1831 / 329 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

das Botiren dieses Dankes vor. Die Uldermen Copeland mib Waithman widersetzten sich aber diesem Antrag:, indem sie be- Zjazupteten- der Lord-Mayor habe durch das Betreiben seiner ieder: Erwählung den Rechten der ?lldermen Abbruck_s?kbakxo Nachdem die Debatten über diesen Gegenstand noch eme ZM lang gedauert hatten, drohte der Alderman Waithmanx fal“ man auf dem Antrag beharrt, die Versammlung zu Zählen. (Wenn die Versammlung nicht ganz vollständig ifi, so ist der Vyrslblas eines einzigen Mitgliedes, sie zu zählen, hinreichend„ um die Ver- sammlung aufzuheben.) Da tros dei!) die Unkkkßusek des Bor- schlags auf demselben beharrten, so zahlte d,"? Alderman Walth- man die Versammlung, und da iiur, 7 Mitglieder zugegen wa- ren, so mußte sich dieselbe augenblicklich trennen. '

Geßern versammelte sich der Ausfchuß der Londoner Politi- schm Union in der .Kron- und Anker-Tavxxne; Herr Churchill führte den Vorsih. Unter mehreren Beschlussen, wxlche gefaßt wurden, befand sich auch der, daß,„wenn es dxn Kurzsien emer Faction gelingen sollte, über dqn Koiiig und seine, Minister den Sieg davonzutragen, diese Union niemals :((-iisorischen Reform- Bersprechungen einer Tory:Verwaltung Gebot schxnken wolle; daß, wenn es ferner den Feinden des Volkes gelingen solide, Anarchie und Verwirrung hervorzubringxn, der Ausschuß fur Mittel sorgen würde, damit jedes Mitglied der Union auf eiiie wirksame Weise sein Leben und Eigxnthum vertheidigen, und die Freiheiten des Landes unterftiisen kiinne. '

Herr O'Connell hat in Dublin emen Plan zu einem iia- tionaien politischen Vereine bekannt gemacht, der daselbst gebil- det werden soll. Bereits haben sich mehrere Personsu als Mit- glieder des projckiirtenBereiiies einschreiben !affen. Hauptzwecke desselben smd: 1) Den Konig und seine Minister gegen eine kleine selbstsüchtige Faction in der Durchfiihrung der großen Ye- form:Maaßregel zu unterftiißen. 2) Dem Wahlrechte die größimog- liche und niislichsie Ausvehmmg zu verschaffen. 3) Alle Freunde des Vaterlandes, vom Reichsien bis zum Aermsien, zur Verfolgung dieser wichtigen Zwecke zu vereinigen. 4) Unaufhörlicb Zilles anzuwenden, um in Irland alle religiöse Streitigkeiten und Zwiste in ewige Ver- geffenbeit zu begraben und statt derselben Wohlthun zu verbreiten und Nächftenliebe gegen Jedermann zu üben. 5) Frieden und Ordnung im Lande zu erhalten und gegen jede Uebertretung des Gesyses, so wie gegen alle Aufregungeu, welche die Feinde des Volkes veranlassen möchten, auf der Hut zu seyn. 6) Ueber das Interesse der gewerbtreibenden und arbeitenden Kiaffen zu wachen und ihren Zuftand zu verbessern. 7) Irland und allen seinen Einwohnern jedes Glaubens und Standes, vom Reichsten bis zum Aermsien, alle Erleichterungen , jeden Schuh und alle politische Begünstigungen zu verschaffen, wie sie möglicher Weise durch eine heimathlicbe Legislatur des Landes erlangt werden könnten.“

Der Birminghamer politischen Union ist in ihrer letzten Ver- sammlung von ihrer Kommission ein Plan zu einer vollständigen Organisation vorgelegt worden. Demzufolge soll die StadtBir- mingbam in 7 Distrikte eingetheilt und dieselben nach verschiede- nen Farben benannt werden. In jedem dieser Difirikte wird ein besonderes Versammlungshaus eingerichtet. An den dazu be- fiimmten Tagen versammeln sch sämmtliche Mitglieder der Union in ihren resp. Distrikten. Diese Versammlungen werden von einem dazu deputirten Mitgliede des Ausschusses präsidirt und haben zuvördersi den Zweck, gewiffe Beamte auf . folgende Weise zu ernennen. „Von den anwesenden Mitgliedern erwählen immer je 10 unter sich einen Anführer; dieser wird Tything- man genannt. A16dann erwählen 10 Tythingmen unter sich einen Anführer, der Konsiabler von Zinem Hundert ge- nannt wird. Je 5 dieser Konftabler erwahlen unter sich einen Marshalman einer Unter-Abtheilung. Nachdem dies geschehen, erwählt der Ausschuß fiir'ieden Disirikt eit) Mitglied, welches alle Marshalmen des Disirikts befehligt; diese 7 Mit- !ieder heißen Aldermen. Die Pflichten dieser verschiedenen Beamten im Jau eines AufstandeZwerden genau aufgezählt imd besondere Unterscheidungs-Zeichen iii Vorschlag gebracht. “Dieser Plan ist gedruckt und an die Mitglieder der Uizion vertheilt wor- deii, und wird in der nächsten Versammlung “uber die Annahme desselben berathschlagt werden. _- Der Courier bezeichnet diese Vorschläge ais Anmaaßungen polizeilicher Gewalt, wu sie von der Regierung unmöglich geduldet werden konnten.

Mehrere hiefige und zwar minisierielle Zeitungen haben auf ein ungeseßliches Verfahren eini er politischer Vereine in der Provinz aufmerksam gemacht. o hat namentlich der von Man: chesier viele in anderen Orten entstandene Vereine aufgxfdrdert, sich mit ihm in Korrespondenz zu setzen und sich gegenseitig„Aw geordnete zuzusenden. Dies sey offenbar, bemerken jene Blatter, etwas höchst Unbedachtes; dergleichen Verbindungen der verschie- denen Vereine könnten nur Unruhe im Lande “erregen, wiirden der Sache der Reform schaden und seyen durch Stat. 57. Geo. 111. C. 19. S. 25, 28 und 29 ßreng untersagt. Der Courier theilt die Bestimmungen dieses Statuts auöfiihrlick) mit und fordert die korrespondirendeu politischcn Vereine auf, sich sofort wieder aufzulösen. , _

Jm Courier vom gestrigen Tage liest man: „Noch ist nichts über die Bestimmung der mit Beschlag belegten Portu- giesischen Fahrzeuge bekannt. Die Sache ist von dem Syndikus der Zoll-Verwaltung dem General-Anwalt zur Begutachtung vorgelegt worden, und der Antwort dieses Rechtsgelehrten wird ftiindlich entgegengesehen.“ ,

Die Hofzeiiung vom 15ten d. meldet die Errichtung eines Central-Gesundheits-Amtes. _- Da Sir H. Halford empfohlen hatte, in jeder Wirthschaft fiir 20 bis 24 Pfd. Steri. Präfer- vative und Arzneien anzuschaffen, so isi in Folge deffen unter Anderem der Kampher von 4 Pfd. Sterl. auf 17 Ps:). Ster1„ Kajepnt-Oel aber von 9 Pence die Unze auf 15 Shiu. gestiegen..

Ju Bristol sind 151 Personen Wegen Aufruhr u-Zd Brand- ßistung eingezogen wordxn; gegen 67 derselben, als Hauvrschul- dige bei den lehren Graueiscenm, ist die weitere Untersuchung verhängt worden.

Viele Kapitaliften enthalten sich iM aller Anlegung in Fonds wegen der noch obwaltenden Unsicherheit über die Reform, doch bleiben die Course ziemlich fest.

Briefen aus Malta vom 26. Okt. zufolge , isi daselbst aus Griechenland die Nachricht eingegangen, daß der Englische Minister-Resident, Hr. Dawkins, entweder schon nach Cerigo (Ionische Inseln) abFreisi set), oder eben im Begriff stände, es zu thun , weil er die eberzeugung erlangt habe, das; die provi- sorische Regierung, die nach der Ermordung des Präsidenten ge- bildet worden, nicht den erforderlichen Charakter besise, um wirk- sam seyn zu können und mit ihr eine amtliche Verbindung zu unterhalten.

Es ift nun der lange besprochene Traktat zwischen Mexiko und den Bere inigten S taaten endlich zu Stande gekommen, und nian erwartet jetzt einen lebhaften und vortheilhaften Ver- kehr zwischen den beiden Republiken. -- Die Haudels-Berichte aus Lima lauten sehr traurig. Die meisien Handeis-Artikel aus

1734

den Vereinigten Staaten find prohibirk. ... Ein Französisches Geschwader, aus zwei Fregatten und zwei Brigg, bestehend, ifi vor Valparais o erschienen, um, wie man sagt, fur die dem Fran- zösischen Konsul zugefügten Beleidigungen Genugthuung zu fordern.

In Maranhao fanden, laut Berichteii vom 4. Okt., einige Volks =Bewegungen statt, um die Ausmibung der Portugiesen zu bewirken; diese schickten sich zur Abfahxt nach Europa an. _ ' Die Regierung soll zur Absendung eines Geschwaders nacb Canton entschlossen seyn.

Polen.

Warschau, 23. Nov. Die hiesigen Zeitungen ent- halten heute das Kaiserliche Anmesiie-Dekret vom 20. Oktober (1. November). (Wir haben daffelbe unseren Lesern m Nr. 326 der Staats-Zeitung mitgetheilt.)

Am 20ßei1 dieses Monats, als am Namensfefte Sr. Kai- ser1ichen Hoheit des Großfürsten Michael, nahm Se, Durchlauckt der Feldmarschall Fürst Paskewiisch von Warschau in Abwesen- heit des Großfürsten die Glückwünsche der Honoratioren entge- gen. Das Nachhaus und mehrere Privatwohnungen waren er- leuchtet. In der Schloßkapclle wurde ein feierlicher Gotteödienß abgehakten. '

Die Regierungs:.Kommission des öffentlichen Unterrichts macht bekannt, daß, um der Jugend, welche bis 1th in den vier unteren Klassen der auf Allerböihsien Befehl gxschiosse'nen Wo- jewodschafts-Schulen Unterricht empfing, die Moglichkeit zii ver- schaffen, sich ii] den daselbst gilehrten Gegenßänden auszubilden, ansiatt der Wojewodschafts:Schulm gleichmäßige Norn1al:Schnlen errichtet werden sollen, in denen der Unterricht in derselben Art, wie früher in jenen Schulen, ertheilt werden wird. Diese Nor- mal:Schnlen sollen in der Hauptstadt in denselbxn Lokalen er- öffnet werden, wo sich bis jest die drei Wojewodschafts:Schule11: das Lyceum, die Schule in der langen Straße u,“.d in der Lis: saer Straße, befanden. '

Jm Warschauer Kurier liest man Folgendes: „In ei- ne'm alten Manuskxipt befindet sich eine Beschreibung der Pest, welche sich im J. 1708 in Warschau zu verbreiten begann; da- mals waren die Verhältnisse bei weitem siircbterlicher, als gegen- wärtig, wo die Einwohner dieser Hauptstadt von der Cholera heimgesucht werden, Warschau wurde in jener Zeit fast der Hälfte seiner Einwohner beraubt; es gab Tage, an welcbx-n ge- gen 150 Personen jedes Alters starben; in mehreren Hausern blieb auch nicht ein einziger Bewohner am Leben; Leichen von Eltern und Kindern, Männern und Frans", erren und Dienern sah man neben einander liegen. Die Aerzte verließen die Stadt, weil es ihnen durchaus an Rettungömitteln fehlte ; am meisten_beschaftigtrn sich noch die Geistlichen mit der Krankenpflege, doch auch diese starben fast alle aus. Das Volk verließ seine Wohnungen und schlug sein Lager in der Gegend von Wola auf freiem Felde auf, wo es jammernd mit herzzerreißendcn Worten den Höchsten um Mitleid und Abwendung dieses Unheiis ansiehte. Alle beichtx- ten laut, dinn auch die Geistlichen durften sich nicht mehr na- hern, zwei Bernhardiner auSgenommen, welche die Kommunion ertheilten. Dies dauerte lange Zeit, und es ist kaum zu beschrei- ben, was die Armen erdulden mußten. An der St. Dreifaltig- keitö-Kirche wurde eine Schrift angeheftet, worin angezeigt war, wie viel Menschen ihr Leben eingebüßt hatten; in der Altstadt allein waren über 7000 gestorben.“

Die durch die Kriegs-Ereigniffe unterbrochene Ziehung der Klaffen-Lotterie ist jcizt, in Folge der von der provisorischen Re- gierung ertheilten Autorisation, fiir den Beginn des Jahres 1832 wieder festgesetzt worden. Der bekannt gemachte Pian enthält 24,000 in 5 Klassen getbeilte Loose, worunter sich 10,300 Nieten befinden. Der Einsatz beträgt 132 F1. und der höchste Gewinn 200,000 Fl.

Die Höhe der Weichsel hat sehr zugenommen; in den lehren Tagen kam eine bedeutende Quantität Salz zu Wasser hier an.

Deutschland.

- -- Karlöruhe, 10. Nov. In der 131sten öf- fentlichen Sitzung der zweiten Kammer vom 81en November fiihrte die Tagesordnung auf die Diskussion uber die Aufhebung des Blutzehnten. Nack; der Abstimmung, wobei sich volle Stimmen:Eiuheit ergab, erhob sich Herr von Rotteck von seinem Sitze und sprach tiefbewegt von der Hoff: nung, in welcher die nächste Ständc-Bersammlung der vom Fi- nanz-Minisier selbst verheißenen gänzlichen Aufhebung des Zehn- ten entgegensetzen könnte. Die Kammer erhob sich in Masse und gab die freudigfte Beißimmung zu erkennen. Sodann wurde über die Petition und resp.Beschwerde des Buchhändlers Braun gegen das Landtagsblatt verhandelt. Der Petent, welcher,die Kammer-Protokolie im Verlag hat, beklagte sich niimlich iiber die Ausführlichkeit, iu welcher besagtes Blatt die Verhandlungen der Kammer mittheile und dadurch den Absatz der Protokolle schmälert. Die Ausführlichkeit wurde iibrigens auch als eine nicht unparteiische bezeichnet. Die mit dem Grgensiande beauf- tragte Kommission fand die Beschwerde in der Hauptsache ge: gründet, und die Kammer beschloß, zur Beförderung des Drucks dcr Protokoile, dieselben nicht mehr zu verlesen, sondern zur Durchsicht auf der Kanzlei 8 Tage lang zu deponiren. Dein Redaceeur des Landtagsblattes, dem Abgeordneten und ersten Secretair Grimm, der seine politische Stellnng zu rechtfertigen und sich gegen den Vorwurf der Servilität zu verwahren suchte, wurde im Laufe der Ditkusfion neben einigen Bemerkungen doch im Ganzen ein ehrendes Anerkenntnis; gewährt; zugleich sprach sich der Wunsch der Versammkung dahin aus, daß Hr. v. Rotteck das Merkwiirdigsie und Wichtigße der Verhandlungen, wie nach den friiheren Landtagen geschehen, wiederum zusam- menstellen "möchte.

Von den eingereichten Petitionen, welche in der gestrigen 132sim Sitzung der zweiten Kammer vorgelesen wurden, ist hier nur der ersten zu gedenken, in welcher 35 Bürger der Stadt Baden die allgemeine Bitte um Preßfreiheit auch ihrerseits zu unterßüizen sich gedrungen fühlten. Der Präsident eröffnete die Diskussion iiber den Berichc von 8 älteren Petitionen. Die Stadt Kenzingen, die sick) mit ihrem Territorium häufigen Ueberschwemmungm ausgisctzt sieht, bat um die Her- stellung eines Nothkanals aus der E13 in den Rhein. Jm Bcr- laufe der Erörterung ward zur Sprache gebracht, daß auch die Uferbewohmr der Kinzig, von derselben Gefahr bedroht, ein gleiches Bedürfniß fühlten, und man beschloß, das dringende Gesuch der Regierungs-Behöxde zu empfehlen. Einer anderen Petition gemäß, sollte die Regierung um Beschränkung der Märkte und des Hausirhandels geb7ten werden. Am 10. Nov. in der 133sien Sisung, wurde, der Tagesordnung gemäß, die Diskussion über das Ausgaben-Budget, in Betreff der Landes-Universitäten, eröffnet. Der Etat derHeideibergerHochschule von 84,000 Fl. wurde nach vielfachem Diskutiren iiber die einzelnen Posten genehmigt. Unter anderem festen die im „Verlaufe der [chien Budjetpcriode an einzelne Professoren verliehcnen Zulagen die Dialektik der Abge-

ordneten in' lebhafté Bewegung. Obioovl die Eehaitöerhöhum gen der Professoren Thibaut und Nägele nicht weite-r in Djs, cuffion gezogen wurden, Weil sie auf verfaffungsmaßtgeni Weg, verliehen waren, so machte man doch von Seiten der Mmoritä, der Budget-Kommiffion den Antrag, die 1200 Fl., die dem Geh. Rath undzProfeffor Zachariä, nachdem er einer Berufung nach LEZMI nicht Gehör gegeben hatte, mittels KabineW-Ordxe be: stimmt worden, nicht zu verwiUigen. Einige Abgeordnete außer- ten unzweideutig genug, daß sie es keineSweges fiir ein Unglück erachtet hätten, wenn Zachariä dem Rufe nach dem Auéland, gefolgt wäre, und Hr. Rettig von Konstanz sagte unverholen, wäre es auf ihn angekommen, er hätte dem alten Herrn zuse- rufen: Zachariä, fahre hin! Ein schallendes Gelächter erfolgt, auf diese Aeußerung, die jedoch in der Sache selbst keine. weitere Folge hatte, denn der Antrag, dem alten Veteran die Zulage nicbt zu entziehen, ging gleichwohl durch, indem Hr. von Rot: teck die Meinung aussprach, daß die Erhaltung „eines der glänzendsten Sterne im Rechthebiete“ mit 1200 Fl. nicht allzu theuer erkauft worden sei. Im ferneren Verlaufe der Berathung iiber die einzelnen Einnahmen undAuögaben derUniversitätenänßcrtede, Abgeordnete Schauff, daß die Abschaffung der höheren Imma: trikulations-Gebiihrm imd Kollegien:Gclder, welche die ?ideiigen friiher, bei mehreren Bcvorziigungen, zu leisten gehabt, Wohl fiiglich und zeitgemäß sei„ da sich der Adel auch sonstiger, wirk: licher Vorrechte nicht mehr zu erfreuen hätte. Da„s alte Hkk- kommen, bemerkre der Abgeordnkte Wklckkk, beschrauke sich in Freiburg nur auf die Rezeptioxis-Gebiihrcn, welche der Pkdeu zu ziehen habe, und Ander? bezweifelte", ob in Heidelberg aus, in dieser Hinsi:bt noch ein Unterschied zwischen den bürgerliche,- und adeligen Studierenden obwalte. Fiir die Universität Frei: burg wurde zunächst die Summe von 26,000 Fl. als Dotations: Zuschuß von der Kammer begutachtet. Sodann beantragte die Budget:.Kommission jährlich 3000 F1. zum Besten der theologischen Fakultät, 2000 F1. fiir die Hebammen-Uuterrichts-Ynftalt, 2000 Fi. zur Dcckung eines eintretenden Defizits; mithin iiberhaupt 7000 Fi. Hr, ». Rotteck drang dagegen auf die Berwilligung einer runden Summe von 15,000 Fl. ohne weitere Spezialisimng fiir die be: sonderen Bedürfnisse, indem man es der Regierung der: trauensvou iiberlaffen müsse, wie und wo zum ferneren Gedeihen und Enworbliihen der Hochschule die Summe'am ziveck-iiäßigsten zu verwenden sei. Die Debatte, welche fich hier- iiber entspann, war allgemein und lebhaft. Fiir den Antrag des Herrn von Rottcck erklärten sich namentlich die Abgeordneten Rutschmann, Duttlinger, Merk, Fecht, Poffelt, Aschbach, Wel- cker u. A. Der Letzte nahm besonders Gelegenheit, das „Ver: hältnis der Badischen Universitäten zu anderen Hochschulen Deutschlands mit vieler Befiimmtheit zu erörtern. Baden, äußerte Welcker, stände in der Beförderung der wissenschaftlichen Bildung keineöweges anderen Staaten nach; jedoch erfreuten sich die auöländiscben Hochschulen durchaus eiiier glänzenderen Aus- stattung. Abgesehm davon, daß die kleinste der Baierscben Uni: versttäten mit den neuerdings verwilligten ständiichen Zuschüssen ein jährliches Einkommen von 85,000 Fl., die Würtembergische sogar eine Summe von 170,000 Fl. jährlicher Rcveniim bezöge; abgesehen ferner davon, daß Leipzig, Göttingen oder eine jede Preußische Universität mindestens 150,000 Rthlr. jährlicher Ein- künfte zähle: so verwendeten dock) kleinere Staaten, 3, B. Kur- heffen, ein Land von 588,000 Seelen, das ohne den sein- dischen Zuschuß von- mehr als 20,000 Fi. einen jiihrlichrn Be- trag von 75,000 Fl. fiir Marburg verwilligte, iiberhaupt Wei größere Stimmen verbäitniiimäßig auf ihre Landeßschnien, als 1 von Baden namentlich in Hinsicht auf Freiburg geschehe, selbi wenn der beantragte Zuschuß von 15,000 Fl. genehmigt wiirde, _ Der schon bei friiherer Gelegenheit in Anregung gebrachte Gedanke: daß für Baden eine einzige Universität geniigt, ivard ebenfalls in dchammer wiederzur prache gebracht; indeffen erklär“- ten sich außer mehreren Abgeordneten die Staatöräthe Winter und Ne: benius auf das Bestimmtefie dagegen, Zugleich äußerten fick) die bei- den Herren wiederholentlich gegen die strenge Specialistrung der Budget-Bewzlligung fiir Freiburg, und mit der gcspanntefien Erwartung sah man der Abstimmung des Rotteckschen, Antrags entgegen, der endlich mit 27 Stimmen gegen 25 in der That angenommen wurde, so das; Freiburg in Summa der einzeln bewilligten Posten von 1831 bis 1833 jährlich 74,000 F1. zu beziehen hat.

Türkei.

Nachstehendes ist die (vorgestern vorbehaltene) Mittheilung

aus dem Oefterreicbischen Beobachter: „Krie sbericht über die Expedition geJen Dand- Pa cha, ehemaligen Statthalter von Bagdad.

„Es isi Jedermann zur Genüge bekannt, daß allen großcn und kleinen Wiirdcnträgern und Beamten der hohen Pforte die beiti? Pflicht obliegt, aUeBefeble Sr. Hoheit, unseres gerechten und mid- gen Monarchen, desen Unterthemen sie sind, auf das pünktlé sie zu pollztehen, das, Gesch zu ihrer sietext Nichtschnur zu nehmen und in ihrer Dicnsileiüung den größten Eifer und die vollkommensie Treue an den Tag zu le en.“

„Dcr vorxnal ge Statthalter von Bagdad, Daud Pascha, dcm Se. Hoheit diese von allen Weffren chunscbte Provinz huldvo anvertraut hatte, konnte seine Dankbarkeit für diese Allerhöchs- (anide nur dadurchbewcisen , daß er seinem Monarchen treu und eifrig diente und die unter seiner Gerichtsbarkeit sehenden Unter- themen der hohen Pforte aiifs gcwissephaftciie beschützte. Daud Pa- scha erwog und beachtete ntcht alle diese Obliegenheiten, er ließ iich nach und nach verschiedene qitrcgelinäßigkeitcn zu Schulden kommen und cindcrte in dcr leisten Zett sein BctkaJcn dermaßen, daß er viele für die ehohe Pforte sehr wichtige Ange egenheiten vernachlässigte- die hterubcr an ihn ergangenen Anfragen mit eiiien Entschuldtgun- Fen beantwortete und nebsidem von den Unterthanen Sr. Hoheit kTthrätcht/l/iche Summen unter ancrlei Vorwänden zu erpressen [?ck “* u n e. „Um ihm daher die diesfaliffgen Befehle Sr. ohcit ebskks emzuschärfen und ihn a„ufmerksam zu machen, daßHseine ?|ij- dri e Handlungsweise die Großberrliche Langmuth unfeb bar ck- sch yfen würde, wayd m lehrer Zeit der vormalige Defterdar (Fk- nanz-Minisier) Sadtk Efendi eigends nach Bagdad csandt. Allein der genannte Statthaltxr, der, seinem Charakter zufnge, eiteln Vor- ßellungcn un_d Besorgmsscn Raum zu geben ewobnt war, fing am uber die Reese und Sendung dieses Komm ffars grandiosen Ak- wohn zu schöpfen; und wiewohl es ihm leicht gewesen wäre, hieriiber von der hohen Pforte alle zur Beseitigung jedes Verdachts nbtbtge Aufklärungen zu verschaffen, so war er doch schon zu sebr von dem fade der Treue und der Rechtlichkeit abgewichen, um dieses eben so 1: nfache als heilsame Mittel zu wählen. Er vertraute au dee große Entfernung Bagdads, und indem er den Einfluß Und das Ansehen, die er nur den von Sr. Hoheit ihm nädi | v““- liehenen Vollmachten verdankte, auf Rechnung so ner crsdn- lichkeit schrieb, machte ibn dicse eingebildete Stuhr o dreiß- daß er das Verbrechen „beging, Sadik Efendi, gleich nach einer An- kunft, während er bei ihm arglos von den Beschwerlichkeiten einer langen Reise ausrubte, umbringen zu lassen.“

„Unser ausgezeichneter, gerechtigkeitsliebender Sultan und Herr- der nahe und fern Gnade und Ungnade nach Gebühr austbeilt/ in- dem er die treuen Diener der hohen Pforte mit Wohlthaten über-

N, die Undankbaren aber nach Verdient! züciztigt, eruhte, dem ,tattbalter von Haleb (Aleppo), AlePasciza, auch die rovinz Bag- yund Diarbekir zu verieihcn, und denselben mit dreiNcgimcntei-n valleric und vielen anderen irregulairen Truppen kur Besirafung und efaUJ-ennebmung O_aud Pascha's zu beordert). A iPascha marschérte „) lech über Tckret nacb Mossul und schickte den Bcilervei von „Ful, Elbadsch Kassim Pascha, und desen Kiaja, Elhadsci) Abu- Aga, mit 6000 Mann als Avant-Garde voraus. Als diese bei- Anführer nach De_dschil, einem Orte unWeit Bagdad, kamen, nden sc daselbii die ihnen entgegengeschichtcn Truppen Daud Pa- a's. Alicia gleich nach der ersten Schlacht er riffen diese die uchk/ und die sich darunter befindlichen An ehbr gen Daud Pa- “'s gitigcn mit vielen Truppen auf Kassim ascha's Seite über. jeser ruckte sofort vor das Thor von Bagdad, das vom Jiimm ussa den Namen führt„ stellte sich daselbst auf und schickte emen ,oßherrlichen Ferman m die Stadt, der unter huldvollen Verspre- ungen die Einwohnex zur Uebergabe aufforderte, Daud Pascha annte dieNahe des ihm drohenden Uiibeéls und ersann folgende ., um sich zu retten. Er täuschte einen von den Notabcln der mdf, Namens Salih Bei, Sohn des ehemaligen Statthal- s Suleiman Pascha, mit dem Versprechen, ihm die Start- lierskelle zu verschaffen, und derleitete ihn, dem Kassin Pa- ;.a Zu schreiben: „„er habe mit Hülfe der Stadt-Einwohner , n Gcmaßbcit des Großhemitcbcn Befehls den Daud Pascha sseinem Palasie aufgehoben und halte ihn in seiner Wobiiung fangen; er (Kasfim Pascha) möge demnach kommen und bts zu [, Paschas Ankunft das Kommando der Stadt überncbmcn.“// icsen Brief schickte er durch dxn Aga (Platz Kommandanten) von agdad an Kasan Pascha, der, ihm arglos trauend, den erwähntcit .uvekir Aga 11 (einem Lager zurücklteß, mit 100 Mann in die radt cinxog_imd tm Palasie dcr Siattbaltercé seine Wohnung auf: lug. Allein den Tag darauf gcgen Abend brachen die Anhäng-xr mud Paichas plötziick) hervor und griffen den Palast von allen Scl- ,an. . Kgsffm Pa1cha selbst und der vormalige Woiwode von Mai'din arcn„die em igen Opfer dicses Ueberfaiis; die übrigen erreichten qlle ockltch dai ager. - Nachdem nunDaud Pascha auch hierdurch some rätbertscbe Bosheit an dyn Tag gelegt hatte, seizte er eine erdichtete resse im Namen der Einwohner von Bagdad auf, worin diese in Ali Pascha melden: „„sie hätten, dcm Großherrlichen Fermap mäß, den Band Paschka yerhaftet und den Kassin Pascha in die tadt aufgenommen; die ihn begleitenden Soldaten von Mossul ,r hätten durch ihre Excise einen Aufstand in Bagdad „herbeige- bkk/ dex dxm xrwähntcn _Gencral das Leben gekoüct; sie hätten icraus einstimmig dcn Salti) Bey zum Kaimakam (Stellvertreter) „aht und beiten demnach Alt Pascha Zur Herstellunxz der Ord- ng 11in Sicherheit, entwi-der dcn Dau Pascha in se nem Posten vesiätxgxn, oder die Statthaltersiclie dcm Salih Bei) zu verleihe11./(//

„Diens' Schrxiben wurde durch einen Boten dcm Ali Pascha AUZMbltcke eseines „Aufbruches von (Jerkdk überbracht. Dieser ber:(enera_l ruckte hierauf qm 27. Muharrem [, F. 1217 (7. Juli 61) mit seinem auptquartter bis zu dem eine Stunde von Bag- d entfernten Flc en Iman Azcm vor, ließ Bagdad scharf umzin cin dschrieb dcm Daub Pascha, erkönne durch Rückkehr zu seiner PYicht - rctien, falls eraberin Aufcuhrvcrbarre, würde die Stadt mit Sturm enommen werden. Er cxhtclt hierauf keine Antwort von Daud ,'cha, nxid dieser vormalige Statthalter trieb seine Widrrspcnsiig-

Lijjycsct'ti; Kas?!) er durch 70 Tage Ali Pascha'ö Lager mit sciiweé

e )u e -gen gemachten häufTYen AUIfälie jedesmal zurückgeschlagen wur-

, „dennoch nicht au h_drte, Widei'siand zu leisten. Nur die Be- rgntß und Berucksichtigung des Blutvergießens nnd der Plünde- ng, die mit einer Eroberung durch Sturm verbunden zu seyn cgcxt, hatten bisher Ali Pascha bcsiimmt, diese Maaßxegeln zu rschtxben. Er schärfte daher alien Heerführcrn und Offizieren dcr gulaeren Txupixcn cin, ihrer Mannschaft das Mündern zu unter- en , mid ltxß m der. Nacht vom 8. Rebiül-achir (1.5. September) i das iensctt des Tigris gelegene Stndtthor Bavülkeramés cinen meinxn Sturm ausführen. Dieses Thor war kaum auf diese rt cxßurmt worden, als schon die Einwohner das diesseit Tigris gelegene Stadtthor Babi Scharki öffneten und die ufxüvrcr um Gnade zu fichdn begannen. Nach dem schönen .pruchc: „„Die Verzxihung isi des Siegers Almosen!““ und ck dem Weaxn umexcs gnädigixn Monarchen wurden Alle ck die Ankündigun einer allgemeinen Amnestie vollkommen be- “Y- und der leben ig gcfgngcn cxgenommene Daud Pascha ward : roßberrieche Hauvtquxirtter gefiihrt. Er bekannte seine Schuld --d bat Ali Pascha um scme ,Fürbtxte bci Sr. Hoheit, damit ihm 1 chen geschenkt iind zugleich genatfct Werde, daß er nach Brusa geführt werde. Ali Pascha verwxach ihm dies im Vcrtraitcn auf

Großherrliche Milde undBarmherzigkcit und beschloß, ihn und

eFamiiie unter hinlänglccher Eskorte nacb Diarbckir und, von rt hierher führen zu lassen. Dieses isi _der Inhalt des offiziellen erichtcs Ali Pascha's vom _9. Rcbiül:ach1r, der am 9. Dschcmazül- wel (14. Oktober 1531) htcr in der Haupxsiadt angelangt iii.“

' --- In einem „Schreiben aus Konstantinopel vom 25. Okt. ißt es: „Die namlichen Erscheinungen an der Sonne und am -wxfilichen Horizonte nach Sonnen:Untergang, welche, wie meh- eoffentliche Blätter melden, zu Anfang August d. I. in Spa: 'en,Jtalien,Deutschland und Rußland gesehen worden sind, ha:

um dieselbe Zeit auch hier die Aufmerksamkeit einiger Personen

"f sich gezogen, jedoch ohne damals besonders beachtet zu werden. 'achdem wir nun aber obgedachte Berichte gelesen, können

nicht unteriaffen, auch unsererseits nachträglich zu berichten, ßdaö gedachte Phänomen hier ganz mit denselben Eigenthiim- keiten, welche von allen Seiten angegeben worden, beobachtet rden isi, mit der alleinigen Ausnahme, daß die abendliche lle nicht so bedeufend und so lange dauernd siattfand, als

11 s namentlich in Berlin der Fall gewesen; dagegen die blasse

tte Farbe der Sonne, welche sie dem Monde äh'älich machte, brere Tage hinter einander, und zwar besonders von 3-5 Uhr achmittaZs, bemerkt worden ist. Eine, wiewohl schwäcbcke, “iederholung, etwa 6 Wochen später, wollen gleichfalls einige ersonen bemerkt haben.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

New-York, 19. Okt. Aus einer Korrespondenz zwischen

Staats-Secretair des Schaßamtes und dem Piäsideuten * Bank der Vereinigten Staaten geht hervor, daß die Total- umme der National-Schu1d der Vereinigten Staaten beim kginn des nächsten Jahres sich auf nicht ganz 25 Millionen ollars belaufen wird. Die Vereinigten Staaten sind im Be: von 7 Millionen Bank-Actien, welcbe, zum gegenwärtigen urse verkauft, iiber 8 Millionen geben wiirden; diese Summe " Tiignng der Schuld angewandt, wiirde dieselbe auf ungefähr “Millionen reduziren. Außer diesen Fonds wird die Regie- “118 zu der oben erwähnten Zeit 20 Millionen in Bons, die

ck '*kZoll-Gebiihren aUSgefiellt sind, und weiche nicht nur die

ank, sondern auch Privatleute zuesiontirm bereit sind, in Hän- ' aben. Die Regierung der Vereinigten Staaten besitzt also

, [? ittel, die National-Schuld in jedem Augenblick aänxlich

iahim zu können. Ist diese Operation einmal bewerksielligt, werden die Ausgaben der Regierung nicht über 10-«11Mil- vnen betragen, Wahrend sich dic Einkiixxfte nach den befiehenden eskiien auf mehr als 25 Millionen beiaufeu sollen.

, Die Zählung der Bevöikerung im Jahre 1830 isi in Was- !kon amtlich bekannt gemacht worden und ergiebt als Ge- mmtzahl aller Bewoyiier der Vereinigten Staaten 12,836,407 teien, worunter 10,526,368 Weiße, 319,467 freie Neger uud -010,572 Negersklaven. Nach der Zählung im Jahre 1820 be-

icßen ließ und, ungeachtet die von seinen Micth- '

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stand die Bevölkerung damals aus 7,856,269 Weißen, 233,400 freien Negern und 1,531,436 Negersklaven, welches für den Zeit- raum von 10 Jahren eine Vermehrung der weißen Bevölkerung um 2,670,099 Seelm oder 34 pCt., der freien Neger um 86,067 oder 37 pCt. und der Sklaven um 479,136 oder 31 pCt. uud eine Vermehrung der ganzen Einwohnerzahl um 3,235,302 See: len oder 3; pCt. ergiebt.

In dcm Staat Maryland besieht die Majorität der neu ge- wählten Repräsentanten fiir die „Versammlung der Gemeinen und fiir den Kongreß aus Gegnern des Präsidenten Jackson.

Herr Adams ist von der Linti-erimaurer-Gesellschaft von Maffachussets; zum Kandidaten fiir die Stelle eines Gouverneurs dieses Staats ernannt worden, hat aber die Wahl abgelehnt, worauf man Herr Sam. Lathorp statt seiner wählte.

Die Bank der Vereinigten Staaten hat von der Stadt Cinciimati ein Ansehen von 100,000 Dollars zu 5 pCt. gemacht; das Kapital soll nach Verlauf von 40 Jahren abbezahit seyn.

Meyrere Hafen-Jnipektoren und ZollrEinnehmer haben ihre Entlassung genommen und der Präsident hat andere an deren Stelle ernannt.

In Batavia warde am 28. v. M. von den Bürgern der Grafschaften Genesee, Liviiigfion und Monroe eine Zusammen- kunft gehalten, tvorin man beschloß, die geseygebende Gewalt iiniBildung eiiier Giseilsibaft zu ersuchen, die sich mit Anlegung einer Eisenbahn von dem Erie-Kanal zu Rochester an, durch das Tbal des Tomewanda:Mec-rbusens, bis zum Lllleghany-Fiuß be- schäftigen sollte. 7

91115 New-Orlexms wird vom 24sien v. M. gemeldet, daß der Gesundheits-Zusiand dieser Stadt damais vbilig befriedi- gend war.

Inland.

Berlin, 26. Nov. Aus Merseburgschreibtn1am Die Ein- führung der revidirten Städte-Ordnung schreitet im hiesigen Regie- rmigs:Bezirke möglichst vorwärts. Die Wahlen dchtadtverordneten smd, so wie die Einscßung derselben, gi'ösxtentheils entweder im Laufe des Oktobers erfolgt oder für den Nodember angestizt; auch ver- diynt die rege Theilnahme erwähnt zu werden, welche viele Städte, bssoüdcrs aber die Stadt Halle, dem Wahlgeschäst ge- widmet haben. -

" Die Armen-Bersorgungs-Kommission in Naumbur 9 hat vor kmzem einen Rechnungs-Cxtrakt iiber Einnahme und Aus- gabe bei der Stadt:?lrnien-Kaffe auf das Jahr 1830 durch den Druck zur öffmtlichen Kenntniß gebracht. Danach betrug die “Einnahme 6987 Rthlr. 28 Sgr. 9 Pf., worunter allein an sub- skribirten Beiträgen 2696 Rthlr. 23 Sgr. 8 Pf. und 413 Rthlr. 29 Sgr. an außckordentlichen Geschenken sich befinden. Die Lluögabe zerfällt in 12 Titel, und ist unter jedem derselben nach- gkiviesen, was jeder einzelne Almosen-Empfänger im Jahre 1830 an Unterstiißung erhalten hat. Die 910Sgabe beträgt danach in Summa 7241 Rthlr. 17 Saß, Und der Abschluß ergiebt so- nach einen Vorschuß von 253 Rthlr. 18 Sgr. 3 Pf,

-- Airs Lichen wird gemeldet: Zu den vorsorgenden Maaß- regeln, welche man im Interesse der arbeitenden Klasse für den Fall trifft, das; die Cholera bis in die hiesigen Gegenden vor- dringen mischte, gehört unter Anderem die Einrichtung von Spar- kaffen, die fast in sänmitlicheu Fabriken von Vlchen und Burt- scheid, durch verhältnißmäßig geringe Abzüge voin Lohne der F.:brik:?lrdci1er, gebildet werden, und die zunächst dazu dienen soilen, die Fabrik-Arbeiter mit Leibbinden und wolienen Strüm- psen zu versehen und die Familien derer, die von der Krankheit befallen werden, zu unterstiitzcn.

Die Niederländischen Zeitungen waren beim Schlusse die:

Uses Blattes noch nicht hier eingetroffen.

* *

Cholera.

In der Residenzstadt Berlin waren erkr. genes. gestorb. Bestand bis zum 25. Nov. Mittags 2206 774 1392 40 Hinzugek. bis zum 26. Nov. Mittags 3 4 1 38 Bizzum 26. Nov. Mittags Summa 2209 778 1393 38 Hierunter sind vom Militair 34 17 17 = In ihren Wohnungen werden behandelt 15 Personen, in den Hoöpitälern 23. In Breslau waren erkrankt genesen gestorben Besiand bis zum 21. Nov. 1252 453 655 144 hinzugek. bis zum 23. Nov. 6 19 6 125

Summa 1258 472 661 125 In Konigsberg waren , erkrankt genesen gefiorben Bestand

' bis zum 17. November 2116 817 1271 28 hmzugek. am 18, 10 1 4 33 19. 11 3 7 34

2,0. 6 = 2 38

21. 8 1 4 41

Summa 2151 812 1288 41 AusbriiÉe dei“ Cholera sind bkmcrki: , Regierungs:Bezirk BreIlau.

Kreis Stetngu, in der Stadt deen am 17. November.

Kreis Trebnitz, tn Heidcwilxen am12.Nov. RegierungZ-Bczirk Oppeln.

Kreis Lcobschiiiz, in Stadt und Dorf Tropplowiiz, Gep-

pcrsdorf, Krug und Giesen bis zum 15. Nov. Regierungs-Beiirk Marienwerder.

Kreis Rosenberg, in Januschau am 18. Nov.; in Pa- chutken und Langenau am 16. Nov. Kreis Löbau, in No- senthyal und Kahanitz bis zum 17. Nov. Kreis Marienwer- der, m Garnseedorf am 10. Nov.

_ --.-»--

In Hamburg sind vom 23. bis 24. Nov. 3 Personen er- krankt, 3 genesen und 4 gestorben.

Den amtlichen Listen zufolge, erkrankten in Sunderland am 15. Nov. an der döSartigen Cholera 3, an der gewöhnlichen 7 und am Diarrhoe 10; es starben 5. Am 16ten erkrankten an der bJSartigen Cholera 5, an der gewöhnlichen 3 und am Diarrhoe 15; es starben 5. Es scheint diesen Listen jedoch an Genauigkeit zu fehlen, weil die in Sunderland praktizirenden Aerzte, um nicht vom Pöbel insultirt zu werden, es selten wa- gen, die ihnen vorkommcnden Krankheitsfälle für Asiatische Cho- lera zu erklären. Als am vorigen Sonnabend auf dem Börsen- Saale in Sunderland eine „Versammlung der Gesundheitö=Kom= missionen stattfand, versammelte sich draußen der Pöbel und rief: „Nieder mit Clanm)!“ 1)1'. Clannt) hat nämlich als Chef der dasigen Medizinal-Behörde einen Bericht über das Daseyn

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der Cholera unterzeichnet, der in Londoner Blättern abzedruéi worden, und dies hat den Pöbel , der Absperrungen befürchtet, gegen ihn aufgebracht, -

B i t t e.

Ich habe in einem an alle denkende Aerzte gerichteten Sendschreiben vom 29ften Sept. d. I. meine Ansicht iiber das Wesm der Cholera - die nichts anderes als eine Frieselform seyn dürfte _ so wie eine auf Theorie und Analogie gegründete Heilart dieser fürchterlichen Seuche veröffentlicht uiid nament- lich in allen größeren Städten Preußens eine der Amal)! der Aerzte entsprechende Anzahl von Abdrücken dieses Sendschreibens vertheilen laffen.

Troß meiner Bitte, daß meine verehrten Herren Kollegen ihre Erfahrungen über die Wirkung des von mir empfohlenen Ammoniums bei der Cholera recht bald veröffentlichen möchten, habe ich bisjest nur durch Herrn Ur. Steffen in Stettin die höchst erfreuliche Mittheilung erhalten, daß alle Aerzte in Stettin das Ammonium mit größter Zufriedenheit gegen die Cho- lera gebrauchen, nachdem ihnen zuvor bei der Anwendung von Opium, Camphora :e. die meisien Kranken gestorben waren.

Ich wiederhole nun meine Bitte an meine verehrten Her: ren Kollegen in Preußen, mich auf dem Wege der Publizität, z. B, durch die K. Preußische Staats-Zeitung oder durch Pri: vat-Korrespondenz, gefälligst wiffen zu lassen, welchen Erfolg sie von diesem eben so kräftigen als wohlfeiien und stets bereiten Heilmittel beobachtet haben. Ienen Herren Aerzteu, die 1th erst Versuche damit zu machengesomien sind, möchte ich nach- träglich eröffnen, daß das in meiner angedeuteten Rezept-Formel mit dem „Ammonium carbonicum verbundene Chinin entbehr- lich seyn diirfte. Jedenfalls aber bitte ich neben dem inneren Gebrauch des Ammoniums die Waschungen mit erwärmtem Amoniac nicht außer Acht zu lassen.

Mit aller Hochachtung gegen meine verehrten Herren Kol-

legen , Ihr ergebensier Würzburg, 15. Novbr. 1831.

Mehrere der Herren Prediger unserer Hauptsiadt haben sich, auf den Vorschlag des Kandidaten der Theologie, Herm Paul Friedrich Voigt, entschlossen, demselben Predigten, welche sie, während der Dauer der Cholera-Seuche, in hiesigen Stadt-Kir: chen gehalten haben, zur „Vereinigung in einer Sammlung an- zuvertrauen, welche bei Bechtold urid Hartje (Jäger-Straße 27 a.) auf Subscxiption (zu einem Thaler das Exemplar) erscheinen soll. Der Ertrag dieser Predigt-Sammlung, nach Abzug der Papier: und Druck-Kosien, isi der dereinfiigen Versorgung solcher Kinder hiesiger Bürger gewidmet, welche durch die Cholera ihre Eltein verloren und ihrer Diirftigkeit wegen die Aufnahme in das Große Friedrichs-Waisenhaus erlangt haben. Indem wir dieses Unternsbmen dem Publikum hierdurch empfehlend bekannt ma: chen, bemerken wir, daß alle hiesige Buchhandlungm und die sämmtlichen Armen-Kommissionen- Subscriptionen annehmen und soiches auch auf unserer Anmeldungs-Siube (im sogenannz ten Deutschen Thurm auf dem Gendarmen-Markt), Morgens von 9 bis 1 Uhr, geschieht.

Berlin, den 2. November 1831.

Die Armen-Direetion.

Für die hülfsbedürftigen Cholera-Kranken in den Provin ett sind vom 19. Oktober bis 8. November nachiiehende milde Beitr ge eingegangen : .

390) Von dem Hrn. General: Major :e. von Thiie [„ für die Stadt Paffenbeim in Ostpreußen, 10 Rthlr. 391) Durch J. Muhr von einem Auswärtigen 5„Rthlr. 392) Durch die K. Neg. Haupt- Kaffe zu Köln die im dortigen NegterunBs-Bezirk fernerweit gesam- melten 24 Rthlr. 15 Sgr. 6 Pf. 393) urch den Hrn. Neg. Präs. Richter zu Minden, aus der SammlunTRim dortigen Reg. Bezirk, 8 Ntblr. 22 Sgr. 7 Pf. Zusammen 48 thlr. 8 E" r. 1 Pf.

. Davon sind 15 Nthlr. an*den Magistrat zu Pa enheim und die ubrigen 33 Rthlr. 8 Sgr. 1 Pf. an die. SanetäW-Kommission zu Lobsens beute abgesandt worden.

Berlin, den 9. November 1931.

Im Namen des Vereins: v. Boyen. Fränkel. Poselger.

[)r. Eisenmann.

v. Auerswald.

Friese. Muhr.

Wissenschaftliche iind Kunsi-Nachrichten.

Aus Halberstadt schreibt man, daß daselksi binnen kur- zem, wie auch schon in vorigen Jahren, eine Kunft-Aussiel- lung veranstaltet wird. Der frühere Erfolg hat bereits den Ei- fer reichlich belohnt, womit wiirdige Männer ihren Mitbürgern einen Genuß zu verschaffen suchten, welchen die „Residenz vor den Provinzialsiädten nicht mehr voraus haben darf. Die Kunst ge- hört unserem ganzen Baterlande; das immer aligemeinere Auf- blühen derselben und die immer allgemeinere Kunstliebe müssen sich gegenseitig untersiuhen. Unter den zur Halberstädter Aus- stellung bereits ein egangenen Gemälden wird eines vier Fuß breiten, von der Hand des riihmlichsi bekannten Genremaiers Bürkei, erwähnt. Es fiellt Jtaliänische Landleute dar, welche mit Eseln und .Ochsen an einem Bitumen, in der Nähe des Besta-Tempels bei Rom, halten. Bon Halberstädter Künstlern nennt man ein Gemälde von Brandes, gegennxärtig in Rom, das sich durch kräftige Farbengebung auszeichnen soil. Ferner hofft man von dem Architektur- und Landschaftömaler, Herrn Hasenpflug, die Früchte der fleißigen Studien zu sehen, die der: selbe im verwicheiien Sommer in den Rbein- und Lahngegenden gemacht. Wir fugen unsererseits den Wunsch hinzu, daß auch unsere trefflichen Berliiier Kiinsiler bei dieser GelegenheitHalber: stadt nicht vergessen mögen, das ihnen schon sonfi seine Theil: nahme gezollt hat. Der Kastellan der Akademie, Herr Riez, ' hat übernommen, nähere Auskunft zu geben, Werke anzunehmen und das Verpacken zu besorgen.

Da gegen ineinc Beurtheilung der Gemälde in der Werderfchen Ktrche jich Zweifel erhoben haben, so “?“ti ich diexe sebr reinkom- mene Gelegenheit , um eineii nicht unw cht gen Um and nachzufra- gen, der mir bei Abfassung jenes Artikels entgangen war. Und ich thue dies um so lieber, als er eine Berichtigung einer meiner Acu- ßerungen einschiicßt und einen ehlgriff betrzfft, wozu mich freilich nur no ein viel rößerer von eiten des Kunßlers verleiten konnte. Hr. Prof. Vegas, owobl in dem Altargcmxklde, um welches es sich handelt, als auch Herr Prof. Wach in einem gleicheu, das nach Mosla): ckommen iii, haben uns eine Aufersiebung dar esielit, wah- rend die ächter um die Gxuft schlafen. Hier knüp : ich meine Betrachtungen an, obwohl em wunderbar schöner HolzschnittDürers, der eine ganz andere Auffassung desselben Ge ensiandes darbietet mich wohl hätte erinnern können, die heilige Éckwift ogleich selbé TYR Hand zu nehmen;_je tdanke ich diese Erinnerung er dem rund- ichen Wink eines ebrw rdigen Theologen. Man entsinne :ck der Erzählung bci Matthäus im 2817er! Kapitel; da ck von alle dem kein Wort, was unsere Maler abbilden,„ sondern das gerade Gegentheel. Es heißt, em Erdbeben erging, denn ein

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