1899 / 261 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 03 Nov 1899 18:00:01 GMT) scan diff

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soll, jäbrliz zu verzinsen und mittels Verloosrxä) oder freihändigen Ankaufs jährlich vorn Rechnungsjabre 1902 ab 1 wenigstens U- 0/9 des Kapitalbetrags unter Zuwachs der Zinsen von den getilgten An- leibescbeinen zu tilgen.

Auch soll die Stadt verpflichtet sein, die Uebersrbüffe der Straßen- bahnen, des Elektrizitätswerks und des Wafferxvrcks zur _außerordent- lichen Tilgung zu verwenden oder zu einem bexonderen Tilgungsfonds anzusammeln. _ _ _ _

Eine Verftarkung der planmäßigen Tilgung oder eme Kundtaung der gesammten Anleihe ist bis zum 1. Avril 1905 qukgeschloffen. Nach diesem Zeitpunkt hat die Stadt das Recht, den Tilgungsftocx zu ver- stärken oder auch sämmtliche noch im Umlauf befinbltÖeAnletbescheine auf einmal zu küadigeri. _ _ _

Bei einer nach diesem Privilegnim gestatteten s _teren _Herab- srßung des insfußes nd die noch nicht _getilgien ?ln rbescheme für den Fal], da sie der Stadt nicht bis zu_ern_em von ihr festzuseßenden Termin zur Abfiempelung auf_ den niedrigeren Zinssaß eingereicht werden, ebenfalls rechtzeitig zit_kundigen. _ _

Das Privile-zium wird mit der rechtlichen Wirkung ertbeilt, daß ein jeder Inhaber der Anleibescheine die daraus hervorgegangenen Rechte geltend zu machen befuat ist, ohne _zu dem Nachweis der Ueber- tragung des Eigentbums verpflichtet zu sein. _ _

Durch das Privilegium, welches Wir vorbebaltltcb der Rechte Dritter ertbeileii, wird für die Befriedißung der Inhaber der Anleihe- scheine eine Gewährleistung seitens des Staats i_iicht übernomuixn.

Urkundlich unter Unserer Höchsteigenbär-digen Unterscbrrit und beigedrucktem Königlichen Insiegel.

Gegeben Neues Palais, den 23. Okwber 1899.

(Siegel.) Wilhelm R. _ von Miquel. Freiherr von Rbernbaben.

Regierungsbezirk Düsseldorf.

Anleibefcbein der Stadt Rheydt ... Ausgabe BiiÖsiabe ; . . Nr. . . .

uber ......... Mark ReiÖSwäbrung.

Angeiertigt in Gemäßbeit des landesberrlicben Privilegiums vom ten ......... 1899 (Amtsblatt der Königlichen Regierung ......1899, Stück....und

Rheinprovinz.

Zu. Düsseldorf vom . . . ten .

Geseß-Samurlung für 1899,“ Seite . . ., laufende Nr ..... ),

Auf Grund des vom Bezirksausirbiiffe zu Tüffeldorf genebmigten Bescbluffes der Stadtverordneten-Ver!ammlung ron Rbevdt vom 22. August 1899 wegen Aufnahme einer Schuld von 1500000_.M bekennen sich die Unterzeichneten namens der Stadt durch diere. für jeden anaber gültige, seitens des Gläubigers unkündbare Vérschreiburig zu einer Darlebnsicbuld ben .......... Mark, welche an die Stadt boar gezahlt werden und mit ..... Prozent jahrlich zu verzinsen ift. _ _ _

Die Rückzablung der ganzen Schuld erfolgt mittels Verleoiung oder ircibändizen Ankauks ber Anleibexcbeine in den Jahren 1902 bis spätestens 1935 einschließlich aus einem Tilgungsfiocke, Welcher wenig- stens mit 1Z Prozent des Kapitals jßbrlicb, linter Zuwachs der Zinjen von den ßetilgten Anleibescbeinen, sowie mit den Uebericbüffen der Straßer-babnen, des Elektrizitätswerks und des Wafferweiks ge- bildet wird. _ _ _

Bis zum 1. Avril 1905 ist eine Verstärkung 'der vlßnmaßigen Tilgung oder eine Kündigung der gerammten Anleihe auégeichlofieo.

Nach dieser Zeit bat die Stadt das Recht, _den Tilgungsfwck zu verstärken oder nur!) sämmtliche noch im Umiau! befindliche Anleihe- scheine (ruf einmal zu kündigen. Die durch dre Verstärkte Tilgung er- sparten Zinsen wachien ebenfails dem Tilgungsfteck zu,

Die Ausweisung der Anleibeiibeine seichiebt 171 dem Menak F2b:uar jeden Iabres. _ _

Tie ausgeloesten, sowie die gekündigten Anleibe1cheine werden unter Bezeicbnvng ibrer Buchstaben, Nummern _und Beträge; sowie des Termins, an weichem die Nückzablung erxelgep. !ell,_Örrenilich bekannt gemacht. Diese Bekannrmachung erfolgt iväteitens drei Monate bor dem Zablunssiermine in dem „Deutschen Reichs- und Königin!) Preußischen Staats-Auzeigcr“, in dern Amtsblattexer Köni51ichea Regierung ZU Düffeidcrk, in der Berliner Böxxen- zeitung und 'm der Rbébrter Zeitung. Gebt eines dreier Blatter ein, so wird an deffcn Statt von der Stadtvertretung init Genehmigung des KÖmglicben Resierunss-Präurevten zu Timel- dorf ein anderes Blatt bestimmt. _Jm Fülle rer Tilgung der SKULL) durcb Ankauf drm Anleibekcheinen wird der Betrag der angekauften Anleibestbeine alsbald nach dem Ankauie bekam)! gemacht. Bis zu dem Tage, an dem das Karirzl Zu entricbten irt, wird es in halbjährlichen Terminen am 1. Abril une 1. Oktoöer, ven beute an g(recbnet, mit ..... _. Prezenbjäbrlicb verzixit. Die Aquabluna der Zinsen und des Karitals er“c_*lgt gegen bloße Rücksabe rer fäÜig gewordenen Zinsscheine bezw. diefe;- Arleibeicbeins bei der Siadtkaffe in Rbcydt und „zwar Ii1ch in der nach dem Ein- tritte des Fälligkeitstermins folgenden ZZ..

Mit dem zur Empfangnabme des Kapitals eingereichten Ynleibe- scheine sind auch die dazu gehörigen ZiizQ'Öcir-x der 'väteren Fälligkeitstermine zurückzuliefern. Für die fxblerr'xen Zinsscheine wird der Betrag dom Kapital abgezozen.

Die gekündiaten Kapitalbeträ e, welcbe inrerbalb dreißig Iabren nach dern Rückzahlungstermine ni t erboben werden, "errie di:“ i.".ner- balb fünf Jahren nach Ablauf des Kalenderjabres. “Zn welZorm sie fäklig geworden, nicbt erhobenen Zinsen verjähren zu Gunsten der Start. Das Aufgebot und die Kraftloserklärung Verlorener oder rerniÖteter Anleibesebeine erfolgt nach den allgemeinen geseylicben Bestimmungen. Zinsicheine können weder aufgeboten, noch für kraftlos erklärt werden.

ooh sell demjeni en, welcher den Verlust von Zinsicheinen vor Ablauf der fünfjä rigen Verjährungsfrist bei der Stadtverwaltung anmeldet und den statigebabten Bcsiß der Zinsscheine durcb Vor- zeigung des Anleibefcheins oder sonst in alaubbafter Weise rar- tbut, nach Ablauf der Verjährungsfrist der Betrag der angemeldeten und bis dahin nicht vorgekommenen Zinsscheine gegen Quittung aus- gezahlt werden. _ _

Mit diesem Anleibescbeine find halbjährire Zinsscbéine bis zum .......... auszugeben. Die ferneren Zinsicheine werden für zehnjährige Zeiträume ausgegeben Werten. Die Ausgabe einer neuen Reibe von Zinsscbeinen ersol 1 bei der Stadtkaffe in Rheydt gegen Ablieferung der der_älteren insfcheinreibe beigedruckten Anweisung, sofern nicht recbizeitrg von dem Inhaber des Anleibescheins Wider- spruch erhoben Wird. _ _ _

Beim Verluste der Annietsurig erfolgt_ die Aushandigung der neuen Zinsscbeinreibe auf rechtzeitige Vbrzergung an den Inhaber des Anleibescbeins. Zur Sicherung der hierdurch eingegangenen Ver- Pfltichtqußefrti haftet die Stadt mit ihrem Vermögen und mit ihrer

euer ra .

Deffen zu Urkunde '„baben wir diese Ausfertigung unter unserer

Unterschrift eribeilt.

Rbevdt, den . „ien . .......

Der Ober-Bürgermeister. Die städtische Scl)uldentilgungs-Kommisfion-

Der Stadtkaffen-Rendant.

'e'-ate. .

Anmerkung: Die Anleibescheine sind außer mit den Unter- schriften des Ober-Bürgermeisiers und zweier Mitglieder der Schulden- tilgungs-Kommission mit dem städtischen Siegel zu versehen. '

Rheinprovinz. e ierung'sbezirk Düsseldorf. Zinsi-Fe n

i ....Reibe

' zu dem Anleibestbeine der Stadt Rheydt . . .te AuSgabe . Buchstabe ..... Nr. . ; . über . . . . ark Reichswäbrung zu...0/oZmsenuber ....... «„...-3.

Der Inhaber diesbs Zinsscbeins empfängt gegen dessen Rückgabe vom . . „ten ........ ab die Zinsen _des vorbeuannten Anleihe- scheins für dasHalbjabr vom...ten........bis...ten.. ...... aus der Stadtkasse in Rheydt mit . . . . . . „ii . . . . H (in Buchstaben). (Trockenftempel.) Rheydt, den . . ten ........ Der Ober-Büraermeifier. Die städtische Schuldentilgungs-Kommisfion. (Faksimile) (Faksimile) Der Siadtkaffen-Nendant. (Faksimile) Dieser Zinsscbein ist ungültig, Wenn beffen Geldbetrag nicbt inßeßbalb _füdnf Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres der Fälligkeit er o en w r .

Regierungsbezirk Düsseldorf. Auw eifung

zum Anleibescheine der Stadt Rheydt . . .te Angabe Buchstabe . . , . Nr ..... über . . . . Mark.

Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe zu dem vorbenannten Anleibescheine die . . .te Reibe von Zins- scbeinen für die zehn Jabre ..... bis . . . . bei der Stadtkasse in Rheydt, sofern nicbt rechtzeitig von dem als soleken sicb ausweisenden Inhaber d6s Auleibescbeins dagegen Widerspruch erhoben wird.

(Trockznfiempel) Rbey:t,_den . „ten ........

Der Ober-Vürgermeisier. Die itädiiiche Sckpuldentilgungs-Kommisfion. (Faksimile) (Faksimiie) Der Stadtkaffen-Rendant. (FäkfiVile.)

Die Anweisung ist zum Unierscbiede auf der ganzen Blatt- breite unter den beiden leßten Zinsiibeinen mit davon abweichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:

. . ter Zinsschein. . . ter Zinsschein.

Anweisung.

Rheinprovinz.

Justiz-Ministerium. Der RechtSanwalt Gebhardt in Frankfurt a. O. ist zum Notar für den Bezirk des Kammergerichts, mit An- weisung seines Wohnsiyes in Frankfurt a. O., und der Rechtsanwalt [)1'. Scharff in Greifswald um Notar für den Bezirk des Oberlandederichts Stettin, mit 5 nweisung seines Wohnsißes in Greifswald, ernannt worden.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiien.

Dem Organisten an der_ Kirche zum Heiligen Geist in Magdeburg, Königlicbem Munk-Direktor Rudolf Palme ist das Prädikat „Professor“ beigelegt worden.

Yichtamtsiche§. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, den 3. November.

In der am 2. d. M. unter dem Vorsiß des SiaatSC Ministers, Staatssrkretärs des Innern ])1'. Grafen von PosadomEky-Wehner abgehaltenen Plenarsißung des Bundesraths wurde den Geseseniwürfen fÜr Elsaß- Lothringen wegen Ausfübrung der Grundbuchordnung und des Reichspgeseßes iiber Angelegenheiten der frei- wiUiaen (HerichtSbarkeit in der Fassung der Beschlüsse des BundeSausichuffes die Zustimmung ertheilt. Der Entwurf einer Verordnung über die Klaffeneimyeilung der Orte wurde den ziiftäridigen Ausschüssen überwiesen. Außerdem wurde die Wahl eines Mitgliedes dcr Verwaltung des Reichs:Jnva1iden- fonds vorgenommen und Über den Seiner Majestät dem Kaiser zu unterbreitenden Vorschlag wegen Beseßung einer Rathsstelle beim Reicthericht Beschluß gefaßt.

Heute Hielten die vereinigten Ausschüsse “des Bundes- ratbs für das Seemeien, für Handel und Verkehr und für Justizwesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Zustizwesen Sisungen.

'Der Königliche Gesandte in KarlSrulic, Wirkliche Gelieime Rath von Eiicndccher ist von dem ihm Allerhöchst be- wiUiqten Urlaub auf seinen Posten mrückgekchrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.

ck

Laut Meldung des „W. T. B.“ ift der Ablösungs: transvort für S. M, ZZ. „Kaiserin Augusta“, „Hertha“ und „Gefion“, Transportfübrer: Kapitänleutnant Weniger, mit dem Dampfer „PrinzHeinrich“_ am 1. No: vember in Neapel eingetroffen iind hat an dem1elben Tage die Reise nach Port Said fortge1eßt.

S. M. S. „Hertha“, Kommandant: Kapitän zur See von Usedom, ist mit dem Zweiten Admiral des Kreuzer- geschwaders, Kontre-Admiral Frise an Bord am 2. No-

vember in Amor) angekommen. _ _ S. M. S. „Loreley“, Kommandant: Kaprtanleutnant

von Leveßow, ist am 2. November in Piraeus eingetroffen

und geht am 4. d. M. nach Messina in See. S M S. ,Seeadler“, Kommandant: Korvetten-

Kapitäri Schack, ist am 2. November in Messina angekommen

und eht am 6.- d. M. nach Port Said in See. _ _ LS. M. S. Wolf, Kommandant: Korvetten-Kapitan

Weber, ist am 2. November in Kamerun eingetroffen.

Sachsen.

Das gestern auögegebene Brilletin über das Befinden Seiner „Köni lichen Hoheit des Prinzen Friedrich August lautet dem resdner Journal“ zufolge:

Seine äznigriaze Hoheit vder Prinz riedricb August bat bis

kräftiger, klagt aber noob über leichtes Dru efübl in der Stirn- aegenv; das Gedächtniß bessert sich. TWYM 36,8. Puls 58. Allgemeinbefinden andauernd uftiedenftelxend.

Ka lkreutb, 2. Novex! er 1899, früh.

Hessen. Der Bischof von Mainz 1)r. Haffner ist, wie „W. T. V.“ meldet, gestern Abend infolge eines Herzschlag» verschieden.

Sachseu-Altenburg. Der Landtag ist zum 16. d. M. einberufen worden.

Deutsche Kolonien.

_ Ueber emsBereisung des Merere-Reiches inDeutsck): Oiiafrrka berichtet der auptmann Prince, wie das „Deutsche Kolomalblatt“ mmheilt, aus Iringa unter dem 20. August 1). J. Folgendes:

_Am 13. Mai [angle ich in Mlangali an, traf bier Vorkehrungen zu einem großen Steuer- xc. Schami und bereiste dann die Diftrikte Ubenga und Garvin), die mit Jdunda das nördliche Ubena ausmachen. Uben a war lange_Zeit Streitobjekt zwiscben dem Sultan Meters und _ anambarri, reinem Bruder. Um den für die Station un- erspriefilichen Zustand zu beseitigen, wurde dieser Distrikt nunmehr dem Merere zugeibeilt, wäbrcnd Manambawi endgültig das unweit Jringa gelegene Jdodi, das einstmals auch zum alten Merere- Reich gehörte, als Jumbenichast erhielt. An Stelle der früheren großen Kwawatembe in Uberzge stehen jest dem Meme ge- bdrige_ Neubauten. Feidwiribxcbaft ift fleißig betrieben worden, die Dune bat aber die Ernten stark beeinträchtigt, und Pocken haben unter ben Bewohnern aufseräumt. In Gawiro ist der Hauptgegen- fiarid die gleichnaimge mearefidenz Merere's. Dieser wohnt in der Mitte des gewaltigcq Vterccks, in dem swezieUen Kwawaiomplrxe, bat den_seib_en Wetentiich erweitert, mit schönen, der Waffangebauart eigentbumlichen Tembeanllen geschmückt und mit Graben und Dornen- valiffaden befestigt. Nkitten darin baut er an einem zweistöckigen Steinbause, wobei ibm freilich die Noibwendigkeit lotbrechter Mauern vrelKopfierbrechen macht. Von Inxereffe find- auch an den Wänden der Kwnwatemben die in schwarz, wein, rotb, gelb, grau gebaitenen bild- lichen Darstellungen von Kwawa und seinen Wasagira, von Eiefanten, Giraffen , Leoparden, _Flußvferden und Jagden. Merere bat schleunigst dre_18_ Kunstleiirungen noch zu überbieten geiucht. Er hat sich europaiycbe Tracht angewöbrzt und kam mir in solcher mehrere St_unden bor Garvin) entgegen, iteüte mir dann seine mit in den _Wanden eingelaffenen Spiegeln gezierte Hauptbaüe zur Verfügung, wielte überhaupt den liebenswürdigen Wirth, zeigte gern feine Herrlichkeiten und machte mich hierbei mit Stolz darausf aufmerksam, daß er kürzlich selber einen Löwen und Elefanten gescho sen und einen Zahn des leßtercn foxort dem_„Serkal' aus.!ehändigt babe. Seine

ieubxuten [md xchön und auch ]auber, eine Tugend, auf welche die übrigen Wanana bezüglich ihres Wohnorts nich: viel zu geben ichxinen; denn die nächste Umgebung ihrer Temben ist eine förmliche Niederlage für allen nur erdenklichen Unrarb.

_ Nachdem Oberleutxrant von der Marwiß, der jest Nord- und Ostuffanga zum Zwecke einerleßten Steuervorbereitungiür rie Weftbälfre des Iringabezirks Menschen und Rinder zäblend durchziehen sollte, einge- troffen war, gina ich mit ihm und Merere nebst großem Sultans- troffe in nördlicher Richtuzig weiter. Etwa drei Stunden nördlich von (Hawiro und der Ortschaft Mara böri das für Ubena charakteristifche, weitgewellte, fait nur unter Gras stehende Gelände, eine Fertieyuni des Ubebegraslandes, _„auf; es beginnt die tisch- platte Niederung des Mvanzali odcr „Großen Ruabas', welcbe zunächst bis zur bedeutenden Oriscbafr Kiwere mit Bus:!) und Strauch bedeckt ist. Ueber Kiepert hinaus, und zwar je fait bis an den Usafaabfall im Westen, an die Borbügel _ron Niam-Niam im Norden, an die Jrongoberge (Maribira) irn Orten,

1)r. Selle.

* debnr sieb, soweit das Auge reicht, eine gewaltige, fast baumlose

Ebene aus, die zwar in der Regenzeit mit Gras bestanoen ist, aber in der Trockenzeit, namentlich nach den Erasbranden, un- beschreiblich öde wäre, Wenn nicht d-“e kOlOU-Ilkn Wildbeerden Leben in das Bild bräbten. Verkcbiedentlich glaubte ich noch aus 1500 111 Entfernung mitten in der gelben Ebene eine lange Strecke Buscbwald vor mir_ zu sehen, der fich aber bei Annäherung als eine etwa 1000 Stück itarke Herde von vorbemchend Zebras und Leierantiiepen auswies. Rbinozeros und Elemnt find auch nicht selten, während Löwen bier nachgerade zu Hause smd. Einen schreckte ich sogar in 150 111 Entfernung boar Kadaver eines Zebras auf, den er soeben U;;ter den Augen einer riesigen, aus 500 111 Entfernung reugierig zu1chaiienden_ Herde dieser Thiere yeriveisi batte. Es empfiehlt 11ch, bier rin Zebrareiervat zu Waffen, und ich babe deshalb Merere eingeben!) über den Wertb des Zebras unterrichtet und das Schießen dieser Thiere verboten. Am Mvangali selbst liexzen keine Dörfer, wobl aber sind eine Reibe Niederlaffungen, meift 'ieufiedelungen durch Merere, _ein bis zwei Stunden born Fluffe ab in der Steppe Verstreut, die vielracb bezüglick; Brennmaterials auf Dünger angewiesen sind. _ Am linken Ufer ist jedoch die Stevve von Ulanga ar: rre_1_11ich menschenleer und fast obne Wild. Bei Ulanga. einer Niederianung mit 60 Hütten, 1:§ Stunden nördlich des vangali, aus 'der Straße _Gawiro _Niam-Niam, gina Oberleutnan: ben _der Marwitz östlich zum Weiterzäbien ab, während Meret; aux direktem Wege westlich nach seiner im Neubau begriffeneri Unangaresiveuz Utengule_gmg. “selber zog aus kariosrapbikihen Gründen erst flußaris länas des Mpargali bis zu seinem Zasammenfluffe mit dem Bavalr und Kimara bei Mubenjero. Von bier bis Ta.;ata fließt er, ein geryurrrerier, 50 bis 100 111 breiier, 1 111 tiefer Kanal. in erhabener Cintonxgkeit durch die öde Sierve. Fische sind zahlreich, Krokodile srnKen 1r_ch auf den Schlammbänken am Ufer, einzelne Fiußvsetde taiicben im gelben Waffer a::f, und ab und zu sieht man einen Reiber qder_Marabu; aber überall ist Schweigen, und zu windstiller Mittagsiert Ut dieEin- samkext in der endlosen, gelben, mit flimmernder, kecherixer Lutt be- »th Ebene förmlich erdrückend. An] der genannten_ Strecke fließt allein der Mkorjafluß und Ruababach in den Mpzxigalt; trotzdem Ut er die ganzen 20 Stunden durch wobl fahrbar. “_«chade, daß er von Tasata flußabwärts stetig wafferärmer wtrd,_ seni Sandbett gegen Felsen vertauscht und kaum je zu gebrauchen sem rpxrd. _

Von Muhenjero zog ich larrgs de_s Baralt darch die starke Wafafuaniedeklaffung der Landschaft O_oniera. dre miribren großen Bäumen, bedenkenden, _Zanz Prachxig_nebenden Mtamaseldern, ihren niedlichen, vielfach von Schlinggewacbwn umrankten Wa1_asua-R_und- hätten einen recht guten Eindruck machte, der iiur durch die Tbatmcb: getrübt wurde, daß hier die Pocken arg gebauii batten. Jederznaqn bat bier neben der Rundbütie grub die Waffangatembe, erfiere fur dre trockene, moskiwarme, letztere fur die _riaffe, moskttorercbe Jahreszeit, infolge dessen dünkt dem Durchretienden die _Bevöikerun sxiffec

iößer, als sie ist. Von bier ging rob den ' araii, ZTaaba, Kimura . Kimane, Modi:: _ lauter Wasserreiche, klare. kalte Flüffe _ und den sechs Stunden breiten, öden Buschdori Komalinji-Utengule pasfierend, auf der Karawanenftraße nach Utengule. Alle Orttebaften hatten durch Pocken erhebliche Verluste erlitten, die Ernten waren in den höher gelegenen Pläßen durch Dürre beschädigt. Utengule selbst steht an einer für die Waffanga und speziell für das Mereregeschlecbt historisch wich- tigen Stelle. Einmal äfchekten ihnen hier die Zulu in alten Zeiten ibr ältestes Utengule ein. Nachdem sie wieder eine gewaltige, über ein'e Stunde im Umfang messende Stadtanlage bier erbaut batten, wurden sie von den Kwawas vertrieben. Sie batten sich auch in einem Utengulebau bei Tagata, später in einem solchen am Mpaugali beim Austriti aus den Ver en _ wo fie vor etwa 25 Jahren von Elton besucht wurden _ ampfbaft zu halten versucht. Zest, naehdem sie über 20 Jahre an; aus ihrem Stammlande ver- trieben gewesen, bauen sie mit gro er Genugtbnun an einer Nieder- lassung, die an Umfang ibten Traditionen w rdig zu werden

54 Uhr Morgéns obne Unterbrechung rubg geschlafen, fühlt sich

verspricht. Meme sagte, als ich ihm die Steuernotbrvendigkeit an-

deuiete: „50 (7) Iabre bin it!; und meine Väter berumgeirri; jekt möckte ich mich am alten Fleck ausruhen; dies Jab: erlaß mir die Steuer, aber meine Leute, die sollen zahlen.“ Hier traf ich mit

' Dr. Fülleborn zusammen, der eine Impfreise zu meiner großen

reude auch arif Ubeua ausgedehnt und sogar in Mlangali Lymphe interlaffen batte.

Nac? zweitä igen: Aufenthalt und _vielen Schauris zog ich mit Merere is zur denkenden, ebenfalls neuen Niederlassung Ruiwa hart an seiner Westgrenze, die gegen Langenbu_ durch den steilen Usafa- abfall gegeben ist. Der nach Usafa fu _rende ß scheint mir recht bequem und bei geringer Bearbeitung ahrbar zu sein. Sollte dies der Fall sem, _so ware ein _fabrbarer Weg zum Rikwa und Tanganyika leicht erreichbar. Da ich die Rückreise von bier zunächst durch das südlich an Merere's Reich grenzende Gebiet Kabémara's nehmen Wollte, wegen Rdutenaufnabmen, verabreden ich mit Merere ein Zusammentreffen bei dem in Mlanzali angesagten roßen Schauri und zog dam) zwei Tage lang durch das genannte Land. Dies ifi eiu iwer bis vier Stubben breiter Streifen längs des NordabfaUs der Xingaberge, vom Uxafabx bis zum Myanqaii, und ist eins der _ besten Stücke U angas. Die Leute Kabémara's scheinen vielfach Wasafua zu sein, jedenfalls herrscht die betreffende Hüttenart vor. Das Land ist beffer bc- wäffert als das übrige nördlich daran grenzende Ufianga, weil bier noch viele Bäche einzeln fließexi, die weiter nördlich entweder schon irocken sind oder ihr Wasser in größeren Flüffen vereinigt haben, die, ohne abgeleitet zu werden, nicht so viel Terrain befeuchten können. Die Dürre_bat deshalb weniger wirken können und ist wobl wesen der Y_ößeren Nabe an den hohen Kingabergen überhaupt gerinser gerorfen.

ie Felder standen bier aussezeichnet. Bei Fukwa am Mpangali be- trat ich wreder Merere's Reich, wo recbt bedeutender Anbau auf dem äußerft_fruchibar_en Boden langs des Flusses stattgefunden bat. Von bier ging ich uber die großen Niederlassungen Ngallo, Bowora, Samira nacb Ufara, wo meine mit einer Reihe von Breitenvefiim- mungen versehene Routenaufnabme die würrschrnx-wertbe Abrundung erreichte und i_vo eine ausgezeichnete FernfiÖt die Gelegenheit bot, Azimutbestimmungen für viele Punkte der im ganzen durcb- zogenen Gebiete zu gewinnen. Auf der Strecke Bowora_ Synura. welcbe KarawanenWeg ift. fielen mir die Folgen von R_aubereten unangenehm auf, rvelche Händler, die früheren Kriegs- wirren benußend, seiner Zeit hier verübt batten. Diesem Händler- unfua ist seit langem durch die Station ein Ende gemacht worden. _ Sunura war es für mich von Jntereffe, eine Kuh zikseben, auf die Merere besonders stolz ist, weil sie, trotzdem ein ganzes Vorder- bein fehlt, schön im Stand ist, ein schönes Kalb bat und für zwar schwerfäliig, aber selbständig auf die Weide schlepdi.

Am verabredeten Tage traf ich in Miau ala eiu. Sämmtlicbe bedeutende Leuje, Ubenas, Uffangas, Mlanga is waren versammelt. denen ich nach Erledigung der vielen axigebäuften Schauris die Steuer- gesetze kl_ar machte und jedem Distrikt auf Grund der tertiagest-“Uten Zähl- ltsteri seine Steuer eingehend vorrecbnete. Das Gebiet Merere's jenseits des Mpangali nxurde wegen schwerer Schädigung durcb Dürre und Pocken, namentlich aber, weil die Leute mit dem Bau des neuen .Utengule“_ sehr in Ansbrucb genommen sind, Steuerfreiheit für dieses Jahr gewahrt, dem übrigen Mereregebiet im Ganzen 1400 Lasten

erealien. 200 Arbeiter i; 24 Tage. den Wabern: . . . Arbeiter 624 Taße _ aUezurHerstellun einer Fahrstraße ven Kwawa's Lager bis M angali, _ den abebe Mlangxlis die Lieferung der dabei nötbigm, kehr bedeutenden Menge Vrückenbolzes auferlegt. Wenige Wochen darauf waren die besagten beieie auf der; Beinen, um ihre Steuer zu leisten. Bei dem aligemeinen Sch011k1 nahm ich Gelegenheit, dem Merere klar zu machen, daß ich verkchiederitiicb bezüglich seiner Wasagira auf meine: Teur unßünsiize

* Beobachtungen gemczcbt bätte,_ weil sie_ zu alt, schlabv oder dumm fur ihre Stellung waren. Dieke n.:bm ich wegen der Unordnung in

den ihnen unterstellten Dörfern ernstlich vor, zum Sehmerz Merere's, der sie aus Pietät für das Andenken seines Vaters bält. ch empfahl ibm _jedoch, einige davon zu entlassen, und sieUte scharfe Revision der Waiagiratbätigkeit, die sich in sauberen, m_it Ckakuüa gefüllten Dörfern e:. zu betbätigen babe, für das nachste Jahr in _AusfiÖT. Mlangali selbst hat fich außerordentlich Verjcbönert. Das fertige Peckenbaus, die Anlagen, die Neubauten und werten Felder der Wabebe machen äußerliä: einen sehr quien Eindruck. Die vergnügten Gesichter der Leute, die im besten Einverständniffe ntbtl uns sind, beweisen, daß sie sich unter dem neuen Regime wobl u en.

Auf der Reise batte ich mit Lvmpbe des Dr. Fülleborn aUentbaibcn Impfungen bergenommen. Okerieutnant von der Marwitz batte ir? Mlansali damit begennen 11ka mepb: aucb cm die katholische Mission zu Madibira geschickt. Die evangelische Mission bei Kidugaia batte auch solche erhalten. Seitdem smd in in jenen Ge,“.enren viele Tausende geimpft. Von biermarscbierieich auf der Barra-Barra nacb Jringa. Die neurftündige, bewehnerldse Stracke nach Buöni wird in dieser Regenzeit durcb Neufiedelungen unter- brochen werden. Buéni und Gominji baben silb baulicbfebr gebeffert. Die elfsiündiqe unbewohnte Strecke zwischen Gominji und [!(-:ri ist diirch eixe Neusiedelung bei Tengulinii unterbrochen; eine weitere Niederlanung ist in die Wege geleitet. Auf der lextgenannien Strecke

babe ich zum ersten Viale im Bezirke Eis gesehen und zwar i_m Zelte " u_m 71? Uhr Morgens irn Waschbecken. in welchem das Wxner rnit

errer Eisschicht in Stärke einer gewöbnlicbcn Fensterscheibe gefrorrn war. Am 22. Juni trat ich in Zrmga wieder ein.

Oesterreich-ngaru.

Der Kaiser staiiete gestern Nachmittag dem König von Griechenland einen dreiviertelstündigen Besuch ab, welchen der König in der „Hofburg erwiderte.

Der König Alexander von Serbien empfing gestern Nachmittag den Minister des Auswärtigen Grafen (Holu- chowski in einstündigcr Audienz und feste Abends die Reise nach Meran fort.

Aus Prag wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß in den lehren Tagen in Pilßram, Starkenbach, linsko, Unter-Kralowiy, Do ruschka und Hohenvru Kund- Yebutigcn stattgefunden haben, wobei an den Häusern von

Sraeluen die Fenster eingeschlagen wurden. In Dobruschka wurde die Gendarmerie mit Steinen beworfen. Einige Ver-

Fstungen wurden vorgenommen und in allen genannten

rtschaften die Gendarmerieposten verstärkt.

Großbritannien und Irland. Der Kriegs-Minister Marquis of L a n s d o w n e hielt

gestern Abend in Sheéfield eine Rede, in welcher er, dem

W. T. B“ infolge, agte, er hoffe, daß die defensive P ase des gegenwartigen Krrxqes fich ihrem Abschluffe nähere. it Bezug auf die Angriffe gegen die angebliche ungenügende Bereitschaft der _Negieruug betonte der Minister die Unmöglich- keit, daß die Militärischen Vorbereitungen mit der Diplomatie gleichen Schritt hielten.

Das KriegSamt macht bekannt, daß in der Schlacht bei Ladysmith am Montag 6 Offiziere etödtet und 9 ver- ;vimdet sowie 54 Mann getödtet und 23 verwundet worden eien.

Italien.

Die „Gazzetta U ficiale“ veröffentlicht ein Königliches Dekret vom 28. v. ., durch wel es für die neue Session des Parlaments Saracco als Präs dent und Canizzaro,

Fingli, Ghigliori und e ina als Vi e identen des Senats bestätigt werdY. 1 p s

Spanien.

In der Ystrigen Sißung der Deputirtenkammer stellten, rvie . T. B.:“ berichtet, die Republikaner den An: trag, dic Kaminer moge wegen der Verfügung des (YeneraiRaprtäns von Catalonien, durch welche die extenerpklixhtigen, welche die Zahlung der Steuern verweigern, fur Au ruhrer erklärt werden, ihre Mißbilliqung uns- sprechen. Der Minister-Präfident Silvela bekämpfte den Antrag und lobte _die „Haltung des General=Kapi1äns Der Antrag der Republikaner wurde mit 75 gegen 53 Stimmen abgelehnt.

_ Zn _BZxcelona schlossen die Inhaber von Läden gestern ihre Geickiaste, _um gegen die Verhaftung der Kaufleute, welche sich kurzlich weigerten, die Steuern zu zahlen, zu protestieren.

Türkei.

Amtliche türkische Berichte meiden, wie „W. TB.“ berichtet, den Liusbruch von Unruhen in Veles, deren Ursache in der Utrzusriederiheit der dortigen bUlgarischen Bevölkerung mit der Wredereromiung der serbischen Schulen zu suchen sei. Zur Auf: rechthaltung der Ordnung sei Milxtär entsandt worden. Die Brilgaren hätten die Schließung der Schulen sowie die Aus: Weisung eines serbischen Netabein aus Veles verlangi. Tie Pforte habe ersteres Verlangen zurückgewiesen.

Rumänien.

5L_Lie „W. T. B.“ aus Bukarest meldet, ist der Kabinets: Chef im Minriterium des Auswärtigen „Edgar Mauro- cordato zum Geyandtcn rn Belgrad ernannt worden.

Amerika.

Jm Kriegsdepartement der Vereinigten Staaten wird, wie „W. T. B.“ aus Waibington meldet, binnen kurxer Zeit_eine Kolonial-Abtheilang errichtet werden, welche speziell mit der „Bearbeitung der Kolonialangelegen: heiten beauftragt werden 1011.

Asien.

Ter „Times“ wird aus Shanghai telegraphixrt, der Führer der chinefischen Reformpnriei Karrg:iu-Wei liabe fich, da er in Japan nicht die erhoffte Zufliteht finden konnte, nach Hongkong begeben; seine Rückkehr iiach China werde von seinen chincsifchen Freuriden bedauert, da manseine Ermordung befürchte.

Afrika.

, Wie das „Reutersckie Bureau“ meldet, ist dem KriegSamt in London eine aus Laddsmitk) von gestern früd 9 Uhr 25 Minuten datierte Depesche des (Jenerals White zirze: gangen, worin dicsermiitdeilt, daß der LeUtiiarit Egerton vom Kriegsschiff „Powerful“ am Morgen drrrck) eine Granate schwer verleßt worden sei. Ein weiieres Telegramm aus Ladyimitk) ist gestern bei dem Kriedsamt nicht eingegangen.

Ern gestern Abend in London eingetroffenes Telegramm des Gouvernerrrs von Natal meldet, daß die Ver- bindung mit Ladysmiih seit 21/2 Uhr Nachmittags odge: schnitten sei.

Wie die „Tailn News“ aus Ladysmith dom 31. Ok: tober melden, hatte die Abiheilung, welche kapitulieren mußte, zuvor einen Verlust von naßeiu 200 Mann. _ Ter Birrer.- grrreral Kock), Welcher bei Eiandslaagte schwer VékWUiid-Ct worden war, ist am 30. V. M. im Lazarett) zu Ladysriritb gestorben. _ *Die Verluste der Buren in der Schlacht vori Rietfontein betragen ilrer eigenen Angabe nach 73 Todie und 200 Verwundete; ach einige hiriidert Pferde find geiddtet worden.

Die Londoner Blätter von gestern Abend vcrbffxntlicben folgende Depesche aus Ladnsmitb vom 31. Oktobir Abends: Tie Buren rücken in südöstiickier Nickitnng vorwärts. C':- sol] ihre Absicht sein, sich der Eisenbahn bei (Tdiensd zu be: mächtigen und .den britischerr Trirvden die '«xerbinduiig mit Pietermarißburq und Trrrban abzuschneiden. Jii Pierer: mariizburg sei die Nachricht eirigeiroiien, dax"; die Buren einen Theil des Zululandes besetzt U71) Pomerdi) 50 Meilen von Grcmowri genommen iiäxteii.

Der „Times“ wird (13:23 Dr Aar dem 1. November be: richter, daß, Meldungen (1145 Burgbersdord zufolge, 33000 BUMM seit Montag Abend in Beriiulie d;: der Briirie ständen, di.“ Über den Lranjeflirß führe.

Tie „Agence Harms“ melde: .ru-3 K.:yiradi, daß die Nachrichten von den Siegen der Buren bei Ladtsmiib dert große Aufregung hervorgerufen Hätten. Tic ?ifrifarrder r).“r- bebiten ihre Freude nicht: der IZOUVCL'UTUL" Sir Llßtr-xd Milner sei über ihre Haltung dcrrnrrrbigt. Fr: den Kärridfexi habe der General White etwa 3500 Mann an Tedten, Ver: wrriideren und Gefangenen verloren. Ein zweiter Zis.) sei durch die Freistaat : Buren unter dem Befehl des Generals Lucas Meyer errungen werdcxi, we.ci)er fick) Colensos bemäckitigt und so dem General Wbite dcr' Rück: zug abgeschnitten hade. DieEinschiießung von Ladysmith 1ei eine vollständige. Die Buren ]exen .Herren der Eisen: bahn iiach Pierermarißburg und Trirban. _ Nachrichten vom westlichen Kriegsschauplase meldeten, daß Mafefiiig rng eingeschlossen sei, und dat; dic Buren siegreich aUe Ausfälle aus Mafeking, dessen Uebergabe fie e::varieten, zurückgeschlagen hätten. Ferner werde bestätigt, daß die Freistaat-Burcn fich Colesbergs bemächtigt härten.

Land- und Forstwirths-haft.

Die diesjährige Nilschwelie.

Nachdem bereits seit Anfang August d. I, die Aussichten auf eine ausreichende Nilicbwelle fraglich geworden waren, scheint 11th den le ten Nachrichten aus Kairo nunmehr eine Hoffnrrrig 9uf_ eine gunstige

endung nicht mehr zu bestehen. Der Nil in standig rm Fallen be- kl en. 9 ffAm 26. September betrag der Rückgang des Waffers bei Kbartum seit dem höchsten Stande, der Ende August erreicht war, bereits 1,37 111; am gleichen Tage wurde am Waffermeffer berAffouan eine Höhe Von 12 picg 11 11er13 abgelesen, d. b. i_ast 30 und 45 cru weniger ais zu der entsprechenden Zeit in den beiden ungimstigsten Jahren 1877 und 1888. Am 8. v. M. war das Wasser bei Assouan bereits auf 10 pics 20 kirab, also um 1 111 weiter gefaUen.

Am 25. September hat man nun endlich mit der Ueberflutbung des Landes in Ober-Egypten beginnen können. Der Abfluß bzw den höher gelegenen Vassins in die_1iefer lieaenden vollzieht sich indessen bei der geringen Wafferzufubr rn dem Fluß selbst nur sehr langsam, zum Schaden der Aussaat, die dadurch ganz bedeutend verzögert wird.

Man glaubt allerdings, daß bei den angefirengten Arbeiten schließlich die Ueblelutbung nur höchstens 14 Tage später als sonst beendigt em wrr .

Dari_k diesen unaußgefevieri Anstrengungen, ist es immerhin gelungen, einer großeren Anzahl von Landereren, als man vorher geglaubt batte, Waser zu geben; insbesondere hat dabei die Erricbiung eines Damms quer durch den _von Sobag tn _Ober-Eßvrten (Provinz Guiegeb) aus- gehenden wichtigen Kanal _ eme Ar eit, die unter Aufgebot von 4000 Anwohnern in 3 Tagen hat bewältigt werden können _ durch den dabei erzielten Rückstau des Waffers ausgezeichnete Dienste geleistet.

Troß alledem ist die frühere amjlicbe Sckiäßurig, daß nicht mehr als 100 000 Feddan (ca. 451.0) 116) obne W.!ffék bleiben würden, ryett hinter der Wirklichkeit zurückßeblieben. Nach dem leßten amt- lichen Bericht beißt es, daß eine genaue Schätzung diefer „Cbaraki' gerignntxn Terrains noch nicht gegeben werden ko'nne, daß man jedoch bone, ire werde _die 33121 200000 (ca. 90000 118) richt erreichen; imrnerbm ein freilich schwacher Trost, wenn man iich unter Hinweis aus die YerbdÜfommrung in den waäfferurigsanlagen darauf berufen kann, dxß in dem Unglückéjabr 1877 1th eines günstigeren Waser- standes doch nicht weniger 61:4 900000 Feddan unbewäffert bleiben mußren. '

Gesundheitswesen, Thierkrauryetteu uud Absperrung?!- Maßregeln.

_. Das Erlökcben der Maul- und K!auenseucbe unter Srbiretneri und der Ausbruch derselben unter Uebersrand-Rindem und Scharen ist dem_ Kaiserlichen Gesuridbeitxamt gemeldet worden vom Schlacht-Viebbete zu Berxin am 1. November.

Uruguay

Montevideo, den 30. September 1899. Wegen der Häufigkeit

derFäÜe, in denen Schiife mit Gelbfieberkraiiien aus Rio de Janeiro auf“ dein Rio de La Plata k!!“ttkCffSii, und in An- betrqckot des Umstandes, da!": rie gleiche Krankbeit in Babia eYiIemichö berr1cht, bat der_Gesundb-itsratb in Montevideo folgende Ver- ordn u ng erlanen: _Urtikel 1. Jedes in einem Hafen der Republik ankommende Scbiff, rreicbxs aus den Häfen Rio de Janeiro, Santos oder Bahia k01_111111 oder in den gedacUen Häfen Aufenthalt gebabt bat, ist einer 24itüririgen Beobachtung unterworfen.

Artikel 2. Die für Montevideo bestimmten Reisenden sind auf den: Lazaretb der Insel Flores zu landen, um dort die Beobachtung dnxcbzuumiben und ihr Gebäck desinfizieren zu [affen Bei der Ent- latiung aus dem Lazaretb ist der Reisende mit einem Gesundheitspaß zu versehen und noch weitere fünf Tage an Land zu überwachen.

_ Artikel 3. Seselfchiffe, die weniger als 8 Tage Reise haben, rollen desinfiziert werden und bleiben bis zum Ablauf dieser Zeit in Beobacbtux'g.

Sdlcbe, welcbe mehr als 8 Tage Reisezeit haben, rverden nach Desinfektion freigegeben,

Artikel 4. Die Ladrrng und die Postfacben sind ohne weiteres zii landen. ,

Artikel 5. Schiffe, welche beim Eintreffen in dem Hafen Gelbfieberkranke .in Word haben oder gehabt habe", werden denjenigen iaiiirärepolizeiiickpxi Maßregeln unterworfen werden, welche in jedem einzelrien "Fail angeordnet werden.

Artikel 6. Kein Schiff wird freigegebeii, obne Vorher einer grümdlichen Desinfektion urixerwdrfen gewesen zu sein.

Artikel 7. Die gegenwärtige Vcrordnung tritt mit dem beu- iigen Taxe in Kraft.

_ Artikel 8. Zur allgemeinen Kemninißnabme mitzuibeilen. (Vgl. .R-Anz.“ Nr. 169 rorn 20. Juli d. J)

Verdingungen im Auslande.

Oesterreicb-Ungarn. '

13. Nobember, 12 Uhr. Direktion der Oesterreichischen Nord- wxftbabn u;d Sßd-Norddeuiickien Verbindungsbabn in Wien: Lieferung von R.?drcifen tür Lokomotiven, Tender und Waren für das Jahr 1903. Näheres bei der genannten Direktion, Sektion 1), und beim „Reicbs-Anzeiger'.

Belgien.

13. November, 10 Ubr. 80.110 ä'6y1'6irr'6 (165 arm68 21 1611, 22), WS I'M'SrrS in Lüttich: Lieferung von: 1) 300.)_12000 ]ZZ schwarzes Jagdvulver 1. (Hüte, 2) 3000_15 000 kg schwarzes Jagd- viilxer '.). Güte, 3) 10?0-1500 kg besonders feines PulVer 3. Güte, 4) 1'.) 000_15 000 125 Minenrulber, 5) P.!U'O'Wil für den beraucb res Etabliriemeiits während eines Jahres, und zwar: (1. fertige Patrenen fiir Rebelver und Kriessreuerwaffen alier Art, 1). leere Patrrnenbülken aus“ Parke für Ja;?gewebre. Das Lastenheft ist ebenda erbältlieb.

21. November, 1Ubr. Stadtbaus in Brüssel: Lieferung von Bedarfsartikcln fiir die ZUrrverwaltUng. 54 Loose. Angebote Vormitt.:_.:s.

"ZZ. Nek-Zmbér, 11 libr. ZOCié-ré Faiionaw (165 61161111115 (16 kSr 1100151113 26. 1'116 .16 13 Zeier166 iii Brüffcl: Bau der Theil- strecke 'JintrrcrreniSüW-ReUb rer Nebenbahn Antwerpen-Boom _M;ch21r._L:;'7el_L'erre. Pläne und Lustenbeft können nach dem I. er-Fmber bei dem Provinzial-anenieur De Masi), 1'110 1111115, 17, in Arrtrrerren ein,;esebexx werden. Das Lastenheft ist für 1 Fr. ebend.) erbäitl:ch. _

2“). Dezember, 11 Ubr. Börse in Brümxl: Lieferung für die StUts-Marixe in Ostende: Roststäbe aus Eisen für Dampfkessel, Lkrioleum. Öfilien und Faßrauben aus PoFbolz.

_27. Dezember. Ebenda: Röhren aus Kupfer und Messing, Kudier und Meisixg in Blättern, Ringe aus Schmiedeeisen und Schmiekekeblen.

Verkehrs-Anftalten.

Hambarg, 2. November. (W. T. B.) Wie die „Hamburgische Bbrieriballe“ meldet, baben beute sämmtliche [Elbscblevpfcbiff- fabrrI-Geselliäiatten eine zunächst bis Ende 1900 gültige Vereinbarung abgefchioffen, um durch gleichmäßige Festseßung von Frachten und Sehledplbbnen ibre Rentabilität gegenüber den höheren Kobienvreisen und höheren Löhnen zu steigern.

Wien, 3. November. (W. T. B.) Wie die .WienerZeitung' meldet, bat das Miiiisierium des Innern die Hambura-Amerika- nische Packetfabrtqesellschatt zum Betriebe der Personen- und Waarcntransportqesäyätte in Oesterreich mit einer Niederlassung ibrer Vertretung in Wien zugelassen.

Bremen, 2. November. (W.T.B.) Norddeutscher Lloyd. Dampfer „Kaiser Wilhelm 11 “, 1. Nov. 1). Genua kommend, in New York, .Willebad“, 1. Nov. v. Bremenkommcnd, in Baltimore angek. „Roland“ 1. Nov. v. Baltimore n. Bremen abgegangen.

_ 3. November. W. T. B.) Dampfer „Sachsen“ 2. Nov. Reise v. ort Said n. Neapel, „Prinz Heinrich“ 1. Nov. v. Neapel 11. Port aid fortges. „Prinz-Reqent Luitpold“, 11. Australien best., 2. Nov. in Sydney angel. „Karlsruhe' 2. Nov.Reise v. Antwerpen n. Bremen fortgesevt. „Werra' 2.§Nov. v. Genua über Neapel u. Gibraltar 11. New York abgeg. .Saale“, v. New York kommend, 2. Nov. auf der Weser angekommen.

«Hamburg, 2.November. (W. T.B.) Hamburg-Amerika-- Linie. Dampfer „Palatia“, v. New York n. amburg, 1,9101). Cuxhaben paff. .Brasilia' 1. Nov. 1). New ork n. Hamburg, „Sardinia“ 1. Nov. v. New Orleans n. Hambizrg abgeg. „Calabria , 1). Hamburg n. Westindien, 1. Nov. und ,Casttlia", v. S1. Thomas u. Hamburg, 2. Nov. Dover pass. .Betbania' 1. Novbr. v. Baltimore n. Hambura, .Silefia', 1). Bremen 11. Osi-Asien, 1. Nov. bon Ant. werben, „Saxonia' 1. Nov. v. Kalkutta n. Suez, .Galicia' 1, Nov,

v. New Orleans über Nervport News 11. Hamburg abgegangen.