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wieder her. -- Das Avenir sagt, die Erbittxruug, über d,!“ Er- höhung der diesjährigen Steuern um die Halfte ibres fruheren Betrages habe in den südlichen Provinzen den ochßen Grad erreicht, und in der Dauphiné set) sogar von der zlduitgxnzes „Vereins zur Verweigerung der Steuern die Rede, bis 01? WE? Regierung alle Versprechungen der Charte von 1830, und nament- lich die der Freiheit des Unterrichts, erfüllt haben werde. “ .
Der Chouans-Anfuhrer Guillemot, ,ehemalyger Major m der NM??- ist im Departement des Morbihan gefangen genom- men worden. „
Am 11ten d. M. ist ein Bataillon von der Fremden-Legion in Tou1o11 angekommen, um sich nach Oran emznschrffen.
Briefen aus Algier vom 1sien d. M. zufolge, hegt man doxt den Plan, ein Theater zu erbauen, auf welchem vornehmlich Bandevillcs aufgeführt werden sollen. ' » „ ,
Die hier befindlichen Spamer, welche m soige der Mllitair- Capitulationen von 1823 aus _den Fonds der Mimfierten des Innern und des Krieges Uncerftusungen beziehen, haben Befehl erhalten, Paris binnen 24 Stunden zu verlassen, und sich nsch dcn anen angewiesenen Depots zu bxgeben, widrigenfalls ße ih- rer Uiitsrstiisungen verlustig gehen wurden.
Einem vom 29. Aug. datirten Schreiben des Gouverneurs von Martinique an den Sec-Miukstkk zufolge, hat die Stadt Saint-Piyrr? auf dieser Insel trop dex traurigen Lage, iti der slT fick) befindet, 4,000 Fr. zur Unterstutzung ihrer unglücklichen Nachbarn Von Barbadors zusammengebracht. -- Der Orkan, welcher die Antillen im August d. I. verwüstete, hat auch auf Sainte:Lucie am 11ten große Verheerungen angerichtet; saß alle Negerhiittm und die Pflanzungen sind zerstört, und die Kirsten- fahrer, weiche sick) gerade in See befanden, find untergegangen.
-« -- Paris, 18. Okt. An der heutigen Börse wurde Folgendes durch Anschlag bekannt gemacht: „Der König hat die Nachricht erhalten, daß die Botschafter der großen Mächte iiber die Grundlagen einer Auzeinanderseßung zwischen Holland und Belgien einig geworden sind. Der Finanz: Minister beeilt sicb, dieseNachricht zur Kenntniß des Publikums zu bringen.“ ') -- In der heutigen Sitzung der Deputirten-Kammer wurden die beiden nächßfol enden Paragraphen des Pairs-Geseßes, wo- nach die Zahl der I)airs unbeschränkt und ihre Würde nur le- benslänglxch “seyn soll, so wie ein Zusay-Paragraph des Herrn Mercier, des Inhalts, daß hiufüyro mit der Pairs: Würde we- der ein Gehalt, noch eine Penfion oder Dotation verbunden seyn solle, angenommen. Verworfen wurde dagegen mit großer Stimmenmehrheit dcr Vorbehalt einer nochmaligen späteren Re- vision des Gesetzes. Der Baron Bignon hatte sein Antende- ment in Betreff der konstituircnden Gewalt der Deputirten-Kam- mer zurückgenommen.
Großbritanien nnd Irland.
Parlaments:Berhandlungen. Oberhaus. Siz- zuug vox" 17. Okt. Der Herzog von Cumberland fragte kcxi Vord-Kanzlcr, ob er, da er neulich von einem „Vater der E:;xiiz'äicn Barts“ gesprochen, darunter den Grafen von Eldon vcxziaxxdxn babe? Lord Brougham erwiederte, dies set) keines- wcgis der Fall gewesen, vielmehr habe er denjenigen, den er ge- meint, auch a1s den „Vater der Gesele-Reform“ bezeichnet, un- ter ck1er Bezeichnung unmöglich der Graf v. Eldon verstanden werden konne. -- Das Haus ging in einen Aussthuß zur Erwä- guxig dsr Ball in Bkzug auf die Befugnisse der Kirchspielö-Bcr- saizimiUngyn iiber. Das L-luterhaus hatte srßgesetzt, das; drei Flinslki alixr Vlbgabenzahlenden in jedem Kirchspiele solle ent- scbrjdcn, ob die Bill in demselben eingefiihrt werden solle, oder nicbt. Lord Melb ourne fchlug dagegen das Amendementvor, daß iibcr diesen Punkt die Mehrheit der in der KirchspielöBersamm- img ech anwesenden Einwohne; solle entsobeiden können. Ei- nem Untir-Yamendement, das hierauf noch Lord Hadding- ton vorschlug, widersetzten sicb die Minister, und dasselbe wurde Von 54 gegen 38 Stimmen verworfen, während der ?lrskrag des Lord Melbourne genehmigt wurde. »- Es kam mm die dritte Lesung der Bill hinsichtlich der jährlich stajtfindenken Bestimmungen in Bezug auf den konsolidirten Fonds an die Reihe, und der Herzog von Wellington nahm diesen Anlaß wahr, um fich gegen die finanzielle Verwaltung des gegenwärtigen Ministeriums auözusprecben und sie als min- der ersprießlich für das Land, als die des vorigen Ministeriums, zu bezeichnen. „Wir beßnden uns dermalen,“ sagte der Herzog, „in der seltsamen Lage, daß wir bei einer verminderten Besteue- rung doch größere Aussaben als sonst zu bestreiten haben, so daß dem sinkenden Fonds kein Ueberschuß ** oder doch mindestens so gut «xs keiner, denn 10,000 Pfund bedeuten wohl in dieser Hinsicht so viel aM))?“ nichts - zu gut kommt. In solchen Fällen pflegten die ! inisier sonst beim Parlament um die Mit- tel nacbzusuchen, unvorhergesebemn Ausgaben, die leicht eintre: kei: können, zu begegnen. Ein Uederschnß in der Einnahme wurde diesrrbaib sowohl, als zur Verminderung der gro: ßen Nationai-Scbuid, immer für nothwendig gchalten; be- sonders hat das Ministerium, dessen Leitung mir anvertraut war, diese Notyivendigkeit immer im Auge gehabt. Es hat die Tilu-Igabe fiir die nicht fundirte Schuld um 130,000 Psd. jährlich vermindert umd d:e Staats-Ilusgaben iiberhaupt in den drei Jayxen von 1827 bis 1830 um 3,80(),000 Pfund reduzirt. Die Ziiism der Rationalstbuid sind ebenfalls um 778,000 Pfd. ver- mindert ivorden. Wenn sonacl) das vorige *))kinisterium auch LiDe BkklUiUdkkUUg der Abgaben um 3,350000 Pfd. vorschlug, so hatte es dazu guten Grund; denn ihm blieb noch immer ein Ueberschusx, um unvorhergesehene Vluögaben zu decken. Nis aba“ die edlen Lords gegenüber in das Amt eintraten, mußten sie d:: MtlitainaM und die Flotte des LandeS, die ihre Vor- gänger _vemtindert hatten, bedeutend versiärken und in diesem Bczngc 1,200,000 Pfund mebr auögeiwn, als wir, so das; idnen nur ein jährlicher Ueberschuß von 10,000 Pfd. vcr- bleibt. Ist das nun wohl aber ein Ueberscbuß, wie iyi! ein Land, dem nnsrigen gleich, haben müßte? War es recht, be! so vielen dringenden Attsgabcn doch so viele Steuern herabzmcßem, wie es die edlen Lords gethan? Wäre es nicht besser, daß die geopferte Summe in den Kassen der Schahkammer, ßatt in den Taschen der Steinkohlen-Beslßer, sich befände? „. Steuern mag man immerhin herabsehen, jedoch nur so lange, als es ohne Un- bequemlicbkeit angeht. Der edle Graf wird sich selbst von der Wahrheit dieses Satzes überzeugen , sobald ihn ein: mal, wie, es mir unvermeidlich scheint, unvorhergesehene Geld-Bedijrfniffe in Schwierigkeiten versetzen werden, welche zu besiegen er keine Mittel haben wird. „„ Der Graf Grey nahm das Wort ur),d erklärte zunächst, daß er über den Grund- saß, der Staat musse immer auf einen Ueberschuß rechnen kön: nen, mit dem edeln Herzog ganz einverstanden sey; jedoch müsse,
*) S. die Englischen ParlamenW-Verhandluttgen und den Art. London.
seiner Ansicht nach, dieser nothwendige Ueberschuß nur zur Dek- kung unvorhergesehener Außgaben, nicbt aber zur Vermehrung
des sinkenden Fonds, bestimmt seyn. DZM das Geld, das man dem Volke, dem Ackerbauer, dem GeschaftSmanne und dem Fa- brikanten zur Förderung ihrer Industrie lasse, komme ihnenmxhr zu gut, erleichtere ihre Lasten bei weitem mebr, als die vexbalt- nißmäßig nur kleine Summe, um die man die große National- Schuld vermindere. Der edle Herzog habe gesagt, das; die ge- genwärtiJe Verwaltung die Land-„und Seemacht des Landes be- deutend verstärkt habe; Niemand könne sicherlich die Notywendtg- keit dieser Verstärkung mehr bedauern, als er selbst (Gr. Grey); cr erinnere sch jedoch nicht, von dem edlen Herzoge bisher de_n geringsten Tadel in Bezug auf diese Verstärkung und die damit verbundene ?litögaben:Bermehrung vernommen zu haben. Dre Armee sey um 7000 Mann vermehrt worden; Aehnlichesbabe be1 der Ma- rine ßattgefunden ; der Zustand Europas rechtfertige ]edock) dieseMgaß- regel hinlänglich. » Der Graf ging nun zu na'yeren Details uber die verschiedenen Einnahmen und Auögaben über und suchte nachzuweäen, daß der jähriicbe Ueberschuß nicbt 10,000, sondern 493,000 Pfd. betrage. C'r rechtfertigte „dabei inöbesondere die von dem Herzog angefochtene Reduction der Steinkohlen-Abgabe und sprach die Hoffnung aus, daß man im Stande seyn werde, die Staats-Llusdzabcn sehr bald noch bedeutend zu vermindern. „Das laufende Jahr“, sagte er, „brachte uns viele Schwierig- keiten und manchen Druck, wozu besonders der verworrene Zustand des Europäischen Kontinents das Seinige beige: tragen batte. Näch'stdem hat sich auch der Wechselkurs im Laufe desselben so gestellt, das; dem Lande viel baares Geld entzogen worden ist, Wodurch der innere Umsas sehr er- schwert wurde. Doch hat die Bank Vieles gethan, um diesen Schwierigkeiten abzuhelfcn und den„Umsaß zu erleichtern. Jetzt hat sich an den auöländiscben Borscu der Englische Kurs so gestellt, daß uns das Gold wieder zufließt und wir immer mehr erwarten können. Bei fortdauerndem Frieden dürfen wir uns auch fiir das Land einen größeren Wohlstandversprechen; und wir haben jest mehr Hoffnung, den Frieden erhal- ten zu sehen, als es seit längerer Zeit der Fall war. (Hört, hört!) Eure Herrlichkeiten kennen Alle die schwierige Frage, mit deren Schlichtung die Europäifckpen Mächte seit län- gerer Zeit sicb beschäftigcn, und die immer mit einem allgemei- nen Krieg und bedrohte. Wäre der Krieg auögebrochen, so würde es in der That schwer gewesen seyn, vorher anzugeben, bis wohin er Ich außdehnen möchte. Nach einer dreizehnmonatlicben schwaerigen und überaus kileigen Unterhandlung der Bevollmäch- tigten der fiinf großen Mächte, die das merkwürdige und unter solchen Umständen, so viel ick) glaube, noch nicht da gewesene Resultat hatte, daß ste gefiihrt wurde , ohne daß eine ernstliche Meinungs:Verschiedenheit irgendwo sich gezeigt, kann ich nun- mehr endlich sagen, daß sie zu einem befriedigenden Schlusse geführt worden sor). :Die fiinf Mächte sind hinsichtlich eines Arrangements iibereingekommen , das fich auf gleichmäßige billige G;"tmdsäye mit Bezug auf die beiden naher inter: effirten Parteien fniht, die, wie ich die ernstlicbe Hoff- nung hege, nicbt anstehen werden , es anzunehmen und dadurch die Gefahren eines Krieges, mit welchem Europa so lange bedroht worden, zu bese;tigen. Von dem Augen- blicke ab, da die Wieder-Bereinigung Hollands und Belgiens als eine Unmöglichkeit erschien und auch der edle Herzog (v. Wel- lington) mir Freimüthigkeit dies zngab, schien mir das einzig richtige Prinzip, nach welchkm vorfahren werden müsse, folgen- des zu seyn: Die Sicherheit Hollands muß durch eine gute dxfensive Stellung befestigt werden, und Belgien muß alle billiger Weise ihm zu bewilligeude Bortheile erhalten, damit es den Charak- ter der Unabbäugigkcit an sich trage, der für dasselbe, als Nation, wünschensweriy ersckzien. Naa) diessm Priijxipe ist die Konferenz zu Werke gegangen, und danach ist es ihr endiich gelungen, ein Arrange- ment zu Stande zu b:“iugxn, das jest den beiden Parteien zur Annahme vorliegt, und das sie hoffentlich nicht zurückweisen Wer: den. (Lauter Beifall.) Die gütliche Schlichtung dieser lange schwebenden Frage dürfte, wie ich bereits oben angefiihrt, für uns das Resultat herbeiführen, daß wir unsere AUSgaben im nächsten Jahre. vermindern können; jedoch nicht bloß des Friedens von außen bediikfcn wir hierzu , sondern auch der Ruhe im Innern. (Lauter Beifall ron beiden Sei- ten des Hauses.) Es herrscht in diesem Augenblicke eine große Aufregung in unserem Lande; selbst die der Reform nicht befreundeten edlen Lords werden zugeben, daß sich die öffentliche Meinung sehr stark zu Gunsten derselben aukgesprocben hat. Tröstiich ist es, das; bei alledem doch nur wenige Exceffe vor- fielen; da, wo sie vorgefallen, ist es die-Pflicht der Regierung, se zu bestrafen.“ », Der Redner nahm diese Gelegenheit wahr, eine im Pubn'kum umlaufende Version iiber die Unterredung, die er mit ken Deputationei'l einiger Londoner Kirchspiele gehabt (S. Nr.“.ZWderSchiu), zu berichtigen. Diese Deputation, sagte er, habe die Nothwcndigkeit darthxm wollen, das: die Prorogation des Parlamentes nicht länger als sieben Tage dauern dürfe; da- mit hgbe er sie!) zwar nicbt einvcrstanden erklärt, doch kemeöwe: ges hätte er gesagt, daß man die Prorogation bis zum Jan. 1832 beabsichtige. „Vielmehr habe er der Deputation nur vorßeftellt, daß die langen und bedenkenken Anstrengungen der *).-Linister und besonders des Lord:Kanz1ers, des Kanziers der Schab- kammer und seiner selbst, ihnen eine kurze Ruhe nothwen- dig machten, und werde man die Zeit der Prorogation ganz so einrichten, wie es der Forderung der großen Reform-Maaßregrl am zuträglickvsten sev. Eine längere Proroga- tion, ais absolut nothwendig spy, wiirde gewiß nicht stattßndrn. *- Nachdem Graf Grey sei!;en „Vortrag beendigt und der Her- zog vou Wellington einige Worte des Beifalls in Bezug auf das Arrangement der HoUändisch-Belgischen Angelegenheiten hatte verntheu lassen, nahm der Lord-Kanzler das Wort, um das Gerücht zu widerlegen, daß“ zwisckzen ihm und seinem ed:
len, Fr811110e„-(de111, Grafen Gren) cine Meinunqs: Ver- schiedenheit nder dl? Refor111:Frage bestehe. Er könne
nur wiedxrholen, sxgée er, daß er von ganzem Herzen mit dem ubereinstimmx, was sein edler Freund über diese Frage geäußert habe, Schon friiher sei) diese Gesinnung von ihm aus- gedruckt worden; dies habe aber gewisse Leute nicht veranlaßt, fich dex chbxeitung falscher Geriichte zu enthalten. Er erkläre nim hiermit offentlick) und in Gegenwart seiner Kollegen , daß zuemais auch nur die geringste Meinungsverschtedenheit zwischen thm iind seinem edlen Freunde weder in Betreff der Grundsäse, noch in Betreff der kleinsten Details der Bill stattgefunden habe. Ueber die bevorstehende Prorogation des Parlamentes äußerte sich Lord „Brougham folgendermaßen: „Ungeachtet der Un- geduld zunger sehr ehrenwerthen Personen, welche ich der Regie: rung fur außerordentlich zugethan und höchst besorgt fiir den Erfdlg der Maaßregel halte, die aber, indem sie eine Proroggtion von 7 Tagen anempsehlen, einen Eifer ohne Sach- kLnntniß an-den Tag legen, muß ich bemerken, daß es dem Kanzler » ich meine dem Kanzler im anderen Hause -- und
meinem edlen Freunde, der die Bill eingebracht hat, physisch ]
möglich seyn wird, nach einem so kurzen Zwischenraume es.
neue Sesson zu beginnen, nachdem sie ZMonate lang Tag u
Nacht in Berathungen und Erörtenmgen zugebracht haben. Ni
mand fühlt mehr als ich die Unmöglichkeit, solche Anßrengn
gen auSzuhalten. Es waren am vergangenen Freitage gerad 12 Monate, daß ich meine schwere Arbeit in London angefa
gen habe, und während dieser ganzen Zkit habe ich nur zw Tage der Erholung, am Weihnachts: nnd Oster-Feiertage, g
habt. An allen übrigen Tagen bin ich von6 oder7UbrMorgens bj 12 oder 1 Uhr Nachts beschäftibt gewesen. Ich glaube dah nicht, daß irgend Jemand unvernünftig genug ist, zu behaupten
daß mir nicht eine kleine Ruhe zu gönnen sit). Jch vexlax mich in dieser Beziehung auf den gesunden erstand und a:, die gütigen Gesjnnungen meiner Landsleute und bin überzeugt daß sie nicht das Schuldig gegen mich auSspreslykn Werbe", Wenn die Maaßregel aufs neue dcm Parlmncnte vorliegen wird, dann wird sieh das Publikum von der ?lnfrichtigksir, mz, der wir zu Werke gegangen sind, und auch davon iiberzeuan, daß der Zwischenraum nicbt langer getvssen ist, als es unum: gänglich nothwendig war.“ *- Das Haus Vertagte sich Um 8-2- Uhr WWW.
- Unterhaus. In seinerSißnng vo11117. Okt. Ver: wandelte sich das 'Haus m einen Vlusfchuß iiber die Brougbam, sche Failliten-Bill und feste das jährliche Gehalt der beim Fail: liten-Gerichtshofe angestellten Beamten definitiv fest. Sir Char: les Wetherell setzte seine frühere Oppostrion gigen diesc Bj" fort, welche jedoch angenonnnen und deren dritte Lesung auf den fol enden Tag festgesest wurde. -- In der Sitzung vom 18. OZ. wurden meißenö Bittschriften überreicht, die jedoch zu kei: ner erheblichen Debatte Anlaß gaben, Hr. Trevor las ein Schreiben des Lord Howe dor, worin dieser behauptete, daß die von Lord John Russell kiirzlich gegkbene Erklärung Über seine (des Lord Howe) Dienft-Entlaffung nicht ganz richtig set). Er (Lord H.) habe nämlich bcrcits im Monat Mai seine Dimission a]s
Kammerherr der Königin angeboten, indem er hinzugefügt, daß er in ,
jedem Falle gegen die Reform-Biil stmmen wiirde. Dennoch set) ihm von hvher Seite gestartet worden, im Limte zu bleiben und ganz unabhängig bei seinem Votum zu verfahren. Er habe also auch cht nicht für nöthig erachtet, zu resgniren, und nur das bestimmte Verlangen des Grafen Grit) habe ihn vom Amte entfernt. Hr. Trevor fragte nun, wie es sich eigentlich damit der: halte, ob dixse oder die frühere Angabe des LordJ. Ruffell richtig sey? Lord Althorp lehnte jede Beantwortung dieser Frage ab, da es zu: Königl. Prärogative gehöre, die Beamten des Königlichen Hos: staates zu wählen und zu verabschieden, ohne daß ein Minister nöthig habe, darüber Rede zu stoßen. - Sir R. Byvyan verlangte zu wissen, ob die Regierung amtliche Nachricht von dem Aquruche der Cholera in Hamburg erhalten habe,
und was in diesem Bezugs fiir Sicherheits-Maaßregeln angeordnet worden? Jrrtbiimlich werde geglaubt, das; die Seuche an Heftigkeit verliere, wenn sie erst das Meer
paffirt sen; die Erfahrung bezkuge vielmehr das Gegentbeil. Die Cholera set) bekanntlich von Calcutta nach der Insel Mauritius verschleppt worden und set) dort mit größerer Heftig: keit als an jenem Orte auSgebrocbcn, wiewohl sie doch eine Sec- reise gemacht. Herr P. Thomson antwortete, daß die Regie: rung die betreffende Anzeige bereits im Laufe der vorigen Wocbe erhalten und den Befehl einer strengen Quarantaine fUr alle aus Hamburg kommende Schiffe ertheilt habe; ähnlickye Befehle setzen in Bkzug auf alle Fahrzeuge erthcilt worden, die aus den zwischen dem nördlickxen Dänemark und Rotterdam belegenen Häfen kämen. Näcbfidcm habe die Regierung auch die Aufmerksamkeit der Pkovinzial:Bchdrden auf den (Nirgen- ßand gelenkt und sowohl die Magistrate als die Gcisilichxn auf- gefordert, alle mögliche Mittel anzuwenden, um die Krankheit, wo sie sich zeige, zu unterdrücken oder zu beschränken. Nucl) ibm erscheine die Behauptung, daß die Krankheit durch eine Seereise gemildert werde,l;1cherlich. Hoffentiiä) werde es der Regierung gelin- gen, die Seuche auch ferner von dem Lande zurückzuhalten, wiewohl dies jestmitgrößeren Schwierigkeiten verbunden ict), dase Länder er- reicht habe, mit denen England im nächsten und größten Ver- kehr stehe. Hr. Hume fragte, ob fich in Hamburg ein Engli: scher Arzt zur Beobachtung der Krankheir befände. Herr P. Thomson erwiederte, die Regierung habe vorlängst schon zwei nach St. Petersburg gesandt; diese beiden Männer setzen aus der Russischen Hauptßadt zurückgekehrt und befänden sich jest in Hamburg, wo sie zufällig mit der Krankheit zugleich" einge: troffen seven. Mehrere Mitglieder sprachen von der Beunruhi- gung, die bereits im Lande wegen dieser Krankheit herrsche, und fragten, obes nicbt rathsam set), die Dampfschifffahrt zwi- schen London und Hamburg ganz zu verbieten. Herr Thom- som meinte, daß sich die Dampfschifffahrt wohl von selbst ver- bieten werde. *- Herr Hunt rietl) den Ministern, die Steuer auf Seife abzuschaffcu, damit das Volk die Mittel erhalte, sch durch Reiniiwkeit gegen die Cholera zu schiißen. -* Die Bili iiber Failliten:Sacheu wurde zum dritten Male verlesern und ging durch. _ Das Haus vertagte fich heute schon um 71 Uhr, also sechs Stunden früher, als in irgend cinerSiHung seit dem Mo- ndt Februar. .
L„ondon, 19. Okt. Vorgestern speisten der Preußische und Hannoversche Gesandte mit ihren Genmhlinnen und gestern der Oesterreichische Botschafter beim Könige in St. James-Palasi. *" Vorgestern gaben der Herzog und die Herzogin von Cumber- land der Großfürftiu Helene von Rußland ein Dejeuner in Kew. - An demselben Tage nahm Ihre Kaiserl. Hoh. bei dem Fiir- sien und der Fürstin Lieven ein Diner ein, welchem der Herzog voii, Cumberiand , der Prinz Friedrich von Würtemberg und der Wuriembergische Gesandte ebenfalls beiwobnten.
, Die Konferenz der Bevollmächtigten, welche letzten Freitag nn auswartigen Amte bis um 6 Uhr Abends gehalten wurde, sing zwischen 10 und 11 Uhr wieder an und währte mehrere Stunden, worauf Hr. van de Weder eine lange Zeit mit Lord Palmerston beschäftigt war. Dann begann die Konferenz der funf Bevollmächtigten aufs neue und währte bis Sonnabend Morgeti um 5 Uhr.
„ Die Times giebt folgenden Umriß des Konferenz-Schluffes uber Belgien: „Die Grundlage der Uebereinkunft soll der Be- ßtzsiand Hollands im Jahre 1790 seyn, daher behält es das linke Schelde-Ufer. Die S„chelde:Schifffabrt wird auf dieselbe Weise mzd ,nacb den Grundsaven, die der Wiener Traktat fiir die Fluß- betfffahrten fefigeßellt, regulirt. Belgien erhält die größere Halfte Luxemburgs und dafiir Holland einen Theil Limburgs- der an 50,000 Se„elen weniger, als der abzutretende von Luxem- burß, enthait. Fur den Theil, welchen es vom lehreren Lande behalt,-ble1bt der König als Großherzog Mitglied des Deut- schen Bundes. Mastricht bleibt ganz Holländisch, so wie Venloo; die Citadelle von Antwerpen aber wird, sofort nach Ratißcation
des Traktats, den Belgicrn überliefert. „Von der Schuld "über-
d
'
khmm diese, so viel, daß “8 bis 9 Millionen Gulden Zinsen“
trägt, wohingegen den Hoyandern 19 ,oder 18 Millionen jähr- zur Last fallen. -- Die Bevollmächtigten Belgiens und
ollands Kristen Sonntag Morgen ab, um die Ratificationen zu affen. _ '
Der bisherige. erst; Sexretair der Belgischen Gesandtschaft, „„ Wallez, 5516 (Heschaftétra-ger Belgiens jetzt begiaubizt, yatte stern Geschaste ,mit „Lord Palmerston im auswärtigen Amte, o auch wieder eme vier Snmdeu lauge Konferenz der Beyon- ächtigten stattfand.
Ein gestern „Abend erschienenes außerordentlicbks Supply: ent zur Hofzetxun'g enthält die Aufforderung zur Lösung von intritts-Kakkkn silk die bevorstehende (wahrsibkinlick! schon mor- n stattfindende) Prorogation dcs Pariaments. Damvn wcr- 11 nur zugelassen, wenn ße in vollständigem de-Koßiim er: „einen.
Graf Grey-hat dem Sir J. C'. Hobbouse, der ihm die dreffen der Wähler von Westminster und der HauH-Eianthii: er von Hannoversquare übersandt hatte, folgendxs Schreiben geben laffen: ' „
„Wcrthex err! Ich habe das Vergnugcn gehabt, Ihr Scsircwen vii den bergesugten Adressen zu emvfangcn. _, Dic Ausdrücke Yes cifalls und des" Vcrtragcns, mit wclchen wer in diescn Adrxncn ehrt werden, haben meme!) Kollegen und mir die größte Freude macht. Es Wird unser,etfrtgs1cr Wunsch 1eyn, die Fortdauer die:
Gcünnungen zu verdienen, welche? uns, wie wir wiffen, nm: da:: rch gelingen kann, daß wir dte- Erfuaung etmrwirkléchen strm rVolks-Vertrctung, welche mcht Weniger wirksam als dcc kürz- . verworfene seyn darf, auf eine siandhaftc, konsequente und an*): uernde Weise betreiben. Zu diesem Zweck wird dem Parlamente mittelbar nach Eröffnung der nächsten Session einc Bil] vorge- 1 werden; und wir hoffen zu gleicher Zcit kein zu großes Yer- auen in Anspruch zu nehmen, Wenn wir Sie ersuchen, versicv'crt
seyn, daß alle unsere Maaßregcln duxch die Mittel tzntersiutzt rden sollen, ,we1che am besten dazu 1geignet seyn dürstc„1r,_den folg dieses wt_chttgcn Gegenstandes zu ichcrn. Ick) habe die Ehre, s. w. Downmg-Street, 15. Okt. 1831. , ck ,
' (gez.) Grey.“
Der Times zufolge, sind noch mvhrere Pdksoncn aus dem önigl. Hofstaat, welche gegen die Bill gestimmt haben, entlas:
worden. Dieses Blatt driickt neuerdings sem Bedauern rüber aus, daß diese Maaßrcgel nicbt friiher erxxriffcn worden , Die bloße Drohung damit würde die Majoxität im Ober: use bedeutend vermindert haben; es set) _aber nunmehr Pflicht rMinificr, in dieser Beziehung mit der äußersten Streng? imd rch reifend zu verfahren. , _
Line Zeitung meldet, daß Lord Lonödale alle seine verfeine- Burgfiecken zu verkaufen trachte; es wollten sich abcr ksme “ufer dazu finden.
Herr O'Connell hat die seidene Robe erhaLtM. Es sev djys, urkc der Globe, eine Gunftbezeugnng, Miche cr scinchtel- gund seinen „Verhältnissen zum JrländisMnGcricbtdstsnde danken habe. Ob es ein Präludium zur Annahme eines Am- set), müsse sich binnen kiirzem zeigen.
Die Stimmen ftir die Wahl des neuen Boyd:T§J?a.wdrs sind jetzt folgendermaßen vertbeilt: der jetzige Bord:?)kakior 2017, oerman Thompson 1976, Sir Peter Laurie 262 und Aicha" aitl)man 27.
Der Wahlkampf in der Grafschaft Dorset ist am Montag end entschieden worden. Lord Ashley hat 'mit eincr *))kajorxrät 36 Stimmen den Sieg iiber „Hrn. Ponsonby davongetra-
Es kam am letzten Taße zu Thätiichkeiteu zwiicbcn den den Parteien, und die Ruhe konnte nur durcb das Einschrei- der Yeomanrt) wieder hergcstkllt wcrden. DLM Vcrnkbmen ,n, soll von einem Theil der Wähler beim UmerHaUsc gegeii „ Gültigkeit der Wahl protkstirt WLkde. Lim 16. Juli hat am Kap in Ylfkika em fnrcbrbarcr Sturm üthet und fiir 40,000 Pfd. Schaden angsricbxct. “' - - London, 18. Okt. Die Stellxmg, welcbe die Vri-
: Nation in diesem AugenbliF annimmt, ist höchst wichtig dlehrreich. Es ist nicht zu leugnen, das; ein Tlieil dcisslben, dzwar in Hinficht auf Rang und Vermogen ksin xtnbcdenicn: , sich über die Verwerfung der Bill stem“, xmd ai) ("1111-4921 'nen Orten, besonders solchen, welche durch die 23111! baden en sollen, haben sie es sogar wagen diirfen, ihre Fkklidc 1111- aft laut werden zu lassen, obgleich dieses Lantwcxdin 111115211: ,wie z. B. zu Derby, etwas theuer zu stöhen gekomixxxiixzt. gegen aber ist es eben so gewiß, daß bei WritLM der grdxxcre
eil - und darunter die thätigeren »))Tcnsäycn und Klassen, " Bösen, wie zum Guten _ die Ankiabme der Bxil «11,3 die
friedigung eines innigen Wunsches von bobxr Wjubrigkyw an-
tund deren Verwerfung als eine bittere Tauschungdcr 1215311: sien Erwartung empfindet. Unter dieser 91113111)! beßndyii 77.11) kViele von denen, welchen die „Bill in manchen ihrer dmxcl:
Beßimmungen misifallen hatte, die aber von der xubxzxcrxu iöheit des Oberhauses diejenigen Verbesserungen darm c_r:v.*.r- n, welche der leidenschafrlichere Zustand des Uiircxbachö zu äbren verweigerte; und gewiß ist 98, das; die Kran, web.“:zc Bill verwarf, fie auch hätte modifiziren kdnt1511,_besoxxd«xs da Minister sich im Oberhause bereit erkläxtm, “).)kocificatioxm':
geben. Bringt man die Menge, die Ixitekijgenz UW Tb.): eit dieses Theiles der Nation gegen die wxit gcrmgcre ZFR
Andersdenkenden in Anschlag, die ijberdcm sich mehr 1391111) alten, so darf man annehmen, das: solcher die Nation jclbxt
kk, welche sich offenbar durch die Entscheidung der Mclxixbcit
Pairs und Bischöfe so tief gekränkt und in rlixer Wurde lich beleidigt findet, ja so sehr, daß in vielen Bersaiijmlungen
ob], als in den populairen Zeitungen, die Frage ansgeworxcn
den ist, ob es nicht an der Zeit sei), die Biscbdic axis dym
rbause zu verbannen und die Ecbiickykeic der Paicxc, W]?
1th in Frankreich geschieht, aufzuheben. Zwa; [).“t inan 1:6
*nirgends gewagt, diese Gesinnung in den Bittxxizristsn an
König'uW das Unterhaus auszusprechen; so Mit aber der
"Ue sich in geziemender Sprache auszudrücken vermag, [)at
dtrselbe in diesen Dokumenten zu erkennen gczcden; und
", auch nicht Viele, wie die Vorsichcr des Birmiizsglmtxicr
cm in ihren Bittschriften gethan, es geradezu auswre-ck)cn,
die ZUstimmung des Oberhauscs zu emer Reformation de:“; ren unnöthig sei), so giebt sich die Gesinnung ddr Nation
* schon dadurch kund, daß man es, so viel ich weiß, allent-
en verschmäht hat, eine Bittscbrift an das Oberhaus ergehen
Isen. Dennoch, darf man sagen, ist der öffentliche Unwilie
USW) nur gegen die Personen gerichtet, welche gegxii_die
skßimmt haben (und Parteigeifi thut „sein Moglichjxes,
" die Verbreitung allerlei lügenhafter Flugschriften diesen Haß
“Mehrckck, und die Billigeren vergeskn nicht„ dqß 158 Edeliriiti',
unter diesen manche, die durch die Bill personiick) verliereu, fur
[be skßkmmt haben, bei der Menge jedoch heißt eä, das O b er- 5 Und die Bischöfe haben unsere Bill verworfen. Dm: . hat man sich nur an sehr wenigenOrten, und da zwar 11111“ , Seiten des aUerniedrigsten Gesixidels, Gewaltiyat-gieaxcu
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erlanbt. Die Frage ist also natürlich: was ifi es, das eine so sebr gereizte, so lange an Freiheit, ja an Ungebundenheit ge- wdbnte Nation, bei welcher es mit Auönahme Londons uud Jr- bmds fast gar keine Polizei giebt, so weit es die That betrifft, in Schranken hält? Crunch die den Engländern angeborene Achtung filr das Gsies, zweitens das große Zutrauen, das man in die Redlichkeit des Königs und seiner Minister fest, und vor Allem das Gefühl der „Kraft und die dadurch genährte Ueberzeugung, daß 'die versprochene Parlaments-Réform nur verzögert, und nicht entzogen werden kann. Zu diesem Zutrauen auf Kö- nig und Minister, so wie auf die eigene Kraft haben unstreitig die Zeitungen und eine bessere Erziehung un: ter dem Volke wesentlich mitgewirkt und somit diejenigen widerlegt, welche im IournaliSmus und in der BolkSer- ziehung nichts ais Unheil sehen wollen. Auch ohne alle Zeitun- K_M und ohne 411011 Unterricht wiirde die Nation die Folgen dsc Konurrenz in Fabriken und Handel, nämlich die beispiellose Ab- nahme des Profits und folglich den Verfall des früheren Wohl- sr-xmdes, und vor Allem den Druck der vielen Steuern, welche der Staat, die Kirche und die Armen erfordern, empfinden. Er- zichung, öffentliche Redner und die Zeitungen haben sie aller- dings zu der Ansicht gebracht, daß ein großer Theil dieser Uebel yon dem arisiokratisMn Uebergewicht im Parlamente herriihre, uiid haben ihr mit odxr ohne Grund die Hoffnung gemacht, daß cm vermehrter Einfluß der Demokratie „Vieles von diesen Ue- bcim, wo nicht alle, [)eilen werde, und sie sucht nun diese Re- form, Welche noch dazu von einem ansehnlichen Theil der Aristo- kraxie selbst unterstüst wird, auf gesevlichem „Wege zu erhal- XN]. Wie ganz anders aber wiirde sie sich benehmen, wüßte sie bei diesem niederbeitgenden Gefühl keinen Ausweg, keine Hülfs- mittel; besonders Wenn die Armen, deren es bei uns so viele giebt, sich zu gleicher Zeit von einem Reichthum und Luxus um- g-Iben sehen, wovon man im An lande keinen Begriff hat, wür- dyu sie nicht jedem Abenteurer ehör geben, der sie zu Gewalt und Plünderungen anleiten wollte? Würden nicht hundert Van- den das Land durchziehen, furchtbarer wie die, welche unter Wat Tyler und Jack Kade selbst den Königen in ihrer Hauptstadt zn trotzen wagten? Und was anders könnte sie zur Ordnung zxjxrückbringen, als furchtbare blutige GeWalt -- wenn überhaupt diese es noch vermischte? Man klagt also gewiß mit Unrecht ("iber das, was, indem es etwa ffir Augenblicke Störung erregt, auch den heilenden Balsam mit sich fiihrt; und wenn nur kein un- sinniger Widerstaud der Gewalthaber das Volk zu Extremen treibt, so „:,-beiße ich gar nicht, daß sich die Verfassung friedlich und rechtlich naéo zeitgemäßen Bedürfnissen modifiziren werde, Ja selbst die iiblcn Gedanken, die man jest gegen Adel und Bischöfe hegt, dUrsten ohne üble Folgen wieder verschwinden, wenn man nur die Ursache dazu nicbt zu lange bestehen läßt. Leider aber be- harren Viele von der Opposition noch immer auf der Behaup- tlmg, das „Volk kümmere sch nicht um die Bill, und selbst der Umstand, daß Viele von der freiwilligen Reiterei , dercn Regi- menter unter dem Befehl von Anti-Reformers stehen, dém Dxmst entsagt haben und fast das ganze unter Lord Wharncliffe stihende Regiment diesen sonst so sehr geachte- tcn Edelmann erstrebt hat, das Kommando niederzulegen, kam] sie nicbt Von ihrem Wahnc heilen. Das Parlament hat seine Arbeiten beinahe geeudigt und wird wahrscheinlich Don- 11crs1ag oder Freitag prorogirt werden - wahrscheinlich bis nach „Weihnachten; weswegen auch Graf Grey es für nothwendig ge- fxmden, sich in seiner gestxigeu Rede vor der ungeduldigen Na- tion cinigcrmaßen zu entschuldigen. In gleicher Zeit erklärte er, das: die hiesige Kdnserenz über einen Friedensschluß zwischen Ösiland und Belgien iibereiugekommen ware , auf dessen An- !)»WML die Villiirten bestehen würden. In der heutigen Times fixxdcn sich die Grundzüge dieses Vertrages "). - Es heißt, die Regierung hab? O'Connexl ziim General:Prokurator von Irland exnaimt, ein sch kluger Schritt, wofür sie aber unendlichen Ta- del einernten wird. .
Niederlande.
Aus dem Haag, 20. Okt. Man versichert fortdauernd, daß die Londoner Konferenz einen befiimmten Beschluß hin: sicktlich Belgiens gefaßt habe, der nicht als ein bloßer Vor- schiag zu betrachten seyn würde. (Siehe Parlamentsverhand- kungen und Londow.)
Aus dem Hauptquartier der Armee wird gemeldet, daß täglich Bc!gische Ueberiaufer, in Trupps von 10 bis 30 Mann, worunter auch Offiziere, bei unseren Vorposten ankommen. Die unter ih- UM bxfindlichen Deutschen verlangen, nach ihrer Heimath zuriick- zltkcbren, einige Belgier dagegen wollen in Holländische Dienste treten. Auch hat man bemerkt, daß viele Nord-Brabanrische Deserteure zurückkehren, um von der Königl. Amnestie Gebrauch zu machen. - NMH den Ausfagen jener Ueberläufer herrscht in de'r Belgischen Armee große Unzufriedenheit, und sollen im La- g-cr bei Diesi sogar ernstliche Unruhen stattgefunden haben. .
In Herzogeiibusch ist vorgestern der General:Ma]or (Norge angekommen, um den Oberbefehl über diese Festung zu ttbsrnebmen. Fortwäbrknd gmgen Verstärkungen fiir die Armee dmr durch, untcr Anderem auch 400 Land-Scbutters aus Gel- dcrn, deren «ute militairiscbe Haltung nicht Verrieth, d.]ß fie sich erst einige Wochen im Dienste befanden. Auf den 2417er! d. M. smd in Nord:.Brnbant wieder *.)000/Ma1m Scbutterö vom ersten Aufgebot in vcrsckxedcne Sammelpiaye zusammenbrrnfen.
Brüssel, 19, Okt. In der gestrigen Sistmg der Reprä- sentanten: Kammer wmde die Berathung tiber das Anleihe- Pi'ojckt fortgescßt und in der heutigen mit 70 Stimmen ge: (1111 18 an cnommen. Von Hrn. Gendebien aufgefordert, er- klärte der 3. iujster der auswärtigen AngelegenheitMen, daß er morgen oder Übexmorgen der Kaminer einen„BeriM uber die so eben eingegangenen diplomatischen §Zlktenfiuckc: abftqtten wiirde. Der König, fiigte er hinzu, beschäftige sich in dtesxm Liugenblick damit, und das Mmißer:Conseil werde sich unverzng- lich versammeln, um darüber zu beratbschlagen. , s
*Der König ist gestern Morgen um 11th in Begleitung der Französischen Primen und eiued zahlreichen Generalstabes, jn weichem man die Generale Belltard, Grundlex, Hane voq Steenhuyse, van den Broeck u. s. w. bemerkte, un Lager bei Diesi angekommen. Von 1 bis 4 Uhr„wurden unt„cr den Be: fcblm des General Goethals große Manover gusgefubz't. Der König ist gestern Abend um 11; Uhx nacb Brussel zuruckgekehrx.
Das 1ste I(igewRegiment, aus,3 Bataillone" bestehend, ist von Antwerpen nach dem Lager bei Dtest und das erste Auf- gebot der Biirgergarde von dort nach Namur abgegangen.
Der General Quiroga ifi in Bxuffel eingekommen. 'Der hiesige Moniteur versichert, daß semx Reise durxfxaus keinen“ politischen Zweck, und daß er nicht, nne der Courrier gemeldet, die Absicht habe, in Belgische Dienste zu treten.
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*) S. oben unter London vom 19. Okt.
Polen.
„ Krakau, 20-Okk- Der hiesige Kurier meldet: „Nus- wcirtige Zeitungen und sklbß der Warschauer Kurier vom 10ten d. M. enthielten die Nachricht, daß in Krakau schreckliche RW!)- lutions:Scenen stattgefunden hätten, [md das; 111121] die Absicht gehabt, die Wohnungen zu plündern und angxseksmxe Pers-xn-n dieser Stadt, so wie andere aus dem Königreich Poleix, wech fich einstweilen hier aufhielten, zn ermoxden. Diese Nachricht ist indeß nichts als eine Verleumdung gegen die Stadx Krakau, die sicb unter dem mächtigen Sohns der drei Llilerdurchiaxrchng- sien Höfe einer glücklichen Neutralität erfreut und, auf den gu- ten Sinn der Einwohner bauend, niemals RevolutédUöxSckiikn zu bcfnrchten hatte. Jeder, der sich in Krakau aufl)ä“:r, ist Zeug? der öffentlichen Ruhe, und wie §Ulle nur ihren BLschÜfÜZlM§LU nachgehen, und wird unsere Versicherungen beßätigen könncn.“
Auf den lehren hiesigen Markten zahlte man ftir den Korzyz Roggen 17 Fl., Weizen 18 Fl., Gersie 14 Fl„ Hafer 8; F1-
Deutschland.
München, 20. Okt. Se. Königl. Hoheit der „Kronprinz find heuxe „Vormittags, begleitet von Sr. Excxli. dsm Königl. Obersihosmeaster, Herrn Grafen v. Pocci, nach Italien abxexeist.
I" FW? der (letzthin mitgetheilten) von der Stadtgcmeinde Ingolstadt untermß. Oktober Sr. Königl. Majestät vorgcixgtm Adreffe, hat der Burgernnjftex dieser Stadt folgendes allerhöch- stes Handschreiben empfangen:
„Herr Burgermeisler von Ingolstadt! Die Gcfinmmgm von Txeue und Anbänglichkeit, welche Mir der Magistrat und die Gemeinde:Bevollmächtigten von Ingolstadt in der
Eingabe vom 6ten d. M. ausgedrüokt haben, find Mir ein'
schöner Beweis, daß Baierns altes Bollwerk noch von xben so kraftigen und treu gesinnten Männern bevölkert isi, wie sich diese txeue Stadt ßets gezeigt hat. Ich danke Ji)- nep und Ihrer Burgerschaft “fur diesen Bewcis Ihrer Ergeben- heit und trage Ihnen auf, dieses derselben nebst der Versichenmg Meiner besonderen Gnade bekannt zu machen.
München, den 11. Oktober 1831.
Ihr wohlgewogener König ' Ludwig.“
W1r_erbalten so eben (sagt die Münchner Zeitung) fol-
gende ofm-ielle Mittheilung: _ , „Wien, vom 1.5. Okt. 1831.
Se. Max. der Kaiser haben sch zwar m dem bekannten Hand- schrcwen an den Herrn „Oberster; Kanzler vom 10. Okt *) über Sa- mtätd-Cordons ge en die Asiatische Cholera in Sanitäts=Hinsichtcn deutlich ausgxspxo en, und 68 c't'heat daraus, daß, indem die Kai- serl. Oesterreichische Negteruxtg m Fylge der Erfahrungen über die Natur der Cholera-K'rankhett und die „Nachthcile der bisherigen Aix- syerrungs-Maaßregeln sch landesväterlich bewogen fand, die allma- ltge Agflaffung der im Innern der Monarchie befkandencn Cordons anzubctehlen und jene "YUM das verdächtige Ausland in ihrer Streng? bedeutend zu un dern, man demnach andererseits die Zic- hiin eines sircngen SanitätZ-Cordons gegen die Oesierreichischen Ku cnxänder und die Jtalténisckmt Provinzen angeordnet hat, um fiir diese die Nachthetle einer Stockung im Seehandel oder m einer Handels : Sperre gegen die benachbarten ans“: wäriigen Staaien abzuwenden, Welche bei den verschiedenen Meinungen,_ die derzeit noch im Auslande in Ansehung DU“ in Europa eingedrungenen neuen. Seuche berieben, sonü zu bcsorqcn
ew§sen wären. "» Diese Verfugung hat nun die Ocücrrcichische egterun ngchträglich ausgedchxtt, daß auch die Provinz Tyrol in
den Ftaläntsthen Cordon „begriffen und somit auch diese nebst dem ombardtsch- Vcnetiantschcn Königreiche, dem gesammten Kü- stenlandc „und Dalmatien von den anderen Theilen dcr Mo- iiarchie abgesperrt werden solle, vorzüglich um dadurch den Hem- mungen des Handelszuges aus “Deutschland und den nördlichen Ländern nach Italien und den Kunen dcs Adriatischen und Mittel- [(_Lndischen Meeres, zuvorzukommen. *Da es keinem Zweifel unter: liegt, daß dgrch duscAbsperrung Tyrols und Italiens von der übri- gen Oesterreechtschcix _Monarclnxx Tyrol vor dem Eindringen der Chol_era eben soegeichußt iü, wre Baiern, ück) vielmehr der Oküe'k- recchtsche Sanitats-Cordow von Tyrol aus in dieser Hinsicht drm Baterschcn Cordon anschließt und andererseits die bis jetzt besic- hcnde Stxenge de_r Sanitäts-Maaßregcln gegen T_vrol dcm Köniq- reiche Baiern gletch drückend seyn müssen, indem tic dcn (Löi'än5111-"r- kehr und Handel beider Länder und den Transtt-Zug aus und nacb Italien hemmen, so ist vorauszusehen, daß diese unzivcckxxi-Fßigc Strenge bald aufhörcn und Verkehr und Hauch wéc frühcr frei gegeben werden wird.“
Kassel, 20. Okt. Seine Hoheit de'c Kurpriixz und Mir- regent haben, an die Stelle dss aus dem Staats:'IZ-Zinisierimn auSgetretenen Sraatö-Ministkrs von Schenk zn Schweinsberg, den Staats-Minisier der Justiz, Dr. chderlwld, zqueick) 711211 Präsidenten des Gesam111t=Staats:§))kinisteriums ernai-zxxt, derge- stalt, daß demselben, außer denjenigen Sitzungen des Gesamtm- Staats-Ministeriums, in welchen Höcbx'idiesylbsn Selby? pcäsidi: ren, die Leitung aller Geschäfte dixser höchsim Bkbcxrcc zu: stehen soll. '
Q c sl“ e *.“ r e i ck.
Ein von der Allgemeinen Zeitung mitgrtbciltrs Bri- vatscbreibe'n ans „Wien vom 15. Oki. meldkt im VLTfOZ-„i, friibe: rer Mittheilungen iiber anZedrdncke Trupps"bcuriaubunxch: „Die Beurlaubungen in uns-sre'c Armee sind i'iärer, a s- man a-ixaizgs glaubte, man giebt il)1'e Zahl auf 100,000 3337411111 «111. „“Die-: kiirz-lich auf der Börse bckannt gewoi'd-xme ijzsxx'gL 131973013 ““ck-41 auf den Cours tmserer StaakSvavie-kk ihre günstjgv Wiiktn'xs 19: gleich geaußyrt, und seit der Zsit ist dxrselbe fdrijcza'brxxib im Steigen. Nur die wahxsckocinlichc V:“rmntbunxx, 1.17" Unidre Regierung, um die durch die Cordons und ande??? “1117?“1451971 verursachten grdßcn Auslagen zn dcckyn, zu einer :jcxim ?)[idié'ikhé schreiten werde, wortiber angeblich mit vier der exsten hicfmm Handelshäuser schon Unterhandtungen gevfloZ-eu wcrdxn sollen, und deren Betrag man zu 80 Millionen Gulden angiebt, nm- ßigt dasselbe einigerrmaßen.“
Italien.
Rom, 13. Okt. Se. Heiligkeit hat in den leisten Tagen einige Ausflüge von Castel-Gandolfv nacb Marino, Albani, Aricia und Velletri in Begleitung der Kardinäle Giufiénéani und Rohan gemacht,
Das qeßrige Diario enthält eine Italiäniscbe U*be-.-tra= gung der Lateinischen Rede, wclche der Papst in dem geheimen Konsistorium vom 30. v. M. vor Ernennung der beiden neuen Kardinäle Lambruschini und Sala gehalten hat,
- Türkei.
Die Allgemeine Zeitung giebt folgendes Schreiben auc Konsiantinopel vom 26. Sept.:
Dte Besorgnisse, welche die in der levten Zeit verübten häufigen Brandlegungen der Türkischen Regierung eingeflößt hatten, indem
*) Siehe Nr. 291 der StaaU-Zeitung.