1900 / 43 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 16 Feb 1900 18:00:01 GMT) scan diff

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darf als die anderm Parteien. Solange ein soläes fehlt, darf man eben die Sozialdemokratie auch nicht anders behandeln. Bei den Reichstagswahlen bat die konservative Partei zweimal gegen mich zu Gunsten des Sozialdemokraten den Ausschlag gegeben. Wenn die ,Kreuzzeiturxg' meint, ich sei viel schlimmer, als ein Sozialdemokrat, jo ist das em Kompliment, welches ich gern annehme,

Abg. Freiherr von „Wangenbeim (kons.): Warum reden die Herter! von der Linken tmmer über den Bund der Lankwirtbe und nicht uber den „Nordoft', der Ihnen doch viel näher steht? Ich will nicht auf alle Reden eingeben. Was die Bevorzugung des Bundes durch die Regierung anlangt: so sind die Beamten theils durch uns, theils durch die Regierung zum Austritt Veranlaßt. Es wäre aner- diugs kein Wunder, wenn die Regierung sich anders zu uns stellte als zur Sozialdemokratie. Der Bund sorgt für die Verbreitung der tech- nischen, Wtffenscbaften unter den Landwirtben, hat doch die „Kölnische Ztg.“ tmmer geschrieben, was für Jgnoranten wir auf diesem Ge- biete seien. Mehr zu leisten, als geschieht, ist unmöglich, da die Landwirtbschaft leider nicht so günstig dastebt, wie immer be- hauptet wird. Der Bund der Landwirtbe ist nicht prinzipiel] Gegner des Kanals. Wir haben Ausschußmitglierer hier im Hause, die aus- gesprochene Kanalsreunde sind, und wir machen ihnen keinen Vorwurf darau§. Dte Verantwortung für den Fall der Vollage will ich aber Zern_ub€rnxbmen, wenn man uns auch einen zu großen Einfluß zu- schrejbt. . Auch don der linken Seite *sind die schärfsten Angriffe g8gen dxe Minister gerichtet worden, ich erinnere nur an die Bekampfung der Vkrfaffuna und der Gesetze, betreffend die Bözfx, den Zucker und den Spiritus. Ich halte es für un- zweckmaßtg, daß Herr Barth die Goldwäbrung bercingezogen hat. Wir hqben im. Reicbktage gegen die Verlängerung des Reichs- banfwwtle'ds gksttmmt, weil wir allen vroduktiven Ständen und nicht dem GrdßkavitaliSmus billigen Zinsfuß vetsÖaFen woütkn. Die Herren links verwechseln immer ihre droßkavitalist-scden Jntereffen mit den Interessen des Staats und der Allgerminbeit. Ich verdenke es Ihnen auch nicht,_wenn Sie die Sozialdemokratie in Sch nehmen. Denn 0an die Unterstüßung der Sozialdemokraten bei den eichstag(- wgblen wurden Sie platt am Boden liegen. Es kommt darauf an, mit welchen Mitteln Jemand arbeitet; und die Sozialdemokratie sieht außerhalb der Vexfaffurxg und der „GesellsckßafiSordnung. ' _

, Damit-schlteßt die Diskusston. Das Gehalt des Mimsters wrrd bewrlltgt.

Bei dem Titel „Gehalt des Unter-Staatssekretärs“ kommt _" Adg. Szmula_(Zentr.) auf die Lkutenotb, die brennendste Frage fur ,die Landwirthxchast, zurück, verlangt dis Zulxsffung fremder Arbeiter und beschwert sich über Maßregeln der Polizeibkbörden gegen solche.

Minister des Innern Freiherr von Nheinbaben:

Meine Herren! Ich glaabe, daß der err Vorrcdnkr der Land- wirtbscbaft einen sehr schlechten Dienst geleistet hat mit den Ausfüh- rungekn, die er eben gemacht hat. Aus dem Inhalt seiner Ausfüh- rungen selbst ergab fich, wie die wirtbscbaftlicben Dinge, Von denen er sprach, aufs Jntimfte mit politischsn Fragen von der größten Trag- Mite zusammenhängen, und gkrade wegen dieses intimxn Zusammen- bangrs mit politischen Dingen, die sich hier der Erörkerung in der O8ff8t111ichk8it entziehen, hatte ich in Aussich! «nommen, (ine Kon- ferenz bei mir statjfinden zu laffcn, anf der diese ganze Frage er- örtert werden sollte und zugleich geprüit werden sollte, inwie- weit man noch über die Grenze dks Erlaffsz Vom 4. S8ptember hinaus dxr Landkvittbschaft enigrgenkommen könne. Ich werde nach dem heute hier Gehörten davon absehen, den Hkrrn Abg. Szmula zu dieser Konferenz zu bitten. (Heiterkeit rechts.) Ich muß mich lebhaft wundern, daß gerade er in dieser scharfen Weise Beschrv8rd8n gkgen die Behörden vorgebracht hat. Gerade ihm gegenüber ist ein beson- deres Entge'grnkommen bewiesen worden. Er bat den Wunsch aus- gesprochen, we38n einer in seinem Gebiete herrsch8nd8n Krankheit, der Maul- und Klauenseuche, noch über die bestehenden Grundsäse hinaus Außnabmen zu erhalten, und diese Ausnahmen sind ihm bewilligt

worden.

Ick babe ferner noch zu erwähnen, daß durch eine don mir erlaffene Verfügung die Behörden allgrmein angewiesen worden find, zuzulaffen, daß die au-Iländiscben Arbsitrr nicht 8th zum 1. März, sond8rn schon zum 15. Februar angenommen werden.

WTS endlich dis Anwesenbert Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich dor. Preußrn in Wikn und das Bundesvrrbältniß zu Oesterreich mit der Auk-wsxisung von 40 polnischn Arbeitern zu thun 555er soll, ist mir unverständlich. (Sehr wahr! rechts.)

Abg. Fr8iderr von Wandrnb8im Hält 8; für beffer, anstatt Hier lange R8rcn zu baltén, mit rem Minister an der Lökung dieser schrr8r8n Frage 8rnst zu arbeiten.

Nack) cincr knrzen Erwiderung drs Abg. Szmula wird

der Titel bewilligt. _ Bei dem Titel für den Vorsteher des Zentralbureaus 138:

schwert sick)

Abg. 1)r. Arendt darüber, daß in einem A'tikel der offiziös8n .Vcrliner Corresvondenz“ dym 2028838111111 die Gründe für die Diskontkrböbung (Ws 70/0 gan; fahr!) und unwadr nacb einscnißen Politilch8n Anschauungen daraefieUt 181611. “TN 1701)“ DiSkont sei in Wabrb8it durcb d8n Goldakfluß baud11ächlich kaanläßt. An eixer aquÜbrlicben Wid8rlegung jeder kinzrlncn Béba-vmng des Artikels wird der Redner durcb dsn Vize-Präsidcntx'n ]“)1'. Krause d8rbn1kert. Er bemerkt nur noch, daß d'18 .Berléner Corrxivondenz“ nicht Partei- dolitik treibk'n dürfe.

Minister des Innern Freiherr von Rbeinbaben:

Meine: Hsrren! Ich trage aUstdings die erantwortung für die .Berlinrr Korrespondknz', aber 1059 nur in dem Snus, daß ich Verantwortlich bin für die Gesammtbaltnng, die Gcsammttenrenz dicsks Blattrs. Ich habe den H8rrn Dirkktor dcs Litrrarijckoen Burkaus angewixsen, mir vor der Aufnabrnc'. von allen Artikeln Mit- theilin'g zu machen, bsi drnen er etwa (1117.8er. könnte, daß 718 aus der Gekammtricbtung der Politik der StaaWregierung berausfielrn. Es ist a1-“r unwöglich, daß ich die Verantwortung übernehme für jxden 611137111811 rein sachlich ßebaltcnen Artikcl, drr in drr „Berliner Korresponsz“ Aufnahme findet und die dxrschiedsnartigen Gebiete des Staatsiebens tangiert. Ick; würde es sedr b8klag8n, wxnn die *,Brrlirwr Korrcspondenz“ irgendwie in der Form übst das zulässige und angemessene Maß dénausginge, und ich würde es b8klagen, wenn sie sich irgrndwie zu persönlichen Aus- fällen nach der einen oder anderen Rich1ung bin berbkilikßs; aber ich muß es durchaus ablehnen, daß in die „Berliner Korrespondenz“ solche Artikel nicht aufgenommen werden, die der An- schaumig des Herrn Dr.Arendt nicbt enty'precben. Ich glaube, so weit kann keine Anforderung gebkn, daß ich V8rvflicht8t sein soll, darüber zu Wachen, daß alle Bankartikel, die in der „Berliner Korresvondenz“ erscheinen, nun genau den Anschauungen des Herrn Dr. Arendt ent- sprechen.

Herr1)r.Arendt hat, obwohl er Von dem Herrn Präsidenten schon auf die Ausdrücke ,unWabr“ und ,wabrkeitßwidriq' dingewiesen worden war, doch noch, und zwar mit Wstonung, von .Unwabrbe1ten' wiederholt gesprochen. Ich muß einen derartigen AuSdruck mit Ent- schiedenheit zurückweisen. Wenn Herr 131". Arendt den Artikel für

sachlich nicbt gerechtfertigt erachtet, so sieht es ihm vollkommen frei, in der ihm zur Verfügung stehenden Preffe seinerseits die Gegengründe dagegen zu veröffentlichen; aber einen Artikel, der in der „Berliner Korrespondenz“ gestanden hat, wiederholt als eine Unwahrheit zu be- zeichnen, das muß ich meinerseits entschieden zurückweisen. (Bravo 1)

Mg. ])r. Arendt: ch verlange nur, daß das Blatt nicbtPartei-

bestrebungen dienstbar gemacht wird. Der Artikel widersprach der historischen Wahrheit.

Abg. Dr. Barth: Daß Herr Arendt ein richtiger Interpret der historischen Wahrheit sei, können wir ihm nicht konjedieren, wenn wir ihn aucb sonst als eine Leuchte der Wissenschaft ersten Ranges ansehen.

Bei. den Audgaben für das Statistische Bureau be-

schwert sich Abg. Feliscb (kons.) darüber, daß die Regierung ibr votjäbriges Versprechen der Anstellung der HilYSar eiter nicht erfüllt babe, sondern sie noch immer als Diätare beschäftige. , Geheimer Ober-RegierungSratb 1)r. Maubacb erwidert, daß mehrere Beamte angestellt seien, aber nicht aÜe angestellt werden könnten, Weil fie nicht die erforderliche Vorbildung hätten.

Auf Anfrage des Abg. ])1'. Barth erklärt der

Minister des Innern Freiherr von Rheinbaben:

Meine Herren! Die Statistik der letzten Landtagßwahlen ist im wesentlichen im Statistischen Bureau fertiggesteüt und wird in kurzer Z8it, in einigen «Wochen oder längstens Monaten, soweit sein, daß sie für die weiteren Beratbungen und Erwägungen zu Grunde gelegt Werden kann.

Abg. Dr. Porsch (Zenit) bkitet um Anstellung der Diätare, ??mittndisse nicht noch nach dreißigjährigem Dienst entlaffen werden

nne .

Minister des Innern Freiherr von Rheinbaben:

Meine Herren! Ich kann mich den billigen Gründen, die de: geehrte Herr Vorredner für die in Rede stehende Katkgorie von An- gesieüten - will ich mal sagen - angeführt hat, nicht verschließen. Es scheint mir doch auch vom Standpunkt der Billigkeit geboten, das; Leuten, die Jahre lang und Jahrzehnte lang ihre Dienste dem Staat gewidmet haben, nach der einen oder der andern Seite eine gewisse Sich8eb8it für die Zukunft gegeben wird, und ebenso auch ihren An- gehörigen. Jeb marke kein Hehl daraus, ich habe bisher noch nicht die Möglichkeit geiunden, mich um die!: Details zu kümmern. Ich werde gern auf Grund der Anregungen, die heute grgeben smd, die Angelegenheit erneut in Erwägung ziehen und mich um die Sache kümmern. Es wäre denkbar, daß in derselben Weise, wie es früher im landwirtbsckpaftlichen Etat mit den Hilfsarbeitern der Spezialkommission gewescn ist * da findet sich Jahrzehnte lang ein Vermerk, daß den B8am18n nach einer gewiffen Dienstzeit Penfionsberechtigung beigelegt werdxn könnte nach Maßgabe eines fixierten und fingierten Gehalts, aber schließlich wurde ihnen Penfionskerechtigung nach einer Reibe don Jahren beigkl8-gt -, es würde zu erwägen sein, ob man auch hier mit einer derartigen Lösung der Frage vorgeben kann. Ich kann beut-x darüber k8in bestimmtes Urlbeil abgeben, weil auch der Herr Finanz-Minister in der Sache wesentlich mitzusprechen haben wird. Aber die Gründe, die die beiden Herren angeführt haben, scheinen mir srbr vi-l für sich zu baden, und ich sage gern zu, die Sack): noch- mals in wohlwoüende Prüfung zu nehmen. (Brady!)

Abg. Dr. Bartl) bittet den Minister, diese Statistik über die [8131811 Landtagswablrn ebenso zu Veröffsntlichen, wie es bei den vorher- gebenken Wahlen geschehen sei.

Zu den Außgaben für das Ober-Verwaltungsrzericht, bei dem ein dritter Steuersetiat neu gebildet werden soll, er- klärt der

Minister ch Innern Freiherr von Rheinbaben:

Meine Herrsn! Es wird dem bcbxn Hause von Jntereffe sein, eine kurze Uebersicht zu bekommrn übkr den gegenwärtigen Sjand der Gsschäfte beim OBIr-Verwaltuxgsgericbt. Wie du Herr Referent schon die Güte batte anzusünren, bat fich die Erledigung der (Ge- schäfte kcim Ober-Vérwalmngsgericht in den letzten Jahren erheblich schn8118r gestaltet, als das früher der Fall war. Als die Steuer- beschwrrden rem Obcr-Verwaltungsgcrickot zugewiesen Wurden, war es unmög1ick), die Grscbäfte in dem bisherigen umfangreich€n Senat in der WM? zu erledigen, w18 es in diessm Falle geboten war. Man ging infolge drffen dazu üb8r, die Senate in Kammern zu ibeilen, sodaß zwei Srnate 5 j.“ sechs Kammern bestanden. Auf diese Weise ist Es aklmäblicb gelungkn, die großkn Reste aufzuarbeiten und mit Rücksicht darauf, daß auch die Beschwerden don Jahr zu Jahr geringer wurden, wieder zu einem laufenden und prompjen Geschäfts- gange zu kommen. Wie der err Referent schon die Güte hatte an- zuführen, bab8n die Steuerbeschwerden beim Oder-Verwaltungsgectcht im Jahre 1893 14 000 betragen, 1894 13 0.0 und sind dann 1895 wegen Hinzutritts der Erzä-zungssieuer auf 15 030 grstiegen und 1898 auf 8500 gesunken. Es ist dcsbalb n1cht mehr nötbig, dieses System d8rKammereintbeilung anfrecbt zu erhalte'n. Andererseitsbat dieses System mannigfache Mängel gezeiligt. Es war unvermeidlich, daß bei dem Neben- einanderlaufen dec kl8inen mem8rn aucb v:rschied8ne OGPariiäten in der Rechtsprechung in die Erkhsinung traten, die in der stölkerung ein (Gefühl der R8chtsungl81chbeitberoorriefrn und Abhilfe erbeijcbten. Nachdem also jeyt die Hoffnung außgesprochzn wxrden kann, daß auch die Senate als solche ohne and8re Eintbeilung dLr Kammern die Geschäfte auf dem Laufendén erhalten werden, soll im Interesse einer größeren EinbxitiiÖieit der Rechtsprechung wieder zur alten Senats- eintbeilung übergegangen werdkn, und das läßt fich machen, indem bloß ein neuer Senats Präsident angesisüt wird, wozkszen die Sieur: ein8s Vortragenden Raths wegfällt, sodaß die ganze Aenderung mit verbältnißmäßig sebr geringen Mitteln zu bewerkstrUigen ist. So werden wir hoffenjlich wieder eine größere Einheitlichkeit der Recht- 1prechung erreichen, als fie biSber in einxelnen Fällen zu erzislen war.

Abg. Wintermeyer (fr. Volksw.) beschwert fich ü'rer eine Aus- legung drr Landgemrinde-Oxdnuug für Heffen-N-ffM durch das Ober- erwa1tun39aericht in szug auf die Besteuerung einiger anfiten; der Bezirks-Ausschß babe anders en1schied8n. Dkk erner kritisisrt eingehend jenes Unheil und behält fich Anträge auf Abänderung des Gefeßes vor.

Abg. Graf zu Limburg-Stirum (kons.) legt dagegen Ver- wahrung ein, daß ein Uttbe'tl dss obersten Gerichts bier kritisiert werde, und macht ferner darauf auémnksam, daß fcine Partei gegen die Uebertragung der Steuerdacben auf das Obxr-VerwaltungßgeriÖt seiner Zeit estimmt habe; die Entwickelung der Dmge zeige, daß (6 besser JZween wäre, den vom Finanz-Mtnister Von Miquel vor- geschlagenen Steuergerichtsbof anzunehmen.

Abg. Dr. Friedberg (nl,) mißbtüiqt ebenfakls, daß Gerichts- urtbeile kritisiert werden; da? entspreche liberalen Anschauungen nicht; die Liberalen hätten GerichtSmtbeile stets geachtet. Mit der seiner chisix erfsTliZtku Ablehnung des Steuergerichtsbofs könne man nur zu-

r 8 en .

Abg. Wintermeyer bemerkt, das Gesetz müsse so daß es für jedermann verständlich sei. gefaßt fck“-

Abg von Eynern (ul.) erwidert dem Grexsen Limburg, daß auch bei einem Steuer-Gericbtsbof dieselbe Ueberburdung eingetreten wäre wie beim Ober-VerwaltunFaxricht. _

Bei dem Kapitel „Lan rathltche Behorden und Aemter“ beschwert fich

Abg. von Glebocki ( ole) über die Eintbeilung der Üklvabl- bezirk: im 4. Bromberger abkreise durch den Landratb. Diese Wabxéeometrie sei den deutschen Wablfiimmen zu gute gekommen.

in Regierungskommissar erwidert, daß die in dieser Sache eingereichte Beschwerde dem Regierungs-Prasidenten zur Erledigung überwiesen sei, bestreitet, daß durch die Einlbeilung der Urnmblbezjkk, die polnischen Stimmen beeinträchtigt seien, und erinnert daran, daß diekxl_rLthZblbprüfungskommisfion die betreffenden Wahlen für gültig er a a e.

Abg. Dr. Loy (b. k. F.) will den gestrigen Vorschlag des Abg. Friedberg, dem Landrat!) den Vorfiß der Veranlagungskommission zu nehmen, nicht ernst nehmen, wünscht aber in anderer Weise eine Ent- lastung des Landratbs.

Abg. 1)r. Friedberg erwidert, daß er durch seinen Völschlag die Landrätbe nicht im geringsten hätte“ diskredijieren Woll.n. Der Landratb babe nicht die Aufgabe, über die Einkommensverbäliniße seiner Kreißangeseffenen aufs genaueste orientiert zu sein.

Das Kapitel wird bewilligt.

Gegen 41/2 Uhr wird die weitere Berathung auf Freitag 11 Uhr vxrtagt; außerdem steht der Antrag Langerhans, be- treffend dre Feuerbestattung, auf der Tagesordnung.

Literatur.

Graf Hervberg als Minister Friedrich Wilbelm's 11, Von R. Krauel, Kaiserlichem Gesandten z. D. Verlag von E. S, Mittler u. Sohn in Berlin 877. Pr. geb. 2 „sé 75 „5. - Unter den Männern, die im Auswärtigen Amt Preußers wirksam gewesen fend, war, wie auch Ranke's Urtbetl bezeugt, Graf von Herßbetg (geb, am 2. September 1725, gest. am 27. Mai 1795) einer der be. deutendften. Ueber srin Leben fehlte es aber bisher an einer zu. sammenbängenden und erschöpfendrn Darsteüuna, insbesondere ist über die Ursajoen und die näheren Umstände der Entlassung sowie über sein Verhalten nach derselben nichts Zuverlässiges bekannt geworden, Das obige WZlk wird sonacb Geschichtskr8unden willkommen 18in. Die bkutige Generatwn vkrknüvft, wenn fie fich der volitisch8n Thätigkeit Herßberg's erinnert, seinen Namen hauptsächlich mit Wei in der G8schichte Preußens denkwürdigen Ereignissen: mit dem Frieden von Hubettusburg und mit der Konvention von Reichenbach. Sie ist geneigt. seine V8rdi8nst8 bei dem einen, seine Schuld bei dem andern (Ereignisse zu vergrößern, obwohl beides in dieser Weise nicht zutreffend ist. Troß mancher Mißerfolge und Irrungen bleibt dem Grafen Herßberg unter den außwärtiaen Ministern Preußens ein ehrenvoller Platz gesichert. Seine Auffaffung von dem europäischen Berufe Preußsns, als Führer der schwächeren Staaten der Eroberungiwolitikder kontinentalen Großmächte entgegenzutreten, war an sich gesunder und fruchtbar8r als der damals druch keine wirkliche Jntereff8ngememschast gerechtfertigte Versuch eines Bündnifies mit Oesterreich, das zum Krüge mit der Franzöfi1chen Republik führte, oder als das völlige Auéscheiden aus dem europäischen Konzert, welcbks die Loosung der preußischen Staatémänner nach dem Baseler Frieden wurde. Nationale und yaicrländische Gesinnung, die Herßberg überall bewährte, bildete den Grundxug seiner staat-Imännischen Williamkeit: Hersberg war der 18318 Staatsmann des alten Preußen, der nie die von Friedrich Wilhelm ]. seinen KabinetÉ-Miniftern eingescbärfte Mahnung vxrgaß, .jekerixit auf das Interessa- des Königlichkn Hauses zu 1eben und gut wr8ußiych zu sein'. Der Inhalt der obigen Schrift beruht auf dm Attkn dss Geb8imcn StaatsQrcbivs in Berlin und führt stßverg's dienstliche Laafbabn, feixie psrsönlickpe Sjellun unt8c Fri8xrich dem Gxoßen und Friedrich Wilhelm U., die politi?chen Ereicxmne in den ytste'n ngierrmgsjabrrn des lrßteren und Herßberd's gesammte Tdäiiakcit unter jorgfältiger Cbarakterisieruna seiner Perkönlichkrit vor Augen. Die in dem Buck)? gebotenen Darlegungen smd ail- g8mein8r Vsacbtung wertb, dknn sie dürfen als ein wicbt'tgxr Beitrag zur Gsschjckyie Preußens angesehen Werden.

_- Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien. Gksammtdarfteklung aller Gebiete der gewerblichen und_ industrieüen Arbeit, sowie von Weltoerkebr und Wsltwirtbschast. Neunte, du1chauS nrugestaltete Auflage. Bearbeitet von Fachmäynern. S8chster Ba nd. Vollständig in 10 Bänden. Prers «YUM je 8 „46. in Halblederband je 10 „;ck Leipzig, Verlag von Otto Spamer. _ Den bereits erschienenen sieb8n Bänden folgt hiermit ein neuer, der sechste Band, wrlcber eine Darstellung der Verarbxitung der Metalle Enthält. Das Gebiet der Metallindustrie ist wohl das umfangreichste Von allen, Und seine Schilde'ung bietet so 5181185 Inikreffanten wie Wenig andere. Von der Erzeugung der g“waltig_kn Panzerplatten, der Schienen und Träger bis zur Herstekluna der Nab- nadel umfaßt es (1118 Formen, in denen das Metall den Zwscken des M8nsch8n dient. Das Schmieden und das Walzen, die ELfengieké-rei und der Maschinenbau. ihre alten Foruwn uud ibregxoßartigeEntwickelung inkrr neuesten Zeit finden in d8m vorliegenden Bande an1chauliche Bebundlunß in Wort und Bild. Das Gebiet der sogrnanntm Stablwaar::1- und Kleinyisenicdxstrie, die Hersteüung von Mesmn und Gadsln, von Blub- und Drahterzeugniffen, von Ketten und Kugeln u.“ m. hat seiter-Tres Bezrbcitérs Herrmann Haedicke, Direktors der weitbekannten 13312;- scbule in Rxmscheid, eine besonders eingxbende und sorgfäxtige 238112113- luna erfahren. Des weiteren sind (1118 Zweige der Waffenindustrte, der Schl0ffer8i und G811schrankfabrikation ebenso an1chau11ch 53th:th wie die Verörbeitung Von G9» und Silber und dte Uhrmgchxtkunn- ervorragendes Int8reff8 b?(tet auch 'der Abfcbnitt über die HeUi-ZQUUJ drs Fahrrades, w-lcber Zweig bisher kaum fo erschöpfend béschclkbkn sein dürfte. Dxr Brdeutung des Gebietes d-xr Metallinkrrstrie 1,117“ “Micki die Sormalt und der Rricbtbum der JUustrierung, welcbe nicbt wemiger als 1617 T:",rt-Abdildungen und 6 B8ilazcn umfaßt. ,- Nun- mxbr liégen acht Bände von dem g8dicgenen und erSweszßn fAZUk: Vor; die beiden noch fehlenden Bände sollen in kurzer 81111 0 gen. , -- Festrede, bei der von Rektor und Senat der Univerftiat Breslau veranstalteten Feier der Jahrhundertwende, gebaltiü in der Aula Leopoldina am 14. Januar 1900 von J- CMO“ Breslau, Schlcfisck8 Verlagx-Anstalt von S. Schottlaenker. Pk- geb. 50 45. _ Disse gedankenteiche und formvollkndete Rede, MW 11111 dcm Weit- und Tiefbltck dcs berufenen Historikers und W rbrtorisckxn Schwunge, der dem bedeutsamen Anlaß geziemt, des 171,1?“ flcffsnen Jahrhunderts Wesen und Gehalt würdigt und den “_An1bcll- der dem reutfcrkn Volk an den Errungenschaften des SakuluWs zukommt, darlegt, wird den tiefsn Eindruck, den fie auf die HökekiWn außgeübt bat, auch bei dem Leser lebendig werden lasen.

- „Dem Kaiser“. Sechs Zeitgedichte von The, , Rebtwi1ch. Verlag von Edmund Schmersabl Nach1- (KW Brunn), Lübeck. P:. 20 „z. - Die Flottenvorlage, welcbe Lkßkni wärtig dsn Reichstag bejchäftigt, bat einen LandSmanri EWU“ Gribel's zu dieien Somiten be eisiert, in welchen er mit kraftige"- von Patrioti§mus durcbglübten * orten für die Flotten-Vermebruna eintritt. Ein Theil des Reingewinns ist für den „Deuxscben FWW" vsrein' bestimmt.

Zweite Beilage

zumDeutscheu Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

„21,6. 43.

Berlin, Freitag, den 16. Februar

1900-

Haudel uud Getverbe.

(gut den im Reichsamt des Innern zusammengefiellten „Nachrichten für Handel und Industrie“.)

Deutsches Reich.

Zollabfertigung von Asrbenkrügen. Die vom Auslande eingehenden Behältnisse, welche die 'Liebe von in Krematorien ver- brannten Leichen enthalten. und tbunlicbst auch die Umbüüuna kiefer Behältnifse sind bei der Einfuhr uneröffnet zum freien Verkehr ab- zufertiaen, wenn den Senduxaen cin Begleiiattest des zustä-digen Kaiserlich deutschen Konsuls beigefügt ist, welcbss außer den An aden über die Herkunft der Asche die Beßätigung enthält, das: die sche den ausschließlichen Inhalt der Sendung bildet. (Verfügung des Hamburgischen General-Zollditekwrs vom 9. Januar 1900.)

Zollbebandlung von Luftpumpen für Luftdruck- bremsen. L4stdruckbremsen welche nach ?em System der Zmnäarä Yr-Zraks Sompauy in New York berxjesiUt sind und hauptsächlich aus folgenden Theilen: 1) dem Lufjdtuck-Kompresfionkappatat, 2) rem Luftkeffel und 3) dem Bremszvlinder bestkben, sind, wenn sie in zer- legtem Zustande eingeben, nach Beschaffenheit des Materials zu v8ronen.

Die Verzollung des Luftdruck-Kompressionsavparates wie Maschinen muß außer Anwendung bleiben, weil die Pumpen Wesentliche Bestand- theile eines Vremsmechanikmus bilden, für disse erwendung besonders konstruiert sind und daher zu den Bremßvonicbtungen gehören, für welcbe auf Seite 51 des Amtlichen Waarenvrrzeicbniffes ausnahmsws die Behandlung nach Beschaffknbsit des Materials dorgesÖrieben ist. Auch der Umstand, daß die Luft-Kompressionßapparate (Luftpumyen) außer Verbindung mit den übrigen Bremdjb-cilen in besonderen Koüi zur Abfertigung gxsteUt werden, kann deren Tarifierung nach Nr. 15 1) 2 n1cht rechtfertigen. ( Verfügung des Hamburgijchen General-Zoüdirektors vom 9. Januar 1900.)

Zollbebandluna don Eisenbahn - Lokomotiv oNad- fäßen. Eiserne, unvolierie, unlackterte, aus Achien montierte Loko- motivräder fiud nach der auddrücklicbea Vorschrift drs Artikels ,Eisenbabnradsäßé“ auf Seite 92 drs amtlicbén WaarenderzeiÖniffes nach der Tarifposition 66 1,2? mit er110 3 .“ für den Dorvel- Zentrer xu verch-n. (Veriüaung des Hamburgischen General-Zoü- direktors vom 17. Januar 1900.)

Pe'troleumgewinnung der Erdk.

Jn einem Jahre werden auf der Etre inkgesammi üdsr 5600 Miüionen Gallonen Petroleum gewonnen. Fast die Hälfts birrvon, nämlich 2500 Miüionen, ent'äüt auf die Vereinigten Staaten von Amerika; auf Rußland entfaüen 2250 Millionen Gaüonen. Der ge- ringe Rest vertbeilt sich auf zwölf Länder, demi Géwinnung sich folgendermaßen beäffett: Oesterreicb-Ungarn 87 Millionen Gallonen, Sumatra 72, Java 30, Canada 29, Rumänien 24, Indien 15, Japan 8, D8111sch1and 7, Peru 3 und Jtal'ckn 1 MiUion (Haüonen. Der Ertraq an gereinigtem, raffinirértem Petroleum ist in dén Ver- einigten Stagten dorpslt so boch wie in Rußland, obwohl keide Länder ungefähr glricb viel Robvetroleum gewinnen. Der Grund für diese auffällige V8r1chiedenbeit 11891 darin, dax"; amerikanisches Robvetroleum bei den Reinigungsprozéffen 75 % raifinißrtes PetroTeum liefert, das in Rußland gewonnene dagegen nur 380,10. Uzbek den Verbrauch an gereinigtem amerikanischen Petrolxum J'bkn die folgenden, für das leßte Geschäfrxjabr gültigen Zahlen .laßkunit: nach England Wurden 212,5 Miüionen GallonLn aus Amerika auk- gefübrt, nach Deutschland rund 155 Millionen, nach Japan 53, nach China 48,5, nach Brasilien 20,5, ebenso viel nach Australren und nach Frankreich 13 Milliouen Gaüonen. Nach Euroda wurrsn ius- Kesammt 627,5 Millionkn Ggllonen rasfinxerten P.*trclrum§ aas

merika importiert. (Nach der S1. Psierödurger Zeitung.)

Frankreich.

Zollbebandlung von Holzsvulen für Guivure-Stüble. Gemäß dsr Anmerkung 602 1756 Tarifs sind böiz8rn8 Spülen stets für sich zu verzcllen, ouch wenn fie mit den Stühlrn, für welche ste bestimmt find, eingeben. Dieses Vrrfabren bat nunmehr 1111018111 eine Abänderung erfahren, als dem Anfrage dsr Jntereffsnten, di? bdlzcrnrn Spulln beim aleichzeitiaen Eingang mit dr'n zugxböcigisn Arvaraten nach Nr. 519 5sz des Tarifs zu verzollen, untcr folzenden Voraus- seßungen xuacstxmmt worden ist:

1) Die Anzahl der Spulen darf nicht gxößrr sein als dixjenige der Spindeln (dr001385) in den Spindelbrettern (9131101185 odrr kZ-OSUSkJ) jedes Stuhls. Darüber hinaus sind fie wie bisher für sub (Nr. 602) zu verzollen.

2) Die Göße dsr Spulrn muß derj-nizen ker Sdknéeln Ent- prechen. In keinem Falle darf Srulen Von 10 cru odcr wenigrr äage die begünstigte Behandlung zu tbeil wudkn.

Die votstkbende Eniscbeidung bat notbwrndigetweise zur Folge, daß auch die für Guipure-Stüble bestimmten Sptndeabrexter zu dem Zollsaße für die Apparate zumlaffen sind, wenn sie mit diesen ein- geben. (UQUÜSUL 0160161 (111 commsrcs.)

Italien.

Aenderung in der Zuckerbefieuerung. Die italienisch: Regierung hat der Deputirtenkammer einen Gesetzentwurf vorgelkgt. durcb welchen das gkgenwäxtig geltende Geskß vom 27. August 1883 iber die Best«uerung des inlänkiscben Zuckers insofern abgeändertwitd, als der Berechnung der Fabrikationkfteuer in der Folge nicht 1530 8- sondern 2000 g Zuckergehalt auf 100 1 Zuckersaft zu Grunde gelegt derben sollen.

Rußland.

Zollbebandlung von Eierkisien. Nack; einem Kaiserlichen Befehl ist auf Grund eines vom Finanz-Minifter zu bestätig-nden Zollreqlemento die jolLfreie Einfuhr von Hobkisten, die zur Ausfuhr von Eiern dienen sonen, für die Dauer von fünf Jahren zuzulaffen.

(Ruff. Geses-Sammlung Nr. 8 vom 29 /17. Januar 1900.)

Die Napbtba-Ausbeute Rußlands im Jahre 1899.

Die russische Navbiba-Aasbeute im Jahre 1899 stellte ficb auf klßzefammt 524 200 00) Pzd._ gegen 48600000.) Pad im VMijW. Dre vier bedeutendsten russilcbkn Unternehmungen hatten an der Ausbeute folgenden Antbeil: Gebr. Nobel 95 010000 Pad gcgen 45000000 Pud 1898, A. J. Mantasck8w u. Co 46 418 070 Pad WM 52 3001100 Puk) 1898, die Kaspische Gesellschaft 32 900 000 Pud gegen 33 230000 Pad 1893, die Bakuer Gesellschaft 18652100 Pad

egen 19 500600 Pad 1898, Taaiew 33 300000 Pad gegen 6350 000 Pad 1898 und Mirsaiew 24 500 000 Pad gegen WMW Pub 1898. (St. Petersburger Zeitung.)

Maschinen und Werkzeuge im Kaukasus.

Zn industriellen UKtrrn-bmuncen drs_ Kaukasus sind natmntlikb vm franxößschen und belgischen Kapitalisten beträchtliche Kapxtalicn

angelxgt. Die Ausfuhr von Mancaneisenerz aus dem Kaukasus be- trug tm Jahre 1898 nicht wenigxr als 20 000 000 Pad. und neuer- dings sind noch recht vie1e neue Bergwerks-Konzesswnen ertbxilt worden.

Die bexvorragendfje unter den neuen französisében Unter- nebmunaen ift die „8001616 1116051110110 Zu 08110886“, welch: in T1flis ibjen Hauptfiß hat. Diese Gesellschaft befaßt sicb mit dem Betrieb von Mangan- und Kupfererz-Bergwerken.

Die Nachfrage nach Instrumenten, Bergwerks-Mascbinen, Hand- werjeugen und Eifenwaaren überkanpt ist sebr lebhaft.

(Nach '1'116 130810 01" “krach 301111181.)

Spanien.

Zuständigkeit in Steuerbinterziebungs-Anaelegen- beiten. Durch ein in der „(280613 68 Uaäriä“ vom 16. November v. J; Veröffentlicbies Könia1iches Dekret vom 14. d M. wird die Zystandigkett 2c. der in Steakcbtnterziebungs - Angelegenheiten zu- siandiaen Behörden in verschiedenen Punkten abgeändert.

Vonjden Bsstimmunqen desselben ist für die dxutscben Inter- effent8_n 118 in Art. 7 enthaltene wichtige Neuerung von Jntkreffe, dgß uber_ ZoU-Reklamationen, deren Streitgegenstand 500 Pesetas Ulcht übErsieigt -- der B8trag der Zollstrafe wird nicht mit einar- recbnkt -, die' Ausxcbüffe der Zouäxnter (_juutag ardjcr3165 68 861181135) in einziger Instanz ent1cheiden soll::n. Ihre Beschlüffe sind sovin in Zukunft unanfechtbar.

Schweiz.

Zollamtliche Bekanntmachung. Anaesitbts der fortgeseßt in großerxbl eingehenden Reklamationen in Zylisachen, W81ch8 anf mangelbakts Kenntnxß der ZoÜwrschriften zurückzxfübren sind, sehen wir uns vuanlaszt, dkm Pavlikam, welches mit dem Z:)Udienst in Berührung kommt, dringend zu emvieblen, sicb mit den Vorschriften des Zollgesxyés vom 28. Juni 1893 und insbésondere der Voll- zwbungsverordnung zu dsmxelben vom 12. Februar 1895 eingehend verdaut zu machen.

L*Z18r8 enthält alle Vorschriften, w81ch3 in Bszug auf die Yw'elizerifche ZoUbehandlung zu b8wlgen sind, und zerfäüt in folgeude

81 e:

]. AbsÖnitt: Allasmeine Vorschriften.

11. Ab'cbnitt: Vsrfabren bei d8r Zollabfsrtigung: &. ZoÜdekla- ration und Berechnung der Gebühren. 8. Zoljadfertigung und Zoll- scbeins. (). ZanmtliQe Korttrole und Waarsnreoision.

111. Adjcbnin: Di8 Abfertigang mit Gelekt1chsjn.

17. Abjcbniti: Eidgenössiskbe NiederlaYbäuser.

7. Absrbmitt: Die Abfertigung mit F::xtkaß.

71. 2113181311111: Ausnahmen von der Zoürflccbi, Reiourwaaren.

711. Aßichnitt: Lankwirtbschafllich8r Grenzvexübr.

7111. Adjckonitt: NUngine Sch1ußbest1mmungen.

Anhang: Formularr.

Für Iecermaan, der mit dem Zolldi-nst zu verkehren hat und dem_daran gelkgrn ist, Anstände w8g8n Nichtbeachtung der Zoüvor- scbxisien zu vermeiden, emrfi 1111 sich daher die Anschaffung gsdachter Vsrordnund, W81ch8 zum PZM von 50 CW. bei dsn Zoll,;ebiets- Ditrktionea in Bajel, Sécassbausen, Cvur, Lugano, Lausanne und Genf 52303811 werden kann. Schweizkriscve Ober-ZoU-Dirsktion.

Begünstigung der Nationalindusirie in Rumänien.

Durck) ein im „1110111101' 060181“ vom 28. Oktober (9. No- Mmber) Nröffenjlickotrs Königliches Deert Werden zu dem Gesktze „2111981118018 Maßnath zur Bexünstmtng der Naiionaltndustrie“ vom 21. April 1887 (Vergl. Druiscbrö H2ndel§archiv1887 [ Theil S 252) in 5 Kapiteln nkue UudfüdxungLNsttmmungx'n erlassen, dis einige Abweßcburgen ron rer früherrn Handhabung des Géseßes enibalten.

Von Wicbiixkrit ést kie nru auüxenommene Bestimmung, wonach kki Lirfkrun-zen für den Staax, für Distrikte und Gemeinden die Etzyugniffx der in Rdmämien 6findlichen Fabriken unxer gleichen Bedingungrn den auslämdi'cben ErzeugniffM rorg-zogen werden sollrn. Dieskß Vgrxugß soÜen 0118 IndustrieUen des Landks !beilbaftiq werden.

Neu ist 18rn8r die Vor1c1rift, daß Fremde, die eine Fabtikanlage 9111an wwüen, d8n biexfür bxnötbiaten chnd und Bod8;1(1-5118) als Befistbum nur noch !ür einen Zeitraum von 90 Jaan erba1ten, wäbrend der einueborkn-r Rumäne in den doUr'n unemgesckpränkten BÜZ d8s übrrlaffznen Landes gelanat.

Jm übrig8n enthoben die erlaff'nc-n Bestimmungen im wesent- lichen tmr weitere Ausführungen, bctreffend die Anwendung des G8- 1 383, 0an den bisherig-xn Zustand zu ändern. In Kapitel 1 wird dre Art rer Vergünstigungen besprochen, Kapitel 2 handelt von den Bedingungen, Kapitel 3 von du: zur Erlangung der Vergünstigungen erforderlichen Verfakr-xn, Kapitel 4 von d-m Verlust der Vergünui- aungezi; Kapitel 5 endlich bestrmmt die Emseßun einer besonderen Jnduitrikkomm'nfion, welche aus dem Minister Lü: Industrie und sieben Mitglterern besteht vnd in allen die Anwendung des Geseves betreffenden Fragen zu beratben bai.

Biervroduktion in Bulgarien im Jahre 1898.

Im Vorijre wurden im Fütstentbum Bulgatien im Ganzen 515 069 111 Bier - gegen 322 696 111 im Jahre 1897 und 382 606 111 im Jahre 1896 - erzeugt. Demnach hat die Bierfabcikation im lktzten Jahre bedeutend zugenommen. Das meiste Bier erzéuate die Brauerki der Brüder Profcbek in Sofia, und zwar 106 982 111, sodann kommen Michailowsky u. Hairabejjm in Srfix mit 86 400 131, Bul- aarncbe BrauereigeseUfcbaft im Schumm 58 578, Mar. Tscholakow u. Cie. in R_ust'ch.xk 47 600, J.Habermann in Rustnbuk 42 750, Brüder H. Slawtjcbew in Tirncwo 31100. Frick u Sulzer in Pbilrppopel 29 520 und F. Lauschmann in Pbilipvodel mit 18 720 111. (Kon- stantinopeler Handelsblatt.)

Die Nachrichten für Seefahrer find nunmehr bei sämmtlichen Kaiserlichen Konsulaten in den aus- wärtigen Hafenpläßen zur Einfibt außgelegt und werden versuch6weise in Kardiff, Cork (Ozeenßtown), Falmoutb und London zum Einzelkauf eker abonnementsmäJJgen Bezug für den am Kopf der Nummer an- gegebenen Preis Vortatbig gehalten.

Venezuela.

Einführung einer Kriegsfieuer. Durch eine in der „Gacxtx oficial' vom 5. Januar 5. I. Veröffentlickotes Dekret von remse1ben Tage werden vom _5. Januar ab alle Wanken, welche ein- axfübrt Werren, einem Zoüaufschlag, welch_er den Namen Kriegssteuer führt, untsrwokfen. lAl_uch für die bauvtkacblicbsten A:!ikel der Aus- fuhr, wie Häut8, Kiffkk, Kakao, ist disse Kriegssteuer zu entrichten. Dkk Zollaussoblag ifi icstgesest, wie folgt: '

]. Einfuhr.

Weizenmehl 15 Csnt für 1 kg;

Zigarettentaback 60 Cent für 1 kg;

Brandy oder Kognak und deren Cffxnsen, bis 220 Cartier, 3 Bolivar für 1 kJ;

f" 1leojkp- und Weißwein, obne Unterscbked der Verpackung, 60 Cent Uk 8;

Stearin, nicht verarbeitet, rein oder mit Paraffin vermischt, so- genannte- Handels-Stearin, 20 Cent für 11xg;

Hujfilxe. obne Futter. 1 Bolivar 50 Cent für 1 kg;

f“ 1Eke..erbto: Häute, verarbeitet in irgend welcher Form, 4 Bolivar Uk J;

Parfümerien, gleichviel wxlcher Art oder Verpackung, 1 Bolivar 50 C-nt für 1 kg;

f" 1Nécht woblxiechendes Oel, aukgenommen Petroleum, 20 Cent ur 8;

Rine Butter 60 Cent für 1 kg;

Käse aUer Art 75 Cent für 1 kJ;

Lebenßmittelkonierven 75 Cent für 1 FZ;

Schinken, der nicht in Büchikn eingeführt wird, 75 CMT für 1 kg;

Schlackcvurst 75 ant für 1 kg;

Kasimirzeug uid Kasfinet, aus Wolle oder mit Baumwolle ge- mischt, 3 Bolivar für 1 RZ;

Zwirb;_ck (Cafes) aÜer Art und Verpackung 75 C8nt für,",1 kJ;

Reis in Körnern oder gemahlen 10 Cent für 1 kg.

Von aükn ar-derrn, 001stkb€nd nicbt aufgefübxten Waaren wird der im 301198183 vom 7. Nonber 1). I. festgeséßte Einfuhrzoll um 20 0/0 erhöht.

ll. Ausfuhr.

Häute don Rindvieh, Wild und Ztegen 8 Bolivar für 50 kg; Kaffee 1 Bolivar für 46 kg;

Kakao von Ocumare und ävnlicbe Sort8n 8 Bolivar für501cg; Kakao vom Tuy und ähnliche Sortm 6 Bolivar für 50 kg; Trinidad-Kakao und ähnliche Sortsn 4 BoLivxr für 50 kg.

Pejroleumgewinnung in Japan.

Schon von Alter 'der war die am Juda11isch8n Meere gklegene Provinz Echigo da1ür bekannt, daß ihr Boxen tsch an §ijroleum- akbakt wäre (es bcfind8n fixb in anderen Tbsilxn Javans glerchfalls Prtroleuqukückn, d8r8n Produktion jedoch richt erwähnenswertk) 111). Eine Ausbeutung d8r dortlgen Q18l18n fand imd8ff8n in frübsrer Zsit nicht statt, weil man für das ck31 k'111? Verw'ndung dattk.

Erst g-rraum8 Zsit, nach“em mir der westlich vatliiation auch PetwleumlampM (xmga'ig in Japan g8fund8n damn, erkannte man die B:“deutung dks ,schl8chtri8chenden W1ff8rs', wie dkk Volksmund das Erdöl nannte, und nahm die Bsarixixung der Petroleum- felder auf.

D? Prodnktkon 1011 im Jahre 1875 1181319111113" bakexx, in dsm ca. 9000 111 RobP-tsdlr'um gewonm'n wordrn smd.

Jm Verhältmß mm R81cht8um d8r Qxcüei bliéo die AUIbeute indesign bis zur jüngéten Zsit sebr zUrück Di8 langsame Entwickelung dürft8 ihren GkUTW in Nr Kaditalarmutb dxr Cimvovn8r don Ecbigo Und in derkn Bestrs-Ben gehabt haben, fremds, d. 1). 111671 zu ihrer Provinz gehörig“: Käpitaüstcn don dk! Thrilnabnw an ihren Unter- nehmungén au*zu1ch118ß*n.

* Neukrding-Z bat imdrffen der lebhaft entwickxlié japanische UntSt- nebmungsgeist aucb diessm “Gebiete rrhödte Aufmka'amkcit zugewandt. Es babzn sicb zw8cko Auébeytung dcr 211611611 9 ößcre ©818111chaft8n gebidet, die im Gégensaß zu frühkren UntrranumngLn di8ser A't, auf solider Grundlaze Michler. einen 9111811 © winn abMtf 11. So befixren sich zur Z?" Von dem Flächenraum, d8n die throisumfelder [:rdrck8n, ungefähr ein Viertel in Bearbeitung. Das a-sammte Kapital, das in Erbixo angsl-gi ist, wird auf etwa 61/2 Millionen Mark ßcshäst. D18 Röhre?", durcb we1chx das O8l zu TSU RUfmerien u'nd Mitxr zu den VsandsVläxZSn 1181131161 wird, babrn ereUs eine Länge don 811115 40 612,11. Msrl-In.

Di8 Produkjion im Jabre1898, für wclch3s noch 18518 oifiiiellen statistisckzen 121719115811 wdrlic,1811, nicd auf 1811121111) 81118 daibe Miüion Hskrdiiter Rdddxtrrlénm (LFTZSMÖLU, (Ws 1811811 eTwa ein? viertel MtUion H:“kwlxt'r raifi.118rt€s Petroleum gcwo-men wenden sind.

Im J.:H-e 1898 dctr'ug di: EinfUdr von ra'üxierm Petroleum, das in erster Lrnik (1115 17811 V5r8iuigt8n Sxaaxsn, dann aus Rußland und zum kleiner8n Tweiie auch aas Sumatra kam, 0U21VJiSlich der jadariischxn ZoütabeUen ?twa 257000) 111. Es ergiébt s1ch daraus, daß etwa 10 Prozent drs japanischzn Prtrrleumkonsums durch in- länriscbe Produfxion ged.ck werd8n. Dirs Verhälxnis; dürfte sich im laufendkn Jahre roch zu Gunsten d.?s japanischxn Oélx') dsrscbieben, da, wie dken erwähnt, der größere „“Weil der Petroleumfeidsr noch der Erschließung barrt und deren Bearbsitung neuerdings von kapital- fräfttgen (Ges [lschaftkn unter BenußuxU voa Maichinen neuesten Systems in Angriff gxnommen wird. Nach Z-xitungSnackprickpten sind gerade in [ester Zeit wi8derholt äußerst ergikbrze QUUM aufgefunden und nuß"ar gkmxcvt.

Für den Tran port des japanischen Petroleums bedient man sicb zum Theil berejtél der ka-Eisknbabnwagen, von denen 811735 50 auf den jxpznischen Babnlxnien im Gebrauch 1851 sollen. Der weitaus größ8r8 Theil des Oels wkrd dagegen in d8rs.[ven W 18, wie das amerikamscbe Petroleum in den Hmdel gebracht, d. b. in Blechfässern, die 5 Gaüonrn (6 3,7851) embalten, und von den:“n je zwei in einer Holzkxste zusammengedackt werden. Der Billigksit valher werden hierzu die alten, für den Import des amerikanischen Oels kennsten Viech- bebältsr verwandt, von denen man die Mari? _vorbér en_1fernt hat.

Der bissige Engros-Marktprcis für japanixcko s und für impor- tiertés Pstroleum ist erheblxapcn Schwankunzen unkerworsxn. In der Regel ist das erstere um Einige Proz8nt biumsr,_als das fremde. So fi.d beispielsweise für den 6. Ndvsmbsr 1899 so1g8nde ontterungen angegeben:

1 Kiste amerikanisches Petroleum, enthaltend *

2 Blechbüchsen 5. 5 Gallonen . . . 2,99 YM (1 21811 : 2,10 946.)

1 Kiste russisches Pstroleum, ertbaltend dgl. 2,98 Y:n_

1 Kiste japanisch8s Petrolkum, entdalfknd dgl. 2,75-2,k_0 Yxn.

Dao japaniscb- Produkt sol] d8m_in1vmti8r18n an Qaalimt „etwas nacbsteben, doch ist anzunehmen, daß bki _sorgfaltigerer szfinierun'g das japanisch Oel mit dem fremden spater auch in der qulitat konkurrieren könnte. _ _ _

Die Ausbeutung der Petroleumqueüen wird mit der größten Auf- merksamkeit v81folgt, da Petroleum jévt in fa't aUJn Häu1ern Japans als Beleuchtunggmittel Verwendung findet. Der Kansam steigt von Tag zu Tag, und ist zu erwarten, daß die Steigerung in absehbarer Zeit noch radiker wird, da vor Kurzem die Verwendung als Hei]- mittel für L komotioen und andere 915318 Dampfmaickoinm mehr und mehr in Aufnahme gekommen ist. (Berichtxdes Kaiserlichen General-

konsuls in Yokohama.)

Petroleumgewinnung in Niederländisch-Jndien.

Pétroleum (Erdöl) ist im niederländischinkiscben Archipel sehr verbreitet und bxrufexi in_ der Versorgung von Yfisn sowie Australien, dznen es frblt, kme große Rolle zu fpiSlea. Di? an Erdöl reichsten Inseln sind Borneo und Suma a, in zweiter anie kommt Java. Die Vobrungn nach dem Erdöl betragen 40-250 m, selten auhc. Ay Brennöl-Rsttllaten werden 35-550/0 gewonnen. in eimelnen Fallen 65 und 75 0/0, sehr srbr selten jedoch weniger als 35 0/9. Welche