1899 / 253 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Oct 1899 18:00:01 GMT) scan diff

„:p 1.0.3.»...ckck... *" ckck N der Ersten Beitäge."

Yiehtcunttiches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 25. Oktober.

Seine Majestät“ dev Kaiser und „König Hörtsn im) Neuen Palais heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Zivilkabinets, Wirklichén GeheimenRaths Dr. von Lucanus.

KZ? Während des Vierteljabrs vom 1. Juli bis 30. Sep- tember 1899 haben 8123 Schiffe (gc-gen 8559 Schiffe in demselbsn Vierteljaßre 1898) mit einem thto-Raumgehalt vou 1 021 520 Register-Tons (1898: 943130 ch-Tons) dan Kais cr Wilhelm-Kanal benußt und, nach Abxug des auf die Kanalabgabe in Anrechmmg zu bringenden Elblootsgcldes, cm Gebühren 516 286 «171 (1898: 465 755 «(H.) Entrichtet. *Davon emficl-m auf den Monat Septnmber d. J. 2476 Schiffe (1898: 2584 Schiffe) von 361973 Nea.-Tons „Q 1898: 307 198 ch-Tons) und 178 381 „16 (1898: 150199 01-6) ebühren.

L.1ut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „(Heier“, Kommandant: Korvetten-Kapitän Jacobsen, am 23. Ok- tober in San Francisco eingetroffen und beabsichtigt, am 8. November nach Acapulco in See zu gehen.

S. M. S. „Irene“, Kommandant: Frcqatten:Kapitän Obenheimer, ist gestern in Nagascxki eingetroffen.

S. . S. „Hortha“, Kommandant: Kapitän zur See von Usedom, [st gestern in Shanghai angekommen und mit S. M. S. „Iltis“ ,. Kommandant: Korvetten-Kapitän Lans, heute von da nach Ranking in See gegangen.

Bayern.

In der gestrigen Sißung der Kammer der Ab- geordneten wurde die Besprechung dor Interpellation über die Gründe, aus denen die bayerische Regierung im Bundesrat!) dem Geseßkniwurf zum Schuß des ge- werblichen Arbeitsvcrhältnisses zugestimmt habe, fortge- seßt. Der Abg. V1". Schädler erklärtc', wie die M. „Allg. Ztg.“ berichtet, namens des Zentrums, daß disscs gegenüber dem Geseßentwurf an dem die Vorlage ablehnenden Standpunkt konsequent festhalte, da diese Vorlage das Koalitions- rccht der Arbeiter beschränke und nur im Interesse der Arbeit: geber liege. Dcr Abg.Cass elmann (liberal) behauptete, daß die ArbeitSwtlligcn durch dis bestehenden (Hese-(ze schon ausreichend gc- schÜßt seien. Das Koalitionsrccht der Arbeiter müsse gewahrt bleibcn; freilich dü:fe Daraus nicbt soziaWemokratifcher Koalitions- zwang wcrden. Der Abg. chiß (Sozialdemokrat) suchte an einzelnen Beispielen nachzuweisen, daß die Untexnchcr cinsn schlimmean Tcrrorißmns ausübten als die Ar sitnehmcr. Der Ministcr dkr Justiz ])1'. Freihsrr von Lconrod und der Minister des Znnxrn Freihcrr von Fcilißsck) bckämpftcn diese Auffassung, wobsi Leßtcrer bctontc, daß die bayetischcn Arbeiter kcitchmegs in ihrer Gcsammthcit hinter den sozial- dcmokratischen Führern ständen.

Württemberg. Ihre Königliche obeit die Herzygin von Albany ist, wie „W. _T. B.“ mel et, mit Ihren Koniglichen Hoheiten der . Zrinzessrn Alice und dkm Prinzen Eduard gestern zum interaufenthalt in Stuttgart eingetroffen.

Deutfthe Kolonien.

Bei der „English Trading Company“ in London ist dem Reutct'schcn Bursqu“ zufolge vorgestern ein Brief ihres Vertreters am R10 del Rey im deutschen Schußgebiet Kamerun vom 19. Scptcmber eingegangen, in welchem dicser mittbeilt, neuere ihm zugeganchc Nachrichten bewiesen, daß die Eingeborcncn in ihren Mitthcxlungen über die angebliche Nicdermechung einer deutschen Expedition alles übkrtrisbkn hätten. c-0mol)l dcr L9utnamt von OUkis als auch Herr Lol",- meyer sei am chen; auc!) sticn alle Faktoreim wieder geöffnet.

Oesterreich-Ungarn.

In der gestrigen Sißung des österreichischen Ab- geordnetcnhauscs „theilt?- zunächst der Präsident mit, daß ein Antrag des Vorstßcnden im Ministerrat!) Grafen von Clary _ eingegangen sei, die Wahlen zur Quoten: Dsputatton vorzunehmen. Die sozialdemokratischen Abgeordneten überrcichten sodannn einen Antrag auf Verscßung des Ministeriums Thun in den Ankla c- zustand wegen Verletzung der Staatsgrund eseße durch die er- oxdnungen auf (Hrund des ' 14 der Verxassung. Unter den emgelaufenen Interpellattonen befindet sich eine dék Abgg. ])r. Groß und Genossen über die in mehreren Orten Mährens vorgekommenen Ausschreitungen. Die Jnterpellanten hehen hervor, daß unter dem Vorwande politischer Kundgebungen Stcherheit „und Ergenthum von Mitbür ern, namentlxch israeli- tischen, gefahrdet worden seien. Die nterpeUanten verlangen Vorkehrungen gegen derartige Ausschreitungen und die Heran- ziehun der schulptragenden Gemeinden um Schadencrsaß. Hieran bcgann dtexDebatte über die Er lärung der Re: gierunF Ueber den Verlauf derselben berichtet „W. T, B.“:

Dex bg. Hofmann von Wellenbof führte aus, die Dem- chen hatten nicht gegen die Person des jeweiligen Minister-Prästdenien, ondern ge en das System welches die Deujscben nach und nach aus ibreu einze nen Yofittonen babe ve-drän en wollen. Stellung gcnommen. Dem deuts en ' olk qkbübre na der age der Dinge ein maßgebender Einfluß in esterreiab. Von die em Standpunkt aus werde die Partei '“ _ des Redners die Regierun verklärung beurtbeilen. Die Behauptung,

die Deut eben hätten durch8 die Aufhebunß der Sprachenverordnungen einen- enSiea mungen, sei umicbti . - kseinur der Zustand wieder- sm ell worden, wie er vor Ik Ia ren bestanden habe. Bezüglich der auyekündigtsn rei agese nchen Regelung der Sprachenfrage e abgewartet werden, w e die egle-nna die Sache anfaffe. Die deutsLe

Gx sei die Vermijte'lungssvraebe und müsse es bleiben. Die

hätte feierlitb erklären müssen , daß sie den S 14 ]

def Akkxek,: wem.

. W QU , abgegxhene Okklätung der Regierung könne ibn „nickt bs edigen; er “und eine Partei würden die Entemcke ung der Dinge abwarten; die euis en seien zum Frieden bereit, aber dieser Friede müffe ein dauernder ein. Gestüßt auf die .deutsche Bevölkerung, die in nationaler Beziehung wieder erwacht sei, würden die deutschen Abgeordneten auch die schärfsten Waffen zu führen wiffen wenn dies nötbig sein sollte. Der Abg. Pergelt bemerkte, seine artei' wolle nichts Anderes, als daf) die Deutschen endlich zusammen- tänden, um allen Uebergriffen gegenibre Rechte in Zukunft vorzubeugen. Die nationale Roxx) babe die Deutschen national fühlen und denken gelehrt. Aueh die Vertreter der katholischen Volkspartei würden sich diesem Zuge auf die Dauer nicht entziehen können. Dieser nationale Zug sei größer, als die Gegner glaubten. Die Versicherung der Re- gierung, daß fie die Verfassung bochbalten werde, genüge nicht, so lange der § 14 wie bisher gehandhabt werde. Er erwarte, daß den dringlichen Anjrägen auf A;!!fbeßung dieses Paragraphen vom ganzen Hause Rechnunß getragen werde. Zum Schluß sagte der Redner: „Nach Auf chung der Sprachenverordnungen halten wir eine par1amentarische Thätigkeit für möglich und find bereit, uns daran zu betbkiligen. Solange die Regierung, die fich als neutral VorgefteÜt bat, disse Haltung brobachtet, woÜen wir ihr obne Vor- eingenommenbeik und streng sachlich gegenübek-steben. Sour? diese oder eine spätere Regierung von diesem „Wege abweichen, so werden wir dkn Kampf. unter Umständen die' Obstruktion, wieder aufnehmen.“ Der Abg. Dr. Lueger erklärte. das Ministerium sei neu, aL-er sein Programm sei alt. DerUntec1chied zwischm dem neuen und dem alten Ministerium liege nur in der Aufhebung dsr Sprachenvsrordnungen. Der Angelpunkt der Situation sei aber der Außglenb mit Ungarn. Der denc'r gab der H:;ffnung AuSdruck, daß rvsdkr die Dsutschen noch die (Czechén für den AuMlc'ick) mit Ungarn sein würden. Die Pntsi des Redners werde die Regierung bei dem Bestrkben, das Parlament Xebensfäbig zu machen, kräftigst unterstüßen, denn es litfen derzeit dsr Gewerbestand und die Banern ebenso wie die Fabrikanten. Das Interesse der Bauern zwinge fie, dahin zu wirken, daß im Parlament endlich erfolgreiche Arbxit geleistet Wexdc. Aus dex gkmeinsamen Arbeit werde visaxicht auch der Frixde zwischen den Najionalitätsn bxrvorgeben und damit aueh ein starkss und einiges Oasterreich. Sodann sprach der Abg. Dr Baernreitber und fühxje aus, der verfaffun streue Großgrundbefi one rubkg abroarteu, wis: die Re- gieruna i r Programm durcbfü ren werde. Die gesetzlirbe Feststellung einer Vermittelungssprackoe, welch? als unachisbares Erfordernis; der Verwaltung und als ein Kulturbedürfniß des Staats, nicht aber als Hegemonieaelüste der Deutsckxm aufgefaßt wxrden sollte, sei noth- rvendig. Würde es qelingkn, den großen deutscb-jlav'kscbcn Gegknsaß, wc'lcher einen europäischen Charakter habs, in Oesterreich zu lokaltfikren, dann würden bside Tbcjle die Früchte dieser Arbeit ernten. Der Abg. Kinck erklärt.“, die freie deutsche Vereinigung stsbe auf dem Boden der B*rjöbnung der Völker O:“stérrCicbs, und er bkgrüße das Bestreben der Rec'xierung, den Frieden bcrzusteUen. Der Abg. Hanisch sagte, die V'e1jöbnuna der Nationalitäten sei einer der Programmpunkte der sozialdemokratiscben Paytei. Von Regierungs- erklärungea bieltsn die Sozialdemokraxsn nichts. Der Abg. Wolf gab dem Verlanger Ausdruck, daß vor aUkm dsr Außgleick) nochmals, im Hauje beratben melde. Jm Syrackpengsses müsse? die (Geltung der deutschen Sprache als Staatßkpracbe fesxgeseßt,_ und dEr § 14 müffE auf Fälla von ClMlxnUk- schaden béjcbränkt Werden. Rednxr Verlangte schlikßlkch eine Thron- 1606 und elklärte, daß er und s€ine Partei der Regierung nach wi: wor mit Mißjrau-ZnZegenüberstäudcn; solange, nicht G.Lrantien für eine Besserung der " krbältnisss gxgebén würdkn, werde skine Partei gerüstet bleiben. Die Rede Wolf's wurde Von den Cz€chkn wiedcrbolt dura') Zwischenrufe unterbrochen. Der Präsident Pr. von Fuchs Vsrlas hierauf eine Interpellation d:r Abgg. Pacak, Graf Pall?!) und Genossen, 111 welcher herbsrgeboben wird, daß ein Erlaß des Justiz - Ministeriums vom 16. Oktober 1899 , betreFend die Wiedersinéübruna der ausschließlich inneren d61111ch8n Amtssprache bc'i den (Gerichtsn in WHHrnen, ungeseßliä) sei und beweiw, daf; das Ministerium das czkchisch8 Volk prOWzieren und dkmüthigen wolle. Die Verordnung ssi cin Faustschlxrg (;ck-gen y;;s chchisch8 Volk und ein ngnis? voÜkommen-sr Unkenntnis; dsr Verbaltnisse. Dic Jutarpc'llamch ska,;cn, durcb welchkö «(sys Dkk)“: Verordnun-J akrecbtfertigt sei. DLL chlesung dcr Zxxterpcllajion gab zg ,;roßem Lärm Anlßß; die Czeckykn begl-xitexen fix: mit brftégen Schmährufe'n gcgen dk" Justiz-Yéénister densie mit Papixrsäkniysin bkwarfen, während die Deutjchxn dem astiz-Minister applaudiertcn. Jnxolge DLS Lärms mußtk der Präßdknt Die Sisung sch1icßu1.

Die Kontrolversammlung dcr Landwchr in Skutsck) am 23. „Oktober wurde, wie dem „W. T. B.“ aus Hohcnmautb Mitgettwjlt wxrd, durch Vcrweigérung dcr vor- ge1chricbencn ledung m deutscher Sprache versitclt. Den auf die Jubaftrcrung eines Mannes folgenden Straße::kund: aebungcn wurde_ ohne Waffengebrauck) cin EnOL gch*n1acht. Ngch Her Abretse, des die Kontrolversammlung leitenden mxlitärtfchen Funktionärs trat Ruhe ein.

Großbritannien und Irland.

Der ParlamentS-Sskxetär dcs Kric'gsamts Wyndham machte, wie „W. T. B.“ meldet, in der gcstrigcn Sißung des Unterhauscs die' Mittheilung, daß dcr Oberbsfshls- haber der Arms:“, Lord Wolssle 1) die jcßige Lage auf dem KriegSschauplaß folgendermaßm zusammenfasst: „General. Ynkc habe src!) zurückgozogcn, um sich mit dem (Henkral White zu vercini en, und am Montag Abend ungkfähr 16 Meilen ?Üdlich von Dundee sein L_agcr aufgeschlagen. Er sei auf dem Maxsche von Dundee m_rgcnds auf den Feind gestoßen. General White sei am chnstagauf dcm nge, der vkon Ladyfmitk) nach Newcastle Führe, nut Truppen desOranje-Freistaats in ein Gefecht Zerathcn, das für ck11 emen glückltchen AUSgang gcnommcn abe; er sollte am Abend mit dem General Yale Fühlung ewinnen. General Yale theils noch mit, daß" die kcrmundetcn, die er mit sick) führe, sich verhaltnißmäßig wohl befänden. Die verwundeten Buren, die in' britische Hände Yfallen seien, würden ebenso behandelt wre die brittschen 5crmundcten, und man habe allen (Gxund anzunehmen, daß die Buren die in ihre Hande Yfaüenen britischen Verwundeten in derselben mensch- ltchen eise behandeln würden“. Er (Redner) möchte das Haus da_ran erinnern, daß TranSvaal der Genfer Konvention betFÉtretcn sei. Das Krie„samt habe ferner von dem General. alker, dem Oberbefe lshaber der Truppen der Kapkolome, um 21/2 Uhr folgendes, aus Kapstadt, 24. Oktober, 1 Uhr 5 Minuten Nachmittags datiertes Tele- xamm erhalten: ,Nach der leßten Nachricht, die aus tmberley, 22. Öktober, 2 Uhr Nachmittags, ein- gelaufen, ist dort alles in bester Ordnung.“ Nach Yieser Mittheilung wurden die vorgestern gefaßten Beschlüsse uber _dle'AUS abe von Schayamtnoten in weiter Lesung mti 23 gegen 25 Sttmmen angenommen. odann beTann dre erste Lesung der Appropriationsbill. Der

Erie Lord des Schaßamks Balfour sprach die 0 an aus, 139 das Parlament am 27. Oktober werde véßtafxx? Herden onnen.

Wie das „ReuterZsche Bureau“ vernimmt, hat das „Kolonial- amt gestern Abend eme Depesche erhalten,. welche meldet, der Präfident des ,Oranje-Freistaates Stel 1,11 Jabs eine Pro-

be": afsung iu verfaffunaowidrkgem Sinne nicht anwenden

klamation erla en, dur welche er einen T elk der Ka : kolonie, nörd ich vomckkkxaalflufse, annektiere. p

In dem_ gestern.- abge altenen Ministerrat!) wurde ein von dem Krugs-Minister, eneral de Galliffet vorgele tea Dekret unter etchnet, welches die Organisation des Ober ten KriegSrat s dergestalt abändert, daß derselbe in ZUkUU nur noch aus Offizieren besteht, welche für den Krte ska zu Kommandeuren von Armeen bestimmt und in ?rie ens- zeiten an die Spike eines Armce-Korps gestellt sin . Der General. Lucas_ ist zum Mitglied des Obersten Kciegßraths, der General G rtf ot zum Kommandeur des )(]JIL. Armee-Korps ernannt worden. Der KabinetSrath genchmigte ferner die Vorlage, mklche die Berufssyndikate betri t und ihnen die Rechte einer xuxistischen Pcrson verleiht, sowie die zioilrecht:

lichen und stxafrccbtlicben Bestimmungen festskßt, welche den

Syndxkaten eine unbehinderte Wirksamkeit ermöglxchen. Rußland.

Wie dem „W. T. B.“ aus Wiborg gemeldet wird, be- -

ricbtc'n die dortigen Zsitun en, daß dsr finländische Senat die Verordnung des russis -.'n Ministers des Innern Über die Einführung russischer Postmarken im finländischen Gouvsrne- ment ab_clek)nt und seinen Beschluß damit motiviert habe, daß die etreffténde Maßregel eiue Vsrlkßung“ der autonomen Reäste des Rsichstages sei. Der (Heneral-Gouverncur erklärte seinerseits, daß der Beschluß des Senats mit dem be- stchx'nken Senatszeseß im Widcrspruch sich.“, da dcr Senat Z8Z30 das Manis??? des-Kaiftrs über das Postwesen anerkannt 0 6.

Spanien.

Dsr Gouverneur der Bank von Spanien Graf T0 rrc anaz ist, wie „W. T. V.“ meldet, zum Iustiz:Ministcr ernannt worden.

Das Dekret, durch 1021ches dic. knnstitntioncllen Rechte in der Provinz Barcelona aufgehoben wcrden, ist gcstcrn veröffentlicht worden.

Bulgarien.

'Der Fürst Ferdinand ist vorgestern von Varna in Sofm eingetroffen.

Amerika.

Wie das „Neutcr'schc Bureau“ aus Washington er- fährt, hätte die russische Rogierung jeßt eingkwilligt, daß dxr seit acht Jahrcn schmcbcndc Streit mit den Ver- einigten Staaten übcr ihre Anspxükhe wegen der B»sch)lag- nahme russischer Segelschiffe im Bcri1x6mcer cincr schieOS- _ erwhtlichcn Entschcidung 1mte1 rcitct msrdc. Das Protokoll hierüber sei von beiden chierungcn bereits aufge- nommen worden; die Vcrhändlungcn über die c1;dgijltigen Formalitäten würden, wie man crwaric, im nächsten Monat zam Abschluß gelangen. Es werds wahrscheinlich nur ein SchicdSrichter in der Sache entscheiden, und zwar der holläwdifckx Jurist ])1'. Asser.

Der in der gestrigen Nr. d. Bl. gemeldete Ausbruch einer Revolution in Columbicn hat, dem „W TB.“ zufolge, die Verhängung dcs BclagcrungSzustanch und dioSus- pcndierung der Postverbindung mit dem Auslande zur Folge gehabt. .

- Aus Carétcas bcrichtkt das „Rcuter'scbe Bureau“, duß dsr Gyneral Castro die Regierung übernommcn und sin neues Ministcrium gebildet habe. Francisco Castcllo habe das Mknistcrium des Innern, A:!duego Palacio das 0113 Aeußern, Tells Mendoza das Finm1z-Ministcrium, Ignacio Pulido das Kricgö-Ministcrinm, Manuel Hernandez das Handels- Mimstc-ium, Victor Rodriguez das Ministerium der öffent- lichen Arbeiten und Clemente Urbancja "cas Kultus- Ministerium erhalten.

In London eingetroffenen Meldungen aus Oruro vom gcstriqcn Tage zufolge lzat dcr bolivianische Kongreß dcn (He'ncral Pando zum Präsidenten und dcn Obsrstcn Lucio VelaSco zum Vizc-Präsidcntcn der Republik gewählt.

Afrika.

Dao brilisckze Kriegsamt hat, wie „W, T. B.“ meldet, das nach'stchcndc Telegramm dcs (55.11crals White aus Ladysm1th von gestern Abend 9 Uhr crhaltcn: „Eine am Momag cingcqangcne Meldung ergab, daß sich die BMW in beträchtlicher Zahl in ausnehmerxd starker STcUnng Wkstlick) der Hauptstraße von Ladysmitl) nac!) Dundee fcstgcseßt [)(1'tten. Ick cr- hix-lt eben o die Nachri t, daß unsers Truppen in Dundcc, wclche ]?Ht vom General Yu e befehligt werdcn, nach Ladysmijk) auf dem che über Veith und die Tbälcr des Waschank- und Sonntagsflufses zurückgingcn und heute am Sonntags- flußthal eintreffen sollten. Ich zog mit einer starken Kolonne aus, um .die Bewegungen des Generals Yale zu dcckcn. Dcr Femd wurde etwa 7 Meilen von Ladysmith entfernt in einer von Natur besonders starken Stollung wcs-tlick) dcr Stxaße entdeckt. Als der Feind die Vorbereitungen sal), crö'xfnete er mit großßr Präziéion das Feuer aus einem Ge- sel)». Unsere Artillertc erwiderte bald und brachte das (He- schuß zum Schweigen. Unsere Truppen wurden sodann bc- ordcrt, eincn Höhenzug p'arallcl zu der Stellung des Feindes, aber näher an_ der Straße, zu bcseßen. Ich beschränkte mich dgrauf, den Fctnd genügend zu enga ieren und somit zu ver- hindern, gegen die Truppcn dcs (cherals Yale etwas!? zu unternehmen. chen 2 Uhr war das Feuern im wcscntltckW beendet.“ Der „Daily Mail“ wird aus Kapstadt bcrtchtet, daß der General Yule seine Vcreinigung mit dem General White etwas nördltch von Ladysmitl) bewirkt habe.

Nach einem Telegramm des „Daily Telegraph“ aus De Aax vom 23. Oktober soll der General Cronjc, nachdem er ?thmal von Mafeking zurückgeworfen sei, auf Kimberley, mar- chtexen und Mannschaften,Vorrätk)e und Munitwn auf brxtlschm Gebiete requirieren. Der General Cronje habe eine kleme Ah- tlnilung ur Belagerun von Mafeking zurück elassen. Dre Freistaat: uren eien au? dem Marsche nach Weten, um slch mit dem Genera Cronje zum Angri auf Kimberley zu Vér- emigen. - Eine über Louren ,o arques in Kapstayt eingetrokfene Meldung besagt, da am 20. d. M. die Lage 111 Mafek ng eine YT“ gewesen sei.

Der „Dai! ail“ wird aus Kapstadt beri tet, daß die Regierung der üda iranischen Republik fünf s were Ge- schuße nackZOMacxek ng ge chickt habe.

im exes : des ouverneurs der Kapkolotxie Six Alfred M iner ax: den Staatssekretär fur ße Kolonien Chamberlam besa t, die Bemühun en, d'“ Basutos ruhiß zu erhalten, ?eien erschwert wor en durT das Verhalten „er Y_urey an der Grenze, die vor und na Beginn der Femdseltgkerten offen gedroht hätten, Masern

anderelStationen anzugreifen. Sie hätten auch versucht, Gehorsam 'der Basutos gegen England zu erschüttern und

, 'die Bemühungen zu vereiteln, Hie in Ruhe zu halten. Die

eien daher verantwortli dafür, daß sick) Besorgnisse Y,?Yinsfällen der Eingeborenen geltend machten.

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Statistik" und Volkswirthschaft.

Heilstätten für Lungenkranke.

Die Lungenbeilstätte des Rothen Kreuzes, welcbe vom Provinzialverbande der Vaterländischen Frauenvereine in der Provinz Sachsen für lungevkranke Frauen im Sommer d. I. ,in dcr Näbe von Gommern eröffnet wurde, hatte, wie die .Heilftätten- Korr." mittbeilt, in den leßten Mouaten duxchxus günstige Erfolge zu verzechnen. Die unier der Leitung von Dr. Schudt stehende Anstalt bat bis jetzt inkgesammt 127 Kranke verpflsgt und z. Z. einen Bestand von 53 Pfleglingen. Das Haupt-Verwaltungsxxebätxde der Heilstätte, die bisher in der Hauptsache aus den in Grabowjee bewährten tranxportablen Döcker'schen Baracken bestand, gebt seiner Vollendung entgc'gen, und es soll demnächst mit dkm Bau von Kranken- pavillons nach den neuestkn Erfahrungen bekaonnen werden. Die Pläne bierzn s'md von dem Stadt-Bauratb Peters-Magdeburg ent- worfen worden.

Auch in Halle (1. S. ist ein Verein zur Bekämxfung der Schwindsucht ins Leben getreten. Bereijs find fürHeilstatxenbeband- lung Schwindsücbjiger und zur Unterstützung der Familten dieser Kranken 5000 „€ aufgewendst worden. Ein erneuter AppcÜ soll demnächst an den ngeinnüßigcn Sinn der Bürger von Halle gkr'ichtet werdcn. Die Anmeldung von Kranken ist* fortwährend esttegen. Der Vorstand des Vereins besteht aus den Herren StadtratK Pötter, Professor C. Fränkel, Direktor Skieber, Rcchtßaanlt Or. Rüffxr, Kommsrzikmatb Lkhmann und Privatdozent Dr. Rembold, dkr als Oberarzt der medizinischen Klinik zugleich Verxrauenßarzt ist. Einem größNen Ausschuß gehören die angesehensten Bürger der Stadt und 61116 Anzahl Damen an. ,

Die Direktion des Deutschen Prtbat-Bcamten-Ver- eins hat in der 128an Hauptversammlung in Görliß Hen Beschluß gefaßt, eine größere Heilstätte für lungenkranke Versmömitglieder mit ca. 120 Bctten zu errichten.

Zur Arbeiterbewegung.

Ueber 1500 Bcrliner'Töpfer rvaren, der „D. Warte“ zufoléze, am Disnstag Vérsammelt, um übkr ibren aqumeinen Ausstand_ zu - ratben (vkrgl. 911.251 5. Bl.). (Es wurde beschloffsn, den urwrüng- lich Von den Gebiéfsn außgearbeitetxn Tarif -- als Hauptforderung - fallßn zu lassen und den yon den Meistern bewiÜigten Aufschlag von 80/0 auf den Innungstacif anzunehmen. Damkt wäre der Ausstand beigelegt; die Arbeit s 011, nachdem bent? die näheren Beyingungen vor dem Eknigunasamt dcs Gewerbegerichts festgxlegt fetn werden, am Donnkrßtag wiedsr aufgenommen werden. Der neue Tartf soÜ_ied0§b seine Gültigkeit nur bis zum 1. Januar 1900 besäßen. Fux dre svät-ére Zeit sollen die Löhne durcb weitcce Verhandlungen zw1schen Meistern und Geseürn festgelegk werden und einem Lobuaufscblaße Von 12 k7/0 auf den Jnnungötarif entsprechen. '

Ein allgemeiner deutscher Steinseßer tag soll, wre die .Wenn-“ bZrichtst, Vom 4. bis 6, Februar 1900 in Berlin statxfinden. Er ist Vom Zentralverband deutsch€r STeinseJex", flasterxr und BMW- genosßn einberufsn und wird sich bauptjack) 1ch mtt der Frage der Schaffung ein-Zr Tarisgemeinscbaft mit den Arbeitgebkrn im Steinfes- gewkrbe befassen. Außerdem soll der Versuch gemacht Werden, elne Steénseßer-Produktivqknoffenschaft ins Leben zu rufen. '

Aas Krefeld theilt die „Köln. Ztg.“ mit, daß die Emiguygö- verbandlungen zwischen den aussiändtgen Färbern 11110 den baden Großfärbsreien Vor dem Könialicben Gewerbegkricbt ergkbmßlos vkrlaufen find. Die Arbciter hatten das Gewerbegericbt alSJEinigungSmnt angerqun. Das aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern bestehende G3richt Jrkannte einstimmig die Forderungen der Ausständigen als ungereckyiferttgt. Es war dsr Ansicht, daß man von den Färbereien nicbt verlanqxn könne, das: sie sämmtliche Ausständißen wieder einstellten. Die Father er- klärten darauf, daß fie auf d eser Forderung bestehen müßten. (Vsrgl. Nr. 229 d. Bl.) ,

In einer zablrekch besuchten Webermexster-Versammxung zu Rheydt wurdx', nach der .Rb.-Westf. Ztg.“, als Glied emcr die Webcrnteister des ganzen Industriebezirks umfassendsn Vereinigxzng ein Orjsm-rband gkgründet im Anschluß an den Vor kurzem gegrun- dxten M.-Gladbachcr Verband (Vergl. Nr. 228 d. 231). Z'WLck dks Verbandes ist geqcknseitige Unterstützung in solcheny§xaüew m dcnen stermsistkr infolge von Weberausständen wegcn * angels an Atbcit entlaffsn Wkrden.

Aus Lüttich berichtet die „Köln. Ztg.“, daß auf de'n Koblenz graben Bellevue et Bienvenue zu Hecsta! und 'Wértster bet Herwe ein Ausstand außgebrochen ist. Dre Arbetter vexlatzgen 17 0/0131" Lohnerhöhung. Die Bergarbeiler-Vereinigung dcs Lutttcbcr Bkcke'ns ersuchte gleichfaüs ve'rscbiedcnx Grubknleitungen brieflich ,um Ausbcsserung der Löhne im Verbäljmß zu dyn hohen Kobleuprktscn.

Kunst und Wiffensckxast.

Der Verein bildender Künstler Münchens „Secesxsion' hat an Stelle dés nacb KarlSmbe berufenen Herrn Professor? Ludwig DiU Herrn Professor Friß Von Ubde zu seinem (Ersten Prastdknten gewählt und dieser die Wahl angenommen.

Gesundheitswesen, Thierkcankheiten und Absperrungs- Maßregeln.

Der Ausbrvch der Maul- und Klaueyseuche unter Rindetvieb-Ucberständern ist dem Kaiserlichen Gesundbettßamt gemeldet worden Vom Schlacht-Viebbofe zu Magdeburg am 23. „Oktobex, der Ausbruch der Maul- und Klauenseucbk in der Abtbetlung fur Schwäne vom Schlacht-Vicbbofe zu Nürn berg am 24. Oktober.

Spanien. '

Durch Königliche Vkrordnung vom 18. d. M. find dre unter dkm 24. August 1). J. wegen der Beulcnvest angeordneten Maßregeln Zegén Lourenyo-Mar'aues (vergl. „Reichs-Anzeigcr" Nr. 204 vom 0- Au ust d. I.) unter den üblichen Bedingungen und_zwar mat der Maßgaße aufgehoben worden, daß die nach dem 17. September von dort abgegan enen Herkünfte als rein zu behandeln find. ;

Wk en c„Lluftretenxz der asiatischen Pest in Santos (Brafil-en) ist duch eine Königliche Verordnuna vom 19. Oktober d. I. gegen S kffk, die von dort nach dekm 30. September 1899 „abgefahren find, in Spanien strenge Quarantäne verhängt worden. Zugleich sind die in gerader Linie weniger als 165 11111 von Santos entfernten Häfen

für verdä tk e klä t. . ck r * Niederlande.

Der Könk li niederländi e Minister des Innern hat in An- bstra 1 des iZucflxretens der Fest in Santos mittels Zuordnung vom - d- M. verfü t:

1) da Santos aqa von der Pest verseucht zu betrachten ist;

2) da die im Artikel 8 des Gesc es vom 28. März 1877, ab- geändert urch Verordnung vom 8. pril 1893, vorgeschriebene Be- obachtunosieit für verdächtige Fckpiffe auf zehn Tage festgEsevt wird-

ru un»

d Der National-Gesundbeitsratß in Montevideo hat zur *Ver-

2l7iiuncx der Einschleppung der Pest aus Paraguay unter dem

Vérkédnuix fol ende, von der uruguayischen Regierung genehmigte er a en.

AU» L: JLU aus den Häfen Paraguays kommende Schiff oder

" ["M'- veubu in paraa'uayiscoen Häfen angelegt hat. soll in dem

Laxareth der Insel Fxores untersucht werden, woselbst die für Monte- video bestimmten Retsenden behufs Desinfektion ihrer Kleidung und ihres Gepäcks außzuscbkffen find. '

Art. 2: „Sowohl die Reisenden als auch die Mannschaft dieser Schiffe sollen von dem vifitietenden Arzte auf ihren Gesundheits- zuftand untersucht werden.

Art. 3: Die Reisenden haben eine zehntäZige Beobachtung durch- zumachen, wenn dj_e Reisedauer weniger als 5 Tage betragen hat, und eine fünftägt e Beobachtung, wenn die Reisedauer mehr als 15 Tage betragen Lat. .

Art. 4: Vor der Ankunft des Schiffes im Lazaretb ist die sämmtliche Wäsche an Bord und in den Kabinen zu desinfizieren.

Art. 5. Die Einfuhr folgender Artikel ist verbofen: Federn, Häute, Haare. Wolle, Hörner, Säcke mit Yerba, Tabac! in Ballen, Gewebe und jede andere Waare in Bauen oder Säcken. .

Art. 6. Die der Beobachtung unterworfenen Schaffe, Dampf- wie Segelschiffe, haben das Löschen auf der Außenröede zu besorgen.

Art. 7. Nach dem Löschen der Schiffe find die letzteren in dem Lazaretb der Insel Flores einer gründlickpen DecIinfektion zu unter- wxrfen und bleiben sodann noch so viel Ta e in Beobachjung, als_für die Jeisenßedn festgeseßt worden ist, andernxxaüs das Schiff nicbt trsi- gegc en 1011 .

Art 8: Die Poftsachen werden in dem Lazaretb der Insel Flores deswfiziert. _

Art. 9: Schiffe, wslche in der ArgentinixxbeanpUink die saniTäts- polizeiliche Behandlung bereits durchgemacht babsn, werden hier nach g-sundbeitsvßl'tzeiliÖTr Besichtigung obne weiteras zugklaffen. Solche Schiffe, welche nur die in Formosa angeordnete Beobachtung durch- gemacht haben, werden biéx einxr eingehenden Untxrsuchung ihrer Reisenden und Mannschaft unterworfen, um dkren GeWndbeiiSzustanD festzustellen und find, falls dieser zu weitere: Beobachtung keine Ver- anlassung giebt, freizugeben.

Barcelona, 24. Oktobxr. (W. T. B.) Aus denz Orte Query Werden zwei TodeSfälLe infolgx: der dort berr1ch8ndsn verdächtigen Krankheit gcmeldst.

Verdingungen im AUZlande.

Oesterreicb-Ungarn. . 6. November, Mittazs. K. K. Staatsbabn-Direktion Wren: Lieferung von Eisenbahn-Oberbaumaterialien für das Jubr 1900. Näbkres- bei der A-Ztheélung 10 (Spez?!al-Bcschaffunßsbureaa) der K. K. Staatsbahn-Direktion in Wien (Westbahnhof) und beim „Rkich-Anzeiger'.

Verkehrs-Anftalten.

Laut Telegramm aus Köln (Rhein) bat dre zweite englische Post über Ostende vom 24. Oktober in Köln den Anschluß an an 31 nach Berliy überHildcsheim wegen Zugverspätung in England und Vulgten verfehlt.

Bremen, 24. Oktober. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Maria Rickmers“, n. GalVeston best., 23. Okt. Prawle Point Oass'cx'rt. „Kaiser Wilbezim 11.“ 23. Okt., 19. Genua kommend, in Gibraltar angel. und 11. RW York abgeg. „Cms“ 23. Okt., 0. New York kommend, in (Gibraltar angel. u. Reise 11. 9190le fortgcs. „König Albert“, n. Ost-Afien best., 23. Okt. in Suez, „Königin Lnise“ 24. Okt., 1). New York koWMLnd, in Bremerbam-„n angekommen.

- 25. Oktober. (W. T. B.) Dampfer xSckpönburg“, 73. Bra- Nlien best., 22. Okt. in Pernambuco, „(Men Nxckmers“, v. OXt-Afien kommend, 22. Okt. in Hamburg anaek. „Crefelo“, v. Baltimore kommend, 23. Okt., und ,Trave“, v New York kommend, 24. Okt. SciÜy pasfix'rt. „Bremen“, 11. Australien best., 24. Okt. Rsise 1). Genua 11. 91801161 fortaes. .KarLSrube“, v. Australien kommend, 24. Okt. (Gibraltar passiert. „Prinz Heinrich“, nacb Ost-Aficn best., 24. Okt. Rcise v. Southampton n. Genua fortgeseßt.

Hamburxx, 24. Oktober. (W. T. B.) Hamburg-Amnrika- Linie. Dampfer „Pennsylvania“ v. New York 11. Hamburg 24. Okt. v.P1vm0uth, „Patricia“, 13. Hamburg über Plymouth n. Nc'w York 23. Okt, 0. Bouloxzne-sur-Mer, „Fraucia“ 1). St. Thomas n. Ham- bura 22. Okt. 1). Havre abgyg. „Polaria“ v. Hambum über Havre n. Westindien 23. Okt. in Grimßby, .Calabria“ 23. Okt. in Ham- burg, .Gwrgia“ 23. Okt. in Genua angekommen.

London, 24. Oktober. (W TB.) Castle-Linie. Dampfer „Donne Castle“ und „Pembroke Castle“ heute auf Heimreise in London angek. „(HarTb Castle“ Sonnabend auf AUIreise v. Soulhamptvn abgegangen.

Rotterdam, 24. Oktober. (W.T.B.) Holland-Ame-rika- linie. Dampfer „Spaarndam“, v. Rotterdam n. New York, aestern New York, .Statendam“, v. New York n. Rottcrdam, beute Rotter- dam angekommen.

Theater und Musik.

Neues Königliches Opern-Tbeater.

Am Montag fand die erste Vorsteüung einer franzöfisckden Stimu- wiclgcsc'llscbaft unter Leitung des Herrn Henri Cfiövant statt, deren Hauvtmitglied, Fräulein Susanne Munte vom MOMO 1111136er1 krangais in St. Petersburg an diesem Abend als „Z am“ in der gleichnamiaan bkkannten Komödie Berton's und Simon's auftrat. Obwohl die Genannte als Darstellsrin von aufen Mitteln, Intcüiaknz und Gewandjbeit bezeichnet werden muß, gelang es ihr doch nicht, das Interkffe der nicht allzu zabTretcboersckoienenen Zuschauer in besynderem Maße zu ermecken. Die Haußxsseit der Gastsvielc ausländischer Künstler gerade in dieser Sat on und dcr Umstxnd, daß sie zumeist in denselben Rollen auftreten, mag daran die Schuld tragen. - Mcbr Aufmerksamkeit zog der acstrigc zweite Abend auf sich, an welchem Alpbonse_Daudet's fünfaktiges Schauspiel „b'411681011110“ zur Auffubrung ae- langte. Aber auch hier war es weniger die dramatische Arbeit selbst und dyren schaufpiele1ische Wiedergabe als die von der Könjglichm Kapelle unter Herrn Colonne's. des bekannten Pariser Dirtgenteü, Leitung zu Gehör gebrachte begleitende Mufik Bizet's, welche das Publikum erwärmte. Der idyllische Inhalt des Dramas blieb den Meisten zirmlich unwerständlich. Es handelt fich um die Liebe eigcs jungen Bauern zu einem im Drama selbst nicht vorkommenden Madchen aus Arles, das er, weil es ibm angeblich die Trage brach, verläßt, um sub mit einer Anderen zu vcrbeiratbcn. Allem am Hochzeitstage packt ihn die Neue und er lLcheidet freiwillig aus dem Leben. _Die aÜzu unwahrscheinlichen Hauptco en des Stücks wurden yon Feäulem Munte und Herrn Joumard, von der „(3011161110 8111119111180“ in Paris. recht gut dargestellt. Die hier aus den Konzerjsälen bekannte. etwas ver- altete, aber doch sehr reizVoUe Bizet'jche Musik, welche die Handlung theils illustriert, theils melodramatksck) das gesprochene Wort begleitet, wurde unter Herrn Colonne's feinfühliger Direktion musiergültig aus- geführt. Das anmutbkge Menuet mußte sogar auf Wunsch wiederholt werden.

Kontexte.

Das Programm des am Montag stattgefundenen zweiten Phil- harmonischen Konzerts unter Herrn Arthur Nikis 's Leitung wurde zum Andenken an den vor hundert Jahren (31. Okto er 1799) verstorbenen TonsFer Carl Ditters von DitterSdorf, dem Kom onisten der Oper . oktor und Apotheker“ mit seiner Sym- pbon e in 0-c1ur eröffnet. Dieses liebliÉe Werk, welches einfacher 111 als die Wichteste Symphonie von Haydn, trä t doch ein am in iduelles Kolorit an ck und giet volles Zeugnix von der Eiaenart ihres S öpfers. Wenn- gleich eine besonders kunstreicbeDurc! 1Turin l?esmlxt wird, außer im Presttsf

oppe

der Behandlung der drei levtea, zu einem Ganzen vereinten e als ein vom Gewohnten abwelthender, ori tuelle: Gedanke angenehm an. Die Ausführung durch das Otcbaéfte: gina einwandfrei vou

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rbeituu von T emen vergeblich Sinan, wo eine uke im en Kontrapunkt durchgefübrt wird, so pricht doch die te e Art

* W991; ivurbé m“ re

it kchem7 «11» (u'! genomisek ßienten Beifall fanden ferner die M16): WsevetgabeY" _, Dubr'aota Nr.2 zu dem Drama.!)kosamunde' von F. ,er17--_4 , , Vortrag einer Arie aus .Euryantbe“ dur den mltwlrkmden :. * opernsänger Herrn Kraus. Den Gipfe'lxun des Prygraxnml- (_ jed obne weifelLi zt's gewaltige „Fan “Sy bonte ein gandkoseö Mei terwer , das isber zumeist nur “auf ufikéesten m- kFe- bör kam. Um so größeren Dank gebührt Herrn N fck dafür, es im Rahmen der pbilbarmoni eben Konzerte . mx- Auffübrung gebra 1 zu haben.. ,Das birgt einen Reichtbum an voeti chen Gedanken m fich, der geradezu Bewunderung, erregen muß. Alle Leidenschaftxn, die nur überhaupt eine Menscheno brust bewegen und durchwüblen können, kommen darin zu so leb- baftem Außdruck. daß der Hörer sie mitempfinven muß: vom bangen ZWeifel und düsteren Grübeln bis zur triumphierenden Sie es- grwißbeit. von unbefriedigter Hoffnungslofi keit bis zum Jubel ber das erfüllte Sehnen, vom leidenschaftlich ingen der Seele bis zum erreichten LiebeSglücke. Welch warm empfundene Aeußeruna des Glücks tönt aus dem entzückenden Anfangßmotive des zweiten Tbeils ( .(Gretchen“) „&näanbs 3118.78 in 14541111“ H„eraus und welcbe dämonische Macht aus dem .Mepbistopbelcs: ge:)annten Schluksqßx der in dem vom „Berliner Lebrer-Gesangverxm“ m Gememsckpft tut dem Königlichen Sänger Herrn Kraus treffltcb gesungenen „61101113 11178510118“ fo beruhigend ausklangk Für dxe vollendete Interpretation des Werks wie für die künstlensche Ausfgbrung d sfelben durch die Mitglisder des Orchesters, unter denen dteSmal be onders die Hol]- bläser zurGeltung kamen, Wurde der wohlverdiente Beifall in reichem Ma 6 es endet.

ßVZn pden in den verflossenen acht Tagen ge ebenen Konzerten ist zunächst desjknigen Ecwäbnung zu tbun,„ wxl es der „Berliner Liederkranz“ zur Feier des 25jab 1 xn Dirigenten- Jubiläums seines bewährten Leiters, Herrn tlbelm Handwerk am Mittwoch vociger Woche im vochseßten Beethovetz-Saa veranstaltete und in Welchem die Violinvirtuofin Fräulein von Brenncrberg und der Konzertsänger er Severin Solopartien übernommen hatten. Das: unter den vom hat selbst vorgetragenen zwölf qummmuummern dieHandwerg'schen Kompositionen obenan standen, erschien ebenso angemessen, wie erkommen. Besonderen Bcifallfand dsr in Musik gesetzte schöne Vereinswablspruch: „Treu unser Herz -- Wahr unser Wort - Dcutsch unser Lied _ Gott unser Hort" sowie der gefühlvolle Vortrag einer .Serenade“ mit dem klangreicben Bariton-Solo des Herrn Severin. , reichen Beifall und stimmte freudtg in die Ovationen ein, welche dem Dirigenten an diesem Ehrentag: aus dem Schoß des ,Liederkranzes' selbst dargebracht wurden. _ Jm Saal Bechstein gab an demselben Taae Fräulein Marie Nechanißky im Verein mit dem Violigisten Herrn Aränyi aus Budapest ein Konzert. Die Sängerin b(1_1“i ohne Zweifel Kxaft in der Stimme, aber nicht durchwe sympatbij en Schmekz. Anfanglicb trat bei ihr eine gewisse abwerfälligkeit in der Handbabun der Stimmmittel zu Tage, die aher wobl auf Befan nbe zurückzuführen sein dürfte, denn cm Verlauf des heads wurke der Ton merklich freier und der Vortrag lebendiger. Geradezu tadellos war ihre Wiedergabe von Rubinstein's: „Neue Liebe“ und des Cesek'schén Liedes: .Es aebt ein [indes Weben“, das auf Ver- langsn wi€derbolt werden mußte. Ihc Koyzertparxner, lZIM Aränyi, erwies fich als ein wackerer, gewandxer Getger, leider (1 er ohne jede besonders ausgkprägte Individualitat. Die einfache, inntge, im Schlußsaß zierliche XT-äur Sonate Nr. 7 von Mozart trug er anjprc'chcnd und stilgerecht vor. Weniger Eindruck machte dagegen die als zweite Nummer vorgeführte BaUadx von Frank Gwyn; dock) lag das offenbar mehr an dem nach originellen Harmonien bascbenden "Tonwerte selbst als an dessen Vortrag. Auch die beiden vorx dem- selben Komponisten bertübrenden und von ihm selbst am Klavter be- gleitexfen Lieder hatten dasselbe Gepräge.

Die für die Königliche Oper verpflichtete, von ihrem vorig- jäbrigen Gastspiel ber bekannte Sängerin Frau Thea Redwkxé ließ M) am Dynnerstag im Saal Bechsiyin in einem Wo - tbätßgkeits-Konzert hören. Sie Vérfügt über ewe frische, anSgiebige und sympathische Stimme, die aber noch nicht biegsam genug und in der Höhe zuweilen etwas angestrengt erscheint. Das iano ist jkdock) besonders klangvoll und zart. Die Vokali ation ließ stellenweise nock) zu wünschen, doch zeigte der Vortrag Tempera- ment und rvar frei von jeder Künstelei. Besonderen Beifall fand die Wiedergabe zweier Lieder von A. von 12118, welche vom Komponisten !clbft begleitet wurden. Her kam auch die dezente dramati angenehm zur Geltung. - Das dritte und [este Kon ert des Violin-Virjuosen Herrn Henri Marteau, welches gleichzetig im Beethoven-Saal stattfand, brachte ein durchweg franxöstsckn! Programm; Kompositionen von Dubois, Gounod, Ma enet, Lacombe und Saint-Saöns kamen zu Gehör,. welche zwar die irtuofität des Spielers in vortbeilbaftem Lichte zu zeigen, weniger aber die Zuhörer zu erwärmcn Vermocbten. Besonders vollendet war der Vortrag der Rhapsodie (00. 51) von Lacombe.

Der bekannte Hofpianist err Alfred Sormann veranstaltete am Freitag nach längerer Pau e im Saal Bechstein einen Klavier- Abend vor einc'r recht zahlreichen Zubörersäoaft und erwies sich gleich in der ersten Nummer seines gutgcwäblten Programms, in der O-m011-"1'000-1t-a von S. Bach, wiederum als Meister der Technik wie des Vortrages. Sein weicher Ansckslag machte fich insbesondere bei dem 4116811130 1110110 0811151311116 der (J-äur-Sonate Nr. 109 von Beethoven in wobltbuender Weise geltend und entschädigte die Zuhörer für die beiden ersten, etwas schwerex verständlichen Süße. Weiterhin fand Künstler in dem Taubert'schen Cyclus sebr niedli er, feiner Ton die als Suite bezeicksnet find, reiche Gelegen eit, sein feffel Spiel zu zeigen, und das gelang ihm in dem aße, daß der als Epilog bezeichnete [este Saß noch einmal begehrt wurde. Schr fein interpretierte er im weiteren Verlaufe seines Programms Chopin's Tonw-rke, wenngleich hie und da.etwas mehr HerzenSwärme erwünscht gewesen wäre. Stürmifcben Beifall erwarb er |ck zum Schluß durch die tadellose Wiedergabe von Ltszt's NbapsodieNr. 12, in der sich Kraft und Zierlichkeit im Spiel bamwniscb miteinanderpaarten.“ Auch Herr Conrad Ansorge lieferte an demselben Freitag in der Sing - Akademie mit seinem zweiten Klavier-Abend wieder einen Beweis seines hervorragenden Könnens. Doch würde man nicht nur .die zarte Feinheit seines S iels, sondern auch die ihm eigene Kraft ebenso bewundern, wenn er ni tso lärmende Bravomstücke wie die wei Konzert-Capricen von Noväcek in sein Programm aus enommen b tte. Sonst war die Wahl der Stücke eine lückliche. ie vorzügliÖe Wiedergabe der Sonate (op. 5) von Con tantin Bürgel, eincm fast unbxkannten Komponisten, veranlaßte die Zuhörer zu einem wahren Verfallssturme. Besonders ut elan dabeidie unYemein klare Durch- führung des Themas im dag o. uch die gl nzende Ausführung der 13. und 14. Nba? odie von Liszt teu da a bei, den Abend zu einem genußre en zu gestalten. -- Yu: Beethoven- Saal fand an diesem Abend eben alls eine um alksäe Veranstaltung statt, welche ein größeres Aud orium versamm bun. Mitwirkende waren Fräulein Rose Ettin er aus Paris. der ! Baritonift Herr rancis Braun un & Orchester unter a kdieektor Rebiöek's Leitung. Y Ettinger sang die vatine der Roßne aus dem , - * von Seyilla“: „an 7000 . 13000 Fd.“ und die „(3319 oaUpagns“ aus der D D Beuzni, in welcher sie ihre [ on 7:15:- gera nm.; “' .. Fertrgieit, namentlich in Anwendung der * gkämen lassen oante. Staceati, Trille f; '

k : Uu, erlendee Klarhelé. und bis um l'eiseßei Lv: figvrierte telle tadellos ut, , Debüt- " ZWMMY hM de ?:?“ ne n k *! en , n -- ÉennicsftübinveZÉc-rm“ «hkk

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Braun san an! den; Mt eine Ca „80a- 101 pi nino «10 8-11.“ von Gmund. Beine

Das Auditorium spendete

che Vortragsweise der Künstlerin besonders .

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