und Wenn der Regent nicht ernstlich einschreitet, so ist 111 der Thztt zu befürchten , daß General Chaffé seine Drohun-Zzen eheßens m Vollzug fest und die Stadt wieder mit einem 5 ombardement bkÜUsUM- Vorläufig läßt *er den der Citadelle gegenuber bx- findlichen Deich durchstechen, um sich nöthigenfalls durch dxe Polder cine Passage fiir die Schiffe zu verschaffen, ZW sie von dxn KUZU" unserer Batterieen nicht erreicht werden konneq. Es ist ungemein schwer, die hier befindlichen Soldaten und die niedere Einwohnerkiaffe in Schranken zu halten. Erst heute Kyle]! wxe- der (111 50 Flintenschiiffe, und zwar auf der„gqnzen Lime vorn NMRFQU bis an das Quai , auf eine Hollandische Barkr, die nach der Citadeile segelte. Dem Vernehmm nach, waren es sammt: liche Schildwachen, die ihre Gewehre abfeuxrten; man schien zwar auf der Citadeile keine besondere N'otrz davon zu „neh- 111111, dock) schweben wir nichtsdeftowemgqr 111 der großten Gefahr. Auf unseren Wällen hatten die Arnllevßendeute/ ohne Befehl dazu zu haben, Alles vdrbereixet, um d1x „Beschießung der Citadelle zu beginnen; gliicklicherwe1se kamen jedoch dle Os- fizirre noch zeitig genug herzn, um das Abbrennen der geladenen Mörser zu verhindern. MehrereSoldatZ11 wurden ßerhaftet, und bei Einem derselben fanden sich 37 DreyuldenzStuckUe, was dar- auf hindeutet, daß die bekannte Partei m Brussel forml1ch dar- auf ausgeht, das Militmr durch Befiechungen zu Exceffen zu le'ten.
ver 1Brüssel, 12. Jun. Gestern um 11 Uhr, Morgens nahm der General Belliard von dem Regenten Abschied; sem Besuch dauerte ungefähr 2- Stunden; von ,da begab er sch nach dem Kriegs:Mi11ißerium und hatte später m1t Lord Ponsonbt) eme Konferenz, Der General hatte versch1edene Dxpeschen erhalten, welche ihn ausdrücklich dahin insirmrten, unmrttelbar nach dem Lord Ponsonby Brüssel zu verlassen. Um 4 Uhr Nachmittags begab er fich_1ioch einmal zum Regenten und reiste eme Stunde darau“ ab. ,
Lsord Ponsonby verließ die Stadt zu Fuß und bestteg erst vor dcm Thore seinen Wagen. Man hat bemerkt, daß er 111 demselben Augenblick einen Courier m11 Depeschen abfcrtigte, welckrr den Weg nach dem Palaßr des Regenten nahm. „ ,
Der Magistrat und der M1l11a1r-Go11ver'neur von L11111ch
haben Prociamationen erlassen„worm sie die Emwdhner warnen, sich nicht zum Aufstecken Franzosischer Fahnen verietten zu lassen, und die Anwendkung strenger Maaßregeln gegen 1edes Unterveh- 11111 der Art an ündi en. , 1 Gestern wurden "Jie gerichtlichen Verhandlungen 111 der An- gelegenheit des Obersten Gregoire geschlossen. Der Grr1chtshof fallte 11.111) einer langen Berathung gxgen ZUhr sdlgx11des Ur- 111111: Gregoire und de Bast sind, Ersterer zu ze'i)11“]'«1,i)r1'gem Ge- fangniß und öffentlicher Ausstellung, Besterer 311 f111111avrtgem Ge- fa'ngniß ohne öffentliche ?litssieilupg verurthe1lt, Die .Herren Jacquemyns und d'Orignv sind. fre1 gesprochen worden. Gregmre und de Bast haben auf Caffation angrtragcn. , ' _
- - Brüssel, 12. Juni. Dte nun Wirklich, erfolgte 52111: reise des Lords Ponsonby und des Generals Bellmrd hat [11er einige Bestürzung hervorgxbracht , mzdwwwohl der Podel fort- während durch die Bemuhungen e1n1ger Bolks=9111fw1egle11n der alten auSgelaffenen Bewegung erhalten Wird, so 117 doch „1111 Allgemeinen eine triibe Stimmung unter den Emwohyern zucht zu verkennen. Nachdem der erste Rausch der Revdiution langst verflogen und darauf so 111anche neue Hdffngng getauscht worden ist, fängt man an, auf d1e gute alt? Ze1t m1t stdtllem Bedauern thriichz11ko1111111en.* So Mancher „sprichx hal'b wxder„W1ll,en d1e wehmüthige Erinüerung an du. burgerltche Thatigkeit „ 1111d den Flor aus, die von der 1111l'de11 Regwrung dcs Konigs Wilhelm iiberal], und namentlich h1er i11 Brizffel, hervorgerufen worden waren. Der Wunsch, diese Zeit zuruckgxkehrt zu sehen, laßt 1111) mehr als halblaut vernehmen, und ,nur die e1tle Besorg- niß, dem übrigen Europa, nazwden) so v1el ge-sproche11 und so Manches gethan worden, als lacherlich zu erschemen, laßt d1esen Wunsch 11icht völlig durchdringen und zur That werden. Von den Mitgliedern der Königl. Familie sind es besonders J.K. K. H. die Prinzessin von Oranien, und J. K. H. d1e mezessin Fricdrick), von denen selbst die mederen Klassen der vaolkerung noch mit großer Anhänglichkeit sprechen. Wenn nicht uberall die Erinnerungen an das wahrhaft h1111111ne 11nd,so, oft als Muster anfgcsieilte Benchmen der Nirderland1scheu Königs-Fa111111e_11och 11.111111, so sind daran nur du Bemuhungen xmrger polmschen 1111d religiösen Zeloten Schuld, zu welchen 11amentlich auch 'der bekannte Graf Nobiano von Boorsbeck gehort, der sich n1cht sci1eu1, in Flandern die boshaftesten Verleumdungen gxgenrme Fä111iiie zu verbreiten, deren eryadeneTugende11 gegen, seme lynch- lerische Frönnnigkeit einen schnetdenden Kontrast d1lden. 'Die Flandrischen Deputirten find es auch'besonders, d1e fich hier 111 heftigen Aeußertmgen sowohl gegen die Londoner Konfyenx, ais chen Holland, vernehmen laffcnfund, fortwahre'nd'zu e111e111 all: Öcmeinen Kriege rathen, Wer mzw1schen d1e ]xtzige Verfassung unseres Heeres und die Stimmung des. Volkes im Vlllge111e111en, einige Swreier abgerechnet, kennt, Wird sich seldst sagxn, daß wir 11ichts weniger als schlagfertig sind. Nan1e11tl1ch benndet sick) die Kavallerie in Folge der unter den Pferden cingerissenen Kr.111ki)e11e11-i11 traurigem Zustande; von den 3200 Pferden, die fiir die Remonte angeschafft wurden, sind bereits so viele zum Theil todt gestochen, zum Theil unbrauchbar, daß nur noch etwa 1500 als die11sifäl)ig angesehen werden können. Die Infanterie ist 1231116 noch so undisciplinirt, wie sie es seit dem Entßrlnn des Belgischen Heeres war, und theils befiyt sie sehr schlechte waehre, dic allenfalls bei der Parade, schwerlich aber im „Kampfe zu ge- brauchen sind. Die friiher 111 AntwerpcnUmd drssen UmgebUng kanto'in'rt gewesenen, aus dem gcineinstcn Gesindel gebildet;", Freiwilligen sind bekanntlich nach den kleinen Wailrniswen SW:: 1111 111 der Gegend von Namur derlegt worden, 11111“ dies 11111 die Folge gehabt, das; 1111111 dort, 7110 man sonst 107111111911111 «11tideliä11disch gesinnt 111111, die gute alte 3111111101“ 1111“; irgcndwo z1ir1ick1v1111sch1. Einige Dcpmzrtr“ 11116 diesen Gegeiwen wollen 3111.11“, sobald die bcstinnnte abychlagige Antwort 1»; Pkiwzen Le.“: pold eintrifft, 1111 Kongresse die Vercinig1111_g 11111, Fr.111k1rich 3115.11 (35e111111'm11de. ei11rs Antrages machen; die1er d111111 WN)- “*.*11 derbekannten a111igailika11ischen Gesinnung Unserer 0517111111101, 1111111 “1th 11111 wenigen Anklang finden. - Die'9111sz1chte11 fi'1r die diek-jahrige Ernte find in Belgwn sehr 911101111, und dies “ist noch das Einzige, was einen "THL" der Bevolkerung, namlich die Landieute, für jetzt emporhalt.
Warschau, 14. Juni. Oiextaatszeitung meldet jetzt als offiziell, das; die Natio11al-Reg1xrung den Senator Kastellan Leo De111bowskizun1 ordentlichen F111a111-Minifter ernannt hat.
Demseiben Blatt zufolge, soll der General Ronmrino das „Kommando über das Corps des Generals Dziekonski erhal- ten; andererseits heißt es, daß General Cresutz sich nicht nach Brzesc begeben habe, sondern durch Podlachxen marschire , um sich mir der Rusfischen Hauptarmee zu vereinigen.
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Eben dieses Blatt sagt: „Die Deutschen Zeitungen haben irrige Nachrichten darüber verbreitet, als ob die Insurrec- tion in Podolien völlig unterdrückt worden set). hat bis jest nur mit den Insurgenten der Distrikte vou Olviv- pol, Naysyn, Batyczew, Lipowiez und Human gekämpft. Er hat bis jetzt den Jnsurgenten fünf Treffen geltefert; aber überall, wo sie selbst angriffen, wurden die Russischen Corps zersprengt. Die Bauern schlugen sich sehr tapfer. Die bei Daszow erlittene Niederlage schreiben die Insurgenten dem Capitain Orlikowski zu, welcher bei Ausfiihrung eines Manövers mit ungeübter Ka- vallerie einc rückgängige Bewegm1g7nachte und dadurch Ber- wirrung Veranlaßke. Nach dem Treffen bei Daszow hatten die Jusurgenten wieder Vortheile errungen, zwei Geschütze genom- men und 800 Mann zu Gefangenen gen1acht. Der Graf Rze- wuski ist nicht geblieben, sondern nur Verwundet worden. Selbst
von Insurgeruen in den Wäldern umher.“
In der Warschauer Zeitung heißt es: „Folgendes sind die gewifferen Nack1réchten iiber die Expedition des" Generals Chlapowski. Jm Biaiystockschen war es ihm giinstig gegangen; er riickte daher mit seinem Corps nach Littlmuen vor; seine Streitkräfte vermehren sich täglich durch hinzukonmnnde Freiwil- lige, und die Ankunft der Polen hat die Litthauer Jusurgenten neu belebt. Aus der Bialowieser Haide haben sich ihnen viele Jäger angeschlossen. Se. Kaiseri. Hoheit der Cesarewitscl) begab fich mit der Fürstin Lowicz nach Slonim; aber General Chla- powski drang mit außerordentlicher Schnelligkeit in die ehema- lige Wojewodschaft Nowogrod ein und näherte sich der Stadt Slonim, indem er der Fürstin Lowicz (dercn SchWager er isi) den Rath ertheilte, sich aus dieser Stadt zu entfernen; sic reiste daher nach Minsk ab, und Chlapowski soll sich eiligst nach Wilna gewandt haben.“
Ein [)iesiges Blatt meldet: „Wir wissen aus sicherer Quelle, daß am 71911 d. der General Chrzanowski cinrn beden- te11de11 Vortheil iiber das vom General Rüdiger kom111a11dirte Corps davongetragen hat; die Affaire isi zwei Meilen von Ja- mosc vorgefallen; die Details sindnns jedoch noch nicht bekannt.“
Der junge Fürst Poniatowski, Adoptivsohn der Gräfin Tvszkiewicz, Schwcster des Fürsten Joseph Poniatowski, ist in Warschau angekommen, um in die Armee einzutreten; er hatte im vorigen Jahre 111 dem Französischen Heere an der Expedition nach ?llgier Theil genommen.
Im hiesigen Merkur wird darüber Beschwerde gefiihrt, daß die National-Regicrung in ihrer Bekanntmachung iiber die Dimission des Generals Krukowiezki dcffen Vergehen 111cht an- gegeben und ihn gestraft habe, obne daß man wisse, warum, vieileicht sogar ganz aus eiqener Willkür oder, ohne Untersuchung der Sache, auf die bloße Vorstellung des Gc11eraléssi11111s. Es werden hieraus die friiheren Verdiensie jenes Generals und be- sonde'rs a11ch seine legtercn um Aufrechthaltung von Zucht und Ordnung 111 der Hauptstadt hervorgehoben, welche ihn 11111 is)!) mehr zu Forderung eines gerechteren Verfahrens berechtigt (111111. -
Die Warschauer Zeitung berichtet: „Vermitrelsi der Preußischen Militair-Bchördeu 1'111 Großherzogthum Posen hat sich bei unseren Behörden ein Arzt aus St. Petersburg anmel: den (affen, der in der Heilung der Cholera sehr erfahren seyn soll; er bietet seine Dienste an und versichert, daß er sich unter die Aufsicht einer städtischenBehörde stellen undin keine politische Korrespondenzen und Angelegenheiten einlaffen will. Die Na- tional:Regieru11g hat dies Anerbieten angenommen; sie wird den Arzt unter Bedeckung hierher gcieiten laffen. Jm medizinischen Conseil soll er seine Maaßrcgeln bei Heilung der Cholera und seine Ansichten iiber diese Krankheit an den Tag legen und, wenn er nichts Neues mitbringt, was unseren Vlerzten noch unbekannt wäre, mit Dank und einer ange111effenen Belohnung wieder an den Ort, von wo er gekommen, zuriickgeleitet werdcn.“ _ Da- gegen sagt dis S taats-Z e i tu 11 in derselben Beziehung: „Fast hätten wir einen Arzt aus St. etersburg erhalten. Der Dok- tor Kildaszewski, welcher die Cholera während deren Grassirens in Moskau heilte, wurde mit einer Instruction des Generals Tschernischoff, in politischer Hinsicht sich in Nichts zu mischen, sondern nur mit seiner Erfahrung Hülfe zu leisten, von St. Pe- teröburg abgesandt. Er langte an unserer Gränze an, hatte ein Empfehlungs-Sckyreiben vom Feldmarschall Gneisenau 1111 den Regieru11gs:Prästdente11 Fürsten Czartoryski und ließ sich durch den Königl. Preußischen Befehlshaber des Gränz-Cordons, Ge: 11eral Zastrow, wegen seines Hicrherkomnwns anmelden. Doch wurde ihm der Zutritt in unser Land nicht gestattet, Denn wenn wir auch gegen die Cholera nicht hinreichenden ärztlichen Beistand hätten, so/würde er doch deshalb noch weniger als An- dere haben 1111151111 können, weil er aus politischen Riickfiihtcn sich Sicherhei1s:2)kaaßregel11 bcitte unterwerfen müssen, die seine Thä- tigkeit gehemmt haben würden.“
Der am 117211 d. M. znsa111111e11gctrete11e Verein für Ver- besserung des Zustandes der Bauern hat eine Sißung gehalten, in welcher zum Präsidenten einstimmig der Warschauer Depri: tirte Valentin Zwierkowski, zum Vice-Präsidenteu der Qidvokat J. Owidzkj.1md zum Secretair der Redactenr der Polnischen ZeituY, Herr I. N. Janowski, gewählt wurden. In der näch- sten Sitzung soll iiber das Projekt der Statuten des Vereins, welches von einem Comité unter Vorsitz des Staats-Neferen- dars Marszaldwski anZefertigt wird, verhandelt werden. Bis jegt zählt dieser Verein 70 Mitglieder.
In der Warschauer Zeitung beßndet sicb folgender als eingesandt bezeichneter Artikel: „Da kein Gesey, keine Behörde" der 3111111111111 Frccddeit der Presse steuert und die Zeitungsstbrei- der, 11111" 1111 11111sickwe1f111 mit Vcrletnndungcn 1111111115; und keck, 11-51» .1111“ dem Kanwfviay, 11111111 sie von den Beleidigten heraus- gcfdrdcrk werdcn, ais niedrige Feiglinge zeigen, so wird hierdurch 1111111111 1411111111, daß sich nad) dem'Mnftcr dcs patriotischen Brreins 1:1 dc“: «15.1111111'111d1 cin Strafverein gegen die verleimt- dchschn J11111'711111'1'1r11 gebildet hat. Dicser Verein, der aus einer 3111111111211 “2111511111 *.*“1111Pc1'so11e11 besteht, wird jeden in den Jour- 11111111 dcf111d11'11'1ci1 21111111 3111" Beurtheilung vor11ch111e11, und da 11111 „3131111111111? einc Caution fiir seine Verantwortlichkejt stellt, so wird drr Verein, wenn jener keine E[)1'1*11:E1'k!(1r11ng und Sa- tisfaction giebt, körperliche Strafen 111 Ausübung bringen. Denn wcnn die Regierung den guten Ruf der Bürger nicht beschützt, so vcrseßt sie emen deeu in die Nothwendigkeit, sich persönlich Genugthuung zu verschaffen.“
«- Privat:?kachrichten aus Warschau vom 14. Juni zu- folge, war die Polnische Haupt = ,)lrmee an diesem Tage wieder ins Feld gerückt.
Deutschlaud.
BraunschWeig, 15. Juni. Hier ist, folgende Bekannt: 1111111111119 erschienen: „Bon Gottes Gnaden Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg 11. s. w. Nachdem, zufolge der jetzt
eingegangenen Berichte, die nach „Vorschrift dec erneUerten Land-
General Roth '
in den genannten Distrikten kreuzen noch immer Abtheilnngcn „
bewaffneten
schafts-Ordnung s. 11 und 12 vorzunehmenden Wahlen der z. zweiten Section der Stände gehörigen Deputirten der Städte und der Freisaffen stattgefunden haben, so ist nunmehr der Zei punkt erschienen, wo Wir, wie es schon längst Unser Wuns war, eine Bestimnjung über die „Versammlung der vereinte,1 Stände erlassen können. Wir haben daher beschlossen, daß ein offener Landtag in Unserer Residenzstadt Braunschweig gehalten werde, und 111 Erwägung, daß der Mehrzahl der getreuen Stände das Erscheinen auf dem Landtage während der Ernte-Mon'm, und zur Zeit der Herbstbeftellung beschwerlich seyn wiirde, bestimmt daß derselbe am Z0sten des 11ächs1künf11genMonats Septembei
eröffnet werde. Wir vertrauen zu dem bewährten patriotischen
C'ifer, den uneigennüßigen' Gesinnungen und den erleuchteten Einsichten der vereinten Stände, daß die hochwichtigen Verhand. lungen von neuem dazu beitragen werden, die Wohlfahrt Und das Glfich des Landes zu befördern und fester zu begründen Braunschweig, 11. Juni 1831. Auf höchsten Spezial-Befeyj' Graf von Veltheim. von Schleinixz. Schulz.“ *
Am 12. d. M. wurde durch eine Deputation von 15Biirger11 dem .Konnnandanten von Braunschweig, General-Lieutenant Vou Herzberg Excellenx, der Ebrensäbel überreicht, welchen Bram]- schweigs Bürger als Ehrengesckyenk ffir denselben, zur ?lnerken: nung seiner vielen und hohen Verdienße 11111 das Vaterland, vor: zugSweise aber um unsere Stadt in den gefahrvollen Stunden des 6. und 7. Septembers 13. J., hatten anfertigen lassen.
Hamburg, 16. Juni. Laut Nachrichten aus Knrhaven isi das Schiff „vier Brüder“, Capitain Lühr Liebie, von No. stock nach Hamburg bestimmt, da es unter Andermn Lumpen, au, Kleider und rohe Häute an Bord hatte und der Capitain er- klärte, mit seinem Schiffe nach keiner Reinigungs-Quarantaine: Anstalt geben zu können, in Gemäßheit der Bekanntmachung des Senats vom 8ten d, M. und in Folge dessen Beschluss vom 15te11 d. M., von .Kuxhaven nach Rostock zurückgewiesen, Die Schiffe „Wienands“, Capitain Hein Bornholdt, und „Frau Rebecka“, Capitain Johann Broders, mit Gewehren und Stiick: gfitcrn beladen, von Kopenhagen auf hier bestimmt, sind, da fie ohne Quarantaine-Päffe und sonstige Papiere hier a11ka111e11,jn Getnäßheit der Verordnung vom Sten d. M., mit Wache belegt und am 14ten d. nnter Q11ara11tai11e:Flagge nach Kuxhaven in die Observations-Quarantaine zurückgewiesen.
Italien.
Turin, 4. Juni. Am Frohnleichnamsseste begab fich der König, dem Beispiele seiner „Vorfahren gemäß, mit seinem Ge: folge nach der Karthause von Collegno und wohnte im Innern dieses Klosters der Feier jenes Kirchenfestes bei.
Florenz, 7. Juni. „Vorgestern traf Se. K. H. der Prinz v. Joinville nebst Gefolge von Livorno hier an und stieg im Großherzogl. Palaste ab. .
Neapel, 30. Mai. Einem Ministerial:Berickte zufolge, be: laufen sich die Stcuer-Erleichterungen, die der König den Pro: vinzcn diesseits der Meerenge mit Ausnahme Neapels, fiir wel- ches ein besonderer Bericht abgestattet werden wird, auf 1,1927“ Dukaten, was durch die in der Verwaltung eingeführten Erspar- nisse nothwendig geworden ist; im nächsten Jahre soll dieselbe Begünstigung auch auf Sicilien ausgedehnt werden. -'chte, als an seinem Namensrage, hat der König den wegen Theilnahmc an dem Vorfall von Monteforte (im Jahre 1820) verurtheilten Personen vollständige Begnadigung gewährt. Auch sindmehrcre Militairs der im Jahre 1821 aufgelösten Armee wieder 111 den aktiven Dienst berufen worden.
Türkei.
Smyrna, 15. Mai. Der hiesige Courrier meldet: „Die
erste Woche dieses Monats wurde durch ernsthafte Unordnungen bezeichnet, die unter der friedlichen Einwohnerschaft Unruhe ver: breitet haben. Das Osterfest der Griechen scheint unter der nie: dern Klasse dieser Nation und namentiich bei den unter dem Schutze der verschiedenen Konsuln stehenden auswärtigen Grie- chen eine Aufregunx hervorgebracht zu haben, die sich fast täglich durch Gewaltthätig eiten äußert. Während der-drei Osterfeiertage konnte kein Jude sich auf der Straße zeigen und seinen Geschäf- ten nachgehen, ohne sich einer unwürdigen Behandlung auszu- sehen. Mehrere, worunter ,achtbare und von ihren Beleidigern gekannte Kaufleute , erhielten Backensireiche 1111d Stockschläge, andern wurde der Bart zerzupft. Zwei Israeliten sind gänzlich verschwunden; sie hatten sich nach dem Dorfe Bournabat bege- ben und find von dort wieder abgegangen, um 11ach der Stadt
zr1riickzukehren; seitdem hat man nichts mehr von ihnen gehört,
und vermuthet, daß ste von dem Führer des Boots, das sie be- ftiegen hatten, ersäuft worden; sie scheinen etwas Geld bei sich gehabt zu haben. - Am verwicheneu Dienstags brach eine Bande von 30 mit Dolchen und Messern bewaffneten Männern in das Haus eines Englischen Kaufmanns und entführte eine junge Griechische Magd, die an demselben Tage mit ihrer Herrin nach Konstantinopel reisen sollte. Der Vorwand zu die- sem Ueberfalie war, daß die Magd einen „Katholiken liebe 11111 man sie dem Unglücke entreißen müsse, einen Mann von einer anderen ReliZion zu heirathen. _Das Mädchen wurde von der
5 a11de_ zum Griechischen Erzbischofe geführt, von der Ortsdehörde aber ihrer Herrschaft zurückgegeben, Der Gouver- neur von Smyrna, Tahir-Bey , versammelte anf Anlaß dicser Vorfälle sännntliche Europäische Konsuln und stellte ihnen vor, wie die Unordnungen, durcb welche die Rnhe der Stadt seit acht Tagen gestört worden, weder von der Türkischen Bevölkerung, noch von den unter seiner Verwaltung stehenden zahlreichen Klassen der Mayas, sondern von den Schiixlingen der Konsuln dernbt wordr11; er forderte die leßteren de111ge111äß auf , unverzüglich die geeigneten SicherheitéWTaaßrcgeln zu treffen und alle ihre Schüs- li11ge sorgfältig und täglich zu bewachen, weil er sonst fiir die Ruhe der Stadt nicht einstehen könne. Die Konsuln von Frank- reich, England und den Niederlanden haben in Folge dessen eine Bekmmnnachung erlassen, wodurch allen hier befindlichen Grie- chen befohlen wird, sich binnen acht Tagen auf den Konsulaten einz-nßnden, deren S-L-us sie genießen; auch wird aufs neue al- len Griechen bei Strafe sofortiger Vertreibung verboten, „Waffen und Messer auf den Straßen, Pläxen , Kaffeehäusern und an anderen öffentlichen und Privat-Orten der Stadt Smyrna zu tra- gen; unter Androhung derselben Strafe wird jedem mit einem
Passe versehenen Griechen untersagt, denselben an einen Raya
zu verleihen, um diesem die Mittel zu erleichtern, sich der Be- zahlung der Kopffieucr zu entziehen oder aus einem anderen Grunde.“
Die Regierung der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika
hat ihren xhemaligen Gesandten in Spanien und Dänemark, Herrn Erwmg , zum Geschäftsträger in Konstantinopel ernannt.
Am 5te11 d. machte der Nord-Amerikanische Konsul, Herr Offley, dem hiesigen Gouverneur Tahir-Bey, seinen Antritts-
BEsUck), den dieser am Neu auf der Fregatte „Constelsation“ er- 1v1ederte.
Nachrichten aus Ch i os-vom 9ten d. zufolge, hatte wenigeTage uvor eine Seeräuder-Mistik ein von dort abgegangenes Schiff ,kapert und die Fuhrer desselben ermordet; man befürchtet, daß „ck mehrere Serräuber von Ypsara aus in See gehen werden; uf diese jetzt verodetd Insel, flüchten sich von Zeit zu Zeit die ujraten, um h1er 1l)re letzten Anstalten zum Auslaufen zu
en.
reff Brasilien. Die Times theilt Nachstehendes über die der Revolution „ Nio-Janeiro vorangegangenen Ereignisse mit. „Obgleich ie Revolution in einem Tage zu Stande gebracht wurde, so arm doch die Vorbereitungen zu derselbcn 011011 seit ungefähr jnem Monate ge111acht, und seit 14 Tagen sal") man dem Aus- mcf) insurrectionnellcr Gewaltthätigkciten täglich entgegen. Der 1aiser war von einer Reise in die Provinzen 11111 12. “oder 13. 11.111 in seine Hauptstadt zurückgekehrt, und Von dieser Zeit an „js zum 7. April waren die Einwohner Von Rio 1'11 beständiger [foeg1111g, Es sch11111, daß Dom Pedro bei seiner Riirkkedr ** 111 allen äußeren Zeichen von Tkklle 1111d Llnhä11glichkcik 171111111111- .111 wurde; nder 111 der Nacht 311111 14. 231.111 kam es zwisrch eu Portugirsen 1111d Brasilianern 111 1111e111 Haridgmncnge, das icht dime Blntvcrgießrn ablief. 521111 15. März, bei dcmfeier: ichen Einznge des Kaisers, erneuerten sich diese Excesse'. Einige ersonen, die den „Kaiser zu Pferde begleitrtm, ließen sich der- chiedenc unbedachte Handlungen zu ScHuldcn kommen und rohtm den Bürgern 11111 ihren Reitgerten, wenn sie nicht ,Lange lebe der Kaiser!“ und „Tod der 911121111111!“ 1111111 wiir- ien. Ein Brasiliamiscbcs Blatt, der Juteliigmiccr, sagte bci ieser Gelegenheit: „„Man beschuldigt die Polizei, das; sie mit den 1110111012111einvrrstmidcngcwrscn sei),1111d es ist diescfteilobcrzengu11g .ller Brasilianer, daß das (5511111? 1111111“ dem Einfluffeimd unter dem (1111131 der Ylgknten der 110111110911dc11(Irwalc (1111311111111 worden. 11.3.111111111191'111 folgt «“s" (341'11111111111111'1311.1: 11111 Brasilianer ist 3411011 sicher; es wird als ein Berdrccdcn betrachtet, patriotiséqe *? esi11111111gen zu äußern und die éNational-Kol-arde zu tragen.““ Hm Folge dieser Ereignisse ward de111Kaiscr 1111111111 17. März i11e von 25 Depntirtcn 1111tcrzrick11etc Vldrcsse (S. 11111111) iiber: sicht. ?lnf diese “.Adresse erfolgte «1111 11.1(111'1111 Tage ei11r 911111111311, * eiche erklärte, daß **))kaaßrcgcln angrordnrt worden sevmx, 11111 1131111119 1111d Rahe aufrecht zu erhalten, und durch Dekrete dom leichen Tage entließ der Kaiser vier seiner Ménisn'r 1111d ernannte ndere an ihre Siellc. 91111 25. März wurde der sjcdenic Jad- estag dcr Einfiihrung dcr Brasilianischen Co11s1it1111911 11111 al- 111 ?lcußcrnngcn der 521111111111101111111 1111 dc11K'aiser gefriert. Ikhrc 1101111111111 ?)“.ajcsiätcn, wclckw dci der Rcvue drr Truppen gc: enwärtig 111111111, wnrdcn 11111 [111112111 Zuruf von de11 ZnscHaucrn md dcn Soidawn begrüßt, 11111) 11111 Abend 111.11 dée Stadt «11111: end erleuchtet. Mit Rücksicht aiif "dic [1151111 Ercigniffc [1121111111- ere 111.11111111'11[)ige Auftritte; ader alficklicbrrweiseqi11g diesc F11rcl11 __ icht in Erftillung. Am 3. *.*-(„1111 erließ Sc, 231111117111 ei11 Dc: ret, durci) welcdes eine außerordentliche Einberufung der gesctz: “chenden Vcrsmmnlung angcdrdnet 11:111'dc. Dcr Kaisrr 11.1111 111111 Theil seiner k))kinistcr entlassrn 1111d 1111 ihre Stelle -11dere gewähit, welche noch 111111011111a1'rcr waren, 1111d als 111.111 11 11111 drang, diese Lctztcrcn-wieder 7,11 c11tlaff111, hatte er Weder ie Kraft, zu 111ider1'1111c11, noch die 5111190111, 1111ch1z11gebc11. Wie arl )(. mit Poligimc und Pcyronnct, drstand er auf dem iecht, seine Disney wählen und seine Lieblinge beibehalxcn 311 ön11e11. Andererseits wollte sich das Volk, ohne Zweifel durch .dcrsoneu geleitet, welche auf etwas Anderes, als eine bloße Mi- if1eria1:Verä11der1111g, ausxzingen, 1111111ci)cr z11friede11 stellen"; als 151111111 Thron 111111 andch Nakhon Umgeben sabe. Es än- erte sch ein lautes MißVLrgniigcn uber die'. “2011213101111 des Ho: 16 und iiber die inersckoäintheit dcr Portugiesen, und die Bra: iiia11iscl11'11 Reformistcn bezeichneten bei dieser Gelegcndsit idrc riden Gcgc11“:Parteie11 durch die Worte: „?inlismos“ und „LU: 1111116111012.“ Das Volk wnrde dic „i)clde11111111hige Nation“ 9010 11010100) genannt, 1111d111a11stciltc demselben dic "erlesen olks:Jns11crectio111-*11 in Europa und deren Resultate als Muster uf. Ech so wie in Frankreich und Belgien Waren die Vertre: 11 der Nation, die öffentliche Presse nnd die 1011110111911 05e- 11111011 der Hauptstadt fiir eine Veränderung, und vrrnwge dcr inwirktmg dieser vereinigten Kräfte konnte auch die Armee icht lange treu bleiben. Vils daher der Kaiser dnrch dcn deel edroht wurde, konnte er keinen Theil der Nation 11111 Beistand 111111111, und was in ei11e111 anderen Bande ci11 bloßer Auf: tand gewesen seim wiirde, wurde hier zu einer Revolution. 'der Kaiser, welcher sci) auf seinem Lustschiosse befand, wurde 11 wiederholten Malm aufgefordert, sein Ministerimn zu entlassen. ine Deputation nach der anderen wurde zu diesem Zwecke ver: eblich an ihn abgesendet. Endlich wurden auch dir (Harden „ab: kiinnig und machten mit den Unzufrirdcnen gc111ei11sckaf111chc "ache. Nack) dicse11152lbfall blieb dem Kaiser kein amderrs Mit: ei iibrig, als zu Gunsten seines Sohnes abzudanken und sich inen Zitfiitchtsort am Bord einrs Englischen Scbiffcs zu sichern. as Geschrei nnd die ?(enßcrungendes Volks, die bisdcr so _bo- rohend gewesen waren, Verwandeltcn sick) daraxif 111 (5,1111ck1v11111ck)9 nd in die lautesten Zeichen der Frcude. Dir chrasc11ta111cn er Nation kamen augenblickliki) zusa111111en 1111d ernannten eme kgei1tschaft, 11111 1111 Namen des 1111113111 Kaisers zu 111111dc'l11. *ie Gesandten dcr f1'1'111d111 Mächte, den Päpstlichm 211111111112 "„ 1“k)rer Spitze, de;.)adcn sick), 1,1111'11l)ige Auftritte brftirchtend, 111 dem Kaiser an Bord des „Warspite“ smd 1110111111 11011 ortaus eine „Vorstellung an die provisorische Regierang, in 11111: er sie den Schuß derselben ftir die U111erti1a11e11 idxer respek11: en Nationen in 911101111111 111111111111. Diese Vorstellung war nter Anderen von dem Englischen Gesci'1äftst1'äger, Herrn A1“: 1119111011, und von dem Grafen von Sabugal, außerordentli- ,2111 Gesandten und Bevoll111ächtigteu der Regentschaft von erceird, unterzeichnet. -- 91111 9te11 April, zwei Tage 1111101111 [UM sei11es Vaters, begab 11111 der junge Kaiser 111111) der Ka:- 111che11 Kapelle," 11111 einem Trdcmn fiir die glorreiche Reddin- 9", Miche die Krone anf seine jngendlickw Stirn gcssßr [1111- „beizuwoi)11ci1. Er war natiirlich 11011 der Regentschaft kc- leitet. Bon dortaus hielt er seinen fcicrlicl11'11C'i111ug 111 die tadt 1111d begab sich nach dem Palaste, wo er die Giiickwiinsckw kz; diplo111at1schei1 Corps e11tgege1111ah111. Die Zcittmgrn von to bieten alle Redekunst auf, 11111 diese 1x1'i).1bei1e “Feicrxicdkeit zu xschreiben und den Jubel des Volks zu schildern. -- Bis da: !11 War der „Warspire“ noch nicht mit dem Vater, des neuen kkkscbers abgescgelt; denn wir finden 111 einem Blatte_ vom Zten April die Bemerkung, daß Dom Pedro 2 Stundcn weit on der Barre vor Anker liege. In demselben Blatte befindet ck ein Schreiben Dom Pcdro's 1111 die Brasilianische Nation M! Bord des Schiffes, worin es heißt: „„Ich ziehe mich Ml) Europa zuriick, mein Vaterland, meine Kinder, meine reunde bedauernd. So theure Gegenstände zu verlassen, nmß Ls 1111e111pßt1d1ichste Herz erschüttern; aber sie verlassen, um die Ixne Ehre zu behaupten, ist der größte Ruhm. Lebsxwdhl, „. 1111 Vaterland, lebt wohl, Ihr Freunde, leder wohl f11r im-
! ]
( „„hat nunmehr begonnen.
_ crf1'11lt wird.
' bis auf eine einzige noch lodige
1071
mer!““ _- Die von demPräsidenten der National-Bersamm- lung erlassene Proclamation drückt sich dahin aus, daß Brasilien erst „„seit dem 7ten April, wo der Kaiser abdankte, ins Leben „getreten set).““ „„Unsere National-Existenz““, heißt es darin, Wir haben jetzt ein Vaterland *- wir haben jetzt einen Monarchen, der das Symbol unserer Ei- nigkeit und der Unverleßlichkeit des Reichs ist.““ Als der Prä- sident sich auf diese Weise ausdrückte, versah er sich der Ereig- nisse in Bahia nicht.
Fvlgendes ist die obenerwähnte ältere Adresse der Deputir- ten an den Kaiser Dom Pedro: „ „Sire! Dic unterzeichneten Vertreter der Nation find über dieEr- ctgntffc, wclche stck) in der Hauptstadt zugetragen haben, tief be- trübt. Besonders bckiagen sic dicjcnt ,en Vor_fäl]c, welche am 13. März üattgcfundcn haben, wo man „ :ck. wemger der rcude über die Rückkehr„Ewr. Kaisers. und constttuteotxncllcn Maje ät überließ, als man es 11ch zum Vergnügen machte„ dre BraslranerY- reundc dcr Freihei1 und des Landcs - zu bclctdtgcn und zu mtß atxdeltz. Diese wurden in der That mit Beschimpfungen von der Lusttanx- schen Partei überhäuft, wclche sci) mir dem Rufe: „„Es “leben. dee Portugicsc11!““ wieder in unserer Mttte erhoben und aufruhrcresche und anarchische Handlungen jeder Art begangen hat. Patrioten, dercn Blut durch einen trculoscn und vorvcdachten Angrtff „vergos- sen wurde, smd von Männern hingeopfcrt worden, welche, 111 aller Raserei ihrer Verbrechen, offenbar von der:, RegierunZ und den un- tcrgcordnctcn Behörden beschülzt worden und. Sie ruhmen sack) dcs- scn selbst und entwcihcn mit 1111gla11bl1cher Kühnheit dcn erhabepen und Ehrfurcht qcbictcndcn Namen Ewr. Katserlichcn und eonstrxu- tionncllcn Majeüät. DécUntcrzeichneten halten es daher, als Bur- ch“, denen di; Stimmen ihrer Landsleute zu Thetl geworden sind, als gute Bran'iiancr, dcncn 211131“; an der Erhaltung der Ehre und Würde der Nation und an der “Stabtltkkät des consiituttonncllcn Throns gclcgcn ist, für ihre Paécktt, ihre Strmmcn in dercrhabcnc'n Gc- gcnwart Ewr. Kaiserbund constitutwnncllcwMajestät zu erheben, Ih: nen diese kurze Schilderung des traurtgcn Zunandes, in welchem s1ch dtc Angelegenheiten der Nation befinden, vorznlcgcn und drtngcnd um die Anwendung der nöthigen Maaßrcgrln, sowohl zur Wiederherücl- lung der O-“dnung und öffentlichen Nubc, als auch zur (15111119- thuung der Brasilianer, welche in dem zartcn Punkt der Na1101ml- Ehre beleidigt und vcrlcht sind, zu ersuchen; dic11'-Maaß1“cgcin ['rau- cl1cn nicht von dem gewöhnlichen Wege des . zuwcichcn, sondern d1e Urheber und Thcelnc mer jener Angrtffe mö- gen durch die rcgclmäßigc Ausübung „der Gcseße beüraft und _die Behörden, welche durch notoriscvcs Emvcrsiändnéß oder durch'eme apathiscbc Gleichgültigkeit dcn Mördern und Störern der öffentlichen Ruhe “freie Hand geiascn haben, mögen daf1'1rvcrantwortlich gemacht chdcn- Sire, dic Empörung fährt fort, guter dem Schatten des erhabenen Namcns Eurxr Kaiserltcbcnco111tétu11'onncllen Mnjeüät, ihre schwarzen Entwürfe zu verfolgen; Dic Belxidigungen nehmen zu, der National-Gcisi leedct, und kern Volk tvtrd cs ohne Wtder- unnd crduldcn, das; Fremde ihm in seincxn eigenen Lande ein sch111äh- liches Jock) auflegen. Fremde, wclche dre Ehre haben, Unterthemen Dom Miguels zu seyn, und Andere, wclche Doyna Maria 1]. an- gehören, haben allein die Gmwpen'gebtldet, dre, 111 den Nächten des 1:51cn und 11. März, dcn Brmiliantschcn Namen schmäbten nnd vrclc unserchitbürgcr, unter dem Vorwande, daß ßchderalißen wäre11,be-
“ lcidigten und verwundeten, _ der Föderalisnms ist eine politische Fra e,
dercn Entscheidung von dem Uxtheil und der „Berathung dcr legis a- tivcn Gewalt, abcrnicbtvon dernnnlosen und blutgcxregcn Wutk) thttger unwissc11de11_ Leute abhängt. Die so gragmm bclctdigten Branlmyer _ dic Bran'liancr, dcnen man mit partecescbcn und ungerechten Em: kcrkcrungcn droht, nähren in ihrer Brusr dic wohlbcgründetsic und ticfste Erbitternng, deren Folgen unmöglich zu berechnen smd, wenn die Regierung nicht 111, der Folge ähnliche Unordnungen unterdrßckt und Maaßrcgcin crgrctfr, um, so weit dies möglich ist, die Beleidi- gung, welche die. Nation erfahren hat, wieder gut zu machen. Die 11ntcrzeic111tetcn Dcvuttrtcn erwarten, daß dies geschehen wrrd:„dcn„n 11e vcrtraucwdcr Weisheit und der Vaterlandsiicbe Eurer Kaiserli- c11en und connttutéomkeiicn Majestät, trotz der Vcrräthcr, wclche Fix- rctc Thron 1111111101, die aber doch nicht Kraft genug haben, dre Klagen zu crftrc'cn, wclche jetzt aus den zerrissenen Herzen der Freunde des Landes und der Gcrecistigkcit aufsteigen. Dic Umsiände smd dringend, und der klcmfte Verzug kann in einem soichen Falle_ver- hängnißvoll seyn. Das Zutrguen, dessen déq Negtcrung gcntcßcn muß, ist beinahe gänzleck) da,!)tn, u_nd wenn dee Kränkungen, gegen welche diese Vorstellurxg gcrrcbtct tsi, unbesiraft bleiben, so würde eine solche Vernachlässigung der Erklärung gleichkommen, „daß ,es dem Brasilianischer: Volke überlascu bleibt, selbst, durch dre M11- tcl, welche ihm zu Gebote stehen, den Flecken zu vcrtil en, welcher seiner Ehre und seinem CharaHtcr so unverdientcr Wei e angeheftet worden. - Diese Sprache, Sere, ist frei und loyal. Mögen Eure Kaiserliche und conüitutéonnelle Majcsiäx ihr Gehör schenken und die Ucberzcugung hegen, daß Staaten me durch Sc?_me1chler, son- dern nur durch Leute gerettet werden, welche hinläng tche Charakter- Stärke besitzen, um dcn Fürsten dre Wahrheit zu sagen, selbst wenn sie solche ungern hören. Die öffentltche O_rdnyng, die Ruhe des Staates, ja, dcr Thron selbst - Zilles wtrd ich 111 Gefahr befin- den, wenn die Vorstellung, Welche dtc [Zntc'rzct nctexr htcrdurcb Eu- rer Majestät überreichen, nicht berückncbtrgt und thrc Btttc n1cht Rio-Ianeiro, den 17. März 1831.
111111213. von 24 Mitgliedern der Neyräscntanten-Kmmner.“
Vereinigte Provinzen vom La Plata.
Nor d:?l111erika11ische Blätter bringen folgende Nach- 1111111211 «1116 Bncnos-Ayrcs bis 3111112. März: „Der zwischen den Kiiste11:Provi11ze11 B11911os:211)res, Entre-Rios, Santa-FÉ und den Provinzen des Innern begonnene 'Kricg scYe11 sehr hartnäckig werden zu wollen, indem man von beiden Seiten zu de'ffkn kräftiger Fortscßnng 11111 Mittel anfdot, welchc der er- scddpftc Z11s11111d des Landes erlaubte. Ein zwischen den Knftm- Provinzen abgeschloffei1er 1111di11Sa111a-Fé 11111erzeich11eterOffe11= siv: nnd Di'fci1sir-:Trakrat mar i11 Bue11os:?lt)res öffentlich be: kannt gemacht worden. Auch erschien ein Dekret der Rogrerung, das alle iiber 15 Jahr 11118 Individuen männlichen Geschlechts 311 den 2111117911 ruft. Fiir außerordentliche ?lusgaben des [1111- fe11dc11 Jahres bewilligte das „Haus der Repräsentanten 6 Mill. Dollars.“
I 11 l a n d.
Veriim, 18. J1111i. Nack) 11111111 Reskript des Königlichen ?)kinisterimns des (11.111111 und der Poiizeivonx 171e11 v. M., haben des Königs 247210111111 dnrch I)illcrlwcyjtc &.111i1icts:Ordrc vom 27. 9211111 d. „ „ ' „ _ ' welche wrgen 1110111011101“ 1,[111v11rd1gk1*11 111111t 111 das. Heer 111191»: frei!: werden 161111111, die 11111111 ov-iwqcnd-e Vrrpsl'111111111g 311111 “))kilitair-Dicuste durch Arbeit 1111101211, 1217131!) 1111111 11111 de11 331121111, die sic!) in den schon bisher bestaudyiwn Arbeitchlbthru ltmgcn befinden, in Gmnciuschast gedracht, sondern daß fm“ d1c- selben desondkrc Abtheilungm e111gefuhrt werdcn soiirn. ,
«- “21115 Breslau vom 15. IML wird geschrieben: Der Professor ])1. Herder ist Pfarrer zu C1. Vinzxnz imd zugleich El11'c11:Don1i)err geworden. Das [)1es1ge Domkapitel isi 111111111chr, “ Nu111erär-Präbe11de, vollstandig besetzt. Es besteht aus folgenden Mitgliedern: Dompropst: Graf v. Sollnizki; Domderhant: Hr. v, Montmarm; Wirk- liche Domkapitularen: „!)-'. Schopr, Scholaster; 1)» Km: ger, Domprediger; v. Schubert, Weihb1schofz -N'ca11dcr, ehemq: liger Abt zu St. Vinzenz; ])1'. Kobler; 1)1'. Ritter: 1)r. Hei-
11isch5Scho11ger; Latußek. Ehren-Domherren: Smith, Vor:
cscßlichcn Ansehens al)- ?!
üeher des rießerqufes 1U„inß,e; Knauer, Landdechant der Grafschaft la1;„Ftscher, btschofltcher Delegat und Propst zu Berlin; Dr. Sobiek, Vorsteher des geistlichen Alumnats zu Bres- lau; Sedleg, Konsistorxalrath und Erzpriester zu Oppeln , und
])1'. Herber. *
C h o l e r .a.
Der Hafen zu Swinemünde ist durch eine starke Besaz- zung und durch schwereS' Geschütz vor jedem verbotenen Ein- gang gesichert, und die nunmehr definitiv ergangene Bestimmung, daß dort die Quarantaine-An-ftalt errichtet werden solle, sichert den aus angesteckten und verdächtigen äfen kommenden Schis- fen unter den angeordneten BorsichtS:z aaßrxgeln dort den Ein-
ang. Gegen jedes Fahrzeug, das aus verdachtigen Häfen oder
egenden kömmt, wird nach aller Strenge der Kontumaz-Vor- schriften verfahren. Das Regierungs : Departement Kös: lin ift landwärts gegen den Danziger Regierungs = Be: 3111 durch einen aus Militair und Konununcn gebildetrn Cor- don adgegränzk, imd Kontumaz-Nnstaiten sind angelegt , aus denxn ohne vorschriftsmäßige Atteste Niemand die Weiterreise verjtattet wird. -- Der ganze Ostseestrand an der Pom- merschen Kll|e„1Vird streng bewacht und jeder Versuch einer Lan- dung ganz zuruck und nach den Häfen gewiesen, so weit diese dem Verkehr gedffnet 11111). - Rücksichtlich der hier und an geäu- ßerten Besorgniß, daß durch den Stettiner Wollmarkt eine Ein: schlePPUUZ der CHVlEka stattfinden könne, kann zuvörderst die beru- higende Versicherung gegeben werden, daß nicht allein in Stettin, sondern auch 111 der ganzen Provinz Pommern der beste Gesundheits- zustand vorherrscht und na111e11tlich nirgends eine Spur der Cholera vorgekommen ist. Es ist also iiberall hinsichtlich der Wollen, welche aus der ProvinzPoxnmernzmn „Wollmarkt eingegangkn sind, kein Grund zu irgend einer Bcsorgniß vorhanden. Um aber den Markt vor al- len verdächtigen Wollen zu bewahren, ist nicht nur eine 1111111 Bewachung aller nach Stettin führenden Land- 111'1d Waffersträ: ßen aiigrordrct gewesen, sondern auch aUc Wolle ohne Unter: . scdicd, (ist nach vollständig geführter Legitimation Und nachdem. es erwiesen worden, das; sie aus einer völlig u11verdächt1= ' gen Heimath und auf dem Transport hierher nur durch eben so unverdäcbtige Gegenden gekommen war, zugelas: sen worden. Dabei ist ein Fall vorgekonnnen, wo rine Post Wolle wegen fehlender Legitimation zurückgehalten 11-111.) deren Zulaffung jedoch sväterhin ebenfalls nndcdcnkiiwi) c1'1d1gen konnte, nachdem die Unr-erdächtjgkeit ebenfalls evident 1:1 viescn wurde. Die große Strenge, mit welcher die Sichrrlze.1-;-. 11r-d Woil111arkts-Ko1111111'ssion verfahren, [11131 11111 vdiliger 11111113111- gnng annehmen, daß auch nicht die geri115steQua11ritä1 Wolke eingegangen ist, der 111.111 ans“ gesitiidhciispolizejlichcr R „111.111 die Lage nicht unbedenklich hätte gestatten k011111'11.
In Königsberg sind von SÜWU (es dasigen Gouvernc: ments und des Poiizei-P1asidiums 1111111111 101111 und 111111 d. zwci Bcka11111111achu11ge11 hinsichtlrxsx dcr" für jene Hauptstadt 1111- geordneten Sicl1criyeits;J)kaaßrcgelt1 gegci1E1'11scblcppimg imd Vcr- breitung dcr Cholera erlassen wokden. Ju Beziehung aÜf d:“e vorschr1f1smäßigen Reisepässe imd Gesundheits-Besckeé11ig1111gcn ist eine genaue Kontrolle eingerichict wvrden, zu deren bcfferrr Aufrechthaltung die S„chlagbäume und Thore der Stadt bis auf Weiteres 11111 11 Uhr Nachts gänzlich geschlossen werdcn sollen. Ferner sind hi11sichtl1ch der regelmäßigen Straßen: 1111d Hansck: Reinigungen, des öfteren Lüftcns der Wohn: und Sch1af1iubem so wie gegen die Uebersiiliung der Wohnungen iiberhaupt 1111d
' 11- 11-
I'. zu genehmigen gcruht, das; soiche Verbrecher, i
in Bezug auf dyn Handel mit alten Kleidern 11, s. w., die ge- 111effc11sieu ?l11ocd111mgcn getroffen worde", “ “
In mehreren Warschauer Blättern beißt es gleick- lautend: „Aus dem ärztlichen Bericht Über das Cdolera:Hospi: tal, welches auf Kosten der Stadt Warschau in der Bagatelle fiir arme Kranke eingerichtet worden ist, geht hervor, daß sich diese Krankheit in hiesiger Hauptstadt nicht nur nicht verbreitet, sondern nachläßt. Der Bericht vom 91cm d. M. lautete folgen: dernmßem“ „Erfreulich ist das Resultat, das; jetzt, wo man die Kranken zeitiger, nämlich sogleich nach erfolgter Erkrankung, in das Hospital sendet, diese auch"größte11theils nach kurzer Zeit wieder genesen. Seit zehn Tagen zeigt sich die Sterblichkeit fast ausfthließlich nnter Greifen Über das funfzigste Lebensjahr hin- aus; denn der größere Theil der Gcsiorbencn war 11111105 Jahre alt. Bei jungen Personen von 7 bis 20 Jahren bewahrt 1111) als ein sehr günstiges Heilungsmittel das Ansesen einer 11811111111- lichen Zak)! von Blutigeln, nämlich 1.) bis 30, an dem oberen Theile des Bauches (WZio eyigastrica sk mssoZuxtricu); bei Personen, wo die Blutigcl nicht genug Blut sauzen wollen, hat es guten Erfolg, wenn an die von den Blutigeln gestochcmn Wunden Schröpfköpfe aufgescst werden und dem Kranken soglcich ein Bad gegeben wird; endlich zeigt sick) [1151111110110] 1111111711111, 11111 häufigem Trinken von heißem Wasser verbunden, crfdlgrc1: cher, als der Gebrauch Von Kalomel mit Op1'11111.““
Nach den in Riga täglich bekannt gemachten Uedersicbtcn fiéllt sick) dort die Zahl der an der Cholera Erkrankten wie folgt:
bis z.solgei1den Morgcn 11111311 |
es wa: ren krank.
Datum. gene-
gckoss: se".
MLU.
110111 grstor: krc111k. den.
101 177 16.5
21.")
6.3 56 58 5 l
17. (20) Mai 18. (30.) = 19. 1.31.) - 20. Mai (1. Juni) 21. (2. ) 215 72 «19 2.51 22 13- ) 231 76 | '.36 271
Daß (1111 2017111 1111111 Kranke hinzugekonnncn 311 sc1111 scheinen, ' [chr darin, daß man 111 die stiihern Angaben nur die Zahl dcr 1111 die Hosvixx'ilcr gcbracl1te11Pcrso11cn .111fz11'11d111111111 hatte.
.Die Riga "1“ Zkitung 110111 28. Mai (0. Juni) k'- Mkl- der, daß T.11'11111“1 slit dem Beginn der Cholera 1115 51111127. Mai 111 1111111 *)chi1111111gc11 811 Pcrsouén crkrawkkm, VM 1111111211 270 genesen, „*:-20 geswrden 1111d 222 krank waren. In den „Hospi- tälern smd 1111111 Begmn dcr Epidemie bis 311111 27. Mai »1111.*„c: 11om111e11: 1082 Kranke, von welchen 120 chksm/ 644 891701“- beu und 298 noch krank sind.
Von den bei Riga l1ege11dcn Schiffen MM 6 Cavitains und 1.50 Matroscn begraben worden seyn.
In Miran sollen nur einige Individuen und zwar 11111“ solche, die Vor Sperre des Orts von Rig-a dorthin gekonnncn. erkrankt und von diesen 7 gestorben sein).
Die Cholera ist auf's Neue in Ribinsk 1111 d.“: Wolga im Gouvernement Jaroslaw ("332 Werft nordiick) 11011 3.1osk1111) ausgebrochen und hat sick) auch 1111 Gouvernement 2301100113 ge: zeigt. _ '
Die St. Petersburgische Ha11delx-1citui1q enrixält
121 161 177 16.3
108 79 59
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