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sichere, so sollen ananterie-Pikcts vorzugsweise in den Stra- ßen anKcstellt werden, wo die Werkstätten der Seiden-Fabri- kanten liegen. Diejenigen Personen, welche sich noch zeigen möchten, um die Arbeit zu untersagen, sollen unverzüglich ver- haftet und den Gerichten Übergeben werden.“
Man wird sich erinnern, daß dem Deputirten Grafen Jay- bcrt, einem eifrigen Anhänger der Regierung, im O)2011at_„J:uli v. „I. bei seiner Anwesenheit in St. Amand (Dept. dcs Lbcr), welchen Bezirk er" in der Kammer repräsentirt, cine i'auyclwndc Spottmusik gebracht, und das; in Folge dessen 21 Theilncwneif an dieser eigenthüinlicl)cn Begriißungchicr von dem doi'tiqcr: Zucht-Polizei-Gcrichte zu verschiedenen Gefängniß- oder Geld,- skrafcn kondcmnirc wurden. Sie appellirtcn damals von diesem Urti)eils-Sprucl)e, indem sie die Kompetenz des Gerichtshofes bestritten, und, unter Berufung auf das Gcsekz vom 8, Okcobcr 18.50, Weiches alle politischen Vergeben vor die Geschworncn vcr- wcisi, die ZUM für sicl) in Anspruch nahm-én. Der Königliche Gerichtshof zu Bouraes vei'wm'f aber" die Adpcllakion, Worauf die Verurtheiltin mit einem CUsationI-Gcsucdc bi'i dcm ober- sten Gerichtshofe cinkamen. chzterer hai icht da[)in erkannt, daß das Gesch. dom Jahre 1830 allerdings aiif den vorliegenden Fall Anwendunq finde; demnach bac derselbe das zuchtpdiizcilicbe Erkenntniß» k'assirr und die Parteien vor die *.)itikmgc«Liminiici' des Königl. Gerichtshofes zu „Orléans verwiesen, um 1101: MM vor eine Jury gestellt zu werden. “AUS diesem Urthcilß-Sprucbe ergiebt sicb, daß die Spottmusiken, insofern sie den Dcputirtcn gebracht werden, als von politischer Natur bctrxclsei und das; die Thciinehmer an denselben künftig VN" dic Affiscnhöse gestellt werden sollen.
Im WTonat Augiisi v. Z' fand die Polizei bei dem hiesi- gen Buchhändler Pagnöi'i's eine im republikanischen SMP? ab; gefaß'te Druckschrift von nm“ 3,- Bogen, in Welcher der „Königl. Prokurator eine Aufforderung zum Bürgerkriege imd znm_Um; srurze dci" bcstchcndcn Regierung erkannte. Demgemäß i'l'; schienen vorgestern vor dem hiesigen Iiisisenhofe der Buchhändlor Pagnk-rcs als Verleger, der Buchdrucker Herba" ats „TIi'ucer und ein gewisser Vignerte als Verfasser der gedacbtcn «christ. Vignette ist derselbe, der bereits in dem Prozesse der 27 Repu- blikaner wegen einer Beleidigung des 'Lissiicnhofcs von demielbcn ohne Zuziehung der Geschworncn zu einer .;jährigen „Haft vcr- urthcilt wordcn isi. Er verthcidigre stel) jeßt mit visier Geschick; lichkeit, znglcicl) aber auch mitunter mir so großcrHefcigkeit, da[; der Präsident ihn mehrwals zu einer größeren Mäßigung ei“- mahnen mußte. Pagnércs-las eine geschriebene Verthcidigimgs- Rede ab. In Bezug auf Horhan hatte der General-Advo- kat schon in seinem »Requisirorium die Anklage aiifgchbcn. Nachdem die "Angeschu[digten auch noch von ihren Advokaten vertheidiqc worden, und der Genci'al-Advokar die Anklage bc- hauptec hatte, zogen die Geschwornen sick) in ihr Bci'athitzigs- Zimmer zurück", und erklärten baid darauf die biiden Angeklag- ten in allen Punkten für nicht schuldig. ---- Die Gazette de France findet sich durch diesen Prozeß zu folgendir kurzer Betrachtung veranlaßt: „Dic Ursa-che der moralischen und ma- teriellen Verwirrung, in der", wir uns befinden, ergiebt sich recht deutlich aus einer Antwort, die Herr Vigncrte vorgestern dcm Gerichts-Präsidenten ertheilte, als dieser ihn beschuldigte, das; er den Aitfi'uhr predige. „„Ich predige die Gi'uridsäize“““, erwie- derte Heir Vignei'te, „„denen Sie Ibre Siclle verdanken.““ Wie will man den gesellschaftlichen Zustand in einem Lande wie- derherstellen, wo diese Antwort allen Männern der chiernng, vom Staats-Oberhaupte an bis ziim niedrigsten Beamten, gege- ben wwden kann ?“ -
«Die politischen Freunde des (Grafen von Kergorlay haben beschlossen, ihm eine goldene WTedaille zu überreichcn, als Be- weis ihrer Dankbarkeit für die Art und Weise, wie er ihreGe- finnungen vor dem Assisenhofc ausgedriickt hat. . „
Dic Königl. Druckerei" hat eine Menge ihrer Arbeiter Mit dem Bemerken entlifzsßen, daß es in diesem Augenblick an Be- c ä tiaun für ie_ e le. sh fÄu-s X?Touiotx meldet man vom 18tcn d.: „Der Contre-Ad- miral Massieu de Clerval, Major-Général der Marine im Ha- fen von Toulon, hat seine Ernennung zum Befehlshaber_des Geschwaders in der Levante erhalten. Demzufolge wird der1elbe morgen seine Admirals-Flagge auf der Fregatte „Dido“ auf- pfianzen. Diese Fregatte wird nächstens iiach dor, Levaiitc abge- hen, und man glaubt, daß alsdann das Ltnli'nschlff „die Stadt I)?arseil]e“ nach Toulon zurückkehren werde.“
(Großbritanien und Irland.
London, 22. Febr. Der Graf von Warwick befindet sich seit einiger Zeit in einem sehr leidenden Zustande. ,
Die Times äußert ihr Mißfallen darüber, daß der„Prr- var-Sccretair des Königs, Sir Herbert T_aylor, so dielerlei Ge- halte und Pensionen beziehe, wclche zUmmtnen eme Summe von 7900 Pfund ausmachten. , '
Eben dieses Bla tt wünscht den Ministern und dem Publi- kum Glück“ dazu, daß der Antrag auf Ernennung eiiies Ausfchusses zur Untersuchung des „Benehmens des Baron Smni) durcb eme IJTajoi'ität dcs Unterhauses aufgehoben worden. „Ein !olcher Ausschuß“, sagt das genannte Blatt, „hätte unmöglich „durch seine Arbeiten so viel Gutes bewirkeniönnen, um damit das Uebel aufzuwiegen, das; nenn Zehnthetle der Jrlät1dischen Be- völkerung die“ Ernennung desselben als einen Timmy!) übxr den Richterscand angesehen hätte. Dieser Stand bietet fast die im- zige moralische Schranksgegen die nimmer r-asiende-n Umtriebe dér Jrländischen Aufwiegler dar; raubt man ihm sem Ansehen, so bleibt nichts mehr übrig, als eine augenblickliche ZUÜUYt zu roher Gewalt. Uebrigens hat auch die Regierung die]? Jrage niemals als eine ministerielle betrachtet.“ ,
Der Morning Chronicle ufolgc, beabsichtigten die Mi- nister,.da sie nicht gewußt hätten, daß3 das Geselz, vermöge dessen das Dubliner Blatt „der Pilot“ unterdrückt werden kiinnte,“ noch bestehe, nächstens eine „Bill zur Aufhebun desselben einzubringen.
Tan erinnert sich lange nicht, die allerie des Unterhauses so gefüllt gesehen zu haben, als an dem Abend, wo über die Pensions-Liste debattirt wurde.
Der Courier sagt: “„Wir haben mit der lcßten Posi axis Lissabon Briefe erhalten, welche die harxe Behandlung, die io- wohl die Englischen als: die anderen fremden Soldaten in Dom Pedro's Dienst erfahren, in den stärksten Farben schildern; doch fehlt es uns heute an Raum, sie mitzutheilen. Was uns aber mehr als Alles wundert,«isr die UnTYätigkeit der Truppen Dom Pedxo's, die Wahxscheinléch“' in Zwik igkeiten unter den Genera-
len ihren Grund hat.““ „
Aus O.Uebek sind Zeitungen bis zum 25. Januar hier ein- gegangen, die jedoch nichrs' von besonderem Interesse enthalten, außer daß das dortige'Kastell St. Louis, iti dem der Ober- Gouverneur seine Résdenz“hiat'te,'ein Raub der Flammen ge- worden war. Der Winter “hatte mit ziemlicher Strenge begon- nen, und der Lorenzo-Strom war mit Eis bedeckt.“
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Niederlanden
Aus dcm Haag, 25. Febr. Dcr Gencral-Pkajor Reu- tk)cr, zuleizt mit der Ober-Lcitieng dcs administrativen Dienstes bei unserem Ki'icgshecrc bcauftragr, ist hier in der gestrigen Nacht mit Tode abgegangen.
Neuerdings heißt es, daß bei unserem Feldlager eine allge- meine KantonncmenW-Verändcrimg stattfinden werde, .Die Di- visionen ["oilcn vii'mindert werden, ein Tbcil derselben eine rück- gängigc Midcguiig machen Und ein anderer Theil nebst der Bri- gade des Gcncral-Maiors do Favailzie zur Verstärkung der Fc: [iiitigs-Garnisorwn dienen. Diese *))?aßregcl soll dazu dienen, sowohl die Laxicn dci" Pi'dvinz Nord-Brabanc etwas zu vermin- dern, als zur Bewirkung fernei'cr C'rspaknisse den Schuttereien neue Beurlaitbungcn ei'thcilen zn können.
B e [ „a i e n.
Brüssel, 26. Februar. Hiri" vim dc Weyer isi vorgestern Abend nach London abgereist.
Der Courrisr meldet, dax"; die Repräsentanten-Kammer die Diskiisiion tiber den von dem DJTiniftcr der auswärtigen An- gelegenheiten abgesiatteten Bci'ii'i): z'xlcicl)zcitig mit der Über den Gesclz-Ciitwm'f in,.Bctrcff des von dem Kricqs-Ministcr vcr- langrcn anßesi'oi*dc31c[icl)cn Ki'cdic eröffnen werds.
Dcr Ztidcpendant sagt: „Wir können auf das bestimm; teste vcrsicbcrn, daß 3.00 *))?::2111 aiif dim T))?arsche nach der Provinz Liiximburg sind, und da["; das Koninmndo dicser TMP,- pctt dcm Gcnyral d'Olliviir iibwrcragcn isi.“
Die beiden Parteigängcr-Cdrps folien zitsmnmengeschmolzcn werdcn, und in Ziikunst mti" cin Corps Unter dem Kommando des Majors Capiaumont bildi'n. Die Parteigänger von Flan- dern, wi'ich das zweicc Corps biidcicn, sind auf dem Marsche nacb Philippcvillc, wo sie ziim chen Corps stoßen werden. Mai: vei'tiiuthct, daß das ganzi'ixdi'ps von dori nach dem Luxem- burgischeii aufbrechen werde.
Am 11. *))?ärz wird Paganini in Amiens, am 12ten in Douai, am löten in Valenciennes, und am 15ten in Brüssel Concerto geben.
Deutschland.
Hannover, 25. Februm'. „Der König!. Preußische Ge- sandte am bicsigsn „Hofe, Herr von Canifz, ist von Kassel hier eingetroffen.
Die hiesiger Seits chKU 'Libscblicßimg cines Zoll-Vern'ags mit Braunschweig «ibgcsandi gewesenen Kommissaricn, Ober- Stcuerrati) Dommcs und Ober-Zdllrati) Meincke, sind in diesen Tagen von Braunschweig ziti'iickgskebrr, woraus man im Publi- kum zu der Vermuthung gclnngk ist, das; die stattgefundenen Verhandlitngen nunmcbr bcendigt sidn werdcn.
DreSden, ".):-;. Februar. Die erste Kammer beschloß am 151-311 d. ihre Berathimg iibcr dcn Gci'ci§;C'tittvurf, die Zu- sammcnlegung dci' Grundstücée betreffend, und nahm denselben, nach erfolgter Abstimmung, an. Hicranf wurde ihr ein Vor- trag Über die Lage der Berathuna wegen des Gesetzes Über die gemischten Chin und die Crziyhung der in denselben erzeugten Kinder erstattet. Nack) mcbrfältigec Erörterung über diesen Ge- genstand, worin besonders die schon in den früheren Verhand- lungen dUrcbgcsprochcnen Prinzip-Fragcn wieder angeregt war,- den, faßte endlich die Kammer den Beschluß, ihre früheren Be- stimmungen iiber dies Gesetz aufzugeben, und der zweiten Kam- mer, welche sich fiir die Annahme desselben erklärt hatte, jeßt beizutreten.
Die zweite Kammer beendiqtc am 20stcn d. ihre Ver- handlung iiber das Dekret, die Abkürzmig des Landtages betref- fend. Unter den zur Verschichng bis aufden nächsten Landtag bezeichneten Geseß-Entwürch wurde besonders 11011) der Über die Verhälmisse der evangelischen und katholischen kirchlichen Behör- den einer Diskasfion unterworfen. Die Kammer entschied sich um so mehr für die Verschiebung, da dei“ Staats-ONinister ])--. Müller erklärte, daß das Ministerium des Kultus bald nach seiner Organisation dafür besorgt gewesen, ein diesen Gegenstand betrcffcndcs Regulativ zu entwerfen, theils damit die bei deren Mangel sonst zu besävchtendcn Differenzen zwischen den katho- lisci) gcisrlichen Behörden und dir Staats-Behörde, dcm KUltUs-Miniiierium, vermieden werden möchten, theils da- mit die Urisicl)eri)iit dcr diesfallsigen Rechts-Vcrhälmisse und dic Unbekanntsthaft mit demselben, welcbe bisher in Sachsen stattgefunden, Und in der wohl eine Haupt-Ursache des hin und wieder bemerkten Argwohns und Mißtrauens dei“ Protestanten
„qegen die katholisch Geistlichkeit zu suchen sey, entfernt werde;
daß aber der Grund, warum dieses chulativ noch nicht an die Stände-Versammlimg gelangt, der gewesen, daß eine spätere Wahrnehmung eine nachträgliche Bestimmung nothwendig ge- macht, zu deren Beschluß eine Erkundigung Über das deshalb in andern Deutschen Staaten Bestehende für angemessen erach- tct worden sey, die von auswärtigen Regierungen erbe- tenen Nachrichten aber noch nicht vollständig eingegangen scyen, und demnach die Regierung außer Stand sich be- finde, den Kammern eine bestimmte Zusicherung, ob die Vorlegung dieses Regulativs während der jeLigen Stände- Versammlung erfolgen könne, zu ertbeilen. - „„in Betreff des Geseß-Entwurfes iiber die Kircben-Vorstände schlug die berich- rende Deputation der Kammer vor: daß sie die Staats-Regie- rung ersuche, aus diesem Geselz-C'ntwurfe noch während diejes Landtages diejenigen Bestimmungen zur ständischen Berathung zu bringen, welche die Theilnahme der Gemeinden an Verwgl- tung des Kirchen-Vermögens durch von ihnen gewählte Gemein- de-Glieder bcträfen. Dieser Vorschlag wnrde angenommen. _ In derselben Sitzung faßte die Kammer zugleich mehrere“ Be- schlüsse iiber die Abkürzung ihi'es Verfahrens bei den ständischen Berathungen selbst, , “ Frankfurt a. M., 26. Febr. In der heutigen Silzung unserer geseßgebenden Versammlung wurde das vom Senat vor- geschlagene Gesetz über die Abänderung des Art. 3 des Gcselzes vom 1. Sept. 1824, betreffend die privatbürgerlichen Verhältnisse der Israeliten, mit großer Stinnrxcn-PTchrheit angenommen, und sonacl) die bisher hinsichtlich der Ehen zwischen hiesigen Israeli- ten bestandene Beschränkung aufgehoben.
Oesterreich.
Wien, 20. Febr. (Allgemeine Zeitung.) *Damit ein an sich unbedeutender Vorfall nicht von den Französischen Blät- tern entstellt und ihm eine politische Tendenz beigelegt werde, die er nicht hat, zeige ich Ihnen an, daß zu Klausenburg in Siebenbürgen einige Studenten, wahrscheinlich Lom Wein er- hiszt, sich Excesse erlaubt Haben, die das Einschreiten des_Mili- mirs ziir Folge hatten. Die Tunmltuanten zogen sich gleich zu- rück und die Ruhe der Stadt ist nicht einen Augenblick gestört worden.
Die hiesigen Konferenz-Minisier berathen sich täglich in den
verschiedenen Ausschiiffcn, und es dürfte kaum früher eine (Je ncral-Silzung abgehalten ivciden, ais bis die Bcrichter|attcr je ner Ausfthüsse ihre partiellen Ausarbeitungen beendigt haben. *
TNan spricht von einer Reise, die So. »))?ajescät der Katscx mit Anfang des Frühlings im Innern des Landes zu machen gedenken. . _ „
Unsere Nachrichten aus Italien sind ichr befriedigend, Und man hat sick) von dem guten Geiste dcr Picmonrescr bei Gele genheit der Polnischen Ecimuffoureic überzeugen können. Nichts desroWeniger scheint es nörhig, das; die Polen ans dci" Schwei ' entfernt Werden, damit diese lästigen Qöäyic nicht unaufhörlm) die 'Liufmcrksamkeit der „Behörden in ',)itispi'uci) nehmen, und die * ruhigen Bürger mit Besdi'gniß erfüllen.
Wien, 26. “Febr. Dei“ Oesterreichische BeobacbtU cntk)ä[c11acl)|ck)e11de Betrachmgcn: „Die Tribune vom 15„ Febr. liefci'c nntek der RUbrik „Nachrichten aus Savoyen“ ej; nen langen Artikei, den sie (1115 der zu Genf crsclckcincnden Eu- rop e centrale edtlchnt. Dieser ?[Ufsaß giebt K*Utidc von ei; nem Streits, dei“ sick) zwisshcn dcm Oberchncral dcs neuerlich gegen Savoyen gerichteten Unternehmens "und der von ihm an- gefiihktcn Rotte erhoben hat. „Der Anführer Mix? in einem [an- gen, in der Lausanner Zeitimg erschicmcncn Schreiben den Vor-
wurf von sic!) ab, als habe er sic'.) cincs Vcrmrhos scbitldig ge;
macht; ein Theilnck)tnei' an der Expedition ancivdi'tcr auf dieses
Schreiben, wiederholt dic'Liiiklagc Und sucht ste mic-ncucn Görün- den zu Utitei'stiißcn. Die Citropc centrale psiici)tct dcr “Lin;
klage bei, und da die Tribune den ?[i'tikel ohni weitere Ge,- gen-Bemei'kung in ihr Black aufgenommen bar, [(do-nr cs, daß sie derselben *))Teimmg [)uldigc. - In diesen Streit [)ai sich wahrlich kein ehrlicher Mann zu 111016611; er ist die natiirliche .. Folge des *)]?ißlingcns cines verbrecherischen Llnccrticbxncns, Wel; -* ches, wie alle Unternehnnmgcn solcher “Jiri, wenn sic mißgliickcn, mit Streit und gegenseitiger Anfeindung dci“ T[)ci[[)abcr endete.
_ Da es jedoch erlaubt ist, eine Mcimmg, selbst iibcr Dinge der abgescbnmcktestcn Art, auszuspi'echcn, so gestehen wir umver- hohlen, daß wir weit gcneigrer sind, dem „Beklagten, als desen Ankläger Recht zu geben. „Daß Ramorino an der ichlecbtcn Sache, die: er zu befördern sich anheischig gcmacht hatte, keinen gcsiiffcnc; 5-3. lichen Vorrath beging, dies glachn wir recht aumiehtig. Gilt es, ein Urthcil über einen Abenteurer, wic Ramorino, zU fällen, so muß man stets, als die Grundlage a[lcr Berechnungen, dessen
Prosit in Anschlag bringen. In dem vorliegenden Falle nun
wäre derselbe schwer in_ einer andern Richtung, als in der zu *» suchen, das; er seinen Kopf bei einem Unternehmen nicht (Uifs-zj-Z-Zéé Spiel sckzen wollte, wo der gäiizlicl)c O)Ta11ge[ an Tbcilnahme
von Seiten des Savoyischen Volkes ihm dnrch dic That erwie- sen war. Aus den Gesiändniffcn dcr streikenden Parteien er; gehen jedoch abermaligc Bcivcise,_wic tief das Unternehmen an; gelegt war. Es ist in den ?itiicleldigUngcn gcgen Ramorino die Rede von hcranzichenden Kolonncn,we[c1)c sick) it! der_- scbiedenen Richtungen an die Befi'xiungs-Lirmee anschließen sollten, und nur durch den schnellen Rückzitg dcs [)i'l'Clkö cingedrunqe; “ nen Heeres an ik)*“.'emErscl)cinen gehindert worden senen. .Der Anklä- _ qei' des Generals Ramorino schließt sein langes Factum mir den Worten: „„Die Geschichte hat ki'in zweites Beispiel einer
Truppe aufzuweisen, welche in dem Zwecke, sicl) zU schlagen,
*sich freiwillig gebildet hatte; welche einen rühmlicl) bekannten
Anführer wählte, der auch den :Obcr-Bcfci)l, nachdem ci" die Lage der Dinge vollständig kannrc, übernahm; wclche Tl'lippc sodann,„s unter einem so gestellten Anführer, sinkt eincm Feinde, der ier an Zahl nicht Überlegen war, cjltzzcgcmzllgi'hcij, Und [*mit sich zu schlagen und bis auf den lckzten _Mann auszubari'cn, siii) zu,- 1'Ückzog, ohne selbst cinancind gcmbcn zn habcnl““ _ „51611111: 5755 Ramorino seine Verthcidigung nicht mit einigem Rechte aUs die Erwiederung beschränken, daß er sich zurückzog, weil die von ihm befehligte Bande auf keinen Freund gestoßen ist?“
S ck w e i z.
Zürich, 24. Febr. Dei“ Vorort hat an die Stände 5 :aadi -- Und Genf nachfolgendes Schreiben erlassen: „Wir bccilxn uns, „ Euch die Antwort mitzutheilen, ivclcl)c_u11s dci" Französiche schäftscräger unterm 17ten [. M. in_ Crwiedcrung der Note cr- theilte, die wir den 9. Febr. an„dc111e[ben richteten, und in wei- cher wir die Wiederaufnahme in_Frat1ki'eicl) fiir die in dcr _Schwciz sich aufhaltenden Polen nachgewchc hatten. In Gicmäßhett dei" Eröffnungen des Herrn von Bellcval laden wir CUC!) e_m, iicxx325 in Eurer Gewalt iich befindenden Polen zu den Unterichriftcn anzuhalten, welche für ihre Durchreise durch Frankreich nothwan dig sind, und dieselben nach Erfüllung so_ner Bedingungen _mq dem kürzesten Wege bis (An die Französische Gränze cskoriiren zu lassen. Dies ist das einzige Mittel, um die Eidgenossenichast von den Polen zu befreien, welche Unter keinen Umßänden [än- ger in der Schweiz bleiben können. Wir ersuchen Eitel) ferner, uns die Erklärungen der Polen mitzutheilen, nach welchen Län- dern sie Übergeschifft zu werden wünschetx, Euch iiber die Voil- ziehung dieser Maßregel mit der Franzöjixchen Gejandtsclwfx cin- uverskehcn und uns über die diesfäliigen von Euch getroncncn “' Verfügungen in Kcnntniß zu sei;,en.“
Neuchatel, 22. Febr. „Der hiesige Constitutiont1c[„ sagt: „Die Genfer Zeitungen melden uns, daß sich in Emeuten, welche durch die wandernde Revolution und durch dce-* bewaffnete Propaganda, nämlich durch die Polnischen Flüchtlingc- „ erregt wurden, auch Neuchateller Flüchtlinge kompromittirt ha; ben; dies überrascht uns keineswcgcs, denn Revolutionmiirc siiid „ und bleiben immer und iiberall Rcvolutionnaire. Sie sind die Schmiede der Unruhen; der Aufruhr isc gleichsam ihr C'lemint geworden; fie haben es nicht auf diese oder jene Regie- rung, sondern auf die Regierender) abgesehen; zu diesen sagen fie: Hebe dich weg, da[; ich mcc!) an deine Stelle soßen kann. Sie ruhen nicht eher, als bis sie sich auf den Richtet“- und Raths-Stühlen niederlassen können. Wird dieses „Beneh- men unserer Flüchtlinge nicht endlich unsere Miteidgenossen dar- über belehren, warum wir jekzt diesen Unruhestiftern “unsers Gränzen nicht wieder öffnen konnten? Ist nicht der Ausfvruck) des Eidgenossen: „D)?an muß ein Ende mit ihnen machen“- eine genügende Rechtfertigung unseres Benehmens? Die Gen- fer sagen, Was man thun müsse; wir haben es bereits gethan- Wir können uns nur mit dem lautesten Unwillen über alle die- jenigen äußern, Welche die Republik und die Regierung von Genf in efahr gebracht, besonders aber über die Fremdling?- welche den, Aufstand angestiftet, oder weiche irgend einen A1!; theil daran genommen haben. Fremdlinge, die eine Revolution “ anzetteln, sind doppelt gefährlich und doppelt schuldig.“
Ju demselben Blatte liest man Folgendes: „Der 3!“ Bern erscheinende Schweizer Beobachter giebt über die Vorfälle von Sonntag Abend (vergl. Nr. 59 der Staats-chi _ tung) einen der lügenhaftestcn Berichte, indem er einen de_r dai - bei Betheiligten an einen unserer achtbarsten Beamten Worke richten läßt, die einem Neuchateller durchaus fremd sind und
stets fremd bleiben Werden. Diesallein beweist, wie die revo- [utionnaii'cn „Blätter von ihren gewissenlosen Korrespondenten bc- dient werden; und auch der Patriot hat nichts Eiligeres zu thun, als derg1eichen Unwahrheiten abzudrucken.“
Italien.
Rom, 15. Febr. (Allgemeine Zeitung.) Der Sturz von Zea Bermudcz hat hier einen sehr trüben Eindruck hervor- qebt'aihk, denn 10 lange er noch Chef“ des (Ministeriums war, “hegte man die besten Hoffnungen für dte'Zukunft der Kirche; er hätte durch weiße Nachgiebigkeit die Gemüthcr nach und nach be- ruhigk; jetzt hingegen ichwmden die lckzten Aussichten. Die Zeit
wird (chien, ob man diesem *))?anne nicht Unrecht tk)at, der die
Bedürfnisse seiner Nation, und ihre Etypfänglichkeit für eine stufen,- weise einzuführende constitutionnclle Charte vielleicht besser kannte, als seine Gegner. ““Vor acht Tagen wurde hier von der Akademie S. Luca dem Publikitm en) Fest bereitet, wie wir es in den letzten zehn Zach" "Uhr Iciehen haben. In dem schönen Saale dcs Kapiwls wurden an fiinf Schüler dieser Akademie die gro,- ßcn Prämien vei'tbcilt. Der Saal war sehr glänzend dekorirt und bclcuchtcc. Dcr Päpstliche Thron wurde freilich diesesmal von Seiner Hciligkeit nicht eingenommen; der Papst hatte kurz vorher sein Erscheinen absagen lassen. Hingegen waren viele Kardinäle gegenwärtig, und der Kardinal Staats-Secre- tair tbeilte den Schülern die Preise_ zu. Die Gallerie war hauptsächlich mit fremden Danzen angefüllt, Und das Orchester spielte NW", _als man es hier ionst gewohnt ist. » Dcr Oester- reichische Botndafccr, Gji'af Rudolph von Liizow, gab zu dem Gebiii'tsiagc des Kaisers cin glänzendes Fest in seinem Hotel. Vormittags iVUl'de in der Ocsterreichiscben National-Kirche, St, Maria diii 'Linimo, cine feierliche Meise gehalten, zu welcher der Botschafter sich in Galla begab. - Fux- die Fastenngit sind UnS, dreimal in der Woche, Quartette von hiesigen Musi- kern angekündigt, welche nur Sachen von Deutschen Komponisten aufführen wollen.
Portugal.
Lissabon, 9. Februar. Folgendes ist der Bericht, weichen 'der General Saldanha iiber das Treffen bei Pernes an den Kriegs-IITinistcr _crskatcec hat: „Als ich mich am 2817en an der Brücke von Alvielia befand, ivurde ici) benachrichtigt, daß der Feind mit dem größten Theil seiner Streitkräfte auf der Straße von Pernes vorgerückt sey, nachdem Dom O)?igucl dieselbcn ge- mustert batte. Sogleich befahl ich dem Obersk-Lieutenant Mi- randa, der das erste leichte Regiment dc-r Königin und ein Ba- taillon dcs 10tcn Infanterie;Regiments kommandirt, sich dem Oberst Romao anzuschließen, der Pernes besclzt hielt, und ich kehrte nach Torres Novas zurüii“. Der Feind rückte am 29sten an Pernes heran und unternahm Abends eine starke Recognos- cirung. (“Zi hatte 1500 Mann von allen Waffen-Gatcungen. Ew. Excellenz wiffcn, daß die größte Schwierigkeit, der wir zu begegnen habcn, wenn wir den Sieg erringen wollen, darin be- steht, unseren Tapfcren eine Gelegenheit zu verschaffen, mit dem Feinde handgemein zu werden. Um Mitternacht setzte ich mich mit den zu Torres Nobas stehenden Truppen in Bewegung und langte kurz vor Tages-Anbrucl) zu Pernes an. Da ich sah, daß der Feind, dessen Vorposten uns im Angesicht standen, sich nicht entschließen wollte, Uns anzugreifen, ließ ich um 8 Uhr die unter meinem unmittelbaren Kommando stehenden Truppen auf der Straße nach Santarem vorrücken. Die Generale Caravarro und Breffagct, welche die feindlichen Streitkräfte kommandirten, hat- ten den Angriff auf 10 Uhr IJTorgens festgesetzt und waren nicht wenig überrascht, als sie ihre Vorposten durch unsere Kavallerie abgcschnicten sahen. Als der Feind zu den Waffen ge kiffen hatte, stürzte sich dci" tapfere Oberst-Lieutcnant Simao da z'osrci Pessoa mit dein braven 10ten Kavallerie-Regiment auf das 1ste, 17ts und 20|e anantcrie-Regiment, die bereits in Bewegung waren und zwei Quarré's bildeten, welche sogleich von der Ka- vallerie umzingelt wurden. Der Oberst Balthazar d'Almeida Pimentai, der mit einer vom Capitain Wakefield befehligten Lancier-Schwadron einige von den feindlichen Vorposten auf un- serem linken Flügel abgeschnitten hatte, wurde während dessen von einem Kavallerie;Dctaschetnenc angegriffen, das wenigstens doppelt so stark war, als sein eigenes; der Kampf-war eine Zeit- lang furchtbar, bis der Feind endlich die Flucht ergriff, weil er fürchtete, durch das 10te Regiment, welches der Oberst-Liente- nanc an der Straße entlang detaschirt hatte, um ihm den Rück- zug zu Wehren, abgeschnitten u werden. Der Capitain Luciano Pimental, der die erste Kompagnie des 2th Jäger ; Ba- taillons befehligte, welches die Avant-Garde bildete, wurde von dem Capitain Gucrreiro, der als Brigade-Nkajor der Kolonne unter den Befehlen des Oberst Romao stand, nach einer kleinen Anhöhe unweit des Plaßes gefiihrt, auf dem der Feind seine Quarré's gebildet hatte. Das Feuer dieser Compagnie, aus so geringer Entfernung kommend, richtete einige Verwirrung in dem von dem 17ten Regiment gebildeten Quarré an. Der Oberft-Lieutenant'Pcffoa mit dem tapferen 10ten Kavallerie- Regiment und mit dem vom Major Trigueiros befehlig- ten Detaschemcnt des 11ten benutzte diese Gelegenheit, um das Qnarré: anzugreifen, und zersprengte dasselbe. Fast zu gleicher Zeit stürzten sich die Lanciers auf das an,- dere O.Uarré, weiches dasselbe Schicksal hatte, wie das erstere. Von diesem Augenblick an hatten Wir nichts mehr zu thun, denn der Feind war in vollem Rückzuge, und wurde so lange verfolgt, bis er sich genöthigc sah, wieder: nach Santarem zurückzukehren. Die Fahne des 1sren Bataillons, die beiden “Fahnen dcs 17ten Regiments, 709 Gefangene, worunter 21 Of- fiiere, särnmclicl) von den Linien-Ti'uppen, eine große Menge affen und Effekten, 10 Pferde von dem Chavesschen Regiment und viele Todte, dies war. der Verlust des Feindes. Der im,- serige besteht in 3 getödteten Soldaten, 17 Verwundeten, worun- ter 40ffiziere, 8getödceten und 2 verwundeten Pferden.“ Hier- auf folgt noch eine Belobung einzelner Offiziere.
C h i n a.
In weiterm Verfolge der (in Nr. 60 der Staats-Zeitung befindlichen) Nachrichten über den Tod der Kaiserin von China theilt das Journal de St. Petersbourg Nachstehendes mit: „Nachdem Alles geschehen, wasman dem Andenken der verstor- benen Fürstin ihrem Range gemäß schuldig war, schritt man- zur Ernennung einer neuen Kaiserin. Die „Wahl des Kai,- sers fiel hierbei auf seine zweite Gemahlin, Huan-goui-fey, wel- che schön, geistreich und liebenswürdig, seit langer Zeit schon das Herz des O)?onarchcn gefesseltZatte. Kaum waren die 100 Trauer-Tage verflossen , als Se. ? aj._ seine Willensmeinung in diesem Punkte den Prinzen und Großwürdenträgern kund that, die sich beeiiten, Sr. Maj. zu einer solchen Wahl Glück zu wün- schen. Hierauf ließ der Kaiser für die _Kaiserin das Diplom und ein Siegelanfertigen. Ein Diplom dicier Art wird ewöhnlich auf einem goldnen Bogen in IITandschUkischek M10 hinsfischer
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Sprache geschrieben; das Siegel ist aus reinem Golde und führt den Titel der Kaiserin. Zu gleicher Zeit erhalten die Astrologen den Befehl, die Planeten zu beobachten und nach den Regeln ihrer Wissenschaft den Tag zu bestimmen, der fiir die feierliche Einsetzung der Kaiserin der glücklichste ist. Nachdem dieser Tag bestimmt war, warden mehrere Hof-Beamte nach den verschiede- nen, dem Himmel, der Erde und den Vorfahren geiveihten Tem,- peln abgeordnet, um für die bevorstehende Ccretnonie den Segen der himmlischen Mächte zu erfiehen. Am Tage vor der Feier- lichkeit verfügte sick) der Kaiser selbst in großem Pomp nach dem Tempel seiner Vorfahren, und gab, nach den vorgeschriebe- nen Gebeten und Kniebeugungen, den Manen seiner Väter Rechenschaft von den Verdiensten und Eigenschaften derjenigen, die er zur Würde einer Kaiserin zu erheben beschlossen hatte. Mit der ersten Stunde des für die Ceremonie bestimmten Ta- ges war, im Kaiserlichen Palasce wie in der Stadt, Alles in Belvegung. Jm Palasie wurden die Galaivagen, die Fahnen, Baldachine, Wappinschildei', musikalischen Instrumente und an- dere bei den Feierlichkeiten des Tages zu gebrauchende Gegen- stände geordnet, geputzt und fertig gemacht. In der Stadt bil- deten sich, bei Laternen,- und Fackelschein, die Prozessionen der Civil- und P?ilitaii'-Beamtcn. Jm Hofe des Palastes, wo ein Theil der Ceremonie in Gegcnwarr des Kaisers vor sich geben sollte, standen drei mit reich gesiebten Stoffen bedeckte Tische, auf welche die Kaiserlichen Insignien: Standarte, Diplom und Siegel, niedergelegt WLWM sollten. Aehnliche Vorkehrungen wurden auch im Audienz-Saal des Palastes der Kaiserin getrof- fen, nur 'mit dem Unterschiede, daß dort auf den drei Tischen Weihrauch brannte, zur Ehre der Kaiserlichen Insignien, die man als“ heilige Gegenstände verehrt. Vor den Tischen wurde hier ein Teppich ausgebreitet, anf welchem die Kaiserin vor den Insignien niederknieen sollte. gen beendigt waren, begab sich der Präsident des Departements der Ceremonien mit seinen Räthen nach dem Palaste des hohen Rathes, um daselbst die Insignien des Reiches in Empfang zu nehmen. Ein Mitglied dieses Rathes Überreichtc ihm die Kai- serl. Standarte, das Diplom und das Siegel, so wie auch eine mit der Unterschrift und dem Siegel des Kaisers versehene Ab- schrift des Diploms. Alle diese Gegenstände wurden in ihren Futteralen, in Begleitung eines glänzenden Gefolges, nach dem Kaiserl. Palaste getragen und daselbst, nac!) Entfernimg dcr Fut- terale, auf die obengenannten Tische gelegt. Einer der ersten Reichs-Beamten hatte sich, der Verordnung gemäß, vor das öst- liche Thor des Palastes gestellt, um die Standarte in Empfang zu nehmen und demjenigen, der sie bei der Prozession tragen sollte, zu Übergeben. Hinter ihm stand ein anderer Großwür- denträgei', der bei dieser Gelegenheit die Befehle dcs Monarchen zu proklamii'cn bat. Beide müssen dabei das Antlißz nach We- sten richten. In dem Augenblicke, wo der Kaiser erscheinen sollte, begaben sich die Beamten des Ceremonial-Departements in die: inneren Gemächer des Palaües und berichteten Sr. Mai., das; Alles bereit sey, worauf der Kaiser in großer Gala seinen Wa- gen bestieg und sich mit einem glänzenden Gefolge nach dem für die Feierlichkeit bestimmten Orte begab. - Bei der Annäherung des Kaisers ertönte von„ einem Zahlreichen Orchester eine für diese Gelegenheit komponirte Musik. Sie verstummte, sobald der" Kaiser den Thron bestiegen hatte. Gleich darauf hörte man ei,- nen Peitschenschlag. Dies war ein Zeichen für den Ceremonicn- meister, die sogleich die Pcrsonen, welche die Kaiserlichen Zn- signien tragen sollten, in Ordnung stellten, Nachdem diese Her- ren die ihnen angezeigten Plätze eingenommen hatten, befahl man ihnen, dreimal niedei'zuknicen und sich neunmal nach der Seite hin, wo der Kaiser saß, aufs Angesicht niederzuwerfan. Während dieser Kniebeugungen spielte die IITUsik aufs Neue. Hierauf setzten sich die Personen, welche die Insignien tragen mußten, in Bewegung, geführt von den Ceremonicnmeistern. Jm Hofe des Palastes angekommen, stellte man sie an der Morgen-Seite desselben auf, das Angesicht nach Abend gerichtet. Vor sie trat der Beamte, der die Befehle des Kaisers zu vericscti hatte, und kindigte ihnen mit lauter Stimme an, daß er sie mit dem
illen des Monarchen bekannt machen werde. Da stürzte Al- les auf die Knie, donn nur in dieser Stellung vornimmt man die Befehle Sr. Maj. Uncerdesscn näherte sich der Großwürdcnträ- ger, dessen oben erwähnt wurde, dem Tische, auf welchem die Standarte lag, erhob selbige und gab sie in die Hände des dazu beauftragten Beamten, der sie knieend empfing, dann fiel) erhob und mit seinen Assistenten sich nach der Abendseire des Hofes begab. Die Anordner des Ccrcmonials traten hierauf an die Tische, auf denen die übrigen Insignien lagen, und trugen sie mit den darauf befindlichen Kleinodien ebenfalls fort. Dun sekzte sich die Prozession nach dem Palasce dcr Kaiseikin in folgender Ordnung in Bewegung: Voran ging der Standartenträger mit seinen Gehülfcn, ihnen folgten diejenigen, welche die Tische mit dem Diplom und dem Siegel trugen. Sobald sie die große mittlere Treppe herabgcstiegen waren, verweilten sie daselbst so lange, bis man das Diplom und das Siegel in ihre Futterale gelegt hatte. Hierauf ging die Prozession durch das Thor Tai-ho-min und machte wiederum Halt beim Thore Dsin-youn-min, wo die Eunuchen der Kaiserin in großem Ko- stüm erschienen, die Standarte, das Diplom und das Siegel in Empfang nahmen und sie bis an die Treppe dcs ?[udienz-Saa- les der Kaiserin trugen. Hier wurde das Diplom sowohl als das Siegel aus ihren Futteralen genommen und durch die Mit- telthür in den Saal getragen. An diesem Eingange befand sich die Kaiserin mit zwei Damen, welche das Amt der Ober-Hof: meisterinnen bekleiden. Sobald die Prozession den Saal betre- ten hatte, folgte die Kaiserin dcn Jnsignienträgern und nahm an der INorgenseite dcs Gemacbes Platz., während die Eunu- chen die Insignien auf die Tische legten und sick) entfernten. - Während der Prozession spielte die “Musik außerhalb des Saales, dann hörte sie auf. .Die Kaiserin ward nun von ihren beiden Damen an den Plakz geführt, wo sie, nach der Verordnung des Ceremonien-Reglemcnts, nicderkniecn muß, um die Verlesung des Diploms anzuhören. Auf diesem Platze befand sich die Kaise- rin gerade den Insignien gegeniiber, mit dem Antlitz nack) Nor- den gerichtet. ZU beiden Seiten der Kaiserin standen vier Da- men; zwei andere, von denen eine das Diplom verlesen soilte, näherten fiel) dem Tische, auf welchcm dasselbe lag, und kehrten sich der Westseite zu. Hierauf wurde die Kaiserin von den Ober-Hofmeisterinncn eingeladen, niederzuknieen. Als dies ge,- schehen war, erhielten jene beiden Damen den Befehl, das Do- kument vom Tische zu nehmen. Cine derselben verlas nun das Diplom langsam und vernehmlich, um die Kaiserin vollkommen von dem Willen des Kaisers, ihres Gemahls, zu unterrichten. Nach geschehencr Vorlesung überbrachte die eine dieser Damen, auf den „Befehl cinev der Obcr-Hofmeiscerinnen, das Dokument der Kaiserin, indem sie das linke Knie beugte. Die Kaiserin nahm das Diplom mit den Zeichen der tiefsten Ehrfurcht entgegen und übergab es einer der Damen auf ihrer linken Seite. Diese empfing dasselbe knieend und legte es auf einen am Westende des
Nachdem alle diese Vorbereitun-,
Saales befindlichen Tisch. .Bei der Uebergabe des Siegels wur- den dieselben Ceremonien beobachtet, worauf die Obcr-Hofmeiste- rinnen die Kaiserin einluden, fich zu erheben und die vorgeschriebe- nen Verbeugungen zu machen. DieKaiserin erhob sich, verneigte sich dreimal, knieetc dreimal nieder und warf sich eben so oft auf ihr Antliß. Während der Kniebeugungen spielte die INusik. Nachdem Alles dieses geschehen war, trat die Kaiserin, auf eine neue Einladung der Ober-Hofmcifterinnen, in die Mittelthür am östlichen Ende des Saales, worauf die Eunuchen die Standarte unter kriege- rischer Musik forttrugen. Die Kaiserin folgte der Standarte bis zu einem vom Reglement vorgeschriebenen Orte und kehrte daraiif wieder in den Saal zurück“. Als hierauf die Musik zu spielen aufgehört hatte, übergaben die Eunuchen die Standarte den Personen, welche sie bis zum Palast getragen hatten, und damit war die Feierlichkeit, unter Welcher China eine neue Kai- serin erhalten hatte, beendigr.“
Aegypten.
Deutsche Blättei' melden atzs Kahira vom 6. Dezem- ber: „Was ich Ihnen in meinem leßten Briefe als Vermuthung gab, isi nun schon ernste Wirklichkeit geworden. Mehmed Ali hat beschlossen, nicht nur den ganzen Hedschas, sondern auch die reichen Provinzen von Yemen seinem Scepter zu unterwerfen; 20,000 Mann, größtentheils regulaire Truppen, sind im Laufe die- ser Woche dahin abgeschickt worden. Achmed Pascha, bisheriger Kriegs-Minister und Neffe Mehmed Ali's, hat den Ober-Befehl iiber die ganze Armee erhalten, und ist am 2ten d. von hier nach Suez abgereist, wo er sich nach Dschidda einschiffcn wird, um daselbst das Hauptquartier zu bilden. Ibrahim Pascha, Achmed Pascha's Bruder, ist schon zum Gouverneur von Yemen ernannt, und wird bald aus Syrien urückkehren, um seinem Bruder zu folgen. Die Eroberung der “kisten des Rothen TNeeres wird wohl keine großen Anstrengungen erfordern; schwerer möchte es werden, weit inannere zu dringen und die dortigen kriegerischen Stämme zu unterwerfen. Bekanntlich istYemen eines der reichsten Länder des Orients, daher auch dessen „Besitz. dem Pascha von Aegypten die glänzendscen pecuniairen Vortheile verspricht. Ich hoffe in meinem Nächsten Ihnen DJTehreres sowohl über den Plan dieses Feldzugs, als über den Zustand des sogenannten glücklichen Arabiens mittheilen zu können. Es läuft hier dasGerücht, daß die Engländer die kleine Flotte der Aegyptier im Rothen
Deere, dercn sich Turktschi Bilmes bemeisterc hatte, vernichtet hätten; ich möchte es aber nicht verbürgen. Jm Lazaretk) zu Alexandria liegen sieben Pestkranke, die aber Alle aus der Titr- kei gekommen sind; da man sie der strengsten Quaran- taine unterworfen hat, so ist wohl vor der Hand für Aegypten nichts zu fürchtcn. Auch ist jekzt noch nicht die der Verbrei- tung der Pest in Aegypten günstige Jahreszeit. Mehmed Ali hält sich fortwährend hier auf; er bewohnt bald seinen Pallas; in Schubra, bald sein Schloß in der Citadellc, und bald das seines vor einem Jahre verstorbenen C'idmns. Es ist die Rede davon, eine polytechnische Schule unter Leitung Ethem Bey's, eines gelehrten Türken, der einige Jahre in Europa zugebracht, zu errichten; noch kann ich Ihnen aber darüber nichts Bestimm- teres mitcheilcn. Der Vater Enfantin ist noch immer in Alt- Kahira; er logirc bei Soliman Bey, einem Französischen Muiel- manns, der als Adjutant Ibrahim Pascha's im Syrischen Feld- zuge viele Dienste geleistet hat, und übßrhaUpt als Schöpfer der regulairen Truppen in Aegypten anzuiehen ist. Mehrere St. Simonianer haben sick) hier anstellen lassen, und ihre Uniform mit der des Türkischen Nisam vertauscht.“
Inland.
Berlin, 3. März. Am 22sten v. M. beging der Gene- ral-Rendant bei der Land-Feuer-Societäts-Kasse zu Kdni sberg in Pr., Karl Heinrich Schreiner, seine 501ährige DiLUÜFQUbU-i feier. Im Laufe des Vormittags erschien in dem Hause „des Jubilars einc Deputation dei“ O|-Preußischen Gcneral-Land- schaft und der Land-Fcuer-Societät. Der Syndikus derUerste- ren, Herr von O.Ucis, Überreichte dem Gescierten die Insignien des ihm von des Königs Majestät Allergnädigsi verliehensn Ro- then Adler-Ordcns vierter Klasse, und der General-Landjcimfcs- Rendanc Quassowski im Namen der Landsciyafc und der Land- Feuer-Socictät eiiie geschmaikpoli gearbeitete silberneVasc. Von dem Vorgeselzccn des JUbilars, dem Landschafts- und General- Feuer-Societäts-Dirckror von Brandt, ging ein Schreiben ein, Worin dieser ihm zu seinem Ehrentagc Glück wünschte, und zu- gleich sein Bedauern darüber aus*drückte, daß er durch Kränklcch- keit behindert werde, dcm Feste persönlich beizuwohnen.
- Der Haupc,-Civil-Bevölkerungs-Tabelie des Regierungs- Bezirks Merseburg fiir das Jaht“ 1833 zufolge, sind in die- sem Jahre 12,475 Kinder männlichen und 11,658 weiblichen Ge- schlechts, Überhaupt “.)-1,133 Kinder, geboren, dagegen 9647 männ- lichen und 9176 weiblichen Geschlechts, überhaupt 18,823 Indi- viduen, gestorben, woraus sich ein Zuwachs von 5310 Seelen ergiebt. Im Jahre 1832 betrug der Zuwachsnur 3769. Un- ter den 24,133 Gcbornen find 2456 uneheliche Kinder. Getrauc wurden in den Städten 18.33, auf dem Lande 3955, überhaupt 5788 Paare. “
IJTi'teorologische Beobachtung. , 1834. Morgens ' Nachmitt. Abends ! Nac!) einmaliger 2 März. 6 Uhr. 2 Uhr. 10 Uhr. Beobachtung.
Luftdruck- - ZU- * “3 MPM'YZ4l)-0 0 MFZOZHZH 9 Par.?anlk-väi'nic 6,2 0 N, Lu twärme + 1,0 " R.Z+ 6,6 0 5 . + 7,5 0 R. „. . „ ThfaUPUUkt _ 1,8 0 in+ 1,9 0 R + 4/7 0 N 171111413111"? 2/2! N,
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