1875 / 149 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 28 Jun 1875 18:00:01 GMT) scan diff

nach Swinemünde zurück.) Mittwoch Morgens 8 Uhr: Fahrt nach der Rhede. Von 8 Uhr 30 Minuten bis 12 Uhr Mittags: Landungsmanöver. Nach dessen Beendigung kehrt der Kron- prinz an Bord der „Grille“ nach Stettin zurück, um fich 3 Uhr 48 Minuten Nachmittags mi: dem Concierzuge nach Berlin zu begeben.

' _ Der BundeSrath hat in seiner Sitzung vom 15. d. M. besehloffen, unter denselben Maßgaben, unter welchen nach dem Bundesi'athsbeichiuß vom 31. März 1870 die steuerfreie Verwendung des Branntweins zur Gewinnung von M- kaieiden „**,Uläsfig erklärt ist, auch den zur Herstelliing von Anilinfarben verwendeten Spiritus freizulaffen.

_ Die ReichstagS-Kommission zurVorberathung der Entwürfe eines Gerichtsverfassungs-Geseßes, einer Strafprozeß-Ordnung und einer Civilprozeß- Ordnung nebst Einführungéigesexzen beschloß in ihrer Sißung vom 25. Juni zunächst nachträglich zu §. 116 der Straf- prozeß-Ordnung, daß, wenn eine vorläufige Festnahme bei einer ßrafbaren Handlung, deren Verfolgung nur auf Antrag eintritt, stattgefunden hat, der Nntragsberechtig1esofort zu benachrichtigen sei, um den Strafantrag stellen zu kiinnen. Eine lebhafte De- batte enistand über einen von den Abgg. Gaupp und 01. Grimm beaniragien §. 11911. folgenden Inhalts: „Im Falle einer aus Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit widerrechtlich verfügten oder „verlängerten Gefangenschaft ist der Schuldige dem Verleyien zur Genugthuung und voÜen Entschädigung verpflichtet. SolLte die znerkannte Enischädigungssumme uneinbringlich sein, so hat die Staatskasse, vorbehaktlich ihres Nückgriffs auf den Schuldigen einzu: treten,“ DerAntragwurde abgelehnt. DieKommisswn erledigtehier- auf noch den von der Vernehmung des Veschuidigten handelnden neunten Abschnitt (§§. 120_123). Der §'. 120 fand mit einer von den Abgg. Dr. Grimm und 131. Schwarze vorgeschlagenen Aenderung Annahme, wonach die Ladung des Beschuldigten unter der Androhung, daß im Falle des Ausbleibens die Vorführung er- folgen werde, geschehen kann, nicht, wie der Entwurf wiki, stets geschehen soU. Ein Weiter gehender Antrag, den Erscheinungs- zwang fiir den Beschuldigten, wenigstens im Vorverfahren, ganz abzuschaffen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt, nachdem hervorgehoben war, daß der ErscheinungSzwang mit dem Iii: quifitionSprinzip nichts zu thun habe, eben so nothwendig sei, wie der Zengnißzwang fiir die Zeugen und nicht dahin fiihre, daß der erschienene Beschuldigte zu einer Aussage irgend ge- drängt werde. Die §§. 121 und 122 wurden nicht beanstandet, §. 123 mit einigenAbänderungsanträgen der Abgg. 01". Schwarze und Herz angenommen, Welche die Tendenz verfolgten, schärfer anszudrücken, daß die Vernehmung des Beschuldigien nichi im Simie des JiiquifiiionSprinzips zu erfolgen habe, sondern ihm namentlich Gelegenheir gewähren folie, die zu seiner Veriheidigung dienenden Thatsachen vorzubringen. Eine längere Erörterung entspann sich dabei über die Frage, ob dem Beschuldigien nach dem Vorbilde des cnglischeu Rechts bei Beginn seiner Ver- nehmung eröffnet werden solle, das; seine Aiissagen in der Haupt: verhandlrmg als Beweismittel gegen ihn benuhi werden könnten; itideß wurde ein diese Ansicht vertretender Antrag des Abg. Herz abgelehnt. Schließlich beschloß man noch, die Berathung des zehnten, die Veriheidigimg betreffenden Abschnittes einstweilen auszusetzen.

Berlin abgereist.

_ Die Einnahmen an Zöllen und gemeinschaft- lichen Sieuern, sowie andere Einnahmen im Deut- schen Reiche fiir die Zeit vom 1.Ia11uar bis zum Schlnsse des Monats Mai 1875 (im Vergleich mit dem- selben Zeitabschniit des Jahres 1874) ergaben in Marl: Ein- gangszoli48,117,564 (+ 0285102), Nübenznckersteiier 10010998 (_ 12891923), Salzsieuer 12128321 (_ 250954), Tabaks- steiier 467,194 (_ 358,412), BranntWeinfteUer 23,380678 ( »1- 2834908), Uebergangsabgaben von Branntwein 46,282 (_ 2879), Vrausteuer 8013341 (+ 160991), Ueberganch- abgaben von Bier 372,496 (+ 1615), Wcckzselstempelsteuer 3,007,974 (+ 17,922), Post- und Zeitungs - Verwaltung 41523009 (+ 2440745), Telegraphen-Verwaiiung 4,300043 (_ 29,223), Reickzseisenbahn : Verwaltimg 11,976,020 (+ 1,450619).

_ Der Weihbischof (S11ffragan-Vischof) übt nach einem Erkenntnis; des Ober-Tribunals vom 4.Iu11i d. I. die bischöflichen Rechte nicht aus eigenem Rechte aus, sondern nnr im Auftrage des Dibzesa11:Bisch0fs und mir, soweit dieser Auftrag reicht, und so lange das Recht des Dibzesan-Bisck40fs selbst währt. Während der Erledignng des bischöflichen Stuhles ruhen die biichöflichen Reck]te und Verrichtungen nicht nur, i11soweitfie von dem lebten Bischof persönlich, sondern auch i::joweit sie von anderen Personen aUSgeiibi worden find. Der Bischof 111 [3511111115 1115613111115 Ianin-stki, Weihbischof in Posen, übte bereits seit mehreren Jahren, mit Erlaubniß seines Vorge- seyien, ch Erzbischofs Ledochowski, das Amt der Firmung aus Und seßte diese bischöfliche Thätigkeit anch nach der ?lmTSeni- schimg des Erzbischofs fort, ohne dem Ober-Priifidentcn der Provinz Posen hiervon die durch das Geseß vom 20. Mai 1874 Über die Ver- waltung erledigier Bisthümer vorgeschriebene Mittheiiimg zu machen, den ihm ertheilten kirchlichen Auftrag darznthnn und ohne sich zn der eidliche11 Verpflichtung bereit zu erklären, daß er dem Könige treu und gehorsam sein und die Gesetze des Staates befolgen wolle. Auf Grund dieser Thaisachen wurde der Weihbischof zu sechs Monaten Gefängnis; verurtbeilt und die Seitens des Angeklagten eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde vom Ober=Tribunal zurückgewiesen. Fiir diejenigeDiözese, führt das Erkenntniß des Ober=Tribunals an?), „für welche ein Bischof 111 111111113118 1116119611111 als Suffragan-Bischof ernannt ist, übt er die bischöflichen Rechte nicht aus eigenem Rechte aus, son- dem nur im Auftrage des Diözesan-Bischofs und mir soweit dies er Auftrag reicht, und so lange das Recht des Diözesan-Bischofs selbst währt. Dies ist schon nach kanonischem Recht nicht be- denklich, da nach dem “11111811111111111 die Weihbischöfe ohne Bevoll- mächtigung des Ordinarius keine Pontifikalhandlungen vornehmen dürfen und ihre Rechte mit dem Tode desselben erlöschen. Der Angeklagte hat auf Grund der von ihm vorgelegten päpstlichen Ernennungs-Urkunde die ihm überwiesenen bischöflichen Verrich- tungen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis; und Zustimmung des Erzbischofs vorzunehmen gehabt. Nach §. ] des Gesehes vom 20. Mai 1874 dürfen in allen Fällen, *sobald der bischöfliche Stuhl erledigt wird, die gesammten, mii den1bischöf1ichen Stuhie verbundenen Rechte, sowohl die des 0rc10 als auch die der _1111'13- 1110110, von Niemandem, er sei wer er, sei, anSJeübt werden, so lan e nieht den §§. 2 und 3 des Gesehes genügi worden. Dic?e Auffassung entspricht dem Gesche vom 20. Mai 1874 und muß als durchgreifend angese en werden. Es ruhen wäh- rend der Erledigung des bischöflichen Stuhles die bischöflichen

worden sind, sondern auch insoweit sie von anderen Personen ausgeübt worden. Für die Anwendung der ?§. 1, 4 ait. ist die Qualität der au6geübten Rechte 2c. nicht Uk die Qualität der dieselben ausübenden Petson entscheidend; smd die Rechtew. als solche zu charakteris1ren, welche an sich zu der Kategorie der mit dem bischöflichen Amte verbundenen Rechte und geistlichen Verrichtungen gehören, so ist ihre Vornahme während des vor- bezeichneten Zeitraums Jedem untersagt, gleichviel ob er solche Rechte 20. bis zum Eintritte der Sedisvakanz auSzuüben befugt gewesen ist, oder nicht.

_ Herausforderungen und Zweikämpfe beurlaubter Land- wehr-Offiziere find, nach eiiiem Beschluß des Ober-Tribunals, den Militärgerichten, die Karteilträgerei Seitens be- urlaubter Landivehr-Offiziere dagegen den Civilgerichten unterworfen. '

_ Der General der Infanterie bon Stosch, 51 1:1 811116 des See-Baiaiilous und Chef der Kaiserlichen Admiralität, hat fich nach Swinemünde begeben.

_ Der Bevoklmächtigte zum BundeSrathe, Großherzoglich mecksenburg=schwerinsche Ober-Zoildirektor Okdenbnrg, ist von

_ Der General-Major und Commandenr der 17. Kaval- lerie-Brigade von Rauch, welcher kürzlich zur Dienstleistung beim Kriegs-Minifierium, Abtheilung für das Remotitewesen, kommandirt worden, ist zur Uebernahme dieses Kommando?» von Schwerin hier eingetroffen.

Kiel, 26. Juni. Das von dem Marine-Offiziercorps gcftern auf Bellevue zu Ehren der Offiziere des amerikani- schen Geschwaders veranstaltete Ballfeft nahm den besten Verlauf. In den mit den amerikanischen und dcnischeii Farben geschmückten Räumen wurden die Gäste von dem Contre-„Admiral Werner empfangen. Auch die Spixzen der Civilbehördeii, der Uiiiverfiiät nnd der Stadt waren anwesend. Die amerikanischen Gäste, denen der Gesandte der Vereinigten Staaten, Herr Ban- kroft Davis, iich zugeseilt hatte, wurden mit Tusch begrüßt. Dann nahm der Valk seinen Anfang und währte mit kurzer Pause, welche dem Souper gewidmetöwar, bis gegen 2 Uhr des Morgens.

Cölii, 27. Juni. (W. T. B.) Gestern Abend gegen 7 Uhr iraf der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten 01“. Falk mit dem ane von Brühl hier ein Und wurde auf dem Bahnhofc von den Spixzen der Behörden empfangen. Das auf dem Perron und bor dem Bahnhofe zahlreich versammelte Publikum begrüßte den Minister mit lebhaften Horbrnfeii. Nm späieren Abend fand ein großer Fackelzug der Cölner Bürgerschaft stati, an dem über 3000 Personen Theil nahmen. Die Straßen waren vielfach geflaggi. Der Cöluer Männergesnngoerein brachte dem Minister im RegierungSJebäude eine Serenade. Als der Fackelzug unter beständigen Hochrufen vorbeidefilirt war Und fich vor dem RegierungSgebände aufgestellt hatte, wurde der Minister von einer Deputation begrüßt. Der Führer derselbeu, Stadtverordneter Hampsohn, hielt eine Ansprache, in welcher er dem Minister den Dank der Stadt für dessen Wirk- samkeit fiir die Wissenschaft und religiöse Toleranz aussprach und im Namen der Bürgerschaft die Versicherung gab, daß ihr Wahlspruch steis sein werde: „Treu dem Reick1e'und dem Vater- lande.“ Der Minister dankte in bewegten Worten und hob namentlich hervor, daß er hier den Kern der Cöiner Bürgerschaft vor sich sehe, Indem er fich dic Bestrebungen der hier vertre- tenen Vereine vergegenwärtige, werde ihm Stärkung und neue Kraft zu Theii. Der Eindruck werde ihm unvergeßlich sein nnd er fordere auf zu einem „Alaaf Edin.“ Die Rede des Ministers wurde mit stürmischen Horhrufen aufgeiiommen.

Bayern. München, 26. Juni. (Ailg. Ztg.) Se. Majestäi der König hat durch Entschließung vom 12. O., mit der Wirksamkeit vom 1. August [. I., die Auflösung der Gar: 11isonS=C0mpagnien thphenburg und Königshofen Und die Bildung einer Halbiiivaliden-Abthe1l1111g bei jedem Nrmee-Cdrps verfügt, und find vom Königlichen Kriegs-Ministerimn die näheren Bestimmungen „znr Ausfiihrung dieser _ de11 Reichs- Militär-PenfionSgeseYen entsprechendeei _ Aenderungen in der Formation der Armee bereits erlassen worden. _ Tem Ver- nehmen nach hat Se, Majestät der König vorgestern dem Stmaiö- „iinistcr ])1“. v. LUH zu dessen Namenstag die huldvolistcn Glückwünsche gesendet. _ Dic Herzogin Adelgunde 111111 Modena wird morgen hierher kommen nnd einige Tage in thphenbnrg Wohnung nehmen. _ Prinz Otto hai fich auf mehrere Monate nach Hohe11schwn11gau begeben. _ Der vormalige Kriegs-Minisier, Generai der Iiifanierie Frhr. v. Pranckh, hat, auf die Miitheiinng, daß der D legirtentag des „bayerischen Veteranen:, Krieger: und Kampfgeneffen- Vereins“ ihn zu seinem Ehrenpräsidenten gewählt hat, in einem Schreiben an das VereinSpräfidium vom 20. ds. erwidert: „Nachdem mir die Annahme dieser Wahl anf Grund Höchster Kriegsministeriaienischließung gestattet ist, so kann mir nur er- iibrigen die Wahl als Ehrenpräsident anzunehmen, und mit dieser Erklärung die Versicherung zu verbinden, daß ich mich ebenso geehrt als gesckmieichelt erachte, dem Vereine so bewährt biederer bayerischer Veteranen und Krieger ais Ehrenpräfident anzugehbrcn und vorzustehen.“

Sachsen. Dresden, 26. Juni, Ihre Majestäten der König und die Königin haben sich mit dem bereits er- wiihnten Gefolge gestern Abend nach 6 Uhr mit dem Schnell- znge mich Leipzig begeben, daielbst im Königlichen Palais das Nachiquariier genommen und heute Morgen die Reise nach Süd- deutschland, zunächft nach Frankfurt, fortgeseyt. Bei der Abreise Ihrer Majestäten waren gestern im Leipziger Bahnhofe hierselbst zur ehrfurcthollen Verabschiedung anwesend die Staats=Mi- nister General der Kavallerie v. Fabrice, von Nostiß=Wallwitz, ])1'. von Gerber und Abeken, der Stadikommandant General- Lieuienant Freiherr von Hausen, der General-Direkwr des König- lichen Hoftheaters Wirkliche Geheime Rath Graf von Platon, Geheime Rath Bär, Kreishaupimann von Einsiedel und Polizei- Direkior Schwauß. Der Eisenbahndirekwr Pöge geleitete den Zug von hier bis Leipzig, woselbft die Ankunftkurz vor '/29Uhr erfolgt ist. Im dafigen Bahnhofe wurden Ihre Majestäten vom Bürgermeister 131. Koch, Geheimen Regierungs-Rath von Wil)- [eben (in Stellvertretung des Kreishauptmanns von Burgsdorff), dem Stadtkommandanten 1:“1d dem Polizei-Direktor 1317. Räder empfangen. Bei der heute früh mit dem Zuge 7 Uhr 35 Mi- nuten in Leipzig mittelst der Thüringer Bahn erfolgten Abreise nach Frankfurt a. M. hatte fich außer den vorgenannten Herren auck) der 1190101“ muZniüomx Konfistorial-Rath l)r. Baur zur Verabschiedung eingefunden. *

Baden. KarlSruhe, 26. Juni. Ihre Königliche Hoheii

Heffen. Darmstadt, 26. Irmi. Heute Vormittag um 11 Uhr kam Se. Majestät der Kaiser von Rußland, uon Jugenheim zurückreisend, hier durch und wurde von Sr. König- lichen Hoheit dem Großherzog und sämmilichen hier anwesen- den Prinzen und Prinzessinnen des Großherzoglichen Hauses am Bahnhof begrüßt. Zu gleicher Zeit kam Ihre Königliche Hoheit die Prinzessin Friedrich Carl von Preußen mit der Ludwigsbahn hier an und begab fick), von Ihren Königlichen Hoheiten dem Prinzen Und der Prinzessin Ludwig am Ludwigsbahnhof empfangen, zur Begrüßung Sr. Majestät an den Bahnhof der Main-Neckar-Vahn. _ Se. Königliche Hoheit der Großherzog empfing heilte Vormittag halb 12 Uhr den Prinzen Wilhelm von Hanau.

_ 27. Juni. (W. T. B.) Ihre Majestäten der König und die Königin von Sachsen trafen heute Vormittag zum Besuche Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs hier ein. Der Großherzog war zum Empfange a11f dem Bahnhofe anwesend. Der König und die Königin werden heute Abend ihre Reise nach KarlSruhe foriseHen.

Sachsen-Weimar-Eifenach. Weimar, 26. Juni. (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser von Rußland ist soeben hier eingeiroffen und von der Großherzog1ichen Familie auf dem Bahnhofe empfangen worden. „Von dort begaben sieh die Herrschaften nach dem Schlosse Belvedere.

_ 27.311111. (W. T. V.) Se. Majestät der Kaiser von Rußland wird nach Mitternacht von hier abreisen und seine Reise nach Böhmen fortsetzen.

Schaumburg-Lippe. Bückeburg, 26. Juni. Die Einwohner der Städte und Aemier des Lande-Z, sowei; dieselben nack) Art. 14 Nr. 5 und 6 des VerfassungSgeseYes vom 17.9111- vember 1868 in Verbindung mit Art. 1 des Wahlgeseßes von demselben Tage Abgeordnete zu den Landtagen der in diesem Jahre beginnenden zweiten Legislatur-Periode zu enisenden haben, sind durch höhere Bekanntmachung aiifgefordert worden, sich zur Wahl ihrer Abgeordneten am 14. Juli d. I. vor den ernannten Wahlkommiffaricn einzufinden.

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 24. Juni. Der Landeshaushalts - Etat pro 1876 seßt fest: die fori- da11erndern ?iiisgaben auf 28,737,721(4(: 37 „:I; die einmaligen und außerordentlichen Ausxzaben auf 15,177,577 „FC: 48 ._.) und die Einnahmen aiif 43915298 (1875 30008854). Raki) F". 3 des Etatdgeseßes könuen im Jahre 1876 für Rechnnng der Bezirke, Gemeinden, öffentlichen Anstalten und sonst berechtig- ien Korporationen die nach der bestehenden Geseßgebnng gestatteten Zusck]iäge zu den direkten Staaisstcuern innerhalb der zulässigen Grenzen Und die in J". 3 Nr. 2 des Etats- geseizes pro 1872 bezeichneten besonderen Abgaben und Gefälle erhoben werden. Eine beigefügte Uebersicht giebt die Provinzial:Kontingente für die 3 RepwtitidnsfteuerU, d. h. Grund:, Personal=1md Mobiliarsteuer und der Thiir- und Fenster- steuer an, Wie die vorjährigcn, find auch die diesjährigen EtatS=NuSgabcn nach Betriebs: imd StaathUermaltimgcn ge- schieden. Bei der Aufführung der diesjährigen Veraiisckzlagnngen find die pro 1875 eingeklammeri daneben gesetzt. Die fort- daueriiden AUSJaben betrugen: fiir die Verwaltung der Forsten (i.) 2,873,000 9111 (2784800); für die Verwaltung der direkten Ste1iern(11.)1,217,850(1,210,700); der Zöile, i11direktenS1e1icrn Und des Enregistrements (111.) 4,630844 (4,498,689), in Wegfall pro 1876 38,551); des Ober-Priifidinch (17.) 427,100 (504,075); fiir Justizverwaltung (11) 1,728,385 (1,592151), in Wegfall 3870; Verivaliung des I1mer11 ()'1.) 3,664,458 (3,680436), in Wegfall 6300; Verwaltung der geistlichen Angelegenheiten ()'il.) 2,574,170 (2598643); des öffe11111che11 Unterrichts, Fbrdernng der Wissenschaft und Künste ()'111.) 3,760555 (:)„584,361), wegfallend 4200; Handel, Gewerbe und Landwirthsckzast (1)(.) 624,950 (580,650), in Wegfall 350; Wasserbau- verwaltung (x.) 1,608,060 (1.618,802); Wegcb11111er- 1111111111111 (Fl.) 1,363,760 (1,435,360); AUgemeine Finaiiz: verwaliimg (Lil) 4388849 (4,048,197); Tabakc3111111111- faktur 1,912000. Die einmaligen Und aUßerorde11i11che11 21115- gaben betragen fiir1.360,000(388,000); 111.280000(1;“16,240); 11'. 400,000 (173,600); )'1. 63,880 (383,208); -)'1[. 16,000 (18,520); 7111. 478.850 (481,600) darunter fiir die Universität 121,050 (71,850); 131, 68,600 (57,600); x, 1,073,200(2,117,600); R1. 454,000 (532800); Xii. 12,343,047 (0560000). Die Summe 1111er foridmiernden Aitögaben beträgt 28,737,721(28,130686); der einmaligen 15,177,577 (10,860168).Dic Einnahmcnbeiragen fiir 1. 6,310,000(5,891,1'500) ; 11. 0815,400 (0672624); 111.14,255,075 (14385660); 11'. 13,201 (13,059); )*. 261,142 (274,224); 11. 244.680 (238,280); )'111. 453,276 (242,973); ].R'. 147,050 (110760); )(, 11,274 (11,274); R1. 270800 (270800); R11. 11,532000 (7,888,600) exkl. Zinsen der a11fz1111ei1n1e11de11 Anleihe U11], 2510400. _ Die Einnahme der Universitiit Straß- burg beträgt 47,332 (35,694); die 2111611115011 872635 (840028); daher miiß aus der Lanchhauptkaffe ein ZUsthnß 111111 825,303 (813,334) geleistet werden. Die Zuschüsse (11113 Landesfonds für “städtische höhere Schulen betragen 4713421 bei einer Schülerzahl von 2760. Die Einnahme beläuft fich auf 765,394. Mit der Einrichtung von Mittelschnlen ist erst in letzter Zeit 11011 den Gemeinden vorgegangen worden, und schweben noch zur Zeit die Verhandlungen darüber. Veranschlagt find für Mittel- und deutsche Schulen pro 1876 :: 20,000 116. (24,000). Vorläufig kosten die Mitielsch1ile11 in Brumath, Meß, Schirmek, Deseuze 5360 .!(1; die deutschen Schulen in Meß und Lairimbole 2780 1171; Summa: 9140 «171 Für die Tiichterschuleu. betragen die Kosten 41,490 „17: _ Die Summe der Einnahme?“ 43,915,298 (30008854) balanzirt mit den AUSJaben.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 26. Juni. Der Kaifwr hat vorgestern den rumänischen diplomatischen Agenten Costasocu empfangen.

_ Die Abreise der Kaiserin von Oesterreich nach Saffetot erfolgt über Straßburg i. E. und is: auf den 29. 31111 €. feßgeieizt-

_ Der im Auszug bereits telegraphisch mitgetheiiie Artikel der „Wien. Abendpoß“ über das Uchatius ges chuß lautei vollständig:

Bei Gelegenheit der in den letzten Tagen statigebabien (?r- örierungen über die Geschüßfraqe Wurden vielfach Behauptungen un- richtiger Art vorgebracht. Diesen gegenüber. lassen fick) foigende bc- deutimne Thatsachen aufsteüen:

Die von der Firma Km ;) gelieferie Halbbaiterie Wurde n1chk unentgeltlich zur Verfügung ge teur, 1ondern hierfur die verlangte voiie Kaufsumme berichtigt. .

Die wiederholt monatelang 'auf dem Sieinfeldc bci W1cncr- Neustadt staitgebabien Veriuébe mit den Kruppschen Gußstablrobren haben 311 Verbesserungen in der Konstruktion, geführt, woran das

die G r o ß h er z 0 gin ist nach mehrwöchigem Kurgebrauch 'zu

Rechte und Verrichtungen im volien Umfange, d. i. also nicht nur insoivcit, ais fie von dem letzten Bischof persönlich auögeübt

i RippoldSau heute Abend in die Residenz ziiriickßckrhri.

technische und administrative, Militär-Comité bei den andauernden, vielfachen Korrespondenzen nickki ohne Antheil bleiben konnte.

Es ist unverkennbar daß der hieraus entf '

' , run ene ori genannter) Firma zu statten kam, von welcher,p naßk) ein dkxerckZTeeik (tungsnoiizen, selbst auch 111 neuerer Zeit Konstruktiousverbefferungen vorgebenZnefnrÖvoLden Liddund noch bewirkt werden.

1! 11 _ur an _ ie sonderbare Forderun estü i da n - I)eYÉLFbIFYZTYHVergjleicbende Versuche mit dan“ StYhibronßze-(YY-

_ " ren varen was ' " -

hM &“? ?MYÉIM MÜffLU. eme Versckyleppung der Angelegen

(1 ,en emübungen des General-Ma'ors Ritter v 11 ti

Zn,!)erdankeznde Gescbußrobr ist nich blos i111 Folge des «Lavi?- ÖZLDF'M „Materials, sondern ancb durcb mebrfache Aenderungen We e11O1ch ?;M den Kruppschen Geichü15en cichicbend bergesteüt.

i 1e Qiablbroiizerobre, haben, wie die „Mittheilungen des ecbm]chxadmmtstraiiven Miiimrcomiié“ entbalien und wie in manchen sacbge111aßen_ Arickeln_angesubrt'wurde, um einige hundert Schuß (bis ?ibeTYZiptiLY ?xZégakMi alsjdte GiixsFstabikanonen, deren Erprobung

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dcn &";„Oiabibrbnzerohrxi der Fallg xxeweien.f ge "WWW, (116 Mg SU

113 1111111111150 mit aÜer Vorstbt behandelte (*Tlxfindun des e- Fanniexi Geixerais legte _die Pflichi zu den strengstenErprobunggen aZf “fiibch 1866? 911231112ng inultxizlt 311 dem facbmänniscben Aussprucbe ge:

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nmiexzilale beantragt werden. h * r QiahiironUe als GEMM- ngefichis dieser Verbäiinisse MUME der Wunsch e' 51" d'

scbcn Firma, die Beicha"1111 eines 11 ' 5 *" " iner an 1111 !- ncbitixn, abgelehnt werdesii. ;; eum Geichußmaieriales zii nber- "Q'n der That" konnte wvbl kein Kriegs-Minisier sich zu einem

_ anderen Veiiabren entfibiixszen,

_ Nur die dureh Versuche kon'iqiirte 111 " ' ' ' ' (33e1_chuizniaierialc1m Jnlande zuybcsäzaffiii,1 MELEZ) 601216, L;?fjchxiieieizlgxchiiis- Lcr'rigcxi “16111101, 111 einer iybccbwichiigen, die Schlagfertigkeit des 1716121118" 311);1*b§nséri§§n.bkkmft«MDM Llrgelegenbeit die Hüifc des

Yei dcn „*r-sien Beziehungen zu den Nacbbarsiaaien ist es gleich-

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. “. erden noch die bei der e enwärii e ' . “"e. ) 1111111011011 11„111011111-1Zk0no111iici)eti3 Z11irrcssesi1nurßdn1dnezrl iiiii Ztßéxe ZFIMI nen geringere ?iufwemd bci Ausküstung des Heeres init Siabibronze- .?)1nic11c1dgcsci)11(3e1_1 111 Beiracbi gezogen, so konnte die Kriegöverival- tung, emgedeyk 1111er Berbfiicbiungen gegen Staat Und Heer keine FZDJZU aifsldtte FRANZIS?" §Sck1kritie unternehmen und fich die auch

eeroe«er1*»5*' S'i " robrmaicrialY erbitten. „)e 111111011 der «tahibrrnzc als Gescbnß-

Die Wghlbewegung in Ungarn nimmt einen immer

lebhafteren Charakter an. So sind neneriich im Dewa Wahl- 111111111911 vorgekommen, weiche militärische Intervention noth- wendig tricirhtcn. 2111 das TemeSvarer Militär:Kommando qe- [11110112 111111111ch Diemstag Narbis eine Depesche ans Deva, *in “welcher Um srl]lcunige Nbsendumg eines Bataiilons ziir Aufrecht- haltnpg der Ord111111g erinckzt wurde. Demzufolge ist das dritte 2311111111911 des dort garnisonirenden Infanterie-Reqimcnies Cä- sareivüsch unterKommando des Majors Berkovich Mittwoch 111.111 Temeswar nach dem Schaiipich dcr Unruhen abgegangen. & Eger, 28. 311111. (W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser 13111113 Josef ist heute friih 6,“ Uhr mittelst Separai- znges der Franz-Iosefsbahn hier eingetroffen. ?[11f dem Baixnhbfe wnrde derselbe 1111111Landeökommandirenden, Feld- zeiigmeistcr Philippovic, 1111111 Statthalter Baron von Weber, 110111 LandeSnmrschail Fürst Carlos Auersperg so1_11_1e 111311 den Spißen der Behörden empfangen. Als der r11111sche 81001111 herannahte, erschien der Kaiser auf dem Perron Mid blieb daselbst, bis derselbe in die Haile ein- gefahren war. 2119 Se. Majestät der Kaiser Alexander de11 Zug ve1'laffen hatte, umarmten und küßicn sich beide Kaiser mehrere Male (mf das Herzli ste. Tach Besichtignng der vordem Bahnhofe 1111fgeste111e11 E re11:C0mpagnie erfolgte die Boritciiung der beiderseitigen Suiten, und begaben fick] die Monur'chen h_iei'aiif in den Wartesiildn. 1111191111 Uhr seßten dicheiden Kaiser in einem gcmeinsckmfiiichen Waqun dcs "1110115011 Hofziiges dic Weiterreise in der Richtimg Quack] Kd- 1111311111 fort.

SchWeiz. Bern, 23. Juni. Heute hat der Stände- raih 111111) liingerer Debatte Eintreicn auf das vom Bandes: 11111) vorgelegte_11e11e B1111dee§gese1z, betreffeiid die Militär- sie 1191“, beschloss", von welchem bis jeßt unwesentlirh verändert die ersten inLi Artikel Abnahme fanden. Der erste bestimmt: „Tai; ]edcr im dienftpfiichtigen Alter befindliche Schweizer Bsir- ger, 15elchcr keinen persönlichen Militärdienst leistet, als Ersab e111e111hrli111e S1c11er zii bezahicii hat. Dieser SteUer Unter- 11_e11e11 1111ch dic niedergelassenen Ausläiidcr, ferner die mißcr dem (839111141? der Eidgcnosicnsckmit abwesenden, im dienftpflickßigen 2111er befindlichen Schweizer Bürger Und diejenigen cin- gethciiicn Wehrpflickßigen, welche im La11fe eines Jahres dea, geseYiick) vorgeschriebenen Unterrickßskursen oder den dafür angeordneten Nachkursen nicht beiwohnen oder s011st c111e111 Aufgebbie nieht Folge leisten.“ Nach dem zweiten Artikel _find 11011 der Steuer enthoben: „11. Wer in Fblgc geistiger oder körperlicher Gebrechen erwerbsimfiihigist 1111d *kem fiir seinen 111118111611 hinreichendes Vermögen befiizt; 11. die Wehrpflichtigen, Welche infoige drs eidgenössischen Dienstes militär- 111111111glich geworden smd; «. die 111111 der Gemeinde oder dem Staate unterstiixzten ArmeU; (1. die anländer, welche infoige Staatsvertrages befreit sind; i'. die im Ausiiinde abwesenden Schiveizerbiirger, weiche an ihrem Aufenthaltsorte regelmäßig persönlichen Dienst zu leisten oder eine Eriaystencr zu bezmhicn haben; 1. die vom persönlichen Dienste befreiten Eisenbahn- und Dampfschiffangestellten, während des Kriegsbetriebes der Eisenbahnen UUd Dampfschiffe.“ Die Steuer ist nach dem Eni: wnrfc von einem Einkommen von 500 Fr. an zu zahlen und steigt 111111 8 Fr. bis auf 220 Fr. für ein Einkommen von 6801 bis 9000 Fr. Einkommen über 9000 Fr. zahlen 21/.3 pCt.

_ 26. Jimi. (W. T. B.) Der Nationalrath votirte in seiner heutigen Sißung mit großer Stimmen- mehrheit einen Bundesbeitag von 250,000 Frcs. behnfs Betheiligung an der Weltausstellung in Philadelphia.

Frankreich. Paris, 26, Juni. (W. T. B.) Präsi: dent Mac Mahon und die Minister Buffet und de Cissei) find heute früh in Perigueux angekommen und ivoUten heute Nachmittag in To ulous e eintreffen. Die Ver: heerungen, welche die Garonne an den an beiden Ufern des Flnffes gelegenen Orten angerichtet hat, sind ganz ungeheuere; mdeß smd die Wafferfiuthen jexzt im Sinken. (S. unter Toulouse.)

_ 28. Juni. (W. T. B.) Präsident Mac Mahon hat gestern Caftelsarrasin, Moissac und andere von der Ueberschivemmung heimgesuchte Orte besucht und ist heute früh nach Tarbes weiter gereift. AUe Steuererheber und Einnehmer öffentlicher Gelder smd zur Entgegennahme von Unterstüyungcn für die Beschädigtcn ermächtigt worden.

Versailles, 26. Juni. (W. T. B.) In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung beantragte der Depu- ttrte Depehre (Dep. Haute Garonne) zur Unterstüyung der durch die Ueberschwemmungen im südlichen Frankreich Be- troffenen einen Kredit von einer Million Franks zu voiiren

[ Und verlangte fiir die Berathung dieses Anira es die Drin li - keit. 50er Jußiz-Minister Dufaure erklärte sich €Zzegen den AXIÜYJ auf1'Dr111911chke1t, indem er bemerkte, daß für das drinqendfte Vedarfmß „bereits ein Kredit 11011 100,000 Frits. bewilligt sei nnd daß die Regierung neue Bericbie erwarte, um alsdann einen Yvetteren'Kredit zu beantragen. Die Versammlung anehmigte indeß die Dringlichkeit für den Antrag Depehre Es fdigte so- dann die Berathrmg dcs Eisenbah11geseßentwurfes.

_ 27. Juin. (W._ T. B.) Von den Voriiänben der drei Grnppien der Linken 111 in Erwägung gezogeU worden, cm die repUblik11n1schen Deputirien die 2111if0rder1111g zu richten, die be- vorstehenden Debgtien nicht diirrh Einbringung von Dlmende- ments, welche dre Entscheidung verzöxxern müßten, zu erschweren.

T_oulouse, 26. Juni. (W. T. B.) Der Präsident Mar1chall Mac Mahon isi hcate hier eingetroffen und von den Sp1hen der Behörden auf dem Bahnhofe begrüßt worden. Der Maire von Joulonse hielt eine Ansprache, iu welcher er dem 'MarsckNY-Prafidenten seinen Tank arisdriickte, daß derselbe bei einer so 1chmerzlichen Gelegeiiheit hierher gekommen sei, um den Muth der Einwohner wieder zu beleben. Der Marschall Mac Mahon bes11chte hierauf die von der Uebrrschwemmung am nieisten he1111gesuchten Orte nnd richtete ermuthigende Worte an die unglucklichen Bewohner. Die Truppen find mit dem Aufraumen _der Trümmer und mit weiteren Nachfdrich11nqe11 "Ick den Leichen. der Verunglückten beschäftigt. Mit den Unier- stnizungen fur die Bevölkerung ist begonnen worden.

Spgnien. Madrid, 27. Jimi. (W. T. B.“) Nach einer der Regierimg ,zrtgegangencn Nachricht hat die Vanzerfre- gatie „Vientoria“ gestern Deva und Motrico an der kan- iabrischen Kuste bombardirt. Die Blokade der Küste wird außer- ordentlich streng gehandhabt.

Italic!» Rom, 26. I1111i. (W. T. B.) Cavaliere BcrUardi ist zum General-ProkUrator bei dem inter- nationalen Gerichtshofe in Alexandria ernannt worden.

_ 27.311111. (W. T. B.) Der Senai hai den Antrag WEILU _Emleitimg einer Enquéte über die Verhältnisse in Sizilien fast einstimmig angeiiommen.

. Turkei: Konstantinopel, 27.311111 (W.T.V.) Offi- zieller Mittheilung zufolge wir? das demnächst zUr Veröffent- 11ch1mg geiangende Budget ein Defizit von 5 Millionen Pfund aufmetse11. Dasselbe entstand durch auMahmcF-weise ungünstige Verhaliiiisse, Wie HUiigerMioth, Viehseuchen und Ueberschwerü- mungen, welche verschiedene Provinzen heimsnchien. 8111: sofor- tiger) Decknng des Defizits sollen die Stempelstener, Patenisteuer, 79111112 mehrere anderen Steuern mitwirken. Eine nach Veröffent- lichung „des BUdgeis einzuseßeiide Permanenzkommisiion werdedte Hersteiiung des Gleichgewichts im Budget übernehmen und 111 Erspgrmigen, iowie in der Entwickciimg der Hitlis- queiley des Reiihs die Eiemenie einer ernstlichen finanziellen Re- org11111sattoii suchen. Die Nachricht, daß die Regierrmg eine Re- d11k_iio'n der Sibatsschuld beabsichtige, wird ebenfails amtlich als e1111ch1eden 11nr1ch1ig bezeichnet, mit dem Hinzufügen, die Reqie- 151119 betrachte es stets als Ehrensache, ihre Verpflichiunge1k zu erfuiie11_1111d dachte Niemals darum, die Befiizer der Schnldtitel im Geringsten zu schädigen.

. Rumänien. Bukarest, 27. Juni. (W. T. B.) Der htefigeMetropolii:Primas Ealinik und der Metropolit der 211101131111, Joseph, smd heUie vom Fürsten feierlich in- vesttri'wordeii. _ Der Deputirtenkammer wurde die von der Regierung mit der Rumänischen Eisenbahngeiell- fck)„1ft 111 „Berlin abgeschWffene Additional:K011vention zur Genehnngung vorgelegt. Der Depuiirte PUGcal bat die Vorlegung des Projektes zur Ausführnng des bereits beschlosse- neiti UtZaues eines Hafens am Schwarzen Meere be- an rag.

Rußland und Polen. St. Petersbitrg, 24. Juni. Auf 'den Bericht der Minister des Innern Und der Finanzen über 006.111" der Stadt Morschansk herrschende Elend hat Se. Maxeiiat der Kaiser befohlen, außer den von der Reichsrentei zUk Linderimg der Noth bereits c111§gezahlien 3000 Rbl. im Namen Sr. Mmiesiiit 11011] 30000 Rbl. zii verabfolgwi. Nach der „Reiten Zeit“ beabsichtigt man, im Kriegö-Ministerium eine K0m1111s11011 mit einer Revision der Schnipläne der Militär- G11m11as1e11 1111d Iniikerschnlen 311 betranen. Diese Rebi- fidU in 111111 besonderer Wichtigkeit in BON'Tff dcr ?litfstellunq 9111123 JEMLMsUUWU Programms mit Unierabthrilungen fiir die Yanengattnnzien zum Offiziersexamen der Junker und 111 Betreff der Vorbcrcinmg der Schüler der Militär- Ghmnafien 311111 Kursus in de11 Iiinkerschnien. Besondere Aufmerkfamkcit soil bei der Revision auf die 11e11eren Sprachen Und auf Mathematik und Geogrcmbie, als jedem Ossizier gleich wichtige Diözipiinen, verwandt werden. _ Daneibe Blatt erfährt, das; das *))iiiiisterinm der Volks- anfklarzmg in Uebereinstimmung mit dem Ministerium des In- nern 'die Absicht habe, die Lehrherren verschiedener Zünfte, welche Lehrlinge halten, zu verpflichten, sie an drei Wochentagen die Sch1tie besuchen zii lassen. .Zu diesem Zweck und zurBear- Deining der Frage über die Noihwendigkeii der Verbreitung geistiger Entwicklung unter deriHandmerkern soil im Ministeriuni eme besondere Kommission niedergeießt werden, Welche ein Schul: programm 1111s11rbeiten Und zur Herbeifclwffung von Mitteln zur Erfindung" solcher Handwerkersckzuien Rath schaffen soil. Anßer Padagogen von Fach soUen (11111) Administrativbeamie _und uberhanpt Personen, die sich für die Bildung des Volkes mteresfiren, znr Kommission herabgezogen werden.

Nr. 55 des „Amis -B1atts der Deutschen Reichs- éostberWaltung“ hat folgenden Inhalt: Verfügungen: vom “5. Juin 1875: Umwandlung der Beträge auf Postanweisungcn nach dem Niederland: 24. Juni 1875: Briefverkcbr mit Ostindien, Ebina und Jabati iiber Neapel mit französiicbcn Schiffen; vom 25. Juni ZFUÖblEzösfnung der Cisenbahnstrccken Wolfögefärib-(Lireiz und Greiz-

*e11 i .

Statistische Nachrichten.

Eine dcm Kommunalblatt beigefügte Nachweisung der Stif- tynlxéenuurtid Lchctxxe dex AStadthezmeinde Berlin fürspc- z_1e e n err) - un rmen- wecke eni ält ci Ubr t uber 328 derartige Stiftungen und Legale. 1) ne e e ßch

_ Nr. 24 der Statistischen Korresponden “, eraus- gegeben ben 01“. C' Engel in Berlin, hat foigendzen Jénhalt: DixcbilmV LÜJLYÉ dcs tDe11xsch§kn_é)ieich1-s vom Sevtember 1874 bis ein . arz ver euere 11 cnmenge. _ Das ru c t- Wesen in den Jahren 1 68 bis 1875. Mä) Pos

_ Die Ständische Siädte-Feuer-Sozietäi der Kur- und Neumark nnd der Niedciiausiß hatiür1874 eine Ver-

) ficherungösumme von 127,139,525 Thlr. auizuw-ciscu, gegen 117183675

iThlr. im Voriaöre, Von ersterer Summe fallen an G H

1, Klasse 717,876,600 Thlr., 11, Klasse 44,731,125 Thlr., fUl, ?Kläxjjs? 8,555,850_Tblr. und 17. Klasse 1,975,950 Thlr. Die in der Haupt- irimme mrientbaliene" beitragspflichkixxe Hälfte der Verficbnungssummm fUr K1rchen imd Tkmrme beträgt 1, 78,725 Thlr., so daß |ck) aifo- b1e_ Gesa111rnt-Versicherungsfumme derseibcn auf 2,957,450 Thlr. stellt. ZOie 31119 der'von der Sozietät zn vergütenden Ber- und Blißsöbaden bei1ef fick) auf 150, von denen 10 aus“ Rech- 1111111 des Jahres 1875 kommen. Im 1. Semester fanden 74, TMZ]; Semesier 76 Schadenfeuer statt, und Wurden von dexfkelben m 7.) 'Ziadien 423 Gebaude betroffen. Totalixbadm lag vor bei 26 Wobnbgusern, 85 O_ofgebäuden, 39 Scbeunen, 1Mühle, 5Fabrik- gebunden, „uberhauptiei 156 Gebäuden. Theiiweise BLichädiaUMM erliich „121 Wobnbauier, 120 Hofgebäude, 7 Scheunen, 1 MübiX', 184754brikgebaude,zusammen'267 Gebäude. Dmck) Einschlagen des .811151'8, obne bai; derselbe gezündet, fanden in 15 Städten und in 16 Failen Beicbadrgungen an 17 Wohnhäusern, 2 Hofgebäuden, 1 Scheune und, 1 Mublesigti. Von den 150Schadenfe11ern sind 5 durch (Heimtier bcrnriackyi, 5 borfaizlmb angestiftet, 3 durch Fabrläsffakeit und 1 durcb fehlerhafte Bauart berbergeiübrt worden. In 114 Fällen find die Entitebungöursachen der Brande bis jeizt unermitielt geblieben. J1122 Faiien" schweben noch die Untersuchungeveihandlungen. An OckzadenSVergUiungen" sind mis Aniaß der Brand: und Blißscbäden festgcieizx: ,An _Vergiziungen m der 1. Klasse für Totaifchädén 5725 Thlr., fur P.]rtmiscbadctx 34,555 Thlr., 111 der 11. Klasse für Tokai- schaden 40,175 Thlr., fur Partialicbäden 9442 Thlr., in der 111. Klaffe FUr Totalicbaden 21,450 Thlr., für Partialichäden 21,776 T[)„1!., 111 der 117. Klasse für Totalscbäden 6100 Thlr., für Partial- ichaden_29"64 Tb11., 311111111n1en für Totalscbäden 73,450 Thlr., für Parimljcimden (18,738 _Tblr. Die Beiträge der Theilnebmer der Soziemr befragen 1111 1. Semester 1874 (in Thalerwäbrung ausgeschrwben) 110111 Hundert der Verficherungssumme ]. Klasse 8 Y., 11. Klasie 2 Sgr., 111. Klasse 4 Sgr. 8 Pf., 17. Klasse 9 “Wk“ 4 “Ps.; 1111 11. Semester (erst im Januar 1875 ausge- scbrieben) sur" Hundert Ma-k Versicberunqssumme ]. Klasse 4 Pf., 112 Klasse 12 Ps., 111, Klässe 28 Pf., 17. Klasse 56 Pf. Die Emnßbme des laufenden Verwaltungsfonds schloß für 1874 bei e1ne1n Ké-sienbestiinde aus der Rechnung des Vorjahres in Höhe von 56,419 Tblr. 11111 117,838 Thlr., die AUSgab-x im SOU mit 180513211112, 10 daß fich, da 78,995 Thlr. Reste Vorhanden Ende 181_4 e_1n Kassenbestand bon 16,327 Tblr. ergab. Der eiserne Beiiandsonds _b_e1r11g zur ielben Zeit 240290 Thlr. in Staais- papieren urid Csfeiten und 68 Thlr. in Baar.

Kunst, Wiffenfrhaft und Literatur.

Den Kaiierlicben Ober-Posidirektienen find für ibre Biblio- i[)eken Phoiogxabl)ien des Bilderfrieses im Sitzungs- saale des Kaiieriicben General-Postcimies geliefert werden, nacb'den von dem ())eneral-Postdirektor 01. Stephan angegebenen thiven eniwbrfen und 13011 dem Historienmaler Professor Scbiiße in Berlin aiisJeiUbrt. D1e]e 12 Bilder stelien durch fymboliscbeKinder- JTUPPLU 811? PerkebrStmttei der Post und ihren Cntwickeiungsgang 1311111111 1111011111, Zeiten bis auf die Gegenwart dar. Watt 1. Ind1en 11r_1d Pbömzien. Hermes unterrichtet den Phönizier Tant in der B1111111abcnichrist und einen indischen Bramiucn 111 dem arabi- sci1e113ahieniysie1n. 5131111111. Babylon und Assyrien. Semiramis erhalt den Brief des indiichen Königs Stabrobaies. Blatt 111. Aegypten. Blatt 17. Persien. Einführung des Pferdes in den Post- dienst. Bigti 7. „_(ÖkiLÖLUMUÖ. Mit , der realistischen Richtung des Berkebewep'ns 11111611 114) die Symbolik belleniicber Mythologie. BlaitU. steiii den 01115115 111111110115 der Römer dar. Blatt 711. bar das Feidsibrstweien der Alten zuniG-Jenstandeunb bildet damit den Abschluß des Ameribnms. 7151111117111. Das deutsche Verkehrslebeu im Mittelalter. Blatt 111. Der Orieni. Blatt )(. gilt dem mächtigen Erwmbea des W_clige1steö _11111 die Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts. Blatt 111. .Die AUSbrLLtUUg der Post bis in die fernsteu Regionen Blatt )(11, isi der Gegenwart gewidmet. Ueber dem Erdballe, auf weichem zu 811111111111) Meerdie schnellen Diener des Verkehrs: Die brausendeLoco- motiveund de17ch1a11keP0stdampier dabin eilen, wiibrend in blauer Ferne aucb ein Beförderungsmitiei der Zukunft: Der Luftballon firbtbxr wird, schwebi,_e1n'Banner der deutschen ReiÖSpost in der Linken, ihr Grundgeieß 111 der Rechten haltende, der Genius der Post, begleitet von Merkur und Amor. Sein Flug kennt nicht mchr die Schranken, welehe die Völker trennen; cr steht auf seinem Gebiete die Welf- veretnigimg zur Wirklichkeit gewvrden; aber rastlos, wie von Alters ber, _w1rkt und waliei er jetzt und immerdar, für Handel und Ju- duime, Kunst und Wissenschaft, Freundichaft und Liebe.

_ Am 22. Juni starb 311 Frankfurt a. M. der dortihe Ani, der 5101119111118 Geheime SanitätS-Rath Vr. Giistav Ad Olf Spieß. Gr 111.1r 1802 311 Omsburg geboren als Sohn des dortigen reformirtcn Predigers,1iedeiie aber mit )einem 1813 naeh Frankfurt berufenen Vater "Ick dtcjer Stadt über, Wo er seine Weitere Bildung erbielt. 31111 2. September 1823 Promobirte er, zngleici) mit Friedrich Wöh- 1_'1*r, dem berühmten Chemiker, zu Heidelberg ais Or, 1111311. und ließ 1111111121 Arzt 1821 in Frankfurt nieder. Ws ein Mann von scharfem Verimnd, viciieiUger, auch 111usika111chor Bildung und großer Arbeits- 111171, hat er auf vielen (_Hebieten gemeinnütziger Bestrebungen gewirkt. ("'r war M1igiied der aeietzgcbendcn Versammlung, seit 1847 MitZiied rer _Direktimb dee Städeiscben Kunstinstituts, der Verwaltung der Y1111cu111Sgc1c111cha11, Prasident des 1870 gegründeten Verein?.) zur “11111111- 1111 Feld _berwunderer und erkrankter Krieger, des (nMioriai- 111161111811) Frankiurtcr Wahlbereins :e. 52115 21:31 war er besonders (16011111 11011 _Engiänkerii und Schollen. Auch mcbrcre größere Arbei- 1011 111_ed1311111_cbe11 Inhalts verdanken ib1n1bre Entstehung, so ein bistrrmckz-kmtiiciies Wcrk_ 1111er .J. B. van Helmont und sein Sy- 110111 _der Medtzin“ (Frkst. 1840). eine „Physiologie des Nervensvsiomg“ (Brnicng. 1844) und die. „Pathologische Physiologie“ (31 Abthei- 111n11en, Frkit 1857). ©2111 51) jähriges Doktorjubiiäum am 2. September 1873, Wobei der Königliibe Polizei-Präsident Hergen- babn d1c StaatSregierung vertrat, gab Kunde von der allgemeinen Verehrung, welcbe dem damals noch ganz rüstigcn Manne ent- gegengebraibi wurde. Später cniwicbelte 7111) eine Herzkrankheit, der er nach quaibolien Leiden erlag. _ Sein Sohn Almandcr ist. cbeniaiis Arzt in Frankfurt und durch seine Leifiungcn an.? dem Geo. biete der öffentlichen Gesundheitspfieze bekannt.

_ Die Deutsche Anthropoiogiicbe Gcscliscbaft wird 111110, 10.1111d 11. Anqust d. J. ihre Jahresberfammlungin M 1'1ncbe11 abhalten. Die bis jetzt angekündigten Vorträge lassen er- Wartcn, da); die diesjährige Versammiung fich 77111; die Wiffeuscbaft, dx-sie. dient, eben so nüvlicy enveisen werde, wie ihre Vorgängerinnen. Diequ- merksamkeit weiterer Kreise verdient schon jest auf ein Unternehmen. gelenkt zu werden, welches mit 1171 im Zuiammenbang steht, iihnlich auf eme Sammlung prähikborischer Alterthumer aus allem Theilen Bayerns, 1ve1che eigens. im Hinblick auf diefe Versammlung. zuiammengebrxacbx 1st und (1111171111111) nach dem Anthropologentageinige: Wochen 1111 Königlichen Odeon aufgesteüt bleiben wird. An den Am ibropologentag wird fich die Versammlexng der Deutschen. eolo. g1)„c1)cn Gesellschaft aÜrblicßen, welche dieses Jahr gleich aks in Munchen tagt.

_ Der Allg. Zig.“ icbreib't man aus München: No 1 der Neubau vor dem Siegeßtbor nicht begonnen, der enkiickZ cillechdifet zer- streuten Glieder unserer .Kupstakademie unter einem Daehe ver- sammeln 5911, und schon muß ein Theil derselben, die größere Hälfte der Yiiqiyfcbule, sicb 'zum Qnözug aus der Glaömalerei rüsten, die in_r eme .Kunftmdustries nie hergerichtet wird. Die vermehrten (H„escbafte des nurimcebri en irektord Piloty und die Noihwendigkeü seiner _Amxesezibeii 1m Hauptgebäude machen es W1schencwerth daß“ auch ieme Schnier ane da clbst ihreAteiiersbaben,1wd o o

für Lindenstbmit und seine Schule wie für ei : :

klassen e11_1en Barackenbgn in der Nähe deanahnhofes aufZeeinem

magisiratltchen Grundsinüe zu errichten, der fünf Jahre [M8 zur e

Aysbülfe dienen 1011. Wenn auch dort Netz ein oder zroei br?! sem werden. io isi. es doch weder “Hort 11011) in der Akademie selbst

111581101), Daß in den Arbeitsräumen dcr Sibiiler ein Lehrer stets ge-