1831 / 175 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

von Zemmappes, der mit seinen sieben Söhnen hier bei einer und derselben Compagnie sieht. Um 71 Uhr langte der Zug vor Epi- nal a11, wo ein Dragoner-Regiment und die reitende National- Garde sich demselben anschlossen, nachdem der König zu Pferde gestiegen war. In der Stadt selbst bildete die National-Garde zu Fuß ein Spalier, durch welches Se. Majestät unter dem lau- ten Jubel der Einwohner bis zum Präfektur-Gebäude ritten, wo Höchstdieselben absiiegcn, sofortAudienz ertheilten, und, nach ein- genommenem MitttagSnmhle, den Ihnen zu Ehren im Saale des Schauspielhauses veranstalteten Ball mit Ihrer Gegenwart beehrten *).

Aus Epinal hat der König unterm 15te11 eine Verordnung eriaffen, wodurch der Generalstab des Ober-Befehlshabers sämmt- licher National:Garden des Scinc-Departemems, Grafen Lobau, in folgender Weise zusannnengesiellt wird: 1 GeneralDNajor und Chef des Generalstabes, 7 Brigade-Generale, 1 Intendant, 1 Generai-Cl)jrurgus, 2 Obersten, 5 Oberst:Lier1tc11a11ts, 12 Eska- dron:Chefs und 43 Capitainr. Chef des Generalstabes bleibt der General Jacqumnjnot, -- In einer 11veite11Königl. Verordnung, ebenfalls aus Epinal vom 151111 dattrt, ernennen Sc. Majestät unter den Ibm" vorgeschlage11en Kandidaten den Fürsten von der Moskwa zum Obersten und Herrn Sencier zum Oberst-Lieutenant der Kavallerie-Legion der Pariser National:(€5arde.

Zwei Gerüchte, die gestern hier in Umlauf waren, das; 1111111- ]ich in der Gegend von Lille ein Lager aufgeschlagen und daß die Garnison von Paris um 26,000 Mann vermehrt wcrden würde, erklart heute der Moniteur fiir völlig ungegriinder.

Eben dieses Blatt enthält Folgendes: „Die Ruhe der Hauptstadt ist wiedxr hergestellt. Gestern friih hatten sich noch einige Neugiertge 'm der Gegend des Thores SaiUt-Denis eingefunden, die 111deffen den von der städtischen und der Po: jjzej:Behö1“de an sie gerichteten Ermahnungen grdßtc11thci1s Gc- hör gaben und sich zerstreuten. Einige minder folgsamc Indivi- duen wurden verhaftet. Den ganzen Tag iibcr war die Dazwi- schenkunfr der Civil-Beamten hi11reichend, 11111 den VolksYlufläu- fen Vorzubeugen. Beide Präfekten hatten Proclanmtionen er- lassen, die *von den Bürgern vertrauensvoll aufgenonnneu wnr- den. Man konnte gestern die Bemerkung machen, das; die Neu- gierigen, sobald die unruhigen Auftritte des vorhergehenden Ta- ges sich erneuert hätten, den Aufforderungen der Behördc bereit: willig gefolgt wären, und diese Stimmung reichte hin, um den Eifer der BöSwiliigen abzukiihlrn. ?lufriihrerische Anschlagzettcl, die an einigen Orten angeheftet worden , wurden fast unmittel- bar darauf von den enrriistcten Bürgern hernntcrgerissen. Ge: gen Abend erschienen etwa 200 Ruhesiörer auf dem Platze vor dem Palais:royai, bemächtigten sich der vor dem dortigen Kaffeehaus: wehenden Fahne und schienen sich nach dem Ca- rouffel:Plaxe begeben zu wollen. Ein Infanterie-Bataillon ver: sperrte ihnen aber den Weg , während Dragoner- und Husaren- Detaschemems sie bis nach der Rue Traversiére vor sich hertric: ben, wo fie sich endiich zerstreuten. Hierauf trat iiberall Ruhe ein. Wir schiießrn Diese Meldung nicht mit den gewöhnlichen Glückwünscbungen, dre wir schon so oft der Pariser National- Garde und den Linien:.Truppen darzubringrn Gelegenheit hatten. Dießmai 16 es ganz Paris, das ihnen seine Bewunderung und einen Dank zolix, resen LluSdruck wir nur schwächen könnrcn.“

Dcr Temps äußert: „Wahrscheinlich wird der Zweck der Ruhestörer Haid 111111111 werden, da täglich zahlreiche Verhaftun- gen surrfmden: xech gestern Abend um 8 Uhr kamen drei mit verhaéreten Jndxrxxucn angefiillte Wagen auf der Polizei-Prä- fektur 1111; S1111*:.:Zergea11te11 und Municipal-Garden bildeten die Bedeckxxr-gx“ - Unter den 111 der Straße St. Denis versam- 11161111 (ZMWM wurde gestern ein schon dreimal verhaftet gewe: 1111er 11111 m:: einem Dolche bewaffneter Bleistifthändler, so wie ein Meäxamkus, verhaftet, bei dem man eine geladene Pistole und ein Paket Patronen vorfand. In den StraßenSainte-Foi und Beauregard, wo mehrere Barrikaden aus Wagen und Ton- nen errichtet waren, kam es zu ei11c111K11111pfe, wobei einige Ruhestörer, und zwar einer tödtlich, verwundet wurden.

Der Präfekt des Seine-Departements giebt in einer Pro: ciamation an die Einwohner von Paris den National-Garden, so wie den Bürgern aller Stände, seinen Dank fiir ihre P.'Zit: wirkung zur Unterdrückung der 11151111 Unruhen zu erkennen. » -* General Lobau belobt in einem Tageä-Befehle die Nationai: Garde fiir den Bei derselben Gelegenheit von ihr bewieseucn C'isrr.

General Bertrand, der in Thionviile als Kandidat fiir die Drvutirrm-Wahlen austritt, erklärt sich 111 srinrm politischen Glaubensdckenntuiffe ebenfails fiir einen Gegner dcr C'rblichkcit der Pairswiirde. .

Der Königl. Gerichtshof beschäftigte sich gestern mit dem

“Einspruche des Königl. Prokurators gegen ein Erkenntniß des Zuchtpolizei-Gerichts, das sich in der Angelegenheit des Abbé: Lacordaire, Herrn von Cour und Vicomte 11011 Montaiembert wegen Eröffnung einer Freisrhule ohne gesehlichc Erlanbniß fiir inkompetent erklärt hatte, weil diese Sache eine politische set) - und a“ solche vor die Jury gehöre. Nach einstündiger Berathung gab der Gerichtshof folgendes Urtheil ab; „In Betracht, daß, wenn die Verfaffungs-Urkunde 110111830 in ihrc1119lrt. 69 erklärt, das; die Entscheidung über alle politische Vergehen dcr Jury 1111111111111111 werden solle, dieseerrtikei nicht 11ährrbesti111111that, 1111111)e2?crx1111111 111 die Klasse der politischen zu stellen sind, und also de111(§5ese1zc die Sorge tiberlaffen hat, zu bestimmen, was 1111111" 1111111111he11 Vergehen zu verstehen set); -- 111 Erwägnng, daß das in Folge der Charte später hinzugekonnnenc (5511113 110111 8. Oktober [84,10 auf eine bestimmte förmliche Wsise die Vrrgehen 111113111110 hai, die als politische betrachtet werden sollen; *" 111 721111111111, daß das den Angeklagten schuldgegcbene Vergehen iich nichr 1111111 den im Art. 7 des Geseßes vom». Oktober 111.10 «115 1111111111) bc;

Durch ein richterliches Erkenntniß des Appellations-Conseils zu Saint-Louis (Senegal) sind der Capitain der Goelette „Ca- roline“, Namens Daniel, wegen getriebenen Sklavenhandels zu 10jähriger Verbannung," und der Supercargo Grisard in 0011111- maojum zu derselben Strafe, 6 Matrosen aber zu zweijähriger

aft, und Alle zusammen solidarisch zu einer dem Werthe des chiffes und seiner Ladung gleichkommenden Geldbuße, so wie in die Kosten des Prozesseöwerurtheilt, das Schiff selbst aber ist konßscirt worden. -

Straßburg, 19. Juni. Gestern gegen Mittag traf der

König 1111 der Gränze dcs Elsaß ein. Der Gcnerai-Lieutenant Brayer und der Präfekt des Niederrheins, Herr Nau de Champ- lonis, hatten sich zum Enwfange Sr. Majestät von hier dorthin begeben, Eine große „Volksmemge war aus allen Gegenden her- beigrströmt, um den Monarchen zu begrüßen. Se. Majestät ka- men *))kitrags 111 Zabcrn 1111 und hielten eine Revue iiber etwa 7000 Mann Ratio11al:Garde11 aus der Stadt und derUmgegend ab; 3000Ma1111, die sich quaßlc11hei111 versmnmeit hatten, wur- den ebenfalls genmsiert. Nach 6 Uhr Abends verkündete Kano- 11e11don11cr die Ankunft des „Königs dor unserer Stadt; 500 Schritt vor derselben wurdcn Sc. Majestät von dem Maire, Herrn 11. Tiirckhci111, und dem Stadtrath empfangen. Der Kö- nig hielt seinen Einzug 311 Pferde, ihm zur Seite die Herzoge von „Orleans und Nemours, hinter ihm ein zahlreicher General- stab; dic reitende Natio11al:Garde bildete das Geleit Sr. Maj., cin Jäger:?)ieginwnt schloß den Zug. Eine unzählige Volksmenge drängte sick) in den Straßen und hatte, um den Zug zu sehen, alle Fenster hcscht; beinahe scinuntliche Häuser waren 11111Fah11c11 und Blmncn-Gchängcn gesch111iickt. Jm Schlosse a11gekom111en, e111ps111g der König sämmtliche Behörden und die verschiedenen QsfiziewCorpö. Die National-Gardc hatte keine Rede votirt; der König trat 1'11 ihre Mitte und sprach ungefähr Folgendes: „Ich freue Mich, der Straßburger National-Garde bezeugen zu können, wie viel Vergnügen es Mir macht, Mich in ihrer Mitte zu befinden; das Zutrauen, das sie Mir längst eingeflößt hat, lief; Mich solches lebhaft wünschen. Ich kann auf die hiesige eben so kriegerische als patriotisch gesinnte Einwohnerschaft fiir die Vertheidigtmg dicses wichtigen Bollwerks unsercr Gränzen zählen, das 111 sei11c11 Mauern den Feind noch nicht gesehen hat. Nur wenige Veteranen Meines Alters, die fiir das Vaterland gestritten, sind noch «1111 Leben; mit lebhaftem Vergnügen finde Ich deren daher in diesen Gegenden; Ich zweifele nicht, daß ihre Nachkonnnrn in ihre Fußtapfen treten , und daß wir im I. 1831, gleichwic im I.1792, Vertheidiger dcs Vaterlandes ßnden werden.“ Der wiederholte Ruf: „Es lebe der König! Es lebe die Freiheit!“ ertönte nach diesen Worten. Se. Maj. traten hisranf einige Schritte weit vor, legten die Hand anszerz und riefen aus: „Wer den König von der Freiheit trennt, isi ein srhlrchter Bürger; einen solchen giebt es unter Ihnen nicht. Es lebe die Freiheit!“ Zugleich drückte der König den meisten Offi- zieren wohlwollend die Hand. Nack) dc111C'111pfa11ge begaben sich Sc. Majestät auf den Balkon des Schlosses und sahen die zahlreichen Kavalkaden unserer Landleute, so wie Wagen mit jungen Bäuerinnen, voriiberziehen. Abends waren alle öffent- lichen Gebäude und die meisten Privathäuser erleuchtet. Gegen 11 Uhr wohnte der Monarch dem im Schauspiclha11se gegebe- nen Konzerte dcs Elsassischen Musik.:Vereins, wo eine glän: zende Gesellschaftversmnmelt war, bei und verweilte bis zu dem Schiuffe desselben. In den letzten beiden Tagen sind folgende Personen hier eingetroffen: der Fürst von Löwenstein-Wcrtheün nebst Gefolge; der Großherzogliw Badische Oder:?)iarschall 1111d Gehrime Rath Baron v. Gahling, der Graf von B1101:Schaue11siei11, Kaiserl. Oesterreichischer, und drr Freiherr v. Ottersicdt, Königl. Preußi: scher Gesandter am Großherzoglich Badischen Hofe; Hrrr Bille- cocq, Attaché beimFra11zösische11Ministerimn der auswärtigen Angelegenheiten, und Herr von Baum), Französischer Geschäfts: träger in der Schweiz.

Großbritanien und Irland.

London, 18. Irmi. Die gestrige Hof-Zeitung meldet die Erhebung des Lord Fingol, Lord Sefton, Bord Kinnaird 111111111111 nrncn Titel Baron Rossis) und des Herrn Agar Ellis (11111 dem Titel Baron Dover) zu Britisrhen Pairs. Von der beaDsichtigten Ernennung des Lord Leitrim vcriautrt noch nichts. Diese Ernennungen geben der Times 21111111? 311 folgenden Benwrkungen: „.Wir können nicht begreifen, wie irgend Jemand deu Ministern den Vorwurf machen kann, durch Ernennung von fiinf neuen Pairs dem Oberhause „die Bill“ aufzwingen zu wollen. Eine solche BoranSseyung isi lacheriich, weil es klar ist, das; dir Bill nicht von einer großen Mehrheit der Pairs gemiß- bill1gt werden kann, wenn fünf neue Pairs den Vlussthlag ge: ben 1611111111. Wir sind geneigt, diese Ernennungen aus einem vtel höherem GesiichtSpunkte 311 betrackyten, und wir behaupten, daß O)ki11isier, die, nach langer ?luöschließung von der politischen Gewalt, 11116 Ruder gekommen sind, es ihrer Partei und ihren (15111111111111 schuldig sind, das Oberhaus 111 die Lage zu versehen, jede Frage von Wichtigkeit unparteiisch erörtern 1111d dem Ueber- gewirht «"gegen wirken zu können, welches irgend eine politische Partei durch das lange besessene und ausgeübte Privilegium, ihre Freunde und Anhänger ins Oberhaus zu bringen, erlangt 11.1111: drirfrc. -- Ein Pair, der erbliche Rathgcbcr der Krone, weder durch “kleinliche Ansichten noch darch augenblickliche Aufre- gung geieitcr, kann der unparteiisxhsie Rahter iiber politische (*Ngcnsiéude schu; und so isi es vielleicht mit dem Oberhause, 1111 (541111311 genonnnen, seit einer Reihe von Jahren der Fall geWescU: aber es ist wohl sehr einleuchtend, daß zu

zeichneten Vergehen befindet, und daß die 111111h11111111111che oder sogar offen erklärte Absicht diesem 251113811111 11111111 «108111 Eda- . rakker gehen kann, als den 111111 das Grieß boilegr; 1", Berrarhr “5 alles deffen erklärr der Gerichcshdf den Einspruch des *i„*'.'0klik111019, so wie Das Urrheil, wogegen C'iusvrxwh 111111111, 10.1 1,1111: 1111? 111111- 1 113, und ziehx, in Ansehung, daß das Zruhrpolénx-Gxxicixx, 111111111 es sich fiir inkompetent erklärt, seine “'Furiskdirrwn eriäyopir 11.11, die Sache vor sein eigenes Forum, i11dcs11 cr Nc E111rcheéd1111g auf den 2817811 d. M. Verschiedr.“

General 51311101 erinnert, als C111111111111de111 der ersten "»)-„71111: tair : Division, alle aui Urlaub hierher ko111111e11de Ofßziere dar: an, daß sie sich spätestens binnen zwölf Stunden nach ihrer 'Lin- kunft bei ihm zu melden und ihre Wohnung anzuzeigen 111111111.

Der Gazette de France zufolge, befainde sich die Herzo: gin Hortense von Saint-Leu seit vier Tagen in Paris.

Der „Krönigl. Spanifihe Botschafter 11111 Neapolitanisrhen Hofe, Don Pietro Labrador, ist auf “(einer Reise 111111) Madrid hier angekommen.

Der Portugiesische General Saidanha hat sich von hier 111111") Caen 311 dem „Kaiser Dom Pedro begehen. *

*,; Uever die Ankunft des Königs in Straßburg 1“. weiter unten den Artikel “Straßburg“,

jrdcr, Zeit, wenn 91111 Partei .“10 oder 60 Jahre lang ausschließ- 1111) 1111 2121115 der 1191111111701 GeWalr gewesen isi, und wenn fast «11: “1311115":E111111111111gc11 in demselben Sinne geschehen Und, das

. vaxharrs eine e11r1'1111'ede11e Neigung fiir die Gesinnungen der

“111111111e11d111 Parrri haben muß. Wenn dann am Ende eines 191111111 Zcirra11111s die entgegengesetzte Partei zur Macht gelangt, 111 111111? sie 1111) 1111 Oberhanse 1'111 Nachtheil befinden. Im U11- rcrhmtsr 1'111dcr sie wahrscheinlich 11111 entschiedene “2211119111111, denn 191111 11111121 sic 1111118111111 1111111 zur Herrschaft 9211111111“ seyn; oder wenn dies 11icht der Fall wäre, so wiirde sie dieselbe durch eine Auflösung erlangen; aber im Oberhause kann man auf keine an- dere_Weisc dow. Unbiiligen Vortheil der Partei, welche so lange die eralt i11Hä11de11 gkhabr hat, entzegen wirken, als dadurch, daß man bis 311 einer gewiffen VlUSdchnung das thut, was die Gegner so Lange Jahre hindurch gethan haben ** nämlich, einige sein-er Freunde 3111 Pairic zu befördern. Diese Bemerkungen Haben 17.11) 11115 hauptsächlich durch die Beobachtung aufgedrun- gen, Orcs; die älter?" Pairs im Allgemeinen der Reform günstig sind, während die Mehrheit derer, welche seit dem Jahre 1800 111111111111 smd, dageqen eisern.“ Zar Unterstützung dieser Be- hauptung wird ein Verzeichniß beigefügt, woraus hervorgeht, daß unter den älteren Herzogen 7 für und 2 gegen, unter den

jüngeren Herzogen 2 für und 7 gegen die Reform ferner unter den älteren Marquis 3 für und 2 gegen; . den jüngeren 2fi'1r und 3 gegen; unxt-sr den älteren 1 fen 6 für und 4 gegen, unter den jüngeren 3 fiir 7 gegen; unter den älteren Viscounts 6 fiir m1d1 gen, unter den jiingeren 4 fiir und 5 gegen; 11 den älteren Baronen 17 fiir und 3 gegen, den jüngeren 10 für und 10 gegen die Reform sind. Ganzen wären also, die Abwesenden und die, deren Mein zweifelhaft isi, abgerechnet, von den älteren Pairs 39 das und 12 dagegen, und von den jüngeren 21 dafür Und d ag e g en.“

Der Sun meldet, daß die Lords. der Admiralität am 1 d. M. nach PortSmouth gehen würden, um die Flotte, die Begriff stehe, 6 Wochen lang zu kreuzen, vorher zu besichti Die Flotte wiirde später wieder in den Hafen zurückkehren, Waffer einzunehmen, und dann aufs neue zu einem 6111611) lichen Kreuzen auslaufen.

Dasselbe Blatt berichtet, daß im Oberhanse ein Am dement zu der Adresse an den König Vorgesrhlagen und von Majorität unterstützt werden dürfte. Wie sich die Minister' einem so wichtigen Vorfall benehmen wiirden, das set) noch Geheimniß.

Die §Anwesenheit des berühmten, auch auf dem C'uroyiiis Kontinente den Freunden der SanskritEitcratnr nicht unbeb. ten Indischen Gelehrten Ram Mohnn Rot) 111 Londo11,11 der Times zu nachstehender Notiz Anlaß: „Ram Mohrm 11 dessen Ankunft in diesem Lande ein so großes ?irrfschen erre ist aus Bengalen gebürtig. Er war von Geburt 1111 Bram weiche Kaste bekanntlich die erste und Vornehmßc isi 11111111 die Geburt schon dem priesterlichen Stande angehört. IMF 1812 wurde er der Freund und Gefährte dcs verstorbene11J1 Dighr), welcherzu der Zeit Gencral-Einnehmer in R11ng1. war. Herr Digbt) war in der klassischen Litteratur sehr be,. dert, und setzte die Studien i11se1'11e11 *))kußcstunden fort, welchen er Ram Mohnn Rot) Theil zu nehmen veranla' Dieser vertrauliche Verkehr dauerte beinahe fünf Jahre, (11691 Mohun Rot) durch Umstände veranlaßt wurde, sich nach Kalku zu begehen. Im Verlaufe seines dortigen Aufenthalts machte die Bekanntschaft des Bischofs Middleton und mehrerer and auSgezeichneter Personen und lauschte mir dvr ernstesien? merksamkeit auf alle Erörierungen, wclche theologischer N11 waren. Er vertiefte sich so sehr in einige häufig berührte“ gen und bemerkte, daß so viele Meinungs:Vcrschiedenhcitse unter den Christen herrsrhe, daß er sich entschloß, die heili- Schriften im Original zu studiren; zu dem Ende widmete er dem Studium der Hebräischen [md Griechischen Sprache, 111 ., chen er bald ausgebreitete Kenntnisse erlangté. Das eifr1geL der heiligen Schrift fiihrte ihn zur Verwerfung seines abgo schen Glaubens und zur Annahme eines anderen:, der als 1 Art UnitariSmus angesehen werden kann; aber er verläugu wie wir vernehmen, auf keine Weise die Gdttlichkcit 111111 Heilandes, obgleich er in den Lehrsaß von der Dreieinigkeit, ihn die Englische „Kirche aufstellt, nicht einstinmtt. -- Es unmöglich, den Aufenthalt eines Mannes unter 11116 glcichg11i zu betrachten, welcher der erste von so 11111111 2.721onan 11.- Landsleute ist, der das Nek: dcs abgöttischcn Giaukens, 111111 er auferzogen, zerriffen und “die Fcffrin abgestreift hat, 1111 ihn in seinem Vaterlande festgehalten haben wiirden. DieJ d1er schiffen sich nämlich niemals ein. Wir begrüßen sSiUk kunft als einen Vorboten jener Früchte, wciche di? Aussaat ropäischer Kenntnisse und Literatur und der heilsamen z: schafts: und Regierungs-Grundsäße hkrvorbringen muß, der Verbreitung in ihrem weiten und schd11en Reiche 1'111 Ostend heiligste Pflicht der Regier1111g GroßBrimvienH 111. Wér 111. in Ram Mohan Rot) ein Beispiel desen, was wir 111111 111 so aufgeklärten Politik zu erwarten haben. - C'; soli 13111111 den zu Gunsten des gegenwärtigen Regiernngs:€“hste111s 111 wie es von der Ostindischen Compagnie 111 ancUdrm-g 31:11 wird, und erkennt die Wohlthaten an, welche Judiem dnrch daffej zu Theil geworden sind. Er ist kein Freund der Colonisarxon der weiten Bedeutung des Worrs, da, seiner *“.Ncinung 111 aus dem gemischten und unbeschränktenHinzusrrönwn derjenig welche 1111 ».)iutterlande Überflussig und unverwrgr sind, nur 111 theilige Folgen entstehen können; aber er billigt es, das; 111 unter besonderen Ei11schrä11k1111gen Leuten von Bkrmdxgen und?1 sehen, durch deren Anstrengungen die Fahigkeitcn Indiensx wickelt Werden können, den Zutritt 521111112. -- Wir 1111115111; fen, daß ein längercr Ylufeuchalr 1111181" 111115 11111 111 111111111, gung, von welcher er fckon durchdrungcn 511 11111 scheint, “11111 ken wird, das;, während England selbst „Vorrechte und Ssgw- gen genießt, welche den Neid aller Narionen erregen, e:; 1: seiner Haupt:Pflichten ist, dieseibcn auf diejenigen Reiche 111161 dehnen, welche die Vorsehung nnter sein Scepter 1115111111111 und daß keines derselben einen größeren 2111spruch darauf 111111111 darf, als unser J11dischcs Reich, von dem der interesanteW genstand dicser knrzen Notiz eines der auögexeirhnetyien »])111111- der ist.“ -- In einem anderen Blaxre de: Times befindexih ein Schreiben eines, der 9111511be nach, alten UUÖ Vertra1111 Freundes Ram Mohrm Roy's, drr einigr falsche 31111 den in den obigen Bemerkungen berW-tigt 11110 sich 1111- ?lnderem folgendermaßen ausdrückt: „Sie sagen in Ihrer Noni „„Er soll entschieden zu Gunsten des gegenwärtigeU Regierunz' Systems ferm, wie es Von der Ostimdischen*Cdnwagnie 1111 wendung gebracht wird, Und erkcnnt die ?Bohlxhatrn 1111, we!- Jndjen durch dasselbe zu Theil gewordcn sind.““ Die 911111 Ram Mohan Roy's iiber diesén Gegenstand ist, daß, 11111 wiffen Beschränkungen, die roiitische G'etvait der 601111111911 wenn die Handel&Befähigung ihr gänzlich genommen wird, an fernerhin mir mehr Borthcxx fiir Groß :Britanien fortdau- könne, a]s wenn diese Gewalt der Krone iibertragen 11111111 aber selbst diese Meinung, in so weit ich dieseive 111 e1'11e111 i' gen vertraulichen Umgang habe erforschen kötmen, gründet 11 auf die “Furcht vor dem gefährlichen Ein1'l11ffe des ministerielit

wnrde. Uebrigens isi selbst diese 91110611 von keinem große110 wicht; denn jeder unterrichtere En la'ndcr ist im Stande, 11 so gut Über diesen Punkt zu entf eiden, als 1111 Eingehornk der sein ganzes Leben 111 dem Lande zugebracht har. Es isch Niemanden bestritten worden, daß die (“Zonwagnie den Indie mehr Sicherheit für ihr Leben und Eigenthum darbietet, «1511 unter ihren frtiheren Moguln der Fall war; und 111 so 1“ hat sie Indien Wohlthaten erzeigt; aber wenn 1111111 auf dert

bakbakische71Vorgänger, so darf man am der anderen frage111'- sie der Britischen Nation oder des Britischen Namens 1111111 set), und ob sie noch langer ohne wesentliche 9111011111211 111 Ok Justiz- 1111d Einnahme-Shstem bestehen kann? Von der Not

Wendigkeit einer solchen Reform isi Niemand inniger ühcrzetl'

' sich dariiber nicht hinreichend ausweisrU können. In ganz beson-

Patronaté, welches ?icgnmeur auch von den Berthetdigcrni Compag111e be1 Gelegenheit der Indischen: Bill geltend ge1111 '

nen Seite zugesicht, daß ihre Regieru11g_ heffer ist, als die 11

Mohnn Rot). _ Ueber das Kolonifirungs-Sysiem hat xgerade die entgegengeseyre Ansicht 11011 der, die ihm in Ih- em Artikel zugeschrreben wzrd. C'r wunscht ]ede Beschränkung ufgehoben, dre den Englandern das Ansiedxln in Indien er- chwert, da er, 111, der groß") Entfrmung und m den Kosten der “eise eine hmlgnglrche Srrherhett gegen das Zuströmen einer .ülflosen und lasi1gen Bevolkerung finder. -Besonderswü11scht rdie Indischen Gouper11eurs' der“ Macht beraubt zu sehen, je- 1211 Engländer oh11,e 1rge11d eme richtxrlwhe Form nach England uxückschicken zu formen. Er hat e1ne_Bittschrift an den Kö- ,“jg zu Gunsten xmeö solche_11 Kolomfirungs-Syftems, und ine andere, worm um Arnhebrwg der Beschränkungen der „dischen Pvrffe gebetet) tvtrd, nnr unterzeichnet.“ _ Eines oer [cyrenVlattcr der T1111es enthält endlich ein an den Re: dacteur dieses Blattes gertchtetes Schreiben von Ram Mohun R91) selbst, das folgender1naßc11„lautet: „Mein Herr, einer der Haupt-chckk meiner Rene 111 dtcses Band bestand darin, dem zritisrhrn Publikum eine, wenn auch nur kurze, Darlegung mei: ner Ansichten, in Bezug auf die jetzige Lage und auf die kiinf: 11.1111 R11§11chte11 Indiens, zn 1111111301111, UnpäßiiMeit und be: ständige Abhaltungcw )abcn mich 1115 1th verhindert, meine Jdecn- iibcr diesen Gegenstand genau zu ordnen. Da ich aber bemerke, daßvcrschikdeue Parteien »- ich weiß nicht, ob eöFrermde oder mir g(mzlich Unbekannte sind -- widersprechende Berichte über meine, die Indische Frage 11. s. w. bctreffrude Meinungen abstatten, so erlaube 1ch mir, Ihnen zu sagen, das;, sobald meine Gesundheit, mit der es sich 11151 111111111st nur gestatten wird, ich mich beeilen werde, meine Ansichten uber den obigen Gegen- stand, so unwichtig und unbedeurend dieselben auch sehn 11169111, . durch den Druck bekannt 311 machen. Ich halte iibrigens dafur, daß, so lange die vorl1ege11de Rxform-Bill noch schwebt, jede andere Frage, Verbcffcrungen 111 Indien oder in anderen Ländern unter Britischer Herrschaft betreffend, verhältnißmäßig von keiner Wichtigkeit ist. Da eine fernere Aufregung meine .Wiederherstellung verzögern wiirde, _so bitte ich Sie, mich da- durch zu verbinden, das: Sie jeden Ihrer Korrespondenten davon abhalten, set) es mm zur Unterstützung oder im Widerspruch mit seiner Privat-Meinung, sich meines Namens zu bedienen. Ich habe die Ehre u. s. w. Ram Mohun Roh.“

Die Berichte aus Indien i11E11glischcn Blättern lau- ten dahin, daß der Bescheid anf die Denkschrift der Offiziere in Bengalen, in Betreff der Batta (Abzug dks Serwis), eine große Unzufriedenheit unter denselben hervorgebracht habe, und daß die große O)?ehrheit derselben entschloffen set), durch eine Bittschrift 1111 den König und (111 die beiden Parlmnents-Häuser gegen die Entscheidnng der Direktoren zu protestiren._

In Merthvr:Tvdvil ist die Ruhe vollkonnnen wieder herge-

stellt, und die Eise11:Werke sind wieder in voller Thätigkxit. Die Englischen Blätter enthalten die Beschreibung einer großen Base Von Glas, die in Birmingham gearbeitet worden ist. Sie ist 14 Fuß hoch, hat 12 Fuß im Durch- messer und kann 8 Pipen oder 5100 Flaschen „Wein aufnehmen. Der Werth derselben wird auf 10,000 Guineen geschiiyt. Herr J. Gundi), Verfrrtigcr derselben, hat 4 Jahre lang ununter- brochen daran gearbeitet.

Niederlande.

Aus dem Haag, 20. Juni. Gestern wohnten Se. Ma- jestät der König und Ihre KöniZl. Hoheiten“ der Prigz und die Prinzessin von Oraniea, nebst Hdchsideren betden ältesten Soh- nen, einem zur Feier des Sieges von Watcrioo veranstalteten Borresdienste bei. Außerdem wurde diescr Tag durkh Aufstecken von Fahnen und durch eine Kirchenöparade des hier anwesenden Militairs gefcirrt.

' Ei11e111 König!. Dekret 119111 17te11 d. M. zufolge, miiffrn alle aus oder iibcr Belgirn nach den Nördlichen Provinzen kom- mende Personen nicht nur die 111 den Dekreten 110111 9. Oktober und 2. Novomber 1830 enthaltenen Bcsiinnnungm befolgen, son- dern, wenn sie zu Lande ko111111c11, ihren Weg 11111 iiber die Fe- si1111ge11 Nv111wegc11, Herzogenbusä), Brkda und Bergr11:op-Zoo1n nehmen. In einer dieser Festnngen angrkonnncn, 111111"1“111siesich unverwkilt 311111 Ober:Befchlshabcr bcgebcn und, wenn sie wieder abreisen wollen, den Ort bezeichnen, 1111 den sie sich begeben wol: len. Wer die Land = Gränzen der nördlichen Provinzen passirt, ohne sich an einem der genannten Plätze ge111eldctzuhabr11, wird sogleich wieder iiber die (5511111312 zurücktranspdrtirt; daffelhe ge: schieht mit denen, die angeblich secwärrs a11geko111111e11 sind und

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dercn Fällen sind die Ministerien der Justiz und des Inneren beholi: mächtigr, hei obgc111eldetrn Bestinmmngen Vluönahnwn zu machen.

Am 151111 sind aus dem Reserve:Park von Gorinchem wie- der 36 Munitionßwagrn mit einer halben Million scharfer Pa: 11011111 zur Armee ahgefertigi wvrden.

Brüssel, 19. Juni. In der gestrigen Sißung des Kon- gresses wurde die Berathung iiber das Gesetz in Betreff der Bürgergarden fortgesetzt und bcendigr. Nachdem alle Artikel einzeln angcnonnncn waren, wurde, zu allgemeiner Verwunderung, der ganze Entwurf 11111 57 gegen 48 Stimmen verworfen. Herr 1ABrouckdre sthe die Nothwendigkeit auSeinander, das der: Worfenc Dekret durch ein anderes zu ersetzen, Und schlug vor, dieses der Ce11tral:Sectio11 zu Überlassen. Dieser Vorschlag wurde angenommen und die Sitzung 11111 «;ck Uhr aufgehoben.

In der Émancipation liest 1111111: „Heute morgen haben sch die Herren Ducpetiaur, chae, Bartels und F. Bayer, wri- che Von der Association bestimmt waren, den Regenten 11111 'd1e Entluffung dcs Ministerimns zu kitten, ihres Auftrags c11tl_cd1gr. HerrSurlet de Chokier hat dieselben mit der offenen und 1rcie11 Zutraulichkeit e11111fa11ge11, Welche ihn 1111Szrichnet, ihnen aber he- mcrklich gemacht, das; vor dem 30. Juni auf keinen Fall eme Veränderung stattfinden könne. Die Abgesandten haben dem würdigen Staats-Oberharrpte die Besorg11iffe nicht verhehlt, wel- che aus der 1,1n1111ä11glick11eit der Mittel, um dir “Feindseligkeircn wieder aufz1111ch111c11, hervorgegangen sind, und die Umnoglich- keit, von ei11c111 '))1111isicri11111 etwas Gutes zu erwarten, welches das Zutrauen der Nation gänzlich verloren habe. Sie haben außerdem geglaubt, die Bemerkung nicht unterdrücken zu diirfen, ()'-41? es sck)wer seyn wiirde, der Initiative von Seiten des Volks Einhalt zu thxm, 11311111 am 80. Juni der Prinz Leopold die Be- d111g1111ge11 dcs „3101111111106 nicht oh11e Vorbehalt angenonnncn habe. Der Herr Regent hat erklärt, daß am 3017211 1?ka «xls- schiebende „Vorschlag Seitens der Mächte, nach so häufigen Triu- schungen, einer bestimmten Weigerung gleich gestellt werden n1iiffc,1111d in diesem Falle wiirde sich dem Belgischen Volke die Gelegenheit darbieten, seine ganze Energie zu entwickeln, um die Hindernisse hinwegzurämnrn, welche sich seiner gänzlichen imd vollkonnnenen Befreiun entgegenstellen.“ ,

Dcr Belgische s koniteur erklärt, daß das. Gerücht, als ob im Minister-Rathe davon die Rede gewesen wäre, die Be- amten, Welche der Association beigetreten sehen, abzusehen, durch-

Schweden und Norwegen.

Stockholm 17. Juni. Bis zum 14ten d. hatten Se. Majestät Ihre Zimmer noch nichtwieder verlassen und so auch den Jag Ihrer vorgehabten Reise nach Rosersberg noch nicht be: tmmt.

Fiir den Bedarf von Dalekarlien, der sehr groß seyn soll, wurde hier Getreide zu hohen Preisen aufgekauft. Man glaubte, daß eine besondere Erlaubnis; in Anregung kommen würde, nach jener Gegend ausländisches Getreide von der Niederlage über Wefteräs abzuschicken. Auch fiir Osi-Gothland ward hier Rog- gen zu 16-17 Rthlr. die Tonne aufgekauft. In West-Goth- land und Smäland haben starke Rege11gi1ffe der kommenden Ernte großen Nachtheil gebracht.

Deutschland.

Hamburg, 23. Juni. Se. Majestät der König von Dä- nemark sind gestern Abend, unter dem freudigskcn Empfange, in Altona angekommen, wo das Hotel Rainviilc zu Ihrer Aufnahme berex'tet war. Hannover, 21. Juni. Auf der Landes-Universität Göt- tingen befanden sich am Zlsten v. M. 920 Studireude, nämlich: Theologen 1,77 Landeskinder, 58 AuGländer, zusammen 235. Iu- risien 204La11deski11dcr, 150 Ausländer, "zusammen 354. Medi- ziner 128 Landeskinder, 78Anslä11der, zusannnen 206. Philoso- phen :c. 62 Landeskinder, 63 Ausländer, zusammen 125. In Summa 571 Landeskinder und 349 Ausländer. Luxemburg, 18. Juni. Die Kontingente von Lippe und Waldeck fiir die Bundes-Besasung von Luxemburg sind vorge- stern in unserer Stadt angeko1n111en. Unser Militair:Gouver- neur, der Landgraf von Heffen-Homburg, war ihnen mit seinem Generalstabe cntgegengekonnnen. Ein großer Theil der Bevöl- kerung hatte sick) eine weite Strecke außerhalb der Stadt bege- ben, um sie einziehen zu sehen. Es sind ihnen bei den Bewoh- nern Quartiere angewiesen worden. Wie man versichert, ""wird man Leßteren diese Last wieder abnrhmen, sobald die Kasernen viillig eingerichtet 11:11), mithin im Laufe von 8 Tagen.

I t a l i e n. Rom, 11. Juni. Der Präsident des Militair-Wesens, G. Ugolini, hat eine Beka1111t111ach1111g fiber die Vermehrung der Linien-Truppen 11111 8000 Mann auf dem Wege freiwilliger Re- krutirung erlassen. Wer in die Päpstliche Armee eintreten “will und 100 brauchbare Rekruten stellt,- erhéilt den Rang eines Lieu- tenants, wer 200 stellt, den eines Capitains, wer 600 stellt, den eines Majors; den Rang eines Oherst-Lieutenants erhält , wer 800, und den eines Obersten, wer 1600 Rekruten stellt. Bei der Armee werden die Fähnriche, U11ter:Offi3iere und Sergean- tm, die 50 Rekruten fieilcn, zu U11ter-L1111tenants, die Unter- Lieutenauts, welche eine gleichc Anzahl stellen, zu Lieutenants, und die Lieutenams, die 1.00 Rekruten stellen, zu Capitains be- fördert. Außer diesen Begünstigungen und Beförderungen wcr- denhfiir jeden diensttauglich befundenen Rekruten vier Scudi eza 11, 9 Am 2817111 11. M. wurde in der Bibliothek des Kapitols die von dem Bildhauer Fabris verfertigte Büste des riihmiichst be: kannten Jtaliänischen Philologen Antonio Cesari, HerauSgebers des Wörterbuckys der Akademie della Crusca, aufgestellt.

- Der Hamburger Korrespondent meidet in einem Schreiben aus „Venedig, vom 10. Juni: „Die mit dem Ge- neral Zucchi Vor Ankona in 1111scre Gefangenschaft ,gerathenm Jtaliänisrhcn Insurgcnten befinden sich noch immer hier in Ver- wahrung. Dies geschieht indessen aus keinem anderen Grunde, als weil man noch keinen Beschluß gefaßt hatte, was mit ihnen anzufangen set), am wenigsten 111 der Absicht, sie zu bestrafen. Nun aber 111 es sicher, daß sie, ihrem Wunsche gemäß, nach Frankreich transportirt und zu diesem Ende nächstens nach Mar- seille Überschifft werden sollen. Ueberhaupt wird gegen die ver- irrten Strafbarcn 111 1111111 insurgirt gewesenen Provinzen mit möglichstcr Schonnng verfahren, und nur in Modena ist das Blut zweier Menschen geflossen. Wie man Versichert, hat sich 111111 aber auf Verwendlmg aller Glieder unseres ?iilerhöchsien Kaiserhanses auch die Strenge Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Modena gemildert, 1111d alle später als schuldig Befundene wurden entweder nur leicht bestraft oder begnadigt.“

Spanien.

Madrid, 9. Juni. Die heutige Hof-Zeitung enthält das Staars-Budger fiir 1831 im Totai-Bctrage von 599,033,27/1 Realm, wovon 54,899,345 fiir die Civiilifte, 177,359,422 fiir die Tilgungs:Kaffe, 11,513,496 fiir das Staats-Ministerium, 14,136,120 ftir das Justiz:?)kiniüerium, 254,608,326 fiir das Kriegs:Minisieriun1, 40,000,000 für das Marine: und 46,516,563 fiir das Fi11anz:5.Ninisteriu1n auSgesth sind.

Inland.

Berlin, 25. Ju11i. Aus Memel wird gemeldet, daß der Kaiserl. R11ssische Feldnmrsrhall, Graf Paskewitsch-Eriwanski, am 21sien d. M. 11111den1Da111pfboote daselbst eingetroffen ist.

- Die in Nr. 166 der Staats-Zeitung enthaltene Mel- dung, daß der Gefänguißthumn in Danzig abgebrannt set), wird von dort arts dahin berichtigt, daß die Flammen 1111r das Dach des Thurmcs beschädigt hätten und das; man beretrs nach einer halben Stunde Herr des Feuers gewesen set).

- Aus Köln meldet 111.111: „Die Feldfrüchte stehen gut und haben die in der Mitte des vorigen Monats eingetretenxn Nacht- fröste nur wenig e11111fu11dc11, da der Roggen die Bluthe noch nicht erreicht, der Rappsamen aber dieselbe Herms bestanden hatte. Um so mehr aber haben der Weinstock, diquartenge- wiirhse und die Obstbäume gelitten. Von er1'1er1111-laßt sich an: nehmen, daß wenigstens ein Drittheil der Schoßlmge erfroren ist. Auch in den Waldungen 111 die Brschch1d1gn11g bxdeutend; in den Thäiern und Niederungen sind alle 1111191 Truhe und die Bliithe der Eichen und Rothbnchen rrfroren, 10 daß d1e Mast einc traurige Ausscht gewährt. » Handel, umd Verkehr auf dem Rhein waren im verfloffknen Monate 111cht so ,bedert- trnd, wie sie sonst wvhl zu sehn pfle'gen, woran ohne Z1vr1fel d1e stets gespannten „Verhaltniffe zwische11 Holland 1111dBelg1e11 und insvesondere dcr stockende Verkehr mn Antwerpen e1nx11 1vese11tlr: chen Antheii haben. Die Anzahl der im Monat Man hat ange: kommenen boladenen Schiffe betrug zu'Berg 84, zu Thazl 81, mithin im Ganzen 165, und der von h1er11bgegange11e11 1111 „Berg 9-2, zu Thal 106, 1116011111111 also“ 198, „Dre Danwj-SMfffahrt auf dem Mittel-Rhein geht fortwahrend emen rcgelmaß1gen Gang, obwohl die Zahl der davon Gebra11ch machenden fremden Rez- senden unter den jetzigen Zeit:Umsta,11den mcht so bedeutend wre

den Dienst auf dem Mittel-Rheine, an die Niederländische Ge- sellschaft verkauft hatte, ist, nachdem es einer sehr kosispieligen Reparatuvunterworfen, gegen Ende des vorigen Monats zuerst wieder in Dienst gesetzt woxdep- Doch ist der Gang deffelben immer noch nicht anxbefrledtgend. Auf dem Ober: und Nie- dcr-Rhein hat sich ubrtgens der Zustand der Dampf-Sohifffahrt noch nicht gebessert.

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Cholera.

In der Provinz P ommern sind nunmehr überall die „Kreis- und Orts-Kommissloneu zur Abwehrung der Cholera gebildet und ins Leben getreten, und bis jetzt hat sch, nach den neuesten amt- lichen Nachrichten, in keinem Theile der Provinz auch nur die mindeste Spur der Cholera gezeigt. Vor einigen Tagen hat mehr ais 20 See-Fahrzeugen 111 Swinemünde, als durchaus unver- dachtig, die freie Praktika ertheilt werden können, von denen der größte Theil bereits in Stettin angekommen ist.

In Miran wurden vom 18. Mai bis 1, Juni alten Styl; Von der Cholera befallen 135 Personen; davon sind genesen 19, gestorben 66. Vom 1. bis zum 3. Juni a. St. erkrankten 163, genasen, 26, starben 79,

, D1e Städte Wenden und Lemsal, in denen die Krank- ZTP sich auch gezetgt haben soll, liegen in Lievland, nördlich von

1ga.

Gartenbau-Berein.

' Der Vierein zur Beförderung des Gartenbaues in den „Kö- mgl. Preuß1schen Siaaten begi11 am 19. Juni c. das neunte Ja'hresfest ferner St1ftung111 d entlicher Sitzung, in dem zur Ferer des Tages , durch die kunftleristhe Anordnung der in ihren Leistungen vortheilhaft bekannten Mitglieder des Vereins, Herren Hofgärtner Brasch umd Kunstgärtner Toussaint, im Einverständ- niffe mit dem durch Kränklichkeit zuriickgehaltenen Herrn Garten: Direktor Otto, mit Florens Schähen reich und sinnig geschmück- ten Lokale der Sing-Akademie. In mannigfacher Farbenpracht strahlten an den Pilastern der Seitenwände des Festsaales herr- lich gruppirte Pyramiden von ausgezeichneten Pelargonien, Azaleen, Rhododendren und Nerien in üppiger Blüthenfiiile, die in gefälliger Verbindung den Blick auf das amphiteatralisch geordnete anziehende Bild im Hintergrunde leiteten, wo iiber einem, von Resedeu, Campanelen und Hortensien cingefaßten, vorn durch eine dichte Reihe von Celosien gehobenen,4sam111etar: tigen Mooöteppich, aus einem Ringe von Rosen und Ranunkeln, die mit Lorbeer bekränzte Büste des vielgeliebten Herrschers, auf einfachem Piedesial sich erhob , umgeben von einem großartigen Halbkreise blühender Orangenbäume aus dem Königl. Garten von Monbijou und schlanken, hochansirebenden, zum Theil blii- heriden Formen Neu-Hollands, als: Metroxiäeren, 0101111811061], 14811108961111811, ()ulotbamnen, aus dem Königl. botanischen Garten, mit zierlich eingestreuten hochstämmigen Rosen von der Pfauen-Insel. Vor diesem reizenden Bilde fesselte das über- -raschte Auge ein von dem Kunstgärtner Herrn Gäde geschmack- voll geordneter Frucht-Tisch mit Feigen, Pfirsich, Pflaumen, Weintrauben, au6gezeichneten Erdbeeren, Melonen und Kirschen aus den Königl. Treibereien zu Potsdam und Schönhausen, und von hiesigen Handengärtnern, worunter 13 Spielarten Erd- beeren vom Hofgärtncr Herrn Voß umgeben von einem Halb- kreise herrlicher Ananaöfrüchte aus der Treiberei des hiesigen Handelögärtners Herrn Fuhrmann, deren seltener Anblick noch gehoben wurde , dnrch zwei von dem Kunstgärtner Herrn Faust ,lieblich geordnete Blumenkörbe, aus deren Mitte kleine Dracaeen luftig emporschoffen. Besondere Bewunderung erregten dazwi- schen vier Pracht-Exemplare bon Ananas , worunter zwci hier noch nicht weiter kultivirte ausgezeichnete Arten, nämlich neue weiße 9107111131100 und Neue Königin, gezogen in den Treibereien Sr. Königl. Hoheit des Prinzen August in Bellevrie, von dem in dieser Kultur excellirenden Hofgärtner Herrn Brasch. Sowohl die Königl. Hofgärtner und die Landes-Baumschule bei Potsdam, als die hiesigen Kunst- und Handelögärtner und Privat-Gartenbefiyer hatten im riihmiichen Wetteifer Alles dar- gebracht, was die JahreSxeit Schönes und Auszzezeichnetes noch darbot. Obgleich die vorgeriickte Sommerwitterung schon vieles hinter sich gelassen hatte, so machte doch das Ensemble von mehr als 2400 blühenden und 600 griinen Pftanzen, also über 3000 Exemplare, einen imposanten Eindruck. Unter diesem Reichthum entgingen dem forschenden Auge des Kenners nicht: ())11'1011011111111 ilayum, kimulaa (1001155318, (Zu]amiia 11100101“, 111111111115 161116118, [1053 'micro 1111111, Ucijinocacins 0110111], ())-9119811111111 3110011111119, “118 8563111111 ciliaia, (16511era 11111- 11033 und aZgrozata, 111158121111 multiüora, k]]acocurpuz (ienia- 1,113, Uelicbrysum 9101116111111, mehrere 131160611 in ausgezeichne- ten Exemplaren, worunter 13. 1191111100311 und 1101161111113. nebst vielen seltenen und neuen zum Theil nicht in unserem Klima aUSdauernden Staudenpfianzen aus dem hiesigen botanischen Garten; Pracht:Exe111vlare von 3111001116691] aus der Landes: Baumschule, auSgezeichnete ](aimien vom Hofgärtner _Herrn Morsch; mehrere Exemplare gefüllter dunkelroti) blühender "11111- 111115 111111111111: in ausgezeichneter Schönk1rir, Von dem Handels- gärtner Herrn Mathieu; zwei Prachr-Exenwlare von 010111- 5186105155111111- in reicher Blii,thenpracht vom Handelsgärtner Herrn Krams; mehrere neue und seltene Pelargcnien vom Hof- gärmer Herrn Brasch und Handengärtner Herrn Linwrecht; 15111“- (3111-1111 9311011313 mit ihren glühenden Bliithen, vom Kunstgärtner Herrn Teichmann; eine bis dahin hier noch nicht in Blüthe ge- schenk ])l'0leä ())11181'011108 und Kcuaia 1111111114101'11113 von vor- züglichem Wohlgeruch, Vom Justizrath Herrn Meyer; auch“ darf die auögezeichnetc Schönhrit und Fiille der vom Handelögartner Herrn Späth gezogenen zahlreichen Exemplare von 1891111111 .*[11011- 111x115. 10 wie die scitene Pracht der vom Handelögartner Herrn Cobhin gelieferten Masse Hortensien nicht unerwähnt blexben. 211111101111 auf auSgegebene Einlaß-Karten iiber 2500 Per- sonen allcr Stände des schönen Anblicks sch *erfregt 1111d den Festsaal wieder verlassen hatten, begaben sich kl? Mitgliedeka Vereins in den anstoßendcn Ncbensaal zur Wahl des Borna"- des, dessen biSheriges Personal durchgängtg bestangr, wurde. Hiernächst kehrte die Versammlung in den Festsaal zuruck, wo die zur Beiwohnung des „Vortrages eingeladenen Damen und Herren in den Logen und an den Seiten-Eßraden Plus IMM" men hatten. In, Stellvertretung. des in drmgenden Geschäften abwesenden Direktors des Vereins, gab der Scheune Medizinal- Rath und Profeffor, Herr ])1'. Link, Nach11cht 13,911„dem, was für den Gartenbau im verflossenen Jahre Merkwurdtges gesche- hen ifi, im Auslande sowohl, als in Deutschland, besonders aber

friiher ist. Das Dampfschiff „Prinz Friedrich von Preußen“,

aus ungegründet sek)-

das die hiesige Gesellschaft wegen ungeeigneter Beschaffenheit für

von dem, was durch den „Verein geleistet worden, wobei er an-