1831 / 176 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Stadt nicht nöthig wiirde , doch fiir die.Sicherheit im Innern derselben wachen müsse. - * Das diplomatische Comité wird im Polnischen Kurier ein Neuling in politischen Angelegenheiten genannt und ihm Schuld gegeben, daß es in so wichtigen Augenblicken ganz un- verzeihlich gehandelt hatte, weil es nach der Schlacht bei „Ostro- 1e11ka, ohne den Bericht des Generalissimus abzuwarten, m den an die Polnischen Agenten im Auslande erlassenen Cirkularen zuerst beunruhigende und ungegründete Nachrichten verbreitet und darin unter Anderem von einem 1'81131'8 und 601190 gesprochen. „Welche Vorfiellung,'“ heißt es, „wird man im Austande von unserer Regierung erhalten? Schon einmal hat die Llitgsburzec Zeitung die Bemerkung gemacht, daß die Polen ihre Nic- derlagen zu vergrößern suchten, um Mitleid zu erregen. Was werden selbst die unkundigeren Bewohner des IUlMdks dekLkM- Wenn sie in den diplomatischen Jnstructionen solche Wider- sprüche mit den „Versicherungen des Generalissimus finden? Laßt uns nicht jenem „Knaben m der Fabel nachahmen, der durch einen erheuchelten Ueberfall des Wolfes die Hir- tr11 herbeigelockt hatte.“ JU demselben B l_at_te Mk- den der Regierung über ihr Benehmen in der Sache des Ge- nerals Dwernizki bittere Vorwürfe gemacht und vor allen Din- gen dariiber Beschwerde gefiihrt, daß fie ein so tiefes Sxill- schweigen in dieser Hinsicht beobachte und nicht die jenem Ge- neral ertheilten Jnstructioireir öffentlich bekaimt mache; während die Englischen und Französischen Blätter sich in langen Abhand- lungen mit dieser Angelegenheit beschäftigten, werde derselben in den Polnischen Journalen, als einer 111 Vergeffenhrit gerathe- nen Episode, nur noch an den äußersten Enden ihrer Spalten obenhin und voriibergehend gedacht. * In .der Polnischen Zeitung wird es als für daanter- effe des Landes keinesweges gefährlich, sondern im Gegentheil als erfreulich dargestellt, daß sich bei den .Verhandiungen iiber die “Regierungs-Veränderung entgegengesetzte Parteien gebildet haben. „Nur dann“, heißt es, „werden die Parteien gefährlich, wenn die Nation, in Klassen getheilt, die sich durch Privilegien zu sehr von einander unterscheiden, diese Klassen in Conföderationen zu- sammentreten und gegen einander kampfen sehen muß. Die Wirkung der Reibungen solcher Parteien und der Erfolg dieses inneren Krieges; welcher das ganze Regierungsgebäude nnd die gesellschaftliche Ordnung in ihren Grundlagen erschüttert, hängen jedoch von dem National-Charakter ab und von dem Grade des Unterschiedes, welcher zwischen den privilegirien Klassen und dem Volk, so wie zwischen der Wohlhabenheit und ?lrmuth, stattfin- det. - Und so ist in Frankreich jede Operation einer Partei, jede Revolution mit blutigcm Stempel bezeich11e_t,- denn dort ist der Volks-Charakter heftiger, der Unterschied der Klassen stärker aus- geprägt , das Interesse der Parteien von größerem Einfluß , und wie Reichthum uud Ueberfluß in den höheren Klassen, so treten Armutl) und Elend in der niedrigeren Klaffe mehr hervor. _ Polen hingegen gewährt in allen seinen Revolutionen imd Par- -teisireitigkeiten mehr ein Bild heiterer Begebenheiten, denn so wie der allgemeine Volks:Charakter mild, edel und duldsam isi, so wurden, wenn auch mächtige Partei-Juteressen nnd Reibun- gen eintraten, diese doch stets durch die allgemeine und dem Po-

len vorzüglich eigene Tugend der Vaterlandsliebe gemäßigt und“

besänftigt.“

Auf den letzten „Warschauer Märkten zahlte man fiir den Korzez Roggen 25-28 Fl., Weizen 32-35 Fl., Gerste 23 bis 24; Fl., Hafer 16-19 Fl., fiir das Fuder Heu 16-22 und 30 bis 34 Fl.,.f1“1r die Fuhre Stroh 6-8Z Fl.

-- Von der Polnischen Gränze, 24.Ju11i. Nach den neuesten Nachrichten aus Warschau vom 2311911 d. M. ist die gegen den General Rüdiger versuchte Unternehmung der Po- " len iiiißiimgen. Der General Jankowski ist mit Verlust von Munition zurückgeworfen worden. Er soll drei Adjutanten ver- loren haben. - Die Polnische Armee ist auf Plozk in Bewe: JUUIJFT dlDas Hauptquartier des Ober-Befehlshabers befindet sich 111 ' o in.

Frankreich.

Paris, 19. Juni. Der Moniteur ber1chtet heute über die Reise des Königs von Epinal nach Limeville. Bevor Se. Maj. die erstgedachte Stadt verließen (am 17. 11111 1 Uhr Mit: tags), 111usierten Höchstdieselben noch die National-Garde, 7 bis 8000 Mann an der Zahl, und das dort in Garnison liegende 7te Dragoner-Regiment, dem Sie eine Fahne iibergaben. Ci- nige Militairs von diesem Regiment erhielten zugleich das Kreuz .*er Ehrenlegion. Nachdem der König noch das Museum und eine Ausstellung von den Fabrikaten der Provinzen in Augen- schein genommen hatte, setzte Er sich um 3 Uhr in seinen Reise- wagen und langte, nachdem Er sich unterweges bloß in Lambert- villiers eine kurze Zeit aufgehalten hatte, gegen 9 Uhr vor Lu- neviile an. Der Einzug in diese glänzend erleuchtete und mit Blumengewinden verzierte Stadt erfolgte wie gewöhnlich zu Pferde. Se. Maj. stiegen in dem Paiasie der alten Herzoge von Lothringen ab, wo Höchftdieseiben die verschiedenen Behör: den versammelt fanden. Nach einge11o1n111e11em MittagSmahle, wohnte der „König auf dem Schlosse einem Balle bei, von dem kEr crst)11ach Mitternacht wieder in Seine Wohnung zuriick- e rte.

h Während seiner Anwesenheit in Metz am 111e11 d. M. hat der König die Verordnung unterzeichnet, wodurch etwa 3000 Individuen, die an der testen Rebolxrtion Theil genonnnen ha: bcn, die Juli-Medaille ertheilt wird.- Die bcrreffrndr nament- liche Liste fiillt U Bogen des Moniteurs.

Durch eine andere Verordnung aus Ranch vom 1.31111 d.M. werden -- in Brtracht, daß viele Mitgiiedcr des Staats: Raths sich in ihre resp. Provinzen begeben mußten, 11111 1111 der Dcputirten-Wahl Theil zu nehmen, und das; jene Behörde mit:: hin zu unvollständig sehn wiirde, um iibcr adnii111'srrative Streit- sachen erkennen zu können -- die bffcutliüicn Sitzungen des Staats:Raths vom 2511211 Juni bis 15tc11 Juli suspendirt.

Die Präfekten der Departements des Rhone, der Nirdern- Seine und des Eure-und-Loir, .Herren Bouvier-Dumolard, Du- pont-Delporte und von Rignt) sind zu Staatsratlwn 1111 außer- ordentlichen Dienste, 1111d.d1e Herren Bourdt), Direktor der in- direkten Steuer-Verwaktung, Come, Direktor der Posi-Verwal: tung, und Lebens , Chef des Rechnungswesens bei der Kanzlei der Ehren-Legion, zu Requetemneistern im außerordentlichen Dienste ernannt worden.

„Der gestrige Tag,“ sagt der Moniteur, „ging durchaus ruhig voriiber. Kein Volks-Auflauf fand siatt, Es herrschte überall die vollkommenste Ordnung. Unter den verhafteten In- dividuen sollen sich einige befinden, die geeignet sind,. bei der bevorstehenden Einleitung des Prozesses wichtige Aufschlüsse zu

in Straß-

*) Dic am 18ten d. M. erfolgte Ankunft 1 worden.

' des K*ön17s burg ist bereits im gcßrigcn Blattc der St. Zcit. geme de

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geben. Wir können die Zuftimmung der Einwohnerschaft zu den gestern von der Behörde getroffenen Verfügungen nicht oft genug hervorheben. Von aUen Seiten Werden jene Unordnungen, die le)11ä111ch“aufgehört haben den Bürger zu beunruhigen, gemiß- i igt.

Eben dies es Blatt widerlegt das vorgestern von einer hiesigen Zeitung verbreitete Gerücht, daß die Regierung durch den Telegraphen von ernsten Unruhen benachrichtigt worden sey, die in Marseille und der Umgegend bei Gelegenheit des Trans- ports des in die Ereignisse von Tarascon verwickelten Lieutenants Hmm nach dem Marseiller Stadt-Gefängniffe, stattgefunden )attcn.

hinreichend, daß die National-Garden die öffentliche Ruhe sicher- ten, sie müßten auch in den Wahl-Koliegieu die feindlich gefinnte Partei besiegen. Hierauf erwiedcrt die Gazette: „Jenes Blatt vergißt also, daß das Wahl=Geses 2,800,000 Natio11al:Gardisien,

die den Census nicht zahlen, von den Wahl-Kollegicn ausschließt.

Wir hatten verlangt, das; alle Bürger, denen man ein Gewehr

in die Hand gebe, um die Ruhe und Ordnung zu vertheidigen,

auch dazu berufen würden, diese Ruhe und Ordnung im Schoße der Wah'-Koilegie11 zu verfechten. Die Regierung hat aber auf unsere Vorstellungen keine Riickstcht genommen, so daß, während dem Unwesen auf offener Straße gesteuert worden ist, daffelbe in den Wahl-Bersammlungen freies Spiel haben wird. Wir haben gesehen, *wie in Paris 100,000 Bürger 1938 Offiziere und 7812 Unteroffiziere gewählt haben, und wie diese „Wahlen

im Allgemeinen im Interesse der guten Ordnung ausgefallen sind. Jeßt werden wir sehen, wie in ganz Frankreich 200,000 Bürger 459 Depittirte ernennen, und wie diese Ernennungen im Inter- esse der Revolution ausfallen.“ - In einem anderen Artikel sagt dasselbe Blatt: „Die bcvvrstchmde Ka111111er wird sich ohne Zweifel nur einer kurzen Cxistem zu erfreuen haben. Es ist unmöglich, daß unter einer Volks-Vcrfaffung ein Gesetz von Dauer seh, das die Volks-Klaffen von den Wahl-Kollegien aus- schließt. Bald werden also diese Klassen selbst zu wählen haben; alsdann ist es Zeit, daß die Männer Von der rechten Seite in den Kollegien erscheinen. Bis dahin aber ist Alles, was vorgeht, bloß eine Angelegenheit der liberalen Familie, und das Interesse der Nation ist dabei völlig aus dem Spiele.“

Lord Stuart de Rothsah ist gestern von hier nach London abFereist, um an den Parlaments-Verhandlungen Theil 311 ue men.

Die hiesige Handelskammer macht bekannt, das; das Mini- sterium ihr zugesagt habe, sie von wichtigen Ereignissen, die auf den Cours dcr Staatspapiere und auf die Handelögeschäftc iiber- haupt Einfluß haben könnten, unverzüglich zu unterrichten, damit sie ihrerseits das Publikum durch öffentliche Anschläge sofort da- von in Kenntnis; sehen könne.

Dem Courrier frangais zufolge, haben der Graf von Chevigné, Oberst der National=Garde von Rheims, und der Unter-Präfeit Poison das ihnen verliehene Kreuz der Ehren- legion ausgeschlagen.

Das Jorirnal „la Revolution“ meldet, eiii gewisser Herr Mader, der „von dem Vereine der Volksfreunde beauftragt gewe- sen, Unterstuhungen an die wegen politischer Vergehen Verurtheil- ten zu vertheilen , seh gestern früh in seiner Wohnung verhaftet worden. Die an den Ausgängen des Hauses aufgestellten Po- lizei-Beaniten verhafteten ebenfalls alle Personen , die fich in seiner Wohnung einfanden; der Sonnabend war nämlich der von ihm fiir die Geldvertheilungen festgeseßte Tag der Woche: sei11e Papiere wurden durchsucht und er selbst nach dem Gefäng- niffe gebracht.

Gestern erschien vor dem ?lsfisenhofe der verantwortlicheRe: dacteur des Conrrier francxais, Herr de la Pclonze, unter der Auflage, iiber die Sitzung dieses Hofes vom 11te11 d. M. (die, wie man sich erinnern wird, wegen des tumuituarischen Bench! mens der Znhörer ausgehoben wsrden mußte), einen untreuen Bericht in seinem Blatte erstattet zu haben. Auf den Antrag des Angeklagten waren 37 Zeugen vorgeladen worden, unter de- nen man die Herren Trxlat, Hubert, Billard, Raöpail 11. A. m. bemerkte. Nachdem der Gerichtshof entschieden hatte, daß in diesem Falle keine Zeugen zu Gunsten des Llugeklagten ver- nommen werden sollten, weil.der ganze Hergang der Sache noch friseh im Gedächtniffe der Geschwornen wie der Richter seh und durch Anhörung von Zeugen die ganze Ordnung der Gerichts: psicge 11111grst11ßc11 werden würde, indem die Richter und (25e- srhwornrn und sogar der Königl. Anwalt, die jener Sitzung bei- gewohnt, dann ebenfalls als Zeugen verhört werden 111iißte11,bc: hauptete der General-Anwalt, Herr Miller, die Anklage, indem er mehrere Stellen aus dem Berichte des Courrier srangais über j'ene Sitzung anführte. Hierauf hielten die beiden Bertheidiger des Angeklagten, die Advokaten Dupont und Odilon-Barrot, ihre Plaidohrrs, worauf die Jury Herrn de la Pelonze einer die Geschwornen und Zeugen beleidigenden Relation, aus wel- cher nicbt bloßer Jrrthum, sondern böser Wille offenbar hervor- gehe, fiir schuldig erklärte, denmark; derselbe zu einmonatlirher Gchngnißsirafe und einer Geldbuße bon 2000 Fr. verurtheilt wm“ e.

. .Hiesige Blätter meiden, daß in Rennes, Poitiers, Niort, Le_“Mans und vielen anderen Städten der westlichen Provinzen Festlichkeiten fiir die Feier der drei Juli-Tage vorbereitet wiirden.

Die neueste Nummer der Revue de Paris enthält einen intercffanten an de: Minister der öffentlichen Bauten gerichteten Berieht des Herrn C'. Quinet, iiber Auffindung mehrerer im zwolften Jahrhundert geschriebener und bisher fiir verloren ge- haltciier 0110111111] in unseren Bibliotheken.

' Narhrirhren aus Brest vom 151e11 d. zufolge, waren bereits vier Portugiesische Prism, unter ihnen eine Korvette von 22 Ka: 11o11c11, 111,1)?!11 dortigen Hafen angekommen, _

, In einem Schreiben aus Cherbourg liest man: „Der Mar- *."sUis 131111 Rrxcnde, Brasilianischer Gesandter in Paris, ist hier airgrkonniirn; cr traf mit dem Kaiser auf der Treppe zusammen 1111d_1v.1r1 sich ihm zu Füßen, um ihm die Hände zu küssen; der .111111er11111artiite ihn und fiihrte ihn in den Saal; hier fand der *))?arqurs, der.?[ch in betriibter Stimmung anzutreffen geglaubt hatte, „die Kiriserin am Forte-Piano, von Damen aus Cherbourg 1111d sa111111111cke11 Behörden umgeben, und , gleich dem Kaiser“, gluckltch uber den Empfang, der ihnen in Frankreich zu Theil geworden ist.“

Kaiser Dbm Pedro wird ,sich , dem Vernehmen nach , von Caen nach Samt- Germain-eu- Lahe begeben 1111d_das dortige Schloß bewohnen, in welchem Jakob ll. von England siarb.

- Die Alig em ein e Zeitung enthält folgendes Privatschrei- ben aus Paris vorn 15. Juni: „Paris ist gegenwärtig äußer- lich vollxkonimeir,r11h1g,_und obgleich man eine gewisse Klasse von Republikanern offentlich von einem neuen Umsturz der Dinge,

Das Journal des Débats meinte gestern, es seh nicht'

tereffe, diese unbesonnenen und frevelhaften Pläne zu unterdrüx, key, als daß an eine Ausfiihrung aller der vorhergesagten Dinge - wie Lizifwiegelung der Vorstädte, Barrikaden u. s. w., zu den: ken, Ware. Es isi nirgends, und am wenigften hier, eine Revoiu. ltztion ohnekoder Legen den Willen .der 5))kittelklaffc denkbar, Uni diese bar bei der ehren hinlänglich gelitten,um ohne die äußerst. Noth eme neue gewaltthätige Bewegung des Staats zuzulaffen Allem bei dem Allen isi doch die Stadt im Innersirii gespaltex; und durch cm allgemeines Gefühl der vollkonnnensteu Ungewjß heit desen, wirs kommen wird, bcängsiigt; die nette Ordnuna d.. Dinge hat keine Wurzel gefaßt, und Niemand hat 21.111“... darauf; man hat lange den Ministern diesen Zustand zur Las: elegt, aber da es bei jedem Ministerwcrhsel daffeibe geblieben isi, so hat man sich Überzeugen miissen, das; das Uebel einen hö: heren Ursprung hat. Man glaubt allgemein, der König habe den fremden Mächten die Erhaltung der Erbiichkeit der Pairic als eine (Ha; rantie der monarchischenPolitik vonFrankreich versprochen, währende. auf der anderenSeite in dem beriihintcnProgramrn dcs Horel de Ville,

seine Zulassung zum Throne, die Ybschaffnng der Erbiichkeit Ver: sprochen hat. Die Doctrinairs, welchc 111 Allem das Beisp.".1 von England befolgen wollen, hatten den Mittelweg ergriffen die Diskussion bis auf die künftige Kammer verschieben zu las; sen, wo sie hofften, die Majoritat zu erhalten. Lillein sie sehe.; nen sich uber den Grad von Unpopularitc'it zu täuschen, 111 den sie. gefallen sind, und die Kammer wird ohne Zweifel bedeutend näher der Linken sehn, als man erwartet hatte, und die Reisen des „Konigs, deren eigentlicher Zweck die Bearbeitung der Wai): ler war, haben wenig, wenn irgend einigen Erfolg gehabt. Es ist unlängbar, daß die Revvlution des Juli das Bedarfmß und die Wünsche der Majorität überschritt; allein es ist eine ge: schehene Sache, und es ist umsonst, dcn rollenden Stein auf: halten zu wollen. Die konsequenteste Partei mus; dcn Sieg da- vontragen, wenn gleich wahrschcinlich nicht auf langeZeit; dazu kommt„daß die Politik ,der Partei (111 jUZio 11111161! unbegreiflich kurzsichtig und kleinlich ift; sie suchen aufs sorgfältigste die Orga:

die Pairieri. s. w, der neuen Dynastie einen Anhaltspimkt geben kiinnen, während sie selbst die Erfahrung gemacht haben, wie nicb- rig diese Institutionen gegen den Willen von Paris sind. 2111711111 ihre 'Energie an der Wiederherstellung dieser 1111110151311 und 111111: pulrnren Organisation zu verschwenden, hätten sie s1e dcr allge- meinen Stimme aufopfern und das Bediirfniß von Institutio- nen, das ailgemein in Frankreich gefühlt wird, bciirißen sollen neue zu gr1111de11, welche der allzutvandelbarrn und leicht beweg; lichen Meinung bon Paris einen Widerstand leisten könnten. Man sollte in den Provinzen kleineMitteipunkte errichten, in de- nen sich die Bedürfnisse, die lokalen Einfiiiffe und dir *))iacht dcr Departements aussprechen könnten. So lange die gegenwärtige nniitairische Organisation der Civil-Ad111i11isirati011 dauert, wo Pra: fekten, Sousprafekten und Maires, kurz die gaiizeHierarchie Unmit- telbar von Paris ernannt und wie Marionettrn mit dem Tequra: phen regiert werden, so lange ist an keine innere Ruhe imd keirie Stabilität der öffentlichen Angelegenheiten zu denken, weil die Meinung voir Paris jeden Augenblick jedes Ministerium oder jede Dynastie siurzen kann, ohne daß diese irgend ci11e Stiihc in dem iibrigen Frankreich finden könnten, um so mehr , als all? diese von-Paris ernannten Administratoren im Durchschnitt von den Bedürfnissen der Lokalitäten, Welchen sie Vorstrhrn sollen keinen Begriff haben und nothwendig zahllose Mißgriffe 11111; chen miiffen, welche alle der Ccntral-Rrgierung zur Last fallen, da sie den Präfekten geschickt und erhalten hat. Der Zusmnd der Wege, S_chulrryHospitäler, Jrrenhäuscr 11112) des Konnnnnak- Vermogseus „rast nber ganz Frankreich beweist hinlänglich, wie Verderblich dieses System fiir den Wohlstand und die Civilisation der Marion ist,imd erklärt die Leichtigkeit, mit der sich eine 111 1hre11 nachsten Interessen so sehr beeinträchtigte Population 511 je- der Aenderung des Gouvernements hinreißen léißt, da sie bei je: dem Wechsel eine Befferung ihrer VerWaltung hofft. Allein das Uebel liegt im System, und jeder neue Präfekt“ wird und 111111“: seine politischen Berhälmiffe und Sorgrn iiber seine administra- tiven stellen; man fragt in Paris wenig 11ach dcn 911117alte11 in seinem Departement, aber viel nach der Statistik der Wähler, und wer orthodoxe Deputirte wählen läßt, ist der beste Prairkt, wenn gleich die Wege seines Departements unfahrbar, die Schu: len unbrauchbar, die Kommunen verschuldet wären. Diesen Uebeln wird durch nichts abgeholfen, das die Ministerien bis 1111 versucht haben, und Frankreich“ k11111111icht ruhig werden, bis 17.1111“. geholfen isi.“

Großbritanien und Irland.

London, 18. Juni; Jhre Majestät die Königin ertheilte vorgestern dem Grafen Ok. Martin d'Aglic, anßerordcntiiehet1.* Gesandten imd bevollmächtigten Minister des Königs von („11- lien, eine Antritts- und de111Gesa11dten derBercinigten Stamer. von Amerika seine ?lbsckyieds-Audienz.

h [Der Vice=2ld11iirai Si“; Charles Ekins hat den Bath:.Orden er a ten.

Der „Viscount Palinerst'on gab gestern dem Prinzen Leopold und den Belgischen Deputirten ei11 _q'DßLs Diner, wobei anch der Lord-Kanzler, „,der Herzog von Rich111o11d, dcr Marquis vou LanSdowne, Lord Durham, Sir James Graham und mehrere andere ausgezeichnete Personen zugegen waren.“

. Ihre Kaiserliche Hoheit, dic Großfürstin Helene 1*o11 Rußland ift narh S1d111outh abgereist, wosclbsi sie sich einige Monate aufzuhalten gedenkt.

Der Priyz Bonis ngoieon Bonaparte, zweiter Sohn Loiiis Bonapartes, „ist, m Begleitung seiner Mutter Horteiisia, Herzogin vonaSt. Leu, 111 London angekonnnen. ") Eben so befiiidet sicb Achilles Murat, Sohn Murats, hier; Bride statteten gestern dem Graferr Grey einen Besuch ab.

Der „Times zufolge, ist in London die Abschrift eines iibcr: arts 1v1chttgx11'Dokume11ts von Bombay eingetroffen - nänitick) einer 11911 Ehrisie114H111dus, Parsen, s))iuhamedanern und "5111- den, sammtlicl) Eingebornen der Britischen Bessungen in In- d1e11, an das Unrerhaus gerichteten Bittscbrift, worin die Be: druch1mgen geschildert werden, Welche sie unter der jcsigen .Ver- waltung duldcri, die Mittel zur ?lbhiilfe dicser Beschwerden an- gegeben und die Rechte und Vortheile angedeutet werden, nach denen sie“ sirf) sehnen, und die sie von der menschlichen und wei- se11 Beruckiichtigung der Englischen Legislatur erwarten. „Diese Bitrschrift“, sagt dasselbe Blatt, „soll die Gefühle von nicht nzemger, als 60 Millionen menschlicher Wesen aussprechen, die sammtlich Unterthanen des Britischen Reichs in Indien sind.

*) Hiernach wäre die in dem gestrigen Blatte der Staats-Zei-

der der) 27. Juli beginnen "soll reden hört, so ist nichts “davon zu befurchten. Die National-Éarde hat ein viel zu großes-Jn-

tun enthaltenen Angabe der Gazette de France da Ri r-“ zog 11 von St. Leu sich in Paris befinde, ungcgründc/t. ß * e M

d, h. in der geheimen Unterhandlung mit den Republikanern iibcr

nisation wieder herzustellen, 1velche unfähig war, die Bourbons " gegen den Umsturz zu sichern, und glauben, das; die Centralisation, -

„*cq bericmgte aber, daß der Finanz-Minisier gegenwärtig seh,

ie beginnt mit einer dankbaren Anerkennung der Bortheile, welche . Eingebornen aus der Errichtung eines oberen Gerichtshofes Calcutta, Madras und Bombay entsprungen sind, und bestrei- die Ansicht, daß solche Höfe unverträglich mit ihren Gewohn- iten und Gesinnungen, oder daß sie unfähig wären, ihren An- il an denselben als Geschworene odcr Zeugen zu vollziehen. m Beweis des Gegentheils berufen sie sich auf die Erfahrun- 1 der letzten fünf Jahre in allen drei Präsidentschaften. Sie klage" sich deshalb, daß die (Yerrchtigkeitspflege, auf ein S1)- 111 begriindet, weiches ihren Geiiihlen durchaus angemeffen seh,

aiif die drei Prästdentsrhaftrn beschränkt und dieselbe im 11sz Inneren auf eine horhst nachlässige Weise gehandhabt rde, dic iiberdies dcn Unterrhanen den Stempel einer abge- derten , eroberten und entwiirdigten Nation aufdrücke. Die jttstciler erkennen im domus, daß eine Reform in den In: che11 Provinzial - Gerickitshoicn das Mißfallen ihrer cin: vorrircn Prinzen erwecken wird, die sich derselben als 11111 zur Unterdrückung und 511 GewMtthätigkeiten be- neu; aber sie sind überzeugt, daß eine solche Rück- 1, weit dabon entfernt, auf die Britische Legislatur ein: fvirkrn, nur ein Grund mehr sehn wird, um die Reform, [ck? sie erbitten, zu bewiiligen. „Sie tragen ferner in den drin- wsicn und energisrhxten Nusdruck'en (1.11an «111, gleich111äßig “1 den Europäern Renner erlangen zu können, von welchen sie rcb böswillige, eigcniiiitzige Wld falsche Darstellungen ausge- [offen wären. 'Sie versicher11, das; nichts leichter sei), als die geheure Bevölkerung durch eine weise und unparteiische mdhabung dcr (Herrchtigkeit und durch Belohnung dcs intellek- 111111 und moralischen Verdienstes diirch ehrenvolle imd einträg- .1e Vlemter an die Britische RegierimJ zu fesseln. Sie wollen 11, 11111 dicse ?inhängiirhkcit durch Berbrcirm der Englischen prachczuvvr1nehre11, das; nach 12Jahrc11 die vollkommene 1111111111“; derselben eine Bedingung fiir den Eingeborenen sehn [[,um eine Anstellung erhalten zu können. Diese Bittschrift “10 dem Uiiterhause in wenigen Tagen vorgelegt werden.“

Niederlande.

Aus dem Haag, 21. Juni. In der gestrigen Sihung rzweiten Kammer der Genrraistaatrn ist der Gesetz : Entwurf gen der Tresor'scheine mir 30 gegen 14 Stimmen angenonnncn rden. Dann machte der Prasident die Mittheilung, das; die 111ral:?ibtheiim1g hrme 1171111 Berirht wegen des Gesetz = Ent: 1rfes im Betreff einer freiwilligen mid gezwungcncn Anleihe statten wiirde. ,

Vorgestern wnrde 1'11 Breda im Beischn JJ. ..KK. HH. sPrinzen Friedrich und des Herzogs von Sachse11:Weimar s ?liidcnken des Sieges bei Waterloo durch öffentlichen Got- dienst und große Kirchen-Parade gefeiert. Prinz Friedrich erreichte bei dieser Gelegenheit der zweiten Abtheilung des cr: 11 Bataillons dcr Nord:3§oila'11dischcn Schutterei die fiir sie stimmte Fahne.

Aus Herzogenbusch meldet 111.111: „Die Trnppen befin- 11 sich noch in ihren friiheren Sti111d1111artirrr11. Das Observa- 11s:Corps des Generals Cort:Heiligers dehnr sich nur bis nach eek aus, dergestalt, das; Helmond und Somerent noch unbe: «1 bleiben. Weert und seine Umgebungen sind vori den Bei- ern sehr schwach besetzt. Die *))?ilitairstraße nach Masiricht ist “1119 frei, und höchst seiten mir steht man einen bewaffneten eigier auf derselben. - Cs wgrd hier 111 der lehren Zeit das einer Batterie Feldgrschülz nothigc OKatcriai angebracht; zur .ieyi'mg diescr Batterie erwartet man Truppm aus thwegen.“

Nach Berichten aus Lillo 110111 181r11 ist der dortige Drill)- 11rchbr11ch nicht stärker gewordrn, und 111.111 hoffte, den Deich halten zu sehen; zugleich wird den friiheren Nachrichten bon rappen: imd Waareii:?ibse11d1111geii förmlich widersprochen.

Brüssel, 20. Juni. Zn der heutigen Sitzung des .Kon- esics erstattete Herr dc The_ttx 1111N11111r11 drr Central-Sec- 11 Bericht iiber einen 05esc11:E1111v11rf im Betreff der Erwäh- ng zu den Graden 111 der N.1tir*11a1:(55.1rde. Schon bei Bera- ung iiber den ersten Artikel Jes Entwurfs ergab sich ein we- 1tlichcr Mangel in der Vibfaffniig. Es wnrde niimlich in dem- ben sestgeselzt, daß die Wahlen immer 111 den Gemeinden ttsmden miißtcn. Herr Walicz bemerkte, daß dies allenfalls Frieden anwendbar seh, wenn aber 111 KriegSzeiten ein Offi- cerschoffen wiirde, so miiffe die Cotitpagnir nach ihrer Ge: einde 511111ck111arschirr11, um eine nette Wahl vvrzunehmen. - ies diirfe indes; wohl nichr immer mit den Kriegs-Operationcn 1111glichsch11. Die Bersannnlung fnhitr die Richtigkeit die-

Bemcrkung und verwarf daher diesen 11110 nächstdem ck den 2te11 und 31cm Artikel, worauf der Vorschlag 1; Herren Frison, den ganzrn C'iitwurf dem Minister 1 311119111 zuriickzx'schickeri, «111gr11o111111e11 wnrde. Hierauf oilte 111.111 die Diskussion iibrr den „Vorschlag des Herrn cocq wegen Freigebnng dcr Hafer:?luss11hr eröffnen. Hr. Le-

" d während 1111111 nach diesem srhickre/ wurde 1111 Namen der entral-Section ein Bericht tiber den Vorschlag des Herrn de [)ka, Welcher beJWcckte, die Zahl der zur Berathung erforderli- 111 Mitglieder auf 70 fcsizitsrkzeii, abgestattet. Die Central: 11111111 trug auf Verwrrfema der Proposirion an, welcher 2111- t sich die Versammlung ansrbioß. Da der Fi11anz:*))iinisier ittierweilecrsrhirne11 1vr1r,so entwickelte Hr. L r c 0 rq seinen Nntrag, rach aber schließlich den Wunsch ans, das; die Diskussion bis ck dem verhängnißvollen 30. Juni verschoben werden möchte. err Jottrand unterstützte den Vorschlog, Nachdem noch meh: ?Mitgiicder theils fiir, thriis gcgen dciiseibrn grsprockieii hat- 1.ergab cs fick), daß die Versammlung nicht Mehr vollstiindig 7- 1111d sie vertagte sich daher bis morgen, ohne iiber den Vor: „Mg eine Entscheidung abgegeben zu haben.

Herr Tiele11m11s isi in Luttich 1111gekoi11111c11.

Deutschland,

Altona, 2.3. Jimi. Seit gestern Abend 11111 8; Uhr ge- eßcn wir das unschätzbare Glück, Se. *))kajesteit unseren hoch- rei)rten König in unserer Stadt zu besitzen. Bei Ihrer N11- Uéc wurden Se. Majestät von den Civil: Und Miiitair:Brhdr- „U- so wie von der zahlreich versammelten Bolkömenge, auf déi“ leriichste und frrudigsie empfangen. Heute friih haben Se. „aikßät zuvörderst die'beidenBitrger-Miiitair-Corvs, so wie das onigi. Linien-Militair, „Kavallerie und Infanterie, gemustert. Wann haben YUerhöchsidieselbcn, in Begleitung Sr. Excrllenz 5 Herrn Ober:Präsidcntc11, Grafen von Bliirher-Vlltona, alle cntlirhe Justitute, die Lehr-WMalten, das Waisenhaus, die kanicn- und Pflegehäuser, dic Infantrrie: und .Kavallerir:K'a= nen, das Rathhaus, die Königl. Munze u. s. w, mit Ihrem "“suche beehrt, die Einrichtung, den Zustand und die Verwal- 11g derselben aufs genaueste untersucht und Ihr Ylllerhöehsics vhlgefailen dariiber zu bezeigen geruht. Diesen Mittag haben e-Majestät die Aufwartung der 111 Hamburg residirenden frem-

1105 der freien Hansestadt Hambur und einer großen a [ ie" er urid fremder Standespersonen,g wie auch der versckZexenYU ?Ze- horden und Kollegien unserer Stadt, empfangen, von denen meh- rere zur Tafel gezogen zu werden die Ehre hatten, und diesen Abend werden Se. Majestät das Hamburgische Schauspiel mit Allerh'ochsiJhrer Gegenwart beehren. Unter den Gästen an der Königl. Tafel befand sich auch des zum Besuch bei Sr. Königl. Mckjeixöéirhangekommenen Herrn GWßhekwgs von Oldenburg Kö- nig . ck 0 eit. Hamburg, 24. Juni. Gestern hatte unsere Stadt das Glück, Se. Majestät den König von Dänemark in ihren Mauern zu begrüßen. Der verehrte Fürst nahm das Allgemeine Kran- kenhaus, so wie das neue Detentionshaus, in Allerhöchsten Au- genschein und erschien am Abend in unserem Schauspielhause, wo die Oper: „Die weiße Frau“ dargeftellt ward. Dresden, 24. Juni. Ihre K- H- die Frau Großherzo- gin v. Holstein-Oldenburg nebst Gefolge UNd de? K- K- Gene: ral:Major Prinz Gustav v, Wasa find gestern, von Wien kom- mend, hier angelangt. * Miinchen, 21.311111. In der gestrigen Sitzung der «Kammer der Abgeordneten wurde die Diskussion über die Rechenschaft iiber Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 1833- fortgesetzt. - - Frankfurt a. M., 23. Juni. Darf man den mit der jüngsten Post aus London hier eingegairgenen, an sich aus guten Quellen konnnendcn, Privat-Rachrichten Glauben beimes- sen, so gewinnt es mehr als je den Anschein, daß der Prinz Leo- pold von Sachsen-Koburg seine friiheren Bedenklichkeiten gegen die Annahme der BcigischruKrone aufgeben und daß diese viel- leicht schon in den nächsten Tagen stattfinden werde. Die häu- figen Konferenzen, welche der Prinz in den letzten Tagen mit Lord Palmerston gehabt, so wie seine öfteren Zusammenkünfte mit den Belgischen Deputirten, sind es besonders, welche in Lon- don die Hoffmmg erhöht haben, die Bei ische §Lingelegenixit in eben gedachter Art schnell zum Ziele gefiihrt zu sehen.

O e | e r r e i ch.

Wien, 20. Juni. Die heutige Hofzeitung enthält ein zahlreiches Verzeichnis; von Beförderungen, Bersesungen und anderen Veränderungen, welche bei dem Kaiserlichen Heere statt- gefunden haben; demselben zufolge, sind die Obersten Manndl, Grinuncr v. ?ldrlsbacl) und v. Zstivah zn (Ze11erai:Majors, 6 Qberst:Liciite11m1ts zu Obersten und 13 Majors 311 Oberst-Lieute- 11111115 befördert worden. ,

- Die Ngramer Zeitung meldet von derBosnischen Gränze vom 4te11 Juni. „Der zu Saragevo von Seiten der Rebellc11:Hä11ptiinge unter Aufsicht gestellte Wesir von Bosnien, Ali Namik Pascha, ist aus der gefänglichen Hast entwichen, wo- nach dcr Haupt-Anfiihrer Hussein Begh , Capitaiu von Grada- charz, die Veranlassung getroffen hat, die äußerste Gränze längs des Save:Ufers bei Tag und Nacht durch Streif: Patrouillen bewachen zu (.*.ffen, 11111 die beabsichtigte Flucht des vorgedachtcn Statthalters in das dieffcitige Gebiet zu vereiteln.“ *

Italien.

Neapel, 1. Juni. Der König hat den Marchese Bito Nnnziante, Oberbefehlshaber der in den Provinzen diesseits der Meerenge stehenden “Truppen, zum Staats-Minister ernannt. *

Rom, 11. Juni. Se. Heiligkeit hat den Professor Mez- zofanti in Bologna zu seinem Haus-Prälaten und zum apostoli- schen Protomotar e1'11a1111t.

Bologna, 14. Juni. 91111 91111 d. M. vereidigte der hie: sige Erzbischof Kardinal Qpizzoni die fiir die Legation Bologna niedergrselzte, aus Laien bestehende Regierungs:Kommission, die aus dem Grafen Grass, als Prolegaten, und dem Grafen Pal- lavicini und dem Profeffor Magistrini, ais Mitgliedern, besteht.

Portugal.

Litter meiden aus Lissabon vo1114te11J11ni: „Vorgestern brachte ein von Peniche kommender Courier De- peschen der Behörden dcr Insel San:Miguel, denen zufolge auf den meisten Azorisrhen Inseln die Fahne der Königin Donna Maria weht. Die hier einiaufenden fremden Fahrzeuge bringen täglich die Nachricht von neuen Verlusten “unserer Handel&Ma- rine. Mit der Spanischen Regierung findet eine höchst lebhafte Verbindung statt; Dom Miguel selbst hat mehrere eigenhändige Briest an seinen Ohcim und seine beiden am Madri- der Hofe befindlichen Schwestern geschrieben. Er erwartet den Erfolg dieser Schritte und wird bis zum Empfange einer Antwort in seinem bisherigen Verhalten verharren. In sämmtlichen Häfen vom Cap St. Vincent bis nach Tavirir sind die Sckiiffs:Rheder benackirichrigt, daß ih11c11 nächstens Kaperbriefe gegen die Französischen Schiffe ausgefertigt werden sollen. Hertie kreuzen eine Französische Fregatte, eine Korvette und eine Brigg 11111 Cap da Roca; eine Korvette derselben Nation liegt ani Cap Espichel. Ungeachtet der Wachsamkeit des Franzosschen Gr)ch1_va- ders ist (1111 21011 d. M. die von Para kommende Portugiesiiche Brigg „Dido“ hier eingelaufen. Vorgestern war eine Menge ?)?ilikair in den Straßen der Haiiptstadt aufgestellt, weil Dom Miguel dcr öffentlirhen Prozession des Frohnleirhnmnsseites bei- wohnte.“

Vereinigte Staaten von Nord-Anierika. Ncw:York, 19. Mai. Der neu ernannte Staats-Secre: tair, Herr Livingston, ist in Washington angekommen und hat

sein 211111 angetreren. Jm National

Pariser Bl

-J111eiligc11cer heißt es:_„Daß (Hemera! Jackson wieder auf der Wahl 111111_Präsidenre11 steht, thiit 1111s um seiner srlbst wiilen leid. Fur 12111? personlichen„Verhaltmsse wäre es besser gewesen, er hätte den Kampf beriiiieden. Das feindselige, das seine Verwaltung gegen Alles gezeigt hat, was wir „111 den wichtigsten Jrrtercffeir restgzwcs zahlen, und das ProscriptimW-Shsteni, das allgemeines Mißtrarien und allgemeine Zwietracht sogar in gesellschaftlichen Verhaltiiisien hervorgebracht hat, 111arl1r11 es 11116 zur Pflicht, gegen seine Wieder:Erwahlu11g 311 protestiren. Nos.) eifriger indessen wurdcn WikMUUE gegen die Wahl irgend einrs a11der11Ka11d1daZe11 nur den 11a11111cl1e11PGr1111d- sähen anflehncn. Ju 1111sererO11po1111011 iiegt 511111715 personliches. Gern hätten wir die Maaßrcgeln drr )eßigen „BerWaltimg 1111t_er- stiitzt, wenn General Jackson den' 111 seinen bciirnntcn Briesen (111 den Präsidenten Monroe entwickeiten Grundschn und seinen eigenen, 11och ais Mitglied des Senats ausgesprochenen Worten treu qcbiiebcn wäre. Wir oppdi11re11 uns„der Wieder-Erwahimrg des Generals Jackson, weil seine „als Prizsideqr beobachtete Po- litik in ihren Hauptziigen, mit seiner fruher dsfentlirh dargeleg- ten uud, unserer Meinungdrach, *dent allgen1e1ne11,Jiitereffe an- 1ge111effenen Politik, in völligem Widerspruch sieht.

und wahrscheinlich ,wird 131.1. hohe Lehranstalt im Laufe dieser: Herbstes dem Publikum eroffnet werden.

Inland.

Berlin, 26. Juni. Aus Stettin erfährt man nunmehr fol- gende Haupt-Resultate des in den Tagen vom 14-161en daselbst ab- gehaltenen WoU-Marktes: Nach den Kontrollen, weiche iiber die eingehende Woile an den Thoren und Waffer-Bäumen angeord- net waren, sind in den verschiedenen Sorten 12,509 Str. 12 Pid. und hiernächst noch eine Quantität von circa _400 Ctr. eingekom- men, so daß 12,900 (Ltr., und zwar vornehmlich aus Pommern, ei1118?gangen find. Zu obigem Quantum, von welchem Merklen: bing diesmal nur etwa 500 Ctr. geliefert hat, traten aus ""Vor: iähriger Lagerung noch 200 Ctr. hinzu. Die Gesammtrnaffc der JU Markt gekommenen Wolle ist mithin, auf 13,100 CU“. «1111111: U,?hmen. Die geringere Quantität gegen den vorjährigen *.*L'iarit Wh„" tl)eils davvn her, das; eine beträchtliche, arif 6000 Clr. zu srhxxaßende Menge Wolle schon vor dem Markte durch inländische Handler bei den Produzenten angekauft worden ist; theils isi auch die Schur im Allgemeinen nicht so ergiebig gewesen, Wel: ckW- sowohl dem an vielen Orten stattgefundenen Mangel 1111 zureichendem und gutem Futter, als auch dem bedeutenden Ster- ben11111erdemS„chaafvieh,zugeschrieben werde11111uß.De111wch haben sich dieKaufer uber die Beschaffenheit und die Wäsche derzu Markte gebrachten Wolle zufrieden geäußert. - Sännntliche Wolle War bis anf 5-600 Centner, die noch 11111 ersten »))iarkttage eiirge: bracht wurden, bereits am Vortage des Marktes zur Steile, und es fanden auch schon an diesem Tage nicht unerhebliche Käuse statt. Am ersten Markttage war das Geschäft aber so lebhaft, das; mit Ablauf desselben beinahe Z- des (Janzen Verkauft wareri, und der Rest ward am Am Tage auch fast ganz aufgeräumt, so daß am Iten Tage mir noch einige wenige Domainen nicht ver- kauft hatten. Von den obenbemerkten 13,100 Cenmer blieben nur 246 Centner unverkauft und wurden aufgelagert oder wie- der abgefahren; verkauft wurden dagegen 12,854 Ce11tner„was das Ergebniß des Marktes in dieser Hinsicht als überaus gut erkennen läßt. - Diejenige Wolle, welche im vorigen Jahre mit 40-50 Rthlr. pro Centner bezahit worden ivar, galt 10, 20- 25 pCt. mehr, fiir Wollen von 50-55 Rthlr. zahlte 111.111 narh dem vorjiihrigen Preise 5-10 pCt. mehr. Woite, die 1111 vori- gen Jahre 60 Rthlr. pro Centner gegolteii, ging im RilZemcinen zu demselben Preise fort, dagegen wurde Wolle bis 65 Rthl. pr. Ctr. und darüber theilweise zum vorjährigen Preise, theiiwcise mit einem Abschlage von 5-10 Ctr. verkauft. - Die Zahl drranwesend gewesenen Käufer (inländische und ausländisrbc Wollhändler und Fabrikanten) belief sich nach den von dem Polizei:Direktor gefiihr- ten „Verzeichnissen auf 150, und es befanden sich daruntér meh: rere Engländer und selbst zwei Känfer alis Nord :?lmerika und einer aus Schweden. Der Begehr war hauptsächlich auf ordi- «naire und Mittel-Wolleu gerichtet, weshalb aiich die Preise fiir diese beser ausgefaiien sind, als fiir die feineren Sorten. - Vin Geldmitteln hat es nicht gefehlt, und namentlick) hat die ritter: schaftliche Privatbank, welche auch in diesern Jahre den größeren Theil der Geldgeschäfte 111acht_e, einen Umsah von 800,000Rrh1r. gehabt und fiir Wolle 530,000 Rthlr. ansgezahlt. - Mit den Einrichtungen des Wollmarktes haben sich sämmtliche Käuferimd Verkäufer sehr zufrieden erklärt, und besonders hat die Abhaitung des diesjährigen Marktes auf den beiden großen Paradcpiahcn, deren hohe und schöne Lage das Auslegen und den Ankauf“ der Wolle bedeutend erleichterte und der hoffeiitlich mit jedem Jahre ' steigenden Erweiterung des Woli=Verkehrs hinreichenden Raum _ darbieten wiirde, den allgemeinen W1111sch rege «Jemacht, das; der Woiimarkt immer «111 dieser Stelle verbleiben möge.

- Aus Posen schreibt man: Ungeachtet die im vorizm Monate eingetretenen Nachtfröste dem Feidbau nichts Weniger als günstig gewesen sind, so verspricht 111.111 sich doch in den hiesigen Gegenden noch eine ziemlich reichlirhethr1itc. Von dem Wriiie ist dagegen nur eine geringe_9(usbe11te zu erwarte"; aiich sind die meisten Blüthen dcr Aepfelbäztme durch die Kälte zrrsrdrt worden.

- Auch aus Erfurt wird gemeldet, daß sowohl im dort:“: gen als im Merseburger Regirr1111gs:Bczirk dic Lliissirhtcn zur Ernte hinsichtlich des Weizens, des Roggcris imd dcs Rllbs-„i: mens erfreulich, hinsichtlich des Obstes abcr 11111 gering sind, 111: dem die im vorigen Monate stattgefundenen starken Narbrfrösie die Bliithen, so wie die bereits a115e1'1151011Fr11ehte, grdßtrutheiis vernirbtet haben. Eben so ist der Weinstock in den Bciiibrrgrn fast iiberall erfroren, so daß den Wiiizern dir friiher grhexxrr „611,1: 111111g einer gesegnetcn Ernte griinlich verschwimdri'. iir. “Dagr- gen versprechen die Wiesen im ?iligemeincn eincn ergirbiqrii i:“r: trag. Auf den Grftiits-Wiesen bei Torgau bat bereirs 111 'der Mitte des vorigen Monats die .Hrrieriiic ihren LiiifaiiZ Zr: nommen.

- In Osterfrid, eiiiem Städkchrn im Weißrniriier «15111111, ist im Laufe des vorigen Monats durch das genieimirbaiiliciie Wirken des dortigen D0111propstei:(§rrirhis 11111“ des StabstRarbs einc Sonntagsschnle für der Schule c111111.1ri)1"r11e jrmge “31111: dcr gewerbtreibemden Klasse eröffiiet wordrxi, die sich sdxort eiiirr regrn Theiliiahnie erfrriite, indem «irich «11 DM ersten 1111311: richte 41 Ha11dwerks:Gesellen 1111d 1=*i111*11r1"ck1c11 Theil 111111111911. Die Schreibmaterialien werden 11112; „rr Or1ch.:Srb1ilk.1ffe brwil: ligt. "„Den Unterricht ertheilr drr Hr. Pastor 2511111111113an 11111 noch dreirii anderen Lehrern.

* *

Cholera.

Ju Danzig erkra11klrnvv11121. bis 22. Kixiri 1.3 “Örrir-11911, rs starben 1.3 nnd grnasrn 2; Vom 2251111 bis» 2.31'tr11 rrbzamirrn 31, 16 1711?ka 19, genairn 4. Bis „1111112.,;1'1c11,'“).**F;rt.1*1,.*411"iihr, warr11 iibrrhaitor rrkrankr R"." Mxlirairs NW 272 1111111 61111, 111 S11111111a „259, Genese" 17 k))iilitairs, 21; 1111111 Civil, .“:„ri'ixxbrn 51 Milimirs 11110 205 110111 Civil.

Zn Wursti) .111 erkravktm 0.111 i;“). ,;“111111' 1 Jiidibidxrrii, 9.111 13011 „'., 1111: 1-1re11 11, .*.111 j,“)rcrr “1, 'am 161011 *.). "„Mach ÖM! Militair:H11spimle werden gar keine Chrlrramiirccnke erbrachr. Das städtische Hospital. in B.“.Zatriie 1111111111 fast nur d11*j*111'.;.*11 Individuen 1111, wclche 111 der Skadi erirankrn imd 11-911 k.;i ?irrzicn oder Chirnrgen der"S1ad1*-ck1rrrei d.:11111 11bgr1chirér 11-317: den. Die Sterblichkeit in diesen Shiealcrn i:;ii bedeiitmid 1111111- laffen; 11111 so auffallender ist es, 13.111 111111“ otrWr-Lisicii 17151571: theilt werden und auch die friiher 111111110111111'111111111 als “*.*-1111: ständig angesehen werden 1141111611, da die Tokessailr 11111rr din Juden nicht mitgezählt warm. -_

In der Wojewodschaft Sa 11 domir iii dir &Ybolrra 1111 Sa'id: chen Przysucha ausgebroihen: bis 111111 Rtrii ?. *.*.*T.1varcii dasciiri von 1.01 Kranken 26 _arstorbeii. I'm Zawiwdsr, iU dcrscibrnWb-

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Mit der neuen hier zu errichtenden Universitiit geht rs rasch

.U Herren Minister und Diplonmtrn , der Herren Deputirten

vorwärts.“ Schon sind beinahe 120,000 Dollars unterzeichnet

jrwodschaft, War ein .iärankhcérsfaii 1195511115111701. JU .Was-3:1)