1832 / 12 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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tinopel zu brlu en, wo er zum pweltmmalx, aber nur interim]- stisch, als Engli cher Botschafter auftreten ward. Auch der Enz- lische Admiral ist von Malta nach Nauplia gesegelt, welches bel: des beweist, das man sich endlich wieder ernftlich mlt'dem Sä,;lck- sale Griechenlands beschäftigt. _ Geütm ging dre Engltsche Fregatte „Barham“ , von Malta kommend, nn hiesigen Golf vor Anker. Der berühmte Walter Scott befindet sich an Bord, wird aber er]! nah' ausgeha'lteuer Quarantaine,“ das heißt in drei Wochen, aus Land kommen können. -_ “Man schreibt aut Palermo vom 14cm d., daß daselbst ebenfalls drei Bierthelle der Einwohner an der rheumatischen Krankheit ((?-14999, lnnuonxa) leiden, die in ganz Italien herrscht, daß aber dort Niemand

daran ßlrbt.

Vereinigte_Staaten von Nord :Amerika.

Botschaft des Präsidenten. In Bezug auf die Staa: ten Mittel: und Süd-Amerika's heißt es ferner:

„Aus Mlttel-Amerika babe ich Versicherungen der freund- schaftlichsten Art und ein schmelchelbaftes Ansuchen erhalten, worin man , unsere Dienste in Anspruch nimmt, indem wir uns dafür verwenden sollen, daß eme vermeintliche Mißfilm- mung in einem benachbarten Staat gegen jene Regierung be- seitigt werde. Auch hat man uns die gngenchme Nachricht ertbeilt, daß die Differenzen, „welche in tbren mneren An e- legenheiten obwaltetcn, auf frledltche Welse ausgeglichen smd. n- scr Traktat mit dieser Republik wird fortdauernd gxwtssenhaft be- obachtet und verheißt einen aus edebnten und erspreeßléchen Han- delsverkehr zwischen den beiden ändern: eln Verkehr, der von der größten Wichtigkeit ist, sobald der großartige Plan, den man e- genwärtig in ernste Erwägunxl genommen hat, durch das e- biet jenes Staats von dem tlantlschen in den Stillen Ocean einen Schifffahrts-Kanal zu führen, in VolLéebung kömmt. _ Zn großem Vergnügen erelcht es mir, den gl cklichen Erfolg an- zeigen zu können , der d e Bemühungen unseres Ministers in C o- lumbien begleitet hat, wodurch eine beträchtlicheßerabsehnug- der Zölle auf Mehl in dieser Republik erlangt wurde. Auch :| man über einen Schaden-Ersatz für Beelnträchtlgunyen, welche untere Kaufleute durch ungeseßliche Beschlagnahmen e_r itten haben, einig

eworden; und erneuerte Versicherungen Werden ertheilt, daß der zwi- chen beiden Ländern bestehende Traktat gewissenhaft aufrecht erbglten werden soll. _ C hilt und Peru scheinen noch immer von burgerltchen Unruhen bedrobtzuwerden; und bevor dteselben nichtbeigelegt snd, ifi natürlicherweise noch stets elneStörung der Ordnun zu befürchten, so daß die beüändige Anwesenheit einer Seemacbt n dem Stleen Ocean ndthig wird, um unsere Féschereien zu beschüsen und uber unseren Handel zu wachen. _ Die Nubefiörun en, welche vor und bald nach der Abdankun des vorigen Kaisers n Brasilienftatt- fanden, mußten natürli jedes wirksame Gesuch um Entschädt kung für elné e frühere von jener Regierung unseren Bürgern zuge ugte Beeintr3chtigungen suspendlren, während dieselben noch zu anderen Anlaß ge eben haben, wobei alle Auöländer betheiligt zu seyn schet- nen. Un?“ dortiger Minister bat Inßructionen erhalten, daß er auf gebührenden Schadenersatzelür die durch dteseUnordnungen vergn- laßtenVerluste dringen und daf rSorge tragen sqll, daß unsereantvur- ern der Genuß aller der Privile ten zu Tbetl werde, welche dutch Zen neuerlach zwischen beiden Län ern abgeschlossenen Traktat zu th- rcn Gunßen ßtpulirt wurden, und das gute Vernehmen, welches zwischen unserem Bcvollmächtlgtenzu Rlo-Fanelro und der Regent- schaft obwaltet, berechti t „uns, dte Erfüllung alles Genannten zu erwarten. _ In der erde der Südamerikaniscken Mächte, bin- scvtlich deren in Beziehung auf uns nichts Bedeutendes mitzutbet- im ist, würde“ ja) auch Buenos-Ayres aufgÉfübrt haben, hätten nicht kürzlich auf den Falklands-Xnseln rei nisse stattgefun- den, wobei man sich des Namens die?“: Republik ediente, um mit einem Anschein von Automat Ungerechti ketten gegen unseren Han- del, so wie gegen das Eigenthum und d e Fretheét unserer Mitbür- er, darunter zu verbergen. Im Laufe dieses Jahres bemächtigte Zch elne angeblich unter der Autorität der Regierung von Buenos- Ayrcs handelnde Bande eines unserer Schiffe, welches etnem Han- del nachging, dessen wir uns stets ungehindert erfreut haben. Ick habe deshalb Befehle. gegeben, ein bewaffnetesFabrzeug abznfcrti- _qrn, damit es sich met unserem Geschwader m jenen Meeren verei- nige “und unserem andel zu allem nötbi en geschlichen Schuß be- hülflich sey; und ck werde unverzüglicß einen Bevollmächngten absenden, um die Beschaffenheit der Umstände, so wle eines mögli- chen Anspruchs jener Regtxrung auf diese Inseln- ku untersuchen. In gleicher Zelt lege ich dte_sen Fall dem Kongreß zur Erwägung vor, damit derselbe die vqllzeebendx Gewalt met der für nbthig cr- achteten Autorität und nur den Mttteln versehe, um zum vollstän- digen Schutz unserer „auf jenen Meeren Fischerei und Handel trei- xénden /Mltbürger dre crforderltchen Streitkräfte beschaffen zu nnen/

Nath- dieser Uebersicht der auswärtigen Verhältnisse kzer Vereinigten Staaten, die slch fast auschließlich, eben so wie größ- tenthells die iibrigen von der Botschaft berührten Punkte, auf die rein materiellen Interessen des Landes bezieht, geht der Präside'nt wieder zu der inneren Verwaltung über und be: rührt zunächst eine von ihm für nothwendig erachtete Revision der Amerikanischen Konsular-Gesese. Zwei interesante Mo- mente der Botschaft bilden alödann dle Erwähnung der mit den Judiauischen Volksftämmen gepflogenen Unterhandlungen, wegen deren schon mehrfach zur Sprache gekommenen Expatria- tlon, und die Darlegung der Finanzen, deren klänzendec u- ftand eine baldige vollückndige Tilgung der Amerkanlsckpen a- tionalschuld erwarten läßt. In Bezug auf die Indianische n Angelegenheiten machte der Prästdent folgende Mitthei- lun en:

g„Frieden und Sicherheit im nnern unserer verbündeten Staa- ten ist das nächste und vorzüglich : Augenmerk der Central-Regie- rung. elt und Erfahrung haben bewiesen, daß der Aufenthalt der Indian schen Ur-Elnwobner innerhalb der Grinzen unserer Staa- ten sowohl der Nabe dieser letzteren gefährlich, als Ienen selbft nachehel- ljg ist. In Gemäßhelt der von mir in einer früheren Kongreß-Sesüon gemachtcn Unempfehlun'y, wurden 500,000 Dollars besonders dazu ausgescvt, um die frelw [lige Entfernun _der* ver chiedenen Stämme aus den Gränzen der Staaten zu unter uhen. n der leyten Ses- son hatte ich das Glück, anzeigen zu können, die Checkasaws und Cboctaws dle edelmüthigen Anerbietcn der Re kerung ange. nommen und eingewilligt hätten, sch Über den Mistsffppt-Strom zurückzu ichen, wodurch der anze Staat Mlsüsskvpi und der weüli-

: Thel von Alabama von „;ndéanlscber Beüvnebmuanefreit und Fuer civilisirten Bevölkerung Ydffnet werden würde. le Verträge mit diesen Stämmen sind im egrlff, zur Aus hrung u elangen, und ihre Entfernung wird hoffentlich m Ver auf des a res 1832 ganzllch u Stande gekommen seyn. _ Im gegenwärt17en Jahre richtete ck die Aufmerksamkeit der Re terungvorzugswe se au! die Stämme in dem mächtigen und aufvlü enden Staat Ohio, wo elbfi beträchtliche Strecken der ergiebigsicn Ländereien noch immer von den Ureinwohnern als Eigenthum in Bei? Jehalten werden. Es wur- den theils unbedln te, theils elngeschr n te Traktaten ab eschlos'en, um allen Jndlanls en Anspruch auf Vorbehalte in die em Staat auszulöschen, und der Zeitpunkt ifi hoffentlich nicht fern, wo Odlo nicht mehr von Indianischer Bevölkerung behindert seyn wird. Ole- selbe Man regel soll auch auf Indiana ausgedehnt werden, sobald man mit rund auf Erfolg derselben rechnen kann. ._- Aber die Entfernung der Indianer aus den Gränzcnund der Gerichttbar- keit der Staaten stellt dieselben nicht außer alb des Bereichs men- schenfreundllcher Hülfe und christlicher tldung. - Gegen- thetl; diejenigen, welche von Menschenliebe anset eben wer:

„den dadurch mehr Freiheit in der Ausübung lbrer wobl- wollenden Functionen erlangen, als wenn se innerhalb des Staaten eblets zurückgeblieben wären, wo die inneren Einrichtungen sie nur ebindert hätten. Keiner Kontrolle mehr unterworfen, als der beaufüchtkgeuden Agentschaft der Central-Regierung, Welche bloß in der Abscht, den Frieden aufrecht zu erhalten, aus eübt wird, werden sie ungehindert fortfahren können in ihrem verd enst- vollen Unternehmen, eine lekergemeindx Amerikamscher Indianer aus der Barbarei allmälig zu den Gewohnheiten und Annehmltch- keiten des civilisrten Lebens herankubilden. _ Mxm kann dee neberzeu ung hegen, daß die Regerung, wenn» ste noch wc- nige Ia re bei ihrer gegenwärtigen _Polikik beharrt, den An- spruch der Indianer auf alle Ländereeen, welchc innerhalb der unsere deeratlv-Union bildenden Staaten belegen find, .getilgt und jeden Indianer, der üch nicht in deren Gesche fügen wrll, a'us den Grän en derselben entfernt haben wird- Solchetxgesialt wtrd allen KonZn'kten wegen rechtmäßiger Anspxüche auf dee Gexlcht_s- barkeit zw schen den Staaten und den Judtaner-Stämmen cm Zul gesetzt werden. Dabei ereicbt es zuckeroßer Befriedigung, wenn man bedenkt, daß diese esultate, wel e nicht nux für die unmit- telbar betbeiligten Staaten, sondern auch für dte Eintracht dex Union so heilvréngend sind, durch Maaßregeln erreicht wurden, dte den Indianern eben so sehr zum Vorthetl ?erelck)xn. Was aus dem eingebot'nen Wilden wird , wenn er von e ner dtchten Bevölkerung umgeben ist und 17ch mit den Weißen vermischt, davon geben die armseli en Ueberresie einiger dsilicher Volksstämme eln Bcrsplcl ; volitis er und bür erlicher Rechte beraubt, zu keinem Vertrag zu- Yelassen und beauftchtlgenden Wächtern unterworfen, schleppen ite br kümmerllches Daseyn hin," ohne Aufmunterung, ohne Hoffnung und saß gedankenlos.“

Inland.

Berlin, 10. Jan. Nach dem im Druck erschienenen amtlichen Verzeichnise zählt die hiesige Friedrich Wilhelms- Universltät im gegenwärtigen Wintersemester 1469 immatri- kulirte Studirende, von welchen 474 der theologischen, 508 der juristischen, 258 der medizinischen und 229 der philosophi- schen Fakultät angehören, und unter welchen sich 344. Auslän- der befinden. Außer diesen immatrikulirten Studirenden besu- chen die Vorlesungen der hiesigen Universität mit besonderer Berechtigung noch 361 nicht lmmatrikullrte Zuhörer (namentlich 64 Chirurgen und 93 Pharmaceuten), so daß im Ganzen 1830 Zuhörer an den Vorträgen auf der Universttät Theil nehmen. _- Hiernach hat die Zahl der hiesigen Studlrenden nach dem Aus- bruch der Cholera nicht in solchem Maße abgenommen, als dies anderweitig bemerkt worden, und wenn die auf der Uni- versität" getroffenen Einrichtungen zur Abwendung eines ßören: den Einflusses der Cholera hier zur Erhaltung der Frequenz me- sentlich beigetragen haben, so ist auch eine längere Unterbrechung der Vorlesungen und des akademischen Lehrkursus hier glücklich verhütet worden.

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* Cholera.

In der Residenzstadt Berlin find vom 9ten bis zum 10ten Januar Mittags neue Erkrankungen an der Cholera nicht angemeldet worden.

In Königöberg, wo die beiden letzten Cholera-Kranken am 4. Januar gesund aus dem HoSpital entlassen worden sind, haben bts zum 6. Januar neue Erkrankungen nicht stattgehabt.

Eben so find in Breslau vom 4. bis 7. Januar neue Cholera-Krankheitsfälle nicht vorgekommen.

Ausbrüche der Cholera stnd bemerkt: Regiearungs-Bezlrk Merseburg- Kreis Halle, tn der Stadt Halle am 6. Januar. Neiglerungs-Bektrk Oppeln. Kreis Pleß, n der Stadt P am 27. Dezember. Reglerungs-Bezirk Posen. Kreis Kosten, m Borowo- nnd Helenopel bis zum 27.

Dezember. _ Regierungs-Bezlrk Königsberg. . _ Kreis Octclsburg, ln Llebenbexg und Faktenen bts zum 14. Dez. Kreis Gerdauen, in Klenthenen, Raudisch- ken und Mauenwalde bis um"19.Dez. _ Regierungs-Éeztrk Gumbtnnen. Kreis Sensburg, tn Grunau am 11. Dez. Kreis An- Zerburg, in Possessern am 14. Dez. ereis Johannis- urg, tn Klein-Zechen und Sdunowcn bis zum 30. Dez. _ In den StädtenSensburg, Rhein, Lösen, Angerburg und Oleßko hat die Cholera aufgehört. In Sunderland erkrankte und starb am 31. Dez. Nic- mand an der Cholera; von den 4 im Bestand verbliebenen ge- nas Einer. In Newcastle erkrankten am Zlßen 23, genasen 7 und ßarben 4; im Bestand verblieben 76. In Gateshead erkrankten an demselben Tage 20, genasen 22 und starben 8; in Bestand verblieben 84.

Zerliner Zörse. ])en10. Januar 1832.

Wil. konäz- unc] (Je]ä-(Iourz-Jette]. (Kreu/a. ('on-'.)

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den, in ihrem neuen Aufenthalt unter ihnen zu leben, wer-

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R'lcl'li - 311111101162 (Jour; - Fotiwu. Zerlin. 10. Januar. (Lucie 1109 UMTS- 0e3t. 5]? Net. 904. 41“; (10. 80F. Z.-Üctieu 806. Kuss. [IUZ]. '.: poln. ])kbr. 84-Z. (10. l'art. 5813. Niet]. "'Zl'k'. 81:1]. 40;. (10. 63 Rn]. :11 Reap. ['In-5]. 83;- Keny. kalt!. 74Z.

Ümztkräam , 5. „].-um:": Kieäarl- Wirk]. 8911. 404. [(Um-1351]. 15Z. SF „4111. 894, 068t.5 User. 82-Z-. lings. (1*.18§-,';) 92, (10. (7,1831) ZZZ. Ueay. 17310. 73.

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Königliche Schauspiele.

Mittwoch, 11. Jan. Jm Opernhause. Mit Allerhöchß Genehmigung, zum Beneßz der Dlle. „Therese und Dlle. Fan Eisler, Solotänzerlnnen des Kaiserl. Königl. Hoftheaters . Kärnthner=Thore zu Wien, zum erstenmale: Die Fee und d Ritter, großes Zauber-Ballet in 3 Abtheilungen, v9n :'( Vcs'frj] fiir die Königl. Bühne neu eingerichtet und in SZene ges: von Therese und Fanny Eisler. Die Musik isi von ,verschieseü Komponisten, Vorher: Das Landhaus an der Heerstraße, Lu spiel in 1 Akt, -

Billets zu dieser Vorstellung snd :'n der Wohnung l Dlle. Therese und Dlle. Fanny Eisler, unter der Stechba. Nr, 3, zwei Treppen hoch, von Morgens 9 bis Mittags 3 UL) und Nachmittags von 4 bis 6 Uhr, zu haben. ,

Preise der Plätze: Ein Play in den Logen des ersten R.. ges 1 Rthlr. 10 Sgr. :e.

Die Abonnements und freien Entréen sind .ohne Auönah nicht gültig.

Jm Schauspielhause: Die junge Pathe, Lustspiel in 1 W Hierauf: Der Jude, Schnuspiel in 5 Abtheilungen. ' *

Donnerstag, 12. Jan, Im Opernhause: Die Lichtenstein dramatisches Gemälde in 5 Abtheilungen, nebst einem Vorspiel

Jm Schauspielbause: 1") 110 mm-iaZo (](3 WWW), Mm] Pille 81] 2 361.03. 2) [4:3 pramiéx'e 1-89ré881113110n cls: ]Xabelai on:. 148 [):-8sz181*8 (16 kauciok]. UUUÜMZUQ 1101176311 en 1 auf

Freitag, 13. Jan. Jm Opernhause: Die Stumme vo Portici, große Oper in 5 Abtheilungen, mit Ballets; Mußk v«» Bluber. (Dlle. Fanny Elsler: Fcnela; Dlle. Therese ElSler wi hierin tanzen.)

Preise der Plätze: Ein Play in den Bogen des ersten ges 1 Rthlr. 10 Sgr tc.

Jm Schauspielhause: Französische Borßellung.

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Königftädtisches Theater.

_ Mittwoch, 11. Jan. Glückskiud und Unglücksvogel, Lu spxel in 1 Akt. Hierauf: Der lustige Schuster, komische Oper 2 Abtheilungen. Zum Schluß der Oper: Variationen über" nen Walzer von Beethoven, gesungen von Mad. Spiseder.

Donnerstag, 12, Jan. Das Donauwcibchen (Zweiter Thel

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ULUÜZÜUXUX'T'.

Paris, 4. Jan. Gestern wurden in der Deputirten-Ka mer die Berathungen über den Gesey-Entwurf, wodurch der 1) Titel des Geseß:Entwurfes über die National: Garde modiflci werden soll, fortgesetzt und beendigt. Obgleich mehrere Mitqli der der Opposition die Bestimmungen des Entwurfs als völli unzureichend betrachteten und mithin fiir dessen Verwerfung slim ' ten, so wurden doch die 9 einzelnen Artikel desselben mit ziemli starkerStimmenmehrheit angenommen, und nach einigenBemcrk .- gen des Präsidenten des Minister-Rathes ging zucht das ganze 0-- setz mit205 Stimmen gegen 45 durch. _Jn derselben Sitzung theilt auch Hr. M eynard, Deputirter des Departements der Vanclüs einen neuen Gesetz-Borschlag mit, wodurch eine Wesentli" Aenderung in der bisherigen Erhebung der Getränksteuer bezwe“ wird. Herr Meynard verlangte und die Versammlung gene migte, daß diese Proposition in der nächsten Sonnabend-Sitzun näher entwickelt werde._ Am folgenden Tage sollte die Disk:“- sion iiber die Civil-Lifte beginnen, -

Dte Offiziere und Gemeinen des zweiten Bataillons d-- zweiten Legion der Lyoner National-Garde haben an die Reda tionen des Courrier framxais und des Constitutionnel eine Recl- mation gegen mehrere B:»hauptungen eingesandt, die Herr Bo vler-Dumolard Vehufs seiner Vertheidigung gegen HerrnC Pérter aufgestellt hat, und die von ihnen als lügenhaft bezelcht net werden. _ Der Courrier de Lyon, ein neues dort e scheinendes Blatt, meldet, daß die angesehensten dortigen Fabrl kanten gegen Herrn Bouvier-Dumolard eine DiffamationS-Kla anhängig gemacht haben, welcher die dortige Handels-Kamm“ und der Rath der Werkverständigen beigetreten sind. _ Dem selben Blatte zufolge, hat man in der Nacht vom 30stsna-l den Zlslen in Lyon eine Fabrik, worin Medaillen auf Heim] 7. geschlagen wurden, entdeckt, und mehrere tausende derselbe- in Blei und Bronze, in Beschlag genommen.

Der Courrier frangais spricht von häufigen Konfer zen des hiesigen diplomatischen Corps mit dem Präsidenten d Minister:Rathes, in denen es sich um eine Modification der 21 Artikel vom 15. November zu Gunsten Hollands handele; ua der lesten dieser Konferemen seven Couriere nach St. Petxr burg, Wien, Berlin,. London und Madrid abgefertigt worden. Dasselbe Blatt glaubt, daß, da das Expeditions:Geschwad Dom Pedro"s jetzt vollständig außgeriißet set), der Kaiser unv züglich Frankreich verlassen und zunächst nach Terceira seg! werde. „Bei der letzten Anwesenheit des Marquis v. Palmell Ykkselbft set) beschloffen worden, daß die Expedition erst mit de

eginn des nächsten Frühjahrs an der Portugiesischen Küste la- den Werde.

_ Heute schloß 5proc. Rente 1*. compt. 96. 10. l sour. 96. 30. Zproc. pr. 0011191. “67? 30. 1111 com". 67. * Hproc. Neap. pr. compt. 77. 10. sia 00111". 77. 30. 51" Span. perp. 55. 5proc. Röm. Anl. 759 5proc. Belg. Anl. 761

Amsterdam, 6. Jan. Niederl. wirkl. Sch. 40;-. .Ka*' Bis]. 151. 6proc. Anl. 903. Heft. 5proc. Met. 83. Ruff. ( 1835) 92-3. do. (v. 1831) 84. '

Frankfurt a. M., 7. Jan. Oesterr. 5proc. Metall. "'“ O

861. 4proc. 7 HF. 769. 2Zproc. 45-2-. Aetlen 1393. 1391. Partial:Obl. 1241.

Love u 100 l. 1 B. Poln. Loose 57H. 57?. s 3 F

Redaxteur John. Mitredacteur Éottel. "“"-**"- Gedrucht bei A. W. Hayn. - ,

1proc. LM. B. B4 YZ

* und dadurch, wie durch das Gesc

Allgemeine

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

*JSx-“ÄKönlgllche Majeftät haben Allerhöchft geruht, den bis- „„jgm AppéllationöGertchts=Assessor Wilhelm Ado ! ph G erth , m Landgerichtsratl) in Koblenz und den bisherigen Appella- ious-Gerichts-Affeffor daselbst, Franz Joseph Wilhelm jppe, zum König!. Prokurator bei dem Landgericht zu Kleve, an die Stelle des in gleickoex Ergenschaft nach Düsseldorf verses- m'Königl. Prokurators Förste r , zu ernennen. ,

Des Königs Majeftät haben, den Ritterguts-Besiher Frei“- bkkm von Diepenbroick-Gruter zum Landrath des Kreises Tecklenburg, Regierungs-Bezirks Münster, zu ernennen geruht,

* Jm Bezirke der Königlichen Regierung

zu Arnsber ist der Kandidat der Theologie, Karl Bor- nefeld , aus Sve , als Predigex, bei der evangelischen Gemeinde üWelver, Kreises Soest, erwahlt und landesherrlich bestätigt; die erledigte Pfarrstelle zu Calle, Kreises Eslohe, dem bisherigen Verwalter derselben, Wilhelm Luigs, aus Rüthen, und die erledigte Pfarrstelle der katholischen Gemeinde zu Hattingen, Krei- ses Bochum, dem bt'Sherigen Pfarr-Kaplan zu Wattenscheid, Moritz Keller, landesherrltch verliehen worden;

zu Breslau ist der bisherige Predigertam Kranken-Hospi- tal Allerheiligen zu Breslau, Thiel, als Pastor in Weigwis, Kreis Ohlau, und der Kandidat des Predigt-Amts, Barchwiy, als Pastor in Steinseifersdorf, Kreis Reichenbach , ernannt worden;

zu Liegniv ifl der Paßor Vangerow, zeither in Pan- tenau, als Pastor in Hochkirch, Llegnihschen Kreises; der Pastor Conrad, zelther in Nähen, Guhrauschen Kreises, als Pafior in Groß-Wandtis, Liegm'sschen Kreises, und der Kandidat Seeli- ger, als Pastor in Peterwiß, Iauerschen Kreises , bestätigt worden;

zu Magdeburg ist zu der erledigten evangelischen Ober: Predigerftelle zu Kalbe a. M., Diöces Klöße, der Prediger Karl Moritz „Wagner in Delissch bei Halle vocirt und landesherr- lich beftätigt worden.

Zeitungs-Nachrichcen. Außland. '

Frankreich.

Deputirten :Kammer. In der Sitzung vom 3. Jan. verlas Hr, Meynard einen von ihm herrührenden, aus 4l Artikeln bestehenden, neuen GeseH:Vorschlag, wodurch die bis- herige Circulationse, Details- und Verbrauchs-Steuer von den Getränken aufgehoben und dagegen eine Eingangs- und Licens- Steuer eingeführt werden soll. Die Versammlung beschloß, nach dem Wunsche des Hrn. Meynard, sich diese Proposition in,der Sitzung vom nächsten Sonnabend über 8 Tage (14ten) näher entwickeln zu lassen. _- An der Tageéordnung war jetzt die Fort- setzung der Berathung über den Geses-Entwurf, wodurch der site Titel des Gesetzes über die National-Garde, in Betreff der Mobilmachung dieser letzteren, modificirt werden soll. Herr v. Tracy suchte zu beweisen, daß die vorgeschlagenen Bestimmun- gen den Bedürfnissen des Landes in keinerlei Weise entsprächen; man werde bei der Annahme derselben immer nur eine National-Garde auf dem Papiere haben und sich, so lange nicht das ganze Land militairisch organisirt set), stets in eine_r precar- rm Lage befinden. Naeh Hrn. v. Tracy faßte der Bertchtersiatc tcr, Hr. C. Dupin, die allgemeine Berathung zusammen und Teharrte bei den von der Kommission in Antrag gebrachten Amen- etnents. der Geseh-Eutwurf nur die bisherigen Formen bei einer etwani- gen Bildung einer Reserve vereinfachen würde, wogegen dem Lande eine solche Reserve selbst Noth thue. Hr. Cadet zog es in Zweifel, daß das ßchende Heer wirklich 500,000 Mann ftark sen, wie dasMinifterium solchesstets behaupte; e„r hielt daher die Mo; bilmachung eines Theiles der National-Garde fur um so noth_wendt- er, Hierauf begannen die _Berathungen über die einzelnen Arttkel des esW-Entwurfs. Gleich bei dem 1ften Artikel hatte die Kommission darauf angetragen, daß die Aussthreibung des Kontingents bet der Mobilmachung der National-Garde nicht nach Zet Gesammt- Bevölkerung, sondern im Verhältniss zu der dienftfahigen Mann: sckaft erfolge. Dxr Handels-Minifter widersetzte sich zwar diesem Amendement; indessen wurde dasselbe doch angenommen Der 2te und Re Artikel gaben zu kelner Debatte Anlaß; bezde enthalten bloße Neben-Bestimmungen in Betreff der Ausfuh- ZU'W des 1steu Artikels. Dem 4ten Artikel zufolge, “soll es an ie'dem Unter:Präfektur-Bezirke ein Revisious-Conseil geben, das dre in dem Gesetze über die National-Garde den ReNfioné-Iu- rys übertragener: Geschäfte zu verrichten hat. Hr. v. Lubre "„US auf 6 Zusalz-Artikel des Inhalts an, daß alle junge Leute, d" Skskßlich vom Militair-Dicnfte befreit wären, 4 Jahre hm: tex einander zu den 1monatlichen Militair-Uebungen zugezo- Ieu werden sollten. Sämmtliche Artikel wurden inzwischen ver: worfen. Eine andere Reihefolge von Zusaß-Artikein hatte der General Subervic in Antrag gebracht; sie wurden von Herrn C- Dupin “bekämpft, von den Herren von Tyacy, Salverte nnd, Dema'rgay aber unterßiißt. Der Letztere sprach“ seine “mung Qahin aus, daß die Armee nach ihrer gegenwartigen rganisation nicht hinreichend seyn würde, um einer Invasion iderftand zu leisten. Der Präsident des Minißer-Ra- t[)es*bestritt diese Behauptun ; lm Uebrigen, fügte er hinzu, sry von dem stehenden Heere n diesem Augenblicke gar die Rede mkbt; das Rekrutirungs-Geseh habe die Kammer bereits votirt iiber die National-Garde, „“Um Bedürfnissen des Landes genügt; diesem testeten Gesche suslse, habe Frankreich eine seßyafte National-Garde von 1;-

Der Graf Delaborde bemerkte darauf noch, daß

Millionen Mann, und der Zweck des der Berathung vorliegenden Geses-Entwurfes sey nun, den dritten Theil dieser Truppen-Mase innerhalb 35 oder 40 Tagm mobil machen zu können; man könne hiernach nicht der Regierung den Vorwurf machen, daß fie es zur Bewahrung der mneren Ruhe und Sicherheit an den benö- thigten Vorschti-Maaßregelu habe fehlen lasen; Frankreich habe in keinerlei Beziehung für seine Unabhängigkeit auch nur das Mindeste zu besorgen. Die obgedachten Anträge des Generals Subervlc wurden hierauf öerworfen, und nachdem auch noch der 5te und 6te Artikel mit den Amendements der Kommlsnon an- genommen worden, ging das ganze Gesch mit 205 gegen 45 Stimmen durch.

Paris, 4. Jan. Vorgestern fand eine äußerft zahlreiche Empfangs:Cour ln den Tuilerieen ftatt; man zählte 500 Wagen. Geßern arbeitete der König mit den Ministern der Jußix, des Handels, des öffentlichen Unterrichts und des Krieges,

Die Arbeiten der von der Pairs-Kammer mit der Prüfung verschiedener Gesey:C"ntwürfe beauftragten Kommissionen, welche dura) die Diskusfion über das Pairs-Geses unterbrochen worden waren, haben wieder begonnen. Die Kommissionen versammeln fich täglich im Palast Luxembourg, und nächstens werden dieBe- richte über die Geses-C'ntwürfe in Betreff der Rekrutirung und des Avancements, des RechnungS-Abschluffes für 1829, der Verbannung Karls )(. und seiner Familie, der Todtenfeier des 21. Januar und der Penstonen der hohen Staatö-Beamten ab- ßesiattet werden. Der Gesetz-Entwurf über Exmittirung der Grund:

esiher bei öffentlichen Bauten findet Schwierigkeiten bei der Kommission der Pairs-Kammer.

Das Bezirks-Wahl-Kolleglum von la Cäte-Saint-André (Dep. der Fsére) hat statt des aus der Kammer auögeschiede: nen Herrn arlet den Kandidaten der Opposition, Herrn Gar- nier-Pagés, zum Deputirten gewählt; der mintstertelle Kandidat, Herr Felix Faure, hatte nur 6 Stimmen weniger.

Graf Sebastiani soll von den Aerzten den Rath erhalten ha- ben, nach vollkommener Wiederherstellnng seiner Gesundheit .eine Reise nach Italien zu unternehmen und seh auf längere Zeit von den diplomatischen Geschäften entfernt zu halten. Der Schlag- fluß, mit dem seine Krankheit begann, hat, wie man sagt, Spu- ren bei ihm zurückgelassen und namentlich seinen Mund etwas verzogen.

Die Course hielten sich an der heutigen Börse feft, wozu die Nachricht von den letzten Schritten der Konferenz und große Ankäufe, die für Rechnung eines Spanischen Banquiers und des Hauses Rothschild gemacht wurdeW viel beitrugen.

Der Courrier franxais meldet: „Die Sendung des Herrn Rogier nach Paris soll den Zweck gehabt haben, die Am- wort Ludwig Philipp's an den König Leopold zu iiberbrlngen, der durch Herrn Lehon um die Hand einer der Königl. Prin- zessinnen hatte anhalten lassen. Diese Verbindung ist bis nach der Ratification des Friedens-Vertrages durch die fiinf Mächte und der Schleifung der Belgischen Festungen verschoben.“

Die Gazette de France stellt folgende Betrachtungen an: „Wenn irgend etwas der Partei der äußersten Linken be- weisen könnte, daß der Tag ihres Sieges auch der ihres Stur- zes seyn werde, so ist es die Anzahl der auSgezeichneten Männer, welche diese Partei hinter sich läßt. Durch trügerische Berspr'e- chungen hatte sie die Menge an sich gelockt, ging aber dann ih- ren eigenen Weg und ist 1th durch dieses Gedränge hindurch, das sich um sie versammelt hatte. Auf diese Weise hat dieselbe erst die abtrünnigen Deputirten, dann die Doctrinairö, dann die Deputirten des linken Centrums und zulest die der linken Seite hinter sich gelaffen, und wenn sie so fortgeht, wird sie fich bald ganz allein sehen und alle Welt Degen sich haben. Die Herren Thiers , Fonfréde, die Gebrüder upin, Cas. Périer, v. Seba- ftiani und v. Salvandt) slnd schlagende Belege dafür. Die Frage ist nun, um welche Fahne slch alle diejenigen, von denen die Partei der Revolution sich zurückgezogen hat, sammeln wer- den, und welches Prinzip sie an Stelle des revolutionnairen Prin- zips annehmen werden. Man erinnere sich des Triumpheimuges des Generals Lafayette in Lyon am 4. Sept. 1829. Herr Pru- nelle, jetzt ein Deputirter des Centrums, sagte damals zu ihm: „„Die alten Völker erwiesen diese Ehrenbezeugungen nur den Helden, die Nationen der neueren Zeit behielten dieselben der höchsten Autorität vor, unser aufgeklärteres Jahrhundert macht aus ihnen eine Belohnung für hohe Tugend.““ Zest würde Herr Prunelle gewiß nicht so sprechen, denn er steht in Oppos- tion ge en die Opposition des General Lafayette. Das neue erk des Herrn von Salvandy deutet an, was in Köpfen dieser Art jest vorgeht; drei Vlertheile des neuesten Wer- kes dieses Schriftstellers stimmen mit unseren Ansichten überein, und wenn er nicht das allgemeine Votum angriffe und den Na- tionen das Recht zum Aufstande zuerkennte, wiirden wir ihn als einen Bertheidiger der Ordnung und Freiheit begrüßen; es giebt aber keine Freiheit in Frankreich, wenn man den Franzdfischen Grundsatz leugnet, daß, wer zu den Lasten beiträgt, auch an den politischer: Rechten Theil nehme,!) muß, und Ordnung ist nicht möglich, so lange man nicht erklart, daß Aufruhr nic erlaubt ist.“

Bei dem hiestgen Buchhändler Baudry ift so eben „ein Schreiben Fmimore Coopers an den General Lafayette uber die

' öffentlichen Ausgaben der Vereinigten Staaten von Nord-Ame-

rika“ erschienen. ' Der Courrier francxats und der Natronal enthalten

ein drittes und letztes Schreiben des Vicomte v. Cormenin über die Civilllste. Außerdem greifen diese beiden Blätter, so wie das Journal du Commerce, noch in besonderen Artikeln die Vor- schläge der Kommisnon über den Betrag der Civilliste einßim- ' an' mg Der Sémaphore de Marseille meldet aus Algier vom 29. Dez.: „Die Sicherheit, welche in der Umgegend von Algier in Folge der von dem Ober-Befehlshaber angeyrdneten mil;- tairischen Maaßregeln wieder eingetreten'ifl, hat, mdem„sie ßen Pflauzern Ruhe gewährte, den Getre-debau sehr ,begunst-gt; überall fleht man Ackerleute in Erwartung der resmchten Jah-

"PreußiscßeStaacs-Zeitung.

Berlin, Donnerstag den 12ten Januar

reszeit mit der Einsaat beschäftigt, und, merkwürdig genug, wer- den die hiesigen Pflanzer Gelegenheit haben, die neueßen Acker- werkzeu?e mit den allerälteften zu vergleichen, da man sowohl die voll ommenften neuen, als die einfachen antiken Pflugscharen, deren sich die Araber noch bedienen, angewendet hat.“

Der Confiitutionnel meldet: „Die Cholera soll, nachdem ste Aegypten verlaffen, wieder den Rückweg nach ihrem Mutter- lande Indien angetrxten haben und in Tauris und Teheran in Persien große Verwuftungen anrichten. Der Vice-Könlg, von dtesem unbequemen Feinde und von der Peß, die slch hinzugesellt hgtte, befrejt, hat "ck jetzt der ihm von der Französischen Expe- dttton geletßeten Dienste erinnert und Hm. Felix Darcet, der als Chemiker an derselben Theil nahm, zu seinem Korresponden- ten fur Angelegenhetten der Industrie ernannt. Herr Darter hat im Anftrage des Pascha mehrere niislithe Fabriken in Aegypten emgertchtet und auf dem Berge Sinai Braunsteinerz gefunden, luz??? Welchem sich der gegen die Pest so wirksame Chlor bereiten a .

Großbritanien und Irland.

London, 3. Jan. Aus Brighton wird unterm g igen Tage gemeldet, daß slch der König und die Königin fortwährend

der besten Gesundheit erfreuen. Die Königin ist von ihrer Un-

päßlichkeit vollkommen wiederhergestellt.

Die Gesttndheit des Herzogs von „Wellington hat sich in den lepten 3th Tagen sehr gebessert. Der Times'zusolge, dürfte Se. Gnaden jedoch außer Stande seyn, bei der Wiedereröffnung des Parlamentes im Oberhause zu erscheinen. „Wir wünschen aufrnYt-lg,“ heißt es lm Globe, „daß, wenn der Herzog keinen so thattgen Antheil an der Politik wie in der vorigen Sesfion nimmt, dies „einem audexen Grunde, als körperlichem Unwohl- seyn, zuzuschrexben seyn moge. Es ist vielleicht zu vlel, erwarten zu wollen, daß Se. Gnaden ein Reformift werde, wenn auch, w'ie es bei der katholischen Emancipation der Fall war, sobald dtx Nothwendigkeit _slch kund giebt, Viele dasjenige vertheldigen durften, was sie früher verworfen haben.“ -

Der Globe schildert die beiden großen Parteien in Jr- land als in dem Zufiande der höchsten Aufregung und sagt, daß man bekennen müsse, daß die Orangemänner durch den an: maßenden und leidenschaftlichen Ton der O'Connellschen Par- tei auf eine unbillige Weise gereizt wiirden. Uebrigens set) die Aufregung der Art, daß bald jeder Jrläuder mit Gut und Blut einer von beiden Parteien anhängen und seinen Arm zu einem Bürxxörkr'lesgelbbenxzfxnen werde.

a e e att enthält heute ol ende Berra tun en: „Die Krone ist verpflichtet, den Wünsche:! dZs UnterhausZ uaZzu: kommen, ,weil es unmoglich , ohne die von jener Versamm- lung jährltch zu votirenden Bewilligungen die Regierung im ange zu erhalten. Wenn das Unterhaus irgend eine von den Mmtftem vorgeschlagene Maßregel verwirft, so muß sich die Re: gierung dem entweder unterwerfen oder dnrch “eine Aufiösung des Patlatnentes an das Volk appelliren. Wenn die bei einer allgemeinen Wahl „erwählte Majorität mit dem früheren Unter- ause elnerlei Memung ist, so bleibt der Krone kein anderes ittel ubrig, nls dle,Maßregel gänzlich aufzugeben und nötht: genfalls auch dre Mnnfter, welche dieselbe vorgeschlagen haben. Lat sich das „Volk emmal auögesprochen , so kann gegen seine ntscheidung nicht mehr appellirt werden. Wenn eine von der Krone vorgeschlagene und vom Unterhause angenommene Maß- regel vom Oberhause verworfen wird, so findet keine Appellation an das Volk statt, welches weder Lords machen, noch ab- schaffen kann. Giebt es alSdann keine Mittel, und müssen sich m diesem Fall die beiden Zweige der Gesetzgebung unbedingt untexlverfen? In das Oberhaus, welches bisher immer als der schwachste Theil in unserer drelzweigigen Constitution betrachtet wurde, der.etgentlt_che Herr im Staate? Kann es, wie ein Rö: mischer Tribun, Mlt einem Male die Räder der Regierung auf: halten und sich weigern, dieselben wieder frei zu lassen, bis die von thm gxßellten Bedingungen vom Könige und von den Ge: meisnen efrfullt worden sind? Führt der König, indem er einen Park cretrt, detzsellten in eine Versammlung ein, die mächtiger :|, als er'selbst? Ltegt die wirkliche Gewalt des Staates in den Händen emer Qligarchie , die durchaus keine Verantwortlichkeit hat? Ist das du so gerühmte Constitution England“ Wir ver- stehen dieselbe anders. Wie das Unterhaus vom Volke, so hängt das Oberhaus von der Krone ab. Der König kann keine Pairs ahschaffen, aber er kann deren cret'ren; und dadurch. daß er so vtelePairs macht, als ihm rathsam erscheint, kann er die Entscheidun- ßen ]ener Versammlung nach seiner Anslcht leiten. Diese Gewalt lfi selten .in Ausübung gsbracht worden, weil sich selten die Ge: legenheit dazu darbot. Die Lords haben das inßinktartige Ge: fßhl, daß sie als ein Zweig der Gesesgebung von der Krone ab: hangen, und dleses Gefühl hat bisher in der Regel verhindert, das; sich eine Majorität ihrer Herrlichkeiten gegen die Entschei: „dungen der Regierung gebildet hätte. Sollten fie aber jemals ihre eigentliche Stellung vergessen und slch in einen Kampf mit der Krone und dem Volke einlassen wollen, so ift es passend, fle an ihre Abhängigkeit zu erinnern, und zwar durch eme so ,große Bemuhrung ihrer Mitglieder, daß sie in die Lage zurückversetzt werden„ welche ihnen durch die Constitu- tton angewiesen woxden tft. Jeder Lord im Parlamente hat das Recht, seme Meinung auszusprechen und sein Votum nach foallen abzugeben; sollte sick; aber die Mehrheit Ihrer Herxlachkctten entbilden, daß ste die Herren im Skaate sind, so mussen fle enttauscht werden, bevor ihr Jrethum ihnen ,und dem Lande verderblich wird.“ _ Das genannte Blat: räumt lm Verfolg dieses Artikels dem Oberhause ein, da“,“; es an Talent dem Unterhczuse nicht allein nicht nachstehe, sondern daselbxvtelleicht noeh ubertreffe, und daß es auch die Reform- Bill möglickzferweise aus umigennüsigen Beweggründen verwor- fen habenkouue; aber so wie die Sachen jetzt fiänden, wäre die Ernennung einer hinreichenden Anzahl neuer Pairs zur Erhat= tung der Ruhe des Landes unumgäu lich nothwendig. Am 3. Januar wird in Bristo die Untersuchungs:Kom-