tiömus von Seiten derjenigen fehlen werde, denen solche Pläne am Herzen lägen, und beruft sich auf die Rechtlichfeit der Rx- präsentanten und auf deren Klugheit, um dem Privat-Ebkgklz und der Herrschsucbt einzelner Personen einen Zugel- anzulegen und den besorgten (Zemüthern die Ruhe wiederzugeben.
- Von der Polnischen Gränze, 18- Zum Der Tod des Kaiserlich Russischen Feldmarschalls Grafen von Die- bitsch-Saba1kanski hat, wie aus mehreren Bertcbten hervorgeht, auch auf die Polen einen tiefen, erschütternden Eindruck ernncht. Man vertraute seiner umanität und seinem “sittlichen, esuhle, und was auch einige arschauer ZeitungsschkkleT zu semeroVer- unglimpfung berichtet haben mögen, die Besseren "11 Pölmsä)?" Volke und besonders auch im Heere achtetZU ihn hoch und be- wunderten seine stets sich gleich bleibende xuckslchtßvolle Meusch- lichkcit während eines Krieges, der le1ckt emen "MLM“ humanen und gebildeten Feldherrn zu grausamen Rache-Handlungen hatte erbittern können. Man sieht daher “"ck in„Polen seinen, Tod als ein un liickliches Ereigniß an. -«- Zuverlassigen Nachrtcbxen ans Wars au zufolge, hat die Polnische Hnuyt:91r111ee ihre Rich- tung gegen Nur und nach dern Flusse Liwiez „genommen. ** Der General Uminski, dessen die Polnischen Blatter seit langer Zeit nicht erwähnten, soll 1est, eben ,so ww der Chef seines Ge- neralstabes, General Prondzynskt, seine deßmtive Entlassung er- halten haben.
Frankreich.
Paris, 14. Juni. Nachdem der „König am 10ten Vor- mittags in Verdun eine Musterung über etwa 15,000 Mann von der National:Garde abgehalten hatte, feste Er seine. Reise nach Mes fort, wo Er gegen Abend eintraf und sofort die ddr- tigen Behörden empfing. Aus den Antworten, die Se. Maxe- stät bei dieser Gelegenheit auf die an Sie gerichteten Anreden er- theilten, heben wir hier die wichtigsten Stellen herans. Dem Präfekten des Mosel-Departements erwiederte der König unter Anderem: „ . . . . Diese Erinnerungen (aus dem Jahre 1792) sind Mir um so werther, als sie Mich an eine Zeit mahnen, wo Ick fur das Vaterland focht. Heuti es Tages habe Ich andere Pflich- ten gegen dasselbe zu erfüUen; ck werde dabei denselben Eifer, dieselbe Beharrlichkeit, denselben Wunsch zeigen, Frankreich frei und glücklich zu machen. Jedermann muß seine Rechte unge- hindert ausüben können, und es darf im Staate keine Gewalt, es sey eine Königliche , eine administrative oder eine Volks-Ge- walt, geben , die sich über das Gesey erhebt und die öffentliche Ruhe zu stören im Stande it .“ - Auf die Anrede des Ersten“ Präsidenten des Köni lichen Gerichtshofes antworteten Se. Majestät: „Ich habe ein ganzes Leben hindurch geglaubt,
. daß Frankreia) eine offene verfasungsmäßige Regierung haben
inijffe. Als im Jahre 1789 zum erstenmale der Versuch damit gemacht wurde, fürchtete Ick gleich, daß er nicht von Dauer scyn würde, indem er nicht mit jener Aufrichtigkeit behauptet wurde, die allein Vertrauen einflößen, der Regierung „Kraft ver- leihen und das Glück, so wie die Freiheit der Nation, gesetzlich begründen kann; denn das Gesch wird nur geachtet, insofern es offen gehandhabt wird. Dies ist daher auch der Gegenstand Meiner ganzen Sorgfalt. Die Iuli-Revolution erfolgte, weil die Gesese verlevt wurden. Die Nation errang alle ihre Rechte wieder und übertrug Mir den Posten, den Ich jest einnehme, und den Ick) nur in dem Interesse ihrer Freiheit behaupten will, -- d. b. einer, wohlverßandenen Freiheit, die Niemand belästigt und Villen die freie Ausübung ihrer Rechte sichert. In diesem Sinne wünsche Ick", daß die ganze Gesesgebung mitsder Cbarte in Einklan gebracht werde. Eine solche Arbeit ist nicht das Werk eines ages. Ohne Zweifel 1115 en Modißcationen und Reformen nöthig seyn, und gewiß isi 8kiemand mehr als Ich geneigt, auf alle mögliche Verbesserungs-Pläne einzugehen. Liber Niemand iß auch weiter als Ich davon entfernt, in Re- Jcrungs:Angclegenheiten gefährliche „Versuche zu wagen, und
ck werde diesen daher, nicht bloß in dem Interesse des Townes und der Natio11,sondern auch in dem der Freiheit, immer widerstehen.“ -- Der Maire von Metz äußerte in seiner An: rede unter Anderem: „Die Ereignisse des Juli, ein unver- gangliazes Denkmal des National:Willens und Ihrer Aufopfe- rung, Site, für das Heil des Landes, haben die Ansprüche des ersten Bürger:.Königs auf die Liebe und Treue der Franzosen ge- heiligt. Dies haben alle Mnnicipal-Conseils von Frankreich laut _verknndigt. Es find auch unsere Gcfinmmgen. Erlauben Sie Jetzt, Sire, daß wir Sie von unseren Wünschen und Bedürfnissen m „Kenntnis; sehen. Die politische Freihrit verlangt auch Han- delösreiheit. Der Handel kann aber nur gedeihen, wenn ein srcier Verkehr unter allen Völkern besteht. Die Stadt Mes wunscht daher wiederholt, das: man ihr ein Waaren:Entrep6t be: willige. Liber now andere Gedanken einer ho“ ern Ordnung be- sibaftigen die Gemütbcr unserer Stadt. Die xbarte hat in un- serer innerenVerwaltung noch einen wichti cn Gegenstand uner- ledigt gelassen: die Erblitbkeit der Pairie. L*irwollen hoffen, daß in der nächsten Session die legislative Gewalt aus unseren Ge- sesen ein Privilegium verwischen werde, das von nun an mit unseren National:Sitten unvereinbar isi. Fiir die Polen, die bcldemnnthig um ihre Freiheit kämpfen, empfinden wir lebhaf- tes Mitgefübi. Möchte doch der Einfiuf: Ewr. Majestät dieser bocbberzigen Nation cin Loos sichern, wnrdig der schönen Saibc, dit sk? verthcidigt.“ “"" Dkk Konig crwicdcrtc, nachdem Er versprochen, Sich mit der Forderung eines Entrepöts zu be- :"wn'ftigen: „Sie sprechen von Dingen, die alle Municipal: Conseils laut vcrkimdigt baden sollen. Diese Conseils haben nicbts vcrktmdigt: es liegt nicbt in ihren Befugnissen, solches zu :bun, oder ficb überhaupt nber Gegenstande dkr bödcrcn Poiitik 311 beratbm. Dieses Recht isi den Kammern vorbehalten. Vins diesen Theil Ihrer Rede babe iw also nichts zu amwortcn, Tics bezieht sich am!) auf dasimige, was Sie Mir nber d:“c kipirma: tischen Verhältnisse Frankreichs mit den fremden ")Jiäcbrcn innen. Limb dierüber haben die Mtinicivnl:Co11"yiis ktm RW zn berni!)- swinger], Im Uebrigm aber brzcnge ich ancn gcrn, Wye viel Vergnügen es Mir nmcht, Mi» in Ihrer Stadt zu bcündcn nnd Fdrc Mitdurger wiederzusehen.“ - Dcr Maire von Mrs bicic hiernach noch eine zweite Anrede, indcm er den! Könige die Offiziere von der NativnakGarde vorsielite. Kaum hatte der Monarch darauf grantworret, als ein Hattpmmnn von der Nativnal:Gardc her- vortrat, um eine geschriebene Rede abzulesen. „Sind Sie der Commandeur der National-Garde?“ fragte ihn sofort der Kö: nia. „ Nein, Sire,“ erwiederte Jener, „dcr Connnandcnr bat mich aber delegirt.“ (Dcr Monitcur *.*ex'ircitct die Wahrheit dieser Angabe.) Hierauf begann der Wortführer seine Rede mit einigen ?leußernn en der Liebe mid Emcbenbeit fin- den Binger: „Konig. Er fuhr éSodann fort: „Freiheit und öffentliche Ordnuna sind in unseren ?lngm zwei unzertrennlicbc Din c. Wenn die Ordnung unumgänglich nöthi ffir die Freiheit is , so [eint die Erfahrung, daß das fichersic 3). ittcl, jene zu bewahren, darin be:*
sicht, daß man den fortschrcitenden Bedürfnissen der Civilisation
&
renlegion ernannt worden.
„ler dcs 7ten und Ren Bezirkes, daß er in letzterem, der ihm
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durch freisinni e und volköthümliche Geseke genügt. Unter die: sen Gesetzen iZ aber das en eidendste- fiir“Frax1kreichs Zukunft die Organisation der Päirs- Lammer . . .“ Bei diesen Worten unterbrach sofort der König den Redner. “„Die bewaffnete Macht“, sagte er, „hat nichts zu berathscblagen. Sie sind nicht mehr das Organ der National-Garde; Ich habe Ihnen sonach kein weiteres Gehör zu leihen.“ *- *
Am 11ten gegen Mittag feste der König Sich mit Seinen beiden Söhnen und Seinem Gefolge zu Pferde, um das Zeug- haus in Augenschein zu nehmen. Alle Werkstätten waren bei der Ankunft Sr. Majestät in voller Beschäftigung. Nach einer genauen Besichtigung derselben begaben Höchstdieselben Sich au- ßerhalb der Stadt nach dem rechten Ufer der Mdsel, wo eine Compagnie Pontonniere die Anweisung hatte, in Höchsiihrer Ge- genwart eine Brücke zu schlagen. Vorher wurde erst ein Ma- növer auögefiihrt, wonach der Uebergang über den Fluß auf Kähnen erzwungen werden sollte. Eine ungeheure „Volksmenge hatte sick) auf beiden Ufern der Mosel eingefunden, um diesem militairiscbenSchauspiele beizuwohnen, von dem der General ?lthalin auf Befehl des Monarchen sofort eine Skizze entwer- fen mußte. Die Briicke, die in 22 Minuten*geschlagen wurde, bestand aus 9 Pontons. Der König begab sich [)icrnächst nach den Forts BeUe-Croix und Gisors, “besuchte die Kasematten und nahm die neu angelegten Festungsbauten'in Augenschein. Nach seiner Rückkehr nach der Stadt verfügte er sich nach dem Arsenal des Jngcnieur-Corps und von dort nach der Ingenieur- und Artillerie:Schule, wo er von dem Direktor, General-Major Lepelletier, und den Lehrern empfangen und bewillkommnet wurde. Nachdem Se. Majestät dicse Lehr-An- stalt bis ins kleinste Detail besichtigt hatten, ritten Sie durch die verschiedenen Straßen der Stadt nach der Citadelle, wo in Ih- rer Ge enwart ein Belagerungs-Manöver auögefiihrt wurde. Nach eendigung deffelben ritt der König abermals durch die Stadt nach dem Militair-La'zareth, besichtigte dort sämmtliche Säle und crkundigte slch wohlwollend nach dem Zustande meh- rerer Kranken. Von dort kehrten Se. Majestät nach Ihrer Woh- nung zuriick und begaben Sich, nach eingenommenem Mittags- mahle, auf einen Ihnen zu Ehren von der Stadt veranstalteten Ball, den Sie erst gegen Mitternackit verließen.
Der Moniteur berichtet: „Der Kaiser und die Kaiserin von Brasilien sind am 10ten d. M. in Cherbourg gelandet und im Hotel des Marine-Präfekten abgestiegen. Man versichert, ei, sen die Absicht des Kaisers Dom Pedro, sich in Frankreich nie- derzulassen; er nmß sich in diesem Augenblicke in Caen befinden. Außer dem Brasilianischen Gesandten hatte sich auch der Schwe: dische nach Cherbourg begeben , um Ihre Majestät die „Kaiserin, Schwester Ihrer Königl. Hoheit der Kronprinzessin von Schwe= den, zu begrüßen.“ Die Französische Fregatte „la Seine“, auf welcher sich die junge Königin von Portugal nebff dem Marquis von Loulé und-seiner Gemahlin befinden, wird jeden Augenblick in Brest erwartet.
Die Herzogin von Berry bewohnt, wie die Gazette de France meldet, seit ihrer Rückkehr von Bath ein Landhaus in der Nähe von London. _
Dcr regierende Herxog von Braunschweig ist unter dem Namen eines Grafen von Eberstein auf seiner Reist nach "Lon- don mit einem Gefolge von acht Personen am 11ten 1). durch Lille gekommen.
General Billiard ist aus Brüssel hier eingetroffen.
Admiral Codrington ist zum Großkreuz des Ordens der Eh-
Herr von Schonen erklärt in einem Schreiben an die Wäh-
zum Obersten der Legion der National- Garde einen neuen eweis des Vertrauens gegeben habe, als Kandidat für die bevorstehenden Wahlen auftreten werde. Herr v. Schonen drückt gegen die Wähler des 9ten Bezirks die Hoff- nung aus, er werde nicht nöthig haben , ihnen ein Glaubensbe- kenntnis; abzulegen; er sey ihnen hinlänglich bekannt und werde immer derselbe bleiben. Es handle sicb darum, das, was Frank- reich besiHe, zu befestigin, das große Werk der Vereinigung der Ordnung mit der Freiheit und Gleichheit durcb Nrfaffungömä- ßige Einrichtungen zu vollenden und fiir den Ruhm Frankreich; nach außen hin, wie für sein Glück im Innern, zu wirken. Ueber die Erblichkcit der Pairs spricht sich Herr v. Schonen nicht aus. Das Journal du Commerce spricht seine Verwunde- rung dariiber aus ,“ daß der Finanz-Minisier iiber das Resultat der National:Subscription noch nichts bekannt gemacht habe, da die in aris und in den Departements eröffneten Liften ain 3117er: T1. ai geschloffen worden senen und man also Zeit ge- nug gehabt habe, die Ergebnisse auch von den cntfcrntesien Punkten Frankreichs einzusammeln. Dns genannte Blatt giebt nach den von ihm selbst gesammelten Angaben den Betrag der Subscription auf 22 Millionen Fr. an.
Die medizinische Kommission zur Beobachtung der Cholera in Polen und Rußland hat geftern ihre Reise. angetreten.
Unter den Modellen für die Statue Napoleons isi demje: nigen des Bildhauers E. Seurre von der zu diesem Behufe nicdergesestcn Jury der Preis zuerkannt worden. Napoleon ist darin in seiner gewöhnlichen Kleidung , im Ucberrock und mit dem kleinen dreieckigen Hure dargestellt.
Die Gazette des Tribunaux meldet: „Gestern gegen 91. Uhr Vlbendö zeigte sich abermals ein ziemlich zahlreickzer Volks- banfe auf dem Chatr!et:Plape, schrie: „Es lebe Napoleonll,!“ und sang die Parisienne. Um 10 Uhr kam eine Patrouille an, und die Gruppen zersreuten sich. Früh hatte man auf dem genann: ten Plast Zettel angesiblagen, auf denen folgende Worte ßan- den: „„Die unbesckyäftigten Arbeiter können fich morgen zu dem *))kxnistcr der öffentlichen Bauten begeben, wo man ihnen den “Ort anweisen wird, an welcbem sie arbeiten sollen.““ Diese Zettel wnrden abgerissen. An demselben Abende, gegen 10? Uhr, TM."? kl"? große Anzahl junger Leute, die sicb in der Chaumiizre befand, in der Runde, wobei sie die Carnmgnole und den Chant dn départ sangen. Der Polizei-Connniffaik forderte R auf, sich znrncizitzieben: sic weigerten fich aber, nnd die funfzeyn Munici- pal-Gardisien, die den Dienst an diesem öffentlichen Orte vcr- ricbeeten, reichten nicht bin, um sie dazu zu zwingen: es wurden daher einige auf dem Boulevard vorübergehende Patrouillen der *))?1111icipa|:05ardc bcrbeigebolt, dir in den Garten drangen, 18 der
durch seine Ernennun
jnnaen Leute verbafteten und nach der Polizei-Präfekmr führten. - Gcüern frnb mit Tagesanbrucb war am Plaße Baudoner ein großer gc'drusitcr Zettel angescblagcn worden, der den Titel fiihrte: „Nachricht an das Volk, von einem Studirendcn dcs Rechts.“ In dieser Swrift wurde den angesehensten Personen der jesYim Verwaltung vorgeworfen, daß sie eine den Folgen der Juli: e: volution entgczcngeseste Richmn befolgten; zugleich wurde eine der hdchsicn bnrgerlicben Notabil täten aufgefordert, iiber die Er- haltun dcr dnrci) die Revolution erworbenen Rechte zu wachen. Eine Mrnge Neugieriger drängte sich um diesen Anschlagenttel, als narf) !) Uhr der PolizeirCommiffair des „Viertels ankam nnd
_ thiimer sind abwesend und die Anwesenden wohl selbst zu arm,
Dem Constitutionnel zufolge, sind unter der National Garde von Rouen wegen der Vertheilung vcn Kreuzen der C.. renlegion Spaltungen eingetreten; mehrere Offiziere, denen dies Orden zu Theil geworden isi, haben ihre Stellen niedergelegt Dex Oberst der dortigen National:Garde hat bei dieser GU, genheit einen Tagesbefehl erlassen, um seine Waffengefährt, iiber die Principien, die bei der Verleihung dieses Ordens vor- geiäoalitet haben, aufzuklären und die Eintracht unter ihnen [Der: zu : en.
Brüssel, 14. Juni. In der heurigen Siyung des Kon-
ses war die Beratbung über den Geseß-Entwurf wegen xBürgergarde an 'der Tages-Ordnung. Da Niemand über sGame des Entwurfs das Wort verlangte, so ging man "gleich den einzelnen Paragraphen, deren das Gcseb 12 hat, iiber, d wurden dieselben sämmtlich qngenommen. Im Verlauf der ,ztzung legte Hr. Duvivixr,“interimiftischer Finanz-Minister, sBudget fur 1831, so wre einen GésßH-Entwurf vor, der die egierung zur Erhebung der Steuern fur das zweite Halbjahr, „Hh den bestehenden Gesetzen, ermacbttgen solle. Ferner iiber- 'chte er den Entwurf zu einem Dekrete, um die Ausfuhr des afers frei zu geben. Das Budget wurde einer dont Präsiden- ernannten Kommission und die anderen Projekte der Cen: ,x-Section zugewiesen. Die Sitzung wurde um 4 Uhr auf- oben. Ueber die gestrige geheime Sitzung des Kongresses bemerkt e bekanntlich der Französischen Partei angehörende Emanci- .tion'Folgcndes: „Der Streik war lebhaft und sehr hißig; 5 Ministerium hat Von allen Seiten Niederlagen erlitten. „ej Redner, welche seit ciniger Zeit unter derselben Fahne pften, haben Herrn Lebean mit Kraft und Energie angegrif- ; dieser, der die ubeltönendenWorte„Anklage“, „Berrätl)erei“ dAehnliches vernahm, verlor seine gewöhnliche Zuversicht und ßte nichts zu antworten. Es war von der Note des Herrn jchiels (Belgischen Abgeordneten in Frankfurt am Main) die ede. Herr Lebeau, als er bemerkte, daß man sie, als die Na: nal-Geslnmmgen verlcmndend, bezeichne, verläugnete dieselbe d schob sie auf die persönliche Rechnung des Abgesandten. er Kriegs-Minifter, Herr Dufailly, wurde dermaßen mit “Fra- 11 über seine Verwaltung bcstiirmt, daß er sich in eine Menge 11 Widersprüchen Verwickelie. Das Wohl des Staates, das chweigen, welches iiber dergleichsn Dinge bxobacbtet werden uß, [egen uns die Pflicht anf, dar!, was wir iiber diesen Theil r Diskussion erfahren haben, nicht kund zu machen. Alles Allem gerechnet, haben die Deputirtcn disscs geheime Com: ité: mit der Uebcrzeiigung verlassen , daß das Ministerium Le- an seinem Untergange nahe" ist, daß es sich vor dem allgemei- :! HY; zurückziehen muß, und daß aus den ').)iitthcilnnßcn des jegs- „ inisters unwiderleglich hervorgeht, daß wir jeden klugen- ick im Stande sind, den Feldzug zu eröffnen.“
Man trifft Anstalten, die Kanonen nnd sämnitiiches Artille- -Material, welches in dem vormaligen Palast des Prinzen n Oranien aufgestellt ist, nach Antwerpen abzuführen.
Man sagt, daß das erste Aufgebot der Biirgergarde des
ennegau nacb Antwerpen bestimmt set). „ . Skit heute Morgen, schreibt man aus Litttick), sieht man mehreren Straßen-chcn Anschlagezcttel init rothcr, schwar- und gelber Einfaffung, die, mit- der Ueberschrift „die Be- ohner und die ?lrmee der Provinz Lüttich an den Regenten“, ingend zum Kriege auffordern.
Man hat in Briiffel viele Exemplare ciner Flugscbrift, be- elt: An das Belgische „Volk“ wertheilt, worin das Volk auf- fordert wird, die' frühere Dynastie wieder zuriickxurufen.
» -- Briissel, 15. Juni. Unsere Zeitimgen beobachten er die vorgestern im geheimen Comité stattgefundene Sisrmg 1 Kongresses ein ,gel)einmißvoi1es Schweigen. Selbst die mancipation,“ die sonst »immer über solche Sitzungen gut :terrichtet zu seyn pflegt, sagt doch, daß sie das, was sie hin- -tlich der vom Kriegs-OIZinister General von Faillt) gemachten itibeiiungcn -erfahren habe, nicht offenbaren dürfe. Inzwi: WNFU man aus den Unterhaltungen der Dcputirtcn, daß : ittheilungen bloß dasjenige bestätigt haben, was bereits “iberiiber den schlechten Zustand des Belgischen Heeres im Publi: m bekannt war. Die kriegerische Partei, die es gar zu gern mit olland aufnehmen möchte, und die es auch durchscyte, daß General ,affé gestern einige Kanonenkugeln nach Antwerpen hineinsnndte, ußte zu ihrem Leidwesen Vernehmen, daß _wir kaum ein Heer 11 25,000 Mann gegen Holland aufstellen können, wenn wir che die Gränzcn von Sraacs-Flandcrn und das Großherzog: um Luxemburg von Truppen enibliißen wollen. Das Kriegs- inisierium hat zwar biSHcr 57,000 (chchre nnzcscbafft, dock) cht weniger als 30,000 befinden sich davon in schlechtem Zu,- nde. Dcr Versicherung des Ménisters „zufolge, sind dermalen Feldstiickc, unter denen sich 20 eiserne befinden, nebst den nöthi- n Fourgons, förmlich bespannt; dagegen gesteht er, daß Kavallerie, wegen der unter den jungen Remonte-Pferdcn gerissenen Krankheiten, schlecbr verirren set). Vin Feid-Lazare- n und Apotheken fehlt es ganz und gar, indem die erforder- ' eAnzahL von Wundärzten bei den verschiedenen Truppcnthei: - nicht vorhanden ist und die meisten dazu in Vorschlag gc- chten Individuen das Nnrrbieten nicht annehmen. Der Mi- ster gestand auch, daß der bei der Armee eingerisskne »))iangel * Mannszncht immer mehr um sich greife Und durch die Uner- hrenheit der Offiziere, welcbe zum Theil den Dienst durchaus chtversiéinden, stets neue Nahrung erhaltc. Frühere Lieutenants d Capitains sind zu Bataillon-Chefs und Regin:cntK-Connnan-
Großbritanien und Irland.
- -- London, 11. Juni. Der Aufstand der Eisenarbej: ter in der Nähe von Breckou in Wales, welcher, so viel Ma weiß, an 15 bis 16 Menschen das Leben gekostet hat, scheint noch nicht gestillt; die Menge der zusammengezogenen Trupp,“ hat die Ruhestörer ins Gebirge getrieben, wo sie 8-10, Mann stark Versammelt seyn sollen:, Mangel an Leben?;mitteln wird sie jedoch bald auseinandertreiben. Uebrigens, so bedauerns- werth und beunruhigend auch solche Auftritte sind, hat der Aus: stand doch ganz und gar keinen politischen Charakter; die Eigen,- thümer der Werke wollten den Arbeitslohn herabsetzen, und dj: Arbeiter festen sich mit bewaffneter Hand dagegen; wie es scheint, hatten sie sich jedoch auf den Zulauf anderer Arbeiter in de Grafschaften Lancaster und Stafford Rechnung “gemacht, w-orj sie sich aber getäuscht gefunden. Die Regierung hat bereits Kommissarien an Ort und Stelle geschickt, damit sie, während die Unruhestifter zur Strafe gezogen werden, auch im Stande sey, dem Parlamente zu sagen, ob sich Mittel finden ließen, der: gleichen unseligen Auftritten fiir die Zukunft vorzubeugen, oder nicht. Ueber die HungerSnoth im Westen von Irland haben im jest authentische und umständliche Nachrichten; in zwei Gras: schaften befinden sick) nicht weniger als 200,000 Menschen, die bis zur Ernte durchaus nichts zu leben haben und ohne die Un: terstützung der öffentlichenBarmherzigkeit vor **))?angel und Krank; heiten umkommen müßten. In Irland selbst haben sich zwar an Ort und Stelle, so wie in Dublin, Vereine gebildet, um Beiträge zu sammeln; aber ohne die Hiilfe Englands wnrden dieselben nicht für 14 Tage hinreichen; die meisten Grund:Eigen:
uni viel geben zu können. In England _sehen wir zwar recht gut ein, daß der Geiz und die Nachlässigkeit der Eigenthiimer, so wie die Trägheitund der Leichtsinn der Bauern selbst, hauptsäch- licb an dem jetzigen Jammer der leßteren Schuld find, und daß wir beide Theile auf dem Wege des Uebels ermuntern, wenn wir, so oft sich die Folgen davon zeigen, unterstützen; aber wir könnten es doch auch nicht vor unserem Gewissen und der Welt verantworten, wenn wir 200,000 Menschen verschmacbten ließen; besonders wenn wir uns daran erinnern, daß wir Irland so viele Jahrhunderte lang im Bess gehabt haben, ohne die Menschen besser oder glücklicher zu machen. Wir knurren also und geben, boffend, daß ein reformirtes Parlament, welches ja fiir Alles hel- fen soll, auch das Mittel ausfindig machen wird„ Irländistbe Eigenthiimer zu bewegen, ihre eigenen Armen zu erhalten.. Jcst ist das ganze Land in Thätigkeit fiir die Leidcnden, und trotz der allgemeinen Klage Über Geldmangel werden die Beiträge doch reichlich ausfallen. In der Grafschaft Clare und der Umgegend dauert, tros aller Thätigkeit der Regierung und der Bestrafung mehrerer Miffethäter, das Schreckens-System fort. O'Connell. Lat indessen einen Zug durch die Gegend unternommen, um das landvolk zur Rückkehr ur Ordnung u b ereden; aber ich fÜkÖÜ,“ der Mann hat mehr ewalt zum öfen, als zum Guten, seibß wenn er dieses ernstlich“ wollen sollte.
Niederlande.
Aus dem Haag, 14. Juni. Die schwere Batterie Feld: geschiis, die sich eine geraume Zeit in Herzogmbusck) befand, isi am Sonntag früh von dort nach Tilburg tranöportirt worden. ,
' Auf den Vorposten im 4ten und öten Distrikte von See- land isi Alles gerüstet. Man spricht von der ?lbßcht, das Fork Friedrich Heinrich, das Vließingen gegeniiber liegt, in gehörigen Vertbeidigun istand zu seßen.
Seit 3 agen ist man eifrig damit beschäftigt, das Geschütz und den Kriegsbedarf aus dem Fort LiUo einzuschiffen. Die heftige, an diesem Plak vorbeifließende Strömung giebt fiir die Rettung dieses Forts keine Hoffnung; die Oeffnung im Deiche wird mit jedem Augenblick größer und das Ausfüllen derselben immer beschwerlicber.
Es melden sich 1th fast täglich Belgische Ueberläufer bei unseren Vorposten. *
Antwerpen, 14. Juni. Die hiesigen Zeitungen enthalten Nachstehend“: „Die traurige Besorgniß, in der un- sere Stadt fortwährend durch die Nähe des Feindes erhalten wird, vermehrt sich tä lich. Gefiern gegen Mitternacht wurde auf einej Holländische * chaluppe, welche nahe am Quai hinss gelte, mit Flintenschüffen gefeuert; wir wissen nicht, was dazu Veranlassung gegeben hat. Die durch das Getöse erweckte Furcht verwandelte sich in Schrecken, als gegen 6 Uhr Morgens dw .Kanonenschiiffe von den Kanonicrbooten in der ganzen Stadt gehört wurden. Es verbreitete sich die größte Bestürzung, und ein großer Theil der erschrockenen Einwohner ?Ürzte nach dem Borgerhout-Tyore, während viele Andere Vor ehrungen trafen, um ihre Kostbarkeiten in Sicherheit zu bringen. Die AuSwan: derung unserer Einwohner dauert fort, obgleich die Gefahr ge- genwärtig vorüber zu seyn scheint. - In diesem nächtlichen Zu; sammentreffm ist übrigens durcb die verschiedenen Schiiffe kein Schaden angerichtet worden, obgleich einige Kugeln bis nach dem! „grünen Platze“ gelangten. Gegen 10 Uhr Morgens war die Ruhe vollkommen wieder hergesiellt. Die Militair-Behörden haben sich versammelt, aber bis jest isi keine öffentliche Bekannt; machung erschieneu.“
Der Kriegs-Minißer, General Dufaillr), ist in der vergan- genen Nacht hier angekommen, hat sehr früh alle Batterieen bc- ßchtigt; und ist Nachmitta 6 wieder nack) Brüssel abgereist.
Gent, 13. Juni. as Journal des Flandres mel- det: „Gestern hat wieder ein beklagenswertder Auftritt in dem Kaffeehause „Forme d'Or“ fiattgefundcn. Es hatte sich ein leb- hafter Wortwechsel zwischen den Patrioten und den Orangifien erhoben, der sogleich tmnultuarische Znsannnenla'ufe auf der Straße zur Folge hatte, Die Dazwiscbenkimft der Polizei konnte die Ruhe nicht wieder herstellen, und man war gezwun- gen, die bewaffnete Macht zu Hiilfe zu rufen, um die Rän- nmng des Kaffeehaus“ zu bewirken. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Bürgerqardisi von mehreren Personen angefallen, die ihm einige ziemli bedeutende Kopfwunden bcibracbten. Bald darauf und bis spät in die Nacht haben sich dieselben Unord- nungen in dem .Kaffeehause „Deini:Lnne“ erneuert; aber die Dazwischenkunft der Behörden war rasch und wirksam. Das Haus wurde ai enb1ich1ich geräumt und einige Personen wurden verhaftet. Wa rend der Nacht dnrchsireifteu lärmendc Hau-
Skeinen Bescheid. Kein einziger der im Dienste befindlichen enerale - Daine allein ausgenommen, dem man jedoch nicht “Ut »- ist, wie der Minister selbst sagte, im Stande, ein Ar: e=Corps zu bcfehligcn. Lim übelsten soll es jedoch bei den enannten Bolonkair-Batailloncn ansseinn, wo in dsr Re: „nichr Offiziere und Untcr-Offiziere als Gemein? sicb finden. ies wäre sonach, wenn den Unterhaltungen der Dcputirten zu üben ist, eine aus amtlicher Quech geflossene Uebersicbt des elgischen Heeres, das noch dazu ein Defizit von 14 Millionen .bisher verursacht hat. Die Herren ». Robaulx, Jotirand, odenbacb u. s. w. sind wiirhcnd, geben jedoch jetzt selber zu, f? eine Eröffnung der Feindseligkeiten zu keinem anderen Re- ,tadte als zu einer Restauration des Hanies Oranien fiihren lk e. '
Schweden und Norwegen.
“» » Stockholm, 14. Juni. Die allgemeinste Freude an die Stelle der früheren Unruhe getreten, die während der ankk)eit des Königs von allrn Bewohnern Skandinaviens en!- nden wurde. So lange ste dauerte, waren die Säle des ch_loffes täglich von Leuten angefüllt, die sicb mit besorgter "lnahmk nach dem GLsil11dl)eits:Zustai1de Sr. Maj. erkun- ken. JM hört man nichts als Danksagungen, die der gött- en Vorsehung fiir die Erhaltung der kostbaren Tage eines ge- ten Königs dargebracht werden. Man Übcriäßt sich in der uptstadt wieder den zeitber unterbrochen gewesenen gesell: aftiichen Unterhaltungen, und das „Volk giebt seine Freude auf [kbhaskestc Weise zu erkennen.
Deutschland.
„ Dreöden, 18, Juni. Se. Majesiät und des Prinzen ttregenten Königl. Hoheit haben durch Dekret vom 12tcn d.
i
it;; unter Bcißand seines Sternanis abrisi.“
sen die Straßen, aber ohne den mindrsien Excess zu begeben.“ . eine Jmmediat-Kommisslon zur Leitung der SanitätS-Maaß-
urs befördert worden und wissen in ihrer neuen Stellung durch: .
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regeln gegen Einschleppung der Cholera ernannt.
Mitglieder die-
ser Kommission sind der wirkliche Geheime Rath und Kanzler von Könneriß, der Geheime Finanzratl) Nostitz und Jänkendorf der Geheime Kriegs-Kammerrath von Broihem, sämmtliche Hof- nnd Medizinalräthe, die Hof- und Iusiizräthe von Triißschler,
von Falkenstein und Baumeister und der Ma stabe Treusch von Buttlar. Die genannte Kommission hat bereits am
jor vom General-
15ten d. eine aus
1.0 Paragraphen bestehende Verordnung in Bezug auf die aus Rußland, Polen, Gallizien, aus dem Oesterreichischen Kaiser-
Staate iiberhaupt und aus der Gegend von, den Personen und Mauren: oder Vieh:;o„ransp Kassel, 15. Juni.
Danzig kommen: orte erlassen.
Die hiesige Allgemeine Zeitung
meldei: „In der geheimen Sitzung der Stände-Bersammlung
vom Zten d. M. wurde eine Erklärung der
Abgeordneten der
Provinz Hanau gegen die Wiederherstellung des Zollstzstems in
dieser Provinz angezeigt.
In der geheimen Sißung vom 7ten
d. M., welchcr anch Se. Excellenz dcr Finanz-Minisier und Hr. Kmnnierratl) Meisterlin beiwohnten, wurde der GeseH-C'ntwurf wegen Dcrkrmg dcs Attöfalls in der StaatS-Einnahme durch die unterblicbcne Zahlung der indirekten Steucrn in der Provinz Ha: nau und den Kreisen Fulda und Hünfeld erörtert; die Debatten
sollen eben so wbbaft als anhaltend gewesen seyn.
Dem Vernehmen
nach, wären ein von Hrn. Auffartk) vorgciegtes Gegenprdjekt, deöglei- chen mehrere ?lnwndements nacb einander durch die T*)iehrheit vxrwor- fen, die verschiedenen §§. dcs Geseß-Entwurfes aber mit ein: en
Abänderungen angenommen worden
In der geheimen i-
Hung vorn" Sten d. M. soll sodann dcr Landtags:Kommiffar die Stände von einer Entschließung Sr. K. H. des Kurfürsten in Betreff der Handels: und Zoll-Berbältniffe und deshalb mit den Höfen von Berlin und Miinchen angekniipftcn Unterhand: lungen in Kenntnis; gesetzt, und die Stände sollen hierauf eine ehrerbietige D«111k:9ldreffe an Se. K. H. den Kurfürsten beschlos- sen haben. In derselben geheimen Sitzung wäre auch auf den Vintrag des Herrn "Miiller ein Vlusstbuß zur Begutachtung der Fragen wegen der Bersaffungömäßigkcit dcr neulichen Militair-
Beförderungen nnd Versehungen Pbeftxllt und wären dazu die Herren Pfeiffer, Jordan, M. bon Baumbach nnd Miillcr gewählt worden. - In der geheimen Sitzung vom
10ten d. M. wurden die Herren Anffartl) und Wilh. v. BNtmb-xch
in Folge des Beschlusses in der öffentlichen S
it,;ung zu weiteren
protokollffibrcnden Secretairen erwählt; err von Baumbach hätte iiber den Vorschlag des Herrn Eckhard, die Creirung_ von Kassen- scbeineu betreffend, so wie Herr Graf von Degemeld iiber den
Bau eines Ständehauses Bericht“ erstattet, un
d auf den Antrag
des ?(usscbuffcs für die Priifung der Vrrfassunßsinäßigkeit der Offiziers-Ernennungcn 2c. wäre Se. Durchlaucht der Landgraf
; von Hesse:]:Philippsthal-Barchfeld diesem Yluss-Huffe noch bei-
zutreten ersucht, auch beschloffen wdrdx-n, um den Linsschiiffen die nöthige Zeit zu verschaffen, kitnmg nur zwei öffentliche
Sitzungen die Woche zu balken, Am 111211 vertrauliche Sißung der Stände siatt.“
hatte wieder eine
"_Frank'furt a. M., 1.7.Juni. DerbierbesiehendeBer-
im zur Unterstiitzung in der Schlacht bei Bei
le-Ylliance invalid
gewordener Deutscher Krieger, wird an dem morgen wiederkeh- renden Jahrestage dieser Schlacht folgende Bekanntmachung pu-
bliziren:
„Der unterzcirbnete Verein bringt zur öffentlichen Kennt: niß, daß er, dem Sinne seiner Stiftung gemäß, beschlossen hat, zur Feier der Erinnerung an die Schlacht bei Belle-Ailiance
(18ten Juni 1815), deren Jahrestag heute Vertheilung von
wiederkehrt , eine
Sieben. hundert Gulden
oder 400 Thaler Preuß. Cour. eintreten zu
lassen. Zwanzig
Invaliden, deren Namen "unten verzeichnet sind, erhalten Jeder zwanzig Thaler Preuß, Cour. als Untersiiißung für 1831.
Frankfurt a. M., 18. Juni 1831.
Der zur Unterstiitzung in der Schlacht bei Belle: Alliance invalid gewordener Deutscher Krieger da-
l)icr bestehrnde Verein
Georg von St. George, Präsident; Alexander Bernas; Pfarrer Bohn, Domkapitular; Ober-
bofprcdiger Breidenstein zn Homburg;
Brentano-Larocl)c; ])r. Ki
Georg r ck 11 e r , Konsisto-
rial'ratl); A. Stein, Pfarrer.“
Vertheilung für 1831.
FricdrichScbmidt, Peter Janscheid, August Sattler, Jo- ann Fischer, Johann Fricdricb Hiiske, Bernhard Demming, «hristian Galle, Wilhelm Gutsclnnidt, Christian Heinicke, Georg Gottfried Heppner, Johann Hinze, Johann Friedrich Japke,
Heinrich Kirschneider, Franz Krabne, David
Krause , Friedrich
Mertens, Jeremias Lcutloff, Johann Georg Lausch, Samuel
Kunert, Hermann Heinrich Krüger. O e | e r r e i ck.
Die Allgemeine Zsitung meldet in einem Schreiben «ms Wicn Vom 9.'Jnni: „Dcr Conrierwccbsel zwischen Paris und hier ist seit 14 Tagen wieder besonders lebhaft; man will wissen, die Unterhandlungen wegen Räumung der Päpstlichen Staaten seven auf neue Schwierigkeiten gestoßen. _“ Sc. Durchl. der Herzog von Reicbstadt tritt nun als Obersi-Lieutenant bei drm bier garnisonirenden Infanterie:Regiments Giulaty in Ak- tivität. _- ?)"iarftbnll L*)Z'Tarxnont, welchkr eino; Reise nach Ungarn unternommen i)attc,i1“t wieder hierher zurückgekehrt. - Hinsicht-
lich dcr Unmhcn in Albanien und Boönien si
nd, nneracbtet der
Siege des Groß-Wesirs, die neuesten Nachrichten noch nicbt ganz berubigend, indem die Jnsnrrcction 111 Unter-Albanien, besonders
aber in Bosnien, sicb
immer writi'r vrrbreitet.
Ans Fiume
schreibt inan, d.:sx d.?r Pascha von Travnik, welcher sich, von den
Rebellen gezwungen, scheinbar an ihre Spiße
stellen nmßie, ih-
nen entflohen und in Begleitung von 150 Mann in der K. K.
Gränz-Kontnnmx angekommen sev.“ „ S p a n i e n. "» Madrid, 4. Juni. ' nienSfesic Sr. .Katbol. Majesint, war bei Hofe tulations:Cour, Gala und Handiuß, und ?( Aranjuez als auch Madrid erleuchtet. *» Dcr
Hofe akkreditirt ,- , ' Herr v. Gerödorff, verläßt Madrid und begjebt
indem er zum Minister-Residcnten am Königl.
Hofe ernannt worden ist. » Den letzten Ber gal zufolge, hat
Am 30. Mai, als am Na-
jn Aranjuez Gra: bends tvar sowohl bishrr ani hiesigen
gewesene „Königl. Sächsische GcschäftSträger,
Ick nach London, Großbritaniscben icbten aus Portu-
die Französische Fiotille in den Gewässern des
Tajo bereits ein paar Schiffe unter Portugiesischer Flagge weg-
genommen. Es heißt , , den Infanten Dom Miguel gewandt und
daß der Handelsstand, welcher sich an angefragt [)atte, ob
die im Tajo segelfertig liegenden Portugiesischen Schiffe 1111ge- fährdet ausimtfen diirften, zur Antwort erhalten, daß inner- halb acht Tagen alle zwischen Frankreich und Portugal bestehen-
de Mißhelligkqiten beigelegt seyn wiirden. --
Die Hälfte der
kürzlich von Cadix aus nach den Philippinis m n ein e*cmd: ten Truppen ist während der Reise vom SkceérbuthTfalleY'nnd der größte Theil derselben em Opfer dieser Krankheit geworden. » Der Plan, einen, seit alten Zeiten bestandenen, sehr großen Miß- brauch in der öffentlichen Berwaltizng mannichfaltiger und sehr ergiebi er Zweige der StaatE-C'inkunfte abzustellen, hatte seit ei- niger Zeit schon den Finanz-Minisier Herrn Ballesteros bescbäf: tigt, bisher aber noch immer große Schwierigkeiten in der Aus: suhrung gefunden, Es scheint jedoch JLJEUWÜrtig, daß die Nothwendigkeit, jenen systematisch gewordenen Dilapidationen, welche den eigentlichen Staats-Kaffen unglaublich große Sum- men entziehen, ernstlich Schranken zu sehen, nun endlich von allen Ministern anerkannt worden isi. Um diesen Zweck zu er- wichen, hält man es vor allen Dingen für unerläßlich, alle Ein: knnfte, welchen Namen sie immer haben mögen, in eine ein- zige Staats-Kaffe fließen und auch nur aus einer Staats- Knffe allein die Beiträge der den verschiedenen-Minifterien be- willigten'Budgets zahlen zu lassen. Diese Reform wird auch, wenn gleich nicht für den ersten Augenblick, die Anzahl der An- geßellten bedeutend vermindern und hoffentlich die Thatsache be: gri'inden, daß ,die Staats-Einkiinfte Spaniens, mit Ordnungs- Smn und gewnsen'haft verwaltet, vollkommen hinreichend sind, die Staaks=MZschlz1e im Gange zu erhalten, ohne den „Verwalter der Fi- nanzen alijahr11ch m die traurixe Nothwendigkeitzu versetzen, dUkch LULU?! klinstltcbe und sehr ostspielige Mannövers ein Defizit von zwei und atnb Wohl dreihundert Millionen und mehr zu decken, „- Vor' einigen Tagen haben die gerichtlichen Verhand- lungen m der.Kmmmaantersuchungs-Sache des in die Verschwö- rimg bon Miyar und. Marco-Artu verwickelten Pachin (er heißt eigentlich Don FrqneiSco' Xaquet) stattgefunden; der Fiskal trug darauf rm, daß ihm die' Todesstrafe zuerkannt werde. Heute sollen die Verhandlungen im Kriminal:§prozeß des ebenfalls zu jener Berschworung'geho'renden Arande, ehemaligen cdnftitntion- nelienAlxalden, beginnen. Ueber das gegen Pachin gefällte Ur- theil ist un Publikum noch nichts bekannt geworden. Der Go- bernador, Herr Asia, hat sicb nach Aranjuez zum Könige verfügt, wes_halb man der Meinung ist, daß Pachin nicht am Leben be- sirast werden durfte.,» Am 26. Mai sollte in Granada ein ]nngcs und sehr ,schones Mädchen von guter Familie hinge- richtet-werden, Weil sie , wie es heißt, von einem Polizei-Agen: ten beim Sttckxn einer dreifarbigen Fahne betroffen worden. „„ In dern Distrikte von Ronda (Königreich Granada) find am 19. Mai mehrere berüchtigte Räuber und Mörder eingefangen worden, und, eben, so geht auch aus 3an die Nachricht ein, d'c'lß daselbst eilf Rauber von der furchtbaren Bande der las Bo- tnczs m gefangljche Haft eingebracht worden sind. Mit dem Rauber:Cheka,ozé Maria, welcher die Heerstraßen des Königreichs Sevilla dommirt, haben sich die Diligence-Untcrnehmer kürzlich vermittelst eines jährlichen Tributs angfunden, wodurch die Rei- senden ganz sicher sind, nicht bestohlen nnd gemißhandelt zu wer- den. Vor dieser Uebereinkunft wurde eine der Dili encen auf der Heerstraße angehalten, die *Reisenden mußten ausygieigen, die Koffer “wurden abgepackt und auf Maulthiere geladen. Em Unter den Reisenden befindlicher Engländer, der sich, so wie alle Uebrigen, auf Befehl des Räuber-Hauptmanns Iozé Maria, auf die Erde «- mit dem„GesichtnzY-ch unten gekehrt, hatte legen müssen, verlangte, den erwahnten Rauber-Hquptmann zu sprechen , und als er die Er- iaubniß erhielt, aufzustehen, fragte er ihn ganz kaltblütig, was ihm sein Vaterland England oder seine Landsleute zu Leide ge- than" hatten, das? er so strenge Repressalien gegen einenBritten au5ube. Kaumhbrte Jozé Maria, daß der ihn anf solcheWeise Anredende ein Engländer“ set), als er ihn fragte, was.man ihm genommen habe. Der Engländer'zeigte auf zwei noch nicht auf di; Maulthiere geladene Koffer, auf einen Mantel, ein Paar Pisiolen und andere Reise-Geräthschaften, welche auf Befehl des Rauber-Hauptm-anns sogleich wieder auf die Diligence geladen wurden. Letzterer fragte den Engländer hierauf, wie viel Geld er bei fich habe, und als der Letztere ihm zwei Unzen (46 Tha- ler) zeigie, wollte der Räuber ihn nöthigen, noch einige Unzen Gold, die er ihm förmlich aufdrang, von ihm anzunehmen, und kurz bevor die Diligence ihren Wég fortseßte, sagte ihm der Räu- ber: „Ick bm ein Freund der Engländer, und laßt Eure Lands- leute wissen, daß ich ,heute bei der Parole meinen Truppen den strengen Befehl , hinfiihro alle in Andalusien reisende Engländer zu respektrren, unter Androhung firenger Ahndung, ertheilen werde.“-
Inland.
' Berlin, 20. Juni. Nachdem am 17ten d. M. noch gar keine und am 1Hten des schlechten Wetters wegen nur eine sehr geringe Quantität Wolle hier zu Markte gebracht worden, fanden im Laufe des gestrigen Tages bedeutende Zufuhren statt. Es wurden auf den. hiesigen drei Extra- und den beiden Rathöwaa- gen 6246 Gentner 76 Pfd. Wolle abgewogen. An außerhalb ge: wogener Wolle sind nach der mit möglichsier GenauiZkeit gefiihr- ten Kontrolle 7658 Cent. und an noch nicht gewogener Wolle, die erst nach erfolgtem Verkauf gewogen werden soll, sind circa 1800 Cent. eingebracht worden. Wird nun die vor der Eröffnung des Wollmarkts hier gelagerte und jetzt zu Markt gebrachte Wolle mit 2000 Centner hinzugerechnet, so beträa,e das ganze Quantum der bis gestern Abend hier am Platze befindlichen Wolle 17,704 Gentner, 76 Pfund. Im vergangenen Jahre waren bis am Scblnffe des gestrigen Tages 24,134 Centner “38 Pfd. Wolle eingebracht, so daß m diesem Jahre gegen das vorige 6429 Cent- ner 72 Psd. weniger zu Markte gebracht worden sind. Die Zu: fuhr hat indessen noch nicht aufgehört, und es läßt sch erwarten, daß im Laufe des heutigen Tages noch eine nicht unbedeutende Quantität Wolle hier ankommen wird. Diese Verzögerung mag Vorzüglich dadurch herbeigeführt worden seyn, daß mehreren Woll: Eigentbiimern Legitiniations:Atteste fehlten, die sie sich erst ver- schaffen mußten, nm die Uebergangs:Punkte an ÖR" Oder passi- ren zu können. Gleichwohl läßt sich mit einiger Bestimmtheic voraitSscben, daß das Voriährige Woll:Quantmn in diesem Markte nicht erreicht werden wird, und soll der Grund mit darin liegen, daß die Borräthe an Wolle bereits vor Anfang der *))kärkte in Breslau, Landsberg an der Warthe und Stettin ziemlich aufgeräumt waren, indem fte zum Theil auf den Giié tern selbst von Reisenden aufgekauft worden seyn sollen. Auch heißt es, daß durch Krankheiten unter den Schafen , in deren Folge an einigen Orten mehrere gefallen sind, der Er: trag überhaupt nicht so ergiebig als im vorigen Jahre gewesen isi. “- Es sind bereits mehrere Käufe geschloffen worden, jedoch
nur in ordinairen und mittleren Sorten, und zwar zu höheren als]
den vorjährigen Preisen. An Käufern des In: und Ausland“ fehlte es so wenig als an Kauflust, so daß, wie sicb voraus- sehen läßt, der Verkauf rasch von Statten gehen wird. Die Locken werden sehr gesucht und bedeutend höher als im vorigen Jahre bezahlt. Nach feineren und feinen Wollen ist bisher nur wenig
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