_ Die vereinigten AuÖschüffe des Bundesratßs für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen traten heute zu einer SiHung zusammen.
_ Ebensowenig, wie im Sinne des Reichs-Strafgeseß- buches die Beamtenqualität von der Leistung eines Dienst- eides abhängig ist, werden andererseiis durch die thatsächliche Leistung eines Diensteides die Pflichten des vereidigten Beamten durch den Inhalt des Dienßeides begrenzt. (Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 12. November d. I.) _ Den Amts- sekretär F. suchte ein Gastwirth, welcher in seinem Lokale ohne polizeiiickze Erlaubnis; Tanzmusik hatte abhalten lassen, mit 2 Thlr. zu bestechen, damit er die Anzeige dieser polizeilichen Kontravention rmterlaffe. Der Gastwirih wurde wegen versuchter Beamtmrdestechung (§. 333 Sirafgeseßbuchs: „Wer einem Be- amten oder einem Mitglieds der bewaffneten Macht Geschenke oder andere Vortheile anbietet, veripricht oder gewährt, um ihn zu einer Handinng, die eine Verleßung einer Amts- oder Dienß- pflicht enthält, zu bestimmen, wird wegen Bestechung mit G2- fängnis; bestraft“ 2c.) angeklagt und in erster Instanz verurtheilt. Der Appellationörichter sprach jedoch den Angeklagen frei, weil der Wutssekretär F. mir als Protokollführer vereidigt war und es somit nicht zrr ssinen Amtspflichten gehörte, jenepolizeiliche Kontravention zur Anzsige zu bringen. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde der Ober- ßaaLSanwaltschaf! vernichtete das Ober-Tribunal das zweit- instanzliche Erkenntniß, indem es ausführte: „Der Appellations- richter hat zwar anerkannt, daß nach §. 359 des Str. G. B. die Beamteneigenschaft nicht nothwendig mit der Ableistung eines Diensteides zusammenhänge, er hält abrr dafür, daß die Be- eidigung deshalb von Erheblichkcit sei, weil sie ersehen lasse, ob F. bei seiner Verhandlung mit dem Angeklagten in einer unter AmtSLid stehenden Nmts- oder Dienstpflicht thätig gewesen sei. Durch den zweiten Saß dieser Argumentation wird der erste seinem Wesen nach aufgehoben und zugleich in dem §. 333 des Str. G. B. eine Unterscheidung hineingetragen, welche durch Fassung und Zweck dieser Bestimmung nicht begründet, vielmehr durch §. 359 des Str. G. B. geradezu aUSJeschloffen ist. Wenn die Beamtanualität im Sinne des StrafgeseHbuchs von der Leistung des Diensteides überhaupt nicht abhängig ist, so kann die Be- schränkung des Diensteides auch nicht zur Begründung der Be- hauptung herangezogen werden, daß die Beamte11pflichten durch den Diensteid beschränkt seien. Es liegt dieser Auffassung viel- mehr eine Verwechselung der Pflichten des Beamten in Bezug auf die ihm spezieii übertragenen Funktionen mit der allgemein aus der Beamtenstellung, wie auch aus der im konkreten Falle in Rede stehenden SteUung fich ergeben, ohne spezieilen Austrag zu erfülLenden Pfiickzi zu Grunde. In leyterer Beziehung wird die Dicnsjpfiicht des Beamten durch den Diensjeid nicht begrenzt, das dienstlich pflichtmäßige Verhalten des Beamten ist durch die Erfüllung der ihm speziell übertragensn Funktionen nicht er-
schöpft-“
_ Die rechtHwidrige Aneignung eines an einem dritten Orte von dem Bcfißer liegen gelassenen Gegenstandes wird als Diebstahl bestraft, wenn dem Eigenthümer der zur'ückgelaffsne Gegenßand noch nicht (1119 dem Gedächtnis; geschwunden ist und auch äußere Hindernisse nicht vorliegen, welche das Zurückholen desselben hindern (Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 30. November d. I.). _ Ein Herr fuhr eine Strecke Weg?- in einem Omnibus und stieg sodann aus demselben unter Zurücksaffung seines Pelzes. Bald, nachdem er anögesiiegen, bemerkte er den Verlust, konnte jedoch den Omnibus nicht mehr einholen und begab fich deshalb bis zu dem betreffenden _ Halteplaß, wo er auch den Omnibus antraf. Der“ Pelz befand fick) jedoch nicht mehr in demselben, da ein andercr Herr ihn mit sich genommen. Kurz darauf wurde dieser ermittelt und wegen Diebstahls angkklagt und ver- urtheilt. Die durch die NichtigkeitSbeschwerde angeregte Frage, ob Angeklagter statt eines Diebstahls einer Unterschlagung schul- dig zu sprechen gewesen wäre, entschied das Ober-Tribunal, daß ausschließ1ich cin Diebstahl vorliege, da nach der vorinstanzlichen Feststellung der Verbleib des im Omnibus liegen gelassenen Pelzes noch nicht aus dem Gedächtnis; des Geschädigten ent- schwunden gewesen und auch keine äußeren Hindernisse vorgelegen haben, welche das Zurückholen des Pelzcs Seitens desselben ver- hiiiderten. „Der fragliche Pelz befand sick) somit zur Zeit, als Angeklagter denselben an sich nahm, noch in der Verfügungs- gewalt des Geschädigten und folgeweise auch in dessen Ge- wahrsam.
_ Der Ober-Präfident der Provinz Brandenburg macht bekannt, daß, nachdem die Stände des Markgrafthuch Nieder- lausitz in Folge des unterm 16. März 1871 mit der Staats- verwaltung abgeschlossenen Vertrages wegen Aufgabe ihres Mit- eigenthums an der Strafanstalt zu Luékan eine neue Land- armen- nnd Korrigenden-Anftalt in Lübben errichtet haben, diese Anstalt, Welche zufolge getroffener Uedereinkunst mit den Ständen des Kreises Cottbus bis weiter auch zur Auf- nahme der Korrigendeu aus diesem Kreise dient, am 1. Januar 1876 eröffnet werden wird.
_ Die VundeSraths = Bevollmächtigten, Großherzoglich badischer Ministerial - Präsident Ellsjätter und Herzoglick) sachsen-coburg-gothaischer StaatS-Minister Freihrrr von See- bach, find von Berlin wieder abgereist.
Württemberg. Stuttgart, 17.Dezember. Der Evan- gelische Synddus hat heute Abend stine diesjährigen ordent- lichen Berathungen geschlossen.
Anhalt. Dessau, 18. Dezember. Im weiteren Verlaufe der gestrigen Plenarfißung des Landtags wurden bei der Spezialberathung über das Civil-StaatSdiener-Geseh eine Reihe von KommisfionSamrägen zu den einzelnen Paragraphen angenommen. Abg. Lezius hob u. A. hervor, daß der Grund- satz, das Dienstalier erst in zweiter Linie zu berücksichtigen, doch nicht in aller Schärfe durchgeführt werden könne. Eine lebhafte DexatÉe vcranlaßte namentlich ein Antrag des Abg. Baldamus un en.:
„Der Landtag jvo11e bei Beraiduns des §. 19 des Geseßes be- iäxließ-“n: „Auf Beamte, welche sich beim Inkrafttreten dieses Ge- seßes im Vorstand, Verwaltunqs- oder AufsichtUatl) einer auf Er- wrrb gerichteten Geerschaft befinden, g1cicbviel ob die Stelle mittel- bar oder unmittelbar mit einer Remuneration verbunden ist, finden die Bestimmungen des §. 19 Alinea 1 keine Auwwdung; das Staats- Ministerium kann jedoch jederzeit das Fortbestcbxn eines solchen .Ver- hältnisfes untersagen“, und diesen Sa ais 21111271 besonderen Para- grapbm in den 1. Abschnitt zwischen die §§. 146 und 147 stellen.
Nach eingehender Debatte wurde das Amendement Baldamus angenommen. Eine längere Debatte veranlaßten darauf die §§. 75, 76: „Die entscheidende DiSziplinarbehörde (für Staats- veamte) ift der Diöziplinarhof, welcher, so oft erforderlich, in Desgu zusammentritt. Derselbe besteht aus dem Staats- thsjer als Vorßßenden und sechs weiteren Mitgliedern, welche
Omnibus;-
Wir aus der Zahl der höheren Staatsbeamten ernennén wer- den 26.“, welche indeffen angenommen wurden.
Lippe. Detmold, 20. Dezember. Das „R. u. A.-Bl.“ veröffentlicht Folgendes:
Die aus Anlaß des betrübenden Hinscheidens Mxines verewigten Herrn Bruders _Von so vielen Seiten sowohl schriftlich wie durch persönliches Erscheinen Mir und den Meinigen außgedrückte warme Thailnahme und die damit gleichzeitig verbundenen Versicherungen treuester Anhänglichkeit an Mick) und Mein Haus hat uns sebr Wohl- gethan und spreche Ick dafür, bei der Unmöglichkeit, jedem Einzelnen danken zu können, zugleich im thmen der Fürstin, Meiner Gemahlin, dann Meiner Frau Schwägerin der vuwitWeten Fürstin Elisabeth und Meiner Fürstlichen Gesäywisier, hierdurch öffent1ich Un1ern auf- richtigsten tiefempfundensten Dank aus.
Die Mir kuudgegebenen anbänglicben Gefinnungen werden Mir in dem Streben, des Landes Wohlfahrt nacb Kraftrn zu fördern, s9Z1_21111)öun,dStärkung geben. Gebe Gott, daß dies nicht erfoiglrs cm 111 ge.
Detmold, den 20. Dez-xmber 1875. „ Woldemar, Jurst zur Lippe.
Oesterreich=Ungarm Wien, 20. Dezember. (WTV) 311 der heutigen Sißung des Nbgeordneienhauses gelangte das von Wildauer beantragte Schulaufsidbtsgeseß zur zweiten Berathung. Fürst Czartoryski bestritt die'Kompetenz des Reichs- raihs, Hazzner wies auf die Jnopportunität der Vorlage hin, während Lichtenfels, v, Schmeriing und Hye für die Anträge der Kommission einiraten. Der Unterrichts-Minister sprach sich gegen die Vorlage aus. Bei der Spezialdebatte wurde der §. 1 mit 34, gegen 34 Stimmen und damit das ganze Geseß abgelehnt. Auf der morgenden Tageöordnung ßeht die Budgetberathung.
_ 21. Dezember. Geßern fand im Finanz-Minisjerium die erste Vorbesprechung Über die Angelegenheit der Trennung des Südbahnneßes statt. An derselben nahmenTheilder Han- delS-Minifter v. Chlumeßky, der Finanz-Minister Depretis, der Pariser Präsident der Südbahn Alphons v. Rothschild und der österreichische Präsident der SüdbahnHopfen. Der Delegirte der italienischen '*egierung, der friihere Minister Sena, ist noch nicht ein- getroffen. _Dem „Tageblatt“ zufolge verlangtdie Südbahn für die Ueberlaffung des italienischen Ncßes 41 MiÜionen FWT, wäh- rend die italienische Regierung nur 39 Millionen Nnnuitäten gewähren will. _ Wie der „Neuen freien Presse“ aus Paris gemeldet wird, betragen die gesammten BetrieböauSgaben der Staatsbahn vom Anfang dieses Jahres bis Ende Oktober d. I. 11,393,145 Fl., gegen 12,178 351 Fl, im entsprechenden Zeit- ranme des Vorjahres, mithin trotz der Vergrößerung des Bahn- neHes 785,206 F1. weniger als im Vorjahre.
Großbritannien und Irland. London, 17. De- zember. Die Königin verließ heute früh in Begleitung des Prinzen Leopold und der Prinzesfin Beatrice, sowie ihres ge- sammten Hofftaates Schloß Windsor und Trat die Reise nach Osborne auf der Insel Wight an, um dort das Weihnachtsfest zu verleben. _ In der Kapelie des Königlichen Schlosses zu Windsor wurde vorgestern die Taufe der jüngsten Tochter des Herzogs und der Herzogin von Edinburgh voll- zogen. _ Die Prinzessin von Wales trat vorgcßern mit ihren Kindern und begleitet von Miß 5111ko6 und General Sir W. KnoUYs ria Dover und Paris die Reise nach Kopenhagen an. _ Irn Kolonialamie ist Folgendes von dem Gouverneur der Straits-Settlements, Sir W. Iervois, an den Earl von Carnarrwn gerickßetes Telegramm eingelaufen: „Penang, 14. De- zember 1875. Am 7. des.- griffen 80 Mann des 10. Regiments, 80 irreguläre Soldaten und 40 Polizisten die Malarien, welche in Sungio Ujonr) eingefallen waren, und sich in einer Entfer- nung von 5 Meilen vom englischen Gesandtschafi§gebäude durch Pallisadenwerke befestigt hatten, wacker an. Die Zahl der Malayen wurde verschieden auf 400-800 Mann geschäßt. Nach einem harten Kampfe griff unsere Streitmacht den Frind mit dem Bajonett an, worauf derselbe zersprengt Wurde und die Flucht ergriff, nachdem er 60 bis 80 Tödte und Verivundete auf dem Plaße gelassen. Unser Verlust war geringfügig. Auf Seiten der Mannschaften des 10. Regiments wurden 2 Mann getödtet und 13 verwundet; auf Seiten der Jrregulären wurden 5 getödtet und 10 verwundet. Die Polizei büßte drei Mann ein, von denen einer getödtet und zwei ver- wundet wurden. *“Malacca und Sungio Ujom) wurden durch Ghurkas und NrtiUerie verstärkt. General Colborne zog mit 300 Mann zwischen Pasfir Sala und Vlauja den Perakfluß hinauf, nachdem er in Bandai: Bahru 200 Mann, und ein Detackzement in Pasfir Sala zurückgelassen, Brigadier Roß aus Indien sieht mit 600 Mann in Qualla Kangha und Umaegend. Zn Perak ßoßen die Truppen gegenwärtig auf keinen Wider- stand. Maharaja!) Lela soil fick) dem Vernehmen nach in Blanja befinden. Saiangorc ist ruhig. Vor der Hand werden keine weiteren Truppen gebra11cht.“
_ Verspätete Depeschen aus Madras melden: Den Jahrestag des Todes seines Vaters, des Prinzen Albert, am Dienstag, verbrachte der Prin z von Wales in Abgeschlossen- heit. Am Mittwoch wohnte Se. Königliche Hoheit den Rennen in Griindy-Park bei und fuhr dann nach dem RegierungSgebäude wo eine Adresse Seitens der Universität überreicht wurde. Es wurden auch mehrere Deputationen empfangen. Nachmittags machte der Prinz dem Maharajah von Travancore cinen Gegen- besuck) und begab fick) später nach den Hafenwerken, wo er den Denkstein_ des neuen Wellenbreckzers legte, dessen Kosten auf 60 Lac Rupien veranschlagt find und dessen Van fünf Jahre in Axispruch nehmen dürfte. Der Feier wohnten Massen von Eingeborenen und Europäern an, welche dem Prinzen emen herzlichen Empfang bereiteten. Am Donnerstag m9chte der Prinz von Wales dem Rajal) von Eochin sowie dem Fursten Lircot Gegenbefuche. Nachmittags fand eine zahlreich besuchte Gartengesellsckiaft im Regierungsgebäude statt, bei wel- cher der Prinz zugegen war. Am Abend fand ein großes Bankett statt, dem sich ein glänzender Ball im Madras Club atrschloß, zu welchem über 700 Einladungen ergangen waren. Die proxektirte Reise des Prinzen nach Bangalore und Mysore ift crufgegeben worden. Am Freitag wohnte Se. Königlickze Hoheit einem Schu1fefte im VolkSpark an, welches ein sehr interessantes Schauspiel bot. Ueber 14,000 Kinder aller Kasten und Konfesfionen wurden bei dieser Gelegenheit bewirthet. Später hielt der Thronfolger eine Revue über sämmt- liche Truppen der Garnison und am Abend speiste er bei dem Oberbefehlshaber der Truppen. Die Jiluminajion war sehr glänzend, insbesondere am Seegeßade. Gegen Mitternacht er- schien Se. Königliche Hoheit bei einem prächtigen öffemlichen Gaftmahle im Rocopuram Terminus, welcher für die Gelegenheit in einen reich geschmückten Saal verwandelt worden war. Bei seinem Eintritt wurde dem Prinzen eine in einem Kästchen ein- geschlossene Willkommenadreffe der Munizipalität überreicht. Se.
KiiziiglicheHdheit bemerkte in Erwiderung darauf, welch' großes Ver- gnugen es ,thm bereite, überaÜ von Menschenmassen bewiUkommnet zu werden, deren Aussehen Zeugniß von ihrer gedeihlichen und zufriedenen Lage ablege. Der Prinz schloß seine Rede wie“ folgt: „Nach dem, was ich gesehen und gehört habe, schließe ich, daß ein Ergebnis; unserer Reise das war, alle Klassen der Bevölkerung in aufrichtiger Loyalität ge en die Krone zu ver- emigep und daß sie ihre Verbindung mit der englischen Mo- narchie als die befte Sicherheit für eine gemäßigte und recht- schaffene Verwaltung, sowie für politische und soziale Ruhe be- trachten.“ Dann folgte die Aufführung eines großen Nandech und Hindoßani - Dramas, welcher auch die Maharajahs von Travancore und Vizianagranx, der Fürst von Arcot und andere Häuptlinge anwohnten. Am Sonnabend Nachmittag segelte der Prinz an Bord der „Serapis“ nach Kalkutta.
Canada. In Montreal haben, wie unterm 17. ds, tele- graphirt wird, KravaUe wegen der Brottheuerung stattgefunden und es werden weitere Ruheßörungen besorgt. Eine Weitere Depesshe liefert folgende Einzelnheiten: Zwei Taufend nothieidende Arbeiter versammelten sich heute (17.) vor dem Stadthause und verlangten Unterstüßung. Hierauf plünderten sie mehrere Brod- und Bierwagen und hatten ein kleines Rencontre mit der Polizei, welche mehrere Rädelsführer verhaftete. Die geforderte Under- stüßung wurde vom Gemeinderatk) votirt und der Mayor Ver- sprack), Ves äftigung für die Leute zu finden. Die Polizei wurde am 21 end verstärkt und der Volkshaufe schließlich zer- streut. Mr. Mackenzie, der canadische Premier-Minisicr, beschloß, die Angelegenheit in den Händen der Lokalbehörden zu lassen.
Frankreich. Versailles, 20. Dezember. (W. T. V.) Für die in der heutigen Sißung der Nationalversammlung zu vollziehen den [eßten zwei Senatorenwahlen smd von der Rechten der Minister der au6wärtigen Angelegenheiten, Herzog 11. Tecazes und der Admiral v. Montaignac, von der Linken Marquis v. Yialeville und Baron v.IanzÉ als Kandidaten aufgestellt wor en.
_ Nationalpersammlung. Die in der heutigen Sißung vorgenommsne Wahl der beiden [eßten Sena; .toren fiihrte zu keinem Resultat. Zur absoluten Majoriiät waren 318 Stimmen erforderlich; der Marine-Minister, Admirai v. Montaignac, erhielt nur 305 und der Marquis v, Maleville, vom linken Centrum, nur 302 Stimmen. _ Im weiteren Ver- laufe der Sißung brachte der Deputirtc Naquet (äußerste Linke) einen Antrag auf leneßie für alle politischer Vergehen halber Verurtheikten ein und Verlangte für diesen Antrag die Dringlich- keit. Mehrere Mitglieder der Linken sprachen gegen den Antrag, den fie als ein Wahlmanöver bezeichneten. Nach längerer De- batte wurde schließlich die Dringlichkeit für dsn Antrag Naquet fast einßimmig abgelehnt. Hierauf wurde die Bcratimng über die Eintheilung der Wahlbezirke fortgeseßt. Die Nationalver- sammlung ging hierbei in alphabetischer Reihenfolge vor und seßte die Wahlbezirke der einzelnen Departements bis zu denen des Loire-Departements feft.
Spanien. Madrid, 20. Dezember. (W. T. B.) Ge- neral Moriones wird morgen mit dem Reste seines Armee- Corps in San Sebastian eintreffen. Die Generale Que- sada und Martinez Campos haben Saragossa verlassen, um fick) nach Navarra zu begeben. _ Der Gouverneur von Kuba, Valmascda, hat um seine Entlassung ge- beien; es heißt, daß derselbe durch General Ioveklar ersth wer- den und daß General Quesada das Portefeuille des Kriegs- Ministers Übernehmen würde. _ Nach einer Meldung der „Prxffe“ aus Kadix wäre Marfori vor die Gerichte gestellt wor en.
Italien. Rom, 19. Dezember. (W. T. B.) General Earini, der nach den Behauptungen des Deputirten Berjani in der SiYung vom 14. d. M. eine offizielle Kandidatur ange- nommen haben sollte, hat eine Zuschrift an Bertani gerichtet und darin die ihm unterschobene Adresse an die Wähler von Piacenza für ausdrücklich apokryph erklärt. Ebenso hat er es als unbegründet bezeichnet, daß ihm von dem Unter- Staatssekretär Codronchi in dem Wahlkollegium von Agnone eine offizielle Kandidatur angeboten worden sei, Co- drouchi habe sich nur im Namen mehrerer Wähler privatim an ihn gewendet.
Griechenland. Athen, 20. Dezember. (W. T. V.) Die Regierung hat die einseitige Beseßung des erzbischöf- lichen Stuhles der Hauptstadt durch den Papst als einen Eingriff in die Rcchte des Kultus-Ministeriums verworfen.
Türkei. Konstantinopel, 20. Dezember. (W. T. B.) Ahmet Mukhtar Pascha ist zum Oberbefehlshaber der in der Herzegowina stehenden türkischen Truppen ernannt wor- den und heute mit einem TranSport von Lebenömitteln und Munition nackz Kiek abgegangen. _ Heute ist der permanente oberste Rath, welcher die Ausführung der in dem eFirman des Sultans Verheißenen Reformen überwachen soll, unter dem Vorfiße des Großvez'rs konstiiuirk worden. Derselbe fiihrt offi- ziell den Titel „AuöführungSratl)“ und besteht aus sämmt- lichen Ministern und verschiedenen Mitgliedern der christlichen und muselmänischen Brvölkerung, darunter auch der ehemalige türkische Botschafter in Paris, Ali Pascha.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 13. Dezember. Das Bulletin über den Gesundheitözußand der Groß- fürstin Maria Nikolajewna vom 5. Dezember lautet: „Ihre Kaiserliche Hoheit die Großfürstin Maria Nikola- jewna hat den gestrigen Tag und die verfioffene Nacht gut verbracht. In dem GksundheitSzustand Ihrer Hoheit ist keine besondere Veränderung eingetreten.“ _ Die Hauptverwaltung der GeseUschaft zur Fürsorge für kranke und verwundete Krieger hat von Ihren Majestäten dem Kais er und der Kaiserin die Summe von 10,000 9151. zu Gunsten der nach Montenegro übergeficdelten Herzegowiner er- halten. _ Der persönliche Beßand der Expedition nach Mon- tenegro, welche von hier durch die GeseUschaft zur Pflege ver- wundeter und kranker Krieger zur Vertheilung von Unterßüßun- gen und zur Krankenpflege abgesandt wird, wird gemäß dem Allerhöchsten Willen I. M. der Kaiserin ausschließlich aus Personen der Gemeinschaft der barmherzigen Schweßern zum hl. Georg zusammengeseßt. Däs Medizinalpersonal besteht mrs 4 Aerzten. _ Die Regimenter der Armee sollen, worauf die „Ruff. W.“ hinweist, m einen Beßand von je 4 Bataillonen umformirt werden, wie es schon in der Kaukasus - Armee durchgeführt ifi. Auch in der Garde wird mit der Reform schon vorgegangen. Doch iß die Frage über den Beßandder Y_a- taillone eme offene. Es exißiren in dieser Hinßcht dre: verschie- dene Pläne: 1) die bisherige Organisation der Regimenter in 3 Linien- und 1 Schüßen - Bataillon beizubehalten, dern lxßteren aber noch 1 Schüßen - Compagnie beizufügen, so daß wahrend
des Karnpfeß jedem Linien-Bataillon eine Schüßen-Compagnie Zugethetlt wurd und die 4. Schützen - Compagnie dem Comman- eur „des Regiment? zur Verfügung bleibt. 2) Jedes einzelne Bataillon gleichartig, d. 5. aus 3 Linien- und einer Schüyen- Compagnie zu formrren. 3) Jeder einzelnen Compagnie aller 4 Bataiüone eines Regiments ihr besonderes Schüßenelement zu verleihen, indem jede Compagnie 4 Halbzüge Schüßen erhält.
Dänemark. Kopenhagen, 19. Dezember. Das Folke- thin g beschäftigte fich in seiner vorgestrigen und gestrigen Sisung mit dem Gesindegeseß. Der Justiz-Minifter schloß die Ver- handlungen, indem er in einem längeren Vortrag aUen gegen Einzelheiten des Geseßentwurfes gerichteten Ausstellungen ent- gegenirai, worauf dieser mit Einstimmigkeit einem Ausschuß von 11 Mitgliedern überwiesen Wurde. Der Finanz-Minifter hat dem Thinge den Entwurf zum NachtrangcwiÜigungSgesetz für das Finanzjahr 1875176 Zugehen lassen. _ Das Landsthing nahm gestern ohne De atte in dritter Lesung die Geseßentwürfe, betreffend den Salzzoll, die Stempelabgabe von verschiedenen KommunabObligationen und die Austernfisckgerei und Austern- anlagen einstimmig an. _ Das Landsthing vertagte fich bis zum 10. Januar nächsten Jahres.
Amerika. Washington, 17. Dezember. Präsident Grant, die Kabinets-Minister, die Richter des obersten Tribunal?) und viele Kongreßmitglieder sind auf einem offi- zieUen Ausfluge begriffen. Am 17. kam die aus mehreren hundert Personen bejtehende Gesellschaft in Philadelphia cm, um den Fortschritt der Arbeiten an den Gebäuden der Centennial-Nus- ste11ung zu inspiziren.
_ Mr. D. Chinerr), der ehemalige Chargéz d'Affaires von Liberia in England, hat aus Monrovia vom 24. uit. die Nachricht erhalten, daß die Feindseligkeien in Cape Pal- mas ein Ende gefunden haben. Alle Civilautorität war suspendirt und der achtbare C. H. Harmon zum militärischen Gouvernenr 2rnannt worden. Oberst E. H." Sherman, Oberst- Lieutenani Williams und Dr. Parn vom 1. Regiment waren nach Monrovia zurückgekehrt und das Hauptquartier haite Be- fehle ertheilt, die Trrippen aus Cape Palmas zurückzuziehen und nur 300 Soldaten als Besatzung zurückzulaffen. Der achtbare W. F. Nelson, Mayor von Monrovia, Konsul für Schweden und Norwegen und einer der wärmsten Freunde der Republik, starb am 13. November an Bord des Dampfers „Volta“. _ In Madagaskar wird der Befehl der Königin, (1112 wäh- rend der [eßten neun Jahre importirtrn Sklaven zu befreien, unparteiisch auSgeführt. In Majunga wurde dies mit einigLr Willkürlichkeit gethan. An anderen nicht untcr der Regierung von Hava stehenden PläHen an der Küste der Insel blüht indessen noch der Sklavenhandel und es haben zwei Gefechte mit den Booten des englischen Kriegssckziffes „Thejis“ stattgefunden, in welchen mehrere Seeleute schwer verwundet wurden.
Asien. Indien. In Calcutta wurde am 17. d. eine Statue Lord Lawrenceß, eines ehemaligen General-Gouver- neurs von Ostindien, von Lord Northbrrwk enthüilt.
_ Die „Penang Gazette“ veröffentlicht foigende' offiziekie DarsteUung der Ermordung des Hrn. Birch m Perak (Malacca): '
Am 30. Oktober fuhr Hr. Swiitknham den Fluß Perak hinauk, um Prokiamationen unter die Bevölkerung audzutheilen, in_xtteljt Welcher ihr bekannt gemacht wurdr, da); die englische Autoritatdte Regirrung des Landes im Namen des Sultans YvdJUay 1111er eiaene Hand genommen habe. Am 1-. „Novrmbcr folgte 111111 der 0119- lische Resident Hr. Birch Persönlich, m Begleitung des Lirritcnants Abbot, eines maiayischrn Ddimrtstbs, Namkns 2111511?) und ernsr Ab- theilung Polizeiwackye. Nachmittags ankert? das Fahrzeug [.*-Cl Tand- schong Esta, und Lieutenant 211111111 ging mit, seiném Jggd- gewehr in die11mgebungen.__ Der Dolmktsti) erhielt den Befehl, einige Proklamationcn önenilich anzusci11agen,_ Wahrend Hr. Birch in einem sciywir-nnicnden Badehaus . rm Bad nah_m. Sein Diener wartete draußen mit seinen Kleidern. Jndefxm Waren einige Malaycn [)erdcigekonnucn und herrschten dcm Ddlmencl) zu: die Proklamatidnen nicbt anzusckxiagen. Der Dolmctick) _ant- Wortete: er müsse dEm Bsfclyix dss chrdeniewgehorchen,. worauf er einen Stoß mit einem malayi1chcn Mkffer erhielt, der ihn vdn'der Bank, auf welcher er stand, in den Fluß _1ckleuder1?. E35 gelang 111111 noch, das Boot zu erreichen, ivo er bald mncn Geryt anschb. Hicrau) begaben sich die Malaycn ins Badhixus und xrmsrdeten .Prn. Birch. Der Diener hatte sich ins Boot gefluchtet. Lieutegant Abbot kkbkte indessen von feinrm Ausflug zum. Boot? zuruck und begegnete einem Manne, der ihn Warnke, mchi werter zu gebkn, _Er bc- achtste dies nicht, sondrrn 161311: seinen WZg langs de_m Fiußuxer fort, wo er das Boot auf dem Pimkie fand, 111.1) 311 rntsernrn, ohne da); es Von irgend Jemandem geführt zu werden 11111011. Ec hatt? vdn dem Gcsckzebrncn keine Ahnung und wrong ins _Boot _ 1116131161 Wurde von (11101 Seiten auf iim gefcuert _ ,und 81113 ward wadrxnd iciner ganzen Fahrt bis zur Residenz von berden Seiten des Flums fortgcießt. Doch entging er jeder Verlétzung. Er hatte den L::chnam des Doiwetsckzes bci ficli, und einige Leute des Bookes wwdm 1ck7-_1r"er vcrwundct. Das ganze Boot war von Kuzcln 111117111671)er Kapitan Weiner, vom Dan1pfer„P1uto“, bxgab fich alt:?bald nacb Pin_ang, um die traurige Meldung von dem Geicbehenen zu „erstatten. Lieutc-„nant Abbot blieb mit 4 Matrosen, zurück, um die Residenz zu buten. Während der ,Pluto“ den Fluß [)inabfubr, gab Kapitan Wrimr von Station zu Station den PolizciWachen den Befehl, dem Lieutenant Abbot beizustehen, falls Er angegriffen werden 101119. .Der Dampfer „Kidxah“ wurde nach Larut entsandt, um, den Kapitan Speedy zu Warm'n. Später erfuhr maxi: Hr. Daoidscn, dcr Resident m Klang, habe von drm, was dre Malaysn vor [)Jttcn, L*:ipd be- kommen und einen (Z'xpressrn an Hrn. Birch abssschtckt, um ihn zu benackorichtéaen, es seien in Klang 111111111611 ausgebrochen, und der Radfckpah Massckyur dieses Platzes, ein Bcsckzußerdes RebeUc-n Mcxhdic, suche in Perak Unruhen zu erregen, weshaly er ihm dessen„Ve_rk)astmrg ancmpfehle. Diese Botschaft traf sechs Skunden zu spat ert]. Die Leute, welche Hrn. Birch nacbgeschickt wurden, begegneten bereits dem Boote mit ssiner Leiche. Man hegt aklgemein dre festensbcsrzxugung, daß der Mantri von Larut in die Komplotte von Perak crn1111ch ver- Wickélt ist. Es sind gerade zwölf Monate', dgß Hr. Yirck) vom Sultan Abdaüah von Perak schrieb: „Je mehr 1ch_ vom “»Ju11an zu sagen habe, desto mehr fühle ich die Größe der Ausgadr, dre :ck rrnt diesem Manne zu übernehmen m_ich angetragen habe. Er rst im höchsten Grade einfältig und verrurkt. Jeßt [)(11 er fick) auch dem Genuffe des Opiums ergeben und ist zu gar nichts gut.“
Afrika. Aegypten. Mit Erlaubnis; der Verwandten des verstorbenen Werner Munzinger entlehnt der '„szd“ einem Brief eines Freundes Munziagers, Hrn. Dor-Bey in Kairo, folgende Details Über das traurige Ende des Reisenden:
Kairo, 5, Dezember 1875.
Munzinger verreiste von Tadjura am Abend des 26. Oktober, um in einem nahegelegenen Hafen zu landen, vo_n wo gas er dre Landreife antreten wollte. An Bord des _,Zagazig“ schrieb er wir seinen letzten Brief. „So sind wir endlich abgefahren“, ,svchrreb er. „Um den Leuten und Kameelen einer! Marsch imeande langs dem Meere zu ersparen, haben wir uns diese Nacht wieder im .Zaqazrg“ emgefchtfft und dampfen dcm Landungßplaße Gela-Heffo zu, 15 Meilen
von Tadjura. Abends soil die Landreise beginnen, Wir halfen einen
ziemlich [augen Aufenthalt in Tadjura, verursacht durch die Schwierigkeit,
Kameele zu bekommen; wir reisen je?t nur mit dem Allernothwendigiten,
BiScuiis und Käsen, die wir selbt tragen; keine Zelte. Ich babe
350 Mann mit, zwei Kanonen und zrvei Fusées. Der Rest wartet in Tad-
ura. Von hier nach Auffa sind es etwa 36 Stunden, theilweise schlechtes
ulfangeröll. Unser Weg berührt den Salzsee Assai, wo eine große Sa1ine
ist, und kommt dann in ein schön bewäfferies Land. Die Aufgake, die
wir haben, steht je. näher je schwieriger aus, nicht sowohl materiell als moralisch, weil wir es mit einem ganz fremden eigentbümiicben Volke zu ibun haben, dessen Vertrauen zu gewinnen wir noch nicht die rechten Wege_kennen. Ehrlichkeit und Geduld werden uns aber hoffentlich aucb hier 1111111 und nach die Herzsn erobern, oder vielmehr die Köpfe. Wir find ails Wohl; meine Frau ist mit mir, und wird mir in DM Stunden der Vcrzagibeit eine rechte Stauffacherin_ sein. Ermutbigxingen werde ich freilich brauchon; der Zweck ist icliön; HinterabeMnien bekommt Lust argen das Mee: hin, und wird sichcr aufblühen.“ Haggenmacher aus Brugg und seine Frau waren mit ihm, obschon die Gegenwart der letzteren sick) noch nicht bestimmt konstatiren läßt. Am Assaifse angkkommen, traf er den Sohn des Scheik1)s MohammedLebeda, Häuptlingswon Auffa, der Munzinger im Namen seines Baiers freundlichst begrüßte und ihm das Willkommen ins Land wün1chte. Mit diesem war auch,wie es scheint, ein Gesandtc-r des Königs Menilek von Schda anwesend, Rüs-Burn, denn von nun an steht diese von Munzinger längst gekannte Perjönlicdksit an seiner Seite. Munzinger vrrabschiedete nun seine Fiihrcr aus Tadjura, nnd iibcriics; sich der Leitung des jungen Schaikhs, drm sr cinE11r€11k1€id, eincn Säbel und 05le schenkts, um Prdviant zu kaufm. Die Rciie ging nun Weiter. An einem Llhend spät _ das Datum läßt fich ieidkr noch nicht gcnau_ermitteln _ kamen fie an einen etwas niedrig gelegenen, aber angenehmkn Und mit marmélwiien Bäu1nchen bawach- senen Lagerplatz, wo die kleine Kolonne, welche an Nahrungsmitteln Mangel litt und schon untermags manches Kameel hatte tödten müssxn, fick) lagerte und ausrubte, während der Sohn des *SÖeikds fick) unter dem Vorwand, Schlacbtvisl) zu holen, eniferuke. Die Nachi VLk11Lf ruhig; ein Posten wachte. Grgen 2 Uhr Morgens kamen zwei Eingeborne mit einem Och11en und einer Kuh, und onten rns Lagcr dringen, angeblich um das Vieh Zu verkaufen. Die Wache hielt fie zurück bis zum Tagesanbruck) und band fi.- an einer Laffeite fest. Die Leute 1chrircn und riefrn. Von «111211 Seiten, wie bei eixqem Signale, stürzen die Gallas, Tau- )cndc an dchahl, [):-rhei. AÜarm wird gcb1a1c-n. Der junge Srbeiki), der das Lager genau kannte, stürzi auf den gerade erwachsnden Mun- zinger los, ermordet ihn mit vier Jagdmesserstichkn, und wird dann selr-st von einem Soldaton gctödet. Die Frauen werden a11e nieder- gemacht. Hagaenmacher und die Soldaten baitcn mit starkem VL!- 1uste bis zum Tageöanbruck) aus, indem sig sich auf einen benaécdarten Hügel kämpfen!) zurückziehen. Der Kamy) dauerte am Morgen noch eins Stunde und die Gallas flohen davon. EinStadSosfizier, 333.11- Cffendi, der mit der Kolonne war, übernadm das Kommunist). Einige 50 Mann gingen mit ihm ins Lager zurück, konstatirtén und zählten die
-Todten; 160 von ägyptischer Seite und natürlich 11911) vic1me11r
Seitens der Gallas lagen auf dem Boden. Was nachher folgte', inirr- essirt die Familie unseres armcn FkLUUdks nicht mehr. Die Kanonen wurden vernagel'r, die auf dem Vodcn liegenden Flintcn zrrirümmert, die Laffetten und alles Was nicht Weggetragcn wcrdrn konnte, in deri Flu)“; geworfen, Die Uebriggcbiicdeucn blieben den ganzen Tag auf dem Schlachtfeld und auf dem angrenzenden Hügel. Drr Kampf fängt mit der Dunkelheit von neuem an, und wird di? ganzr Nacht hindurch fortgesktzt. Mit Tageöanbrucl) tritt die kleine Schaar obne Lebensmittel den Rückzug nach Tadjura an. Haggxnmachcr und Räs-Buru sterben rrnterrvrgs an Erschöpfung. Unter sortwährendem Kampf erreichen nur ungkfähr 120 Mann ÖM Haien. So vcridr 531€..ypten einen seim'r irenssten Diener. Der Bize-Kömg, dsw die Erhaltung Munzingers so nah am Herzen (Jg, 11.11 1111111 Scanitragt, der Famüie drs Verstorbenen den Ausdruck )eines 112711111 Swmcrzes zukommen zu lassen.
Die Nr. 101 des ,AmiS-Blatts der Deutsxben ReiÖZ- Post-Vcrwalfung“ bat folgenden Jukyalt: Vcrfugungen: room vom 15. Dezember 1875. Britritt Frankreicks zum 3111381110110: Pofivcrcin.
_ Das Beiheft zum Militär-deenblait, hsraus- gegcbm Von 1». Wißlxben, GensralLie1rienar-r_3, D., 1875, 3211111225 Hsft, 11.1t folgendexi Inhalt: Krisgévrrichtk Frikdrtck) des Orcßsn aus den beiden 1113127151101 Kriegcn. _ Ferdinand W1111L1111 Frqnz Baron Bolsteru v. Boltenstcrn. _ Die Bewaffnung dcr Kavailcne.
Neichstags = Angelegenheiten.
In der Abcndsißrwg der ReiÖStagI-Kommisfion zur Vor- beratvung der Strafgescßnovclle vom 18. d. _Mts._1v111den die der Kommiysion überwiesenen Paragraphen in zweiter L_eiung be- ratkzen “.ind die in der ersten Lesung besch1dsjcne Zasjung dcrirlbkw ge- mbmigf. SÖlirßlick) Wurde als 11SÖL!VUJS_ÖL1_11111MUUJ be1ch1111scn, daß bei d€m vor dem Jukrafttreßxr dcr Strasgcstßnczvclle kegangenm Verbrechen, w-lckye nach dem Stmwemßbuche nur auf Antrag 511 vrt- folgcn stud, für die Siciluna und Zurucknahme des A:;traged die bis- herigen Bestimmungen des SirangerucHes maßgebend bleiben.
Statistische Nachrichten.
Aus dem Niederbarnimscßcn Kreise l_icgt, w1_edw„Nai. Ztg.“ 1111111)€111, bereits eine vollständige vorlaufigc 3111011111171111111111111 1386 2111111113113 der lrtzicn Volkszählung vor, w0110ch11chdl13 CÉU'UOlMZr' zahl auf 117,013 gcgen 88,653 Zim Jahre 1871 strÜt. . Lie 4110991- kcrtstr Ortschaft des Kreises ist das _DorfLichtenberg,1111112003001- WOHnern gigen 3413 in 1871; dann solgrn Bernan 111116484 (111.918), Rcmickendorf mit 4699 (m. 3724), RiiderSdorf mit 4676 (xn, 383), Oranienburg mit 4507 (111. 781), Pankow 11111 39347116 915), “När- dcr Stböulxauk-cn mit 2010 (m. 666), Tegel und Ploizsnice M11 3904 (m. 2134), Friedrichshagen mi 3356 (m. 1199), „Friedrichsfelde mti 3091 (m. 921), Stadt und let Ait-Landsverg mit 2986 (m. 378), Weißensee mit 2907 (m. 2440), Liebenwalde Mit 2538 (m,_73), Rum- melxburg mit 2135 (m. 642), Herzfcldc mit 1942 (ru. 607), Gwiz- Scdönebcck mit 1701 (n:.24), Französisch Buchholz mit 1442 (m. 228), Taßdorf mit 1383 (m. 426) 11111) Sch511wa1dc 11111 1225Eww011116rn (m. 120). Die verhältnißmäßig größteStsrgcrirrghatwithin WezßZn- fee crfabrcn, da die jetzige Einwohnerzahl sechsmal großer a1s die im Jahre 1871 ist.
_ Der Akademiker Vr. Johayn Friedrick) Brandt, der 9111- meister der russischen Zootlrzgen, sei:"rt am 24,Januar187v mn fünfzigjähriges Doktor-anilaum.
_ Der Mineralreicbthum„Englands. Aus dem Jahres- bericht des Custos der Bergbau-Arcbwe erheÜt, daß der Gesamwt- werth der im Vereinigten Königreich 11: 1874 gewomrcrzcn Mmerglicn, Metallen, Kohlen u, s. w. fick) auf 67,834,313 58 bklles. Von diesem Betrage kommen 19,539,070 .:L auf MctaÜe, 45.849,194 „€ auf Kohlen und 2,446,049 ;L auf andere Mineralien. Wahrend sich der Werth der in 1874 gewonnenen Kohlen und Erze rm Vergleiche mii dem des vorhergehenden Jahres um 3652434 56 verminderte, weist der Werth der übrigen Mineralien einen Zuwachs von 764,00035 auf. Quantitäten nach wurden in 1874 gewonnen: 125,000,000 Tonnen Kohlen, 14,840,000 Tonnen Eiscnerz, 78.500 Tonnen Kapfererz, 14,000 Tonnen Zinnerz, 56,000 Tonnen Schwefelkies, 2,436,000 Tonnen
Thon uud 2,306,500 Tonnen Salz.
. _ Nr. 46 der Statistischen Correspondeuz (verantWort- 1161): ])r. E. Engel m_Berlm) bat folgenden Inhalt: Die Medi- zinalversonen im preußischen Siaaxe. _ Die Sparkassen in Sachsen im Jahre 1874. _ Die Ernteertrage Frankreichs von 1815-1874?
Kunst- Wiffenschaft und Literatur.
Die „Platoniscben Studien“ von H. Boniß (BerlÖ', Franz Vahlen, 1875), Welche bald nach ihrem Erscheinen vcr- griffen waren, liegen jetzt in einer zweiten durchgängig revidirtcn Bearbeit'ang vor. Drei von den neu binzuaefügien gedie- genen Abhandlungen beziehen sich auf die Erklärung von Dialogen Platons, wclche besonders zur Gymnaffallektüre benutzt Werden,11äm1ich „ProtagoraS“, „Lacheö“ und „Eutyphron.“
_.Dai'ZWesen der ästhetischen AnsÖauung“. Pkwfidld- logische Unterinchungen zur Theorie des Schönen und der Künste. Von Dr. Hermann Siebeck, Profcffor der Philosophie an der 11:11- vers1tät Baicl. Berlin._ Ferd. Dümmlersche Vrrlangucbhand- lung (Harrwiß und Gdßmanxi) 1875. _ Der Verfasser bietet an- aesichts dcs gegenwärtig, an) dem Felde dor Assihetik schwan- kenden Streites zwischen der aus dem “Idealismus stammen- den Auffassung ch .Scdönen, welcher bis vor Kurzem noch im überwiegrndcn Vortheil war und dem idgsnmmten ästhetiscden Formalismus, dcr namrntlich in jüngster Zsit sich seiner Linsprüche und seiner wissemwaftlickyn Begründung gewisssr gsworden ist, eine Rrihc objektiver nsrwr Untersuchungen der Grundlagen bsider Gegxn- sätze. Cs find Beiträge zu einer „Physiologie dcr Phantasie“, welche, ohne das Gebiet der Msiapi)r)fik des Schönen zu berühren, von Seiten der inneren Erfahrung aus fiir eine BkanWOTUMK dcr ichwedrndon Fragen und den Austrag jenes Prinzipiensireitks Material bsidringxn. Den Eröricrungen lisgen die Lehre von der Apperception wie fie Herbart (111198118111 111.d Sieinthal Weiter auégcbildet hat, zu Griinde. Besprecbnuqrn vorhandrner Meinungen fin) 11rög1ick)st vsrmieden, wo- durch die thandlungrn eine gedrängte und übersichtliche Form er- baiten haben. Nach einem einleitenden 211111711111 beschäftigen sich die ersten Kapitel mit der Anschauung, der leperception, 11717) 11119111 Verhältniß, der Llypercrpéidn dnrci) Vc!hältniswdrsteliungen, dsr (11159- tischcn Apperccptiowund dcm ästhetisÖcn Gefallen. Mancbss Nome und zu weiteren Foriwungcn Anrcgknde bieten dis Untersuchungen 11111" Phantasie und deaiisirung, Üdrr Stoff, Inhalt und Forw, iiber die Wesentlichen Merkmal:“, die Modiffkationkn des Scixöncn, sowie Likör die ästhetischen Clemcntarverhäliniffc.
_ Das Doppcidefi 9 und 10 (25. Jahrgang) dcr „Zeitscbrifi für Bauwcsen“, Herausgegeben unter Mitwirkung dcr König1ichcn teckmiscben Baudepuiaiidn und des Arcbitrkierwsreins 311 Berlin, xc- digirt von G. Erbkam, “Bauratb im Königliciwn Ministerium für Handel, Gewerbe uvd öffeniiiche Ardsifkn, (Berlin, 1875. Verlag von Ernst & Korn; dat folgrndcn Juhait: 1) 2111110412 Bekannr- machungen. _ 2) Banwiffe1richaftlichc Mittheilungen: Kaiserlicdss Gencrai-Postami in Bérlin vom Regierungs- und Baurail) Schivario in Berlin, (Schluß.) _ Dsr Zdoiogische Garton in Berlin von den Architckten Ende & Böckmann in Ber1in. _ Das Städtische 52111110- mcins Krankenhaus in Berlin im Friedrichshain DM dcn Architekten Gropius nnd Schmieden in Bcrlin. (SMM; 70191.) _ Untersuwrm- gen Übér Längcn und Qurrprdfii gcschiebefiidrendér Flüsse vom Oi'cr- ' Bauratb und Professor H. Sternberg in Kar1sr11112. _ Lokomotiv- Sck)iebebüi)nc ohne vorssnktc Geleise mit hydraulischcm Betrieb aui dsr Personkustatidn zn Bkriin dsr Ber!in-PdtSdam-Magdei'urgcr Eisenbahn vom Bauratl) L. Quassowski in Berlin. _ leasiunxs- äquivalente zur Bestimmung der 111111) fdriicdrcitknde EisenbulénsüM erzeugten größisn VcrtifalfOc-rrkräfre in Brücksnträgsrn mit 10 [“is 150 Mctkr Stüßrrwiw [wm Bauraib Proikffor 01. F. Heinzerlwg in Aachsn. _ 3) Mi?t[):ilnngsn nacb «111111717611 Qirsilen. _ 4) ').-“11:- thci1ungen aus Vsreinkn. 5) Literatur.
Land- und Forstwirthschast. N a (1) w 8 i )' 11 n g der in der 3211 vom 1. 9111731111 1874 di:“- 31. Juli 1875 im preußiswen “Staate ausgegebsnen Jagdscheinc,
N a__,_ Zahl der ..,ez.11111111ng g(xgcn , unent-
ch Geld ' gcltlici)
BR.- arisgewasxisn Jagds Verivaiiungö „r„irks. scheme.
"TY“; 2611191111'3 1 "0111111157,
4,402 370 3,546 - 283 1,606 ; 221 2,792 ; 341 6,079 , 439 6,660 1 391 3,065 ; 235 2,352 . 156 1.004- , 105 4,373 1 197 2,485 184 6,808 * 287 6,05?) 171 4,077 , 312 7,321 ; 184 8,472 148 2,670 ' 95 9,216 » 96 1 7131) * _ 2,218 , 4 2,732 ; _ 1,808 ] _ 2,203 7 1,476 28 . 5,682 , 28 2,606 107 2,713 6,237 , 171 6,408 3,182 323 3,505 3,925 304 4,229 3,551 76 3,627 6,798 93 6,891 3,163 223 3,386 Aachen 2,970 , 60 3,030
Trier . . , . 2,911 , 29.3 3,206
Sigmaringen . 3781 107 485 *)“olizei-Präfidialbezirk Berlin . 1,147 1 5) 1,1.30 Summa 137,827 ] 6037 143,864
Regierungsbezirk Königsderg „ (531111111111111'11 .
Danzig . . . Maricnwerdcr . Potsdam. Frankénrt . Stettin CSM!) . S1m111md Posen. . Brombcrg Brss1au . Licgniß Oppeln . Magdiburg . Mcrsebnrg Erfurt . „ Schleswig Landdroiieidezirk Hannover . „ Hildesheim . „ Lüncbnrg. . „ Siadc. LMadriick „ Aurich . Regierungsbezirk Münsicr . „ Minden . „ Arnsbch. . Cassel. . . „ Wiesbaden , „ Cöln . . Düsssldorf Codicnz .
3,133 (5,518 7,051 3,300 2,508 1,199 4,570 2,6139 7,095 6,224 4,389 7,505 8,620 2,765 9,312- „1,769
3 0-1.)
2,732 1,808 2 203 1,504 5,710
OWQQO'ÖWWS
„
Provinzen.
13,561 14,719 7,007 7,239 17,708 18,890 9,312 12,238 14,831
12,346 1215 13,886 833 6,511 496 6,858 381 16,938 770 18,463 427 9,216 96 12,206 32 ' ' 111121? ZZ? 77%1
c en-Na au . , ' , .) Fixxinvrovsxriz . . . . . . . 19,393 747 20,140 Hohenzoücrnsche Lande. . . . Y_Z78 107 485 Summa 137,82? 6037 143,864
1873/74 find ausgcgeben 128.223 5834 134.017
Preußen . Brandenburg Pommern
Posen . Schlesien . Sachsen . . _. „. Schleswig-Holstem Hannover . Westfalen
mithin pro 1874/75 metz: . 9,604 203 ) 9,1315