Getverbe und Handel. „
“_ ..,-xn Jnfcresscntcn der Berliner Baubörse Wixd an der WDrgigen Generalversatnmlung ein neu vereinbartes Staxut zur. Ge- nebmügung vorgelegt wvrden. Die Firma wird darnacb fur die- Folge Berliner Baumarkt lauten. ,
_ Die außerordentliche Generalversammlung dx: „Renais . sance', Aktien-Gesellscbaft für Holz-Urcbitckjyr und Möbelfabrikation vom 21. d, M. ertherlte yach_1.zeftrgen De- banen und tcoß des Widerspruchs einer großen Mmorrtat der Ver- wnltmig Decharge. „ '
_ Die diesjährige Generalversammlung der Me er Brer- Übkauerei-Aktien-(Hesellfchafi, zu we1_cher,nur 4 Aktionäre “('-1710)ij Waren, nahmen dm Bericht und die Bilanz entgegen und dkäiarxyirtxn die Verwaltung. Die VOLKélkgte Jahres::ecbnung wies bei cmsm 11111751; von 629325516. einen Brutio-GeWinn von 55,9964/16 macb, der verwandt wvrdxn ist zur Deckung des vorjabriaen Verlustes 711111201354 „K;, für Abschreibungen auf Gebäude und Inventar mit 16,463 W., für die Partial - Obligations - Anleihe 12,289 «M, für Mückéieüung auf Konto pro Dubiose 7109 .“ Es hat eine Divi- dende mithin nicbt vetibeilt Werden können. Der Bierabsaß stellte *sich auf 29,479 Hkktoliter gcgen 25,645 Hektoliter im. Vorjabrp' ge- braUt wurdcn 30,656 HektolÜer gegen 27,333 Hektoliter in 1873/74.
_ We1chen Aufschwung die französische Austernzucbt in den [(Um Jahren genounnen hat, ist daraus ersichtlich, daß im Laufe des „Jahres 1874 aLeiu in Aroxchon 1177 neue Austernparks gegründet wurden, so daß Anfangs des Jahres 1875 daselbst 2427 Austern- :parks bestanden, WMH? gegen 40,332,250 Stück des Jabxeö 1873 ein Mehr von 42,002983, «Ufo über 100% erzielien. Daß_ der Preis der Vlustern “hiervon nieht unberührt blieb, i"st selbstberstandlick); _so kosteten 1873 1000 Stück Ausicm 41 Fr., Wahrend ießr 1000 Stuck mit 25 F:". bszabit wchcn. Sbmit ist jedoch die Lluiternmaft noch immer 16171: lohnend.
Berlin, den 21. Dezember 1875.
Aus den Siiz-ungen dcr deutieben Geschichts- und Aliertbnmbvereiné im Monat Novemberd. J. Verein für G81chichteder Mark Brandenburg in Berlin: Archiv-Rgtb Reuter Wrack) “Üb-“r 75113 v-n König Fri-dricb Wilhe1m_1. von Preußen eißénhändig eutwcifM-L gkbpiins Jnsiiixfiion, „Wléudik Etuis anaefertjigt werdxn sc-Uen“, vom 12. Januar 1723, ferner uber die Instruktion fiir dic Rechenkammcr, sowie über die Steklung dsr Minisiex und der becimen Räihe zum Könige, zu ihren Untergebenen und in ihrem kolle- gialiscben Zusammenwirken, _ Verein für_die Geschichte Bex- 1ins: Architekt Prüfer hielt einen Vortrag uber den Tokicntanz in der Marienkirche zu Berlin. Dikses Wandgcmäldp, das 116) bckanntiich in dsr .Ha'Üe unter dem THurme der Marienkirche befindet, rührt etwa aus dcm Jahre 1460 ber, und sicUt Jiepxästntanten der vkiickoieken- stkn Stände, vom Papst und Kaiser an, in Verbindung mit Todtc'n-
('kiPPLU, dar. Wie deutsche Reime unter den Figuren x-rklarcn die Bilder, Den Mixtclptxnkt bildet Christus am Kreuz mit Maria Und J01)annes._ Ztuä.]!1r,HolßesUrach über Nicomus Leutingcr und die ZS- 1'0'111011518 in stine: märkischen Chronik. L. war 1547 in Landsbérg geboren, besuchte die Schule in Bernau, dann 1571-75 die Univeisitätkin Frankfurt a. O., bekleidete spätcr 1:1Jabre das Rektorat in Croßcn, hierauf, eine Zeit 1a11g, das Rektorai iiiSpandau wnidé dann Pfarrcr in Landsberg, blieb (1er auch in dieser OteÜe _nicbt lange, sondern uniernabm weite Reiscn und starb endlich 1612"1n Osterburg. Das Hauptweik, das L.1)interlnffen, sind die 30 B11cher branden- burgiscbsr Geschichte, dic: von 1500-1594 reichen (verg1._üb€r Leutmger Carl Kletke's Quellenschriffsteller_ z. Gesch. bes pfreuxz. Staats,'S. 12-14). Hierauf biclr Schulboxiikbor Budcztes crucn Vortrag uber das Thema „Andrpas SigxMiund Marggraf und Franz Karl Ackard. Ein Beitrag zur Gsicbichte dcs Gswerbkfleißzs „in Berlin.“ Marg- graf (geb. zu Berlin am 3. März 1709. + 1782) ist es, der Kunst den Zuckergehalt der Runkclrübe entdeckte, währsnd Mchnxd ('i“ 1821) dc ersten Rübenzuckerfabr-ikm anlegte. Achard stellte isis 1786 in Camsvorf Versuche an, Rübknzuch:r zu gewinnen und wandte sich am 11. Januar 1798 in einer ernediaiéingabe an König Friedrich Wllhclm 111. mit dkr Bitte», ihm ('in Privileginm auf 10 Jahre zu geben und ein Gut zu scbcnken, auf Welchem Rüben gebaut und Zucker hcrgcstellt werden könnte. Schon am 15. Januar erfolgte 1721111“) Kabineis-ordre die Bestiimnung, Daß auf sämmtliMn Domä- nxn Rübcnanpflanzungen gsmacht Und überhaupt nach Acharcs An- gaben verfahren wsrden sollte. _Das Privilxegium Wunde jsdych nicbt gewährt, weil durch eine 10111)? Maßnahme die bciiebcnden cherraifinerien zu Grunde gcxichtst wurden, Dagegen wur- den andere Königliche Belohnungen in YUSfiÖf _gestsllt. In den Jahren 1799 und 1800 wurden nun neue Vcrmche gemacht, *20000 Thlr. zu dem Zwecke vom Könige zur DiSposition ge- stellt und die Sache immer u1ehy_gefördert. Durch Die „folqcxnd'en Kriegswirren wurde nun zwar d„ic12r_Jndusttiezweig arg gesxbadigt .Und hörte mchrcieJabrs fast gänzlich auf, dock) kehrte man_sväter wrebcr'zu ibm zurück und seit 1816 gelangte iiie Rübenzuckex-Jnduiirie (1111111101111) zu d?!) b.bcutendsn Blütbe, die fi? _g-gcnwärtig einmmmmt. Dex Rübenzucker ist eine 1Pezifisch prcußiich-bcrliniicbe Erfindung; die ersten Vcrsnchc zur Hersicüuxg kesselven wnrden in de_r Dorotheen- siraßk 10, im Universitäts-Laboxatorium, angestkllr. Zuleßt folgte die Ver- lesung cincr Abhandlung des Lehrers Hövfnc'r in Perlcbkxg i_"iber Heimatbs- kunde von Betlin. Erstsr21bschnitt._ Historische Gsicll1chaft in Berlin: Hr.?[braham sprach Über „die Varianiiche Nikderlnge.“ Die Schlacht babe drei Tage gedauert, Varus habe vor ieinsm lsßten Matsche an der „Weser oder in unmittelbarer Nähe derselben gestanden; dock) 1ei der Schauplatz jenes Kampfes bis jetzt von Niemand sicher nach- gewieien wmdcn und Wexde aucb schwxriicb zu finden sesn. _ Verein für Gcscbicbtc und Alterthum Schlcfisns und hifiorische Sektion der Gesellschaft für vaisr1ändi1c1ckeKnliur inBreslau: Prof. 111“. Palm las über die AuNöbnung der Scblefier mii dcm Kaiser durch dcn Dresdener Akkord 1621. Als der böhmische König Friedrich von Der Pfalz nach der unglücklichen Schlacht am weißen Berge am 23. De- zcmber 1620 seinen 161,3th Zniluchtsort Breslau verließ und, auswnr- tige Hüch „suchend, nach der Mark Brandenburg ging, geichab dies namentlich *in Folge eines Beschlusses der in Br-slau veriaminelteu Fürstyn und Stände Schlesiens, eine Gesandtschaftnn den Kurfursten von Sachsen zu senden, der als Kommissar dasKaisers fie zur Unter- .Werfung nnter Letzteren aufgefordert und seine Veruxittelimg ihnen „.angcbotc'a hatte. An die Spitze diescr Gesandtschaft !ieÜte _man den «Herzog Karl Friedrick- von Oels; ik): Sprecher war der Breöiauer *Swdikuö [)x'. Rosa. Am 25, Februar gelangten die Gesandten nach DreSDen, traten sog1eich mit der_ Kurfürstlichen Regierung in Unter- Handlungeu und schickten ihre deSraUsigen Berichte alsbald ncxch Lieg- 116€, ivo vom 1. Februar ab ein Fürstentag versammeltwar. Dienntex- handlungen drehten sicb vorzugßw;ise um eine Generalamnestie und um_d1e dechciiier alsKriegsk-osten zu zahlende Summe. Dcr Kurfürst genehimgte die Hexabminderung »der ursprünglich geforderten 500,000 Thlr. auf 300,000 und ohne Vorbehalt aucb die_Ausdel)nung des Pardons auf axle Schlesier. So kam der Abschluß des sog. Dresdener Akkords ,vom 28. Februar zn Stande; jedoch nur mit Widerstreben wiÜigte der Kaiseri-Me Hof in die unbe1chränftx Amnestie. _ Ma_gde1_)urger Ge- §chichtsvereim AppeÜattonsgerichtsRatl) Zacke hielt, einen Vortrag über die Frohnböfe des Miikelnlters. 'Die ursprungliche Grundxage aÜer Agraxwerhäliniffe m Deutichlgnd bildet die „Hufe“, die Ursprung- 1ich durcb das Loos dem freien Manne zugethcijt war. _Zu ihr gehörte Krautland, Weideland, Walbland. Ibre_ Große schikankt zwischen 20 und 120 'Morgen, Der Mittelpunkt derselben war das Haus. Erbtheilungsn und die Unmöglich- keit, das Rittnpferd u steUeg, veranlaßten manc1,en freien Mann, fich in die Horigkeit eines Renderer: zu begeben. So „entstanden die Edelhöfe, die bei gusgedebntexem Bess mehrere Myer- böfe mit sich vkxeimgien. Aufdiejen Ebelbören'vemchtéxxn die Hortgeu ihren Dienst, den Frohn- oder Herrendienst. Die Cdelhore oder Frohn- böfe erhielten bald Immunitäten, eigene GerichtSngkeit u.s. w. Dee Befestigungen Waren ebenso ein hervorragendes Zeichen d_er Edelböfe, Das feste Haus bcstand gewöhnlich aus 4 Stbckwerken; un untersten wohnten die Dienstleute, im zweiten _ war_ die Wohnung_des Ebel- Berm. im dritten war der Rittersaal, im vierten die Getreidespeicher.
London, 20. Dezember. (W. T. B.) Die Abendblätter melden die ZabluugSeinfiellung der Firma Lawtou & Head, in: dischcs Hans, hier, Queen Victoria Street. Die Pasfiva werden auf 190,000 Pfd. Stekl. ange eben, doch sollen die vorhandenen Aktiva, wie es heißt, beträchtlich Hein.
Verkehrs-Anstalten.
Dänemarks StaatSeisenbahnen. Infolge des soeben veröffentlichten Jabreöberichts ist im Finanzjahre1874/75 der Betrieb der Bahnen günstiger als je zuvor gewesen. Der Per- sonenveikebr ist um mehr als 10% und der (Hütervkrkebr um 3476 gegen das Vorjabrgeftiegen. Das Bahnnetz ist im Laufe des Jahres um 9,7 Méilen (Lunderskov-Warde) vergrößert worden und beträgt jeßi 85,6 Mei1cn. Die Anzahl dsr qsfabrenen Zugmeilen betrug pr. Babnmeile 3165 (gcgen 2641 in 1870/71 bei 65,97 Meilen), die An- zahl der Reisen 25,492 (19,529), die- Einnahmen aus der Personen- beförderung 26,261 Kronen (18.388 Kr.), Durchschnittßgewicyt der be- förderten Güter 86,114 Ctr. (65,617 CU,), Einnahmen aus der Güterbeförderung 21,022 Kr. (14,342 Kr.), Bruttoeinnabme 51,125 Kr. (35,546 Kr.), Gesammiausgabe 33,119 Kr. (24,170 Kr.), Nettoüberschu 18,006 Kr. (11,376 Kr.). .Die ganze Anzahl der be- förderten Per onen betrug 2.182,160, wovon 135,000 tranfitirende, und die Geiammteinnabms aus dem Periouenverkchr ca. 2,240,000 Kr. Der frühere Unterfäiied zwischen den Sommer- und Wintertaxen hat aufgehört und sind in Folge dcsssn neue Uebcreinkünfte mit dm see- ländiscben Bahnc'n und dem dänischen Postmesyn, sowie auch mit dLn deutschen Bahnen und dem deutfcben Gegneral-Postami abgeschlossen Worden. Nn Gütern und Vieh Wurden ca. 7,371,0(.-0 Ctr. befördert und__betrug die Cinnaixme dafür ca. 1,976000 Kr. Die Dampf- icbisssverbindung zwischen FrederikShafc-n und Gothenburg hat eine AUSJab-Z vpn ca. 214,000 Kr. veruréacéci, während die Einnahme nur ca. 51,500 Kr, betrug, Die Gcsammteinnahme bxtcug ca. 4,427,800 Kr.,
_ Sächfisch-Tl)üringischer Gkscbicbts- und Alter- bums'verein zu Halle: Prof. Dr. Heißberg referirie über H. Größlers .Gxschicbte (Eisleboas bis zum Ende des 12. Jahrb. _ Historischer Verein in Münster (Westf. Prov.- Ztg.): Gymnasiallehrer Grucbot gab ein. gedrängtes Bild von der Entwickelung der deutschen Hansa, 1)r. KeUer sprach über .Wexth und Bé-dcufung der Archive“. Anknüvfend an die Tbatsxcbe, daß die Aribive die' Unentbehrliäzsten Hülfsmittel für den Hiééoriker sind,'recht- fertigte der Vortragende die Wahl feincs Gegenstandes zugieicko mit dem Hinweis auf “eine häufig begegnende Unbukannticbaft mit den Zielen und Aufgaben der Arcbive und ibrex Verwaltung Früher ski jxne absicknlicb gepflegt wenden, gcgenwärtig aber, zumal nach der neuesten Phase, in Wk1ch0 durch die Ernennmig res Hrn. Prof. 131'. v. Sybcl die Archivvrrtvaltung getretkn sei, babe man die ausgedehn- teste Publiiiiät zum Prinzips ge'nomme-n, In kurien Zügen eniWarf dann der Redner ein Bild, Welches klar die Wichcktigkcit der genannten StaatZ-Znstitute iowvb1 für die Wissynscbait als für das Praktncbe Leben in Rechtöpflege, Vsrwaliung und Gesetzgebung kennzeichnete. *-
_ Historischer Verein für Nicderfachien in Hannover: Landévndikus Juglcr theilte „Michllen ans Hannovers Vorzeit“, die kür- ZkrkSk11§(n aus dem bürgerliibcn chen der Altstadt-Hannover, mit. _ Historischer Verein in OEnabrück: Der Vortrag des Obe-“szrickitsratbs Lodimann betraf das..Verl)ä1miß der Grafen von Tecklcuburg zum Hochstifte? OSiiabrück unter den Kaisern Friedrich 1. und “Friedrich]. (1152_12501. Nack) Darlegung der allgemcinen politischen Verhalt- nisse in dem betreffenden Zeitabschnitte wurde im Einzelnen ausg-éfulnt, wie die Bisckiöfe OSnabrücks, meist aus den Häusern dxr benachbarten Dynasten hervorgegangen, im Interesse ilirer Stammbäustr an den g'o: ßen Parieikämyfen sicb betbeiügtsn, insonderheit wie die zur iächsisxben Partei haltenden Tecklenbuxqer, im Norden die Stifts Grafen uber die Freien, zugleich als Kirchenvögie über die vi-len aeistlicben I"." niixni*ä*-7n, wie Civil- und Militär-Gonberneure herrschten und die nach dem Sinrze Hsinrixbs des Löwen sicb entwickelnde LandeSbobett der Biscköfe bedrohten. Nacbdcm in den Kämpfen ziviscbkn dcn quk11k311k711 Otto dcm Sacbsc-n und Philipp von Scbwabm durch den Einfluß der 1511111117521: Partei ein Bruder des (Hrafen von Tecklen- burg auf dyn bischöflichen Stub! asbobén war, nüßté dor Graf ais Scbirtnvogt seine Macht üb-r dis Minisiérialcn dss Stifts und die BÜMOT der Stadt in solcbe-r Wsise, daf; Bsidc untcr einem Nach- folgsr des Bisckyofs sicb verbanden, um die Acht an dem von dsr Kirche mit ÖLXÜ Banne belegten Graf?" zu vollstrecken. Nack) _blu- tiger zohnjäbriner Fehde gelang es dem Bischof mit Hülfe des Kaisers, sicb von dsr Kirclienvogtci zu befreien. Daniil War der Siblußstxin ge- Wonncn für die Landesbokieii dcsBiscbofs, welche auf geistliche Hrrr1chaft, Reichssia11dsckafi,Grund1*efiß,MintsterialitätnndibcilweiseaufGerrchts- barkeit gkgründet w:". _ Verein für Geschichtß- und _Altex- ibumUunde in Frankfurt a. M: Prof. Rieie sprach Ubel die Kaiservaläste auf dem Palatin in Rom. Jusiiz-Rail) Vr. Euler und ])1*. Kclckiner sprachen über das Alkor dcr Spielkarten. Das unzwei- felhafi älteste theniiück in dieser Hinsicht ist eine Rkchnung von 1392 über Ncmalte Karten, welch? in Paris für den franzofistbxn Könin Karl 71. angefertigt Wurden. 1538 kommen Karienmaler_1n Nürnbek; Vor und 1549 findct man daselbst die so fölßenkélchc deutsche Erfindung, die Karten auf geschnittenen Formen zu drucken. Das 1633 bei Vertreibung der Kavuzinec aus ihrem Frankfurter Kiosicr eibobens und auf den Römer gebrachte Inventar ivurde erst 1866 auf die Stadtbibliothek translozirt und von Dr. Kelcbner einer Durchsicht unterzogen. Dabei fanden sich unter einem schad- haften Bücherverband zwei in Holzscbnitt ausgeführte Sviclkarixn, welche zu den ältcst-„n bekanntsn siebören und der Tracht nach 1116 15.Ja1)rl)undcrt faakn. 1)r, Stricker sprach über das stm des Arztes iin Goethe'scben Hause, Fol). Pbil. Burggreve (geb. 1700, _+ 1775) und dessen verscbiedene Slbriften, inöbesondereMÜber dis fur jene Zeit verdieniilicbo medizinische Topographie und Staiiitikvon Frank- furt a. M., jvelcbe 1751 unter dlm Titel: „(16 aöre, Ignis 61510018 urb18 kranoosurianas ac] 114061111111“ erschien und noch 20 Jahrs später von 1):*. Behrens („Die Einwohnkr in Frankfurt in Absicht auf seine Frucht- barkeit,Mortaliiät und Gesundheit geschildert“ 1771) vielfach benust worden ist, _ Pbilologisch-bistorisckye G21ku1ch1st in Würzburg: Prof. Dr, Urlicbs über einm Fund, den er im SchislwAi-chiv zu Greifen- stein of Bonnland gemacht. Es ist das Bruchstück eines _Tagebuchs des unglücklichen Dichters Reinhold Lenz, das dieser 1775 fur Goethe geschrieben. Es hat sicb zufällig in Schillers Papieren erhalten, deni Goethe es 1797 mitgebcilt batte. (Die ublikaiion desselben ste_bt 'in Kürze bevor. Das Tagebuch an Goet e gerichtet und ausbruckltcb für Goethe geschrieben und bis auf den Schluß vollständig, wird zmt einem einleitenden Auksnß des Professors 1)r. Ur1ichs in dem nach- ften Hefte der „Deutschen Rundschau“ erscheinen.) Ein anderer wichtiger Fund, den Dr. W. Vollmer in (Stuttgart gemacht, besteht in einer großen Anzahl von Briefen Goethe's an Cotta.
Am Sonntag Abend 7 Uhr hat Dr, Zenker im Myikrbskbpi- schen Aquarium das Programm der täglichen Vortrage in dieser Woche durch eine Vorlesung über das Leben der Polypen und Korallen eröffnet.
Die 178. Levkesche_Knnsta1_1ktion, deren gedruckter Katalog 400 Nummern umfaßt, zxrfallt m zivet Abthei- lungen. von denen die erste aus einer reichhaltigen, zum Theil aus . dem Nachlaß des Lieutenants a. D. Becker berrührenben Sammlung von Kunstgegenständen der mannichfaltigsteu Art, Mobxln, Bronzen, Waffen und Rüstunaen, Porzeüanen und Faöencen verschiedensterHer-
Vom Kunstmarkt.
knnft, Delfter Schüffeln und Basen, Emai en, eiriebmen Arbeiten, Elfenbeinschniß-reien TQ, bcftcht. An die Be; teiqerung' derselben, die am Mittwoch, den 22. Dezember„beendet sem wnd, reibt fich _die in demselben Lokal, _ Markgrafenstraße 87 _ stattfindende Alxktton einer größeren Anzahl von Oelnemäldeu, Aquqeellxn und Kupferstichen. Unter den ersteren befinden sich außer theilweise beachtenswertben Stücksu moderner Maler auch einige ältere Arbxtten, so wie. Kopten nach älteren Meistern. Unter den Aquarellen ist neben vier land-
schaftlichen Motiven von Eduard Hildebrandt desselben Künstlers in-
die Geiqmyiausgabe ca. 3.049,50() Kr., mitbia der Nettoüberscbuß ca.1,378,000 Kr., wovon jedoch 8000 K:. dem Direktor zufaücu. Das_m den in Betrieb befinxlicben dänischen Staatsbahnen angelegte Kapital von ca. 60,670000 Kr, hat sich folglich mit 21 % verzinst.
_ Die Nr. 99 der „Zeitung des Vereins „Deutscher Eisenbabn-Verwaltuugen“, Organ des Vereins, hat folgenden Zubau: Verein Dextscber Eisenbabn-Verwaltungen: Altoua-Kieler _ iienbahn, Neumünster-Oldesloe eröffnet. Der Ankauf der Deut. 1chen,Eiienba1)neu durch das Reich vom militärischen Standpunkt. Berliner Briefe :c.
Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.
London, 20. Dezember. (W. T. B.) Unter dem Vorfiß des Registrars bei der Admiralitäts-Abtbeilung des High Court of Justice, Roxhery, begann heute in dem neuen Gerichthebäude der Board of Trade Buildings in Poplat die handelöamtliche Untersuchung über die Strandung des Dampfers „Deutschland“. Anwalt Butt zeigte an, daß er von der deut- schen Regierung beauftragt sei, im Interesse des Handels und zuxn Zweck der Sicherung einer möglichst eingekxenden Unter- suchung die Verhandlungen zu überwachen und wies auf die erstaunliche Thatsache hin , daß das gestrandete Schiff sick) über 30 Stunden in der gefahrvollsten Lage befand, ehe die Leistung einer Hülfe erfolgte. Dcr Anwalt des Handelsamtes, Own, gab dem Wunsche nach Vornahme einer gründkicben Untersuchung gleichfalls Ausdruck. Es wurde so- dann der Kapitän Brickenstein einem sehr langen Kreuwerhör unterworfen und dis weitere Verhandlung auf morgen vertagt.
tcrcssaiitk, durch den Farbendruék vcrvieifältigte Darstellung: „Alexan- der von Humboldt in seinem ArbeitSzimmcr', besonders herborz'sxhebem
Wie der isländische Korrespondent des „Dagbl.“ berichtet, wurde Tliorwaldiens Statue nm 19. November, dcm Geburts. tage dcs Künstlers, untcr lebhafter T0e11nahme der vaölke-ung in Ruyfjayik auf ngand enthüüt. Zu Dem gedachten F.!Äte hatte- Adjimkk Sietnarimur Thortsen ein Liéd gedichtet, und die “Festrede wurde vom Bischof 01", Pictursson gxbaltkn. Jm Namen Der Ko- penhagener Kommune übergab darauf der Landeshauptmann die Statue dem Stadtratl) von Reykjavik, und im Namen _dixies Dankte Landvozxt Arni Thorsteinsscn für die Gaby. Das F it endete mit einem Lebebock) auf König Christian 1)(„ von Dänemark. Am Abend War die Stadt theilweise illuminirt und festliche Zusummcakünfte fanden statt. _ Die Nachrichten aus den durch den Aschenregcn dor Vulkane b-img-smbten Gegendkn lauten beruhigender, als man erwartete, und wie Es scheint find im Ganzen nur 16 Höfe zerstört.
Für Anlage eines Kanals durcb denJstbmus von Darien enivfixblr die von; Pxäfidenien Grant ernannte Kommission, !*estebknd aus General Humpbxeis, KavitänPaiterson und Kommodore Ammon, cn:st:mmig die Nicaragua-Route als die biste und vortbeilbaftestk. Di? Kosten dikses181Meilen langen Kanals von Brito, einem 5311ka am Stillen Ozcan, nacb Greytown, Nicaragna, am Nilaniiicben Ozean, werden auf 66 MiÜioncn Dollars veranschlagt, und dessen baldmöglicbstcr Ban böfürwortét, damit nicht andere Siaaxen den Verkinigtkn Stant-n zuvorkommkn, da allen die Vcricbiffung kalifornischer Produkte nach Europa und_ den Unionsbäfen am Atlantischen Ozean troß der bedeutenden Kosten einen solchen Kanal rentabel machcn würde.
Als verscbol1cn gilt das neue eiserne Klippericbiff ,Culzean Castle“, WE1ch€0 am 25.911111 1), J. von Livex'pool nach Mslbourne absesclte und i-xinsn Bestimmungsort noch nicbt erreicht bat. An Bord dicsrs Schiffes befanden sick) außer einer Mannschaft von 50 Personen ctim 100 englische Auswanderer. Das Jahr- zeug, wc1chös Lins dcr Packeiscbiffk yon Mr. Skinners Ca"le Linie bildete und bei LLoyds 100 St. klaisifiznt war, befand fich auf seiner erftcn Reise.
In Nisork ist am 24. Norember, 84 Jahre alt, einer der reichsten Leute der Gegcnwart, Astor, gestorben Sein aus Wüitlémberg stammendér, durch seine Fregebigkeii und Geiibäfts- erfolge be'knnnter Baier, hatte ihm 20 M*'l119ne*n bintcrlnsfsn, die er auf 100 MiUic-ncn Dollars vermsbrte. Das kolofsalé Vermögen geht auf seinen Sohn über.
Theater.
Am15.Dez€mbcrfand im Wieu-xr Hof-Operntbeatsr die Unvcrkürzte Aufführung 065 „Lohengrin“ statt, Obgleich Kapell- meistyr Richter das Tempo langsamer, als sonst üblich, nabm,*dau2rte die Oper doch nur von 17 bis 411 Uhr Privatnackzrichten ickzildern dm äußeren Erfolg größer als beim .Tannhäuser“, 1v01cher am 22, November neu s(x'nklt und einstudiri gegeben wurde. Richqrd Wagn-r wohnte der Vorstellung bei und ericbien, stürmisch uernseu, ain Scblusss der Oper auf der Bühns, jedem Darsteller mit herz- lichem Händedruck danksnd.
_ Der Hsrzog von Edinburgh legie am 16. d. M. dcn Grun];- stein zu dem neu zu errichtenden großsn Opernbause am thctme- quai in London.
Eingegangene literarische Neuigkeiten.
Deutsche Verfassungögesebicbte von GMI Waitz. 7, Band. Die Deutsche Reichsverfassung von der M tte dcs neunten bisWiur Mitte des zwö1ften Jahrhunderts, Kiel. 18 .
Knesebeck und Schön, Beiträge ziichscbicbte der Freihkits- kriegs. Von Max Lehmann (seinem Lehrer Pchfesfor Hsinrich von Sybel gewidmet). Lcipzia. Verlag von S. Hirzel. 187»;
Anna Amalia von Weimar und ihxe poetische Tarelrynde. Romantisches Zeitbild von Robert Springer. ZWU Bande, Berlin. Verlag von Otto Janke. Preis 9 „M
Geschichte der deutschen Kunst iin Elsaß von Vr, A'freb Wollmann, Professor a. d. K. K. Univerfität in Prag. Mit 74 Illustrationen in Holzschnitr. Leipzig, Verlag von C. A. Sce- manu. 1876, „_ _ . ,
Aus Pbönizien. Geograpbiicbe Skizzen und, historische Studien von Hans Pruß, 1)r. p1-11., Dozent der Geschichte an der Universität Berlin. Mit vier lithographirten Karienskizzen und einem Plan. Leipzig, F. A, Brockhaus. 1876. , „ Aus der Pension. Frei nacb dem Englischen von Sophise Verena. Mit Illustrationen, elegant gebunden 4 aki Berlin. Verlag von J. Guttentag. „ _ _
Fromont „junior und Risler 8011101", preisgekrönter Roman von Alphons e Daudet. Autorisirte Ueberscßung. Dritte Auflaae. Berlin 1876. Verlag von Eugen Grosser.
Gesangunterricbt für höhere Schulen. 11], Kursus- Uebungen, Choräle und Lieder für Sopran, Ulk, Tenor und Baß
ker 1875. Verlagskatalog der G. Grotesixen Verlagsbuäj" handlung in Berlin, Bernburgerstraße 35. Januar 1875. Höhlen und Grotten in Rheinland und Westfalen.
Nebst Beschreibung und Plan der Dechenbölile. Von Prof. ])!-
C. Füblrott. Iserlohn, J. Bädckkr. Pre1s1,50 ck! „
„ Reoacteur: F. Previn.
Berlin. Verlag der Expxdinon.(Kexse1). Drei Beilagen
Dunk W. E16!“
(einschließlich Börsen-Beilage). (12031)
Ernst Homann.
von F Hartmann. Partitur. Iserlohn, Verlag von J. Bäde- „
Erste Beilage
s-Lliizeigsr und Königlich PreußiéiÉiin «Znais-Anzkign. WYerlin, Dienstag, den 21. Dezember ' "
Amerika. (Monatsübersicht für November.) Die a_m 2. Novxmbei: abgehaltenen Wahlen haben für die repubiika- nische Partys, wre fick) nach dem 211155111? der Wahlen in Ohio erwarten l1k'ß, fast durchkoeg ein günsiich Resultat'ergeben. In Pennsylvamen und Massachusetts, welche beide Staaten, Penn- sulvamen zum „ersten zWale seii acht Jahren, im vergangenen Jahre dembkrntifch gewahlt hatten, siegten die Republikaner mit großen Mawxrtaten, bezw. * 25,000 und 10,000 Stimmen, und fand das Gleiche auch _m New-Icrsey, WiSconfin, Minnesota und Kanvsas ßatt. „Selbst"m NewYork, wo die demokratische Partei gewohnlich init betrachtlicher Majorität siegt, erbielten die Janbidaten dieser Partei für die Staatsämte. nur eine Ma- jorttat von 14,582 Stimmen, gegen das vergangene Jahr ein Verluft von etxva 30,000 Stimmen, in der Stadt New-York trugen saga; die Republikaner, mit denen sich die mit der Tam- mam; Fraktion _unzufricdenen Demokraten verbündet ballen, mit grqßer Mnjorttat den Sieg damon. In den Staaten Virginia, Mcsfisfipni und Maryland ßeÜte fick), wie in Nsw-York, eine demokraniche Majorität heraus., Der Grund zu dieser Nieder- lnge der denmkratischen Partei liegt vornehmlich in dsr von einem Theile derselben eingeschlagenen Finanzpolitik, welche in den westlichen Staaten in dem die MehraUSgabe uneinlbslichen Papiergeldes befürwortenden Parteiprogramme ihren Yusdruck fand. außerdem aber auch in der Nichterfü11ung der nach dem vorjährigcn Siege, zu dem vornehmlick) dié mit dcn Maßregeln der Regierung in Washington mii;vergnügten Republikaner beigetragen hatten, auf sie geseyten Hoffnungen, beireffend eine Reform der ficli in fast al1en Staatcn beraus- steUenden Mißstände in der Verwaltung. In Washington er- regte die Nachricht von dem der Regierung günstigen YiisfaUe der Wakilen große Befriedigung un? erklärte der Präsident, bei einer ihm gebrachten Ovation, daß das WZ 1131337 (Lumpenkind, wie die von den Jnflutionisien geforderte Vermehrung des PapiergeldeH scherz- mi'ise bezcich1'et wird) jeßt val für immer aus der W-clt geschafft worden sei und daß diese Wahlfiege deutlich zeigten, das Volk habe sen Vértraucn auf die i'cpirblikanische Partei nicht' verloren und es werde derselben die Regierung des Landes auf weitere vier Jahre anvertrauen.
In Miffouri wurden die dem Volke vorgelegten 2151111512?- rungen zur Staatsverfassung, non denen namentlich die auf das Eisenbahnweskn bezügiickzen von Vede-utung find, mik großer Majorität angenommen. Durch dieselben wird der Staatslegis: laiur das Recht verlieben, von Zeit zu Zeit die Maximal-Raien fiir den Paffagier- und Frachtverkehr zn normircn, ebenso wird die Konsoli-Iirung von Konkurrenzünien verboten und es den Eisenbahn- bxamten zum Vergsben gemacht, an Lieferungskontrakien oder SpezialtranzZ-porwern'ägen ihrer G;.sellfckmften bctkieiligt zu sein. Die neuen Eisenbahnaessße treten UU kommenden Winter in „Kraft. Jehnliche Besiimmnngen wurden in die der Bevölke- rung von Texas demnääzst vorzulegende Staatsverfassung auf- genommen.
Ilm 22. starb p[btzlict) in Washington der Vize: Präfideni der Vereinigten Staaten, HMM] Wilson. Seit 35 Iabren am politischM chen betbetligt, war derselbe stets ein treuer An- hänger der republikanischen Paxiei un" ciner d-cr Vor- kämpfer fiir die Aufhebung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten gcwesen. Sein Nachfolger, dcr, im FaUe der Präsident aus irgend einem Grunde aus dem Amte scheiden sollte, während der Dauer des nicht abgelaufenen Termins als Präfi- d-xnt zu fnngiren haben würde, ist den Vestimmungyn Der Ver- faffung demäß dxr vom Senate der Vereinigten Staaten zn er- wählcnde Vmfißcnde dieses Körpers. Da nun der Senat in Folge der längeren öfteren letvesenheit seines damaligen Vor- siycndcn 6.2 016010 bereits im vorigen Winter der Vimdcs- Senator fur xeicliigne, Thomas W. FLUX), zum zkiiweiligen Vorfißsndrn erwählt haue, so tkm derselbe 00 11350 in die Stel- lung des Vize-Pcäfidenten ein.
Beunruhigende Gerüchte Betreff.“- des Verhältnis“? der Vereiiiiz,;te11Staaten zu Spanicn, welche mit der von dem Marine:!1)1inister angeordneten Indienststhung mehrercr Kriegs- dampfcr in Verbindung gebracht wurden, verursachten im ver- gangenen Monate einige Aufregung. Dieselben erwiesen fick) indessen als unbegründet, da die Regierung in Washington bci der spaniichen Regixrung nur darüber „Klage gefuhrt hatte, daß Artikel 7 nes Vertrages von 1795, welcher bestimmt, das; in den Vercinigten Stanton, wie in den von der spanischen Krone abhängigen Ländern Bürgern beider Nationen das Rechtzustehen soll in allen Prozessen fick; itjxren eigenen Rechtsbeistand, der freim'Zutriti zu der angeklagten Psrjci haben müsse, zu wählen, von den spanischen Behörden auf Cuba verleßt worden sei. Bereits am 18. macht der spanischeGesandte in Washington die am11iche Mittheilung, daß in Zukunft amerikanische Bürger, die vor ein Kriegsgericht in Cuba ges1e11t würden, das Recht haben sollten, fick) ihren Vcrxheidiger sclbéé zu wählen. Als Grund für 5176 bisherige Verfahren wurde angefüln't, daß der Vertrag vba 1795 nicht bestimmt genug abgefaßt séi, um maßgebend _furskriegejgeriniche Untersuchungen während einer Insurrection zu ein.
Am 13, überreiäite der neuernannie Gésandxe Italiens, Baron Blanc, dkm Präsidenten sein Beglaubigungsschrsiben.
Die von dem Präsideuien ernannte Kommission für die Anlage eines interozeanisrhen „Kanals in Ccniral-Amerika, welche aus dxm General Humphreys, dem Kapitän Patterson und dem Cnmmodore Aminen besteht, empfiehlt in ihrem Berichte einstim- min die Route von Brita am Slillen Meere nach Gonyiown, in Nicaragua am Atlantischen Ozean, und befürwortet den mög- lichft schnellen Bau des Kanals, damit nicht etwa England oder Frankreich den Vereinigten Staaten zuvorkäme. Die Kosten der Ausführung des 181 englische Meixen langen Kanals wer- den auf höchstens 66 “Millionen Dollars veranschlagt.
Nach dem, dem am 6. Dezember zusammentreten- dcn Kongresse vorzulegenden Jahresberichte des Bundes- sieuex-Kommiffars betrugen die während des am 30. Zum 1875 beendeten Jisealjahres erhobenen Steuern 110545154 Tol]; 23 Cents Paßiergeld, gegen 102,644,746 Doll. 9861-1111; in dem Fiskaljahre 1873/74. Die Mehreinnahmc war zum Theil den erhöhten Steuern auf deßillirte un'o gegohrene Ge-
tränke .und Tabak, zum Theil dem Bemühen der Regierung zu- zuschreiben, rückständige Steuern von Banken, Eisenbahngesell- schaften und anderen Korporationen bcizutreiben. Die Meiir- emnahnie ausber in Folge der durch das Geseß vom 3. März 1875 eingeführten Steuererhöhung auf die oben genannten Gegenstande belief sick) auf 2,203,818 Doll Dis Steuern auf defttÜtrte Getränke brachten in dem Finanzjahre 1874/75 1,779,799 Dollars mehr ein, als im Vorjahre, die auf gegohrene Getranke dagegen160,675 Dol]. 31 Centö weniger. In Folge der in verschiedenen Staaten vorgekommenen Defraudationen gegen die erstnenannte Steuer, woraus der Regierung ein Verlust von 1,650,000 Doll. ermuchs, wurden 24 Brennereien und, 37 katifizirungMnftalTen mit Beschlag belegt. In dem Berichte Wird auf Abänderung der jetzt bestehenden Geseße ge- drungen und namentlich eine höhere Kaution der Fabrikanten befurivorteF. Uebrigens wurde die Untersuchung wegen obiger Defraudationxn von Seiten der Regierung energisch fortgeseyt und gegen die Hauptschuldigen, den Subrevisor drr Bundes- stxnern, General Mc.Dona1d und den Spezial-Agenten der Re- gierung Coyen in St. Louis die Anklage erhoben, Ersterer Wurde allen der ihm zur Last gelegten Anklagen für schUldig befundxn, em „Uribeil indessen noch nicht gefäUt, [eßterer wurde zu dreieinhalbxähriger Zuchthausstrafe verurtheilt.
Dern Berichte des General-Land-Amts-Kommiffars znfolge wnrdenm dem Fiskalxavre 1874/75 7,070,271 Acres Bundes- Landereien, 1,561,000 Acres weniger als im Vorjahre, veikauft o11er angewiesen. Der Gcsammtertrag für die verkauften Lände- reien betrug 1,784,000 Dollars.
. Die Armee der Vereinigten Staaten bestand nach dem Be- richte des General Sherman ans fiinfRegimeniern Artillerie mit 270 Offizieren und 2504 Mann, zehn Regimentern Kavallerie nm 422 Offiiieren und 7206 Mann und 25 Regimentern In- fanterie mit 848 Offizieren und 11,000 Mann und 3321 Re- kruten Und Ueberzähligen, im Ganzen also aus 1540 Offizieren und 24,031 Mann.
Die Kosten für die inländische Briefbeförderung betrugen nach dem Berichte des General-Postmeisters im Fiskaljahr 1874/75 15.353369 Doll. Dieselben vertbeilen fick) auf 871 Eisenbahn- linien (70,083 engl. Meilen) 9,216,518 Doll.; 89 Dampfer- limen (15,788 engl. Meilen) 684,130 Doll. und 732 andere, als „81:11- routss“ bezeichnete Linien (129,002 engl, Meilen) 545.372] Doll Die Bewilligung für das laufende Finanzjahr betragt 17,548000 Doll., die wahrscheinlichen Kosten werden auf 16,471,383 Doll. 36 Cts. berechnet. Für Beförderung der
linxen 336,536 Doll. bczablt, davon in runden Summen an die Hamburger Linie 46000 Doll., die Bremer Linie 40,000 Doll., dic 2151er-Linic 18,000 Doll., die Cunnod-Linie 52,000 DM., die White Star Linie 27,000 DoW, die Daman Linie 11,000 Doll. und der Pacific Mail Steamship Companie für die' sndamcrikanisckze Post 37,000 DoÜ. Im Ganzen wurden zwischen den Vereinigten Staajen und allen übrigen Ländern 25 Millionen Briefe ge1vechse1t, von denen 143 Millionen anfEuropa kamen, davon dic Hälfte auf England, etwa ein Viertel auf Deutschland und weniger als acht Prozenx anf Fkankreich. 2111 Porto für unfrankirte Briefe wurden in den Vereinigten Staa- ten 783,365 Doll. gegen 599,965 Doll. in Europa koUektirt. Die Gesammtcinnalimen des PostDepariements in dsm abge- gelaufenen Finanzjahr betrugen 27,441,360 Doll. 57 Sts., die Gesammtausgaben 33,611,309 Dol1. 45 Cts. Lcßtere waren um ],484,894 Doll 87 Eis., 1365. um 4,62 Proz. größer als im Vormkire, bleiben aber um 318,603 Doll. hinter den Vor- anschlägen zurück.
Nach dcm Berichte des Münzdirekwrs der Vereinigten Staa- tennbctrngen in dem abge'laufenon Fiskaüabre in sämmtlichen Munzcn die Depofiten und Ankäufe von Gold 38556293, von Silber, 16070626 Doll 24 Css. Auggeprägt Wurden 33 553,965 5300. in Gold, 10,070,368 Doll. in Silber und 230,375 Doll. ln'Nlckél und Kupfer. Behufs der vom Kongresse vcifügten Einlösung des Papierkleingeldes wurden in der Zeit vom 14.3a11Uc1r bis 31. Oktober 1875 8349747 Doll. 96 Css. Silber angekauft und 28,424,390 Stück Silberkleingeld im Werthe von 7,820,908 Doll. mit 12 Proz. Nasen au5geprägx.
. Dem monatlichen AUSWeiso des Finanz=Ministers zufolge belief sick) das Total der Bundessthuld am 1. Dezember abzüg- ltck) des Bestandes an banrem Gelbe, Barren und Papiergxld und der für die Pacificbahnen auSgegcbenen Obligationkn, auf 2,117,917,132 Doll. 57 Eis. gegen 2,118,394,211Doll.-40Cts. am 1, November, was für den Monat November eine Vermin- derung von 480,078 Dol]. 83 Cts. ergiebt. Der Baarbeftand des Schayamtes betrug an Papiergeld 12,014,962 Doll., etwa 21 MiUionen mehr als im Vormonat, an Gold und Silber 7(),404,676 Dol]. Von lehterer Summe sind dagegen in Abzug zu brinaen 19,796,500 Doll. für ausstehende Goldcertifikatc, 34225903 Doll. für aufgelaufene Zinsen und 22488000 Drill. fur gekündigte, aber noch nicht zur Einlösung prasentirte Obligationen, so daß fick] den fälligen Forderungen gegenuber am 1. Dezember ein Defizit von 6,105,727 Dollars an baarem Gelde herau9gefte11c hat. An Staatöpapiergeld waren 372,541,479 Dollars, etwa 800,000 Dollars weniger als ani ]. November, an Papier-Kleingeld 42,356,105, etwa 13/4 Millionen mehr als am genannten Tage, in Umlauf. Da der Yestand des Schahamtes an Papiergeld mehr als ausreichend fin" die laufenden AUEJaben des Monats ist, so ist Scitens des Fmanz-Minißers ein Verkauf von Gold für Dezember nicht an- geordnet worden.
Nachdem am 1. November 6prozeniige Obligationen im Betrage von zehn Millionen Dollars behufs Konvertirung in 5prozentige gekündigt worden waren, erfolgte * Seitens des Finan'meisteriums am 15. November zu dem gleichen Zwecke die Kundigung von 12.785,350 Dollars, und hört die Verzin- sung der'betreffenden Obligationen mit dem 1., bez. dem 15. Februar auf. Mit der leßten Kündigung ist die Konvertirung oon 500,000,000 Dollars 6prozentiger Obligationen in 5prozentige voll- endet worden. Behufs Weiterer Fundirung der Staatsschuld ist es der Regierung, nach dem Geseße vom 14. Juli 1870 und- dem Umxndement vom 20. Januar 1871, ferner nicht mehr ge- ßattet, funfprozentige Obligati-nen zu emittiren, sondern nur
noch 4'/-prozentige bis zur Höhe von dreihundert Millionen,
Briefe nach dem Auslande wurden an verschiedene Dampfer-
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und 4prozentige bis zur Höhe von tausend Millionen Danrs. Fur den Amortisationsfond Werden am 15. November 6prozen- tige Bundes:Ob1igaiionen im Betrage von fünf MiUionen ein- berufen, deren Verznsung ebrnfaüs am ]5. Fcbrnar aufhört,
Im Monat Oktober landetkn im Hafen von Nem-York 7714 Zwischendeckspaffagiere, unter denen sich 2598 deutsche bx- fanden. Von diesen Passagieren waren 2351, davon 608 deutsche, bereits früher in Amerika gewesen, so daß fich die _Zahl der wirklichen Einwanderer in dem genannten Monate auf 5363, Unter denen 1990 deutsche waren, belief. Im Oktober 1874 betrug die Zahl der in Nem=York gelandeten ZwisckzendcckS- paffagiere 12,049, 4335 mehr als im Oktober 1). I., unter denen fich 3879 deutsche befanden, 1281 mehr als in diesem Jahr?. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres landeten in New-York 92,471 Zwischendecköpaffagiere, darunter 25,608 deutsche, gegen 137,635, darunter 40,188 deutsche, in dcr näm- lichen Periode des Vorjahres. Die Einwanderung hat daher in der Zeit vom 1. Januar bis 1. November 1875 gegen die des Vorjahres um 45,164, die deutsche speziell um 14,580 Personcn abgenommen. ,
Neuerdings haben am Rio Grande abermals Raubeinfälle bewaffneter mexikanischer Banden stattgefunden. Eine solche Bande wurde am 18. von Truppen des Staates Texas über den Fluß verfolgt und auseinander gesprengt, wobei die Mexi- kaner vier Todt? verloren. Vereinigte Siaatc'wTrnppcn halten das Ufsr des Rio Grande auf texanischer Seite bLsLHt.
In den Vereinigten Staaien non Columbia mar, Nachrichten aus Bogola zufolge, 1)r. Parra znm P(äsidenten der Union gewählt worden, da die Stitnmen von fünf Staaten, welche der Verfassung gemäß erfordsxrlick) sind, auf ihn gefaUcn waren. In Panama war eine provisorische Regierung in der be- reits früher als wahrscheimick) gemeldeten Znsammenseßnng ein- gesetzt worden. Das Land war ruhig. Die neue Regierung hat von dem Handelsstande ein Darlehn von 12,000 D011. verlangt, dock.) bssckiloß 161316161? nur die Hälfte der geforderten Snmme voc- znstrcckcn, und soÜte der Rest von den Grundbefißern nufgcbracht werden. Eine unblntige Reoolution hat in Ecuador stattge- fnnden, WO eine neue provisorische Regierung errichtet wurde, an deren Spine 1)r. Rafael Polit und Sektor Equiguren stehen, welche zu provisorischen Gaunerncuren ernannt wurden. Das Resultat der Präsidentenwahl war noch nicht feßgestellt, doch wird allem Anschein nach 'der Kandidat der liberalen Partei, Seüor Borrero, über “seine Gegner Saenz und Jfores den Sieg "davon tragen, da in drei Wahlbezirken auf ihn 4082 anf General Sacnz 171 Und auf Flores nur 50 Stimmen gefaUen waren. Der Ausfuhron auf Silber fällt vom ], Januar 1876 ab fort. In Peru ift Genernl Prado zum Präsidenten erwählt worden. Bei der Wahl kam es in Lima zu bluxigen Straßenkämpfen, in denen nicht weniger als 25 Personen ihr Leben verloren und viele verwundet wurden. In den Provinzen ging die Wahl verhältnißmäßig ruhig ab. Ganeral Prado wird sein neUcS Amt am 2. August künftigen Jahres antreten, an welchem Tage die vierjährige Amtsdauer des jeßigen Pkäfidcnten Manuel Prado abläuft. Det: Ver- treter Brasiliens in Peru, Sektor Arambuja, hat mit dem peruanischen Minister des Answärtigcn die Ratifika- tionen über den zwischen beiden Ländern abgeschlossenen Ver- trag auSgctauscht, durch welchen die Grenze beider Staaten am Putumayo geregelt Wurde. Die Differenzen zwischen EhiLi und der argentinischen Republik haben einen ernsterenCharakier angenommen. In Folge der von der argentinischen Regierung in AUSfÜhl'UMZ cines Kongreßbesch1nffes vom 11. August einer Dnmpfschiffabrtslinie ertheilten Konzession zur Fahrt zwischen Buenos Linke?» und dec Ostküste Patngoniens, wodurch der bis- herige 51111113 (4110 verletzt wurde, der einem Uebereinkommen zwischen beiden Regierungen bis zur Entscheidung der streitigen Frage durch ein Schiedsgericht aufrecht erhalten werden soUtc, hat sich die chilenische Regierung veranlaßt gesehen, ihr Geschwa- der in der Magelhansstraße zu verstärken. an Vermeidung des Ausbruches der Feindseligkeiten hat die peruanische Regierung ihre Dienste ais Vermittlerin angeboten. Der ar : enti- nische Nationalkongreß schloß am 12. Oktober seine Sißun- gen, nachdem vorher das ZoUgeieH für 1876 und das neue Kolonisationsgeseß angenommen worden waren. Durch das erstere, welches entschieden protektioniftisck) ist, werden die Zölle auf viele Artikel von 20 auf 40 Proz, erhöht. Das lcßtcre ge- währt der Regierung die Summe von 300,000 Doll. zu Vor- schiiffcn von 600 Doll. für jkds neue Kolonistenfamilie und zur Vernieffunzi von Staatsländereien, welche in Flächen von 100 Hektaren an Kolonisten verabfolgt werden sollen. Präsident Avellaneda trat Mitte Oktober eine Rundreise durch die Pro- vinzen an, von der er am 30. wieder nach Buenos-Ayres zurückkehrie. Derselbe wurde überall gut aufgenommen. In Uruguay dauerte die Revolution fort, und kam es mehrfach zu Gefechten zwischen den Regierungstruppen und den Insurgenien, in welchen beide szeile ßch den Sieg zusch1ieben. In einem Treffen bei Gnayabos, in der Nähe von Paqsandu, wurden die Insurgenten unter Gurmandez indessen voüständig zersprengt. Die östlichen Häfen am Uruguay find auf Befehl der Regierung geschlossen worden. In Paraguay ist eine außerordentliche Sesfion dcr Legislative einberufen worden und ist das Verhältniß des Landes zur argentinischen Republik ein günstigeres geworden. Das neue Ministerium befürwortete die Abschaffung des Tabaks-, Seifen: und Salzmono- pols, Beschränkung der StaatSaUSJaben, Reduktion des stehenden Heeres und die Ergreifung der erforderlichen Maßregeln zur Zurückziehung des PapierYldes und Tilgung der inneren und äußeren Schuld. _ Zn rasilien wurde Anfang November der Beschluß des Kongresses publizirt, durch welchen die beab- fichtige Reise des Kaisers nach Europa und den Vereinigtkn Staaten, welche derselbe im Marz anzutreten beabfichtigt, geneh- migt worden war. Während der Abwesenheit des Kaisers wird die Kronprinzessin die Regierung leiten. Der am 2. Dezember
in Kraft tretende Postvertrag zwischen Brasilien und Groß- britannien ift publizirt worden. Nach demselben beträgt das Porto für den einfachen Brief von einer halben Unze von England 9 Pence, wenn frankirt, andernfalls 1 Shillin , von Brafilien aus im erßerm Falle 360 Reis, im letztern 5 Reis. Auf Briefe, welche über, Frankreich befördert werden, finden diese Süße ebenfalls Anwendung.