1832 / 351 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

in den Wahlen für die Hauptstadt vollkommen den Sieg davon getragen. Für die City sind die Herren Groote, Wood Waith; Yan imd Sir John Kei), für Westminster der Kriegs-Secretair Sir John Hobhouse und Sir Francis Burdett, für die Tower- Hamlets ])1-. Lushingtyn Und Herr Clay, und" für Mary-le-Bone Herr Portman und Sir William Horne erwählt worden. Ihre J.Vitbcwi'rbrr sowohl von der Tory-Partei als von den Radi- kalen haben ihnen an Stimmen ahl bei Weitem nachgesran- drtr. Die Hof- Zeitung enthält heute Abend eine in desier Art in unserer Geschichte beispiellose Pairs-Crcation. .Di-r OJKarqiiis von Tavi|och, Sohn des Herzogs von Be- fdrd, ist nämlich zum Baron Howland, der Grafd. Uxbrigde, Sohn des Marquis v. Anglrsea, ziim Baron Paget, Lord Howiik, Sohn des Grafen Gren, * iwd Herr Stanley, Sohn des Grafen von Derby, zum Baron Stanley erhoben. Alle vier erhalten Sitz im Oberhausr. Es ist dies das erste Mal, daß Söhne von Pairs gleich eicrq mit ihren Vätern ins Oberhaus kommen. »» Ein heute Zlbetid rr- 1chicnenrs Extrablatt dcs Standard verbreitet sehr beunruhigende Narhrichrcn aus Brüssel. Sein Korrespondent aus dieser'Stadt Uirldrt ihm Untrrm 10ten d. M., Marschal1 Gérard habe, da .er_11ch in einer srhr unerfreulichen Lage befinde und den Ver- ixiir diyler Tausende ohne Aussicht auf baldigen Erfolg besorge, «1115 Nachdri'icklichste beim Könige Leopold die Erlaubniß nach- „wuckxt, die Citadolle von der Stadt aus zu bombardiren. Drr „König habe so lange wie möglich ausweichende Anr- 11101'1011 rrrhrikc; znchk aber sei) der Marschall so entschieden «1131711701911, das; der König nachgegeben und einen Anqriff von i-sr Erice drr Esplanade her genehmigt habe, unter der Bedin- 111111517, dai“: dir Franzöjische Regierung diese Einwilligung zuvor 11575 *1111* 111151 11011 verlangen müss. Dies sry sogleich durch den Trlrzrt'uphrn nach Paris berichtet worden, und man habe noch c;:ii 11-tcn d. die Antwort des Französischen Kabinett? erwartet.

Niederlande.

Aus dem Haag, 12. Dez. Folgendes find die in der heu- rigen Staats-Courant enthaltenen Nachrichten vom Kriegs- i_11)1*.11pl(1[§e; „Berichten aus Liljo vom 7ccn und Sten d. M. zu- idlzie, sind dort am Morgen des erstgenannten Tages zwei Ma- trdicn 111 einer Schalur-pc von der Té-te de Flandre angekommen, 111711106111 sie zwischen einem anhaltenden Gcwehrfeuer hindurch- gefahren waren. Diese Matrosen brachten die (bereits erwähnte) :)iachricht, daß in dem Zimmer des General Chassé eine Bombe

"lkdki'gcsallM war, durch deren Springen dem Oberst-Lieutenant Z Ö? Boer die Hand verwundet wurde, daß übrigens aber Allrs : mich Winrich gehe und das feindliche Feuer wenig Schaden an- Y richte. ZU Lillo hatte man wahrgenommen, daß am Morgen .,

drs 7101 sowohl von der Citadclle als gegen dieselbe stark zicfcucrr und daß solches um drei Uhr so heftig wurde, daß 15“ einem Zweiglicderfeuer aus Geschüßen glich. Spätrrhin [irß es" nach Und am 81611 Morgens gegen 8 Uhr hdrtc_ 111111: in Lillo krine Schüsse mehr. - Direkten Berichten «115 Bi'rskcns zufolge, ging schon seit einigen Tagen an un- serer Gränze das Grrüchc, daß der General Tiburtius Se- 1301110111, der Über die Französischen Truppen in Flandern den Befehl fiihrt, verwundet worden sey. Dieses Gerücht hat seit- drm einige Bestätigung erhalten. C'inem aus St. Nicolas in .Di-[sk cinaeaangenen Schreiben zufolge, ist nämlich am erstge- nannten Orte eine Kutsche angekommen, deren Räder mit Tü.- ch-xrit umwundcn warrn und die so langsam als möglich von 4 Pferden gezogen wurde. Zwei Französische Regimentsthirur- _qen befanden sich in der Begleitung des Wagens.“ -- „Wie- wohl (bemerkt hierzu die Staats-Courant) kein besonderer Grund vorhanden ist, an dieser Nachricht zu zweifeln, so müssen wir doch bemerken, daß der Messager de Gand vom 8ten d. M. von der Verwundung des General Sebastiani noch keine Anzeige macht.“

In einem am !)ten d. Vormittags 11 Uhr geschriebenen (von der Staats-Courant mitgetheilten) Privatbriefe aus Ant,- wi'rpcn heißt es: „Wie oft.hier auch schon gesagtworden, daß sich die Franzosen der Lunette St. Laurent bemächtigt haben, so war doch solches bis gestern Abends keinesweges noch der Fall. (»5cscern Mittags um halb “.? Uhr wurde die große Kaserne in dcr Citache neuerdings in Brand geschossen und sie ist jetzt 7.1.1113 vrrxiichcct. Von den nicht bombenfesten Gebäuden ist die Kirihr [riert das einzige, welches, so viel man von der Citadclle 117.1hi-11ck)111c:i kann, nicht in Asche liegt. Die Franzosen setzen mit Eifer, aber auch mit aller möglichen Vorscht ihre Belage- :*nnas Arbeiten fort; denn sie begegnen einem Widerstande, den sie .*!icht erwarteten und der sie sehr aufhält. Sie haben jeizt vier mm' Mörser-Battrrieen errichtet, und zwar ziemlich nahe bei der Citadeile. „Dem vom Französischen Hauptquartiere an die Armee ausgefertigten Tagesbesehle zufolge, soll jekzt mit einem größcrn 0115171111111! 7,11 Werke gegangen werden. Ich habe Grund zu glauben, daß Ales, was man von Sprengung der Schleme erzählt, welche das Wasser der CitadeU-Gräben aufhält, auf im- begründeten Gerüchten beruht. - So eben vernehme ich, daß die Frqnxosrn in der verflossenen Nacht einen neuen und empfind- lich-xn Verlust durck) einen mißglückten Angriff auf die Lunette St. Laurent erlitten haben.“

Das Amsterdamer Handelsblad enthält folgende Pri- 17.11-*))?1trhrxliingcn:

]. „Aris drr Citadelle von Antwerpen vom 8. Dez. Byi eincm Ausfalle, dcn die Unsrigen gemacht und wobei die “;“;riinrci'rn cinen anschnlichen Verlust erlitten, muß besonders das ci':ic*“§25ar.1ilion drs .'wxicn Linicn-Znfanterie-Regiments stark zit- samiiicrigcichiiiolzcn seyn. Die bei unseren Truppen herrschende Z“!)Jatmsziixiir iii Übrr alles Lob erhaben. Das Gefühl, daß das“ _qanzc Vairrland, 1a selbft ganz Europa, das Auge auf sie ge- richtet hai, erregt ihren Patriotismus, der bei allen ihren Tha,- 1111 [ck1'2'1101'li'lläitck. Mit dem strengsten Gehorsam kommcn sie den ihm:: rrihciiten Befehlen nach, und ohne den Blick auf die 119 umgebende Gefahr zu richten, befolgen fie buchstäblich die ih- 11-111 aufgetragenen Ordres. Ohne Großprahlcrei dürfen wir *:r'ohl in Bezug auf unsere Gegner uns rühmen, daß sie schwer- lich einen so tapferen Widcrstind früher erwartet haben.“ ,

11. „Antwerpen, 11. Dez. “Mittags 12 Uhr. Die Fran- zvien hach diese Nacht ihr Feuer fortgeselzc. In ihren Ver,- Wanzungcn liegen sehr viele verwundete und getödtete Mann; s77!ckafkei1- ;))Tarschall Gérard will morgen oder übermorgen die Limette St. La-urent mic Sturm einnehmen, doch glaubt man hier allaemrin, daß ihm dieses nicht so leicht gelingen Werde. “„Schon hat er fich durch seine früheren Acußerungen gewisser; "mich kompromirtirt Und er wird wohl noch einige Zeit das ()Zrscw'klz der HolländisMn Batterien hören und Chassé's Pulver :*cclfkn 1111117971, bWOk cr St. Laurent bekommt; und selbst wenn er es hat, kann er noch nichts von großer Bedeutung gegen die Caravelle „ausführen.. Die Kanonade ist diesen OJToraen stärker und heftiger --als sie bisher war. Alle “Französische Offiziere (affen

zum Baron Grey v. Grobi), *

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jeßt der eben so umsichtigen- als tapfern Vertheidigung dcr Ci- tadelle Gerechtigkeit widerfahren.“ -

11]. „Vom Bord des Dampfbootes „Curarao“ vor Lillo, 9. Dez. Durch das schlechte Wetter ist der Contre-Admirachwe van Aduard bis zum 61911 d. verhinderc worden, vor die Bacrericrn zu kommen; hierdurch haben die Franzosen sechs Tage lang Zeit gehabt, die Forts St. TNarie und Perle ungehindert zu bewaff- nen, was denn anch geschehen ist. Der hier brfrhligendc Gene,- ral Seöasfiani liegt mit 5000 I)iann in der Umgegend, wahr- schcinlich mit allem nöthigen Material versehen, was auch nach dem Wurfgeschükz si-.'h abnehmen läßt, welches sich bereits hin- rer dem Deiche befindet, und von unseren Kanonen wegen der hohen Deiche, die ihnen viel Vortheile verschaffen, nur mit An- stremzung aller „Kräfte und mit Verlust vieler ONannschaftan wird vcrnichtct werden können. anwisckwn hat derContre-Admiral Be- sch! rrhaltcn, dir. Forts Si. Marie, Perle und Philipp, welches [ekz- tere bis jekzt nur noch von einchachebescßt ist,unbeläsiigt ztr lassen. urid sich auf die Vernichtung der weiteren Arbeitcnzu beschrän- ken, ivelchi: man längs dcm Scl)eldr:Deich in Willrmsrak möchte anlegen ivollrn. Dar „Cura-xao“ und einige Kationieibdie jisi-

lrn sich da_auf, wo die Arbeiter beschäftigt sind, während das * übriqc Giciiizwadcr bei dcr Krcuzsckwnze postirt ist. » Am (Zion .

d. M. mit Anbruch des Tages ließ der „Curagao“ dcm Fran,-

zösiswen General wissrn, daß der Contrr-Admiral keine Arbeiten, .

so wir keine Französischen Truppen oder Schildwachen fernerhin unter dem Bereiche drr Batterircn des Geschwadrrs dulden werde; eine halbe Stumdr wurde dem General Zeit gelassen, um seine Arbritcr zu Warna". anwischen fuhr der „Curaigao“ vorwärts und gab einen Schuß als Zeichen, daß die angekündigte Z-kit vcriiricheii sc!) und die Frindseligkcitrn beginnen würden. Die Arbritrn wurdcn auch sofort hierdurch gehemmt und zwei ihrer Gesidütze aus der Prrle wurdcn bald durch ein 9111 gerichtrtcs Fetter dcmontirt, währrnd die Korvrtkr „J)Tc'dusa“ sich mit C'r- fdlg den kleinen Zciwm'trcib machrr, einige Bomben nach den Forts Sc. Mdrie umd Perle zu senden. Die Franzosen erwic- derten das Feuer mit C'nrrziir, ohne jedoch den Schiffen cinigen Sahadcn zu t1)un. _- Grgrn das fi'irii)teriiche Gewehrfrurr, das die Schiffe hixr aiisziihalien habrn, ist wenig zu machrn; cin 93201111 vom „Curarao“, zwci von dcr „Curudicc“ und einer vom Kanonirrboorc Nr. 16 sind verwundet. Von den Feinden sieht man niihts, als ihre Köpfe über den Dciihrn, chn sie loIschirßcn. -- Die Schcldc wird nunmehr gegen asse fernere Anlegung von Battrrircn bewacht und haben die Säiiffe am 7ten d. folgende Stellung cingcnowmrn: Vor Frederik Hendrik dic „Bom[iardirr-Korvrtte „J)icdusa“; vor dem Graben am Doel die Fregatte „Citrydicc“; vor dem Doel selbst die Bombardicrx Korvette „Prosrrpina“; vor Lillo der „Curacao“; vor der Kreuzschayzr ri: Korvette „Komcc“; einige Böse licgen zwischen den Schiffen, während eine andere Abtheilung Kanonierdöre im Willrmsrak MQUÖVOÖYQ Johr ist auf dem Deiche kein Franzö- sischer Posrrn mehr Utitcr drm Bereiche unseres" Geschülzrs zu srhrn. Am 82911 d. vcräiidcrte die Fregatte „Curvdicc“ ihre Stelliinq- indem sie vor Fredrrik chdrik Posro faßte und da- selbst ein Kirianwrhrscucr mit den Französischen Truppen un- terhielt. Heute (am Nen) ging sie nach der Gegend der Kreuz,- scha7)1zo, um gemeinschaftlich mic dc111„Curai,-ao“ dcn Deich frei 11 alten.“ z [U. „Brüssel, vom 11. Dez. Morgens. Wir wixicn, daß die Mineurs angefangen haben, eine Mine zWischen der Limette St. Laurent und der Citadelle anzulegen; doch ist die Einnahme dicses Werkes noch nicht so nahe, wie man geglaubt hat. Der Marschall hat am 51.71: geäußert, man sei) im Be- griff, die Limette zu erobern, und cht sieht man, daß wenigstens noch drei Tage nöthig sind, um in den Besitz derselben zu ge- langen. Die dritxe Parallrlc iii jvcit genug beendigt; dicse Ar- beit, die große Mühe erfordert hat, ist unter dem bestän- digen Feuer der Festung fortgesekzr worden. Die Paral- lele geht aus von dem Winkel der Lunette St. Laurent und wird sich nahe an die Festung anschließen. Während dieser Arbeit haben die Belagerten zum ersten »))?ale von Steinskückcn Gebrauä) gemacht. Die zum Kampf unfähig gemachten Fran- zösischen Soldaten werden nach Brüssel gebracht. Der anhal- tende Regen und das schlechte Wetter richten unter den Trup- prn großen Schaden an. General Chassé soll, bevor zum Bre,- schcsciiießen gcschritten wird, nochmals aufgefordert werden; fünf Regimenter sind zum Sturmlaufcn kommandirt, welches auf heute über 8 Tage anberaumt ist.“

Durch Vermittelung der Niederländischen Gesandtschaft in St. *]di'ters'bnrq hat Herr Johannes Harmsen, geboren zu Vrie- srnwecn und Chef des Handlungshauses Langhaus und Comp. in St. Petersburg, die Summe von 500 Rubel als Beitrag zur Ausrüstung cinrs Goldenen beim Niederländischcn Heere einge- sandt. Dcr Nirderiändisrhe Konsul in Bordeaux, Hr. Hdvy jl1!]., sandte zu ähnlichem Zwecke 1000 Gulden ein.

In Folge der Hindernisse, welche die Fahrt auf der oberen SMW? von Skiken der Französischen Truppen erfährt, hat, wie man vrrnimmt, unsere Secnmchr aufder Schclde nunmehr dcn Brfchl erhalten, keine narh Antwerpen bestimmte oder von dorthcr kommende Kauffahrtcischiffe, gieichvicl unter welcher Flagge, nichr durchziilaff-cn.

Zn »))?iddeibiirg hat mim aus den Dünen die Nachricht erhaic-xn, di“??? man auf den dort befindlichen Schiffen dcs Fram zösischcn Geschwadcrs wogen des Schicksals einiger anderen zu demselben gehörenden Fahrzcuqe, die seit den letzten Stürmen vermißt werdcn, schr brsorgt ist; nicht weniger als eine Fregatte, zwei Korvrttcn nnd zwci „Brings sollen nicht zu ermitteln seyn, wiewohl schon die größten Nachsachungen geschehen sind.

Belgien.

Brüssel, 12. Dez. Der Moniteur giebt das nachfol-

gende siebente Bulieiin dcr Belagerungs-Armre: . „An twcrven, 11. Dezember, Mittags.

Dic Brufiwchrcn drr vordersten Tranché-en und gestern den ganzen Tag irbcr mit Füß'licrancsctzt gewesen, Welche ein anhal- tendes" (iicwrhrfcueruntcrhalnn habrn, wodurch die Holländmhcn Kanonirre schr belästigt wurden; weshalb auch dtc Cixache nur mit (Kmvrhrfcuer von hinter ihrcnchkcn her und unt Bomben mis gcdrck'tcn Mörscrn antwortete. - Das Feuer der Belagerten war weniger lebhaft, als an dcn vorhergegangenen“Tagen. - Um 6 Uhr gcstcrn Abend kam eine Abtheilung Ödlxändrr aus dem br: deckten Wrgc dcr Vnüion Nr. 2 und warf c1ntgeE:chcxnzkorbe_an der Spitze einer Scwpc um, ivclchc auf das Glacis“ diricr Bastion sößt; cine Conwnqnir, welche die Wache in der_Tranch-“x harre, rückte ziim Brismnd dcr Sappcurs vor, und der Feind zog 'ich cilig in den bcdcck'tctt Weg znrück'. _ Die Führung der ParaUclc auf der linken Sritc der Limette St. Laurent hat dre „Bodmer Challffcc errricht, 1vrlchc zwischen der Limette und drm Halvmoiide dnrchgrht. Es ist ein neuer Laufgrabcn eröffnet worden, um eine

Verbindung zwischcn drm Wrgc, welcher von dem bcdrcktcn Wrgc dcr 5

Contrcscxrve ausgrht, und dcm M'Ukn Waffenplatz,1vclchcr_dte Spitze dicse.“ Ullli'n Arbeiten bcschüyt. _cmzurichtcn. - E7_1Ü jrtzt mög: lich- die Limette St. Laurent bei ihrer Kehle anzugrccxen, wenn man

das Feuer einiger Stücke, die noch auf diesen Punkt gerichtet zum Schweigen gebracht haben wird. » Der Verlust währen letzten 24 Stunden ist unbedeutend gewesen.“

In Bezug auf die Aeußcrung des Marschalls Géra seiner Depesche an den Präsidenten des I)iinister-ConseUs 5th d., daß er am folgenden Tage dir Lunctte St. Laure beicßen hoffe, bemerkt der Lynx: „BUonapartc pfiegtesej,1e letins auch ziemlich unbesorgt abzufasscn, aber er verkündj nicht in Wien angekommen, wenn er sich erst in Ulm be

Aus" Gent meldet man, daß der General Niellon Hauptquartier wieder daselbst aufgeschlagen hat.

Es sind heute 11 Wagen mit Kranken von der schen Armee hier angekommen; man hat sie in dem Mil' Hospital untergebracht.

Bis gestern Abend war über die Zusammenstellung neuen Ministeriums noch nichts beschlossen.

Berchcm, 10. Dez. Abends. Gestern Abend undi]; riger Racht hat das“ (Henic-Corps seine Arbeiten noch vorgeschoben. Die dritceParallc-leist mm fertig. Sicläufcvo nem Wege auf der linken Seite der Luyctte St. Laurent geht iiber die Boomer Straße hinwcg und erstreckt sick) bis die bei dcr Bollwerkswehre ausgeführten Arbeiten; wenn dicse Linie auf der Karte verfolgt, wird man sich einen 53 davon mnchen können, welche Kühnheit eine solche Arbeit derte. Sie wurde gestern mit Anbruch der Dämmerung 600 Arbeitern des in dcr Tranchée stehenden 52sten Linien, gimcnts beaonnen. Ais die Belagerten ein so drohendcs .; in solchcr Nähe anfangen sahen, eröffneten sie ein sUkcht Frner aus allen ihren Battrricen und Flinten, welches“ aus reren Punkten der Linie die Schanzkörbe zerstörte und einiges W. in unsere Rcehcnbrachte. Das Gcnie-Corps ersuchte deninderT chöc befindlichen General Woirol um eine Verstärkung, damit Arbeit schleunigcr becndigen könne. Dieser beorderte hirrzu300.) aus“ den Elite-Compagnicen, die, durch das Hinderniß, an ihre Kameraden gestoßen waren, gereizt, sich mit Cncschw heit vorwärts stürzten und in einer halben Stunde voliko gegen das Fcurr der Citadrlle geschützt waren. - DieN wurde dazu angewandt, diese Arbeit weiter zu fördern,. morgen wird sie vollständig fertig sehn. Am schwierigiken ste an der Stelle, wo die Bodmer Straße durchschniiimw dcn mußte. So ist es denn jeizt nicht mehr die LMM“. Laurent allein, die wir hart bedrängcn, sondern wir [1th“ nahe an dem Centrum dcs Plaßcs selbst. * Während and dritten Parallele gearbeitet wurde, gerade da, Wo sie Bodmer Straße durchschneidet, und während die Soldan ganz nahe an dem Glacis befanden, warfen die Belagerten erstenmaie Steine aus" Kammerstücken auf uns, die jedoch besondere Wirkung thatcn. Lästiger sind die Mörserä (,)«ilmrn, deren man fir!) fortwährend bedient. Dicsew unter dem Schutz der Blendwcrke ungehindert geladen, von 2 Mann auf den unseren Sapcurs zunächst gelegenen 1 gebracht, abgefeuert, und ehe man sie kaum hat sehen wieder zurückgezogen. Un-i dcm entgegenzuwirken, stellten heute einige unserer cntschlosscnstcn Soldaten in Wolfs (eine Art von Grube von 4 Fus; ins Goviertr), wo sie sich

ra n besetzt ivorden.

[e Batterieen und machte ihr Feuern fast mim'ikz, so daß schi tvemg Leute verloren. Die ganze Nacht hindurch hörte euern nicht „anf, aber es wurde fast nur aus Geweh- ,4“chossen; dies Feuer aber war furchtbar; die Bamix,- schoffcn stets pelotonwrise. Während der Nacht Nen auf den 10cm wurde die neue Batterie Nr. 11

Vierundzwanzigpfündern und die Barterie (.* mit «sern beskht- Diese beiden Batteriern befinden sich xerske" Parallele. Auch der größte Theil der früher hin- r arallele errichteten „Battericcn, die ]“th sehr weit vor- den sind und der Festung sehr nahe stehen, ist mit Ge- Dirsc sehr schwierige Arbeit wurde mit Unerschrockenhrit untrr dem Feuer des" Frindes ausae- „man mußte die Parallele öffnen, dann bis zu der Höhe Hm, Wo die Geschütze stehen, vordringen, und zwar auf 7 von zwei riefen Gräben bcgränzrcn Wege, und endlich [ nell auf einer enacn Brücke Kehrt machen. Bei diesem över stürzten zwei *)]?örier Um, von denen nur einer wieder richtet werden konnte; der andere ward es erst in der 7 Nacht. Die beiden neuen Battcrieen begannen ihr Feuer 0ten Morgens; aber cin_ äußerst dichier Nebel, der den en Tag über dauerte, ließ keinen Gichnsrand auf 100 Mr- Encfernung unterichciden; das Feuer 1ämmtlichcr Kanonen- "rieen wurde daher vermindert, und ci1_1ige darunter stellicn an ein, weil eine faliche Richtung derielbcn Unannehmlich- „veranlassen konnte, da sie sich sehr nahe an der Sprße der ,vefinden. - 3 Uhr Nachmittags. Die Wege _ae- dieéitadelle und Limette zu werden mit derjelbcn Vorsicht , geführt; der WTineur isi fortwährend in seiner Grube oem Arbeiten an der Graenmine brsck)äftigt, die man jedoch „Stunden noch nicht wird können springen lassen. -- Wir

durch einen Urberläufer Nachrichten aus dem Znnrrn Citadelle empfangen. Er meldet, daß sich die Gartxiion , er schlimmen Lage befinde, daß ihre Kasematten sehr frucht einige derselben nicht bombcnßst seven; das Wasser drmge , und es erkrankten daher sehr Viele. - Die von den „Nischen Batterieen abgeworfencn Bomben und Kugeln ha- alle Gebäude in Brand gesteckt, und die Cicadelle ist dnrch Wurfgeschosse ganz durchiöchrrt worden. _- Obgleick) das , in der lehren Nacht so heftig war, hatten wir doch nur dre und Verwundete. - Vom 11tcn auf den 12ten haben eneral Rapatel, der Oberst Sc. Aubanet vom 7ccn Linien- jment und 2 Bataillone desselben iegiments den Dienst in Tranchéen. . Antwerpen, 11. Dez. Das hiesige Journal_entha[t endes: „Unsere Leser werden bemerkt haben, daß icit dem 1. M., dem Datum des lckzten Schreiben:? des Geyerais (sé, das Fort Montebello nicht aufgehört hai, gegendie Ct- "1e zu schießen, und das; troizdem keine Feindseligkeit gegen tadt begangen worden ist. Wir beharren bei dem Glauben, der General Chassé, das Interesse seiner Verrhcidigung b_e- ichtigend, die Neutralität der Stadt respektircn wird. Cs en indeß unvorhergesehene Umstände eintreten, und erhalb rtwährend die größte Vorficht zu beobachten. - Das Ferrer die Belagerungs-Arbeiten sind während der vergangenen Nacht

Baumstämme, Erdsäcke und dergleichen decken und den gün; "eseht worden; der Donner dcs Geschüizes war furchtbar.

Augenblick abwarten, um auf die Kanonirre der Citadei '“ feuern; durch 2 unserer Leute wurden auf diese Weise, Holländer gctödtet. _ In diesem Augenblick wcrden Fl baut und Taue, Bootshaken und dergleichen hcrbcigeschaffi bringt man die Faschinen-Depots, wclche bisher noch 11 Tranche entfernt waren, derselben näher. -- Den ganzen iibcr hörte man die Wallstinten fast ohne Unterbrechung; im Ganzen haben sie uns nicht viel Schaden zugefügt, wei mögliche Vorsichtsmaßregeln zum Sihukz der Soldaten troffen sind. --- Das Antwerpener Lazarcth ward heute räumt, und man brachte die Kranken nach Brüffcl, um Verwandeten Plak. zu machen, deren man sich in Antwe- mie großer Sorgfalt annimmt. -- 7Die Prinzen statteten in Begleitung der Generale Baudrand und Graf Flahault OJTarsihall einen Besuch ab. - Das neblichte Wetter er die Fortseßung der Arbeiten auch bei Tage, indem diese da den Augen der Belagerten entzogen wurden. Die heutige wird noch günstiger seyn. Man bemerkt eben nicht, die Feuchtigkeit der Luft eincn schädlichen C'insiuß auf den sitndheitszuikand der Armee ausübte, denn es sind nur W erkrankt. » Uebrigens wächst der Much unserer jungen ger mit der Heftigkeit des Widerstandes, den sie finden. ' C'skevant, einer der Offtziere dcs Vkarine-Artiüerie-Reg benutzte seinen Urlaub, um sich zur Franzöjisckwn Armeej- _qcbcn und seine militairische Bildung zu vollenden. E11 sich freiwillig der Batterie des Forts Montebello an, vier dem Beginn der Feindseligkeiten noch nicht einen 7111ku v-erlassen hat, und er war nicht unthätig. -- Heute istfokgcn Tachbefrhl hier erschienen: .

„Cicücrn begab sich Sr. Maj. der König der Velgierdurä Tramhéen und veschtigte die Parallelen, Tie Batterieen und den am weitesien vorgcsihobcncn Weg des (iienie-Corps; xrtr (11er schwer verwundeten Suvcur, dcn man so eben bmw iitrd desen Haltung und Sprache cinen tapfcrn und unerschx («eiii andcutcten; der König richtete einige Worte dcr Tbe. an ihn und derlich ihm die Decoration dcs Lrovold-Ordcni u::tcr dem Feuer des Feindes crthciltc cbrcnvoUc Belohnung fdr die aanze Französische Armee ein Beweis seyn, welchen

- dic derbündetc Regierung, für die wir uns in den 511111111117t

haben„ den Diensten dcrsclbrn beilcgt. Unsere Vgrwuxtdctcn das Antwerpener Hospital gebracht worden, wo ite mat_der ? Sorgfalt aufgenommen unddebandclt wurden. Der 127101 Scuiin, der in der Franzbraschcn Armee gedient hat, zctclmel daselbst durch seine eifrige Hingebuiig aus. Es istdcm HerruM anqrnchm, ihm seine Zufriedenheit iczctgen zu k'oqtien. Erk", mch Verpflichtet, den Einwohnern vgn Antwerpen icme Erxcnntli, dafür zu crkrnnen zu geben, daß nc uns durck) dcn BurgerE das Ancrbietcn machen ließen, selbst unsere Vcrwundrtcn all- Fcld:La5arctb von Verchen: in das Antwerpener Hospital „1U7 fcn, um ihnen den WagcnxTraanort, durcl)7dc11_7 ire vieA würden,. zu ersparen. Der Herr Marschall beeilt sich. der 7 dicscn rührcnden Beweis von den dankbarrn und i_ncnichliclien simmnqcn drr Belgischen Nation 7mttzutl)„ctlchn; er ist 5275111111, daf: dié Französischen Soldaten, indem irc tdr Blut7fur ditte tion vcrq'icßcn, niemals vcrgeffcn werdcn, das; unter Wen die Mannszucht und der Muth die erste Stufe cinneomcn;7„s durcli werden sie sch ein Recht auf den Beifall der Franibl chicrung und auf die Achtung allcr Völker erwerben. 5 (gez.) Der (Kirneral St. Cyr:NUIU"

Bcrchem, 11. Dezember, 10 Uhr Morgens.7 G' Abend um 8 Uhr wurde einer der kräftigstrn Angriffe?) die Limette St. Laurent gerichtet; alle Batccricen richkkke" Frucr auf diesen Punkt, so daß das Fort fast gänzltcki z und seine Communication mit der Citadclle abgcdckUUkkc- Nicmaxs war ein Feuern so heftig. Die Holländer sémdr rerseits eine große »))?enge von Bomben ab und schUst'U" tcrbrochen aus ihren Wallflinten; glücklichcrivei1e deckte der

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* Feuer diente hauptsächlich dazu, die Errichtung der dritten liefe zu beschützen. Die Arbeiten werden unter dem Feuer itadclle auSgeführt, Welche sich täglich enger eingeschlossen Aehnliche Arbeiten snd vielleicht nie mit gleicher Schnel- und .Kühnheit ausgefiihrt worden. Die Belagerten leisten *gen Widerstand, und die Franzosen lassen ihnen gern Ge- -gkeit widerfahren. » Die in dem Fort St. Laurent bc- icheGarnison, welche man auf 4 bis 500 Mann schäizt, hae offnung mehr, sich in die Citadelle zurückziehen zu kön- -fie hält sich noch immer gut, und bedient sich ihrer Wall,- ten nicht ohne Erfolg. - Die Arbeiten, um das Glacis zu eu.dauern fort, und man hält Fähren, Faschinen Und an- Mittel in Bereitschaft, um sich der Mauer der Ciiadcllc zu . Die erste Schleuse des Festungsgraben ist durch die zerstört worden; man hat die Trümmer derselben bci Mechelner Thore aufgefischt. _- Die Herzoge von Orlcons „Nemours haben gestern Nachmittag in Begleitung der Ge- eBaudrand und Flahault das hiesige »))?ilitair-Hospiral be,- und ihre vollkommene Zufriedenheit mit der guten Pficge erwundeten zu erkennen gegeben; sie ließen für dieselben eschenk von 500 Fr. zurück. - Im Hafen hört man seit Morgen eine starke Kanonade von der Rieder-Schelde her. sollen die .Kanonicrböte seyn, welche auf zwei Bactcriccn , die in der vergangenen Nacht, die eine bei dcr Kreuz. nie, die andere beim Doel, von den Franzosen errichtet in find.“

Deuts_chland. Darmstadt, 12. Dez. Die Mitglieder der Ausschiiffe tröeiden „Kammern sind durch die hiesige Zeitung bereits “lgeWorden, und eben so die Mitglieder drr Adrcß-Kom- on der zweiten Kammer. erztcre hat nun ihre Arbeit br- & und heute Morgen hat der Berichterstatter dcr Kommis- von Gagern, dieselbe der Kammer vorgetragen. Sie folgt für Salz der Thron-Rede, abcr nicht als bloßes C'cho, son- als selbstständige Bearbeitung. Dcr verewigte Großherzog, kUhen in Oberhessen, die treite und genaue Wahrung der [sang, die Ober-Hessische *))kiß-Crntc, thrilweiscTthcl'Un- die AusWanderungcn, der politische Zustand Europa?, die ['in-Ausrüstungen, die neue Gcsrßgcbung - kurz Allos", d“ Thron-Rede enthält, umgeht anch nicht die Antwori dar,- se ist dabei freifitmig, offen, entschicdcn und doch der A1: sten Person des Großherzogs und seinen Tugenden tren 'kk_ich)- aber Ohne Schmeichelci, huldigrnd. Mit großer kk 1aMkeit folgte die Versammlung der Stände und der ahl- Zuhörer der Vorlesunq drr Adrcffc. Morgen hat die 3318 darüber statt, und es ist sehr wahrscheinlick), indem die Kom: "*sich bereits einstimmig dafiirausgcsprochcn hat, daß auch die **kk- wenigstens mit großer Mawritär, ste als die ihrige

a ?- ie neueren politischen C'reigniffe in Dcutswland fan-

eben alls in der Adresse Erwähnung. Gestern i!? fie 1 im Antrag des Abgeordneten C'. C Hoffmamn allhicr in MW auf die Bundestags-Bcschlüffe vom Zristcn Zinni d. !"Drucke und dem Publikum übergeben, und, als auch kk Kakrimer angelangt, von dem Präsidenten derscir-cy, “"enrath Schenk, förmlich heute angezeigt worden. C'dcnio .derselbe noch einen solchen Antrag gleichen Inhalts an, die Abgeordneten [)|-. Heß, Rausch, von Buseck“, ])--. , HallWachs, Brunik, von Gagcrn, Djeffenbach, Clwert "schaftlich gestellt haben. Die ersten drei diescr Depurir- dans Oberhessen, die andern drei aus Rheinhessen, die " drei aus Starkenburg. C'itie solche innige Verciniqimg erschiedenen Provin ialen hat - abgesehen von allem An- seitdem die Vchassung cxiftirt, nicht bestanden.

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-- - Mannheim, 10. Dez. Am Iten d. M. wurde auf der hirffgen Bühne bei gefülltem Hause zum erstenmale die neue große heroische Oper „Valeria“ in drei Abtheilungen, Kusik von Moos Schmitt, untcr eigener Leitung des Komponisten auf- geführt. Das Sujet, einer Erzählung van der Velde's entnom- men, gehört, nach dem Urtheile der Kenner, bei weitem zu dem Beffercn dieser" Art", und ist auck) von allgeMrinerem Interesse. Die Musik vereinigt scltrnc Vorzüge in sich. Die Chöre wirken mit außerordentlichem Effekt, und wahrhaft auschcichnet ist die Instrumentation. Unter *,"oichcn Umständrn konnte es nicht feh- len, das; die Oper gleich bei der ersten Ausführung die regst: Theilnahme fand, und daß der Komponist am Schlusse derselben gerufen und mit rauschendem Bcifallc begrüßt wurde. Zu der auf den nächsten Sonntag angesclztcn zWeiten Vorstellung hat die Theaier-Zntendanrur ncue Decorationen anfertigen lasen.

Türkei,

Ein Schreiben aus Konstantinopel (in dcr Allgemei- nen Zeitung), wiewohl nicht von späterm Darum als die be- reits bekannten Nachrirhtcanom 10. Nov,), enthält doch fol- gende. tmuere .?ittheilungen: „Aus dem Moniteur Ottoman werden Sie die Stellunq der gegenseitigen Streiikräfce Ibra- him Pascda's und der Pforte ersehen, die für lrkzrere nichtsehr vortheilhasc ist. Die Acgyptier scheinen die Absicht zu haben, gerade gegen die Hauptstadt zu marschiren, und warten auf die *))kitwirkung ihrer Flottr, um diese anzugreifen. Der Ueberrest dchroßherrlichen Truppen (denn der Name Armee ist für sie unpassend) ist in diesem Augenblicke der größten Gefahr ange- srkzt. Der Groß-Wcfir hat daher schleunig die Hauptstadt verlas- sen, rafft alle Milizen zusammen, und hoffe den Feind so lange zu beschäftigen, bis die Hülfs'truppen eintreffen, die man, dem Vernehmen nach, aus Rußland erwartet. Es heißt nämlich all- gemein, der Russische Borschafter habe dem Sultan in einer Audienz erklärt, daß der Kaiser, sein Herr, bereit sey, die Pforte gegen den empörten Pascha von Aegypten zu untcrkir'ikzeii, und dies sei) die Veranlassung gewesen, daß ihm der Sultan so reiche Geschenke zustellen ließ, welche sich selbst auf die Secre- t:".ire der Botschaft aiisdchnten. Man fiigt hinzu, es würden in Odessa bereits Anstalten zur Ucberschiffung Russischer Truppen getroffen, auch solle eine Russische Cicadrc zur Türkischen Flotte stoßen. Die meisten Türkischen Kriegsschiffe liegen wirk- lich im Kanale, und scheinen von irgend einer Seite Verstär- kungen zu erwarten, da ihre Equipagen auf dem Kriegsfuße blei- ben und viel Munition an Bord geschafft wird. Der Kapudan-

| Pascha wird sie jedoch nicht anführen, sondern diirch einen er-

fahrenen Seemann erfaßt werden. Bestätigen sich diese verschie- denen Gerüchte, so werden die Aegyptier schnell wieder in die Defensive geworfen werden, und einen gefährlichen Rückzug zu bestehen haben. Es bedarf nur 10,000 Mann wohl disciplinir- trr Truppen, an die fich die zerskreuccn Schaaren anschließen kön- nen, um Ibrahim Pascha den Sieg streitig zu machen, und ihm einen äußerst gefährlichen Rückzug durch das theils wüste, theils durch den Krieg vcrhcerte Svricn zu bereiten, wo er im Unglück eben so leicht Feinde Und Verfolger finden würde, als er bei seinem sirgrrichcn Fortschreiten Anhänger gefunden hat. Die Einwohner der Hauptstadt find durch diese Hoffnung Russischer Unterstü an

schon wieder ganz beruhigt, sie bauen vollkommen auf die usg- sische Intervention. Es ist eine seltsame Erscheinung, die Pforte in eimer Freundschaft mit Rußland zu sehen, mit dem sie seit der Regierung Peters des Großen, so 11 sagen, in Utiunter- brochener Fehde war. Uebrigens entspricht das edle Benehmen drs" K*ai"crs Nikolaus in dieser Gelegenheit seinen bekannten durch Großmuth und Weisheit ausgezeichneten Gefinnunxn; statt von den Verlegenheiten der Pforte Vortheile zu ziehen, was ihm ein Leichtes wäre, ist er der einzige Monarch, der ihr zu Hülfe eiii. Er hat schon durch die Abberufung der Russischen Agenten aus Aegypten dem Pascha zu erkennen gegeben, wie sehr er dessen Empörung gegen srinen Monarchen mißbillige, und die unlängst an alle Russischen Unterthanen erlassenen Be- fahle, ihre Hande'sverbindungcn mit den Acgyptischen Seehäfen bis zu Mchcmcds Unterwerfung zu unterbrechen, zeugt von der Konsequenz dcs Riissischcn Kabinrts.“

China.

Die Zeitung von Peking enthält nachskehenden sehr charakicristischen Ka1serlichen Befehl, zu dem die Vorstellung ei- nes Gcsrlz-Wächters („Juischa) über die Nothwendigkeit, die Kcßrr-Vrrfolgung einzustellen, Vcramlassung gab.

„Die uns vom Ljan=tschmrzsin gemachte Vorstellung, in welcher cr die diesjährige Frühlingskälte für die Folge der durch das pein- liche („Bericht von viclen vielleicht unschuldig erlittenen Markern hält, und deshalb unsere nädigc Aufwerksamkcit auf diesen Gegen- stand erbittet, ein voll ändigcr Uminn. Jm vcrfioffenen Jahre hattrn wir in der Hauptstadt gciien ztvri bis drei Schuh how Schnce; in den cntfcrntern Provinzen fiel ebenfalls der Schnee bis zu zwei und drei, in manchen sogar bis vier Fits: hoch;cine„ solche seit mcb- rrrcn Jahrzehnten UUkl'hrl'kc Scliitcrfüllc kann doch gewiß für ein glückliches Vorzeichen einer künftigen reichen Gctreide-Erntc elten. Indem wir iibrigens dieses in „Demuth als eine besondere Zittade dc;- Oimmcls betrachten und da wir wiffcn, daß der Wille drs Himmels weit7iiver drm menschlichen Verständnis“. erhaben iii, so waqcn wir es keineswcgcs, diesc unsere Hoffnungen für unfehlbar ansxiigrvcn. Indcffcn können wir doch sehen, daß seit dem Ein- tritt “» 7drs'7Fri'1l211'11gs nocli nicht mehr als ein Monat vcrfioffen ist, --- fiir die' warme 3111117510: ist es noch zu früh, und im Ver- alcicli mit früheren Jahrrn, ist bei dem 1eyigcn Wetter keine große Brrschirdcnheit in dcr „“_Lenweramr der Luft zu bemerken. Wai konnte den Lmn-tscliiUt-ziin bewegcn, die jetzige Kälte und die häu- sich trüben Tagcfr'irBorvotcn einer Miß-Ernte zu halten, und sie als" eine Folge unqercclitrr Urtl)cil;svr1'ic11e anzus-hen, indem er ohne Urbrrlcgiing daruntcr dai: gcgrn die Ki'izcr eröffnete peinliche Cie- rmit rcre'ieht, durch Wklilich wie er sagt, viele unschuldig leiden, u. s. 11).:' Den chck dicses" (Lieschwäycs zn crrathcn- islschwcr. Bon Alters her weiß man, das; kein Gcrreide?edeihenkann,1v1nn das 111:- krantnicjitausgcrottrtwird. («ram Avcrg aubett undZauberci, wodurch das dummeVolk leicht verführt wird, hat es von jeher Gcschegegebcn, nach denen die Erfinder bcstraft wurden. Wer Unkraut unter das Volk säst - wer falsche Lehren und Krhcreicn erfindet, das“ Volk anfwicaclc und Aufläufe anstistrt » isi von jeher als gefährlich für das Wohl dcs Rcichcs und des Hosts betrachtet worden und nie unbcsiraft geblieben. Dasselbe geschieht auch jetzt. Die Schuldigen wcrden aufgesucht und grmartcrt, niihtunsckinldiqr. Solln" aber in Folge der sclilcchtrn Mnßrcgcln und der nachlässgcn Aufsicht der (51ouvrrncincnts-Vorgcschtrn undihrrr Uniergcbcncn, der Polizei und der Kreis-Chi-fs von Peking, dcncn diirw unsern besonderen Schan-iu nnbcfohlcn isi, solche Verbrecher anfzufangcn, » auch mancher U11- schnldigc mit cingczogcn worden scun/ so werden wir, wenn man uns davon in Kcnntniß srizt, solche Vcrsehcn nicbt mtgeahndet lassen. Uebrigens folgt daraus noch nicht, das: man wcgrn einer solchen Furcht, cinem Uebcl, das einer verheerenden Ueberschwemmung odcr dcr Post gleich ist, freien Lauf lasen müss; wie soll man ohne An: wendung durcligreifendcr Mittel das Ende derselben erwarten? Wer- den niclit im Gcgetrthcil, wenn “Man ihm Zeit zu waQsen giebt, die

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', Nach dem Chinesischen Kalender seit dem 24. “Januar dieses Jahres.

Folgen weit gefährlicher und das Uebel größer seyn? Einer wird emartert, und Hunderte werden dadurch vorsichtiger gemacht, und ?ghren ruhig fort, sich mit dem Landbau und den Künsten zu bcschäf- tegen; Werden durch solche Mittel nicht mehr gute Bürger ber.“:adrt Und Unschuldige gesckiüht? Selbst den im vorigen und diescm Jahre eingefangencn und überkührtcn Keizern wurdc Gnade uicht vorent- halten; der grdßtx Thei derselben wurde nach dem Verhör und msd- dcm man ihnen ihre Unterschriften abgenommcn hatte, in Freiheit zischt. Wie war es da dem Ljan-tsckiun-ziin möglich, zu sagen, Daß viele, selbst ganze amilt'en, durch das peinliche Gericht unschuldig gc- litten haben, und dicses Loos noch sehr vielen bevorsrehc, zii dercn Retter er sich in seiner Dummheit aufwirft. „Hieraus kamm mim ersehen, daß der Lian-tsckiuwzsén von dcn Smrrts, Gcsckiäftcn durch- aus MOW verücht, wenn er auch sonst gelehrt ist. Weil 1171111 11111“? von E7Mkm/_ del“ blind 111111 111111) Öst- niclit" 11111 1711311“th darf, so wol- len wa“ dreien irirxrn Urirrriiciiid 1115115711de iriiirii. 33.1111 &?1'111131'1 können Wir iiiclit 1113101, 111111751111 *)Zdlir d.'i“-.;1'..;t 71,11 inachri'i- dx-i; wir das Skblechir 1717117131: 1111-51 “115111711511,- 11111111 dcr- (15m- .é'k'i'iiR- wir entfernen da.»; 1571111, 11»; ,“) ;1'171'1-"1' 1,“ 11111“; MB 11111 171'» 11,11 *, und dies war 11111» w 1“? „1,0111 01-- „11111 ic“. ,. 11111 *.*-51,9". “ck “..“-_“ “oom Volke ach 1111.*1:'x-:*- 1111-3111? mic “*.*“, 13-15 555-711 221,1»..7: Glück zu qenißri Oiß 111.“ dic Bew.“; „11.17 111“ “:“-1113: “(1146 die. erste und ri!1_,!.1r i_“j'ir1111d31,1;x de;; (MWK; fr», 1111? 1.3,» 1_'*,**“:_' der ganzen Welt *.*-ciairiirc LL: '«hihcit wxiciÉ-ri'iig 1111554001111. “1.211,37 wir für übersii'iiiixz. 'Oérser *.*échan .11 111 3301311 drcmmi 311 1111-10-32 -

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Literariiche T-Naihrichren. Preußische Provinziai-Bläcter.

Von diesen Blättern, die in Königsberg 171.711 dcm dl)!“115“11*!i „'“-Bc ein zur Rettung derivahrlosker Kinder herausgcgedrn w:"rdcn, cr- scheint seit dem Jahre 1.029 monatlich kit“: icht von scriis Boixrii Herr „7200111de1113 fäUt darüber in sréttcn Jahrbüchern “rer («.r- Jsiiflsx und Staatskiinst für 1532, „Band 2, Seite 3153, f;;rzi-mics

UM! :

„Die Beiträge zur Geschichte des Dcntschin Ordens in A,)rcns-ctt von [)1'- Friedrich Wilhelm Schubert 1§.;|, r-cranlaffen dc1171cc7c1'cn- ten, in kurzen Andeutungen dicser (nämlich dcr oven atigefiiixrj-xii) Monatsschrift zu edcnken, welche außerhalb ihrer PWVHUJ/ iwd wenigstens außerhan der Preußischen Monarchie, weit ircniizcr ri; 1th noch bekannt acwordcn ift, als sie es nach ihrem §]1'T:ki_11*1:11 Inhalte verdient. "Zwar können in einer, znnächii aiif vrdd-.1;.ri;: und örtliche Verhältnisse berechneten I)ionntzscdrift nicht «111 21.4"- säize und Mittheilungen aiich fiir das 2115111111. gleieh inWoW» 1111; Ref. darfabcr verschcrn, das: er in den vorlicgrndcn Jahrgaxrzxix 1 :“. -, 1830/ 1531lxnd7FckeftcvomIahrc 032 viclcIidlmikdlungcnfand. wiirde ein allgemeines Jntcreffe für (Zicsclé-icbtsxorschrr, Litcratoxrii 11:11 Staatöwirthe behaupten. Das dem Fcrrimr':,f;irfie vorgcT-riirirc Subscriptions-Verzeichniß ist sehr stark, und die zwritr 211101997115 Januar-Hests beweist, daß beides, die wol;11häti_qe Aviicht Oi"! dicirr Zeitschrift, so wie ihr Inhalt, Anklang und Ancrkennung haixrisäch- lich in Ostpreußen gefunden haben.“ _ 7

Nachdem Referent bicrnächst auf einige Iliifsähc, dtc_1:11ch die Tlieilnahme des Auslandes in Anspruch nehmen, mtfmcri'smm gc- macht, schließt er mit folgenden Worten: _

„Schon diese Nomcnclatur belegt, wclche intcrcffnntr Ct.“;ic itt diesen Provinzial-Blättcrn zur Sprache gcdrawt Werden, und wie sehr sie es verdienen, in die Deutschen Fournal-(Bcscllschasrcii, 111111) außerhalb der Preußischen Monarchie, (1111111110110an 7111 [.*i'i'kktk; denn unverkennbar wirkt in dieser Monatsschrift cm schr clxrcnivrr: ther Kreis von Gelehrten zu einem eben so mcnichcnschxidlich.11- als wiffcnscimstlickien Zwecke.“ _ 7

Wir theilcn dicse Recenson dcm Publikiim um io lerbrr mit, als es scheint, daß die preußischen Proviriziiil-Biättcr noch nicht 1111: gemein bekannt sind und diese Mittheilung vielleicht Vcrmimiiiing werden möchte, eine größere Verbreitung derselben in bewirken, welche sie ihre! doppelten Zweckes wegen qrwii; verdienen.

Für den cringen Preis von 2 Rthlr. Zähriiäi erhält irdcr Ado»- nent monatli 1 Heft von 6- 7 Bogen rostfrei zugesendet: cine Summe, die Niemanden zu entbehren schwcr wrrdrn kann, dem chte nützlichckund lehrreiche Unterhaltung ck25ediirsnii': iii.

_ ').)ieceoroiogiiche Brodawtanq. 7 1832 ! Morßens 7 Nachmitt. Abrnd»; ! Nack) cinn:«*.ie;.*.cr 16. Dczbr.1 6 u r. 2 uhr. 11111111. Brob11c1111111.1. _ Luftdruck . 3344 7MPc1k- 337;- o (““P11r.'.“z.*57.5 “1MPfik-FQUCUWUUUT .»,x: " R " 0 . * _ o LUftWäkmt +2/. R' + “2“, o R' +“ 0 "R'“?!ilßwarine ".I 1 0 R. “.'. :. ".*)c,

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Billers zu dieser Vorstellung sind in der Qiéo'r-niiix-x “ir Dllcs. C'lsler, unter der Stechbahn Nr. .;, ;- Tr-xppcn lwxxi, “3.11 Morgens 9 bié P?ittags 3 Uhr und ?[rc1id5 «111 der „&i-„.s'sc zu folgenden Preiien zu haben:

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911 91; 91

91 -- = 92;

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Ein Platz in den Logen des ersten 91.111er 1 Rrhlr. :s.

Die Abonnements und freien Étitl'cin smd ohne “.)[UFUKJML nicht gültig.

Im Schauspielhausc: Garrick in Bristol, Lustspiel :'11 *- “Zili- theilungen, von Deinhardstcin. Hici'axif: „Dic iimgr -_Z-'I.1.1-.g,

Lustspiel in 1 Akt.