1873 in die Reichskaffc fiicßi. _ Diese ungewhhniich h_ohe ZMS- einnahme ift dadurch entstanden, daß der VetÖY-moalidenfonds fich eines großen Theils der Eisrnbahn-Prioritäien, welchr_ er zu Anfang 1874 besaß, und wofur er am ]. IKariuar halbjah- rige Zinsen bezogen, im Laufe. des Jahres eniauizert und an Stelle derselben Schuldverschreibungen deutscher Staaten.,und kommunaler Korporationen erworben hat, _welche zum_Theil_ bei anderen Zinsfälligkeitsterminen nqch 7 bis 'UUZQUÜUZÄL Zins- erträge, zum andern Theil aber bei glercher ZmöfaUrgkrtt in Folge der vertragsmäßig 14 Tage fruher, mithin pro 2. Serrrefter be- rcitZ am 18. Dezember, erfolgten Zahlung eine volle dritte halb- jährige Zinsrate geliefert haben.
_ Die am 15. Oktober d. Is. in Kraft tretenden Winter- fahrplänedcrEisenbahnenDeutschlands(rxcl.Baherns), Welche dein Reichs - Eisenbahnamte zur Prüfung vom Standpunkte des Reichs vorgelegen haben, enthalten der Mehr- zahl nach bei den Personenzügen größere Einschränkungen, als sonß der Wechsel der JahreSzeit mit sich zu bringen pflegt,
Es ist dafür geltend gemacht, daß die Zunaßme des Ver- sonenverkehrs hinter den Erwartungen zurückgeblieben und seit- her den durch die Eröffnung neuer Eisenbahniinien entstandenen Konkurrenzen nicht gebührend Rechnung getragen sei; _aiick) habe bei einem Theile der Zugverbindungen, wie durch statistische Er- hebungen festgesielli worden, der Ertrag die Selbstkofien nicht gedeckt. Es erschrine deshalb zulässig und nothwendig, den Verkehr _ wenigstens vorübergehend _ an eine geringere Zahl von Zügen zu konzentriren und dadurch die VetriebSaUk- gaben entsprechend zu vermindern.
Wenn schon nicht verkannt werden kann, daß dem Reise- verkehr, namentlich dem Lokalverkehr, hieraus hier und dort Unbeqnemiichkeiten erwachsen werden, so hat doch unter den ob- waltenden Vrrhäliniffen den an sich nicht unberechtigten Anträgen die Berücksichtigung nicht versagt werden können, in der Voraus- schung, daß die Eisenbahnverwaltungen die auSgefaUenen Züge wieder herfteUen werden, sobald die Verkehrswerhältniffe solches
erheifchen.
_ DieReichs1ags-KommissionzurVorberaihung der Entwürfe eines Gericht?:verfassungs-Geseßes, ciner Strafprozeß-Ordnung und einer (Zivilprozeß- Ordnung nebst Einführungsgeseßen erledigte in ihrer Sißung vom 17. September zunächst den Abschnitt von der Revision. Angenommen wurde ein Antrag des Abg. Dr. von Schwarze: „Betrifft die GcseßeSverleHung noch andere Ange- klagte, auf welche das Uriheil sich miterftreckt, ohne daß auch fie gegen leßteres Revision eingelegt haben. so ist zu erkennen, als ob fie gleichfalls dieses Rechtsinittel angewendet hätten“, mit der vom Abg. Dr. Bähr beantragten Einschränkung, daß diese Be- siimmung nur bei einer Verietzung des materieÜen Rechts zur Anwendung kommen folie. Die Kommission ging sodann zur Beraihung des ausgeseßten §. 299 Über: „Die Revision findet statt gegen die Urtheile der Schöffengerichie, der Strafkammern urid der Schwurgerichte.“ Dirie Beßimmung paßte nicht mehr in Foigr der Einführung der Berufung, und hatten deshalb die Abgg. Struckmann, Hauck und 1)1*.Bähr folgenden Verbesserungs- aiiirag gestellt: prinzipaiiter den §. 299 dahin abzuändern: „Die Revision findet statt gegen die von den Berufungskammern drr Landgerichte erlassenen Urthrile und gegen die Urtheile der Schwurgerichte'“, Und in dem Abschnitte iiber die Bernfung einen Paragraph des Inhalts einzuschalten: „Die Verufnng steht der Staatsanwaltschaft nur aus den in §. 300 bezeichneten Gründen (RevistonSgründen) zu“; eventuell, dcn §. 299 da- hin abzuändern: „Die R-vißon findet statt gegen die Urtheile
1 5 * | -“7 ' ' ' Y.;?«iMFÉFMWx-ixä “&?" 8123686161631"11xe6 FLF Urtheile der Schdffengerichte und Strafkamrmrn der Landgerichte. Erhebt gegen das1clbe Urtheil ciner Strafkammer oder eines Schöffen- 9611cht§ der Angeklagte die Berufung und die StaatSanwalischast d:e_Remfion, so ist auf die [sytere im Anschluß an die Be- rmung des Angeklagten vor dem Berufungsgerichte in den For- mcn derBeruiung zu verhandeln und zu cntscheiden.“ Bei der Abstimmung ihurde der eventiieile Antrag unverändert cm- gcnomrpen. Schließlich erledigte die Kommission noch das von sr Wiederaufnahxe des Verfahrens handelnde vierte Buck) ( JZ. 320_334) m wesentlirhcr Ucbrreinstimmnng mit den Be- sikxmmungen des Entwurfs mixer Annahme einiger minder erheb- 116)an VerbcfferungSanträge der Abgg. Becker, 1). Schwarze und ]) Wolffsoii. _ Jn_der Sißung vom 18. September gelangte derommisnrn zum iunfien Birch: „Bethriligung des Verleiztcn bei dem Verfahren.“_.8n demselben hatten die Abgg. 1)r. Gncist und 131". Wolffson Umfanende Abändcrmigsanträge eingebracht. Die dss Erstercii beruhten auf dem Grundgedanken, daß, wenn ein Y_nirag ails Verfolgung einer strafbaren Handlung von der Sjtaatsanwalischaft abgelehnt oder nach dem Abschluss der Er: piiiteluiigen die Einsteilung des Verfahrens beschlossen hat, jeder mr Beiißkder Ehrciirechie brfindliche, prozeßfähigr ?lntragsiriler bringt sem 7911, eme Privatankiage auf eigene Vcraiiiwortung z::sterhebrn; die drsnLtheren schloffen sich (in den von der Kom- miifion bereits fruher ziim §. 1:16 gefaßten Brsckzliiß an, daß dem Berichten (im weitrren Sinne) bri drr Ab- irhnung der Verfolgung einer Anzeige eine Beschwerde gegen die Staatsanwaltschafi beim Gerichte zustehen soils, er:hei[en dem Gerichte, wrnn es die Beschwerde fiir begrimdet erachtet, die Bcfugmß, ]e nach Lage "der Sache die Voruntersuchung oder das „Hauptverfahren zu croffncn, und gestatten dem Gerichte, den uximntelbaren Vorgeseyten dcs StaatSanivaits, welcher die Er- hebung der Anklage verweigert hat, um Beanitragung eines anderen SiaatSanmalts mit der Erhebung der Klage zu er- suchen oder auch selbst einen Rechtsanwalt mit der Vertretung drr StaatSanwaltschaft zu beauftragen. Das System des Abg. 1); Gneist wurde indeß gegen 7 Stimmen abgelehnt, dagegen m:: erhcbiichcr Stimmenmehrheit beschlossen, das System des Libg.1)r. Wolffson der weiteren Verathung zu Grunde zu legen.
_ Se. Majestät der Kaiscr und König haben im- 1233121. August d. I. ein Organisations-Statut fiir die Militar-Eisenbahn (Berlin-Schießplas) genehmigt. Die Leßtere wrrd der Königlichen Direktion der Militär-Eisenbahn unter- sielli. weiche in Berlin ihrenSiY hat und einerseits unter dem König- lichen Kriegs-Ministerium vom Chef des Generalstabes der Armee, andererseits v_on den zuständigen Eisenbahn-Auffickztsbehörden reffortirr. Direktor der Militär-Eisenbahn ist der Commandeur des Enenbahn-Bataillons. Mitglieder der Direktion find: ] Hekuptmann und 2 Lieutenants des Eisenbahn-Bataillons (Vetnebs-Chef, Bureau=Vorßand und Mafchinenmeißer).
_ Jus Anlaß d_er'm_ehrfach an die Redaktion des Deut- srhen Reichs- UUd Koniglick) Preußischen Staats-An eigers ge- richteten Gesrrche um Ueberweisung einer größeren nzahl von Vakanzenlißen hat der Kriegs-Minißer die Truppentheile auf
den Erlaß vom 16. Juli d. I. aufmerksam gemacht, wonach jeder Mehrbedarf der Armee-Abtheilung Z. anzumelden iß.
_ Dem Chef der Landes-Aufnahme isi für seinen Dienstbereich die Diszipkinar-Sirafgewalt und die Befugnis; zur Urlaubs-Ertheilung in- dem für einen Brigade-Commandeur sesl- geseßten Umfange beigelegt worden.
_ Zum 1. April 1876 wird 1) das 4. Rheinische Infan- terie-Regiment Nr. 30 von Diedenhofcn und Trier nach Saar- louis, 2) das 2. Bataillon des 7. Rheinischen Infanterie-Regi- ments Nr. 69 von Trier nach Diedenhofen, 3) das 8. Rheinische Infanterie=chiment Nr. 70 von Saarlouis mit dem Stabe, dem 1. und Jüsilier-Bataiaon nach Trier, mit dem 2.Batail10n nach Diedenhofen verlegt werden.
_ Die Rückkehr der Berliner Garnison aus dem Manöverterrain findet im Laufe dieser Woche statt, und zwar geschieht der Rücktranßport sämmtlicher Fußtruppen des Garde- Corps per Eisenbahn in ihre Garnisonen am 22. d. MW.; die KavaUerie, Artillerie und Train-Detachements, welche an diesem Tage Ruhetag haben, marschiren in der Zeit vom 22. bis 25. September in ihre resp. Garnisonen; in den ersten Tagen nach der Rückkehr der Truppen findet die Entlassung der Re- serven fiatt.
_ Am heutigen Tage hat die Verlegung der Bureaus der General-Insprktion des Jngenieur-Eorps und der Feßungen aus den bisher inna gehabien Räumen am Tempel- hofer Ufer Nr. 30 nach dem neu erbauten Ingenieur-Dienft- gebäude in der Kurfürßrn-Straße Nr. 62,569 stattgefunden.
„ Der großbritannische Botschafter Lord Odo 'Ru's's"e,r ist von einem,?„längeren Urlaub anf seinem hiesigen Posten Wieder eingetroffen.
_ Die Bundeßraths-Bevollmächtigten: Königlich bayerischer Ministerial-Rath oon Riedel, Großherzoglich badischer Ministerial-Rath Eisenlohr und Senator der freien und Hansestadt Hamburg])r. Schroeder sind hier angekommen.
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77"; _ Der GeneralZder Kavallerie und General-Inxpecteur des Militär-Erziehungs- und Bildungswesens Freiherr von Rhein- baben ist in Begleitung des Adjutanten der genannten Inspektion, Premier-Lieuirnant von Frobsl, vom 4. Garde-Grenadier-Regi- ment Königin, von der unternommenen InspizirungSreise;„in den westlichen Provinzen hierher? zurückgekehrt. ck
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..“-LW“ -W ;W !*.-“x _ Ter General-Lieutenant undÄInspecteur dsr4Gewehr- Fabriken Wolff- von Linger ift in Begleitung des Adjutan- ten diefer Inspektion, Hauptmanns Zi 13 Zuito des 5. Rheini- schen Infanterie-Regiments ,Nr. 65, Habrcchk, in dienstlichen An- gelegenheiten nach Danzig abgereist.
L*“? Kiel, 17. September. (Kieler Ztg.)""z Die Korvette „Vineta“ ist gestern von der Düsternbrooker nach der Ellerbecker Werft geschleppt und in das Schwimmdock gelegt worden, um gckupfert zu werden.
Düsseldorf, 15, September. Der Nzheinische Pro- vinzial-Eandtag hat in seiner heutigen Sißung das Regu- lativ, betreffend die Vereinigung der in der Rheinprovinz be- stehenden Bezirksftraßenfonds und der Fonds zur Unterhaltung der Staatsstraßen zu Einem Provinzialftraßenfsnds, berathen und zum Beschluß crhoben.§ -“.»
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Bayern. München,20. September. (WTB) Prinz Adalbert von Bahern war seit Donnerstag an Nierenkolik und Unterleibsentziindung nicht unbedenkiick; erkrankt; nai)
dem eute ausaeaebM-sn BuUetin i d „u und bprnbia-"dsr, »„ „sli..oazioungserscheomungen haberiL naFgYaFen, auch hat der Patient die Nacht theilweise unter Schlaf zugebracht.
. Sachsen. Dresden, 18. September. Der König, Prinz Georg und Prinz August von Portugal sind 13th Abend nach 310 Uhr von den Manövern aus Schießen zurückgekehrt.
Leipzig, 18. September. (Tel. d. Dresdn. Journ.) AU“?- Karlsbad ist heute die Meldung hierher gelangt, daß der Kreishauptmhnn v. Burgsdorff daselbst plößlich verstorben ift. Derselbe hat gestern auf dem Spaziergange einen Faik ge- than und dabei einen innern Bruck) davongetragen, welcher eine Darmverschlingung veranlaßte. Eine Operation gestern Abend wgrd _giucklich überstanden, und die gestern Abend spät und heute friihzzeitigt'hier angelangten Nachrichten lauteten verhältnis;- ma lg gu „;;?
Württemberg. Stuttgart, 17. September. Das heute aiisgegebene RegierungsblattNr.31 veröffentlicht das Gcseß uber d'e Bewirthschaftung und Beaufsichtigimg der Wal- dringen der Gemeinden, Stiftungen und sonßigen öffentiichen Korperxsch'asten vom 16. Nuguft 1875; und enthält außerdem eme inngliche Verordnung, betreffend den von Zöglingen der evangelisch-theologisthen Seminarien im Fakir ihrer Entlassung aus dem Seminarverband zu leistenden Kostenersaß vom 10. September 1875: sowie eine Verfügung des Ministeriums des Kirchen: und Schulwesens, betreffend den von Zöglingen der kcztholischen Konvikte im Falle ihrer Entlassung aus dem KonvtktSoerbande zu leistenden Kostenersaß vom 13. Sep- tember 1875.
Friedrichshafen, 15. September. Ueber denkAusfiug, den Ihre Majestäien der König und die Königin an dem Geburterst Ihrer Majestät mit den Hohen Gäßen des Hofes nach Constanz machten, schreibt man der „Allg. Ztg.“: „Bei der Ankunft um 3 Uhr Nachmittags von dem Kammerherrn Grafen Zeppelin und seiner Gemahlin empfangen, begaben fich die Hohen Herrschaften in das Insel- hotel, dessen innere Räume und Einrichkung sowohl als seine voix stattlichen Bäumen beschatteien Anlagen fie einer eingehenden Beiichtigung unterzogen. Nachdem die Hohen Herrschaften auf einern die ichönfie Ansficht über den See und das Hochgebirg g_ei_vahrenden Balkon eine Erfrischung eingenommen hatten, ver- ließen fie die Insel, um, bei der Abfahrt aus dem Hafen von den Kanonen der anwesenden Dampfer salutirt, nachZFriedrichs- hafen zurückzukehren.“ !,! “BWM
_ _ 17. September. Ihre Königlichen Hoheiten die Furßtn von Hohenzollern, der Graf und die Gräfin vori Flandern, sowie der Erbprinz und die Erb- prrnzessin von Hohenzollern haben geßern'den Besuch ermidert, welcher von Ihren Majestäten und der Herzogin Wera von Wurttemberg vor einigen Tagen auf der,Weinburg bei Rorsckzach abgestatiet worden ist.
1571", Canftatt, 17. Septe'mber. Soeben Abends halb 8 Uhr
ist das Reiterßandbild des Königs Wilhelm, mit Kränzen
Leerrziefrfkt, auf einem vierspännigen Wagen unverjehrtßhier ein- 0 en.
".. .d.- "„
Baden. KarlSruhe, 18. September. Se. Königliche Hoheit der Großherzog ift Dienßag, den 14. d., Abends, auf Schloß Mainau wieder eingetroffen.“
Mittwoch, den 15. d., Morgens, begaben steh hre König- lichen Hoheiten der Großherzog und die Gro herzogin nach Konftanz und wohnten dort dem Feft-Gottesdienft in der evangelischen Kirche an, welcher zur Feier der Jahresversamm- lung des Gußav-Adolf-Vereins ßattfand. Den darauf folgenden Verhandlungen wohnten Ihre Königlichen Hoheiten ebenfalls an und kehrten erst nach deren Beendigung nach Mainau zurück.
Der Großherzog hatte das Dampfschiff „Kaiser Wilhelm“ dem Gustav-Adolf-Verein zu einem Ausflugs nach Mainau zur Verfügung gesteÜt, und so traf denn die za [reiche Versamm- lung Nachmittags auf der Insel ein und war e von Ihren Kö- niglichen Hoheiten freundlichst empfangen und durch E ischun- gen bewirthet. Nach längerem Aufenthalt kehrte die ersamm- lung nach Konstanz zurück. Der Ausflug war vom schönsten Weiter begünstigt.
Hessen. Darmstadt, 17. September. Der Groß- herzog wohnte geßern und heute den Manövern der Groß- herzoglichen Division bei.
BraunsehWeig. Braunschweig, 17. September. (Vr. T.) 'Von drm Commandeur der 20. Division des )(. Armee- Corps, General-Lieutenam von Voigts-Rheß, ist dem Her- zoglichen Staats-Minißerium nachfolgende Zuschrift zugegangen:
.S.-Q. Sambleken, den 10, September 1875.
Die Truppen der mir unterstellten Division find bei dem so eben beendeten Manöver in den Gemeinden des Herzogthums in einer Weise aufgenommen worden, die uns_AÜx zum 1ebbaftesien_Dan1e verpflichtet. Die freigebigste Gastfrexindsthast, derrn fich Offizierr wie Mannschaften erfreuten, gab ein '1chönes Zeugnis; von dem Sinne, in dem die BraunschWeiger den Retchthum ihres_ gefegneien chndes zu gebrauchen wissen; höheren Werth aber hatte fur uns noch die Herz- lichkeit, die aller Orts in der Aufnahme der Truppexi, trotz sehrstarker Belegung, fick) kund thai. Die Herzoglichen B6b1)_k§et_l haben durch freundliches Entgegenkommen und unausgcfeßieu Elskr in erster Stelle sich um dies erfreuliche Resultat verdient_gemacht., Dem Herzogiirheu Staats-Ministerium würdx ick) sehr verpsiichtct [em, Wenn ck 1116111th und der Truppm herzlichsten Dark zur Kenntnis; aiicr Betheiiigten
bringen woiiie. _ vou VorgiS-Rheß- _ Generak-Lieuienant uud Commandeur der 20. Division.“
Elsaß-Lothringen. Meß, 17. September. (Straßb. Ztg.) In der vorgeftrigen Sißung des Bezirkstages von Lothringen wurde u. A. der Bericht des Bezirköpräfidenien v_on Lothringen über das Resultat der ersten Serie der Bezirkéanleihe und über den Modns für die Realisirung der zweiten erie dieser Anleihererlesen. Die Versammlung nahm die Antrag; des Bezirkspräsidenten, welche dahin gehen, ein Bankhaus unt der Emission der Anleihe zu betrauen, an und ernannte die Herren Antoni, Ditsch, Thomas, Gandar und Grumbach zu Mitgliedern der für die Anleihr einzusehenden Spezial-Kommispon.
Oesterreich-Ungaru. Wien, 19. September. (Wien. 3.) Laut Nachricht aus Sassetot von vorgestern, den 17. „September, 5-1 Uhr Abends, zeigte fich im Laufe des Tages bei der Kai- serin mehr Eingenommenheit des „Kopfes und Wärme, als vor- dem; dagegen erschien der Puls weniger verlangsamt, als vor einigen Tagen. Durch die mehrstündige rUhige Lage im Garten trat wieder das Gefühl von Erleichterung so wie eine regere Theilnahme ein. Die Verschlimmerung war nicht wesentlich, doch zeigte die Wiederkehr der Kopferscheinungcn und der noch ver- ["nosnmi- Puka, daß noch immer Grund zur Besorgnis; ein- treten könnte. Hocherfreulich find dagegen die Nachrichien von gestern, den 18., Morgens 11 Uhr: Die vorgeßcrn Nachmittags eingetretene Besserung fieigerte fich Abends zum Gefühle einer wesentlichen Erleichterung. Die Nacht brachte Ihre Majestät in ruhigem Schlafe zu. Nack) dem Erwachen war das subjektive Befinden gut, der Kopf mäßig warm, jedoch frei, der Puls weniger gedrückt. Die vorgestern eingetretene Steigerung der Kopferschcinungm schien vorüber zu sein. Ihre Majestät sollte gesiern abermals mehrere Stunden im Garten zubringcii.
_ (W. T. B.) Die „Politische Korrespondenz“ bezeichnek die Nachricht, daß die Mission der Konsularkommisfion in der Herzegowina gescheitert sei, als mindeßens verfrüht, da die Verhandlungen mit den Führern der Jiisurgenien erst heute oder morgen in Trebinje stattfinden würden. _ Derselben Korrespon- denz wird aus Belgrad gemeldet, daß der Sieg der Regierungs- partei im Ausschuß der Skuptschina zur Berathung der Adresse schr zweifelhaft rrsch)iene. Die Anzeichen einer bevorstehcnden Minißerkrifis seien im Zunehmen begriffen.
Pest, 18. September. Die ungarische Delegation hält am 21. d. M. in Wien ihre erste SiHung und wird am 22. d. M. von Sr. _Majestät empfangen. _ Im Abgeord- netenhause wurde die Adreßdebatie fortgeseßt, und befür- worieie Daniel Iranhi die Annahme des Adreßentwurfes der UnabhängigkeitSpariei. Nach geschloffener Diskussion nahm das Haus den Adreßentwuri nach der Fassung des Ausschusses mit großer Majoriiät unverändert an. Gegen denselben stimmte nur die äußerfte Linke.
_ 19. September. (W. T. B.) Der Jinanz-Minifter hat dem Abgeordnetenhause den Voranschlag für die Staats- einnahmen und :AUSgaben pro 1876 vorgelegt und in einer mehrßündigen Rede ein Exposé: über die finanzielle Lage des Staates gegeben, wobei er heworhob, daß der vorliegende Budget- entwurf eine fichere Bafis für die künftige Regelung des Staats- haushalies bilde. Das gegenwärtige Budget tveise ungeachtet der mehrfachen im Budget pro 1876 beschlossenen Abßrcichun- gen noch weitere Eriparniffe im Gesammibetrage von 8,617,000 Fl. auf ; die Einnahmen seien nur auf völlig fichere Ziffern bafirt, so daß fich die Bilanz um volle 10 Millionen gebessert habe, und das unbedeckte Defi- zit auf etwas über 11 MiUionen reduzirt erscheine. Hierzu kä- men aber noch 21 Millionen für Beschaffung von Kanonen, eine AuSgabe, deren Nothwendigkcit die Regierung Jedermann gegen- über vertheidigen werde, und 2 Millionen für einen später zu erwäh- nenden Zweck. Das Defizit müsse beseitigt werden; denn die Eisen- bahnfrage, die Frage der Staatsfthulden, sowie die Frage der Regelung der Valuta könnten nur bei einem geordneten Staats- haushalte günstig gelöst werden. Deshalb seien Opfer erforder- lich, und die Regierung beantrage deshalb unter Eliminirung der drückenden 4pro entigen Erwerbfteuer die Einführung einer Ziprozentigm aÖgemeinen Einkommensteuer, ivelche bis dahin, wo die Reform des Steuerwesens durchgeführt sei, die Herstel- lung des Gleichgewichts ermöglichen solle. In Folge dieser Ein- kommenfteuer würde das Defizit von 1876 einschließlich aller er:-
öhten Erxorderniffe im Ganzen 8.590,000 Gulden betragen. odann eabfichtige die Regierung in der Art der Steuer- erhebung gründliche Aenderungen vorzunehmen und zur Ver-
waltung der direkten Steuern Steuer-Jnspektoraie zu errichten. Hierzu seien die vorerwähnten 2 Miliionen Fl. erforderlich. Ferner gedenke die Regierung die unbeibringlichen Steuer- xückstände abzuschreiben, um die übrigen mit um so. größerer Strmge beizutreiben. Das Defizit von 8 Millionen
7 sei aus den vorhandenen Anleihegeldern, welche noch bis zum
Jahre 1877 auSreichen wiirden, zu bedecken. Um dem in der ersten Hälfte jedes Jahres ßetig vorkommenden Kaffadefizite ab- zuhelfen, müsse ein besonderer Kaffafonds gegründet werden. Hicsz- sowie um alle ungarischen Anleihen einschließlich der letzten Anleihe von 153 ML. Fl. unifizirt zu konvertiren, er- achte die Regierung em Ansehen von etwa 300 Miil. Fl. er- forderlich. Dieses Ansehen miiffe ein rein ungarisches Renten- anTehen sein. Da die Regierung fich jth völlig frei bewegen könne, werde sie zur Aufnahme dieser Anleihe die gelegenfie Zeit abwarten. Ein Rentenanlehen könne man auf dem euro- päischen Geldmarkte nur dann einführen, wenn der ungarische Staat bewieien haben werde, daß er seinen Staatshaushalt aus eigener Kraft regeln könne. _ Das Exposé des Ministers wurde mit anhaliendem aUgemeinem Beifail aufgenommen. _ Der Reichstag ist durch ein Königliches Reskript bis zum 4. Oktober vertagt.
Großbritannien und Irland. London, 18. Sep- tember. Der Herzog von Cambridge ist am 16. d. M. vom Kontinent nach London zurückgekehrt. _ Die „Times of India“ will aus guter Quelle wissen, daß der junge Nizgm von Hyderabad die Einladung des Vizekönigs von Indren, dem Prinzen von Wales während seiner Anwesenheit in Indien seine Aufwartung zu machen, angenommen habe. Die Begeg- ming soll in Bombay ftatifinden.
Frankreiä). Paris, 18.September. Der Marschall- Präsideni Mac Mahon wird nach Beendigung der Ma- növer die Departements besuchen, welche in der letzten Woche von Ueberichwemmungen heimgesucht worden find. Der Schaden
' in diesenDepartemcnts (Hérault, Gard, Lozére, Ailier) wird auf
33 Millionen geschäßt. 400 Häuser gingen zu Grunde; die Zahl der Todien wird auf 100 angegeben. _ Nach writsren Mitxheilungm der „K. 3.“ wird der MarschaU-Präjident auf seiner Reise Orleans 'nicht berühren, aber nach einem kurzen Arrfenihait in Paris nach Bernar) zu den Manövern des 7. Corps abreisen. Am 25. wird derselbe eine große Revue zu_Vernon adhalien, am 26. in Rouen sein, am 27. nach Paris zuruckkehren und dort bis zum Wiedereintritt dcr Naiionalversammiung bietben. - Ter Kriegs-Minifier wird beim Beginne der i_iacixsien Session der Kammer cinen Gesehentwurßüber _die Lib- änderungen vorlegen, welche in dem Geseß uber .die Befor- derung in der Armee angebracht werden [ckck. Die von. dem MarithaU geleitete Kommission, welche rnit der Ausarbeitung desselben betraut war, hat ein für Frankreich ganz neues Sysiem in Vorschlag gebracht. Bisher stieg eme Hälfte der Offiziere nach dem Dienstalier, die andere wurde nach AuZwahl ernannt. Da diese Art der Beförderung aber zu vielen Mißbrquchen Lin- laß gab, so macht die Kommission den Vorschlag, di? Offiziere nach dern Dienßaiier zu befördern, dabei aber diexemgen zu Übergehen, welche man für nicht fähig hält, 13. h. ein dem deut- schen ähnliches System einzurührm. _ .
_ Der Herzog von Aumale hat fich nach Wienbegeben, um der Hochzeit der Prinzessin Amalie von Cqurg (deren Mutter, die Prinzesfin Clementine von Orleans, eme Schivefter drs Herzogs ist) mit dem Prinzen Max von Bayern anzuwohnen. _ Gestern wurde die internationale geographrsrhe Ausßel- [UUJ mit einem Konzert im Aussteiiimgspalais und einem Banker im Grand Hotel zum Abschluß grbracht. _Ter Ertrag des Konzerts war für die Ueberschmemmten im S_uden Frank- rsichs bestimmt. Dem Banket wohnten die franzofischen und fremden Kommissare an; den Vorfiß führten Hr.'Rkll]-6,_ der erste französische Kommissar, und Hr. Deleffe, der Vizc-Praiideiit der geographischen Aussteilung. Diese beidrti Herren so wre Morin und mehrere andere Kommissare hielten ?_Rcden. Deuisch- land war bei dem Banker von dem zivciten deutichen Kortimxffar Hrn. Siuht (die übrigen Kommissare find _von Paris ab- wcsend) vertreten, welcher auch für die Rückxendung der von Trutsrhland her angcsteUien Gegensiände Sorge, zu tragen hat. _ Die Königin Isabella, welche ursprünglich "bis ziim Oktober im' Srebade TrouviUe zu bleiben gedachte, nt am 18. d. M. Uakh Paris zurückgekehrt. .
_ W. T. B.) Die Erzbischöfe von Rouen, Paris,
Bourges, Sens und Rheims und 18 fraiizöfisclxe Bischöfe hohen gemeinsam einenHirienbrief exlaffeii, m weichem fie die Grun; dung der freien Universität Paris anzeigen und um Bri-
hülfe durch Siibskription bitten. _ Der Prozeß des Comité: (6111le in Marseille wird am 28. d. beginnen. .
_ 20. September. (W. T. B.) Eine _ geßern m Troyes stattgehabte, gegen 30 Theilnehmer zahlende Ver- sammlung von Vertretern der republikaiiischen Presse __hat eine Petition an die Regierung zu richten besch101|ei_1, worin die Anihebung des BelagerungSzufiqndes mid die Vorlegung eines neuen Preßgeseßes beantragt'Wird. _ Der 911:- nister des Innern, Buffet, hat einem Festdmer des lgndwxrth- schaftlichen Vereins in Dompierre beigewohnt und in seiner Erwiderung auf einen zu Ehren Mac Mahons auSgebrachien Toast zunächst den Marschall=Präfidenien und dessen Hingebung und Energie gefeiert, sodann aber unter Bezug anf die bei seinem Eintritt in das Ministerium obtrzaltrnden Umstände hervorgehoben, daß die Intention des Ministeriums hauptsächlich dahin gehe, den Gesehen den Gehorsqm zu sichern und alle konservativen Kräfte gegen das Umfichgreifen revolutio- närer und verfaffungSwidriger Tendenzen zu sgmmeln' und zu vereinigen. Das Ministerium sei unter fich fortwahrend irn besteii Einvernehmen gewesen, es seien niemals Meinungsyerfthiedenhei- ien vorgekommen. Der Minister schloß mit der bei einer fruhe- ren Gelegenheit schon aUSgesprochenerr Aufforderung, daß Ane, die die Ordnung und Ruhe liebten, eme feste Scheidewand 'auf- 'Thten müßten gegen die subversiven und verderblichen ßLeiden-
asien.
Moulins, 19. September. (253. T B.)_ Der Marschall- Präiident ist heute früh 3 Uhr hier eingetrofferi. _ Bei dem Vormittag stattgehabien Empfange der Vehorden richteten der Präfident des Generalraths und der Maire von Moulins Anspra en in republikanischem Singe an denselben, in welchen fie gleichzeitig ihren Sympathien iur Mac Mahon Ausdruck gaben. Leßterer "erwiderte hierauf, indem er zunachst für die seiner Person bezeugte Sympathie dankte und alsdazm hinzufügte: „Was mich betrifft, so kenne ich nur eme einzige Politik und das ist die der Liebe zum Vaterlande.“ „_ Der Marschail wird die landwirihsckzaftliche Versammxung m Sou- vigm) besuchen und morgen den Manövern m Varennes beiwohnen. '
Spanien. Madrid, 19. September. (W. T. B.) Nach hier eingegangenen offiziellen Berichten hat die Brigade Casola am 17. d. 3500 Carliften unter dem Befehle Gamundi's geschlagen; die leßteren veloren viele Todte und Verwundete. Die Stadt Tremp wurde während der Nacht durch Ueberrumpelung genommen. Der: Carlistrn gelang es, in die Berge zu entkommen.
Italien. Rom, 15. September. Durch fchiedSrichierlickzen Ausspruch des hiesigen amerikanischen Gesandten, Hrn. March, ist am 23. September v. I. ein Grenzstreit zwischen Italien und der Eidgenoffenschafr über die Alp von Cravaisota bei Baile di Campo im Kanton Tesfin erledigt worden. Am 7. und 8. September 13. 3. wurden nun in Gegenwart des eidgenössischen Obersten Siegfried und des italienischen Generalftabs-Majors Terzaghi, als Vertreter der beiden Staaten, die Grenzsteine ge- seßt und dadurch Italien ein Zuwachs von 1735 Hektaren Wald- und Wiesenland gefirhert. _ Die Manöver, welche dieser Tage unter dem Kommando des Generals Peitinengo bci Capua aUSgeführt wurden, sind glänzend ausgefallen. Prinz Hiimbert belobte die Mannschaften nicht weniger als die Offiziere. wclche fie eingeübt haben. Heute Morgen hielt der Kronprinz zum Schluß der Manöver in Begleitung des Krieges:?)iinisters Ri- coiii und des Generals Cosenz noch eine ?Trnppenschau ab, kehrie dann heute Nachmittag nach Neapel zurück und schiffic fich dort nach Genua ein.
_ 19. September. (W. T. B.) Das nächste Kon- sistorium soll, wie nunmehr definitiv feststeht, am 23. d. M. ab- gehalten werden. In demselben soÜen zunächst die in dem Kon- fiftorium vom 17. cr. ernannten Kardinäle unter den herkömm- lichen (Zeremonien eingeführt werden. Außerdem wird der Papst noch ungefähr 12 weitere Bischöfe ernennen.
Rumänien. Bukarest, 17. September. Fürst Karl kehrte heute wieder nach Sch1oß Sinai zurück.
Türkei. Konstantinope1,20. Septembcr. (W.T.B.) Riza Pascha ist zum Marinc-Minifter, Essad Pascha, bisher Minister für öffentliche Arbeiten, zum Gouverneur von Smyrna ernannt worden. Den Posten drs Ministers für öffcntliche Arbeiten hat Kadri Beh erhalten.
_ Ueber die Bewegung in der Herzegowina und den anstoßenden Landschaften liegen folgende Telegramme vor:
London, 18. September. (W. T. B) Wie den „Times“ cms Eaiiaro vom heutigen Tage gemeldet wird, hätten in der östlichen Herzegowina in der Nähe von Maisoc nenerdinch Gefechte ftattgefundrn, welche einen für die türkischen Truppen ungünstigen Auggang genommen hätten.
Konstantinopel, 18. September. (W. T. B.) Nach hier aus der Herzegowina eingegangenen Nachrichten haben fich die drei Konsuln von Rußland, England und Frank- reich naoh Gaschko bxgeben, und «edenken dicseibsn am Mon- tag in Stolah einzutreffen. Die Insurgenten in dem Distrikte von Nevefinje haben drn Vorstellungen der drei Kon- fuln gegenüber eine vcrsöhnliche Haltung angenommen, ihre weiteren Enischiüffe jedoch von dem Vcrhaiien der Insar: genten in den Bergen von Gaschko abhängig gemacht., _ Dic Konsuln Oesterreichs, Deutschlands und Italien?- find in Trebinje eingetroffen und werden demnächst nach Stolaiz abreisen. _ Nach einem dem Kriegs-Minifterinm zugegangenen Telegramm des Vaii von BoSnien aus Moßar vom 13."d. find die Insurgenten am 8. d. bei Viiegrad vori den iur- kischen Trnppen angegriffen und in die Flucht geichlagen worden.
Wien, 19. September. (W. T. B.) Dem ,Tcileaphcn- Korrespondenz-Burcau“ wird aus Knin_(Dalmaticn) vom heuti- gen Tage gemeldet, daß nach dort eingegangeheii „Nachrichtrn cms südslavischcr Queile die Insurgenten “bc“: TiZTOVÜC, in der Nähe von Grahowo an der montenegrtntschen Grenzr, ein türkisches Blockhaus angezündet haben, und die Briaxzung desselben LUTÜUHSU ist. Von Seiten der Insurgenten werdeii außerdem Nachrichten über eine weitere Ausbreitung drs Aux- ftandcs im wrstlichcn BOSUirn verbreitet. ' _
Ragnsa, 19. Scptember. (W. T. B.) Hier eingrgan- gene Nachrichten aus iüdilaviichsr Quelle meiden zwei writers Scharmiihel zwischen Türken und Iniurgcntrn, in denen die leizirren zum Rückziige gezwungen wnrden, Dirselben standen unter dem Oberbefehi von Pcko und zogen nch arif Sciumma (?) zurück. Das zweite Gefechi fand bei Glaski ('?) statt und sollen dort 1400 Türken gegen „800 Jnsurgentrn ge- standen haben. Die Insurgentcn geben ihrrn Verlust auf 50, den der Türken auf 200 Mann an. . .
B e 1 gr ad ,20. September. (W. T. B.) HießgeJonrnale bringen die Nachricht, daß die Pforte an die serb_ijche_Rrgicr11ng die Anfrage geriihiet habe, ob „fie gewrlit 1er, 'die Neuirali- tät aufrcrht zu erhalten. Die ?iniwort'der serbtsche1191ckgrerurig darauf sei noch nicht erfolgt. _ 'Die Debatte uber die Adresse an den Fürsten hat heute im Plenum der Skuptschma bei geschlossenen Thüren brgonnen. . .
Kragujevacz, 17. September. Dcr Munster “des Innern legte der Skiiptichina Geseyeimvürfe iiber Erweiteriing der Prcßfreiheit und Abänderung des Gememdr-Auionomiegcseßes vor, welche dem VcrfaffungßauNckzuffe zUchiesen murder!. "
Smyrna, 10. September. (Augöb. A. Ztg.) Die Ulr- kischen Truppenansammlungcn __dauern fr,)rt; Das dieffeitige Visajet, aUcrding-Z eines der großten, hat bis ]rßt zum Heerbann gegen 12,000 Reseroemannschaften gesrellt, die ohne Verzug nach den nordwestlichen Provinzen befordcrt wurden. Es ist offenbar, daß es fich nicht bios um die Niederwerfung des, Aufstandes in der Herzegowina" handelt, sondert) mcm beqb- fichtigt zugleich möglichen Ausbruchen der gedruckten qua- bevölkerung an den bedrohten Punktezi des Balkan-Gebieis durch Aufstellung starker BeobachtungH-(xorps vorzubeugen.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 18. September. Aus Konotop wird dem „Reg.:Anz.“ vom 15. September Zele- graphiri: Der Kais er hielt heute um 10 Uhr Morgens uber die im Lager bei Baturin zusammengezogenen Trqueiz 2111? Revue ab. Um 2 Uhr Nachmittags trat Se. Maxstai die Weiterrcis e nach Kiew an, wo Alierhöchitderselbe nach einem iveiterxn Telegramm Abends 10 Uhr eingetroffen ist. _ Dre Wirren m Kokand haben, neueren vom General-Gouverneur von Turkeftaii telegraphisch eingetroLenen Meldungen zufolge, ncith der'Affaire bet Machram eine friedli e Wendung genommen. Beim weiteren Vor- rücken des rusßschcn Detachements krim der neue Chan von Kokand, Chan-Sade, dem General-Adjutanten pon Kaufmann entgegen mit der Erklärung, daß er iich dem Kaiser unterwerfe und ergebe, und persönlich an dem Eindringen der Kokayder_tn die russischen Beftßungen keine Schuld tragx. Auch die Ein- wohner von Kotand erklärten ihre Unterwurfigkeit, und bald
darau er aben fi Sultan Murat-bek und die Einwohner von , Margefilan? Bei cchikand angelangt, bezog das Deiachemenj vor
[ der Stadt ein Lager, wo es auch 1115- jeßt unangefochten ßeht. Der
Gesundheitszußand der Truppen ist gui.- Am 19. September er- hielt der Oberbefehlshaber unserer Truppxn von Abdurrahman- Amiobatschi einen Brief mit der Eröffnung, anläßlich des von den Russen über die Museimänn r errungenen Sieges bitte er im Verein mit den Vertretern a11er Stämme der nomadifiréndm Brvblkerung des Chanats, ihnen dieselbe Ruhe zu gewähren, wre fie die Einwohner der Stadt Kokand und des ganzen Terriioriums genießen, durch welcher; die Russen von Machram an marschirt find. Das Schreiben trug 70 Siegel.
Odessa, 19. Sepiembrr. (W. T. B.) KaiserAlexan- der, der gestern früh hier eingetroffen war und nach einem Besuch der Kathedrale eine Truppenrevue abgehalten hatte, ist gestrisrtn Nachmittag auf der Yacht „Livadia“ nach Jalta weiter- gerei .
SchWedeu und NorWegen. Stockholm, 17. Sep- iember. Der Fürst von Waldeck wird nächsten Donnerstag nebß Familie die Rückreise nach Deutschland antreten. _ Dcr Commandeur C. V. Virgin ist zum Coutreadmirai imd gieirkhzeitig zum Chef des Militärpersonals der 810126 ernannt wor en.
Australien. Das neue Minißerium von Victoria hat der legislativen Versammlung sein Budgct Unierbrcitet. Es zeigi ein Defizit im Betrage von 265,000 Pfd. Sierl. Zur Deckung desselben sollen neue Steuern, darnnter weiche cmi Ländereien, Banknoten imd Testaments, eingeführt werden, die einem un- gefähren Vorarischlage zufolge 185,000 Pfd.Sier1. realifiren diirften. Die an dem Zoiltarif vorgenommcnrn Veränderungen find geringfügiger Natur. Die Regierung schlägt vor, eine An- leihe v0113,000,000 Pfd. Sterk. für öffentliche Bariton inkl. Schulgebäude und Eisenbahnen aufzunehmen.
Die Nr. 18 des Armee-Verordnungs-Blaiies (hkraus- gegrben vom Kriegs-Ministerium) hat folgenden Inhalt: Diszi- pimar-Ztrafgrwait des 61;:fs Dér LanreI*Lirifiiaiytiie, irwre dsffrn Be- fugnis; zur Uriaursertheilimxz. Diölrkatirn von Ixiiantrrir-Trurren- theilcn res_1*'111, Armrr-Corps. Organiiaiirrs-Smryt für die Mi- litär-Ciienbahn Beriin-Säoicßplaß, Befördernrg von Srhirrmristern der Train-Depots zu Vizs-Wachtmeisiern, Zihiimgrn an außwärtige Privatempfärgrr dmch Posianwrifung. Laquidirung dcr Besteu- grbührcn für die an Adrrssatcn im Landbrstciibeiiikc dcr Auigabe- Postanstait gerichteten Militär-Dicnstbriefe. Einbehaltung der 1-Siibergr0sthen- und Z-Sildergrvichcn-Stücke drutichen Grprägrs. Iimnxlrung dcs Mchrbrrarfs an Vakxnxrnlisten. Abänderung einiger kalKi-Zé iii drr Zeichnung des Bikrhgefäß-xs zur Geiirrßirtiimg, Mo- difikation dcr Verfügung vom 22. April 1870, bctrcfisnd die Serwis- Entrirbtung für die in Köniqiickirri SiäÜcn unirrgebrackiikn Pferde ratirnsbrrsrbtihirr O““iizierc und Beamten. Ermitielung des Charlrs E. Nixdorff.
Statistische Nachrichten.
In dem Zeitraum vom 1, bis 15. Jnii cr. wurden an Brennmaterial in Brrlin eingciührt: Za Waffer 116,580 Hski. Stcinkrhirn, Braunkohlcn und Keks, 29,715 Km. Trkf, 47,588 Km. Brennhrlz; ani dm Eiirnbnhnrn 32569890 Kil. und 71,375 Heki. Steinkrhi-cn, Bramikrblen und Koks, 10,450 Kii, und 244 Km. Tori, 7396505111. und 3935 Km. Brennholz. Sumxm 187,955 Hifi. und 32,569890 Kii. Strinkrhieii, Braunkohicn und Koks. 29,959 Km. und 10,450 Kii. Trrf._ 51,523 Km. Und 739,680 Kii. Brennholz; ausheführt: zu Waßer 5210 Heft. Steinkohlen, Braunkohlen und Keks; auf den Eiicnbahnen 2,032,775 Kii, Und 52,676 Hrkt. Steinkoi) (n, Braunkohien nud Koks, 595 Kii. und 30 Km. Brennhrlz. Summa 57,886 Hckt. und 2.032,775 Kii. Stein- kriilcn, Braunfehlrn und Krks, 30 Km. und 595 Kii. Brrnrhoiz. _ JK rcm Zritraum VOM 16. bis 31. Juli rr. eiiigerührt: 311 Was- ser 43,991 Hskt. Strinkrhicn, Brannkri)len Und Koks, 37 778 Km. Torf, 34,494 Km. Bronnholz; aui dcn Eiicnbahucn 92,265 Heki. und 36565690 Kii. Stsinkrhlrn, Braunkohlen und Koks, 190 Km. Tori, 775,1„00 Kii. nnd 300251111. Brennholz. Summa 136,256 Hrkt, und 36565690 Ki]. Stsinkrhirii, Braunkrhlsn Und Koks, 37,968 Km. Tori, 37,496 Km. und 775000 Kii. Brrnnhrkz; aus- geffihrr: zii Wasikr 8126 kat. Sirinkrhlcn, Bratmkohikn nnd .Fr-5131900 K111.Tka; auf dr-n (Liienbahnsn 965,049 Hrkr. und 2,159,575 Kii, -Ziciiikri)lchn, Braunkriélrn und Krk-3, 88 Km. und 114 Ki1_ Vrrnnhrlz. Sniiima 973,175 Heki. Und _2,159,575 Kii. Stcinkrhicn, Braunkrhicn und 31013, 1900 Km. Tor?, 88 Km. und 114 Kii Vrcnnbrii. _ Zn dam Zéiirsmm VOM 1. bis 16.211111111 cr. eingefiihrt: iii Waser 39,335 Hifi. "Steinkrhlcn,_Brannkthcn und Koié, 54,631 M. Torf, 28,809 M. Brennholz; ans dcn Eiienbahncn 111,155 Hrkt. und 34.547,653 Kil. S1Ci1-1kök)lét], L*raunkrhlcn und Koks, 91 M. Tori, 3793 M. u d 3541805111. Brennholz. Summa 150,490 Ökks. und 34,547,653 Kii. Steinkrhlcri, Brnunkohlsn und Koks, 54,722 ZN. Torf, 32,602 M. Und 354,180 Kil. Brennholz; auSgcführt: zu Wasscr 9646 Hoff. Stsinkrhicn, Braiiiikoiscn und 51013“, auf den Eifrxbahnen 44,981 53-311. und 1592264 Kii. Steinkohj-n, Braunkohirn imd Koks, 561 Kii. Brennholz. Summa 54,627 Hckt. und 1592261 Kii. Sieinkrhicn, Braunkohlen und Koks, 561 Kii. Breitxxhriz.
_ Das im Verlags von Oiir Meißner, Haixiburg, sorben er- scizirncne 711„Hch dchtatisiik DLS hamburgijrhen “_Stacrteé', brarbeiiei rom siaiistifibcn Burkart Der Deputatirn fur_ dirrkte Siruorn, dssirn Jnhait wir bereits 1nitg_7ihrilt habzn, enthalt viele inrcresidni" Mittheiliingcn. Sui drm Erichrincn ch 111'Héftes sind fast zwei Jahre vrrgangen, 1.1 dix Hérausgabr TLF sixtiiiischen Hand- [*llÖks für dcn hamburgiichn Start unh des brickscibcnden Ort- schnfisvcrzeickdniffcs im Jahre 1874 die Krafte des Buers i_n urige- wöhniichem Maßstabr in Anspruch grnommz'n hat. Das K_apiiriuber die dirskten Steuern bildet die Fcrticßung und Erganzung der bereits im 111. und 17. Heft griiefsrten Arbcitcn. Die wach1ende Bedeutung dcr Sieurr für den Staatshmxshalt ergiebt fich aus einer Zusammenstellung, welche zeigt, dahjder Betrag iert dem Jahrr 1815 auf die fast firbenfnche Höhe Zrsttegen 11,1. EZ erbrachte nämiick) die Grundsiruer im Durchschmtt der Jahre 1812/18 664,178 .“. : 100%, 1838/42 931,819 „43. : 14074, 184-3147 1,493,544 96, : 225%, 1863/67 2870439 „46. : 432%, 1873 4,202,563 „16 : 633 %, 1874 4,535,800 „zx. : 683 %. Nach dem Brande vrn 1842 tritt deutlich cine_Erhöhung drr «teuer um 25 % hervor, indem die foigrnde Durchichnittxumme _gcgen rqs vor „er- gehende Jahrfünft Um mrhr als die Halfte. steigt,. Bei der (,m- kommensteuer zeigt eine TabeUe eine erheblich starkere Stxigerung der versteuertrn Einkommen und dcmgsiziah der Steyererirage, als der Bevö:kerung. Diese Vermehrnnh ist hauxptsacbltch dxm Um- stande zuzuschreiben, daß im Allgemeinen der Wohlstand starker ge- wachsen ist, als die Bevölkerung,_ zurn Therbaber azxch den_Ansiren- gungen der Verivaliung, alljährlich e_me verhaltmßmaßig großere An- zahl von Steuervfticbtigen hcranzyzrehen. 1866 kamen mehr als 7 Personen der Bevölkerung auf einen Steuerzahler, 1874 k_aum 5. Die Einkommensteuer betrug im Jahre 1874 ca. 4.010.000, "3 1863 2.584,768 „M für ein vcrftenrrtcs Einkomnieu von resp. ca. 209 und 129,9 Miu. ckck _ Die Cholera_irat 1873 m Hhmburg am 14. Juni auf, erreichte ihren Höhepunkt in dcr leßten Halfte des Auggst “.ind fiel dann rasch bis Mitte September. doch keimen noch bis *zum 8. November einzelne Erqunkungen und_Todesfalle vor. Yad Arif- treten der Epidemie war kein i_mgewöhylich heftiges. es e:.txjelen auf 10.000 Einwohner 287 Todeöfaiie. Beim ersten Außtreken zm Jahre 1831 - im Ga eu hatdir Cholera 14 MaliixHamoura Jkyerr1cht_ war Di? S??xixli „keit relativ funihigi, 1111832 yixxmgj *.*-ck groß als 1873
Berlin.