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Skraxébnrg 1.1 Haufen mit _über die Gränze gekommen ,und der Sribnsicnz wegen den verschiedenen Regimentern einverleibt wor: dcp- An Geist den Soldaten üb_erlegen,_ m,der Schule der In- tregucn brrangewachseii und_ gercefr endlich M den Gräueln der Nebolntion, ward es ihnen reicht, jenen Saamen des Ungehorsams unb Mißtraucns gegen die Regierung auszusireucn, der der; Factio- nach zur Frucht bcranrcxfewsollte. Schon bei der Nachricht einer neuen 'Oislbcation hgtten sich dre Soldaten höchst widerspenftig bewiesen ; drr crstr Art“ einer eigentlichen Widcrseylichkeit fand in Ncuteich satt. „D...; -me „Firsantcric-Regiment nämlich, damals noch gegen 1601) H):..mi stark, war bestellt worden, sich hier zu sammeln, um durch die Civir-Féirhbrdrn seine neuen Quartiere angewiesen zU erhalten. FO»; Rrgcrrirnt riellte sich zwar ein, aber die Soldaten „alle Mit 121011161". Stangen 2c. bewaffnet; Einige derselben hatten die Frech- heit wirsir so wrir getrieben, an die Svihen de_r Stöcke 2c; Messer zu bririkrgcn, Die in Neuteich uiiter cmem„1ungen Offizier |e- l)€„-'1'r-c Prriißcsche Compagnie, auf einen Akt dieser Ari nicht vorbe: reiter, Ließ beim Erscheincn dicser Lxute , von denen viele betrunken waren, Genrralmarscl) schlagen. Nicht genug, daß unsere Sylda: _tctr, _wcrm rie einzeln durch dre dichten Haufen der Polen eilten, tixjultcrt wurden; Einzelne wurden sogar entwaffnet. Später wpgte ch ganze Menge gegen den Kirchhof an, auf dem dte„Prcußtsche Besatzung aufgräcllt_iiand. „“Vcrgebens, d'aß ihnrn hier der die Qomyagnie kommandtrendc Lieutenant, daß ihnen die Crvil-Autori: tätrn rorücllten, ihre neuen Quartiere sehen ganz in der Nähe, sie soiircn durchaus nicht ryctter rr'rckert - dies hieß tauben Ohren gc- prcdigr. Die Zinsen siiid bereits 111 Elbing, antworteten dic Po- len, sie sollen uns dort tn, Empfang nehmen/ ihr bekommx für je- dcn Mann drci Rubel. Dieses leere (Heschwah wrrd plöhlech diirch die Nachricht nnterbrochrn, es rücke Artillerie hrran. Auf dieses (_Gerkrrbt drängten (ici dre Soldatext nur noch dichter zusammen; sie drohten, beim er en Schuse die Stadt in Brand zu, üeckcn, und machten zugleich Anstalt, in den „Straßen derselben bevouaki- ren zu wollen, wodurch der Ort„unbedxngt em Raub derFlaznrnen geworden seyn würbe. Da erbtrtct sich der Offizier met e_rncgen Leutcn aus ihrer Mitte, sie vor die Steadt zu begleiten und sie von der Gruudlosgkcit ihrer Angabe ku uberzeugen. Der Vorschlag wird angrnommen. Doch unmittebar vor dem Orte machen, Ei- nige der Meuterer den Vorschlag/ sick) drs Offiziers u bemächtigen. Durch dcffrit cnischlo enes Betrehnicn jeboch un_d urch dre Dro- hung, das; er den Er en, der sich, ihm naherx, ntedcrftoßen würde, so wie mich durch Bemerkung, erntchr Polnischer Soxdcrten, daß dies schlecht ablaufen k_dn_ne, eingescyuchtert, ließen sie ihn ruhig wieder zurückkehren. Bet der Compagnie izngxkommen , ließ er „[a- dM. Der Zufall wollte, daß chick) daraux ein Husar, der Briefe von Maricnburg*brachtc, und er etwas siark„gerit1en_war, ankam. Die Polnischen Soldaten glaubten, daß er die Nachricht von dem Anrückrn cines KavaUerie-Regiments brächte; sic rvurdrn plötzlich geschmeidiger und verstanden sich en_d[cch dazu. 111 die arten Quartiere zurückzukehren. - Dres Eretgmß isolirt, hmzrt: stellen, _als ein Ergebniß bes Moments zu bctrachtrn, isi erein unzulästig. Es war, „wre aus Allem heryorgmg, asryrgfaltcg vorbrreitet und eingeleitet. Es ward dabei rrgclmaßtg koni- mandirt: 4tes Regiment halt! 4tes Regiment vorwärts! 4tes_R,cgc- mrnr zur Ordnung! Stell! Das Gerücht nannte sogar, Osßztcrx, die sich verkleidet bei diesem Tumulte gefunden und dabei ernx tha- tige Rolir gespielt haber sollten. So sehr nutr auch die Regierung durch eine solche grbbltche Verletzung'dcr _Capituxatton u den ern- sicsicn Maßregeln brrcchtigt rvar, so ließ ,sre es [ich do an (legen sehn, dirsrVcrhältnessrledigltch durch gelinde Mittel auszug etchrn, wrlche inch leider von den Poren mchx ebrfrhrenb anrrkanxrtryurden. Bald nach icnem Auftritte wergertr nc die Artillerie, die in und bei Elbing Land, die neuen Kantonnirnngeir, dre ne rößtenthctis nur 1 bis 1.1- ;bicilcn von den xrkiheren angewiesen erha ten, zu beziehen. Ein Theil dcrsclbcnrerlte sie,sogqr Wieder, nachdrm„ er dort cm: rrüri'r war, sie vcrsammclten sichxt'ne-Z Tagxs plötzlich mClbmg eauf rm Markte mid erklärten, daß sic in dtcfruhcrcn anrtierc zuriick- kehren wiirden, Hier nachgeben zu wollen, Wurde xine grbße schar- li0)r Schwäche gewesen seyn. (Oer erfasser erzahlt_ hteMUf dee bcrcit-s bon mrs -« in Nr. 4 der drcrijährtgen Starts-Zettuxtg- » e- mcldrtcxi Vorgänge in Elbing, so wre einer) ähnlichen Airstrttt/ „er kurz. daraiif bci Hirschau tiatt hatte.) Mit dtcscm Auftritte endtgz ten fiir icht die Unruhen. Die„Soldaten, ,da sie sahen, dir.; sic r.;big in ihren nenen Quartcxrcn verblxtben durften,? fm- gcn wicbcr an„“ Zritraucn zurNegierung zu raffen, und warden sich, ohne die Eirifiirsierun_geri einiger ehr- und pfl: tvergeffrnerAuf- rcirer', gewiß willig m die Anordyungen dex Beh rden, dre sick) so auxsgczrichnrt mäßig gegen sie bewtesrn, gefugt haben. Aber gams gegen .alle Verbote durchzogen jene, haufenweise, die yeuen Cantonncmrnts der Soldaten, ganz thr «11th Spiel treibend. Es blieb nichts“ unversucht, jedes Vertrauen der Soldaten zur Nr- gicrung von Grund aus_zu zerstören. *, S9 weit x_oaren dre Vcr- härtniffr grdicben, al:“; tn Folge der Kaiserlich Rusnsthen Ixmncsixe von Berlin der Befehl kam, durch Bildrmg von Kategortccn die mehr oder minder Kompromrttirten außzrrmrtteln, „dies? dann nach Klasen zn sondern, die stark Konipromcttirzen so [ctch' auf das linke Wcichsrl-Ufrr zu verlegen und xndlecl) „darubers le_uingst nach Ber- lin zu berichten. Es wurden hierzu Civil: und Militatr-Kommiffa- rien rrnazmt; dic Polnischen Behörden rvrtrden ersucht, ihnen ihre Ansichtrn über diesen Gegenstand mttzutheilcn, und auf (Hrund der_- sclbrn ward dann das Geschäft eingeleitet. Und doch sollte dreir- mcnichcni'rcundliciw Maßregel gerade die Ursache werdeii, daßqiicl) Dir.". «.in-.r- Angelegenheit noch mehr verwrrkeltr. Dre Kommiisio- ncn, iiiclibr dic Frantotrnirungcn der Polen _bereescn solltcii, harren verhiilaiir, daß selbige M Haufen von 150 bis 200 versammelt wur- dcn, ;:m so ihre resp. Erklärungen abzrigeben. In den yon Ma- ricnbnrg nnd Elbing entfernteren Ortschaxxcn, wb keetne Offiziere wa- ko-DÉC Soldatin mithin mriiclbar keinen bosen Einfiußerungcq ausge- sciztwarrmging dies schrruhtgvonSiattcn. SelbstemtgcAbrhcrlungcn dcs »11i'11R1531111C11W/daö' sich kurz vorher nochsb remtent bewicscn,vcrl)trl- ten sich durchaus ruhig. erehr mim sich jedoch den beiden oben cnciniit'en Punkten näherte, je“. unruhiger, jc trnnultuartschrr wur- ch bir Vrrsmiimlungen. JtrAltmark schoii versanirneltrii sich sinkt 250 Mumu 700 des 4th chcmxnrs, wre bci Neuretch mct Stangen nnd Dritteln bewaffnet, indeß lte dort iioch AÜcs yl)tteUria11treb1n- lichkeiten ab. Ganz anders gestaicten slch xedbch dtrSa'chcn M der Umqrarrtd von Elbing und Marienburg, wo, dre Orrtcllerre und Ka- vali'cxi'r, in welcher letzteren besonders mexx Szlachcthcn dirn- ten, ranr-znnirtrvaren. Abgesehen davotx, daß "ck die Solbaten hicr «bciifalrs .rc-„zen die ihnen gegebenen Brsehle tumultuarrsch M grbsxrn Abtbriirchit versammelten, so bemerkte _man auch hier schon einen kiinstlich vorbereiteten Plan. So wre dre einzelnen Haufen anka- men, qabcn sic sich „einander Signaie; einzelteie _Lcutc waren sehr reichlich mit Geld versehen und traktirten die ubrigen. cher Hau- fen, Der nicht hierher gehörte, und der dennoch gegen alercrboJ hier erschien, ward mitVtvatrufen empfangen; Den Culmrngtions- prmkr batten diese tmnultuartsrhen Auftritte m Fischau'am 21. Jan. erreicht. So wie die Kommtjsion hier, ankam, konnte ihr nichr ent- acbcxi, das; es zu unangenehmen Ayftrrttetx „kommen wxrdx. Nichts- Zcswwrriigcr hielt sie alles Preyßtsche Militatr sorfalttg'cntrcrnr, und nur „4 K*."rrassiere und etntge Ordonnanzen beeben errtc. Sir selbst begab sich in ein Haus und setzte ihre Arbeiten„ die ein- zrlnrri Soldaten vorladend und vernchniend, fort. Plötzlich 11)qu ck1- qrmelbct, daß mehrere Haufen Polnischer Soldaten, die bercrtv am “vorigen Tage gefordert und gegen Meve und Neuenburg M BrwrzUiUg gefrbt roaren, anlan ten, daß von mehreren Orten hcr evciifaüs Soldaten im Anzuge w ren. , Dte„K9:1imisnon hielt es da- her für Päicht, 60 Mann Infanterie, die in einem benachbarten Orte ricinbcn, heranzuziehen. Kania xedoch waren deese angelangt, al.; (...(1) Dcr Haufe Her Tumrrlturrenden schon auf 7-800eMairn an.;ewarhsen war, die slch durch den Genuß starker Gctrankc M de.“. höchsten Zustand der Exaltateon rerseht hatten. Anfangs gab es Zänkrreirn mit den Ortßbewobnern die jedoch noch bergrlegt „...;-...... Darin abcr fiel die ungehor ame Soldareska über emen
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Polnischen Offizier, der um seine Amnestie nachgcsucht hatte, und den der Zufall durch das" Dorf führte, her. Er i_vurde vom Pferde gerissen und war im Begriff, unter, dem Messer eines Trririkrnbolds zu erliegen, als er durch die Dazwrschenkurift iinscres Militairs ge- rettet wurdc. Kaum war diese Unannehmlichkcit„beseitigt, so wurd_e die Aufregung der Soldaten siärker. „Wozu dieses leifsxnformt- ren“, riefen sie * „wir sind , wir wollen alle kompromitttrt seyn. Wir werden schon Wissen, uns, Recht zu verschaffen, und, den Weg nach Frankreich auch ohne die Preußen finden! Zriglctch Zeigten einige Bcwohyer an, daß die PVlUlschi'U Soldaten ex.? m derSchcnkr vcrabrcdctcn/ sich auf Marienburg zu dtktgtl'cn4 _wabrrxidcreit Theil von ihnen iich gegcndas Haus, worin dicK'ommrsjion beichastigtwgr, in Bewegung setzen wolle, Und Wirklich gciyabrtc man auch gleich darauf, daß die Reisenden diesen Plan ausfahren wollten. Wäh- rend sie in dichten Haufen gegen das Infantrrrc:Octasxhemrnt, da;; den Weg nach Marienburg sperrte. andrangen, schie nch cine kler- nere Abtheilung gegen jenes F;.ius m Bciyrgimg. Ycrgcbrns, daß man einige der Sprachr mächtige Unterbsftztere an nc schickte, src von ihrem frevclbaften Be in_ricn abzubrrngenzvcrgcbrns, daß die Preußischen Offiziere sclb ne crmghnten, st_ch ruhig und ver: nünftig zu betragen - sie empfing mir „Poobn, verachrendes Geschrei. Da glaubte der _bcsonnenc An_fubrer drs Infini- terie - Detaschcmcnts durch etne _Art Bajonett; Attacke die Ruhe herzustellen - aber auch dees Mittel scheiterte., Noch: mal.? also versuchte man den Weg der Ucberredung und schickte aufs neue einige Unteroffiziere an dre „Meuterer ab - aber sie wurdrn auch diesmal nicht gehört. „Der ließ der „Ofüzrxr laden. ?luchbwö fruchicte nicht. Ladet, so viel tbr wolit, ihr durft doch nicht 16Mi- ßen - wir werden auch sck)tcß-'ri, schrie der rohe Haufe_ und bqob dabei drohend die Knüppel in die Höhe. Ntchtsdcst orremgrr Ware vielleicht die Rutherhalten worden, wenn nicht,durcl) einxn betrunke- nen Fiedler, der iich im Hayfen befand, plötzlich der leoprzkcsche Masurck intonirt worden wäre. Ob durch Zufall, ob verabredet, in dem Au enblicke stürzte sich die Muffe auf das Detaschrmcnt los. Schon )abcn cini c dessen Glieder grbrochenz schog rst ctU Unter- ofst' ier des Iten (.hasscur-Negiments tm Begriff, denen Anführer zn packéen - da erschaUt das .“.iommando: „Feuch/, un? neun. Mann sinken todt nieder. Zuglcixh, wie auf Kommatibo, siurztc die ganze Menge zur Erde, erhobhick) jedoch aisbald wcedcr. rmrnack) allen Ecken ans einander zu ü,:cben. Auf die erster Nachricht jedoch von diesern Vorfalle hatten sich Bauern und Byrger der Umgegend bc- waffnet. Die Flüchtigen wurdcn haufenweise rmgcfangcn imd nach Marienbur gebracht“, wo em Dcputerter bes Ober-Landcsgerichts von Maricnwer ereincUntersuchung gcgcnsieem _.el'etkcthqt. Durch die zur rechten Zeitbcwiescne Energie des Preuß. O nztcrs _bct diesem Arrftrttt ward die Ruhe der Umgegend erhalten. Was „bet der Dcsjarmrrung jenes Dctaschements hätte geschehen können, liegt außer ieder Be- rechnung; aber es ist höchsi wahr15hernlrxh, daß damrdie ganze Um- gegend zu den Waffen gegriffen, nch mit den Preußischen Truppen vereint und bis auf den letzten Marin jene Rottheutrrrr vertilgt hätte. Denn von welchem Cinüe diese beseelt war, geht wohl da- raus am besten hcrvqr, daß ne, ungeachtet aller Eike der Civil: und I)iilitair-Behbrdrn, irc einzufangen, noch an demselben Tage den Krüger in der Nähe plünderten und sogar vcrsuchien, die Post an- zuhalten. - Dies (fährt der Yerfaser fort) die treueiund gc- wiffcnhafte Darüeilung der Erctgmffe, v_on denen wir „btcr _Zeuge gewesen. Wenn ste ganz von dem abweicht, was bis jchtin fast allen Deutschen Blättern „darüber gesagt ward , „so beruht die;.“ auf dem Umstande, daß wir „hier dre rernüe Wahrheit nrcdcrgeschrieben, während jene ,unerläßlich bemüht'ünd, dre Thatsarhcn zn entücürn und geflissentlich die Unrrahrbxrt m Umbaus zrr bringen. Aber der
reund der Wahrheit wrrb nch aus brcser cenfachcn Darnellyng uberzeugen, daß bei uns Niemand gemtßbandclt und noch weniger gegen seinen Willen nach Rußland, transporiert wprden. Dies" ibn: nen einige Millionen Bewohner dicser Provinz, dte Zeugin des hier Erzählten sind, bekräftigen. - Mit Therlnahmc (heißt es am Schluß) sahen wir einst diePolcn kommen, - Birken darunter hat sie sich erhalten. Ohne thrilnxbmcndc Regung, irgend einer Art_, sogar mit Freude fahrn wrr dre _Mehrzahl scheiden. Aber das M uns Allen und s:»lgar ihren i_värnisren Freunden klar geworden, daß Polen durch si ) selbst rice wreder ein Staat werber; und noch viel weniger als solcher sich _crhaiten kann. Wo Einigkeit nicht einmal dann herrscht, wenn - wre wahrend der Fnsurrectiotr - durch sie allein der höchste Zwerk erreicht werden kann; wo Zwrespalt auch die nach Frankreich gcfiürhteten Chorancnber Revolution bon neuem getheilt brit; wo eine so totale crwcrrung aUer Begrtffr, ein so durchgängiger Mangel an Grundsätze:] und Ordnungsgeiü obwaltet; wo_ die, große Masse fortwährend „ro entschieden auf die Regierenden tnflurrt, „wo e_en so unwiderstehlicher Hang zum Ungc: borsam und zur Fntrcgrre herrscht, da können Muth und Entschlos- senheit, dir Niemanb ihnen absprcrhrn wcrd, immer nur mo: mcntan crhaltcnd wtrkcn. Noch dic ncucstc Geschichte Polens.", die Bcgcbcnhciten unsrrer Tage bekunden dies bis „zur höch- sien Evidenz. Aus ihrer ncucftcxr Revolution, die ric mit Bangigkeir begannen, 'rmt dxn größten Hoffnungen fortsetztcn, und die mrt der Vertreibung threr gcfammtcn bewaffneten Macht endete, haben wir auch von n_euem entnommen, daß Dankbarkeit nicht im Charakter der Polc'n m) Allgcmctncri liegt. Um dies zu beweisen, iii nick)t„iibtl)tg, tn die frühere Zcit zurückzugeben und nächst anderen, Eretgncffcn dcn Anfall _auf Den letzten König zu er- wähncn, welcher am .“5. Nobbi“, 1771111, Warschau stattfand. Mir Miihe rntgingen Czartoryskt, Chlovrzki, Skrzhnccki Zr„ die man kurz zuvor vcrgbticrtc- dcr Writh'ythrcr Gegner. Um ihren Mördern zu cntüiebrn, mußten i_rc rrrklcedcr, untcr frem- den Namen, das Land verlassen, das) ne nach dcin Willen des Vol- kes brherrscht hatten. Kann es" hiernach wobl brfrcmdcit, wcnn Preußen, welches. drr" Fiebcndcrrrmnrcr nor!) zahlreichen Armee cinenZufluchtsort gewährte und drciclbc dem Schwcrdtc dcs g'crrcl): ten Sie ers cntzog, welches ansehnliche Summen vcrwandte auf deren K cidung und Untrrbaltuug, ?rvclchrs crnr ganzc Provinz zr). rctwcgrn dcn drrick'rndsien Lasten für“ lange ert preisgab, welches" den Offizieren zu dercn Reise nach Frankreich reichliche Unter;
üüßungcn mit (Heid, Trattsportmitrcln, Quartieren :r. gr- währte, fiir alle diese Leistungen mrt Undank bckobnt wird?
Wir wolirn mit dem „schließen, war; ibnch, uniängü dcr MÉUÖÜW Pé-rjcr gesagt hat: „Wir babrn uns gcegcnkrte mri aller der schonen: den Rücküchtbctragcn, die ihre rrnglurkltrhc Lage vcrdient, Aber einige unter ihnen - man „könnte sagen viele _ haben die beilig- Üett Rechte der (*imifrrrrndrchafr gcnnßbraucht, haben den Staat und Die Regierung beleidigt.“
Der Verein der Kunsfreunde im Preußischen Staate ver- sammelt sich am Dicnßag den 1. *Mai 5. Z. Vormittags" um 10 Uhr in der Klostcrsiraße Nr. 36.
Direktorium des Vereins. Bench.
Meteorologische Bebbachtung.
1832, [Morgens'NachmiW' Abends | Nacheinmaliger 26. April. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. __Beobachtung.
u'tdruck .. 3.36 9“... 52“"1 . 33. 7'“Par. .- - 1.1.wzrm..'.;«.5.53.,ro.r' .. ' .. Thaupunkt. +0,3"N. _ 1,5091. - 2,00 N. F“"ß'iW'i “ N-
Dunsksättgg. 90 pCt. 51 pCt. 68 pCt' Vodenwärme 7,1 o R. WKM“ heiter. sonnig. halbheitcr. “Linsdt'instung 690, W111?) ..... NO, NO. NO. Niederschlag 0- Wollenzug . -- NO- „..-
.* * sx
C-holera.
In Paris Waren
bis zum 18ten April .............
hinzrrgekommen vom 18ten bis zum 19cm .......
[361'111181'
UeberhaUpt . . „ .
[)en 27. Ypr'il 1832.
141111]. [7011118 -' um] *(Zolä-(ZourZ-JLKW]. (Nxsrr/z, 1
]Zöj'zs.
| 2/.]b'n'e/Zj (191.5. |
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81.-§011ula1-§c]1. 4 94 „93; 0311112 ['s-11101111: 4 ]“'1'- 151121. 1111]. 18 5 -- 101? 90111111. 9151101111". 4 91". ]LnZ]. 1111|. 22 5 _ 101€. [(ur“ 11.310111". (10. 4 ])1'. [ZUM]. (U)]. 30 4 8717; 87? 8011108186118 (10. 4 !(..-....61.1. ...,].(3. 4 92; _ 111510114111.- K*43u111.[n1.§011.x]0. 4 92.37 - 55.8011. (1. [(n u.Ä. *- ]381']. 815111-011]. 4 94,1 9377;
](iZniZZbZ. (10. 4 -- 93T-
leingar 110. 44 - 94 [[a]]. MUM. ])11]ch. * ])ZUT. (10. in “[*]1. - 34Z- “* WLW (1110. - PK/«Rpr. 9151111111". 4 97 -- ]71'16111'1011811'01' . . - (Zr015112. ])05. 110. 4 987? _- V1860n10 ...... -
W"
ck
Ricbt-Jmtlicbe ()0urß-K0tixe.
(10. 1101]. (1831) 9117...
[; L rjin , 27. Üpki]. ().-...r. 59, 111.21. 92. 4x; (10. 804. [)mit]. 1,101". _. W194]. MÄR]. 8011. 42-F. (10. ZZ 11-1]. 93-2. KFZ;), ZnZ]. 8447. (10.1121
Königliche Sch
Sonnabend, 28. April. siäbliche Auslegung der Gesche, Lustspiel in 1 Akt. Hieraus; Doppelgänger, Lustspiel in 4 Abtheilungen.
Zu dieser Vorscllung werden Schauspielhaus-Billetz, „Freitag“ bezeichnet, verwirft.
Sonntag, 29. April.
v. Weber.
(10. ['."11'!". HHH.
a u s p i e l e. Jm Schauspielhause: Die
(]Snäe 119“. 3311011611 799. 11118845
])3111. vgl
Im Opernhause: Oberon, ro „ Feen-Opcr in 3 Abtheilungen, mit „Ballets; Musik von!
(Fr. v. Schäßel: Rezia.)
Preise der Plätze: Ein Plaß in den Logen des erst
ges 1 Rthlr. 10 Sgr.
Irn Schauspielhause.
5 110105 61 011 761'8,
(IUan'ck. 10119. (111 )'0111' en 1 11010.
:c.
Your [3 Jixiéms 7691135611111.“ 1111". (ééniös. .1) [1:1 1'61)l'1§8 (16: [185 (3011101116115, 00mé. m' 838111111“ ])kzlmriZna.
Mk. (."-éniixr; ramplirä 18 7618 (16 7161012) Montag, 30. April. Jm Schauspielhause. Zum eise. Schwerdt und Hand, Trauerspiel in 5 Abtheilungen,
INichael Beer.
Dienstag, 1. Mai. Jm Opernhause: Fidelio. (Fr'.v.S.
Fidelio.)
2) 1110
Im Schauspielhause: Franzöfische-Vorstellung. Zn Potsdam. Zum crstenmale; Schlecht spekuiiirk'
in 2 Abtheilungen.
Balletmeister Ph. Taglioni. Königstädtisches Theater.
Sonnabend, 28. April.
Der Bräutigam ohne Brau
(]).“1115 [u premiére
' onnabend 1 Uhr Mittags;
Hierauf: Der schwarze Mann. Und, „ . erstenmale: Der Dorfjahrmarkc, Divertissetnent in 1 Akt, MWS 2“; Uhr fruh;
spiel in 1 Akt, von Herzenskron. Hierauf: die Schweize- lie, lyrische Oper in 3 Akten; Musik von Weigl.
Wegen Krankheit des Hrn. Spikxder kann die ang gewesene Oper: „Die heimliche Ehe“ nicht gegeben wer bereits gelösten Billers bleiben zur heutigen Vorstellung, kann der Betrag dafür bis 6 Uhr Abends wieder inE
genommen werden.
Sonntag, 29. April. Zum erstenmale: Das Liebhaber- ter, Lustspiel in 4 Akten, nach van der BUND Erzähl
fiir die Bühne bearbeitet, von W. A. Montag, 30. April. Fastnachts-Galimathias in 3 Akten.
Doktor Fausr's Vetter, b * ( Herr Carelle,C
Geric.
I)iazurier's, vom Theater Porte St. Martin zu Paris. als zweite Gastrolle, in dem zweiten Akte erstens nisi weitens als Polichinelle auftreten, und am Schluß des „[ktes als Polichinelle den Stelzen-Tanz ausführen.)
Neueste Nachrichten.
Paris, 21. März. Die Pairs-Karmner wird keine ZUM] mehr halben. Bride Kammern sind bereits auf ht"!1 hufs der »))?itthcilung der König!. Verordnung, wodurchdu jährige Scssion gesch10ssen wird, zusammenbrrufen worden
Der" Moniteur meldet, daß der Graf von 21121on- cinem abrrmaligen Ader'laffe, einige Ruhe genieße. Dex, fager des Chambres berichtet, daß auch Herrn CP“- sirrn und in dcr" verflossrr-ren Nacht zur Ader gelasscnwor-
Vom 19th zrrm 20|c11 sind hier 372 In den Lazarethcn und 238 in Privat-Wohnungrn “2111 neu Erkrankten sind in die1em n, und 13605.
gestorben.
Personen in die La arethe aufgenomme aus denselben entla en worden.
Auch gestern ist die Promenade von
nig besucht gewesen.
dividuen ) an der
Zeitrauu
“,)-[n milden Beiträgens Laufe ÖM Ießk'ége" Tages 14,717 Fr. eingegangen, so" die Geiarnmryumme jetzt auf 555,967 Fr. stellt.
Durch den Telegraphen soll gestern Abend . , die Nachricht von dem Ausbruchc der Cholera daselbst“
fen schn.
.Die ersten Symptome der
Longchamvs "
hier a
nach bei einer“ aus Paris angekornmcnen Dame I?
in der Hauptstadt scheint die Seuche wirklich im Abnehmen zu sehr). den man noch MM
I)ionats
das; der Herzog Decazes, folger des Herrn C. Périer bezeichnet, schenden Krankheit ergriffen worden sry. von dem Baron Pasquier; indessen führte noch den Vorsilz in der Pairs-Kannner.
- Heute schloß 5proc. Rente pl". compi. 96. 70. 3proc. pr". compi“. 70. 35. 1111 com". Neap. ])1'. 00111111. 81. 20. 1111 60!11'. _81. 20. 5proc- 5proc. Belg. Anl. 79-'„-. 4.21pril. Oesterr. 519M-
perp. 57 ck.
Frankfurt a. M.,
88-7... _ Actien 1883. 1381.
175-2. B. Holl. 5proc. Obl. v. 1832 80-1. 802. Mitredacteur C ottel.
4proc. 77757. 775.
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2-Zproc. 45. ; Part.-Obl. 122.2. 1227.
Nedacteur I o h n.
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Allgemeine
Preußische Staats=Zcitung
119. '
Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Des Königs Majestät haben den bei dem Kriegs-Ministe- angestellten Geheimen Kriegsrath Gerlach zum Polizei- .oentcn der hiesigen Refidenzien zu ernennen geruht. Des Königs Majestät haben den bisherigen Regierungs- eo? von „Beurmantr zum Regierunngrath bei dem Regie,- s-Kollegium zu Potsdam Allergnädigst zu ernennen geruht. Se. Majestät der König haben den Schul-Amts-Pächter, „Amtmann Karbe zu Neuendorff, um Amtsrath Aller,- digtk zu ernennen und das diesfällige €kjdatrnt Allerhöchst zu
“ziehen geruht.
Bekanntmachung.
kit dem 1. April (3. ist die zwischen Königsberg und Til- bestehende Neitpost, welche bisher ihren Weg von Königs.- . über Kaymen, Labiau, Mehlauken und Schillupischken . Tilfic genommen hat, auf die neue Chaussee-Straße von igsbcrg iiber Pogauen, Tapiau, Oppen, Taplacken, Mehla- chien, Kelmienen bis Tilsit verlegt worden, und vom 1. Mai ab wird auch die Fahrposk zwischen Königsberg und Memel, [che gegenwärtig Über Pogaurn, Tapiau, Wehlau, Taplacken, sterburg, Oskwethen und Tilsit geht, auf jene Chaussee-Straße rdie neu angelegten Posk-Stationetr I)iehlawischken und Kel- „en nach Tilsit geleitet werden.
Die auf der vorbezeichneten Chauffee-Straße coursirenden .upt-Posten erhalten in Folge dieser Veränderung folgenden
n : g 1) Die Königsberg-Tilsiter Reitpost geht von Königsberg, ab: kommt in Tilsit an: onntag 3 Uhr Nachmittags, ?ontag 37“,- Uhr früh, ienscag 10 Uhr Vormtttags, Dienstag 101 Uhr Abends, Sonntag 1-!„- Uhr früh; kommt in Königsberg an: Mittwoch ZZ Ußr Morgens, Sonnabend 3 U r Nachmittags. 2) Die Köxrigsberg-Gumbinner Reitposk elche ihren Weg uber Pogauen, Tapiau, Taplacken, Norkit- ten, Insterburg, Gumbinnen beibehält) gehcchvon Königsberg ab: Dkommsxt in Gumbinnen an: ittwo „ onner a ' „ . .- nnabendé 8 Uhr Abends, Sonntag g 10 Uhr Vorm:tt., * gehtckbon Gumbinnen ab: F kommt in Königsberg an: “ttw_o . reitag . onnabend; 8 Uhr Abends, DITontag] 2 Uhr früh. 3) Die Königsberg-Memeler Fahrpost
geht von Tilkic ab: ienskag 8-1,- Uhr ? bends,
- 6U rAbends nach
*ttwoch “ Donnerstag _ - An unft der Fahr- * 3 Uhr Nachmitt.; onnabend W| aus Berlin. Sonntag )
“ttnghs von Tilsit ab: Dkommt in Königsberg an: 1 o . - _ onner a . , , onnabend1 9 Uhr Vormrtt., SonntaF Z; 4-2. Uhr früh.
Dir Posten zwischen Tilsit und Memel behalten ihren ge- nwärttgen Lauf. „ Zur Verbindung der Seiten-Course mit dem Königsberg- ilstter Haypt-Course werden folgende Posten theils neu ange- r, theils in ihrem Gange verändert:
1) Von Tapiau Über Goldbach nach Labiau:
, :x) Fahrpost:
geht von Taptau ab: trifft in Labiau ein: 2d UhrL'Ofrückl), nach
em ur )gange Donner a . . der Königsberg- SonntaJ g] 8 Uhr Morgens, Tilsitrr Fahrpost;
geht von Labtau ab: trifft in Tapiart ein: ittwo
ck V““tt ck 6 UZ? MYM „ 1 . - „ .iwo) zum“n)u an onnabend] ? Uhl Mittags, Sonnabend die Tilsit-Königs-
berger Fahrpost.
- nnersiag onntag
gehtvonT „ bb) Botenposi: , apiau a : und geht von Labiau urück: WXP 6 UF Morgens, „Dienstag 6 Uhr Morgezns,
a end 1 hr Mittags; Sonnabend 3 Uhr früh,
Von Oppen (neu errichtete P ' ' „ . ()|-Expedition) 11a We * [UU/ Allenburg, Gerdauen, Nordenburchnd h Ü) („ ?iygerburg: eht Jahrposk (zwqchen Oppen und Angerburg): onan-stagvon Opprn ab: Okommt in Angerburg an: 3 Mr .)). „ „*Eonrrerstag , , ] ) .orgens, Sonntag ] 10 Uhr Abends,
„geht von Angerburg ab: kommt in Oppen an:
le-nskag . .. . eitag ; Abends 8 Uhr"; YZZWFW; 3 Uhr Nachmitt.
b) Botenposk (zwischen O ppen und Wehlau : geht von Oppen ab: geht von Wehlau zZrück:
onnerfta . ......ag 9) 9 Uhr Abends; JWP 6 m..- Abends.
3 “* - ) Jahrposc von Ta_placken über Insterburg nach
Gumbinnen. kommt in Gumbinnen an:
| Z „ . ......)th ] 5 uhr früh; YZZZYZZW 4 Uhr Nachmitt.; I von Gumbinnen ab: kommt in *Taplacken an: [jttwoch „ 5 Uhr Abends, on 3.1 U r rü ; Metttvoch um An lu nabend] h f 6 Sonnabend dzje Tilfits-ckKöFigastx
berger Fahrpost.
Berlin,
Sonntag den 29|en April
4) Botenposk zwischeii Mehlawischken und ZnsceÜurg, we e von Mehcawischken am Mittrvoch 2 U r früh
b ITW von Insterburg am Dienstag 10 Uhr ormittags (1 ge .
5) Kariolposk zwischen Mehlawischken und Amt
ONehlelichken, We e
Mittwoch 12 Uhr Mittags von Me lauken na M l u dSonnabend) wischken axgeht, ck teh “,
n
Donnerskag) 8, Uhr früh von Mehlawischken nach Mehlau-
Sonntag _ ken zurückkehrt.
6) Fahrposk zweschen Kekcrhnienen und Insterburg, we e
Mittwo 12? Uhr ONittaJs. nach dem Durchgange der Sonnabéndk Fahrposc “Us Tilstt, von Kelmienen nach In- und sterburg abgeht,
Donnerstag 2 Uhr- früh, zum Anschluß an die a r o na Sontrtag „Til it, von Insterburg nach KelmiFnanabkgehtéh
D)?“ der Dienstag 10 Uhr Vormittags“ aus „Königsberg *ab- gehenden Reitposr kann Übrigens die nach Gumbinnen bestimmte Korrespondenz per Tilsit spedirt Werden, von wo ab sie durch die Abends _abgehende Kariolposk per Ragnit ihre weitere Be- fördlerigEbtstumbinnen Érhält.
_ _ie nternung von öni s'ber bis Tilit an dem an- see-Course beträgrüberhaupt ÖH. NZZeilen. s f Ch s
Extrapost-Reisende finden auf diesem Course ihre Beförde- rung, ,und & ihrer Aufnahme und Bewirrhung werden auf sämmtlichen tationen die nöthigen Einrichtungen getroffen.
„Auf“ der Route über Kaymen, Labiau, Mehlauken und SchiUupischken findet bie Beförderung von Extrapost-Reisenden nicht mehr stritt. _ Die Post-Expeditionen und Stationen zu Kaymen, Schillupischken und Ostwethen werden aufgehoben,
Frankfurt a. M., den 17. April 1832.
Der General-Postmeisker, Nagler.
Zeitungs-Nachrichten.
Auöland.
Frankreich.
Paris, 21. April. Se. Maj. der Köni ertkeilten estern dem Belgischen Gesandten eine Privacaudietgiz UTW arbZiteten demnächst Mit den Ministern der Justiz und der auswärtigen Angelegenheiten.
Der Herzog v. Nemours, der bereits 4000 Fr. für die ar- men ,Cholera-Kranken unterzeichnet und dem philanthropischen Vereine, dessen „Präsident er ist, 500 Fr. eschickc hatte, hat dem Vice,- Präsidenten desselben, Herrn Jrolinier de ONont- Planqrra, abermals 500 Fr. mit einem Handschreiben übersandt.
, „(Orr Messager des Chambres behaUptet, daß die in- txrimrsttsche Leitung des Ministeriums des Innern dem Groß- siegelbewahrer erst übertragen worden sey, nachdem der Graf v. ZNontaltvet sie ausgeschlagen habe. Das Journal des Debats sagt über denselben Gegenstand: „Die Königl. Ver- ord'nrmg, wodurch Herr Barthe autorisirt wird, im Namen des Ministers des, Innern zu unterzeichnen, war eine von dem Besten des Dienstes gebotene Maßregel; sie hat indessen keinen anberen Zweck, als die Erledigung aller“ dringenden Angelegen- heiten bis zur Wiederherstellung des Präfidenten des Conseils, de-ssen Genesung mit jedem Tage mehr vorschreitet, und der bereits seine Verwandten sehen und sprechen darf. Heute Morgen waren bis beunruhigendsten Gerüchte über die Gesundheit des Hrn. Périer im Umlgrrf, sie sind indessen völlig ungegründet. Wahr isi es, daß PLM,?)TMLFLO heut in aller Frühe zur Ader gelassen worden ist; doch rst dieser 2 derlaß nichts als eine gewöhnliche Folge seiner Genesung und hat die befriedigetxdske Wirkung hervorgebracht. Alles berechtigt uns baher zu der Hoffnung und zu“ dem Glauben, daß Herr C. Pékl'lel' sehr bald wieder das wichtige Amt, zu welchem das Vertrauen des Monarchen ihn berufen hat, und worin das mäch- the Interesse des Landes ihn erhalten wird, zu Übernehmen im Stande seyn werde.“
Sci-t der Krankheit drs Präsidenten des Minister-Raths hgben bie diplomatischen Konferenzen ganz aufgehört und find die Mittheilungen der fremden Gesandten an ihre Höfe durch Couriere äußerst selten geworden.
Dru neuestenNachrichten aus den Departement.“- zufolge, waren tn Nantes bis zum 18. d. DN. 3 Personen an der Cho- lera gcsiorbrn, in Orleans bis zum 19. 3 erkrankt, in Amiens bis zu dernwlben Tage 75 erkrankt und 25 gestorben und in Rouen bis rim 10. 82 Kranke und "36 Todte. Zn Tours isi cm cm der ho_lcra erkrankter Arbeiter gestorben. Jm Depar- tement der Or1e waren vom Ausbruch der Krankheit bis zum 19. 211 erkrankt und 80 gestorben, in dem der Eure 16 erkrankt und 5 gestorben, in dem der Seine und Marne 280 erkrankt und 75 gestorben.
' Der ?busbruck) der Cholera in Lyon hat fich bis jeßt noch nicht bestätigt. Der qutidienne zufolge, hätten sich dage- gen Spuren der Seuche in Laredo bei Santander in Spanien gezeig.
Da „die hiesige Stadtkasse sich geweigert at, die ihr von dem Maire des neunten Bezirks, Herrn Cro ier, im Namen der Herzogin von Berry übersandten 1000 Fr. an unehmen, so hat err Crosnier diese Summe dem Vicomte v. hateaubriand zurückstellen lassen.
Der Kommandant des Sardinischen Gränzpostens bei Pont- de-Beauvoifin hat dem Polizei-Commiffair des lehren Ortes an- gezeigt, daß, höheren Befehlen zufolge, alle aus dem Innern
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Yankreichs kommende Reisende nur dann in die Sardinischen
Stgaten zugelassen werden sollen, wenn sie durch Certißkate be-
weisen können, daß sie wenigstens sechs Tage in einer nicht infi-
ci-rten Gegend verweilt haben. Die Kabinets-Couriere, so wie
die mit der Post reisenden und Depeschen bei sich führenden
Xxkxonen sollen dagegen ungehindert über die Gränze gelassen ' en.
Der Asslsenhos von Orleans hat einen gewissen Charbonneau, welcher Wegen Theilnahme an der Chouannerie, des Komplotrs ?u-m Umsturze der Regierung und der Aufreizung zum Bürger- urxteléeän der Vendre angekkagt war, zu ewiger Deportation ver.-
er .
Dqs in Toulon eingelaufene Schiff, „der Persévérant“, Fat aus Algier folgende Nachrichten vom8ten d. M. über-
rachr: „„Am 6. April kamen zwölf Häuptlinge der Beduinen, von einigen der Ihrigen begleitet, bei den Vorposten der ran- zöstschen Armee an und begehrten, dem kommandirenden enc- rale ihre Huldigun und ihre Geschenke darzubieten; die lekte- ten bestanden in indvieh, Wolle, Pelzwerk u. s. w. Der Herzog. von Rovigo ließ die Häuptlin e vor sch kommen, em- pfing ste aufs Freundlichske, nahm ihre es enke entge en, machte ihnen Gegengeschenke, schilderte ihnen die acht des önigs von Frankreich und entließ dieselben sehr zufrieden, nachdem er src über- YUM" haben glaubte, daß sie bei einem befreundeten Verhältniss e mit ?. raukretch nur gewinnen könnten. Der Anblick des Französi- ichen Heeres und seiner Faltung schien besonders Eindruck auf ste gemacht zu haben. aum waren se auf dem Heimwege, als andere S_tamrnhäupter, die Feinde der erskeren, in dem Glem- ben, dgß dic1e srch erboten )ätten, den Franzosen als Führer gegeii sie zu dienen , sich in der Nähe des viereckigen Thurmes M euren Hinterhalt legten, um die Rückehrenden zu überfallen; fie griffen auch wirklich unsere neuen Freunde an, verfolgter: sie mitUngeséüm und plünderten fie rein aus. Einige der" Letzteren kehrten zu dem General Savary zurück, um ihm ihr Unglück zu klageri; dieser ließ sofort ein Bataillon und zwei Schwadronen in Etlmärjchen nach verschiedenen Richtungen abmarschiren. Die Infanterie stellte sich verdeckt neben dem viereckigen Thurm auf, wä rend die Kavallerie, die den Plünderern (begegnete, sie nach die em Orte hintrieb; hier fiel die Mehrzah der Araber unter dem Feuer der Infanterie, die Entfliehenden wurden von der Reiterei niedergemacht; sogar Frauen und Kinder, die fich unter dem Haufen der Araber befanden, wurden erschlagen. Die Syldaten brachten viele Beute mit. Die Wenigen, Welche dieser Niederlage entrannen, verdankten es der Schnelligkeit ihrer Pferde.“
-- Paris, 21. April. Die Cholera beschä ti t e enwärri hier fafk ausschließlich alle Einwvhner-Kiaffen. ngielge ?])“me smd der Meinung, daß auch die Angaben der zweiten berichtig- ten- Aufiage der amtlichen Sterbelisten noch immer unter der Wrrklichkeic der stattfindenden TodeSfälle stehen. Nimmt man aber auch diese Angaben als wahr an, so ergiebt sich aus dem Umstande, daß im Laufe des April zu Paris ewöhnlich nur- 70-80 Personen sterben, immer noch hinlän lick? der Grad der Ausde nur_ig, den die Cholera hier" gewonnen hat. Ohne irgend emen “heil ber Hauptstadt gänzlich zu verschonen, hat die Seuche do_ch„brsher m den der Seine zunächst befindlichen Straßen, so wee m den niedrig gelegenen Stadtvierteln, also auch im Fauborg St,. Germain, endlich aber in den engen Straßen der Cité, die meisten Opfer und nicht selten gan e Familien hinweggerafft. Ueber- haupt beschränkte die Krankheit 1? ), wenn fie einmal in ein Haus ein- gedrungen war, gewöhnlich nie auf ein einzelnes ndividuum. Auch tn den Umgebungen der Hauptstadt haust die euche fürchterlich und bei weitem verheerender, als in dem nördlichen Deutsch: land_und Englarrd, so daß man allerdings zu dem Glauben be- rechtigt wcrd, ste „nehme an Intensität in demselben Maße wie- ber zu, als sie sech vom Germanischen Norden nach den süd- lichen Ländern wende, in welchem Falle dem mittäglichen Frank- reich,- so wie, der Pyrenäischen und taliänischen Halbinsel, falls sie bis dorthin dränge, noch härtere rüfungen bevorstehen wür- den, .Bei dem tiefen Eindrucke, den die Verwüstungen der Cho[era hier hervorbringen, haben die Partei-Reibungen für emerrAugenblick an Heftigkeit verloren. Die Deputirten sind bereits“ vor drm Srhlusse der Session, aus Besorgniß für sich und die J-hrigeri, m, den Schoß ihrer Familien zurückgekehrt, währetrd die Pairs, die fast sämmtlich in der Hauptstadt angesessen smd, diesen Umstand bcnulzt haben, um fich über das Benehmen der-Mitglieder der anderen Kammer in ziemlich scharfen Tadel zu ergießen. Will man in diesem Benehmen einen Mangel an morali- schem Murh erkennen, so läßc'ficl) allerdings nicht leugnen, daß die Deprrtirien fich dadurch in der Volks-Meinung geschadet ha. ben. Die liberalen Oppofitions-Blätter werden auch gewiß nichr uiiteriassen, diese Stimmung zu unterhalten, um die jekxige mj. nisterielle Majorität der Wahl-Kammer unpopulär zu machen urid sie auf diere Weise zu nöthigen, fich, um ihren moralischen Einfluß auf das Volk wieder zu gewinnen, der Oppofitioi1s- Partei zu“ nähern. Nachdem auch noch der Graf v, Argout, ohne Zweifel eines der thätigstcn Mitglieder des Conseils, von Jer herrschenden Seuche befallen worden, dürfte es für die Durch,- rührung des Zeßigen Verwaltungs-Syskems von hoher Wichtig: „kert sehn, da entweder Herr C. Périer bald wieder die Ge,- schä-fte Übernehme, oder" daß irgend eine ONodification des Mini,- steriums, wodurch das Wesen des jekiigen nichr verändertwürde stattfinde;_ denn Alles deuter darauf hin, daß, wenn die Cholera; auch zwxscherr den verschiedenen Parteien einen augenblickli- chen „Waffenstillstand herbeigeführt, fie doch keinesweges eine er“.- gentliche Annriherung unter ihnen befördert hat; däß vielmehr der Kampf wreber' tmr erneuten Kräften beginnen wird, sobald erst der vorherr1chende Eindruck der Seuche aufgehört hat.
Großbritanién und Irland.
L ondon , 20. April. Eben so wie das Unter aus at auch das Oberhaus vorgestern bis zum 7. Mai verhcagt. h |ck
Der Globe schmeichelt fich, daß von den 56 Pairs, welche durch Bevollmächtigte für die zweite Lesung der Englischen Re.-
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