1875 / 126 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 02 Jun 1875 18:00:01 GMT) scan diff

visori chen Anhaltischen Bahnhof, von wo um Ick Uhr die Abreis e Sr. MY)? ät des Königs . von Schweden nach Dresden erfolgte.

einer kurzen Spazierfahrt durch den Thiergarten kehrten Se. Majestät in das Palais zurück und nahmen um 11 Uhr im Beisein des Stadtkommandanten militärische_Meldungen ent- gegen. Hierauf folgten die Vorträge des wal- und Militär-

Na

kabinets durch die bezüglichen Kabinets-Chefs.

_2.Iuni. Gr.MajestätderKönigvonSchwedenund Norwegen empfing gestern vor der Besichtigung der Truppen eine Deputation der in Berlin ansässigen Schweden und Nor- weger. Der Sprecher derselben, der Kaufmann Storjohann, übermittelte Sr. Majestät den unterthänigsten Gruß und den Ausdruck treuer Ergebenheit. Die ihr zugefaUene Ebre erfülle die Deputation mit Stoiz, da sie auf deutschem Boden ständen, der einem großen Theile der hier lebenden Landsleute eine zweite Heimaik) geworden sei. Es gereiche der Deputarion zu aufrichtiger Freude, Sr. Majestät die besten Wünsche für AUerh-Jchstjein und des König-

lichen Hauses Wohl Überbringen zu dürfen.

Se. Majestät der König dankte der Deputation und betonte, welche Freude es Ihm bereite, gerade auf deutschem Boden einer so großen Anzahl von Landsleuten zu begegnen. Allerhöchst- derselbe ließ Sich alsdann die Mitglirder der Depntation, dcr fich auch der schwedische Konsul in Stettin angeschlossen hatte,

vorsteUen und verweilte in längerem Gespräche mit denselben.

Nack) der Trupprnbefichtigung fuhren J [] re Ma j e stä t en d er Kaiser und König und der König von Schweden, Se. Kaiser1iche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Se. Königliche Hoheit der Prinz August von Württemberg und daes Gefolge nach der Kascriie des Kaiser Franz Garde-Grenadier-Rrgiments Nr. 2, in welcher Allerböchft- imd Höchstbieselbeu am ersten Portal des Exer-

zierhauses vom Offizier=Corps ehrfurchtsvoii empfangen wurden.

Unter Führung des Obersten Bogan von Wangenbeim nahmen die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften zunächst das auf dem Kasernenhofe zum Gedächtnis; der in dcn Iabren 1870/71 gefallenen Krieger errichtete Denkmal in Augenschein

und betraten den hinter dem Exerzierhause gelegenen Raum,

woselbst mehrere Abtheilungen an Gerüsten turnten, mehrere

Conira-Fechier aufgestellt waren und eine Abtheilung die Hin- dernißbahn passirte. Se. Majestät der König von Schweden besichtigte darauf die Kaserne 111 spezielk, verweilte längere Zeit in den Mannschaftsstuben Uiid nahm von vielen Einzelnheiten ein- gehend Kenntniß. In der Küche geruhte Se. Majestät der König von der fiir die Mannschaften bereiteten Speise zu kosten. Die Aberhdcbsten und Höchsten Herrschaftcn begaben Sick) alsdann durch den Offiziersgarten nach der Ressource, wo die Regiments- mufik spielte. Bei dem vom Offizier-Corps angebotenen ])(YjGimSi' äinat0ir0 brachten Se. Majestät der Kaiser und König auf des Königs von Schweden Majestät folgenden Toast aus:

„Erlau'en Mir Ew. Majestät, in diesem engercn militärischen Kreise Meinen Dank für das ersichtlich gnädige Interesse aus- zusprechen, Welches Sie für Meine Armee bewiesen Haben, wir es sich besonders bei der Besichtigung der Truprcn dcs Garde-Corps gezeigt. Im Namen Meiner Armee rUfe ich: Es lebe Seine Majestät der König von Schweden und Norwegen! Hurra!)!“

'Se. Majestät der König von Schweden antwortete mit sehr herzlichen Worten, wie werth Ihm Sein hiesiger Aufenthalt durch die herzliche Aufnahme geworden sei, die Er iiberall ge- funden, besonders aber durch die vielen Beweise der persönlichen Freundschaft Sr. Majestät des Kaisers seit dem ersten Zusam- mentreffen im Iabre 1846 in St. Petersburg bei VermähkUUI der Großfürstin Olga, und trank dann anf das dauernde Wohl

Sr. Majestät des Deutschen Kaisers. menö-«Hft ,wxdmet0_des Kön" s nm, «:ck-„„den Ma1e11at auch dem Regiments cinen

;Crmyxrcilizch.

(] fast einstündigem Aufenthalte fuhren die Allerib en H„crrsdha-ften nach dcm Centraldepot der Fenerwehr, 1110]??in- bocbftdteielben vom Branddirektor, Grh. Rrgiei'ungs:Ratl) Sca- bel], ehrfurchtSvoU empfangen wurden. Einer Lokalallarmirniig folgtc_eiiie Pgradeaufsteiiung drr Fencrwchr-Mannsck3aften, ein Vorbetmarsck) m Sektionen, Uebungen mitSpriYen imd Hakenlcitern ; den Schiiiß bildete eine Allarmirung der gesammten Fenerwchr, die (ius drn_verschiedenften Stadtgegenden in kürzester Zeit herbei- eiite. Die Uebungen, denen auch der Minister des Innern, Graf zu Eulenburg, und der Polizei=Präs1dent v. Madai bciwobntcii, erregten das» [eb'hgste Interesse Beider Majestäten. Nack) Brondi- gung der Exerzitien begaben Sick) Allerböchstdieselben mich dem Zeughczuse, von wo Se. Majestät der „Kaiser und König in Yllerbochstihr Palais und Se. Maj-stät der König von Schwe- den ni das Königlirhe Schloß zuriickkchrten.

" _Viack) kiirzem Aufenthalt im Schlosse stattete Se. Majestät dcr Konig vo_n Schweden dcm Reichskanzler Fürsten von Bisrnarck cinen Bciuck) ab, iiachdem Se. Durchlaucht Tage.? zuvor die Ehre 1dItE-Zmpfangs bei des Königs von Schweden Majestät gehabt ) e.

I)iachmiitags' um 5 Uhr nahm Sc. Majestät der Kbniq von Schwrden am Diner im Kaiserlichen Palais Theil, 311 dem *gegen 60 Einladungen ergangen waren.

Abends'7 Uhr 50 Minuten besuchten Beide Majestäten die Borsteüung mz Opernhause, drr auch Ihre Kaiserlichen Und Kb- niglichen Hobriten der Kronprinz und die Kronprinzessin bci- wdhnten, uiid fuhren nach Schluß der VorsteUung znr Soirée bei dem Minister des Königlichen Hauses, Frhrn. v. Scisciniß.

Heizte'Morgen um !) Uhr 40 Minuten ist So. Majestät der Konig tion Schweden mit der Anhalter Bahn nach Dresden czbgereist. AUerhöchftderselbc wurde von Sr. Majestät dem,.Kaiser und König, Sr. Kaiserlichen Und Königlichen Zo'heit' dem Kronprinzen, Ihren Königlichen Hoheiten den Prinzen

m_edrick) Carl und Alexander und dem Prinzen August von Wurttemberg nach dem Bahnhofs geleitet, woselbst fich qur Verabscßtedmig der schwedische Gesandte Baron von Bildt nebst Gemcihlm und Tochter, der Gesandtschafts-Sekretäc Graf de la CYardte, drrGeneral-Feldmarsckzail Freiherr von Manteuffel, der Kriegs-Mmtster General dcr Infanterie von Kamcke, mehrere Generale, der,.Kommandant von Berlin, Genrral-Major 11. Neu- triann, die Militärbevoümächtigten, die zur Zeit hierher komman- d'irten schwedischen Offiziere und der Polizei-Prästdent U. Madai ngEfUUdLU hatten.

Um die hö_lzerneii Träger der interimistischcn Bahnhofshalle waren'brette Vander m schwedischen Farben geschlungen, ebenso war die Decke geschmackvoll durch aufgespannte Fahnen dekorirt. Zahlreiche Fahnen und Standarten in schwedischen, norwegischen, deutschen und preußischen Farben verliehen mit hochstämmigen Blattpfianzen und Jruxien Guirlanden, die fich von Säule zu Säule schlangen, der Halle Jm festliches Ausfehen; vor dem Königlichen Salonwagen [wg em prgchtvoller Teppich, von dem eine PikkpUkWthe Pluschdecke bis zum Kaiserlichen Abfahrtssaion reichte. Unter Vorantritt des Polizei-Präfidenten v. Madai und

des Ober-StaUmeisters v. Rauch betraten Beide Majestäten entblößten Hauptes den Perron, auf welchem das zahlreich ver- sammelte Publikum ein enthuftaftisches Hoch NUMMER?- Majestät der „Kaiser und König führten Ihren Königliohen Gast bis an den Salonwagcn und nahmen wiederholten Küssen druck von A(lerhöchftdemselben Abschied; Schweden Majestät drn Höchsten Herrschaften die Hand, den iibrigen Herren und bestieg dcn Salonwagrn. höchstderselbe trat alsdann an das offene Fenster und reichte, als sich der Extrazug in Bewegung srßte, nochmal dem Kaiser und König die Hand zum Abschied,

Se. Majestät der Kaiser und König verweiiten noch kurze Zeit auf dem Perron und beehrten die Gemahlin des schwedi- schen Gesandten und die anwesenden ichwedischen Offiziere mit einigen huldvolien Worten.

_ Ihre Majestät die Königin von Schweden und Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kron- prinzess in besuchten am Sonntag Mittag das Augusta-Hospifai iii der Scharnhorststraße und das mit demselben verbundene Asyl fur Krankenpftegerinnen. Unter Führung der Oberin Fräuiein von Jena, der Asylvorsteherin Fräulein von Arnim, Kurators Charités-Dircktors Spinoia und der beid Aerzte 131". Küster und Dr. Senator best Höchstdieselben alle Räume,

herzlichem Hände- des Königs von

Sick) vor

53 Sr. Majestät

dcs technischen en diriqirenden chtigten NUerhbchft- und die Krankensäie. Damrn, brgleitct arlottenburger „Flora“.

namentlich auch

Am Myntag Mittag bes11chten Beide Fürstliche vom Fmsten zu Putbus, die Ch

_ Der Ausschuß des Bundesraths für Zoll- und Steuerwesen trat heute zu einer Sitzzung zusammen.

_ Im weiteren Verlaufe H errenhauses wurden die §§ betreffend die Aus

der gestrigen Sißung dcs . 8 und 10 des Gesetzrntwu führung der §§. 5 bis 6 "des Gescßes om 30. April1873 wegen der Dotation der Provinzial; und hneDiskusswn genehmigt. Zu §. 11, welcher

setzes vom 30. Juni 1841 (Gessi;- inz Schlesien angesammelten Fonds für die drei Regicrnngsbezirke dieser ck)erungSgrseÜschaftcn, drm

KreiSverbäude, :)

„Die in Ausführung des Ge Sammlung S. 285) in dcr Prov wcrden, untrr Aufhebung der Provinz bestehenden Vieh-Verfi verband? von Schlesien zur Verwaltung und Verwendu irrrsse dcr Rindviehzucbi drrjenigcn Bezirke, angesammelt find, überwiesen.“

stellte Herr v. Seydliß den Znsaßantrag: verbande von Schießen den FdndS zur Un schwemmten vom Jahre 1854 zu übergcbci. tragsteller diesen Antrag befürwortet, der Re Geb. Ober-Regierungs-Rati) Persius fi hatte, wurde derselbe vom Hanse abgeleh genommen. Ohne Diskussion wurden ferner die nach den Vorschlägen der Kommission angenomm Tic Diskussion über §. 20 wurde mit der Der §. 2 lautet nach den Beschlüssen der stimmend mit den Beschlüssen des Ab-

PkO'ViUZÖÜ“ _ tt_g tm Ju- ,fur Welche diese Fonds

mich dem Provinzial- trrstiißung der Ueber-

Nachdem der An- gierungs-Kommiffar ck) aber dngegen erklärt §. 11 aber an- §§. 12 bis 17

_ jenigen iiber §. 2 zu; ammengefaßt. on und überein geordnetenhauses: heilung der im §. 1 gedachten Gesammtsumme von folgt zu einer Hälfte nacb dem Maßstabe des Flächen- deren Hälfte nach „dem Maßstabe der Zahl der Civil- die Volközählung im Dezembrr 1875 auf die einzelnen Kommunalberbände “* worden durch Königliche Verordnung fest- wßgabc dcryrlkcn zu bewirkenden 91115- U Jahresrenten: ]) drr Provinzialver- „M., 2) der Provinzialvcrband von Bran- aiid von Pommcrn d_v0_n Posen 1,160,073 «M, 5) 081,058 „FF., 6) der Provinzial- 7) dsr Provinzialvrrband don .“, 8) drr Provinziaidrrbaiid Von Writ- rband der Rheinprovinz 4,897 .“, 11) der Stadt- „44, 12) drr Landesidinmunalvcrband 13) der Provinziaerband te Jadcgrbiei 1266 „sé.

0,000 «14 er inhaltes, zur an bevölkerung, wie solche durcb fcstgestcllt wird, Die hixrnach entfallendén Jahreören ' süßem. - Bis zu de;, gleichung erhalten vorläufig a band ron Preußen 2,465,166 danburg 1,539,531 «ckck,

3 der ““ovmiilverb ],131,114„4/7., ) P; 3!

. 4) dcr Provinzialvcrban dsr Probinzialverband Von Schlcsirn 2, vrrband von Saibft-n 1220819 „46, lblrswig-Holstcin 730,581 feilen 1.017,285 „16, T)) drr Provinzinlvc . „ZU, 10) der Stadtkreis Borlin 26 erS Frankfurt a. M. 36,090 der Hobenzoilcrnschi-n L von Hannover für das demjelben einverleib

20 lautet Nach den Beschlüssrii drs Abgeordneien-

ande 47,865 „16,

Für die Ueirrimbiiie dsr Siqatschausiccn einschließlick) der Ko stomrung dcs fiir die obcrc L sowie für die Brau dcn, beziehungswrise

altnng mid Unterbalfung dcr sten dsr Besoldung und P Und Unterhaltungs- 1ecn nru anzusielicn: npcrsouals wird dcn Jahresrente von 19 Renta rrhaltrn: ]) der Pro- .16, 2) dsr Provinzialvsrbaiid and vom Pom- osrn 401,520 (76,

_ riiung dcr Neu-

ssicbtigung dsr Cbaiis schon vorhandenen Bcami? _ . 8 genannten Komnmnalverbänden eine Miliionen Mark gewährt. Von dieser vmzialverband von Prkußen 1,581,840 von Brandenburg 040,400 «., 3) der mern 656,540 „15,

. ' Proviiizialycrb 4) der Prdvmzmlverband von

S. 223) und" des Gesetzes vom 1]. März 1872 (Geseß-Samml. S, 157) zu gchhrendew Jahresrentew Werden demgemäß um die ange. gebenen Betrage crbohi, und ist dabei der den Provinzialvrrbänden Fach dem Schlußsatse des §. 18 zu machende Abzug zu berücksich- tgen. .

Hierzu lagen folgende Anträge vor: '1) vom Grafen Udo- zu Stolberg-Wernigerode:

Für den all der Ablehnung der Kommissionsvorsibläge zu §. 20 den Paragrap )en wie folgt zu fassen: 1) den ersten Absaß in der Fassung des Abgedrdnetenbausrs, 2) als zweiten AbschZ „Von dem Neste_ der 4 Millionen Mark wird vorivcg 1 WWW 5 ark auf die Provmzialverbande von Preußen, Brandenburg, Pommern, Posrn, Schlesien und den Stadtkreis Berlin, _ die anderen 3 Millionrn Mark Werden auf die sämmtlichen vorgenannten Kommunalvrrbände nach dem Maßstabe und den Vorfchriften im §. 2 dieses Gesetzes veribUlt; bis zu dem Erlziß der hierin vorgesehenen Königlichen Vér- ordnung Wird der Vertheilung vorläufig die VolkSzäblung vom De-

Absaß nach den Kommisfionsbeschlüssen;

2) von Herrn von Kleist-Reßow:

1) den zweiten Satz nach der Vorlage des anderen Hauses wieder- herzustelien; 2) den zwoitrn Tibia? dersrlben wie .folgt zu fassen: Von drm Reste der 4 Miliionen Mar wird voriveg 1 MiÜion Mark auf die Provinzialverbande von Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen, Schlefien und den Stadtkreis Berlin, _ die anderen 3 Millionen Mark Werden «)uf die sämmtlicbm vorgenannten Kommunalberbände nach dem Maßstabe und _den Vorschriften im §. 2 dieses Gesetzes vertbrilt; bis zu dem Erla); dcr hierin yorgrsebenen Königlichen Vera ordnung wrrd der Vertheilung vorläufig die Volkszählung dom De- zember 1871 zunx (Grunde gelegt; 3) den lcßien Absatz nach drn KoniMissionsbeickUuffm anzunehmen;

Z)--O0M Freiherrii von Mirbach:

DSU §. 20 nach din Beschlüsssn des Hauses der Nbgeordnrien

dem wird noch eine Million Mark jährlich den Kommunalvcrbänden vo_n Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen und Schlesien über- Wicsrn zu Clwusiee Neubauten Babufs Außgleichung diefer Kommunal- Vcrbgndr mit 'drn übrigen betreffs der Staatsibauffscn. Disse eine M1Ü_1l)1'1 Mark wird nach §. 2 disscs Gesrßes untcr die 5Komiimimi- verbande vertbcilt“;

4) von Herrn von Voß:

' ]) AliRi-„a 2 die Worte: „,und Einnrbmer“ zu streicbrn; 2) dxm Alumi 2 folgendes nrue Alinea folgen zu lassen: „SoWrit Chaussee- gsld-Emnebmcrbauser zugleich zu Wohnungen fiir Chausseewärter 11110 Aufsrber gedisnnt haben, gebt das Eigenibum an denselben auf“ di,“ Promnzialverbande Über. Bezüglich aller sonstigen Chausseegeld- (Y"mnehmerbauser steht den Provinzialverbändrn das Recht zu, die» selben gegen deren Taxwrrtb zu übcrnebmcn; 3) dem §. 20 als leßtes Altura folgenden Zusaiz beizufiigc'n: Sowi'it die im Schlußsaße des §, 18 gedachten Sxaatsstraßen aus dem Cbaussee-Unterhaltungsfoiids uiiterhaltcn sind, Wird der brziiglicbr Kostcubetrag bis zu andechitiger Zielgelxixg drr Suche Von den vorgcdnckytcn Jahresrenten in Abzug ge ira ) .

Nack) läiig'crer Diskussion, an der fick) die Herren v. Mir- back), 'v. Kleist = Rc ow und der Referent Graf Zieten- Schwerin sowie an der Handels - Minister 1)r. Achenbach betheilrgx'en, wurden sämmtliche Anträge, auch derjenige der Komniisjion _ der Antrag Graf Stolberg durch Namensauf- ruf mit 67 gegen 32 Stimmen abgelehnt und der Beschluß des Abgeordnetenhauses angenommen. Dann wurde die Debatte

um 42 Uhr vertagt.

_ In der hrUtigen (30) Sißimg des Herrenhauses, wricher der Justiz-Ministcr 1)r. Leonhardt und mehrere ReZierungs-Kommiffare beiwohntcn, und welche der Vize: Prafident von Bernat!) um 114 Uhr eröffnete, wurde so-

'fort die Spezialdiskusfion iiber das Geseß, betreffend

die Airsführung drr §§. 5 Und 6 des Gescyrs, betreffend die: Dotation _der Provinzial- und KreiSvrrbände, begonnen. Die §§. 21 bis 26 wurden in dcr von der Kommission iqucsckzla: genen Fassung angenommen. * Den §. 27 empfishii die Kommission in folgender, von dem Nbgrdrdiicteiihausr beschlossenen Fassung ziir Nmmhmc: Eibeidef kaäß „Z, 4 drr KreisNdming vom 13. Tczciiibc'r 1872

sina Stadt aus cinem Landkreiss (WI, so ist dcrjcxxigc Theil der dem lrßicrcn auf Grund der §§. 3 und 4 ch Géskßkö Vom 30. April

1873 zur *Durchfübrung der Ki'éisordmmg iibriwicicnen Summe;

wcichrr nacb drm im „S. 2 jene_s (Hrscizis vorgeschriebenen Maßstabe cm) die KUSZÖUDMÖL Stadt entsaisen würde, nach oben dicicm Mas;- skabc auf

t_)i*i1-'n und um dcn hiernach anf ichn Lmdfreis cni'iilrndcn Brita

die Dotation desselben zu erhöhen. * P J

ämmilickw Landkreise dcr betreffenden Provinz zu ver-

Dicss Bestimmung findet auch auf die seit Erla)"; dcs Gcsevrs

vom 30. April 1873 bereits ausgrschic'drncn Städte Ilnwkndung.

Dagegen beantragte Herr Becker (Halberstadt), dcn §. 27

wie folgt zu fassen:

Dic Stadtkreise erhalten Vom 1. Januar 1873 ab aus dcn Ein-

nabmcii" dcs Siaatöbanöbalfrö einc Jabreéircnte nac!) densrlbcn S_Zrundtaßkn, nacb Wclcbcn die Jabrcörcmcn der Landkrciic zur Durch- f_111)_rimg der Kreisordnung auf Grund des §, 1 Nr. 2 und 3 des (Hrirßcs vom 30. April 1873 bcmesscn und vcrtbcilt sind. Dir Fest-

and von Schlesien 1,522,170 erband von Sachsen 1,540,510 lerig-Holsirin 1,001,690 «sé, . rr (rinschlicßlick) des Jadcgrdi vmzmlvsrband don Wsstf rerband dcs Rogierungsbezirks niunaliierband 12) der Stadtkreis Fr dcrband drr R

5) der Provinzialvrrb (;(-., 6) der Pro- „44, 7) dcr ProvinzialNrband 8) drr Prodinzialderband von 6120 1,806,890 .14, 9) der Pro- 10) der Kommunal- Cassel 1,071,110 .I., 11) der Kom- Wiesbaden 114,072 „76, 13) dcr Provinzial- 14) der Stadtkreis Berlin Kommunalverband drr Hohenzoile 15,000,000 «.

«1an 1,746,340 «sl.,

Regierungsbezirks _ anksurt a. M. beinprdvinz 1,605,850 M, 15) der Landes Lande 111,970 „;(, Summa: Der Rast drr 4 Miliionen M Koznmunqlderbändc nach dem die_1e§ Geseßes verthcilt; Honigliciwn Verordnun zahlung vom Dczembc ., Dir den Kommnn iv811e11ach§. 1 dcs Ge und ch Gcscßes vo: wghrenkcn J trage rrböbt. Hiergegen beantra maszeii zu fassen:

Fur die Ucbern _Stwatsrbausseen eins sionirmig des für die ten, Wie fiir die Beau bczrcbungSweis „d. 18 genanntem Komm lionen „Mark gewährt.

Dieselbe wird unter diese Kommunalverbä hxsn . Lorbandcneü tSklaalissir g ezir en zur n cr)a tung bisher verwandten ck dem Maßstabc der Vorschriften des §. 2

csel)ene_n Königlichen Verordnung olkSzahlung vom 1. Dezember

ses Gcießes, bezic-

ark wird auf die vorgenanntrn drirbriftcn im §. 2 , _ )ierin Vorgesehenen 9 Wird der Vcrtbeilung vorläufig die Volks- r 1871 zum Grunde gelegt.

alVCrbänden 11('lch §. 2 diesrs Ges isses vom 7. März 1868 (Gesetz- n 11.März 1872 (GrsZY-S ahrrsrcntcn wcrden demgemäß ni

_ Maßstabe und den B bis zu dem Erlaß dcr [

cßcs, beziehungs- Samml. S. 223) animl. S. 157) zu ge- n die angrgebeneu Br-

gte die Kommission, den §. 20 folgender-

g und Unterhaltung der sten der Besoldung und Pen- und UnterbaltungEbau- een ne'u anzustellenden, " , ersonals wird den im unalverbanden eme Jabreörcnir von 19 Mil-

nde zur Hälfte nach aßen und der in dcn

ahm; der Vcrwaltun chlicß1ich der Ko citnng der_Neu- fsichtigung dcr Cbauss ? schon vorhandenen Beamtenp

der Länge der in i einzelnen chierun Kosten, zur Hälft dicjeö Geseßes vertheilt. m Erlasse derlhierin vvrg vor an die 1871 ZU Giunde geg fig Kommunalverbändcn nack) §. 2 die

siciliing dcr Hiibc dirier Jabrcörcnten, sowie dercn Vertheilung auf die cmzclucn Stadtkreise cifolgt dnrch Königiikbr Vcrordnnng.

Bei dcr Debatte wurde dieser Antrag von dem Antrag-

ßeller, Herrn bon Kicist-Reyow und Herrn Bredt zur Annahme empfohlen, während der Regierungéi-K'ommiffar Geheimer Ober: Regierungs-Ratl) Perfius empfahl, ihn abzulehnen. _ Bei der Abstimmung wurde der Antrag Becker verivorfen und der H. 27 11ach den Anträgen der Kommission angenommen. *

Ohne Diskussion wurde sodann (incl) §. 28 genehmigt

und in der Schlußabs1immim das an ' Ge e ich den B':- schlüssen der zweiten Lesungg 9 3“ s 13 ) .

Ebens 0 wnrdrn die beiden anderen Anträge der Kommission an-

grnowmrn: dic Petitionen des Ostcrodcr Kreises, dcs KreisesHeili- genbcil m OstpreUUßen, des Kreises IÜterbog=Luckenwalde durch den Beschluß 511 1 fur erledigt zu erklären und die folgende Resolu- tion anzunehmen: Dir Königliche Staatöregierung aufzufordern, drn Verkanf von Chauffeclzäusern fortan zu fistiren, die Zn- sttmmimg dcr Majorität des Hanses, obgleich der Regierungs- kommiffar sich gegen die Resolution aussprach.

Es folgte sodann als zweiter Gegenstand der Tachordnung

der Bericht der )(11. Kommission über den Gesc entwur, be- trrffciiddieVrrfaffu1ig dch erw altiing5gerichtcßund dax Ver- waltungs-Strcitverfahren. _ An der Geiicraldiskusfion betheiligtc fick) neben dem Referenten der Kommission, Herrn von Winter- feld, nur noch Graf zur Lippe; beide empfahlen die An- nahme der Komuiisfionsvorschläge, welche das (Hefe); in vielen Paragraphen Abanderungen unterworfen hat. Bei Schluß des Blattes begann die Spezialdisknsfion.

_ Am Schlusse seiner gestrigen Siyimg beschäftigte sich

das, „Haus 'der Abgeordneten nack) Erledigung zahlreicher Pchtitionen m1t dem von den Nbgg. Vr. Virchow, [)x'. Petri und Wtzidthorst (Bielefeld) eingebrachten Anfrage „die Staats: regierung aufzufordern, dem Landtage in der nächsten Session emen Geseßentwurf Über die Aufhebung des konfessio- nellen Charakters dcr Kirchhöfc vorzulegen.“ Der Abg.

«: nach §.1 des Gcseßcs vom 7. März 1868 ((Heseß-Samml.

1)r, Virchow empfahl, die Uebergabc der Kirchhbfe an die bürger-

zember 1871 zum Grunde gelegt.“ 3) Als letzten Absatz den leßten'

wiEdcrherzustelle'n, jedoch am Schlusse desselben hinzuzufügcn: „Außer-

liche Gemeinde Nicht mit einem Schla e zu vollziehen, sondern die Umwandlung der bestehenden Einrichtung schon mit Rücksicht aufodas materielle Interesse mancher Kirchen schrittweise vorzu- bereiten. Der Staats-Minister ])r. Falk erklärte, daß die Regie- rung mit dem Gegenstande bereits beschäftigt sei, jedoch bei der außerordentlirhen Urberbürdung mit zum Theii noch dringenderen legislatoristhen Arbeiten, fich unmöglich verpflichten könne, den gewünschten Geseßentwurf, der die eingehendsten Vorarbeiten veric'mge, schon in der nächsten Sesfion vorznlegen. Nachdem die Abgg, Goerting und Windthorst (Bieiefeld) den Antrag warm befürwortet und der Nbg. Frhr. v, Fürth ihn als einen Eingriff in die Gewisseiisfreiheit der an ihrem Glauben fsst- haltenden Gemeinden aller Konfessionen bezeichiiet hatte, wurde er mit Wegiaffnng der Worte „in der nächsten Session“, welche Abg. Jung beantragte, angenommen und die Silzung Um 33/4 Uhr geschioffen.

_- In der heutigen (71.) Sißung desHauses der Ab- geordneten, welcher am Ministeriisck]e die SiaatZ-Minister Camphausen, 131“. Falk, [ck12 Achenbach und 1)r. Friedeiitbal, so: wie mehrere Kommissarien beiwohnten, erhielt vor Einiritt in die Tageöordnung der Abg. Dr. Rocckerath das Wort, welchcr ficl) gegen die von dem Staats=Minister ])r. Falk in der Sitzung des Herrenhauses vom 22. Mai gegen ihn gerichteten Angriffe zu ver: theidigen sachte. Diese Angriffe waren durch verschiedcne Ausfüh- rungen des Abg. 1)r. Roeckerath in der Sißung des Abgeordneten- hauseSdom 10. Mai in Vetreffmehrererim Ministerium für die geist: lichen :c. Angelegenheiten eingegangener Gutachten iiber die Thätig- keit der barmherzigen Sckpvestrrn, insbesondere in Diireww-Zrmxigßt. worden. Der StaatH:Minister 1)r. Fakk beschränkte fick) auf eine thatsächlichc Berichtigung. _ Erster Gegenstand der Tagesord- nung war dir zweite Bsrathmig des GLsLHLUUUkas, be- treffend dén Ankauf und die VoÜendung der Pom- merschen Centraleisenbahn und der Berliner Nord- Eis enbahn, sowie die Verwendung drr verfallenen Kautionen für die bezeichneten Eiscnbadnnnternel)mungen. Zu §. ], welcher den Handels-Ministcr ermächtigt, beide Eisenbahnen, jedoch die erstere für höchstens 2250000 .us-ä, die audere fiir höchstrns 6,000,000 „X(? für Rechnung des Staates anzukaufen, waren 13 Redner zum Wort gemeldet und zwar 4 (Kiesclzke, Richter (Hagen), Schmidt (RWH) mid Hoppe) gegen, 9 fiir den §. 1. Bis ziim Schlaf; des Blatts?» sprachen die Abgg. Kiescbke und Richtcr (Hagen) gcgen, Abg. v. Löper-prcrsdorf fiir §. 1.

_ Dcr General-Major Dieterich, Jiispecteur der 2. In- genicur-Znspckiion 11110 der vereinigten Artillerie: und Iiigenicnr- Schiiie, hat fick) zur Inspizirmig eines Theiss der Pibiiicr: Bataillone und der Fortifikationcn des Iiispektionsbcreickw zu- nächst nack) Torgau, der C0ntre-Admiral Henk, Direktor der Kaiserlicixn Admiralität, znr Uebernahme des Kommandos dex; Panzergeschwaders, und der Kapitän zur See von Blanc, Dezernent in der Kaiserlichen Admiralität, zum Antritt dcs Kom- mandos als Chef drs Stabes dcs Uebungsgeschwaderö nach Kiel begeben.

_ Ans Echternach wird der „Luxemburger Zeitung“ der am 27, d. erfolgte Tod des Großbcrzoglick) luxemburgisrhcn Gesclzäftstriigcrs am hiesigen Hofe, 1)r. Föhr, gemeldct.

_ S. M. S, „Augusta“ hat am 25. Mai cr. Vormit- tags von Liffabon (ch die Reise nach Brasilien aiigctreten.

_ Der Thicrarzt Heiiisen zu Raßeburg ist zum kommissa- rischen KreiSihicrarzt fiir den Kreis Piven ernannt worden.

Bayern. Miiiickien, 31. „Mai. (Allg. Ztg.) Dcr Priester J, B. Vittl, Inspektor und Professor an der Kbing- lick)cii Pageric dahier, ist wegen Aeußerungen, die er vor 61111ng Zeit iiber das Dogma der Unfsblbarkeit gemacht haben soil, niit dem crzbiscbdfiichrn Ordinariat in Konflikt geratben. 'Drrseibe wurde wegen jener Nenßeruiig zur Rede gesteilt imd ibm eme Erklärung zur Unterzeichnung Udrgrlcgt, die Unterschrift abcr vcrwcigcrt. In Folge dcffcn wurde Hr. Bittl durch den Vor- stand der Kdiiiglickzrn Piigcric sowohl der Professi": als der JUskatOl'sti'UL enthoben. _ Der Obcr- StabSarzt [. Kiwi]? bet der Kommaudaiitur der Rcfidcnzstadt, 1)i'. Stadelin81)_cr_, ist 1111 besten Maniiesaitcr heute gsftorbcn. _ Vor dem [)WUch Be- zirksgerichts begann beiitc dcr Sozialistenprdzrß. " Den Vorfiiz fiihrt Hr. Bezirksgericht§rath Frciherr V. Castell, wahrend die Staatsbrhbrdr Hr. StaatSatiwiilt Barsch vertritt, Es find zm“ Durchfiihriiiig dcr Vcrhaiidiiiiig 3 Tage anberaiimt, 'héiitc soll die Anklage gcgen dic crschicncnrn und abwesenden Mitgiic- der der bicfigcn Sozialdemokratie, morden dic Vcrnebmnng der (18) Zeugen dnrchgefiihrt und alsdann zur, Begrun- dung der Anklage und Verthcidignng geschrittcn wer- den. Von den angeschuidigten Mitgliedern find beute Morgcn 24 anwesend gewesen. Die meisten derselben bezeichnen fick; ais konfessionslds. Der Erste Anklagepunkt betrifft die Uebertrctimg ch Vcrein-deseixcs, indemdi'r betreffciidc Vor- stand, Michael Jung, den politiichcn Vereiii 'nicht Vorschrift??- mäßig anzeigt?, und derselbe mit andern politischen Vercmrn in Verbindung getreten ist. (Vergehen wider die Art. 14 Und 17 des Ver.:Ges. v. 1850.) Der bcschnldigte Vorstand stellt den Bestand eiiies politischen Vereins in Abrede, die einzelnen Mitglieder schließen fich diescr Anschauung an; sie wollen zwar der sozial- demokratischen Arbeiterpartei angehören, allein keinem dcr be- schuldigten Vereine beigetreten sein. Die weiteren Nnklagcpuiikte smd gerichtet gcgen Ernst, Kiefer und Oehme (als Vorstand der ]. Münchener Genossensckzaftsbuclzdruckerci) wegen Vergehens gegen das Reick)chnoffcnsckwstSgeseß, gcgen Bbxier, Mick) und Konsorten wegen Uebertrctung des Vcreinögrieyes und gegen Oehme wegen Vergehens dcr Unterschlagung.

Sachsen. Dresden, 1. Juni. Der offizieile Empfang Ihrer Majestäten des Königs Und der Königin von Schw eden wird morgen (Mittwoch) auf dem Böhmi1chcn Bahn- hofe hierselbft stattfinden, woselbst Allerhöchstdieselben Mittags nach 12 Uhr Eintreffen werden. Zum Ehrendienft smd bestimmt: bei Sr. Majestät dem König Oskar 11. der Commandeur der KavaUerie-Dioision General-Lieutenant Senfft v. Pilsach und der Commandeur des 1. Iäger-Bataillons Nr. 12 Oberst-Licutcnant v. Cerrini, Welck)? Beide Sr. Majestät bis Rödcrau entgegen- reisen werden; bei Ihrer I)iajeftiit der Königin Sophie der Ober- Kammerherr v. Gersdorff und" der Kammerherr v. Wuthenau. „In den Paradesäien des Königlichen Schlosses wird morgen Nachmittag 4 Uhr Galadiner und Abends Hofkonzert stattfinden.

_ Auf Allerhöchsten Befehl__wird wegetx erfolgten Ablebe'ns Ihrer Durchlaucht der Fürstin Luqe, PrinzesimReixß-Köstriß, geb. Prinzessin Reuß-Greiz, am Königlichen Hofe, eme Trauer auf drei Tage, von heute bis mit 3. 1). MB., in Verbindung mit der bereits angeordneten, angelegt.

Württemberg. Stuttg'art, 30. Mai. Se. Königliche

Hoheit der Prinz Wilhelm von Württemberg ist gestern zum Gebrauch einer Brunnenkur nach Carlsbad abgereist.

Mecklenburg, Schwerin, 30. Mai. Der Groß-

herzog verweilt gegenwärtig zur Kur in Gräfenberg. Wenn im nächsten Monate der Hof wieder „111 Schwerin vereinigt ist, wird der Besuch der Königin von Wurttemberg erwartet.

Anhalt. Dessau, 31. Mai. Der Herzog, die Her-

zogin und die Prinzessm Elisabeth haben fick; von Düssel- dorf nach Wien begeben, um bei der Bestattung der zu Ernst- brunn bei Wien verstorbenen Prinzesfin von Reuß, geb. Prin- zsssm Reuß (friiher vermählt mit dem Prinzen Eduard von Sacbsen - Nlienburg und somit Stiefmutter der Herzogin) zugegen zu sein. _ Die beiden jüngsten Kinder Sr. Hoheit find von Sondershansen hier wieder eingetroffen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 1.3a11i, Der Kaiser

hat sick) gestern nack) Ischl begeben, woselbst derselbe heute friih eingetroffen ist.

_ Das .Reichs-Geschblatt“ Und die „Wien. 8.“ veröffent-

lichen den Erlaß des AckerbmwMinifters vom 19. Mai 1875, be- treffend das neue Statut fiir die Verwaltung der Bukowinaer , grieck]isck)-orientalischen Religionsfondsgiiter.

SchWeiz. Basel, 1. Irmi. (W. T. V.) Die „Baseler

Nachr.“ veröffentlichen den GcscHentwurf über die Störung

des reiigidsen Frieden s , Weichen dic Regierung des Kantons

Bern demnächst in der Bundechersammbmg einbringcn wird.

Der Entwnrf untersagt die kirchlicben (Zeremonien außerhalb

der Kirchen Und gestattet sie allein bei den Begräbiiiffen._ Die

“Zirriirizmkg'“ziiiir""Huß 'grgrsi" äsdere RM'féffiöiiéii '“rb'rkki'biit' Strafe bis zu 1000 Frcs. oder bis zu einem Jahre Ge-

fängnis; bedroht. Geistliclze, welche bei Gelcgrnheit eines

Gottesdienstes die Einrichtungcn des SMates in einer

den Frieden grfäbrdenden Weise zum Gegenstande ihrer Erbrtcrimgcn machen, sollen mit einer Geidbuße bis 311 1000 Fi'cs, oder mit Gefängniß bis zn einem Jahre bestraft werden.

Die Vornahme von Akten der bischöflichen Iiirisdiktion soil den vom Staate nicht anerkannten kirchlichen Oberen nnr mit aus- driichlicher Bewilligung dcs Regierungsratbes gestattet werden. Das Zawiderhandeln hiergegeii soll mit einer Geldbuße bis zu 2000 FW. oder Grfängniß bis zu 2 Jahren bestraft werden. Dir Versammlungen von Religionsgesellschaften, welche die dffeniliche Ordnung stören, sollen aufgehoben werden und die Theilnebmer an diesen Versammlungen dem Richter iiberwiescn Werden.

Belgien. Nniwerpen, ]. Irmi, (W. T. V.) Nis fick) []riite ein Priester zu Kranken begab, Um denselben die Sterbrsakramentc zu spenden, waren die bei solchcr Gelegenheit in den Fenstern der Häuser brennenden Kerzen von Zbglingen des Nthciiänms aus;;äöscht worden. In Folge dessen hatten, besonders hente Abend, vor dem Athenäiim und an mehreren

anderen Punkten fick) große Menschenmassen angesammelt; die

Polizei wnßte abcr dnrch ihr Einschreiten größere Unordnungen zu verhindern.

Großbritannien und Irland. London, 31. Mai.

Zu Ehren des Geburistages der Königin fanden am Sonnabend bei sämmtlichen Staats-Ministern und den obersten Hof-Wiirdenträgern die üblichen Gala-Diiicrs statt. Zu den Gästen ch Premicr-Ministers DiSraeli gehörte auch der Prinz

von Wales.

_ 1. Juni. (W. T. V.) In der Sißung des Unier- hans os ibciltc der Deputirie Cochrane mit, daß er nach einigen Wochen die Aufmerksamkeit drs Hauses auf dir Nii-Zdehnung [enim werde, wclche Rußland an Macbt und Territorium in

Crntralafirn gewonnen habe.

_ 2. Juni. (W. T. B.) Der Uiitcrstaatssekretär des NiicZwärtigcn, Lord Derbi), empfing einc Deputation, welchr um die freiiiidschaftliche Vermittrlung Englands behufs Unter- drückung dex": Anfstandecs in Kaba und Absckwffmig dcs SkinDen- bandcis anf drr Insel 11achsiick)te. Lord Derbi) erklärte in seiner Aiitwort jede Einmiscbiwg der englischen chirrung in die An: gclegciiheiten Kubas fiir inopportmi, bemerkte aber, daß Eng: land einc fick) LVLUUUU bietcndc Grirgeiihcii gern bemilzen worde, um die gegenwärtig anf der Insel Kuba herrschenden Zustände zu beseitigrn. Die bisherigen Vcrsnckw zur Uiitcrdriickimg dcs Aiifstandes seien alicrdiiigs wciiig erfolgreich grwcsen. Dennoch i'önne man der Mrimmg der Tepiitation 11icht bcipfiicbteß, daß

der Aiifstand ziir Zcit 21119fichten anf Erfolg [)abr.

Frankreich. Versailles, 1.Iiini. (W.T.B.)I11 dcr [)eiiti- gMSiYUng der N ati [) 11 al [1 crsa 111 ml it 11 g wurde der Herzog von ?[Udiffrci-Pasqiiicr ziim Präsidenten wxedcrgewahlt. Es wurden 508 Stimmzettel abgegeben, 11011 dicssn la11tcte11431 für den Herzog von AitdiffkcßPasqnier, 77 waren unbrsck]ricbcn.' ZU Vizc-Präfidcnien wurdcn Mai'trl, Duclcrc,__Krrdrcl und Ricard wicdcrgewiihit. _ Dic .Drcißiger-Komm i_1 sion hat Labdulane zum Berichterstatter iiber das Gesetz, bcircncnd dir öffentlichen

Gewalten, gewählt.

Spanien. Madrid, 1. Jiiiii. (W. T. B.) Dem Bcr- nehmcn nach hat das Ministeriiim von dem Erlaß einer neuen Verfassnngsnrknndc dnrck) den König abznsehen beschlossen, will es vielmehr dcii Cortrs Überlassen, eme neue

Verfassung festzustclkcn.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 2. Juni. (W. T. B.) Der „Rrgirrnngsiiiizeiger“ zeigt die Eröffnung des vierten internationalen Telegraphenkongresch dnrcl) dcn Minister des Innern, Grmcral-Adjutanten Timasckzew an. Derselbe hielt eine längere Ansprachr, Weiche 13011 dem italienischen Delegirteii D'Amico erwiedcrt wurde. Fur heute Abend find die Mitglieder des Kongresses von dem Generdl- direktor der Telegraphen, Lüders, zu einem großen .Raout cm- geladen worden. Bei dcmGroßfiirstcn Thronfolger wrrd morgen in Zarskoe-Sclo dcn Kongreßmitglicdcrn zu Ehren ein größeres

Diner stattfinden.

_ Die Wiedervereinignng der Griechisch-Unirien im Königreich Polen mit der rechtgläubigen Kirche ist, einer neueren Nachricht des „Reg-Anz.“ _znfdlge, nimmehr an dcr gesammten Geistlichkeit und allen umrten Gemeinden des Gou-

vcrncments Lublin vollzogen worden.

Schiveden und Norwegen. Stockholm, 20. Mai. Beim ersten Zusammentreten der Jtiterimiz-Regierung ain vorigen Mittwoch wurde Iiistiz-Mimstcr Freiherr de (Heer fur die erste Woche zum Vorsitzenden durch das Loos bestimmt. Die nächste Zusammenkunft wird am nachsten Mdntag stattfinden.

Christiania, 28. Mai. Das Startkhing'hat gestern Abend nach langen Debatten die Vcratbung iiber die nene Or- ganisirung dcr Norwegischen“Seekriegsschulc bren- digt und smd die Grundzüge dafur, iwie fdlgt, festgest'cllt worden: Die "Aspiranten werden auf der Seekriegzsschuxe bis zu einem Alter von 19 Jahren aufgenommen. Sie mussen vorher das

Examen für die Mittelschulen beftanden und 21 Monate auf Kauf- fahrteischiffcn gefahren haben und außerdem noch ein besonderes Auf- nahmeexamen in Sprachen und Mathematik ablegen. Der eigent- liche Kursus dauert in der sogenannten “unteren Abtheilung Y_ZZ Jahr, während welcher Zeit die Schüler Unteroffiziers- Löhnung erhalten. Darnack] Werden ste zu Seconde-Lieutenants ernannt und als solche bleiben sie entweder 2 Jahre im Dienst und scheiden dann zur Reserve aus, oder gehen in die höhere Abtheilimg der Kriegsschuixüber und nachdem fie den zwei- jährigen Kursus in dieser Abtheilung absolvirt haben und 18 Monate mit Kriegsschiffen gefahren find, können sie als Lieute- nants bei dem festen See-Offiziercorps eingestellt werden. In diese höhere Klaffe werden jedoch nur so viele Eleven aufge- nommen, als der Bedarf des festen Offiziercorps es erfordert.

Dänemark. Kopenhagen, 29. Mai. Prinz Wal- dem ar ist, der „Berl. Tid.“ zufolge, vom König von Schwe- den und Norwegen zum Ritter des Seraphinen-Ordens ernannt worden. _ Unierm 24. Mai ist eine Bekanntmachung über die Nqurägung schwedischer Münzen erlassen, welche mit Bezug auf das Münzgeseß vom 23, Mai 1873 und die unterm 27. Mai 1). I, abgeschlossene Konvention zwischen Dänemark und Schweden, betreffend ein für beide Reiche gemeinschaftlich auf Gold bastrtes Münzsystem Art. 0, in Dänemark als geseß- liches Zahlmitiel gelten sollen.

Amerika. Washington, 1. Juni. (W. T. B.) Die öffentliche» Schuld hat steh im vergangenen Monat Mai um

_],182,W-Do_lxax_s verrixxgext.

.. „„,-„„...„___ __ „__... _ Ueber die jüngste Revolte in Harxti liegen der „A. N.,C.“ zufolge aus Jamaika vom 11.-Ma1folgcnde Einzel- heiten vor: 6 'Ssit geraumer Zeit circulirte das Gerücht, daß m.Pori-au- Prince eine Verschwörung zum Sturz der bestehenden Regierung be- steht, Präsident Domingue joUte ermordet Werden. Die Opp?- fitidnspartei [)atte indes; keine öffentliche Ruhestörung geWagt, Die Beivrgung ging von der Regierung aus. Am Vorabend dsr Eröff- nung des großsn landwirthichaft1ichen Festes in Port-au-Prmce am 1. Mai Wurde der kommandirendr General des Platzes, St, Macary, benachrichtigt, daß dem Präsidenten ein Komplott enthüllt wvrdcn sei und daß eine r-rganiiirie Verschwörung bestehe, deren Zweck es sei, ihn wahrend der Festlichkeiten am folgeiiden Tage zu Ermorden. Ju Macarys Hände Wurden Vcrhaftßbeiehie gegen_ eine große An- zahl von Pcrsonrn, daruntrr mehrere dcr einfluizreicbsten in der Stadt, siegt. Am folgenden Morgen hieltrn Macary und die Polizei aussuchungén bri virlen der Partrien ab. Mshrere Per- sdncn iveigerten fick), untcr Polizri-Eskortr in (H:!vabrsam genommen zu Werden, vcrfpracbrn aber, sich drr Polizeibehörde während des Tages selbcr zu stellen. Zweibundrrt Soldaten wurden dann abge- sandt, um fie festzunehmen. General Brice, dcni die Poiizci auf der Straße begegnete, wurde in dem Rkucontre tödilich Herwundet, aber es gelang ihm, M) nach dem britischen Konsulat zu siiickscn, Wo er starb. General Pierre vertbeidigtc sein Haus mit einer )echgzelm- läufigcn Spencerbiichsc. Nachdem er zwimzig Soidaien nieder- grscbosssn, crichirn cr am Fenster mit der Bückyie in 1einer Hand und erichoß sick) srlbst. General Boisrond Carral e_ntkam nach der Privntwohmmg eines Konsuls. Mehrere der Proikribirten wurden verhaftet, aber eine große Menge suchte eine Zuflucht M den Konsulaten. Wie grrüchiSweiie vrrlautei, werden dieselben im amerikanischen Konsulat auögeliefert Warden, da die" Regierung drr Vereinigten „Staaten Rebellen keine Zuflucht gewahrt. General Remeau, der ivcgcn seiner Energie und Festigkeit, mit der er Domingue in dieser Angelegenheit untcrstüßtr, sebr gc1obi wird, ist mit der .,MoieÜe" «16 GeiandterHayti's bei den europ_äischenH-öfcn abgsrkist. Präsident Domingue felder Weilt gegenwärtig in Jamaika.

Afrika. Ueber Gibraltar wird vom 25. Mai gemeldet: Nach den neuesten Berichten aus Oran und Flemcen hatte der maurische General Muler) Abbas mit 2000 Reitern und 1500 Mann Fußvolk den Fluß Mulonya überschritten mid nähert fick] Oudjdai] zu dem Zwecke, diesen Play zur Unter- würfigkeit zu zwingen. _ Der Sultan WU Marocco empfing am 14. April den britischen Gesandten Sir John Dru- mond Har) in einer öffentlickzen Audienz, wobei freundschaftliche Reden auSgeiausckzt wurden. Der Sultan Malen Hassan Urr- ficherte dem Gesandten, daß er höchst willkommen „sei, und Wlls auf die alten Bande der Freundschaft hin, die seine Ahnherren mit den Monarckzcn Großbritanniens verknüpft hätten.

Vereinswesen.

Berlin. Bekanntlich bestrht bier bereits ein Verein für foiiigci- zuciyi, dic „Cypria“, wricbcr fici)_lebl).1ftcr Tizeiinalynr erfrrui. Da aber in demiclbcn nur die Lirbbabchi fiir Tauben und Hahner ddrziigsivrisc zur Geltung kommt, so erachtete e? eine Anzal)[ dcr Vogeiliebiwber und Züchter in Berlin für angcmesjcn, daneben noch einen cindrrcn Vcrrin, „Acgintha“, zu bildrn, ivelchrr, mit dem erstrrsn moglichst Hniid in Hand eben soll. Die „Aeginiha“ hat sich folgende Auf- gaben gcstciit: Förderung dcr Kcnntniß des Voqr1s rind des Vogel- 1ebrns nach allen Seitrn bin, Verbreitung der Vogrlirrbbabcrei und Vervollkommnung drr Pficge und Züi'1)tung aÜcr Kaiigvögel, schie ibaikräftiger Vogelschutz. _ Dcr Jabreöbeiirag ist_ zins sechs Miirk fcstgcsteüt und bis zum Ende Juni'steht .die Bcibetliguiig ohne Ein- triithcid Jedermann, aucb aquärxigcn Liebhabern, fror. Als Vor- sitzender wurde 01“. Karl Ruß gewahlt.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

Jm Königlichen Kupfersticb-Kabinet findet seit einigen

Tagen für das größere Publikum eine Yußstcilung dcr bcdrutendswn Radirungcn Rembrandts in den vdrznglichsten Drixkien stati, sdn'ie dicjcnigcn Handzkichnungcn, deren Originalq dcn) Mi:)cuni angeboren. Untrr dcn ießicren ist eine sci)dne_Siibctstiftzeicbnung init Zigenhanz dige'r Unterschrift dcs Meisters b610nders hervorzuheben. Sie stellt die junge Frau des Künstlers dar, wclche dicser zexchnete, kurz nach- dem sie nach ihrer Trauung die Kirche verlas1cn baitcn. Dem Ver- nehmen nach beabstcbtigk dcr Vorstebcr der KupferstiÖsmnmlung, Hr. Prof. Weiß, in solchen Kollektivgussteilungcn denz Publiknm nach und nach die bedeutendsten Meister der Grabsticheltcchmk vorzu- ülren. f ) _ In Düsseldorf wird schon in den nächsten Wochexi nach dem Plane Riffurihs der Neubau drr Kupsi-Akqdcmre be- gonnen Werden. Der Landtag hat dazu bekanntlich 1,200,000 „16. be- wiUi t. , . g- Wie dcr ,AÜg. Ztg.“ mitgetheilt wird, ist die seit dem Tode Licbigs erledigte Professur dcr Cbcmic an der iiyircrsitat Mun- chcn nunmehr wicder besetzt, indem es, nach vi-licittgen Verhandlun- gen, gelungen ist, für diesen Lehrstzibl Hrn. Professor Baeyer vdn der Hochschule Straßbur zu gcwmncri, Hr. Professor Baeyer ist gleichzeitig auch zum VorJtande des ckixinischcn Laboratoriums ernannt, für dessen den Anforderungcn dcr Yvisscnichaft pollständ'ig entspre- chende Echiterungcn im Budget der laufraden Fmanzyerwde bxreits bedeutende Mittel bcwilligt sind, und wird derselbe 1eine Thätigkeit an der Universität mit dem bcvorstehcndsn Wintersemester beginnen.

_ Die Verbindung für historische Kunst fordert di_eKüusi- [er des historiickicn Fachcs auf. fertige Bildxr oder EniWurfe mit Angabe der Größe und des Preises des auöznfuhrenden Bildes gegen die zweite Hälftr September d. Js. nacb Stuttgari emzusenden, da 50,000 ck zu Llnkäufcn odcr Britellungen dort_m dcr Versamm- lung zur Verwendung kdmmcn. Rahcre Adresse fur die Einsendun-

g-xn wird Anfangs Juli bekannt gemacht merken.