am fähi sten ge*- skU set), Frankreichs Glück zu begründen. Mit der harte Aus dem Haag, 8. Juni. In der gestrigen Siyung der die Kammer die seitlanger Zeit gewiiiischten Modificatiorienw; zweiten "Kammer der Generalstaaten ck90“ dcr Präsi; genommen; er (der Reduxr) wvllx, die ganze Charte "Uk ail dent derselbenxin Schreiben des De'putirten, Herrii van Dam ihren Fongen, abex auch n1ch_ts daxuber hkUFUs;_ kk glaube ban Isen, 0111, des Inhalts, daß seine Stellung bei der Arinee dak? der WU "Zlk kkYUkaxanlsche'n Einrichtung?" "' ihn gegenwartig verbmberx, den Sitzungen ber Kammersbeizn: I? M werden,- muse; Fran FMH set) keine RLYUbUk- sondern wohneri. Nachdem zwei eingegangene Bittscbrifien der Petitions- verfaffungsmaßigx Monarchie, ber Thron muss? daher auch Konnmssibn zugestellt worden, wurde der Berichx der Ccniral- Verfassungsmaßig'en Einrichtungen umgeben seyn. Section iiber das Kred1t-Gesxß vorgelesen; “aus diesem Berichie lapg ersehnte? MUMLYPÜUGLÜB set) abgefaßt worden, UPD, erhellte unter '?lnderxi11, daß die-siebxntc Section bemerkt, hat„ die Fachsten Sexfilm bietbe es noch 'v'orbel)axten,' den 1v1chk19 v'on mehrerey Sect1_onen Jestebte Frage, „ob bie bereits disku- ZPUUÜ der, BerImff? dkk Mumcipal- L')Usells zu 9,de tirten vixr Finanzgeießx , 111 dem Falle, das; die Gcneralstagtxn Noch set) em „DepartementngHeses SU Ick?"- bas dem fur d" Se, Maxeßst chrerbietigsi ersuchen sollten, das vorliegende Geyes FYYÖWTZYYFY!IZLÖLCTJTTULTFZFTSU;FlYTsTRe veo1rji1 TE??iTZer11111abtnbnochn1allße Uebebélegundg zu Fhisnenßaberyiés zur Léertachnrg

' t oer o anere ee-nwure voree e- Wablrecht verliehen; seine ( Hrn. B9timesnz'l's) Stimme h" anraséllßn“, sey von der Regierun? nur zur Hälft? begantwor- "" Séoße der bexreffenden Komimsfion dl,? Herabsetzung ' te't wbrden. Dieser Bericht soll „gedruckt und Obertheilt und Wahl-Qenstxs auf „00 Fr. ,entsch1eden, “spater werde dersel die Diskussion uber das Gesetz ubermorgen eronnet werden. wohl aus 190 Frgnken bermmbert werden; es sei) zu '*'?de?" Die erste Kammer der Generalstaatcn war gestern versam- zleFULXLY MZHÜYMZÜJ"KFZ:?"ZÜLMÜrle'ÜXYYtW? Zielllt, ",'? übelr) dex Jiesesentwurf wegen der Veranderungen des

5 ; ' 9 ram u era a en.

lich habe die vorige Kammer das schöne Institut der Nation Ses. Zoh- derhsHerng Bernhard von Sachsen-Weimar reist garde organisirt, der die Obhut der Bolks-Freihxiten anvertr heute von hier zur Armee ab. worden sey- „Auf diese Weise hat“, so schließt HM“ v. V', Bei Breda soll auf der Haide zwischen Gilze und Rijen MMU“!- „die Kammer, insonZeit di? ZM ih? “[anka * am 9ten oder 10ten d. M. von zwölf Bataillonen Infanterie FKYHYUJLYÖYF TTTFFUTÜUI-&;JeinanxfmZkTomWM ein Lager bezogeti werden. Die Linientruppen sollen am ,8ten vollständigen Erfüllung dieseé Versprechqngen ?11it2uaßbéiten.“ :S laxltécirxtziteer?nuxcéhittileabSnicFZrusßcktFiT':?.n am folgenden Tage aus ihren

Der Temps verspricht, seinen Abonnenten ein Tableau Der Bredaer Zeitung zufolge, soll es abermals zu Er- nunmehix aufgelösten 'DeputirtenöKammer, IU g,!!ben. „„In d, örterungen zwischen dem General Chaffé und der Belgischen Re- ?lugenbltcke'I? sJgt Öles“ Blatt, „wo dt? dWahlex "" Beg! gierung gekongeU seyn, weil die'Belgier den Bau v„on Angriffs- sind, USU? ?YWXMMUU JU ?MMFFU- ';" ks Nicht ohne J werken gegen die Antwerpener Citadelle fortgescyt hatten., ' teresse seyn, em, ableau der aufge'osten kammer vor Augen Aus Aardenburg'wird gemeldet, daß an unserer „Granze em hgben. Man wrrb einst deä1 Play,]edes einzelnen Deputirtend, Be'lgj'scher Ober-Offizier gefangen gcnoxnmen worden ist, der nach dieser Kammer wrffen wo" M- Ölk iÖkU ,ULUM „Thron und Vizeßtngeq tranöportirt werden soll. Tagltch kommxp Desxrteiirs, 11,611? Chalk? entstxhen Jah, man wrd bxese Erinnerung UM gxoßtentheils Franzose-n, nach Staats-Flandern heruber, die iiicht [ixber gewmnen, ]e T'“ r man ,ÜchKon jener Zelt ZUtfekUF- "' langer bei den Bklglekli, dienen wollen, von „denen sie, ihrer ';;é2.000.000?,xx.sx§.“3.x:,27.„„TMM. e7x..d.“«.?. 1750; "“ck-- ...... Versprechungen «„...-«...:... dats und aller Autorität entbehrend, den Muth hakte, die uns Ér'üssel, 8. Juni. Die aus 10 Mitgliedern des Kon- l)eure Perantwortlichkeit für solche Ereignisse zu übernehmen, m] greffes befiehende Deputation ist gestern Morgen um 5 Uhr nach sTFxß'ls)?“FÜLÖÜÉLÉUZFskkeLtYYZUFUYU zbu ?UttxalkM-b dkkleLZ-T' Ostende abg'erei'st, um sich Vo,11 dor't nach Londoxy einzuschiffenx g. D 6 [Bd M , p Yk ießrx Fd ha Zn WVG“ , Jm hiesigenCourrier liest maxi: „(.s sind gestern in i &? JdournaA e s atnk ez o re „me et, die emem Zwischenxaum von, 4 qunden zwe: Englische COUTURE an- Yk,“- _ehor e von Yk“ “FL“ ' M*, b“ denz Pächter "" ILYontmen. Sie sind beide bei dem Lord Ponsonbt) abgestiegep.

“eieret des ,Hrn.äv. gc§m «, ehemaligen Pairs von Fran Dieser Diplomat, den man als krank und, sehr“ entmuthfigt schll= ;ezckz 1.0 tkleine FdfferéjzeTes Pit 50?- Yatrxxxxn, 2 JOM, m dert,.erwartet spätestens ani Donnerstqg bre Ruckkebr seines éSe- 535210 P“ xonen ]? ;“ K olrmfter, 7d Mb ? '???DU" “„U? gro cretmrs, Herm White. Diesex hat bei seiner Abreise nach Tyn- - enge frischgegoffle, er XI? " gefun en ha & er Pachter don, wohm er nnt der Nachricht von der Erwahlung des Pxin- sogleich ZUDHFrécht *Ébe" [titersuchkmg FMI?" WWW nk äl zxn Leopold abgeschickt wuxde, vom Lor? Ponsonby den JtiSdritck= “7 kHeirHS KLt-n Hnexa “JKspedto'rs ?k YstoJchMtD? smd 1lchxn Be'fehl erhalten , ihm Instructtoneti von der .Konxferenz LOW" red r,?lisiw ader YF?“ ULF ?jzkonb ; LPKF ZM?!" -de zuruckzubrmgen. Man versicherx, daß zwrschcnPHerrn LebeZu CRUS eeinen erstén Berichctmztei§ dxn Mixitxirejr FFs JZneYaTi-ng und Zn; ZnYtster éeesailxteOij e]??? ee121ätl§3xktßeFF aelttißeZe-r'rsckKZLir sandt. In diesem Berichte heißt es unter AUÖMM: „Die F," könneneuns oirthLLeaber es scheint uns , daß von gder WeigTrung (Kade ck19“ Kathebrale von Rheims [ZZZ vor |cks Jahkknoem oder der Axmahme des Prinzen Lebpold unser; Zukunft abhängt. fck" “MKYUÜUMMUUU ?kllkkkn- '? mitfden Vorbereitun Weiin er ,die Krone annimmt, so kann map uberzeug't seyn, dgß gen zur .Kzonunß Karls . beauftragten Lirchttektetx und Dec,? er die Mittel steht, um unsere Angelxgenherten auf eme vortlxeil- rateure ließen namlich damals an den beiden Thurmen SU hafte und ehrenvolle Weise zu beendigen; wenn er sie ausschlägt,

Niederlande.

befeßigen, und 5 bis 5 daran hängende Maurer mußten Mik Häm so ist er vom Gegentheil überzeugt. Wir sehen daher der Ant-

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wort des Prinzen nicht ohne Besorgniß entgegen. Sagt er: ja, so wird dies bei uns ein Zutrauen und eine Hoffnun erwecken, die wir bisher nicht Zehabx haben; sagt er: nein, so gauben wir in diesem Worte die osung zum Kriege zu vernehmen. _,- Wenn diese politische Combination nicbt gelänge , so würden sich wahr- scheinlich die vernünftigen Männer des „Kongresses ermüdet und entmuthigt in Masse zurückziehen , und das jetzige Ministerium wiirde sogleich fallen. Eine einzige Aussicht bliebe uns im Fall der Niebt-Annahme von Seiten des Prinzen; wenn nämlich die Mächte fich dermaßen hart und unÖerecht zeigten, daß ganz Bel- ien davon durchdrungen würde. ann würden vermuthlicb alle T;)axcteien ihre Ansprüche und ihren Ehrgeiz dex nöthigen Einig- keit opfern, und die gemeinschaftliche Gefahr könnte Belgien die Kraft wiedergeben, Welche traurige Spaltungen täglich mel): schwächen.“ Das Zeugen:Verhbr in der Sache des Obersten Gregoire

und feiner Mitangeklagten wurde am 7ten beendigt und mit den

Verhören der Angeklagten selbst der Anfang gemacht. Der Obxrsi

Gregoire, der mit vieler Festigkeit und Ruhe antwortete, “erklarte

im Wesentlichen, daß das Projekt, wegen dessen er fi„ch M1 An-

klagezustande befinde, lediglich von ihm selbst herrubre. Der Prinz von Oranien habe nicht einmal gewußt, daß em solcher Versuch gemacht werden wiirde. Alle Ofßziere und anbcre Per- sonen, deren er cZick) bedient habe, setzen vollkommen uber„den eigentlichen Zwe in Ungewißheit gewesen. Als er von Brugge nacb Gent gkkomme'n set), habe er den Versuch machen_ wollen, die provisorische Regierung umzustiirzen. Dieses Projekt hxxbe ihn schon seit längerer Zeit beschäftigt, und er set) nur noch nicht recht iiber die zweckmäßigsten Mittel mit sich einig gewesen. Es würde aber aus der gerichtlichen Untersuchung deutlich hervorge- hen, daß er nur das Glück des Landesim Auge gehabt habe. Es 'sct) möglich, daß er sich etäuscht; er könne sich aber bis 1th nicht davon überzeugen. n Bezug auf seine friiheren Aussagen vor dem Instructionsrichter erklärte der Oberst jest, daß er den Pro: feffor Jacquemyns nur deshalb mit in die Sache verwickelt habe, damit diese ganze Angelegenheit vor einem Civil-Gerichte verhandelt würde, weil er erfahren hätte, das; man die Ueberweisung an eine Kriegögericht oder an eine revolutionnaire Kommission beabsich- tige. Aus diesem Grunde habe er auch mehrere Bürger (Henxs in seinen ersten Verhören genannt. Er wiederhole aber jetzt dte Erklärung, daß er ganz allein den Plan entworfen habe, und dIß alle dabei Betheiligte gänzlich in Unwissenheit gehandelt hat- ten. Als dem Angeklagten ein Schreiben des Prinzen von Ora- nien vorgelegt wurde, mit der Aufforderung, sich darüber zu er- klären, bemerkte er, daß dieser Brief eine Antwort auf einxn von ihm an den Prinzen gerichteten set), in welchem er sich die 11e- berzeugung [)abe verschaffen wollen, daß, im Fall, der _Prmz 1e- mals zur Krone Belgiens gelange, keine Reaction stattfinden würde. Der Prinz habe sich in der Antwort auf seine Procia- mationen berufen, welche durch die öffentlichen Blätter hinlänglich bekannt geworden setzen. Die einzige Anweisung, die er von London aus erhalten habe, sey die Andeutung gewesen, das; der Prinz es im höchsten Grade bedauern wiirbe, wenn neuerdings Blut vergossen wiirde. »- Nach dem Verhöre des Herrn Jacque- myns erhielt das Substitut des General-Prbkiirators, Herr von Cuyper, das Wort, um die Anklage zu unterstutzen.“ Es jst wahr- scheinlich, daß die Vertheidigungsreden noch zweiSisungen aus- fi'rllen werden.

-Die Capitaine der Compagnieen des 1sten Aufgebots der Briiffeler Biirgergarde haben sick) vorgestern zu dem General an 61181“ begeben und sich von demselben Waffen erbeten. Der General antwortete ihnen, daß er schon wiederholentlich das Mi- nisterium darum ersucht, aber bis jetzt keine Antwbrt erhalten habe und sich nun direkt an den Kongreß wenden wiirde.

Deutschland.

München, 8. Juni. Ihre Majestät die verwitwete „Kö- nigin sind vorgestern mit Ihrer Königl. Hoheit der Prinzessin Maric hier wieder angekommen.

Hannover, 10. Jimi. Ihre Königliche Hohcit die Herzo- gin von Cambridge hat mit der Durchlauchtigen Prinzessinleu- uste gestern die hiesige Residenz verlaffen, um sich, „zu emem ersucbe bei des Königs und der Königin Majestäten, uber Hol: .land nach England zu begeben. Ihre Königliche Hoheit beab- sichtigt, am Sonntage zn Rotterdam an Bord des daselbst zu der Ueberfahrc bereit liegende Königlichen Dampfschiffes zu c en. g h Das „Königliche Kabinets-Ministerium hat an bie Königl. Landbrosteien zu Stade und Aurich erneuerte Anweisungen er- geben laffcn, die Quarantaine:Maaßregxln gegen alle aus den Ostsee-Häfen kommenden Schiffe zu scharfen. -

Schwerin, 9. Jun. Se. K. H. der Großherzog haben sich gestern Morgen von hier nach Doberan be„geben, nachdem Allerhöchsidieselben am 7ten d. M. einem Manover des leichtey Infanterie-Bataillons und der Artillerie hinter Tgnnenhof bxt- gewohnt hatten. Se. K. H. der Erb-Großherzog :| heute wu- der von hier abgereist. _ ' ,

Eine Compagnie des hier garmsomrenden leickxteti Infante- rie-Vataillons hat heute Schwerin verlassen, zur Mitwtrxung des an der Ostsee-Kiisie anzulegenden Cordons gegen das Eindringen der Cholera.

Türkei.

Konstantinopel, 10. Mai. (Aus dem Oesterreichi- schen Beobachter.) Die Thätigkeit und „Energie, welche die Pforte in Ergreifung der Maaßregeln ziir Dampfung de'r bed'enk- lichen Unruhen in Albanien und Bbsmen entfaltete, ließ,emen guten Erfolg der WaffkU Sr. Hohxit erwarten. Dre Wirkung dieser Maaßrcgeln entsprach auch bisher'der Erwartiing volikom- men. Schon am 27sten v.M. erhielt die Pforte, direkten Nach- richten aus dem Lager von Monastir zufolge, Kundi! von„emeni am 21. April durch die Truppen des Groß-Wesirs uber f'unf bet Perlepe gelagerte Paschas erfochtenni Siege, wobei 4000 Rebellen auf dem Platze blieben. Wenige Tage dgraus fiel em Treffen bei Tikwesch vor, welches sich ebenfails fur die Qtfto: manischen Truppen entschied, und dem am'Z-ten d. M. eiiie gänzliche Niederlage des Pascha von Skutgr: 10 dem Engane zwischen Periepe und Köprili folgix, wobei mehrere Tausende „der aufrührerischen Albaneser getodtet und gefangen, genom- men, Mustapha Pascha selbst aber und die bet ihm be- findlichen Anführer in die Flucht“ geschl'agen und zerstreut wurden. Die näheren Details uber, diese siegreichen Ge- fechte des Groß-Wesirs enthält daß offizielle Bulletin der Pforte vom heutigen Tage, so wie ein Bericht des mit der leisten Siegxs- Nachricht hierher abgefertigten Tataren. *) - Weniger W1chttg=

ll tin ol 1 weiter unten; dyn Bericht werden wir moertDmcisttlZezäene. Dfasgsvätere am 13. Mac zu Konstantinopel be-

kannt gemachte Bulletin haben wir bereits in unserem Blatte vom 4. Juni gegeben.

keit legte die Pforte bisher auf das Erscheinen des mit Mu-

stapha Pascha in erbindung sehenden RebeUen-Anführers Ka-

rafeizi-Zade Ali-Beim Sophia. Derselbe hat in Folge eines [Wk-

hin von den Einwohnern genannxer Stadt gegen ihn versuchten

AUSfalls seinen Truppen dezi Einmarsch in diese Stadt anbe-

fohlen, dieselbe am 23. Apxtl nach gexixigem Widerstande besetzt

und die dortigen Basare xmer,zweltagtgen Plünderung preis-

gegeben. Zugleich durchstreift seme Mannschaft die Gegend um

Sophia, macht die Straßen unsicher und erlaubbsich in den nahe

gelegenen Dorfschaften viele Exceffe. Um diesem Unfuge zu

steuern, ist der ehemalige Groß-Wesirfunb tapfere kakheidigek von

Varna, Jzzet Mehmed Pascha, tmt emer zahlreichen Truppen-

und ArtiUerie-Abtl)eilung, gegen das angeblich ,8000 Mann

starke Corps 'Uli-Beis abgeschickt worden„ und die „Pforte er-

wartet täglich Berichte über die Resultate dieser Expedition, Di:-

ser Empörer dürfte demnach, besonders nach der erfolgten, Nieder-

lage Mustapha Pascha's, nicht mehr lange die Commuiiicqtioiien

Wischen Belgrad und der Hauptstadt stören. - Die Türkiycbe

Flotte, welche bestimmt ist, die Häfen des Paschaliks Von Sku- tari zu blokiren, hat bereits den Nordwind benuyt, um den Bbg- VVTUS zu verlassen und außerhalb desselben vor den sieben Thur- men Anker zu werfen. Der diese Flotte kommaiidirendc Groß- Admiral Halil Pascha hat sich diesen Morgen nach einer Audiknz beim Sultan an Bord derselben begeben. Sie Wartet nnr ihre vollständige Bemannung und Verproviantirung ab, um nach dem Orte ihrer Bestimmung abzusegein. Von Verändenmgcn in den Skatkhalterscbasten ist dieSmal bemerkenswertk) die Ver- leihung von drei Roßschweifen an Jaakub Pascha, an:: der Fa- milie Kara OSinan Oglu, der zugleich die Stelle eines Mahassil von SMS und ein Kommando bei der Armee des Groß-Wc- sirs erhielt, Der chlerbeg von Dichildir, Jdscbaneli Ahmed Pascha, ward ebenfalls “zum Pascha von drei Roßschweiseu er- hoben und erhielt das Militair-Gonvernement der Festung .Kars, welches bisher mit dem Paschalik von Erzemm verbunden ge: wesen war. _ Ungeachtet der unruhigen Bewcgimgcn in so vie- len Provinzen des Türkischen Reiches, [)at bieHanptstadt bisher die vollkommenfte Ruhe genossen. Nur in den ießtcn Tagen der Griechischen Charivoclze erlaubten sich mehrere hier anwefende Griechi- sche Matrosen, meistens aus Hydra und Spezzia, in den Griechischen Kirchen von Pera und Galata gröblicbe Exceffc, welche ohne Zwei- fel ernsthafte mid blutige Folgen gehabt haben wiirden, wenn sich nicht sogleich die Wache ins Mittel gelegt und hierdurch Herstellung der Ordnung hwrbeigexfihcc hatte. NichtSdestowc- niger war der ganzen hiesigen Armenischen nnd Griechischen Be- völkerung, worunter auch viele Albaneser, gestattet, an den drei Osterfeiertagen die Straßen von Pera unter *.).ikusik und Natio- nal:Tänzen zu durchziehen und sich auf den freien Plätzen nach Landesfitte zu belustigen. _ Am 17“th d. M. Ward im Franzö- sischen Botschafts:Hotel das Namensscst des „Königs der Fran: zosen durch Tcdeum und Abends durch einen Ball und Souper gefeiert, wozu das gesammte diplomatische Corps und ein Theil der hiesigen Gesellschaft geladen waren. Von den Türkischen Mi: nistern und Obcr-Offizieren war Nie'mand dabei zugegen.

Uebersetzung des von der Pforte am 10. Mai d. F, mitgetheilten Bulletins über die Niederlage Musta- pha Pascha's von Skutari. ' .

So wie es bereits mündlich mitgethctlt worden, haben Hic re; gulaircn Truppen des Groß-Wcfirs m Vcreinigung mir dem_ m sc:- nem Soldc ftcchden Toskasthen Albancscr-qups dxtx'Miitzcn von fünf mit Mu apha Pascha von Skutari gcmcmschattltci) aufgxiian- denen BeZlerbegs bci Pcrlepc xtnc Schlacht geliefert, wobct mit Gottes Hulfe dtc Rechen gänzltck) gcschlagen wurden, 4000 Mann an Todten verloren und ihre sämmtlichen Kanonen, Zelte und Kriegs-Vorrärbe den segreéchen Trxtppxn Sr. Hoheit überlassen mußten. Nach diesem cZilüci'léchen Ereigxnß beschloßdcx Groß-Wefir, gcgen K'öprt'li aufzubrc )en, um auch dte d„ort befindlichen Rebellen nachdrücklich anzugreifen. Doch schon wemge Ta c nach “dem ersten Treffen fand ein zweites bei Téchsck) statt, txt wc chem dtc Empörer abermals besiegt wurden und alle ihre Miznitton und Vorräthc in die Hände der Ottomanniscben Truppen gericthcxx. Endljch ließ der Groß-Wesr am vorigen Dienstag (;5. Mai) dre über 20,000 Mann starken Rebellen, die den Engpaß zwischeii Perlepc und Köprili be- setzt hielten, von neuem angreifen, und dies geschah von Seitcn der rcgulaircn Truppen sowohl, als der ToIka- und GcgazAlbancscr- Corps mit solcher Hefttgfctt , dziß dxe Empörcr, nicbt em Stande, längeren Widerstand zu [ersten, srcl) sammtltch auf dtc Flucht bega- ben. Viele Tausende derselben blieben auf dem Platze, und alle ihre Munitionen und sonstigen Vorräthc kamen in dcg Besitz unserer Truppen. Auf die Nachricht, daß dic,Rcb_cUcn nch in dem nahe bei Köprili gelegenen Babu Chan befestigt hielten, war axsobald der Marsch gegen sc anbefohlcn, und nach gcscbehencm Angriff wurden sowohl Mustapha Pascha, dcr sick) in ;Person daselbst befand, als seine aufrühreréschen Helfershelfer gänzleck) geschlagen und zereircux. Alle Kanonen, Gewehre, Zelte, K_üchen9exäthschnfkcn :c. fielen m dte- Hände der Armee des Groß:Wcürs. Wtewybl verlautetc, „daß Mu: stavha Pascha nacb uskub entfiohcn set), so tsiedocl) noch natchts Gx- wiffcs hierüber bekannt, und man war fortwahrend beschaftigt, dre fliehenden Rebellen zu verfolgen.

Inland.

Berlin, 13. Juni. Heute friih um 4Z Ubr starb hiersclbst nach einer höchst schmerzhaften vierzehntägigen Krankheit-der am hiesigen Hofe akkreditirte Kaiserl._Russische qußeryxdcxitlick)e “'Ge- sandte und bevollmächtigte Minister, W1kkllchL Geheime Vizitk) und Kammerherr, Grqf von Alo». » Excellenz, nach znruck- gelegtem 62sten Lebensjahre.

- Die (gestern' von uns mitgetheilten) Ereignisse an der Polnisch:“éitthanischen Gränze werden von der Konigszbcrger Zeitung in nachstehender Weise gemeldet: „Dcr Polnisch? Ge: neral Giclgnd ist angeblich mit 12,000 Mann in Gielgndiychfen eingerückt. Er zog mit etwa 4000 Mann regulaxrcr_Truppe11 dem Corps des Generals Sacken, welches 8000 Mann stark war, bis Kowno (“K*attc11) nach. Auf dem Marsche bis bierhcr winen bereits mehrcre Insurgcutcnhaufm dazu gestoßen. Das Rusjiscbe Corps hattc in Kowno eine feste Stellung eingcnbmnwn, und General (“Hicignd lief; mit 2000 s))kami einc Schn-Attafe auf Kowno machen und ging selbst mit den iibrigcn Truppen m der Nackt iiber die Mrmcl, um in Scymnaiten einzudringen und sich mir », Puschct zu vereinigen.“

“- Man meldet ans Lippstadt vom 7. Irmi; Das Ge- treide sieht in Westphalen durchgängig so *slélWl], daß 'die, Ernte, Wenn sonst keine Unglücksfälle eintreten, iiberaus kclchllch aus: fallen wird.

Wir find von zuverlässiger „Hand zu, der Erkläymg ermäcb: tigt, daß Se. Durchlaucht der Fitrsi Will). Florenrin zu Saliii- Salm, welcher aus einem in Nr. 144 derÜQlllgememen “Proxim: schen Staats:Zeitltng vom 267701 v. M. bcm1diichen_Berrcht uber die Brüsseler Kongreß-Berhandlnngen nicht ohne Besrtcmden seme vermeintliche Bereitwilligkcit zur lembmc dcr Beigtsck11_ Krone

ersehen hat, sich nicht Ullk Über einen derartigen, ihm ohnedies

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