1898 / 60 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 10 Mar 1898 18:00:01 GMT) scan diff

sx

" «*»,- -.,-«.„«- *

Frankreilho Dcr inefifihe Gsfandtc in Paris Tschin =T (hang ist, dem „F. T. V.“ znfolgs, gestern von dem !?)éiniétcr des

Aeußern Hanotau empfangrn worden.

Die Deputirten ammer nahm gestern bei der Weiteren Berathun der Börsc-nxefyrmvorlnge das Amendemcnt des sozialistis en DLPUÜUIU Viviani an, wonach die Börsen- makler alljährlick) ihre R8chi1ungen und Bücher dem Rechnungs- hofe unterbreiten müssen, ebenso ein weiteres Amendement Viviani's des Inhalts, daß die Genossenschaften der Makler auch in derProvinz für alle Delikie sokidarisch haftbar sein sollen.

Eine gestern abgshallexxs Vcksammlung von etwa 200 Dcputxr19n„ ÜU'GT' Parkeien hat sick; für den wei- ]ahmgen M1111ard1cnst mtsgesprochkn und eine ResKution anqexxommm, in welcher ms Regiermxa ersucht wird, einen Ecstßexxtwurf auf er (Hrmxdlags dxesxs Prinzips vorzubereiten.

Rußland.

Nack), eim'm Heute veröffxxniliäßen Bulletin näl)ert fick) der Gesundhextszustand der KaTscrin Ale ,emdra Feodorowna dem noxmalekx; der Schwf und das ohlbyfindcn sind durch- aus «111; Temperajur 36,70, Puls 75,

„WLLMW. T. B'.“ aW Sk. Petersburg bachhK-Yift ein ._Katserltchox UWS cm dsn Finanz=Minister crßangen, 11) wxlchem dies-Zm anbxfohlen wird, da eHx1okhwendigcrfcheine, dxe KMM nix? zu vexséärkcn, unabhängig von dex bexcits er- folgt??"x Er öhUUJ dcr Anweisungen für dieoxdentlichen NUSJaben des Marine-Mixxisieriums in den Jahren 1898 bis 1904, gegen- wärti-xx aus den freienBaarbestäudcn dyr Nsich§rerxkei 90Mil1ionen Nabel für SchiffsbauLetx aHleffeN, x_mter Regtstricxung dieser Summe als i'rbcrbudgctäre uszxaba m dcm Abschnttk„Außer- orßenklickye Auggaben“ des chchs1chudgcts für das laufende

Jahr. AUßEYdKM veröffentlicht der „Ncgüeruugsboteé cin Kaiserlichcs Handschrcxben nn dsn Finanz-Mmister von Witte, welches besuxxt: da am Schlusse des

Jaßrxs 1897 sich in den Staatskasstn ein Ueberscbyß von 200 Millionen Rubel befxmden Habe, von denen 108 Millionen zm: Deckxmg außerordcntlicher AuSgaben pro 1898/99 11118eran woxden ssien, bleibc em genügender Rest zur Deckung der zur Fkottchkxsxätkur-g bereit zu stellenden außxrordcntlrchen „Ausgabe von 90 MiUionsn Rubel. Das Handsclzreiben s lteßt mit der Nncrkennur-g der Thätigkeit von Witts's U11 dkm Ausdruck des ferneren Kaiserlichen Wohlwollens. - Amerika.

Der Senat hat, wie „M.TB.“ aus Washington meldet, gestern einstimmig und ohne Dsbaite den Gescßentwurf, be-

treffend die BewilliguM von 50 MiUioncn Danrs für die,

LandeSveriheidigung, angenommen. Der Geseßentmurf ist darauf alsbald von dem Präsidenten Mc Kinley unter- zeichnet worden. . Der amerikanische Kreuzer „Montgomery“ xst gestern in Havanna eingetroffen. Asien.

Zn Bombay ist es, dem „?)Tceuter'schen Bureau“ zufolge, in dem dorti-Jezn Eingeborene11:Viertel zn ernsten Unruhen gskommen, bci denen mehrere chsxmen gctöptkt und vxr- wund'kt w:;rdxn. Truppen mußten zur Wrederherstellung der Ruhe entsandt werden. Véran1aßt, wurden die U11- ruhen durch den Vcrsrxch dsr Samtäisbcamten, dvn Grund der Krankheit k?ner Mohamedancrin zu er- ahren welche in Ripon-Noad wohnte. Es wurde ihnen er utritt zu dem betreffenden Hause verweigert. Als- bald ammelte sich eine große Menschenmenge an, welche nach derx Beamten mit Steinen warf, sodaß sich diese nach dem Reumerbureau des Polizkidistrikts zurück ogen, um sich Untersiußuyg zu holen. Bewaffnete Poliztsten begleiteten nunmehr dle Beamten nach dem Hause zurück, Es wurde jedoch der erneuten Aufforderung,»die Kranke auszuliefern, nicht stattgegeben. Em parstfther Beamtcr forderte die Menge auf, ausZirxanderzugehen, und gab,. als man nac! ihm schlug, der Poxtzet den Befehl zum Angrxff. Vier Mo amedaner wurden etodtet-un'd mehrere verwundkt. Die Aquegung verbreitete sxch nun Mit großer G8schwindigkeit weiter; ie Hindusschlossen tch den Mohamedanem an. Kein Christ, welcher Nationalität

- er auch war, kam unbshelli t davon, wenn er in ihre Hände

erieth. Viele wurden thc'it ich angegriffen, zwei europäische Soldaten sollcxn beinaHe getödtet worden sein. In der Vorstadt Byculla griff dcr Pöbel dic Victoria-Gebäude an. Die Bewohner verbarrikadierten die Häuser und gaben von den en txrp aus.?- blinde Schüsse ab. Die Truppen der Garnison mu ten mxt zwet FkldYschüßen zum Entsaß einschreiten. '

' ach einer weite'ren Meldung desselchn Burequs hat stch dte Unruhe theilweise gelegt, dock) werde die Lage: 1mmer noch für sehr ernst gehalten. Es sei Kavallerie von Poona herber- Frits??? worden, um sick) an dem Patrouillendienst m dey

traßsn zu bktheiligen; auch Freiwillige seien dazu auf- ZFUW worderx. ?_Oje Skadt sei jest 'm den Händen des

tlltaW. Zwe1_br1t1sche Soldaten seien qetödtet worden. Die MMI? h"abc vxrmcht, dle Hospitälcr in Brand zu stchcken, sei aYsr zuryckgetrtcbxn worden. Der gesammte Verlust der Auf- ruhreysel Rock) mcht genau bekannt.

„Emer Meldng aus_ on k ong zufolge find die russtschen Kkke9s7ch1ffe„„S1s oi eliki“ und „Navarin“ dort ctngLfro'ffkn. Es tst noch unbestimmt, wohin dieselben von dort wetter gehen werden.

Afrika.

. Nuß Pretoria meldet das „Neuter'sche Bureau“, daß dre Re terurzg heute Hen VolkSraad um die Ermächtigang zur Aufna me emer Anleihe von sechs Millionen Pfund Sterling ersuchen werde.

Parlamentarische Nachrichten,

Die Berichte über die gestrigen Sißungen des Reichstages und des Hauses der Abgeordneten bx finden sich in der Ersten Beilage.

_ In der heutigen (59) Sißung des Reichstages, welcher der Staatssekrekär des Innern, Staats-M'mister ])r. Graf von Posadowsky-Wehner, der Iusliz-Minister Schönstedt, der Staatssekretär des ReichS-Juftizamts ])r. Nieberdin g und der Staatssekretär des Reichs-Postamts von Podbielski beiwohnten, wurde “zunächst auf Grund eines schleunigen Antrages dxr Nbgg. Zimmermann erformpx) und Genossen die Einstellung des gegen den _bg., Müller:Waldeck ]chwebenden Prwatklageverfahrens fur dre Dauer der gegenwartigen Reichstagssession beschlossen.

Darau wurde die dritte Berathung des Geseßentnxurfs über dieVLngelegcnheiten der freiwilligen Gertchts- ort e e t. barkFtixt Zwe'Zesr ßBeratßung war die Vo'rlage ohne Debatte 611 blog angenommen worden. Jeßt [tegen mehrere Ab- änderungsanträge der Abgg. Auer und Genossen So. vor. ' ( zE)in Antrag zu §10, won9ch die Vormundschaftssachen auch während der Ferten beaxhextet werden sollen, tmrd nach dkm Widerspruch dks Abg._Guntk)er„ (nl.) abgelehnt. 1

Ebenso wird ei11 fsztaldemqkraßs xr Antrag zu Z 11, wonach eiue Erklärung, dic an eme bet1mmtc Fr1st geknznden ist, gülti_ abgegMn sein soll, wenn fi? innerhaxb der Fmst zn Protokolkg irgend eines 'GoxtMsschretberZ, mcht nur des- jenigen des uständigen Gertckzts, abgeÉgZebext Ut, nachßcmßch der Abg. Wcléstein (Zentr) Und der khetme Ober-Regterungs- Rath im Reichs-Jusüzamt ])1'. Struckmatzn dagegen und der Abg. v'on Strombcck (chtr.) dafur auSgesprochen

aben, ab ele nt. , ,

h BezüZlick? dér VormundsÖaftHscxchkn beantragen dreSoztal- demokraten (? 32, in gewisser) Fa11_eu zu hen EnZschetdungen dcr Vormunds aftsgcrichw zwet Schoffsn hmzuzxtztehen.

An der durch Diesen Antrag hervorgexufch Yabatte bctheiligen sich bis zum SchlUß des Blatteß dte Nbgq.,Stadt- hagen (Soz.), Günther (ul.), Wellstern, Ox.R1ntclcn (Jenin), ])1'. von Cuny (UT,) und der Gehetme Ober-Nc- gierungs-Rath ])r. Struckmann.

- Im Hause der Abgeordxxeten_ gelan te in Nr hsutigen (43) Sißung, wel_ch„2r der VtszTaüde-„nt, LS] Staats- Minifteriums, ; inanz :thfter ])r;„ von Miquel, der Minister dsr ei7§lichen 2c. A11ge!e cnhetxcn ]).Dr. Bosse, der MiUistLk für andwirthfchafwc. rerherr von Hammerstsin und dsr Minister des Innern Freiherr von der Rche bei- mohNten, zunächst der (Hefeßentwurf, betreffend die Be- willigung von Staatsm1tteln zur Besettigung der

durch die ochnwsser des Somxners 1897 herbei- gefübrten (“schädigungem'zur drttten B'erathunZ-Z Nach § 1 der „Beschlüsse wetter Lesung mtrd der taatI-

regierun ein Betrag yon 5_ _ gestellt, er im Bcdurfmßfall 1112? zu 1 Mark erhöht werden kann. .

Abg. Lctocha ÖZMW)“ und Genoskcß bcankragen, dle gesperrt edrncktcn orje m § 1 zu tretchen und dafür folgende 5 csolut'ton anzunchmen:

,in Erwägung einerseixs,_daß na_ch Yen Verhandlungen der zweiten Lesung das Geseß gefabrdeY erscbemf, Wenn der zum 5“ 1 gcfaßte BesÖLUH, betreffcny die Erhohung der Beitra Ssumme „bis xu 10 Miklionxn Mark", m ["er dr1tten Lesung au recht erhalten bleibt, anderexxeifs aber, daß dmck) die zum § 1 Abs.2 beschlossenen Abändexungsn eins Erxvcitcxuag der VerwsndnngSzwecke vorgcnommen ist, daß die? zu Gxuxxdx JLLWTT Schäßunß der Schäden Hinter dsm wirk- lichsx1BeBürfnißin viclénFäZen zurückbleibt, und daß Bezirke hinzu- ?retcn,1ür Welche nach “de“; Vegründuxmdes Gesetzes Entschädigungen nicbt m AxxIfich genoxnmsn WMW, hiernach also die in dEr Regiexungs- Vorlaße VorgeseHLn-e staajlxäye BSiTragssumme vwn 5 Miüißnen Mark VorauösäcHUich UW: auÄreiMn wTrd, - an die Königliche SfaaÉSr-egicrung rxxxxrmhr di? Axxfforderung zn richten, den 1";er kext Betrag von 5 Miüioncn Mark notÖWC-„ndig werdenden Bedarf aus bersitstebkndcn SéaaniTi'eln oöne Verzug zu entneömsn."

Wg. LetocHa w:ist dürauf bin, da?; derJinanz-Mimisier aus Bndgetgründcn 1:1 zw:itor Lcsung Reh enkscbikden gchn die Erböhxng der Entschädigungsyumme ausseéprochen hab?, somit keine Aussicht séi, die Vorsage mit dieser Exweitemp-g durchzubrin xen. Das Abgeordnetezn- baus dürfe erwarten, daß seine Wünsche an*?) in dieser, von MLT- licdsrn alécr Parteisn unterstützten Form zum Besten der geschädigten Zandeßfbeile berücksichtigt werdkn würden.

Vize - Präsident VSS SZaxts - MiUistcriums. Yuan; - Minister Dr. von Miquel: Obwohl ich die Fassung der esolution etwas anders gewünscht hätte, habeich dock; gegen diejelbe seitens der Staats- regierung keine Bedenken zu yrbeben, weil fie "sachlich das ausdrückt, was die Staatörcgksrung selbst beabsichtigt.

§ 1 wird einstimmig mit dsm Antra e Letocha ange- nommen, ebenso einstimmig der Rest dxs Ge e eS_ und darauf endgültig das Gsfeß im Ganzen sowxe dte' Peso utron Letocha unter dem Bcifal] des Hauses. chr Penngnen (zus Schlesten wsrden der Staatsregierung als Material uberwresen.

Hierauf folgt die dritte Berathung der Novelle zum Ansiedelungsgeseß füt; Westpreußen und Posen.

In der Gkneraldiskusston erklärt

Abg. Motty (Pole): Meine Freunde _und ?ck habe); fick) an der ersten und zweiten Beratbung des Geseßentwurss nicht betheiltgt und haben bekVeginn der zwcéten Berakhnng den Saal verlassen. In dcmjeßigén Stadium der Verhandlungen erachTen wir es für unsere Pflicht, zwar nicht an der Bcratbung tbeil'zunebmen gemäß unseter früheren Haltung, wohl aber an der AHstimmung. Deshalb Werden wir den Saal nicht verlassen, aber an dsr Veratbung nick)! Theilnebmen.

Abg. von Staudy (kons.) stellt den von dem Abg. Rickert in zweiter Lesung bébaupteten FalT richtja, daß ein deutscher Gutsbefi er in Posen von der Anfiedelungskommtjßon Weit über den Wert)“) es Grundstücks ausgskauxt worden sei. Die Anfiedelungskommikfion sei in diesem wie in andern Fäll'm ganz korrekt und ohne Ansehen dsr Person vorgeßangkn. Es sei falsch, daß d;:s Gut von polnischen Sequestratorxn verwaltet Worden_ sei. Dxe Kommisfion mache dekhalb kain Jrößeres Geschaft, Weil fie hauptsächlich schlecht bewirtbschaftete Güter aufkaufe und dqrauf Deutsche anfiedlk. Der Nbg. Jaeckel, fährt Redner fort, hat _emen großen Theil der Deutschen in den Ostmarken schryer angegriffen, und ck bin gebeten worden, diese Anqxiffé zurückzuwetsen. Ick tbue das um so lieb?.r, als nach Herrn Jaeckel nur noch er: Seer_gesprochen hat. Ich will Herrn Jaeckel seine deuts e Qualxtat nicht absprechen, (1er ich mache ihm den Vorumrf, daß cr in diesem Hause als Deutschkr Deutsche nur deshalb angeklagt hat, weil fie ibre Nationalität hochhalten. So eiwas hat ein Pole noch nicht gethan. Hexrn Jasckel's Vorgehen bergbt auf ein- seitiger Parteipolitik. Ich gehöre dem H, K. T. - Verem nicht. an Habe aber seine Wirksamkeit vxrfolgt und gsfunden, daß er ledtgljÉ zur Abwehr polnischer Aspirationen ins Leben gerufen ,ist. Mit der Broschüre des Redakteurs Fink bat die BMW- leitung absolut nichts zu thun, ebenso wenig mit einer ganzen Reihe andersr Schriften, Herr Jaeckel hat die pol- nischen Bestrebungen nicht mit einem Wort erwähnt. Jenem Vereine gehören die hervorragendften Männer an, und doch behauptet er, daß er von vornherein Mißtrauen gegen ihn gehabt bat, weil er selbstsuchtige chcke verfolge. Als ?err von Tiedemann-Bomstbereits auF her Bahre [ag, ,hat je'mand ge agi: Ich habe manchen Sirauß unt rbm gehabt, aber meme Aäotun habe ich ihm nicht versagen onen. Wir Deutsche onen dén Fr eden.

Abg. Gerlß (fr. kons.): Herr Jaeckel hat einen deutschen Namen, aber kern cutsckoes Herz. Man hat gesagt: wie kann ein Mann im Abgeordnetenhause ß en, der so sein Deutschthum ver- leugnejk Die Antwoxt ryird, im auch bei den Wahlen egeben werden. Ich hätte c&vuuscht5 daß der Antrag Sieg dabßn ab- ?eändert _wurde, da _Nestguter nicht nur in AUSnabmefäUen oxjdern uberhaupt gebildet Werden; der Minister soklte seiner: Emfluß dahm gxltend machen daß auch größere Güter reserviert werden; die kleinen find Nullen, vor dix: eine Eins gehört. Die Außedelungskommisßon sollte auch einmal den Versuch machen,

iÜionen Mark Fur Verfügung Millionen

größere Etabliffemcnw zd" arßndßn und mit einer elektrischen Anlage zu vexseben. Hm vqn Czarlmxl't bat mich auf Grund von Zeitungs- nacbrtchten bier heftig angkgrxffen. Als ich ihn darüber zur Rede füllte, nahm er seine Akten unter den Arm, da er nach dem Reich!- tage gebey mußje. Na „dem Steyogramm seiner Rede soll in einer Gertckztsßsung' ein Nef von nur Verlesen worden skin. Das ist falsch„wu3 :pir em Rcchjkanwalt mittbe'ilt; der Brief ist durch die Indiskrettyn emes Polen zur „Kcnntniß der polnischen Partei und dann in dl? Akfcn_ aekan_qt. M11: solchen Waffen kämpft mant Wer ein Viseben Gefubl fur Anstand bat, kerschmäht solche Waffexv!

Fräfident von Kröchkk ruft den „ednet wegen dieses ngriffs aegcn_ dsn Abg. von Czarlmski zur Ordnung,) Mein Angriff richtet fich IMU dk? PVLMsÖS Partei. Der Minister

warnte neulich Die Polen: Spielen Sie KUK. mit dem Feuer. Ich sage: Webel einer Partei, dre Lc!) solcbsr Waffen bediszt, kae einer Naüon, die nich me'br unters Yidkn kamz, Was anstandig und was néch unständig ixk! Ihre Angnffe find mcht ehrsiches Feuer, sondern schleichend“; Gikt des Verratbs. *

Präsident von Kröcherk: Ick) nehme an, daß Sie nicht von xine: Parkci im Hause géjprrclxn mzbkn.

Abg. Gerlich verneint dxes. . ,

Abg. I m Walke (Zentr.) sprtcht fich in' KVUsCqUSnz der frühsten Haltung des Zenérums auch gegen dieses (Hefeß ZW" Es sci vkrfaffungßwidrig und durchbreche das Budgetreckytz erubre ein ASternat ein, da es die Verwendung des onds der Emwxrkung des Landtages entzikhe. Da ei'ne Vcrfaffungs ndeumg vorliege, so béantrage er eine abcrmal1ge Abstimmung nacb 21Tagen.

Dieser Antrag wird genügend unterstüßt, jedoch nu; von

dem chkrum und den Polen. Abg. Dr. Stephan (Zentr.): Der Landwirts)schaffs-Mimster

Hat uns die Vorlegung einer Statistik über dxe Verschtsbun des Grundhefißes zu Ungunsten des Deutsckythums verspxochew I bin auf diess Statistik neugierig. Die Katßoliken sind bet der Anfisdelung nur in dém Verbälmi von 1:6 berückstäxtigt worden. In der Diözase Knlm befindet ck eine ganze Menge dentscher Gsistlicher, sodaß die Kommisfion dort sehr wohl ngtional gefinnte kathol![che Dsutscße anßedeln könnte. Auch der Erzbischof hat fich bereit erklart, eine genügende Zahl von Geistlichen für die Anfiedslungen herzugeben. Der Finanz-Minister hat fich bersit etklärt, dahin u wirken, daß Katholiken bei der Ansiedelung mxhr berückfi tigt werden. Hoffentlich wird da egen aus Um Hause kei_n Widu- spruch e:!)oben. Jm “ahre 1886 hat auch der nattonalliberale Abg. von Benda fich ?kgen ein Aeteknat erklärt. Ick; würde die Zurückweisung der Box age (zn kik: Budgekkomznisfion beantragen, wcnn KHM Jm WaUe nicht du: nochmalige Abstimmung wegen der erfa ungsbedknken beantragt hätte. Wenn wir gegen das Gesey stimmeK, so müffen w_ir dagegen protestieren, daß unß déutscbe Ge- sinnung abgesprycben wrrd. , * '

_ Hierauf mmmt der Vtze-Férastdent de,“ Staats-Mmisteriums, Ryanz-Mimstcnr Dr. von iquel und odann der Justiz-

mifter Schonstedt das Wort, dercn eden morgen im Wortlaut m1t etheilt werden.

(Schluß es Blattes.)

Statistik und Volkswirikjskhaft.

Zur Arbeijerbeweaung.

In Skuttgarf fand am Sthnabend eine Versammlung der in den siadttsäzenBetrieben beschaftigtenArbeiter statt, in welcher, wTe der .Württb. St.:A.“ bcricbtet, „Stellungnahme zu der Er- riygung dex zebnstündigen Arbeitßzeit“ auf der TageSordnung stand. Eine auf dle Verkürzung der AtbeitSzeit und auf die Schaffung einer eigenen Organisation binzielende Resolution fand einstimmige An- nabma; es wurde eine aus 14 sjädtisxben Arbeitern beftehende Kom- mission gewäblf, welcbe in Vexbindung mit den Vereénigten waxrk- schaften die weiteren Schritte einleiten soll.

Aus Berlin berichtet die Verlinkt .Volfs-Ztg.“ zum Aus- stande der Schuhfabrikarbeiter, daß dex Verband der Schul)- und Schäfte-Fabrikanten das Anerbieten des Ausschu es der Berliner O_ewerkjckxaftskommisfion, die Vermittelung zwischen i m und den aus- standi en Arbeitern zu übernehmen, abgelehnt habe. Der Verband erklär e in' seinem Antwortschreiben, angesichts der augenblicklichen SackÜage sich in keinerlei Unterhandlunqen simulaffen, render vor usbruckp des Ausstandes gern zu Verhandlungen mit er Ge- werkschaftskommifswn bereit gewesen wäre.

Theater med Mnfik.

* Berliner Theater.

Dem ernsten Charakter des patriotischen Gedenktages ent- spreYnd, brachte die Direktion des Berliner Theaters gestern ein Dre; (: znr ersten Auffübxung, das dazu bestimmt ist, den Segen der nationalen Einigkejtfzu pretsen. ,Alarich, Köni (; der Westgotb en“ bcjfjtelt M d'as fun aktige Drama, welches den ehemaligen preußis en Krtegs- intster J. von Verdv du Vernois zum Verfa ec dax, und _Welcbes bereits mehrfach außxrhalb Berlins scine Buhnenwithgmkeit erprobte. Der Verfasser hat fich nicht darauf hescbrankt, die Geschichte, wie fie überliefert ist, einfach zu dramattfieren, _er hat vielmehr den blonden Recken Mariä; zu einer symbolischen Frau: gestaltet, welcbe Deutschland personifizieren soll. .Ich finF'ein Lied aus ferner, fcrner Zkit - Ein mahnend Lied an deutsche migkeit' lautet das dem Stück vorangeseßte Motto; zur Einigkeit nzabnen auch die [€ ten Worte des sterbenden Mariä), der nicht tm _Kampfe käüt, ondern, von schl_eichender Krankbcit verzehrt, in semer Vlütbe dabinfiecht - gewißermaßcn auch den Tod symbolifikrend, den ein unTiniges Deutschland sterben müßte. Uebér seinem Leichnam aber verbinden sich die einander ent- fremdeten Gülbenstämme zu neuer ?!?erbrj'ktderu:1 . Janexbalb der an- edeuteten Grundlinien hat der Verfaffer in ?ließender, Von Wort- ?chwau freier Verssprackpe eine Handlung aufgebgut, d_ie einen sicheren Jnßinkt für bühnenwirksame Scenen und die Fahigkeit bekundet, die Charaktsre psychologisch auszugestalxen, die sehr an“€:1§'hm bexüer. Neben dem Helden Alaricb, der mtt der Kraft au 010We1ch e1t des Germanen verbindet, bat er als _Haupjfigur' drexxnige_ de: ehrgeizigen Sevem, der Wiktwe des'ehemalxgen oströmischen Ministels Rufinus, gestellt, welche als der Typus jener Frauen Welschlands aeLten darf, “welche, wie Scheffel treffend (aaf, ,so falsch und so schön“ ßnd und von jeher den Germanen efäbrltch waren. Mit ihrer Hilfe erobert Alxrick) Rom, durch ihre Ruß»? wird er später verratbcn. - Die; Aufführung war sorgfältig „vorbereitxt und errang einen voUen Erfolg. Die Rolle des Alarich [ag m den Handen des Herrn Pittscbau, deffen 1mpoxxtere'ndx Persönlichkext vorzüglich für den Gothsnkönig pa fe“ die Sezzera spxelte Frau Pospiscknl, deren jemperamentvoüe eitung meorfgcb bx: offenxr Scene lauten Beiwü erMckie. Von den übrigkn zahlrexchxn Milwtrkenden sind die Damen Daffow, Wulf und Vely sowie dre Herren Webr'lin, Jessen und Gtaal hervorzuheben. Der Verfaffßr, Welcher in einer" Loge der Aufführung beiwobute, dankte von ?ctnem Platze aus fur den stakken und aufrichtig gespendeten

Beifall. Schiller-Tbeater Eduqrd Jacobson's alte Posse .Éi ' Fug auf dreier Bühne, gestern Abend zum RHEINE??? [YYY- ÖMZ: Darsfxljung mit s önxm Erfolge in Scene. Der bebäbige ex mer Wx , welcher ?( m dxeser Poffe den Gejdstolz des reich

gewokdenen chlächkermeisters Pa ewalk ' (Yer- ebenso wie vor beren zxälle ZtesrexY-Yt, EFZ? »Lfaser hat es eben verstandext, den volksjbümli-Jen Ton sowohl

im Dialog wie in den eingefügten K its Ltropben so gut zu treffen, das; darüber die DZthei keitußxr HGZWFUJZ cm uschauer kaum zum Bewußtsein kommt. u diesem Erfolge

trät natur emäf; die Darstellung de v i ' durT geschicßte schauspieleriscbe Kräfte richteerlejMén ZYYZZYsk-Y