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iibrigensdie'Mehrzahl bereits wieder im aktiven Dienste ange- stellt; aus dre Frage, ob die von dem Kriegs:Minifter verhängte Maaßregel “"ck gesetzlich gewesen, [affe sich eine sehr ein: fache Antwort ertheilen, nämlich diejenige, daß es keine Armee mehr geben würde, sobald man ihr das chbt einräumen wollte, selbst zu berathschlagen, Der Marschall «oult trat hierauf selbst zur Vertheidigung jener Maaßregel auf. Die Militairs, bemerkte er, auf welche dieselbe AUWendung gefunden, waren zum Theil Offiziere in aktivem Dienst, zum Theil Zoglinge der Applications-Schule in Metz gewesen; er habe denjenigen unter ihnen, die damals in Paris gewesen, er- klärt, daß er an ihren guten Gesinnungen nicht zweifle, daß er aber, als Chef der Militair-Hierarchie, über ihr Betragen zu wachen habe; im Dienste gebe es nur eine Fahne, nur einen Parole- Befchlx ohne Ma11nszucht sei) keine Armee denkbar. Daß iibri- gens alle jene Militairs ohne Sold beurlaubt worden, set) nur zum Theil wahr; die aktiven Offiziere hätten den halben Sold erhalten, auch sei) keinem von Alien ein bestimmter Aufenthalts- ort angewiesen worden; iibrigens habe er sie vor ihrer Beurlau- bung gehörig ermahnt und ihnen die militairischen Regeln ins Gedächtnis; zurückgerufen , und nur diejenigen unter ihnen, die dessemmgeacht-et aus dem Verein nirht ausge- treten wären, habe er aufgefordert, eine Zeit lang in der Zu- riickgezdgcnhcit iiber ihre Lage nachzudenken (Gelächter); zugleich habe er ihnen angekündigt, daß, sobald sie anderes Sinnes ge- worden, er sie Mit offnen Armen wieder aufnehmen werde; meh: rere dieser jungen Leute hätten fich indeß nicht anders bedacht und so habe er denn natürlich geglaubt, das; auch er bei seinem Bcschluffe beharren miiffe; hinsichtlich derer dagegen, die aus dem Verein auSgeschieden wären, habe er mit Vergnügen den letzte11'_Namens1ag des Königs ergriffen, um sie in ihren mili- mirischen Posten wieder eiyzusesen, denn er betrachte sie alle als gute Offiziere und hoffe, daß so“wenig*_;bei ihnen, wie bei ihm ein? Erinnernng von dem., was sich zugetragen, zurückgeblieben seyn werds. Der General Bugeaud sprach sich hieraus sehr entschieden gegen die National-Vereine im Allgemeinen aus, wogegen der General Demarcxat) sie in Schutz nahm. Letzterer meinte unter §Anderem, ein jeder Militair- Chef sch von Natur geneigt, den Kreis seiner Befugnisse zu iiberschreiten; er se1b-si habe dies zu seiner Zeit eben so gut yersucht, wie ein Anderer; aueh der Marschall Soult sei) von dieser **))Teimmg nicht ganz frei gewesen und habe im Jahre 1815, wo er Kriegs:Minisier gewesen, dem auf Halbsold stehen- den General Exceimans willkürlich einen bestimmten Aufenthalts: Orc angewiesen. Was die National-Vereine betreffe, so würden
' sic niemais ins Leben gekreten seyn, wenn die Regierung gleich
von Anfang an erklärt hätte, daß sie alle ihre Verbindungen mit dem Auslande fortscizcn wolle, insofern sie nicht der National-Exi- stenz und der politischen Unabhängigkeit des Landeözuwider wären. Wexm indeffen jetzt der Minister der auswärtigen Angelegenheiten der .K'a11111111' 31:111se: „Ihr werdet Euch den Frieden erhalten, wenn 317“- [)iidssl) artig (59173) seyd !“ so vredige er geradezu die Knecht- ;“(111117 19111 fremder Smut habe ein Recht, sich um Frankreichs in- 111-“1' “,“-(1151111 cnheiten zu kümmern, und das Einzige,was das Ausland verimizcii komie, set), daß man die mit ihm bestehenden Traktaten 1111111112. Der Graf Sebastiani bemerkte, daß, wenn er sich drei Wisdrucks: „51 70118 13108 SUZWZ" bedient habe, er das det 5:11:13 in dem Sinne von klug (1111111611!) verstanden habe, d. h. das;, wenn Frankreich verständig genug sel), die Unabhän: gigkeit anderer Nationen zu ehren, diese auch der seinigm nicht zu nahe treten wiirden. Nach einigen Bemerkungen des Mi- nisters des öffentlichen Unterrichts und des Kriegs- Ministers wnrde die in Rede stehende Bittschrift, drm 52111: trage dcs Bericht:Erftatters zuwider, durch die TageSordnung bcsei: tigt. _ Da es bereits 5 Uhr war, so verschob die Versammlung die Eröffnung ihrer Berathungen iiber das Budget fiir 1831 bis zum nächsten Montage.
Paris, 25. Sept. Vorgestern wurden der Pair, Heriog v. Prasxin, nnd der GroßsiegelbeWahrer, Herr Barthe, vom Kö- nige empfangen. Geßern ertheilten Se. Majestät dem Staats- rarl) 11110 Dryniirien, Hrn. Thiers, eine Privat:?ludienz.
Der Obersi-Lieutenant Castus, Chef des dritten leichten In: faiiteric:1)irgii11ciits, ist zum Miiitair-Kommandantcn des Palais- Rdhai ernannt worden.
"Dcr Temps bemerkt iiber die vorgestrige Sitzung der De- purirte11:K-.1111111er: „Die Kammer hat die Diskussion über die innersu Angelegemheiten durch die einfache Tageöordnung geschlos- sen 1111d das O]ii11i1“16riu111 hat nicht darauf gedrungen, daß die motivirte TageSord11u11g auch auf diesen Theil der Debatte au: gewendet werde. Man nennt 27 Deputirte, die an der Abstim- muxxg iiber die motivirteTageSordnung in der Sitzung vom 22. d. 1111111 Theil genommen haben und das Ministerium soll durch die BciorgnZß, daß die Minorität sich durch diese Stimmen verstär- kr11 mochte, bewogen worden sehn, die motivirte Tagesordnung 111ch1 1111ch111ais in Adtmg zu bringen. Die vorgestrige Debatte wurde von beiden Seiten mit großer Zurückhaltung geführt. Die g-mze Kanmwr hegte dcn ei11sii111111ige11 Wunsch, die Debatte so: mid 11119 möglich und auf keine Aufsehen erregende Weise zu schlie- ßen und Hr. Laurence machte seinen Antrag" nur darum , weil er ihn 8111111111 angekündigt und das Ministerium mit Nachdruck daranf bestanden hatte. Die Minisier hatten sehr richtig dcnrtheilr, daß diese Erörterung zu nichts fiihren wiirde,- indes- se11 “dar sie ihnen den guten Willen der Kammer gegen sie imd dem WWW, ihnen die Leitung der Staatheschäfie zu erleich- tern, gezeigt. Wir werden bald sehen, ob das Ministerium sich bestrebru wird, diesem hohen Beweise von Vertrarien zr: e11t- s11re111e11,“
Das Journal des Débats sagt: „Die Debatte iiber die auswärtigen und inneren Angelegenheiten isi 111111 endlick) ge: 1ch1offm, Die Opposition ist durch die glänzende I11de11111ität-Z- Bill, welche die Kammer dem Ministerium ertheiite, in ihren Erivartmigen getäuscht worden und sucht den Eindruck derselben auf das Publikum zu schwächen. Einige sagen, die Krammer habe das System und nicht die Männer gebilligt, Andere behaupten gerade das Umgekehrte, sie habe die Männernudnichtdas System gebilligt; noch Andere behaupten, die Kammer habe den mit Indiscretion in ihrer Ehre angegriffenen Minifiern eine ?lrtigkeit erweisen wollen. Durch dergleichen sucht man die Wichtigkeit dieses Schrittes zu verkleinern. Wir sehen in der von der Kammer angenommenen motivirten Tageöordnung eben sowohl eine Billi- gung der Minister, als ihres Systenw. Das Resultat der Siz- z'ung vom 22fien ist ein entscheidendes, Es traten noch zwei besondere Umstände hinzu, welche bemerkt zu werden verdienen; der eine ist die von Hrn. Odilon:Barrot auögesprochene Miß- biljigung der Persönlichkeiten, die Herr Mauguin gegen das Mi- nisterium aufs Tapet gebracht hatte, der andere die ächt consiitu- tionneile Erklärung Hrn. Périers iiber die Art, die Unabhän- gigkeit des Beamten mit den Pflichten des Depnfirtcn zu ver- einigen. DieBemerkung des Hrn. Odilon-Barrotiiber die motivirte
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K510 hat großen Eindruck auf die Kammer gemacht, Sein plöslicher Abfall von Herrn Mauguin, dessen Opposition bisher mit der seinigen in einem solidarischen Verbande zu ste: hen schien, gab zu Betrachtungen Anlaß, die ihre Frfichte tragen werden.“ _ Das Journal du Commerce sagt über densel- ben Gegenstand: „Wir gehören nicht zu denen, welche den Schritt der Kammer fiir bedeutungölos halten und sagen, er set) eine bloße Gefälligkeit gegen das Ministerimn, dem man in den Augen des Austandes diejenige Festigkeit verleihen wolle, deren es nach sei: nem „Vorgehen bedari, 11111 die versprochene allgemeine Entwaff- 11ungherbeiz11fiihren. Die motivirteTageöordmnig ist ein ganzunge- wöhnlicher Schritt, Von dem sich kein früheres Beispiel aufwei- sen läßt; schon aus dirsem Grunde ift der Beschluß der Kammer sehr bcdeutungßooil. Aus den fiir die Tageöordnung angegebe- nen Motiven geht offenbar eine vollständige Billigung alles 1111- ter dem jetzigen Ministerium Geschchenen, so wie eine dem ge- genwärtigen Ministerium fiir die Zukunft ertheilte Vollmacht her: vor, und zwar mit einer Majoritat von 85 Stimmen.“
Der Temps meldet, die Reden der Herren Thicr und Guizot wiirdcn von dem *))kinifterimn in ganzenBallen nach den Departements versandt.
Die Zahl der hiesigenPolizei:Co111miffaire ist in Folge der letzten Unruhen 11111 fiinf Vermehrt morden; vorgestern sirlltr die Polizei 111 mchrerrn Häusern, wo man Fcuergewehre verborgen glaubte, Nawsuchungrii 1111.
SorKant, der bekannte Chrf eincr Bande Von Chouans, der vor kurzem sich bei dem Obersten eines 111 der Vendée stehen- den Regiments gefiellt hatte, um sich zu unterwerfen, hat sein Versprechen keinesiches gehalten und durchzieht 1111 der Spitze eines Hansens widerspenstigcr »))kilitairpflirhtigen aufs neue die westlichen Departements, indem er hier und da plündert und einzelne Militairs entwaffnet.
In 5Singers haben (1111 2017611 und 2117211 d. M. Unruhige Auftritte wegen der Getreidepreise stattgefunden. _ Ebenfalls am 20|en d. M. hat die Nachricht von der Einnahme War: schauis in Grenoble Volks-Viuiiäufe veranlaßt, Miche aber bald zerstreut wurdcn. _ Jm Air sind die Kariisten und die ?in- hänger der jetzigen Regierung bei Gelegenheit der Wahl:" der Offiziere .der Nationai-Garde zum Handgemenge gekommen. Die Dazwischenku11ft der Polizei bengie ernsthaftercn Unru- en vor.
h Die ieytcn hiesigen Unruhen haben, wie dicFrauce Nou- Velle meidet, einen so sch111erzlicheu Eindruck auf die Einwohner Von Nantes gemacht, daß dieselben eiue Pcotesiatiorr gegrn disse
Tagesordnung
*Voiksbc1vrgu11ge11 und derem mögliche Folgen a11 de11 König und
d1e Kannnern richten wollen.
Der Spanische Boischaftcr in Rom, Dou Pietro Gomes Labrador, ist auf seiner Oieisc nach Madrid «1111 Wien d. dnrch Bayonne gekommen.
Die Anfiage-Kammcr dcs hiesigen Königl. Gerichtshofes har'erkic'irt, das; der gegen den ehemaligen Poiizei:Préifektrn Herrn Vivien und den Pokizei:C011111'-iffair Noiil 11011 e111e111 bir: sigen Einwohner eingereichten Klage, wegen Berlrsimg des Do: iniciis und willkiirichr Bcrimktimg, keine Folge zu geben sei).
Der hentigc 232011116111" «1111.10 das Edikt des Königs von Sardinien, wegen Errichtung eines StaatS-Rathes, vor welchen die wichtigsten Angelegenheiten des Landes gebracht werden sol- len und knüpft daran ein ausgezeichnetes Lob der neuen Sardi- 1iischen Regierung. „In diciem Edikte“, sagt das genannte Blatt, „liegt so viel w-ahrhaftrr Liberalismus, ais 1111111 in den besten modernen Imstirurioncn 11111 immer finden kann. In den Augen des Königs Karl Albert baden Tugenden und Ta- lente den „Vorrang Vor allen cmdcren Arten von Vorzügen. Um sich von den wahren LZDÖiikfiiiffkn seines Volkes immer beffcr zu unterrichten, und die *))kißbräitchr, die sich 111 die Verschiedenen Verwaltungszweige eingeschlichen habe11111öchtc11, zu entdecken, hat er dem permanenten Staats:N.1the außerordentiiche Staats- räthe hinzugefiizzt, die jährlich aus den Notabiiitätcn der Pro: vinzen gewahlt werden sollen, _ eii1e Art Von Repräsentation, die alle iviinschcnswerthe Garantiecn darbietet. In dem Gange der Sardinischen Regierung liegt überhaupt ein Shftcm bon Klugheit und Majiigtm , welches, durch die wahren Interessen des Augenblicks anfgekliirt, die sicherste Grundlage guter politi- scher Institutionen sehn wird. Diejenigen, fiir welche die Reli: gion weit entfernt ifi, cin Vorurtheil zu seyn, werden mit Ver- gniigen wahrnehmen, das; der junge Monarch dieselbe als die Grundlage seiner Gesesgebung, und die Moral der Religion als den stärksten Grundpfeiler des gescilschaftlichc11 Gebäudes be: trachtet.“
Der neue Poiizei:Präfekt, Hr. Saulnier, hat ein statistisches Burcau errichtet, Von welchem alle in das Gebiet der Polizei gehörigeErcigniffe und Notizen gesammelt und jährlich 1111D1'uck erscheimen folien. '
Herr ?lrnnult, Mitglied der Französischen Akademie, ist zum Professor des Französischen Style; 1111 der polytechnische" Schule ernannt worden.
DemConstitntio1111ci zufolge, werden die Gesetz Eiitwiirfe iiber die Organisation des SmacNRaths und iiber das 1112119 Mi: [11.1ir:StrafgesrYb11ch zuerst der Pairs-Kammrr vorgelegt wvrdm.
Das 11te Pamphlet des ii'. fliegenden Blättern erscheinen- den Journals „Mai)cux“ isi in Beschlag genommen wordcn.
Einem voin KriegE-Ministcr an die ko1111111111di1'e11de11 (Henr- ral:Lie1ite11a11ts grrirhicten Rmiidscbreibcn ziifolge, sollen die von den *))kilitair-Gericbten gcféiiltci; TodeSnrt-Zxciie 111 'Fricdcnszciren rorihrer Vollziehung jedesmal mit den 5Prozeß:?ik1c11 dcm Kd- nige vorgelegt werden.
Großbritanien und Irland.
London, 23. Sept. Gestern wurde dm Lords J. Rnffdll, Aithorp, Palmerston und anderen Kabinets;Mitgliedern, welche mzlrich Mikglicdcr des Uiiccrhinisds sind, ein großes Fest zu Ehren der 1711 diesem Hanse ÖliklsWOleUJLiWU NCsONU:Bi[[ grge: ben; 20:- “))kitgiiedcr dcs Unterhaxises, lauter ReformwFrennde, hatten dicses Frsi Veranstaltet, das e1111s dcr giäxizciidsirn 1111d beiedtcsien War, die hier scx't einiger Zeit gefeiert worden sind.
Im Obrrhause wird bereits «111 den Srite11:(55.1llrrieen ge- arbeitet, die während der Diskussionen iiber die Reform:;Bill dem Piiblikum geöffnet seyn sollen.
Dem M orning=Herald zufolge, wollen die Mitglieder drs Oberhauses iibereinkominen, ihre Sißungrn zur Diswssion der Reform-Bill nur «1111 Tage, und zwar von 10 Uhr Vormittags bis 5 Uhr Nachmittags, zu halten.
Es siud bedeutende Wcttcn in Bezug auf die zweite Lesung der Rcform-Bill einzegangrn, und ein bekannter Lord soll eine große Summe dafiir verwertet haben, daß die zweite Lesung durch eine Majorität von 40 Stimmen verworfen werden wiirde.
Dem Globe zufolge, findet der Marquis von Palmella, der im Begriffe it?, 111 dem Kaiser Dom Pedro nach Paris ab- zureisen, daselbst auch die Grafen v. Funchal und Viila:Rcal, mit denen gemeinschaftlich er den Kaiser durch seine Rathschläge
unterstützen soll. Alle drei genannte Staats-Männer habenn
einander den Gesandtschafts-Poften in London bekleidet und [1 , , „Die Armee v.Prin1essin von Oranien bei der Geburt ihres zweiten Soh-
der Sache der Donna Maria sehr zugethan.
Terceira,“ heißt es im Globe, „oder vielmehr die der Azor ist kUkzlick) um beinahe das Doppelte vermehrt worden, ind: sich ihr von “den Soldaten und Landleuten der Inseln Fa uind San Miguel sehr viele Freiwillige angeschlossen haben, 11 em trefflich bewaffnetes, vom besten Geiße beseeltes Heer v.. 5000 Mann befindet sich jest unter den Befehlen des M.., „ Hr, Read, Englischer Generai-Konsul a den Azoren, ist kurzlich von San Miguel nach London gekomm 11 Z und spricht von der MannSzucht und der Tapferkeit der Regen
quis von Villa:Flor.
schafts:Truppe11, so ivie von der gemäßigten Regierung und i bciondere von dem Befehlshaber Marquis von Villa Flor großter Achtung.“
Der Courier erwähnt in einer Privat-Mittheilung a.
Liffabon cines Schreibens, das die Prinzessin von Beira an
rc11 Bruder Dom Miguel erlassen und worin sie ihn angefo JUFWischen gingen 1
dert haben soll, der Krone zu entsagen.
Dom Miguel aus aUcn Orten des Königreichs Adressen ein, weichen erklart werde, daß er der legitime König sey, und
die Portugiesen niemals einen anderen anerkennen wiirden.
Briefen cms Lissabon vom 10. d. zufolge, fand an d1ZÜ7 sem Tage die Hinrickxtung von 18 Soldaten des 4ten Infantx. rie=Regime11ts statt, welche in die lehteBerschwörung verwick Sie wurden des Morgens um 5 Uhr in
gewesen waren. gcnwart einiger tausend Soldaten erschossen.
_ _ Londo 11, 23.Sept. Die Rcformbill ist endlich
fie-rn friih nach 5 Uhr im Unterhause durchgegangen, und 1111“ 11111 einer Mehrheit Von 109 bei 581 Stimmen, während dF
zweite Verlesen derselben eine Mehrheit von 136 Stimmen 508 hatte.
ßiitzer der Bill bekannt gewesen, zu den Gegnern übergetret
das; aber auch keiner von den Gegnern zu den Reformers
iibergekommen isi. Manche Mitglieder waren zugleich mit ein Mitgliede von der Gegenpart abgetreten, so daß fie gewiß War das; ihre Abwesenheit neutralisirt war; andere waren mit Erla
niß wegen Krankheit oder anderer Ursachen abwesend, wov
aber manche von ihren Konstituenten zu scharfer Rechensch
gezogen werden diirften; neun Stellen waren durch Todesf“
oder durch Erhebung in die PairE-Kamnier unbesetzt. Indes
so., sehr 111111) die Gegner der Bill iiber die Verminderung der Unt finser derselben frohlocken mögen, so sind doch 345 Stimm aus einer Vertretung, die in dem Augenblick im Ganzen al 640 Mitgliedern besteht, nicht zu verachten, besonders MM 111 111 Betrachtung zieht, daß es fast alle die Stimmen der Berti ter von Grafschaften und großen Städten sind, während 236 Gegner, mit sehr wenigen Auönahmen, fiir unbedeutew
Ortschaften ihre Sise haben, die noch dazu größtentheils du
die Bill ihr Wahlrecht 911111 oder theilweise verlieren sollen. 9111
ist die Verachtung, ivryiiit die Oppositions-Iournale von Mehrheit, als einem Haufen Deiigirtcr oder willenloser We zeuge 111 den Handen Links von demagogis'chen Blättern gelei
tes Boikcs,_sprcck)rn, mir affektirt, eben so wie alle die Behau tungen, dax; jede Versammlung, welche jest zu Gunsten der B'
stattfindet, klein und unbedeutend sey. Die Bill wurde geft
von Lord John Russell in der Begleitung des Lord Althorp u _ mehr 1116 100 anderer Mitglieder dem Oberhause iiberbrachkündk mchk
' Aus dem, was seitdem in den Zeitungen erschien ist, geht hervor, daß zwar Keiner von denen, welcher ais Unt
seinemJncognito einft bewohnr w/yrden war, “eine Berühmtheit angt hatte, war von Sr. Majesiat dem Komge angekauft und
5 zum Geschenk gema'chtUworden. Ihre Kaiserl. Königl. Hoh. tte außer Ihren Maxesiaten, Ihrem erlauchten Gemahl, dem rinzen und der Prinzeffin Friedrich und dem Prinzen und derPrin- sjn Albrecht von Preußen, auch den Gouverneur der Provianord- .Und, den Bürgermeister und den Befehlshaber der Schutterei n Amsterdam, die Generale Baron Tindal und Baron von exponcher, den Contre-Admiral Lantsheer und den Bürgermeister aaudam zu dem von ihr veranstalteten Feste eingeladen. je Hohen Herrschaften schifften sich zwischen 8 und 9 Uhr Mor- us in Amsterdam auf dem Dampfboote „Merkurius“ ein v fuhren unter Begleitung einer großen Königl. Schaluppe d des MUßk-Corps der Schutterei mitten unter zahllosen, ächtig durch Flaggen und Wimpel verzierten Gondeln und .chiffen, unter denen sich auch das kiirzlich aus Batavia zuriick- kehrte Kriegssthiff „de Admiraal d: Ruyter“ befand, und die ftsämmtlicb durcb Kanonenschiiffe salutirten, nach Zaandam, o sie nach Verlauf einer Stunde anlaxigten. An dem Laiidunzs- .unkte war eine Ehrenpforte errichtet, wo eine städtische Depu- *- tion die Hohen Herrschaften empfing und junge Mädchen aus n angesehensten Familien ihnen Bimmen brachten. Die ganze (?in- ohnerschast hatte sich sowohl„ zu Lande als auf geschmückten ondeln versammelt und begrnßte durch den lautesten Jubel die nkommenden, die sich zu Fuß nach der Kixrhe begaben, 11111 5 daselbst befindliche große Gemälde, die Uebersch1vcn1111ung ;; s Jahres 1825 darfteiiend , zn befichtigen. Nachdem sie noch nige andere Sehenswurdigxeiten der Stadt in Augenschein ge- ommen, begab sich die Konigl. Familie nach dem Hause Pe- 18 des Großen. Auf dem Wege dahin wurden ihr abermalsvon jun- „"Mädchen-323111111211 gestreut und am Hause selbst hielt der Befehls- “ aber der Schutterei von Zaandam eine herzliche Anrede an en Prinzen von Oranien. Während die Hohen Herrschaften dem einfach, aber sinnreich auSgesckmiickte11Hause ein Dejeu: “ er einnahmen , ließ die Prinzessin von Oranien zum Andenken jeses Tages und der ruhmvollen Siege ihres Grmahlcs im 1 torsaale des kleinen Hauses eine Marmortafel befestigen, auf ' .elcher sich die Worte befanden: „Wilhelm [„ König der iederlande, Wilhelmine, Königin der Nieder- .. ande, am 22. September 1831. Wilhelm, Prinz on Oranien, Feldmarschall. Hasselt, Sten, Löwen, 2, August, 18.31.“ _ Eine angesehene Einwohnerin von .aandam überreichte bei dieser Gelegenheit der Prinzessin von vranien die Kelle, das Kalkbrett und den Hammer, deren der aiser Alexander im Jahre 1814 sich bedient hatte, um einen tein an diesem Hause zu befestigen, welcker die Inschrift trägt: ,1'011-0 RuZuo, FULIÜUÜU'." Gegen 1 Uhr kehrten die Hohen ,.errscbaften nach Amsierdam zurück. Das Journal de la Haye, bekanntlich von Herrn Char- ' es Durand, einem gebornen Franzosen, redigirt, der sich friiher 11 Gent aufhielt und daselbst das Journal de Gand _ jesigen .. ))effager de Gand _ herauögab, sieht die Wiedervereinignng 1)-elgie11s mit Holland immer noch als etwas nicht Unmögliches t 11. „Aber,“ bemerkt das genannte Blatt, „man wird 116 einwenden, wie sollen zwei Nationen, die einen so tiefen nd unausiöschlichen Haß gegen einander hegen, vereinigt wer: . en können? Armseli er Einwurf! Ein Staatsmann darf sich, o es auf große politische Combinationen ankommt, durch solche aufhalten lassen; sein Standtpunkt muß ein hö-
Der Auftritt war auffallend feierlich, und, wie die Times rj..'1erer seyn.“ '"" Da§ hiesige Advertentieblad be111erkt hier- tig bemerkt, Gebräuche, welche wegen ihrer Gewöhnlicbkeit 11 U: „Wik brauchen Um solche SU"? wohl nur anzufuvren- Uk"
Anfmerksainkeit erregen, erhielten hier eine hohe Wichtigkeit u , . Ick zweifle gar nicht, daß gar mancher alte Ede 1a! de la Haye von einem schlechten leste bei??“ seid“
Bedeumiig.
11101111 gcbcbt haben mochte: eine Deputation des Unte1 Brüssel; 26- Sept, hauses mit einer Neform-Bill, und diese mit eine Wer so etwaöv
Köiiiglickzen Minister an der Spise! 2Jahren" atte prophezeien wollen, würde für einen Wahn nigen erklart worden seyn, _ Die Bill wurde, wie jede, wel
von eiiier Kammer an die andere gebracht wird, zum ersienm verlesen, und das zweite Verlesen, auf Antrag des Grafen Gre
auf Montag iiber 8 Tage anberaumi, eine [1111.92 Frist, wel
wahrscheinlich deswegen gesucht wurde, damit erst die vielen Bi
schrifte11 cinianfen können, welche man allenthalben vorbereit Das Unrerhaus geht inzwische11 diesen Abend an die Beira tung der Schottischen Reform : Bill, welche weit mehr Wid
stand im Einzelnen, d. h. im ?lusschuß, als in ihrem Prinzi „ , _ „ Auch die Oppo _ tion bei den Lords, 1agt man, wurde auf diese Weise mit ck)ng-
nämlich beim zweiten Verlesen, finden wird.
Englischen Biil verfahren und dieselbe im Einzelnen zu verni
ten suchen; dieses Verfahren wäre auch das klügste, da im ;
zelnen die Schwäche der Maaßregel und alle ihre Blößen lie Ja, wenn die Tories,'dieses und die Zeit beachtend, dieser U mit einer Reihe von verständigen und verständlichen Vorschlä entgegenkommen wollen, durch welche die auffallendften 51)? bräuche in der Verfassung des Unterhauses abgestellt würd ohne das Grundgebäude derselben zu erschüttern, so dürfte ' Wohl das „Volk gern bedeuten und vielleicht eine Maa gel fahren lassen, die zu umfassend isi, Menge begriffen zu werden, ja deren wahrscheinliche Wirk fich vom erfahrensten Staatömann nicht vorher bestimmen [* und bei weitem mehr umstiirzt, als je nothwendig geschienen o vom Volke verlangt worden wäre, Ja, man wiirdedies nm eher, da das jetzige Ministerium so wenig VerwaltungS-Tal zeigt und weder nach innen noch außen hin etwas zu thun *- 111ocht hat, was auf irgend eine Weise eine Verbesserung 11.111111 erden könnte, oder doch als solche imponirte. Jm
gc11theil besteht Alles, worüber man unter den früheren Ber- tuiigcn klagte, fort, und sogar manche „Verbesserungen, welche 11 Sir Robert Peel angefangen worden, sind in Stillßand g* then. Der einzige Lord Brougham söhnt durch seine Bere samiiit 1111d 11iisliche Thätigkeit _ neben den Hoffnungen, wei die Parlamenrs-Reform gestattet _ mit der Grey'schen Verw 1111153 ans; sollten aber die gemäßigten Tories eine solche auf 1 offene 1114111111iche Weise gebieten, als etwas, das sich nicht 111 vorenthalten lasse, so miißte mich Alles trügen, wenn man ni
dafiir die nie sehr beliebten Whigs fahren ließe, selbst mit .
Gefahr, einen weniger thätigen und beredtsamen Lord-Kaui aiif dcm Wollsacke sthen zu sehen. Auch Und die Whigs im !.;llxlichek als Opposition gewesen, als sie es in der Verwalt" 111 .
Niederlande. Aus dem Haag, 27. September.
, ' , Unsere Bl ter Lehey ,nachtraglich emen Bericht über den Besuch, ' die Komgliche Familie während ihres Aufenthaltes in A
sterdam auf die Einladung der Prinzessin von Oranien Zaandam (Saardam), wo bekanntlich der Czar Peter ' Große eine Zeit lang lebte, abgestattet hat. Das kleine Za wclchcs dadurch, das; es von dem Gründer der Russischen
!
um von der
a*-:,
116 zu rechtfertigen, wenn wir behauptet haben, daß das Jour-
Der König hat heure Morgen um
- Uhr Brüssel verlassen, um die Truppen bei Termonde, St.
iicolas und Cent die Revue passiren zu lassen; er wird mor-
. en wieder nach Brüssel zurückkehren.
. Der General Beiliard hat das 4te Belgische Infanterie-
egiment Mann für Mann inspicirt.
Gestern Morgen isi eine Feld-Batterie von 8 Stücken von
. 11er aus nach dem Lager bei Dieft abgegangen.
Aus „Valenciennes wird unterm 24ften/d. M. gemeldet:
' ,Es scheint jest gewiß, daß auf der Höhe von Braille St.
mand, zwischen der Scheide und der Scarpe, ein Lager aufge-
chlagen werden wird, Am vergangerien Mittwoch hat Herr Del- 1otte, Ober-Offizier des Generalstabes, die Gegend genau auf-
*enommen und alle Dörfer 2 Stunden in der Runde be-
Am folgenden Tage trafen der Marschall Gex
. ard, der General St. Cyr und der Generai-Intendant Neu-
' iile hier ein und rekognoscirten die Umgegend. Der Mar-
chall Gérard isi darauf nach seinem Hauptquartier in Maubeuge
__ uriick ekehrt,“ '
. er Lynx theilt folgendes, an den Redacteur der„Indusirie“ *erichtetes Schreiben mit: „Mein Herr! Ich bin ein a1111er aufmaun, den unsere glorreiche Revolution-zu Grunde gerich- er hat. Um meine Abgaben, die durch ein, ]cßt ggnz unnuses,
: "atent vermehrt werden, und um gutwillig die ,gezwun-
ene Anleihe zu bezahlen, habe ich meine legten Hunsquellen
rschöpft. Aber jeßt, wo die Thron-Rede neue Opfer von uns
*erlangt, wo die Kammer der Repräsentanten uns einen Be-
*eis ihres Eifers giebt, indem sie ohne weitere Untersuchung eme
' leine Anleihe von 21 Millionen Fr. votirt _ 1th inuß_ich
“ * ir die Freiheit nehmen, Sie in meinem Elends 11111 Rath 111 sra- „'en. _ Wir werden es sehen: man wird Geld gebrauchen und immer
' * eid; denn Geld isi der Nerv einer wohlfeile 11 Regiernng. Wo
_ oll ich aber Geld hernehmen, der ich keines mehr habe? Gestery glaubte
“ ich ein Mittel gefunden zu haben, die Abgaben noch eme Zeit
ang bezahlen zu können, indem ich meine ?lnleihe-Bons'verkaufte.
ckck wandte mich an große Patrioten und hoffre Pari oder doch wenigstens mit geringem Verlust verkaufen xi können; aber, ach! man wollte mir nicht einmal 50 pCt. geben. Vergebens berief ich mich in meiner „Verzweiflung auf das Zeugniß des ehren- werthen Herrn Lebeau, daß unsere Angelegenheiten g'a111vor1reff- lichsänden. Als Wir das nichts half, sprach ich die 111ag11chen
Worte „Freiheit,“ „Ruhm,“ „Vaterland“ aus; ich fang 3111th
alle mir nur erinnerliche patriotische Lieder; aber, sollten“ Sie
es glauben, nichts konnte diese Kieselher1e11 erweichen. Sie ver-
Weigerten mir hartnäckig das Geld, welches ich der Natwrrund
dem „Könige gehen wollte. Sie trieben sogar den Aberwitz so
weit, mir ihre eigenen Bons verkaufen zu wollen! Ich, werde nun zwar noch einige andere Wege einschlagen, um 111e111e da- xriotische Anleihe zu verkaufen; wenn mir dies aber 1111111 gelin- en sollte, i'o bitte ich Sie, mein Herr, mich aus immer großrn erlegenheit zu reißen; denn ohne Geld kannlmich die Frei- heit, welche ich besitze, daß ich'namlich- die Zeit, die ich im vo- rigen Jahre meiner Industrie widmete, 1th mit Spazierengehen verbringen kann, nicht glücklich 111ache11, 111113 ,es ist traurig fur einen ruhmvolien und freien Burger, unglucklich zu seyn," wenn unser König sich glückllch sagt, Unser Senat sich glucklrch
1511 schätzt, und wenn unsere Beamten durch mein Abmagern fett werden.“
_ -- Brüssel, 25. Sept. Die Französischen Truppen haben bis heute den Belgischen Grund und Boden noch nicht verlassen und scheinen die von ihrer Regierung ausgesprochene Iibstchtnoch nicht so bald erfüllen zu sollen. Nicht bloß, wie ich kurzlich bereits gemeldet, in Namur und dessen Citadelle, sondern auch in Tournay und Mons, wird der Festungödiensi einzig und allein von ihnen versehen. Ihre Ingeuicr-Ojfiziere sind eifrigst damit beschäftigt, auch die Plane der nicht zur Demolirung bestimmten Festungen aufzunehmen, und in einigen dieser Fe.- siungen wird sogar unter der Leitung Französischer Offiziere von Französischen Mineurs (111 der Anlegung neuer Fortificationen gearbeitet. Das Kavallerie:Regimc11t, welches, wie ich vdr ei- nigen Tagen berichtet habe, aus Französischen Diensten in Bei- gische iibergegangrn ist, war das Zce Französische Kiirasfier:Re-.1,i= ment, das, dem Vernehmen nach, 111 Lille förmlich entlassen woc: den seyn sol]. Aus Amtwerpen schreibt 1111111, daß die der doris- gen “*.*J'itadeile gegenuber a11;1eicgte11 Baxteciecii zwar cnrwaff: net worden, doch liegen die Geschütze d1cht daneben, so daß eine Arbeit von 2.1 Stunden hinreichen diirfte, um Alles wieder in den alten Stand zu sehen. Jndeffcn geht dock) bei allem kriegerischen Anschein, den unsere Regierung sich zu geben bemiihi, die von ihr angeordnete Bewaffnung der im Lande be: ßndlicben dienstfähigen Ma1111schaftrn, weg.“" der Lauheit, die das Volk dabei zeigt, nur langsam Vorwärts. Von 4_5000 Mann, welche das erste Aufgebot der Bfirzergardc von Briiffci bilden, sind nun dreihundert Mann wirklich ausgerückt; auf de111La11de aber ist der mobile Theil der Btirgergarde, Wegen der dazu fehlenden Gelder, noch gar nicht zusammenberufm wor: den, Ueber das zweite Aufgckot (die (;.-11111: (1171111113 5011611111118) wii] Niemand den Oderbcfehl annehmen. In der Armee, so weit sie national:Belgisch ist, her'srbt cine unverkennbare Gäh- rung, und die angeordnexen Pumficationen der verschiedenen Re: gimenter diirften noch mit großen W1dersehiichkeiten und Zwisien zu kämpfen haben. Die entlassenen Offiziere mögen sich im Ganzen auf etWa 700 belaufen. Diesen siehtnun zwar frei, zu ihren friiheren BeschäftigungenundArbeiten zurückzukehren; da ihnen dies jedoch, vermöge der Epaulcttes, die sie einmal getragen, als eine unwürdige Degradation erscheint und sie auch durch den bisheri-
en Müßiggang zu aller Arbeit unfähig gemacht worden, so zie- Fen sie das Leben auf den Straßen und in den Kaffeehäusern
pliziren, Geld zu versrhaffrn. Die 11111111 Belgischen Regimen- ter begeben sich in die ihnen angewiesenen Lager mit Widerwil- len und Unzufriede11he11. Die Rekruten, welche noch an keinen Felddiensi gewöhnt sind, bieten einen traurigen Anblick dar, und die friiher so beliebten, nach der Parisienne gedichteten Solda- teii-Lieder, die mit „ 7.11 211-1111i, 1117110110118!“ anfangen und schlie- ßen, sind ganz außer Mode gekommen. Laut: und muthlos begeben sich unsere Vaterlands-Verrheidiger an ihre Posen, denen fie, so: bald ein Feind sich zeigt, um so schleuniger den Rücken kehren diirften. Unsere Revolutions-Männer sind dardb und ob des Umstandes, daß sich der Wunsch nach einer Rückkehr der guten alten Zeit immer mehr ausspricht, sehr dctriidt; dies hindert 111- zwischen doch nicht, immer noch Von einer Wiedereröffnung der Feindseligkeiten nach Ablauf des sechs1vöchentlichcn Waffenstill- standes zu sprechen, und man steht deShaib hier dem 10.0ktober mit einiger Spannung entgegen.
Dänemark.
Kopenhagen, 24. Sept. Fiir die Stadt und Umgebung besteht seit 1820 eine Sparkasse; am S_chinffe des Rechnungs- jahres 1830 zählte dieselbe 8113 Juicreffedten, die eine Summe von ungefähr1,300,000 Nthlr. zur „Verzinsung aufbewahren ließen.
Oesterreich.
Wien, 27. Sept. Die heutige Hof-Zeitung meldet: „Se. K. K. Maj. haben in Ihrer weisen Sorgfalt und in Be-
rungen von Häusern und Wohnungen, wo sich Cholera - Kranke befinden, oder wo Jemand an dieser epidcmischen Krankheit ver: siorben ist, nicht nur nicht zum Zwecke fiihren, sondern hierdurch sogar wegen der durch Furcht und Angst, welche sich der abge- sperrten Familien zu bemächtigen pflegt, hervorgebrachten hefti- gen Gemiithsbewegungen nur neue Keime zur Krankheit ge- legt werden , Allerhöchsi anzuordnen geruht, das; alle der- lei Absperrungen aufzuhören haben und auf die sorgfäl- ti fte Reinigung der Bett : und Leibwäsche , dann der YZohmmg selbfi, beschränkt werden soll. _ Eben so haben Se. Majestät, in der Betrachtung, daß weitere Cordons: Ziehungen mit den damit verbundenen Kontumaz-Ansialteti, so- wohl mit Riickscht auf die Finanzen, als auch auf die bendthig- ten Truppen, physisch nicht möglich erscheinen, daß Civilwächter keine zureichende Garantie gewähren, diese iiberdies ihrem ei- gentlichen Berufe entzogen werden und ihre angemessene Ent: schädigung unermeßliche Auslagen im Gefolge haben mußte, daß endlich durch neue Cordons der Handel in der ganzen Mo11archie gelähmt und die Steuerfähigkeit des Kontribueuten erschüttert, wo nicht ganz zerstört wiirde, sicb bewogen gefunden, anzuord- nen, daß zwischen der Provinz Nieder-Oesierreick) und den Nach- bar-Provinzen, außer dem bereits bestehenden Cordon, keine neue Cordons gezogen werden sollen, sondern auf die nach reifli- cher Ucberlegung zu verfiigenden, sich bereits als wirklich zweck- mäßig und niißlich bewährten, Lokal-Anftqiten zu beschranken seven; Welche wahrhaft landesväterlichen Berfugungcn auch von dem Publikum mit dem wärmsten Danke aufgenonnnen worden sind.“ Ihre Kaiserl. Hoheiten die Durchlauchngsien Kinder Sr. Kaiser], Hoheit des Erzherzogs Reicbs-Palatinus, Ercherzog Str: phan und Erzherzogin Hermine, Erzherzog ?llexandrr imd Erz: herzoqin Franciöca, sind am 181en d. M. 11111 3 Uhr vor Tages: Anbruch im erwünschten Wohlicbn Von Prag wieder 111Ofe11 angekommen. Ihre Kaiserl. Hoheit 'die, Durchlanckytigste Erzher- zogin Mutter war Höchx'id21111'ide11 bis Bruck 1111 der Lehtha e11t: gegengereist. . ' _ Die aus Ungarn eingehenden «1111tl'che11 Berichte itciem die tröx'tiichsten V“k«1chricbtrn ti)e;ts iibcr das völlige Ei'idschen, theils iiber die Milderung der Cholera in diesem Königreiche. In Ofen und Pesth kommen nunmehr blos: einzelne wenige Cho: lera-Fälle vor, und man darf mit Zubersichr erwarten, daß das Uebel in beiden Sl'ädi'en baldigst ganz aushbren werde. Folgendes ist der Stand der Choicru in hiesiger Stadt und den Vorstädten in den leytvrrfloffeiien Tagen: erkrankt genesen gestorben Vom 23fie11 bis 24jie11 Mittags 65 71 19 - 24sien : 25111n = 56 14 16 : 25sim : 2617111 = 50 41 2.3 Ueberhaupt sind bis jetzt hier 1145 Personen erkrankt, 260 genesen,
425 gestorbe11,und 460 bcsmdeq sich noch in arztlicherBehandlung.
vor und suchen sich durch Drohungcn, die sie hier und dort ap-:
rücksichtigung der bisher gemachten Erfahrungen, daß die Absper-
Spanien.
Madrid, 15. Sept. Am 10ten, 11te11 und 12te11 d. M. wurde das glückliche Eceigniß der Schwangerschaft der Königin in San Ildefonso mit den friiher angekündigten Feierlichkeiten und öffentlichen Belustigungeu begangen.
In der Provinz Cordoba haben die Polizei:Sc-ldate11 einen Hauptmann von Straßenräubern und mehrere seiner Spicßge: feilen gefangen genommen.
Türkei.
»- _ Konstantinopel, 10. Sept. Am 28, v. M. hat Sir Robert Gordon seine Adschieds:Ves11che bei der Pfoxte ge- n19cht,11nd am folgenden Tage hatte er eine Zusammenkunft Mik Muskavha=Efendi, dem Geheim-Secretair des Sultans. “21111 3017911 schiffte er sich auf der Fregatte „?lktäon“ ein. Der Ge: sandksckafts=Secretair Mandeville wird vori..ußg ais dcvellmäci): tigter Minister die Geschäfte Versehen. _ 91111 21811 d. M. brach wiederum eine große Feueerrunst in Konstantinopel uns Und legte _in einem Zeitraum ron 24 Smndm mchrcke von Tiuk-xn und Ra1ah's bewohnte Quartiere in Asche. Drei Tage zuvvr war schon Feuer im Arsenal auSgebrochen, Welches den Divmi- HMÉ (?ldk11ikalität6:Palast) und die daran gränzcnde Mosrhre WSU)" hatte. Man zweifelt jetzt nicht mehrdarau, das; diese haufigen Feuersbriinsie das Werk eines Haufeavonl-lcbeltl)ät6711sil!d; es sind schon mehrere derselben ergriffen und'hingeriMct worden, Welck)? brennbare StOffe bei fich getragen und des Nachts Feuer anzulegen versucht hatten. _ Am 41211. d. M. isi Tahir:Pascba von seiner IUsPkctionséReise nach den Dardanellen zurückge- kehrt. _ „Die 8111110131 1110111115 hat hier beinahe ganz aufgehört, MSW?" fahrt die'Pesi fort, in mehreren Theilen der Stadt zu
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tvuthen. _ - Brasilien.“
_ _ Rio Ja'üeiro, 23. Juli. -Während die gesetzge- bende Versammlung ernstlich damit beschäftigt ist, den empßnd: lichsten Uebeln abzuhelfen, alle Zweige der Ve11Valtu11g mit der constitutionnellen Regierung in Uedereinsiiminung zu bringen und dergestalt das gese1lschaftiiche Gebäude zu vervvliiommnen, ha- ben leider einige aufriihrerische Bewegungen, dem Anschein nach von verborgenen Triebfedern angespornt, die öffentliche Ruhe auf einen Augenblick gesiört, Der Aufstand ing von dem im St. Bento-Klosier einquartierten 26sien Jäger: ataiilon aus, welches meist aus Farbigen besteht. Es richtete seinen Angriff gegen die BiirgerZ-Wache, der es seit dem 17. Juni, wo sie zuerst den. Dienst uberuahm, gelungen war, das aligemeine „Vertrauen wic- derberzustellen, indem sie dem nächtlichen Umherscbleichen erkaus: '“ ter Söldlinge Einhalt that. Am ersten Abend steiite diese Wache“ die Ordnung wieder her, und am 14tcn Nachmittags wurde je- nes Bataillon auf Befehl der Regierung nach den Provinzen eingeschifft; einige 40 Mann davon fanden indeß Mittel, zu e11t:7 kommen, und wiegelten nun die Poiizei-Soldaten auf, wobei heimliche Geid:Untersiiisungen von Seiten vornehmer Personrn mit im Spiel gewesen seyn sollen. Linien: und Poiizei:Trrippen dureh: zogen icht lärmend und unter 111a11nigfache11 Exceffcn die Stra: ßen der Stadt und drängten die Bfirger-Patrcniilrn znriick. Nachdem die Meuterer ihre Offi.iere vertrieben hatten, nahmen sie am Morgen des 15tcn ihren Weg nach dem Campo da Honra. Hier schloß sich eine Menge der berüchtigten Strohhiitler dem Haufen an, und so Vereint forderten sie allerlei Bewilligungen von der Regierung, ohne jedoch irgend eine bestimmte und deut- liche Absicht an den Tag zu legen. Der wahrscheinliche Zxrrck ihres Beginnens war Plünderung und Ermordung der Weißen.. Da indeß unter den Truppen selbst Uneinigkeit e11“tstar1d, index:); 2 Bataillone fich inihren Kasernen einschloffenrmd sich11ichx (**-".;.4'1151'1 entfernen wollten, auch die Artillerie nicht in Uebereinstiinmung handelte, so wagten sie keine weitere Forderung, als "daß 90Perso11en, deren Namen auf einer Liste aufgezeichnet Wa- ren, devortirt werden sollten, und gaben der Regierung in dieser Beziehung 48 Stunden Bedenkzeit. Unterdessen hatten 'sich “die meisten Offiziere wieder bei ihren Corps einge: funden, und es gelang denselben, die ?lnfriihrer zum Abmarsch nach ihren Kasernen zu bewegen, nachdem diese vorher die Ab: schung mehrerer Majors und die Wiederauéschiffung des 261'ien Bataillons ertrost hatten. Doch dies Bataillon weigerte sich jest selbst, wieder das Land zu besteigen, und so gewann die Re“:
ieru11g die Hoffnung, die Ruhe bald wieder hergestellt zu sehen. ZLéihrend dcffcn hatten sich beide Kemnnern im Palast um den jungen Kaiser versammelt, sich fiir permanent erklärt und zur Beruhigung der Einwohner eine Proclamation erlassen. Die Marine-Artillerie reichte mm don freien Stiicken eine Adresse an den Kaiser ein, worin sie ihren auch Von anderen Truppen: Gattungen getheilten Unwillen gegen die Polizei=Soldaten aus- sprach. Man schritt sonach 311 Entwaffnung der Lcßteren, und bereits am 161211 wurde ein Theil derselben nach dem Fort St. Joao abgeführt. An demselben Tage versannnclten sich die Biir: ger in Muffe vor dem Regieri1ngs:Palasi 1111d unterzeichneten eine Adresse, worin sie bethcucrten, die Constitution mit allen ihren Kräften aufrecht erhaiten zu wollen. Der Ueberrcst des Polizei: Corps wnrde am folgenden Tage ebenfalls gefan: gen abgeführt. _Jn dem neuen Ministerium, welches aus den Deputirtcn Lino Coutinho, als Minister des Innern, Padre Freijo, als Iuftiz-Minisier, Variconceilos, als Finanz-Minisicr, 1111d Fonceca Lima, als Kriegö:9)ki11ister, besteht, wii] 1111111 eine bedeutende Bürgschaft fiir eine festere Ziikimft scheu. 2111111 die Arbeiten der Kommission, Weiche mit Umgestaltung der Consti: tution beauftragt ist, 1111d die sich 311 211112311 deerativ=Sysrr111 hinneigt, werdrn vom größeren Theile des Publikums mit vie: lem Beifall grkrönt, wiewohl sich drei Parteien dagegen crkxä: ren, von denen die eine es bei dem Bestehenden brwenden lassen will und der *))ieimmg isi, das; die legislative Behörde schon (Rewait genug bcsißc, 11111 der exekutiven e11tgcgc11zuardeitcn, die
andere aber zu einer unbeschränkten Denwkcatie sich hinneigt,
; 1111d die dritte endlich nur aus persönlichcn Riicksichien gegen die
Knöwidnen, 11136 denen jene Kommission besteht, deren Arbeiten «11111111dc1, Dir „Aurora“, eines drr besten unserer Tagblättcr, " giebt oom dcm neuen Constitutions-Entwurf, deffru dritte Bor- lrsix'xxx bcddrsieht, fo'gende Urbersicbt: Die politischen (chvaitrn sind auf drei Zweige zuriickgefuhrt, die gesehaebcnde, vollztebcndc 1111d richterliche Gewalt, Einige von den Recbten der moderi- rc11den Gewalt gehen auf die exekutive uber; andere werden 111111: lich aufgehoben, wie dasjenige der Senatorrnwahl und das Recht, dieKammern auszULio'sen, zu betragen und 111 vrorogiren. Diese [rßterm Maaßreqeln sollen nur vermöge eines gemeinschaftlichenBescdiiiffcs _beider Zweig? des gesetzgebendenKörpers genommen werden können. Der Staatsrath wird abgeschafft; die Drvuxirten-Kannner soll sich alle 2 Jahre erneuern; die Se11atoren:Kamn1er ifi ebenfalls tem: porär nnd wählbar, jedoch mit dem Unteischied, daß sie sick) ane zwei Jahre um den dritten Theil erneuert; die Senatoren wer- den von den P.ovinzial-Bersaninilungen gewählt und müssen we: