1834 / 69 p. 3 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Sh. 9 P., Osändischer 3 Shilling. „Was die Argumente anbe- treffe, bemerkte er, die man zu Gunsten der Beibehaltung der jeßigen Zölle gebrauche, so schienen ihm dieselben äußerst seltsam, Wenn er fie mir dem bei früheren Gelegenheiten geführten Rai.- sonnemcnts znsmnmenstelie, denn er erinnere ßch noch sehr Wohl des Geschrcis: „Wir können die jetzigen Zucker-Zölle nicht abän- dern, weil in unserm: Westindischen Kolonieen noch immer dir Sklaverci bcstclyt“; und je!,t solle wieder die Aufhebung der Sklaverei als Vorwand zur Beibehaltung dieses Monopols die- nen. Auch “Sir R obert P cel war gloicher Meinung und machte namentlich auf den Üblen Eindruck aufmerksam, den die Bevor- ugung der einen Kolonie vor der anderen machen müsse; der eidénde Theil, sagte er, könne dies als eine Handlung offenbarcr Feindseligkeit ansebcn und bei der ersri'n möglichen Gelegenheit dafiir Rache nehmen, dies sev um so bedenklicher, als dieJnteUigenzderBr- wohner von Ostindien mitschnellen Schritten xunehme und die Zeit nicht mehr =f9i'n scun dürfte, wo sie jedr1lngerechtigkeitzu rächen im Stande scvn möchten; cr wünsche wenigstens, daß man das "eizigeArrangement mar als ein temporaires erkläre, worauf Lord lrhorv erwiederte, das: es auch keinesnieges als ein pcrmancn: tes „betrachtet irrrdrn folie. Herr P. Stewart meinte, man köniie unmöglich vkriangcn, daß die Westindischen Eigenthümer mit der .Brvölkcrmm von Ostindien konkurriren sollten, da in leßterem Lande die Arbeit so woblfeil sen, daß der Mann für den“».Nonac nicbt mehr als 2 Rupien oder 4 Shilling Lohn er- halte; überdies sei» auch drr Zoll anf Ostindischen Zucker ge- gen sonst schon bedeutend berabgesekze worden. Herr Stan,- ley sagte, er sey zwar keinesweges mit dem vorigen Red- ner der Meinung, da[; die Regierung eine Veränderung der auf die Ostindischen Produkte gelegten Zölle so lange aufschieben sollte, bis das Arbeitswhn in Ostindien und Westindien gleich wäre (hört!), aber er glaube doch., daß man vorerst das Mcsiindiscde Zntcreise gehörig berücksichtigen und stel) Zeit [affen müffe, um zu einem richtigen Urtheil darüber zu ge- langen, welche Wirkung die Freilassung der Sklaven auf die Production diescr Kolonieen haben werde, und wie man danach den ZoU-Tarif einzurichten habe. (Hört!) Herr Baring fragtc den ersten Lord dcrAdmiralität, ob die in den öffentlichen „Blät- tern verbreitete Nachricht, daß der Sklavenhandel noch immer in einem furcbtbarcn Maße betrieben werde, gegründet sey. „In der vorigen Woche“, sagte er, „las ich, daß 2 Schiffe, von de- nen eins 4-«600 ziir Sklaverei bestimmte Individuen, und das andere, ein Fahr eng von nur 75 Tonnen Last, nichc weniger als 200 «» 2,750 «kiavcn-Kindcr an Bord gehabt, von Briti- schen Kreuzern genommen worden scyen. Diese beiden Schiffe gehörten Spanien und Portugal., dercn Regierungen doch an- sehnliche Summen empfangen haben, damit sie jenem grausamen Hemdel ein Ende machcn sollten. Nachdem das" Englische Paw, lamrnt 20 TLTiilic-nen geopfert hat, um die Freilassung der Skla- ven in Wesiindicn zu bewerkstelligen“, eine Maßregcl, von der ich noch immer glaube, daß sie die Koloniccn für England merci)- los machen wird, giaube ici) oni zu der Frage berechtigt zu seyn, ob die Britische Regierung Schritte gethan hat, um die Regierungen von Spanien und Portugal zur Erfüllung ihrer in Bezug aiif den Sklavcn-Handcl eingegangenen Verbindlich- keiten „iu nötizigci-i.“ Sir „J, Graham versicherte, daß die Regierung in dieser Sache nicht saumselig gewesen sey (hört!); man habe auch din Versuch gemacht, den Sklavcn-Handel nach Kuba wieder in Schwung zu bringen, und die Bri- tische Regierung habe deshalb die Seemacht in Westindien verskärkt Und dem Admiral den Befehl ercheilt, die Insel Kuba zu ccrniren und die von der Afrikanischen Küste kom- menden Sklaven-Transporte aufzttfangen (hört!); ja, die RW. gierung habe noch mehr gethan und ein Dampfboot von großer Kraft nach Westindien gesandt, weil sie glaube, daß ein solches Fahr eug vorzüglich guce Dienste zur Unterdrückung destkla; ven- )andcls leisten dürfte; ein ähnliches Fahrzeug habe ne neui) der Afrikanischen Küste abgeschickt, und es seven in Gemeinschaft mit der Brasilianischen Regierung Maßregeln ergriffen worden, die sich gewiß als schr zweckdienlich zur Unterdrückung des Re- ger-Handcls in jenem Theile dch'rdeerweisen würden; auch mit der Französischen Regierung sev ein Abkommen getroffen, welches das gegenseitige Recht der Schiffs - Untersuchung gestatte, und die Folge davon_ sey das fast gänzliche Auf- hören des früherunter Französi1cher Flagge getriebenen Skirt; ven-Hcmdels; dre guten Wirkungen hiervon machten sich nicht nur längs der Afrikanischen Küste, sondern auch schon in Westin- dien bemerklich; und dies Alles werde die Mitglieder des Hau- ses gewiß Überzeugen, daß“ die Regierung ihre Pflichten nicht verabsäume, und das Land könne versichert seyn, das; ihre An; sirengungen zu Gunsten" der Humanität nicht nachlassen würden, namentlich jetzt, wo den Wesiitidischetx Kolonisten so viel daran liegen müsse, zu wissen, ob die Einfuhr von Sklaven in fremde Kolonicen erlaubt seyn solle, oder nicht. (Hört!) Dcr „!)-*. Lushington wollte jedoch in den mit fremden Mäc!)- ten über den Sklaiyen-Handel abgeschlossenen Verträgen große Mängel fcben; fo bezeichnetc er es namentlich als einen Fehler, daß in dem Traktat mit Frankreich das Untersu- chungsrcchc bloß auf einen Theil der Afrikanischen Küste be- schränkt sry; wenn es der Französischen Regierung wirklich daran liege, diesen abscheulichen Handel abgeschafft zu sehen, so sollte sie die Untersuchung in jedem Theil der Welt gestatten, wo ir- grnd der Sklaven-Handel unter Französischer Flagge getrieben werde.“ Die Motion des Lord Althorp wurde sodann ohne Ab- stimmung angenommen. Hierauf erhob sich Herr F. O'Conno r und trug daraiif an, daß das Haus. einen Tadel über die OM-

nister aussprechcn solle, weil dieselben ihr früher gegebenes Ver,-

sprechen, daß in den Morgen-Siizungen bei Ueberreichung dcr Bittscl)riften wenigstens“ immer Einer von ihnen im Hause an,- wesend seyn werde,“ was ße ihrer Pflicht schuldig seye-n, nicht erfüllt hätten. Lord Althorp skayd auf, um sich zu rechtferti- gen; er gab zu, daß er jenes Veriprechen gegeben, und er habe auch bei dem Beginn dieser Sesfion fick) bemüht, es zu erfüllen, jedoch bald gefühlt, daß es über seine Kräfte gehe, iwwer beiden Sitzungen bei uwohnen (hört !); wenn irgend eine Petition in den Morgen-Sißungen vorkäme, die sich näher auf das Depar- tement éincs der Minister beziehe, so sey er. überzeugt, derselbe würde sich einzustellen nichr ermangeln, wenn man ihm vorher davon Anzeige mache; er selbst habe dies in dieser Session schon einmal auf das Gesuch eines Mitgliedes gethan, und ge- wiß würde jeder,sesner Kollegen gern 11 einem Gleichen bereit seyn; wenn übrigens das Haus die inister nöthi'gen Wolle, immer egenwärtig zu seyn (Nein, nein!), so würden sie frei- lich eZorchen müssen, aber er glaube nicht, daß dies für den taatSdiensi von Vortheil seyn dürfte. Da diese Erwiede- runq selbst Herr O'Connell genügte, so entschloß sich Herr O'Connor, seinen Antrag zurückzune men. Bei dieser Gelegen- heit wurde wieder von mehreren iitgliedern über die späten Sitzungen des Hauses Beschwerde eführt. Herr O'Connell meinte, man müsse die Sitzungen früFer beginnen, damit fie eher

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aufhören könnten; nac!) 0 oder 10 Uhr Abends könne man wohl noch gestimmt seyn, Reden zu halten, aber Geschäfte könnten dann nicht mehr ordentlich Herrichtet werden (hört!); sonst hät- ten die 'Sixzungen früh um 7 Ui)r begonnen, dann um 0 Uhr, später um !, und endlich habe man es bequemer“ L?sun- den, sic!) gar erst Nachmittags" zu versammeln; er wolle näcbstcns vorschlagen, daß das „Haus sich Überhaupt beim Beginn der SrixidU UU!“ dreimal und in dcr leßten Zeit viermal wöchent- lici), imd zwar zu ?ktti'i' frühen Tageszeit, versammeln möge; dann wiirdsn dcn *))Iiniii-ern 2 _«7a::zé Tage zur Besorgung ihrer ?[ii1ks-Wri'cbäch iibrizi blribrn. Herr Cobbett erklärte sich sehr unwillig dariivrr, daß er noch nach 12 Uhr »))?itternachts Gcl- d-xr bcwilixgrn soll?; sie sdllcrn xcßt Über die Bewilligung von 6 *)Zkiilidnen abiisxximcn c:“; war niir-ilicl) der Subsidien-Ausscbuß kibri“ diis „***T'i'ioczis-Bxy?)»?ri an der TaxirsordnungJ- und es sen schon 8 Uhr; eizo sio) aber zu dem Ausschuß kämen, würde es gewiß !-1Uk)l'!1“**1'-*,!ci1. HCN" 3") Um «' fraqcr, ob es wohl ein “„Mensch anshal- tcn könm, nile mec bmirr einander von 12 Uhr Mittags, wie es oft Vikl'iicÖVLUUTI-“L scp, vis nm 1, 2, 1a 3 Uhr des anderen

' *))?oi'xirnx zii [03cm (05-113), und cr sprach daher die HoKnung

aus*, daß das Hans c.“* fiir angcmrffcn befinden werde, sich jeden ?lbrnd um 10 Uhr zu vortagrn. (“Hört, hört!) Als nun noch Herr Rutbvcn mit einem “.'-intragc auf Untersuchung des ZM standis drr Lanch-Valtira [Md det“ StaatS-Schuld hcrvortrat, wurdc 00.5 Haxxs 11-01“ ungeduldig und unterbrach dcn Redner durch fortwäbrrndcs Önzicn. Dcr Redner ließ sich aber dadurch nicht irre macLF-rti, sdndrrxi bc-kyaxidii'tr, sein Antrag müsse in Erwägnng ge; zogrn w-xrch, bcwndcrs da die “21rmce-Veranschlagungen jetzt im 18011 Fricdcmsßnhre weit L.")cd'cUkMdei' sech, als in den besseren, Zeixcn drs Landes, «1:5 dasselbe noch keine so ungeheure Summe von 7301071 3,0 300161: 0110 110.1) nicbt durch eine Verändst'ung der Vx-iiicii zn !rid-gn 000001"; der c[)renwerthe Baronet SirRo- bert Por: 0006, Mit all' seiner Liebe zum Treu und Glauben der Ii'aridn aiif drr ZUiigr, “(*dcl) gctfern Abend sein C'rsiauncn darüber ausgesdrkici'c, das“; in drm Budget des Kanzlers dcr Sck)i115-.€Ta11071cr firme Rchction der Zinsen vorgeschlaqen worden; m:,cl) Hrrr "T's. Baring habe der Nothwcndigkeit cincr ZMS-RT'ÖUCZWU e*rwäHiir und den Vortheil auseinan- der gcssizi, dcr axis rincr Hcrzbieang dcr Zyrocenc. Staats- Scduid M eine ;Zé odcr :xproccnt. hervorgehen würde. .Bei ei- ner Schw von M:) Millions", die in einer ganz anderen Va- luta, als worin Jie konirmwrc worden, abgczahlt werden sslle, 111007: man in Briracht ziehen, ob man nicht ein billiges Arran- gemciic trrffen kömw, wodurch mM nur den Staats-Gläubigern, sondrrn aruci) drr Ration Gerechtigkeit widerführc, welches den Crsxircn dic fortdauernde Zahlung eines angemessenen Zinsen- Brtragcs xicix-crxi [ZUB die [9115th nicht mit der Entrichtung einer Summe bxiaxien nxéxrdy, dic, rbciirict') sie nominell der kontrahir- ir" SUMME qkricickéd7nmc, drci) iHr-en wahren Wert!) nach, ver; indir dcr icrzirn Vs:“;“iUdcrunx-„cn in der Valuta, fasi vcrdrpprlt ivordcii sev. "Idrd Allhorp **i'klärre s€ch fiir überzeugt, daß das Haus jriz'c cmi“ rim.“ Untrrsucßung dieser ?ingclrgenhcit nicht ciug-chn Werde, dic vici u wichtig sey, als daß sie so obenbin, Wie es drr cl)rcnwcrtl)r Ziedncr ÜL seinem sehr kurzen Bortrazie 0910021, bchandolt werdrn könne. Die JNOtion des Herrn Rixtbvcn wvrdc darauf ohne Abstimmung verworfen, und das Haus vcrwniideite sicl) mm in den Subsidien-AuSschuß, nach- dem Herr Cdbbctc noch einmal über die späte Stunde geklagt, aber von dem Spreibrr zu allgemeinem C'rgößen der Versamm- lung dir “Zint“:rdrt erhalten hätte, daß er (Herr Cobbett) sich wohl am 1060000311 Übkl' die späte Tagcs-Zeic beschweren dürfe, da er drn'ck) sein hiiufigcs Reden am meisten déi?" beitragc, die Sitzungrn in die Länge zu ziehen. Der riegs-Sccremir Herr Eilicc lcgke dem HNW? sein Budget vor, in dem die Ar- mcc zu 83,000 *))Tann veranschlagt ist; es ist dies eben so viel als fiir das „Jahr 1830, aber an 8000 PTann weniger als für das lclztvcriioffinr “Jahr. Aus dem Vortrage, WomitHerr C'Uice seine Fdrdcrimg begleitete, geht hervor, daß sich in Irland jetzt 23,000 IJkann LinieU-Trixpvcn, 5000 Arlillerisken und 9000 de,- waffnctc Polizri-Sdldaten befinden, und daß für den Dienst in den Kolonien Über „52,000 Mann qcbraucht werden, Herr Hume trUzi darauf an, nur 80,000 Mann statt 89,000 zu bcwiiiigcn; diode "*.*-Ikocidn wnrde abrrmxt cincr Maiorität von 282gegen-16Stimx men verworfen Und derUi*1„'pri*iiizilici)-: Antrag des Kriegs-Secretairs atmendimUrn. Als das Haus wieder zu seinen gewöhnlichen Gc- sclckäficn Übcrgcgangcn war, wurde der Bericht des Ausschusses iibcr die Biii ziir Vcrbcfferung der in Bezug auf den Schleich- handcl bestehenden Gescße vcrlcscn und angenommen; Herr Greene ci'heelt die Criaiibniß, eine Bill einzubringen, wonach dic Lcisrmiii dcs Aintscides, mit Ausnahme von einigen Fällen, adgcsckxxafft uud cine einfach Erklärung an die Stelle desselben gesetzt werdcn sollte, und Herr Littleton brachte eine Bill zur Verbesserung dcr Jrländiscben (?Zesekze über Personal-„Jnjurien cm, der 51011 ersteinmal vcrlrérn wurde. Es war ;: auf “,I Uhr geworden, als das Haus sick) [»ein-gtr,.

London, !. März. An die Stelle des Sir Stratford Canning ist* noch immer kein anderer Botschafter für St. Peters",- burq ernannt, obgleich die “Resignation des Ersteren schon am 10. Jamiar angczriqt wxxrde.

Das ]eizige S*Üm1ugqlc1'sGkséß bestimmt als Strafe für die Schmiigquci, daß der Delinqucnt am Bord eines Kriegsschiffs gejandt wird, Und dvrt 5 Jahre als Matrose dienen muß. Nach der Bil! aber, die in der gestrigen Sitzung des Untrrhauses durch den “.'-[Usscliuß ging, ist dies Gesetz dahin abgeändert, da[“; der schuldig Besundenc niclit am Bord eines Kriegsschiffs gc.- 1andt, sondern zu fünfjähriger Gefängniß-Strafe und harter Ar,- beit vcrurrdcilc werdcn soll. '

Die Zeitung „le Cern-Éen“, welche auf der Insel Mauri- tius erscheint, [)arre sicb sric einiger Zeit einer überaus heftigen Sprache gegen die Englische/Regierung bedient; deshalb ist durch einen Gchcimeraths-Befehl die Preßfreiheit auf jener Insel beschränkt und einem Jeden, der eine Zeitung oder eine polittsche Fingscl)rift [)erausgebeir'will, die Verpflichtung aufer- legt worden, sich vorerst bei der Regierung da u Erlaubnis; ein- zuholen, Wer ohne solche Erlaubniß eine Zeitung oder ein Journal herauszgicbt, verfällt in eine Strafe von 10 bis 60

Pfund.

-- London, 28. Februar, Die Minister können sich Glück wünschen, daß sie die Opposition der Grundherren so glücklich besiegt haben. Zwar hatten sie gegen den allgemei- nern Vorschlag des Lord Chandos, daß bei der Erlassung von Steuern die Noth des gedrückten Landmannes' berücksichtigt wer- den möge, mir eine Mehrheit von 4 Stimmen in einer Ver- sammlung von mehr als 400 »))?itgliedern; dagegen aber fanden sie gestern Nacht bei dem besondern Vorschlage des Sir W. Jrigélby, dessen Zweck die gänzliche Abschaffung der an 5 Mil-

lionen Pfund eintragenden Malz-Steuer war, eine Mehrheit ] von 101 Stimmen bei einer noch zahlreicheren Versammlung.

Dies war jedoch im Grunde keine Partei-Frage, denn der Vor- schlagende selbst ist ein Whig und viele Whigs stammtrti mit ihm, während gar mancher Tory auf die Seite der Mimsker trat; dock) fanden sich die OJTitglieder der beiden Extreme in dcr Mj, noritär- Es ist ein für alle Mal klar, daß die Haus-Stemr nicht länger beibehalten werden kann, und eben so klar, daß, ohne eine neue Steuer anzulegen, keine andere für den Lingen, blick mehr abgeschafft werden kann. Unter allen möglichen Steuern aber, welche m'an anlegen könnte, ist keine in ihrem Ertrag zuverlässig, mit Ausnahme der Vermögen-Steue'r, in Be- zug auf'wrlchc die Minister jedoch ganz entschieden erkl-art haben, daß sie, wenn ihnen keine andre Wahl übrig bliebe, ihre Stel; (cn räumen müßten; ja es ist sogar sehr zweifelhaft, ob sich der- malen ein“ar1deres Ministerium bilden ließe, welches mit dem Vorschlade xu eincr Vrrmögen-Steuer debütircn möchte; Auch hat sicl) die*i)iesige Bürgerschaft bescheiden genug erwieien, [;ck für jetzt mit der Abnahme der Haus-Steucr zufrieden zu erklä- ren, und wirklich den radikalen Obrist Evans bewogen, dcp an.- gckiindigti'n Vorschlag, daß auch die Fenster-Steuer abgeiciwffx wrrdcn solle, zurückzunehmen, oder vielmehr fallen zu lassen, Die Gegnrr dcs chierungs-Planes behaupten zwar, die Städter würden, da in England wenige Personen in ihren eigenen Häu- sern WOHUM, und die Eigenthümer, nach der Abschaffung der Haiis-Steuer, die JNicthe um so viel erhöhen würden, keinen Vortheil daraus ziehen. Dies ist aber nicht der “Fall, indem seit 8 bis „10 Jahren, selbst bei diesen Steuern, fast überall die Haus-J)?ieclcke, wegen der Zunahme an Häusern oder der Ab- nahme an Konknrrenz, um 20 bis *10 Procent heruntergekom- men, und im Allgemeinen an keine Steigerung des Zinses zu denken ist. Sagi man übrigens ja auch, daß die Absämffung * der Malz-Stcuer, so wie die Modification des Zehnten - viel-

[richt mir eben so wenig Wahrheit nur den Grundherren

Vortheil bringen würde. „Im Grunde aber hat es Wenig zu

bedeuten, [ob Städter oder Landleute die unmittelbare Erleichte;

rung erhalten, denn Ersterer wie Letzterer erlangen dadurch

mehr NTittcl zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse und Ge-

nüsse, und werden für einander desto bessere Kunden, und

der ministerielle Plan bietet den Vortheil, daß dsr Städter

dic Erleichterung unmittelbar empfinden wird, während die

Beseitigung einer indirekten Abgabe oft dem Einzelnen we-

nig bemerkbar wird. Die Minister sind also, da sie in ihren

FinanÉ-Pläncn nicbts C'rnsclichcs mehr zu besorgen haben, für

diese- Session ihrer Stellen ziemlich sicher, denn in allem Andern,

wo persönliches Interesse mit eingreift, sind _sie des Unterhauses

gewiß; und vor der Hand scheint es nicht, daß fie oder dieses

Haus geneigt soch, eine Maßregel anzunehmen, in Bezug auf

welche das Oberhaus sick) bewogen fühlen könnte, sich mit dcm-

sclben in „Kollision zu sekzcn. - Die Zurückziehung eines Rich-

ter:: von seinem Amte scheint den Ministern einige Unruhe ge-

macht zu haben und noch machen zu wollen. Die Stelle wurde

dem damaligen jSncralx Prokurator, Sir William Horné,

angeboten, welcber sie auch angenommen zu haben scheint,

demi. dcr Gcneral-Advokac wurde an seine Stelle befördert, und

ein anderer Rechtsgelchrter zum Gcneral-Advokaten erhoben.

Sir William aber wurde nicht Richter, sondern ein anderer - Freund der Regierung, und er selbst ist nun nichts mehr, als

ein gewöhnliiber Advokat und einer der Vertreter des Stadtvier-

tels “O)?arylebone. „Jene beiden Stellen aber sind von der Art,

daß dem Gesch noch diejenigen, Welche sie annehmen, ihre Sißc

im Unterhause räumen, und da es immer Gebrauch war, daß sie darin einen Silz haben, sich wieder von irgend einer Ge- meinde wählen [affen müssen. Vor der Refortn-Bill war lclzkeres ein leichtes, da jcderMegicrung zu alien Zeitenmittel- oder unmittelbar ?“" eine Menge Rottcn-Borougbs zu Gebote standen. Zetztaber ist dem - nichtmehr so, und es ist einem Tory gelungen, den neuen Generab Prokiirator zu Dudley, einem der neuen Wahl-Flecken, dessen Vertreter dieser vorher war, bei der eben stattgefundenen Wahl zu verdrängen. Wahrscheinlich wird ihm irgend ein Freund der Regierung, welchcr gerade einen Ortrcrtreten mag, worm dir Einfiuß dcr Whigs vorherrschend ist, Platz machen, aber inzwi- schen geht Zeit verloren, in der die Gegenwart diejes wichtigen Kron-Beamten im Unterhause unangenehm vermißt werden könnte. _, „Diss wurde zur Zeit der Debatten über die Neform-Bill vor- hergesagt, und schon damals die Möglichkeit erkannt, daß man den Ministern und anderen Beamten , wie in Frank- reich von Amtswegen, wo nicht Stimme, doch Silz würde [?e- währen müssen. - Die Bill für_die Ausgleichung dcs Ze n- tcn in Irland ist einmal, verlcien, Und das zweite Ver- lesen für den 11. April festgeselzt worden. Lord John Russell hat auch eine Biil vorgeschlagen, wodurch die Bcschiber- den der Dissentirenden wegen der bisher bestandenen Nothwen- digkeit, sich in der Englischen Kirche trauen zu lassen, gehoben werden sollen. Die Maßregcl scheint aber cotnplicirtcr zu seyn, als Notl) thut. .Der gute Wille, welchen die Regierung hierbei blicken läßt, sollte jene Volksklasse zufrieden stellen, was jcdoch nicht der Fall scheint, indem das Benehmen der Diffentirendcn zu Dudlcv so eben zu dem Triumphe eines Tory über den Gi- neral-Prokurator geführt haben soll. - Von Irland haben Wik noch keine Nachricht über die Wirkung, welche das schwankende Bcncömen des Unterhauses in der Untersuchungs-Sache einei dortigen Richters hervorgebracht haben mag *) , doci) sehen wie hier die erfreuliche Erscheinung, daß selbst die Glieder des soge- nannten O'Connell'schen Schweifes anfangen, sich ihres Chefs zu schämen, und bei manchen Gelegenheiten zum Theil anders gt“

skimmt haben, als er. Niederlande.

Aus dem Hang, 4. März. Iavaischen Zeitungen bis zum 29. November zufolge, ist der General-Gouverneur van den Bosch am 13. November auf der Korvette „Amphitrite“ nach Batavia zurückgekehrt.

Der General-Direkror der Marine hat zur Kenntniß aUCk Seefahrenden bringen lassen , daß auf dem T urme von (55er1 reedo jetzt, statt des bisherigen Steinkohlen- euers, ein neues Küsten-Signal, bestehend in einem lenticulairen Lampen-Lick)“, aufgestellt worden, Welches Jede Nacht bis Sonnen-Aufgang hren

nen soll.

Belgien.

Brüssel, 4. März. Die Herrn Davignon und Smits- Mitglieder der Repräsentanten-Kammer und der zur Unterhemd“ lung eines Handels-Traktates mit Frankreich ernannten Kommis1 0011, sind gestern nach Paris abgereist.

Auf den Wunsch der Belgischen Regierung hat die PM“ ßische Regierung dem Prof. Dr. Züngken zu Berlin gestattet sich nach Belgien zu begeben, um seinen Rath Über die beste" Mittel zur Heilung der Augen-Entzündung, die unsere Arm!e

*) Vergl. den Artikel L o n d o :: vom 1. März im gear. Bl. 1). SLI

heimfuchk, zu ertheilen. (Hr. Prof. Züngken ist bereits vor mehreren Tagen von Berlin nach Brüssel abgereist.)

Der Lynx enthält eine durch mehrere Advokaten unterzeich- nete Consultation, Welche zu beweisen sucht, daß die Sequestra- tur nicht das Recht habe, das Eigenthum der Familie Oranien zu verkaufen.

Paganini wird am 15011, 17ten und 19ten drci Konzerte

in Brüssel geben.

Schweden und Norwegen.

Stockholm, 28. Februar. Gesicrn wurde den Reichs- Scänden durch den Hof-Kanzler ein Königl. Schreiben Weqen Einberufung eines geheimen Ausschusses Übergeben. '

Unter den gestrigen Motionen im ?[dclsstande waren: Vom

, Grafen A. Posse auf ein Darlehn von 200,000 Rthlr. Banko

u. s, w. an die Werkstatt von OJTocala, Um die JNÖgiicbkeic des

- Verkaufs dder der Verpachtung derselben zit bewirken; von Hrn.

Gyllenhaal auf einen jährlichen Anschlag von 5033 Rthlr. „1,6 Sch- Banko für „i' errt_1 Nonnen's Laiidwirchschafts -Znsritut zu Degcby im Skara orgichen Lehne; vom Froiherrn S. Ldivenskjdld auf ein Darlehn an die Kohlengrube zu Hdganäs von 30,000 Rehlr. Banko u. s. w. “'

Deutschland.

Kassel, 5. März. In der gestrigen Sißung der Stände-Ver- sammlung legte der Latxdtags-Commissair einen Gesciz-C'nt- wurf über das Münzweien und ein weiteres auf die Klassen-Steuer bezüglichcs Geseßes-Pojekc vor. In Bezug aufdas leßtere erklärte er: es seven fünfÉtmp-len ausgeschrieben jvdrdcn, zwei für die letzten beidenMonate des verflossenen Jahres und drei für die drei ersten Monatedieses Jahres; die Regiermm beabsichtige nicht, über diese fünf Simplcn hinaus in der Erhrbung eher fortzusehreiten, bis“ der Staats-Grund-C'tac zur Berathung vorgeleqt und die Mittel -zur Deckung des Staats ; Bedarfs 1110 der Stände ; Versammlung verabrrdcc seven. Das einmal Aus- geschriebene ach müsse mit Kraft erhoben werden; durch

das zu späte Zuiammentreten der becreffenden Kommissionen aber *

sey es hauytsächlicl) veranlaßt, daß das Klaffen-Steucrgeseh nicht überall habe in, Kraft treten können und daß in einigen Landes,- theilen die Klassen-Steuer erhoben sey, in andern nicht: diesem Uebelstand müsse abgeholfen und die gehörige Wirksamkeit gc; sichert w_erden; dicses bezwecke gerade der Übergebene Gesckzrs- Entwurt. Herr Schwarzenberg meinte: Der 6. 147. “der Verf. Urk. gebe der Regierung dieses Recht nur untcr den in dem angezogenen §. selbst benannten Voraussetzungen; dicse Voraus- seßungen sech aber nichteingctretcn; und eskdnne daher dieKlassen- Sieuer auc!) nurfi'ir die lcßten zwei Monate dcs verflossenen Jahres chßlich erhobexi werdcn. “- Der Präsident glaubte, daß die

emerkungen uber die Anwendung drs §. 147. der Verf. ML. in die Diskussoirdes (Gesckzcs selbst gehörten. - Der Land; tags-Kommimar protestirtc Namens der Regieruna qegrn die Aeußxrungen des Hrn. Schwarzrnberg, von denen crbéfürcl); tete, da[; sie den ngchtheiligsten Eindruck im Lande hervorbrin- gen und selbst u. Widrrsckzliclykcit gczzcn die Ausführunq dcs Klaffen-Steuercheßes führen könnten. Wenn man der Reqie- rung das Recht nehme, über die Verwilligungszeic hinaus Sécu- ern zu „erheben, so mache man damit das Fortbestehen des Staats unmögltch.- Hr. Schwarzenberg erwiederte: Seine Bemer- kungen seycn in der Verf. Url. begründet; die dagegen qemach- ien C'iiuvendunqen würden also diese selbst treffen“. Außerdem könne ja die Regierung aiich die Stände-Versammlunq jeden Augenblick um dieiidthigen Verwilligungen angehen. - DerLan d- rags-Kom_1nis1ar entgegnete: „Im Januar d. „J. sei) keine Stände-Veriammlung beisammrn geivesen. -- Der P r ä si d e*n t hat, nicht weiter in die Diskussion des Gesetz-C'ntwurfs einzugehen, hielt aber die auch außer der Ständc-Vcrsammlung mitunter von rechtskundigen Männern geäußerte Ansicht, daß die Klassen-Steucr nur für die zwei lekztcn Monate des verßossenen „Jahrs gesetzlich erhoben werden könne, für einen um so dringendercn Beweg- ?rund, dir Sache zu beschleunigen. - Das übergebene Gc- “eßes-Projekc wurde dem Budget-Aussckmß zu Überweisen be- schlossen. '

München, 2. *))?ärz. (Nürnberger Korrespondent.) Sehr gespannt ist man aiif dir diesmalége Thron-Redc, so wie auf die neuen Wahlen des ersten und zweiten Kammer-Präfi- denjteii. Cs verlaucet noch nicht, ob Se. Excellcnz der Justiz- Mmisier Frhr. v. Schrenk, nach dem Beispiele des Grafen v. Armqnsperg, welchcr während der Session von 1828 zwei Mi- nisterien verwaltete, auch als Dcviicirter wird auftreten wollen. -- (Gegen einen Beamten cines benachbartrn Landgerichts, wel,- cher ßck) aus Veranlassung“ Königl. Verfügungen in Dienstes- Verhältnissen gcgen Gerici)ts-Untcrtk)anen gewisse Aeußerunqen erlaubt habet], und daher dor '.)iufreizung und JJTajei'räts-Bélei; digung angejchuldigt seyn soll, ist eine Untersuchung eingeleitet worden, mit deren Führung eine Kommission des hiesigen Kreis- und Stadt-Gericbcs beauftragt ist; auch bei dem *))éinisterium fanden deshalb schon Vernehmungen statt.

Darmstadt, „1. *))?ärz. „Die vorbereitende landständische Wahi in unserer Residenz, die Wahl der 43 Bevollmächtigten nämlich, ist diesmal „ohne alle Verlängerung des ursprünglichen Termms zu Stande gekommen, obgleich gegen 2700 Abstim- mungen hierzu nöthig gewesen scvn sollen. Die Wahl-Kommis- sion schreibt sich das Verdienst hiervon zu, weil sie - was frü- Zer nicht geschah “- nacl) „Quartieren gethcilt, abstimmen ließ.

um Theil kommt es aber gewiß auch daher, daß diesmal, wie es scheint, fast alle »))?ilitair-Personen und beinahe sämmt- liche Civil-Angcsiellte abgestimmt haben. Uebrigens glaubt man mit Zuversichc vorauszusehen, daß das Resultat dieser Wahl, welches angeblich nicht vor dem Ende dieser Woche be- kannt seyn kann, keineswegcs den Erwartungen einer gewissen Partei entsprechen, sondern sehr entschiedcn in dem Sinne des Ministeriums ausfallen werde. “» Seit Kurzem sind mehrere anonyme Blätter in Bezug auf die bevorstehenden Landtags-Wah- len verbreitet worden; in einer Beilage zur heutigen hiesigen

„Zeitung wird daher in einem ausführlichen Aufsalze vor diesen

Wahl-Umtrieben gewarnt und mit Rückblicken auf die vorige Kammer die Wahlmänxwr aufgefordert, der Empfehlung eines Dritten nicht schlechthin zu trauen.

„Mainz, 2. März. (Frankfurter Journal.) Seine Majestät der König der Franzosen hat zum Besten des Monu- mzenlts für Guttenberg die Summe von 800 Gulden auf seine Civil-Lisre angewiesen und befohlen, das; dieselbe sogleich ausbe- thi werde. - Ein vom Frankfurter Journal früher gegebener

rtikel vom Main bedarf insofern einer Entgegnung, als in demselben behauptet wird, mit Anfang dieses Jahres sey, den abgeschlossenen Zoll;Vereinigungs-Verträqen entgegen, zwischen de'n Staaten des Deutschen Zoll-Vereins ein freier Verkehr ".",ht eingetreten, und die AusgleichungszAbgaben, Welche in einigen Vereins-Staacen von manchen Produkten und Fabrika- ten der .onverbündeten Länder erhoben würden, erforderten, daß

277 zum Schutze dieser Abgaben um jeden Vereins-Staat ein Ring, mehrere Wegstunden breit, gezogen werde, innerhalb dessen alle Waaren-Sendungen und Fracht-Fuhren unter besonderer Auf- ßcht (künden. Was die erstere Behauptung angeht, so widerlegt sich dreselbe durch die tägliche Erfahrung. Welche Lebhaftigkeit der seit Anfayg dieses Jahres zwischen den Zoll-Vereins-Staaten bestehende'freie. Verkehr bereits gewonnen hat, kann unter Anderem iehr deiikliä) in Offenbach wahrgenommen werden. Hinsichtlich der zweiten Behauytung haben wir zu bemerken, daß bis jetzt noch in „den Vereins-Staacen gegeneinander nicht allein keine solche Ringe , innerhalb welcher der Verkehr besonderer Aufsicht unterworfen seyn soll, gezogen, sondern daß vielmehr im Ge- gcntheil da, Wo Vereins-Länder aneinander gränzen, die frü- her bestandenen Gränz-Bezirke aufgehoben worden sind. - C'in Beleg hierfür ist unter Anderem eineBekanntmachung des Großherzoglich Hessischen Finanz-Ministeriums vom „3. Februar d; I., m welcher ausdrücklich ausgesprochen ist, daß der bishe- UIE Gränz-Bezirk des Großherzogthums Hessen gegen Bayern für die Folge einen Bcsiandtheil des Binnenlandes bilde. Diese „Bekanntmachung stellt ferner eben so wenig den vor dem Anschluss? „Kurhessens an den Preußisch-Hessischen Zou-Vcrband gegen dieses Land bestandenen Gränz-Bezirk wieder her, als Preu- ßen„Kurhessen und „Bayern gegen das Großherzogthum Gränz- Bezirke errichtet haben. AUSgleicimngs-"Abgaben werden inner- hglb des Zoll-Vereins zu dem Zweck erhoben, die Produc- tions-Steuer, welche ein Vereins-Staat von gewissen Ge- genständen bei der Erzeugung innerhalb Landes erhebt und de,- rrn Erzeugung von einem andern Vereins-Staat mit einer ge- ringeren *oder gar keiner derartigen Steuer belegt ist, bei dem Uebergange gus diescm in jenen Staat zu ergänzen, aus- zugleichen und auf diese Weise die Konkurrenz gleichzustel- len. Nach den Zoileercinigungs-Verträgen können Ausglei- chungs-Abgaben nur von Bier, Branntwein, Traubenmost und Wein, Taback und geschrotctem Malz erhoben werden. Zur Sicherung der Ausgleichungs ; Abgaben von diesen wenigen Gegenständen bedarf es, schon ihrer Natur nach, keines den Verkehr beläßigenden Schmzes. Die Kontrollen, welche in den meisten Vereins-Staaten ohnehin schon bei dem inneren Ver- kehr mit diesen Gegenständen, zum Schulze der davon erhoben werdenden inneren Productions: oder Consumtions- Steuern bestehen, reichen in der Regel hin, um hiermit auch die Ausgleicl)ungs-'2[bgaben, bei Umscndungen in Vereins-Staa- ten, wo dergleichen erhoben werden, zu sichern. Es wird hier- nach jeder Unbefangenc sich leicht die Frage selbst beantworten können, welche in jenem Artikel aufgeworfen ist, ob man näm- lich „glauben könne, daß durch die Vollziehung der Zoll-Vereini- gungs-Verträge der ganze Verkehr Deutschlands neuerdings wie- der untcr Zoll-, Civil; und Militair-Polizeiliche Aufsicht gestellt werden müsse?“

Luxemburg, 1. März. Wir geben hier die Fortseszung der gestern abgebrochenen Korrespondenz zwischen den Generalcn du Moulin und Tabor:

711. A_n den Herrn Gxneral-Major du Moulin, Over- Besehlshaber der Festung von und zu Luxemburg.

„Arlon/ 10- Febr. [CJ-Zl. Herr General! Jil) habe die Ehre, Ihnen von Neucm den Empfxmg Ihrer Depesche vom 3 Febr., Nr. 261, 2 Abtheil, zu be- schetmgcn, und Ivncn die Erklärungen zu überwachen, welche Sie die (Hüte battxn, bon mir zu verlqngen. Mir Vergnügen glaube" :ck, das: es m:r„gelmgen werde, Sie zu überzeugen, das: durch die levsteln durch meme Regierung verordneten Maßregeln, die mit dcm Mtlttatr- Gouvxrnrment d_er Fesiung in Betreff des Rayon einge- ggngenen Ueberemkünste nicht verletzt worden sind; die Ueberein- kunste, welche aus der Depesche Sr. Durchlaucht des Prinzen vdnKHeffxn - Homburg, vom 20. Mai 183l, und der Depesche eines meiner Vorgänger, des Generals Goxthals, vom nämli- chen Tage, hervorgehxn, hat dee Belgische Regierung nicht aus dem Auge verloren; sie wtrd denselben nacbkomme-n, und se glaubt, fich streng danach gerichxet zu haben. In der That sagt die Depesche Si“. Durchl. dcs Prinzen von Heffen:Hombux*g, vom 20. Mai 1881, welche der (Heycral Goethals empfangen hat, daß im Rayon weder eine Organisation, noch militairischc Bewegungen, noch Vertheilungen von Waffen, noch andere ähnlicheOpc- ratio ne n siatthaben sollen; in Betqracht des besondern Charakters und des Zweckes, die sie an die durch ne getroffenen Maßregeln geknüpft hat, laubt die Belgische "Regierung nicht, daß diese Maßregeln ei: ner rganisatton, einer Militaierperation gleich gcsicl1t werden können. „Die gänzliche Suspcniion dcr Geseye über die Miliz hatte wichtige Nachtheile erzeux t und Rcclamationen der Be- wohner des Rayon vxranlaßt; uach en Bestimmungen diescr Gc- scyc muß jedes Individuum, um eine Ehe zu schließen, um zu den öffentlichen Acmtcrn zugelaffcn zu werden, unrein Patent, einen Pa zu erlangen,. beweisen, daß es die Vcrpfftchtungcn der Miliz erfuut hai; um „die Bewohner des Rayon in Stand zu schen, die:- sen Beweis zu liefern, und um, der Unfähigkeit, die auf ihnen la: stet, _em Ende zu machen, hat die Belgische Regierung geglaubt, sie in die Ziehung einschließen z_u müffcn, ohne jedoch ihre (He- ?_enwartzn fordern uxnd indem sie die Idee einer wirk- ichen, Einverleibung ausschloß. Unter diesem (Hescbtspunktr, dem _cinzig wahren, betrqchtei, verlieren die fraglichen Maßre- geln jeden politischen und inilttairiscl)en Charakter undmüsen nicht als solche Maßregeln angesehrn werden, deren im Rayon sich zu enthalten die Belgt1che_ Regierung versprochen hat. Ick bose, Herr General, daß__dtc vorßehcnden Erklärungen Sie be- friedigen werden; sollten ne aber wider mcin Erwarten, in Ih- ren Augen s_o betrachtet Werden, a s ob sie eine MilitairOperakion oder Organisaxcowkonstitmrten, so würde ich thcn verbunden seyn, ixenn Ste mer dies durch den umgehenden Courier anzeigtcn; ici) Wurde mich alsdann, beeilen, jede neue Debatte über diesen Punkt kurz abzubrechen; ich würde auf der Stelle Maßregeln neh- men, die jede Art vdn Reibung verhüten würden, und ich würde, Herr General, Beweise voti ctner**Rcchtlicl)kcit geben, die nicht dem Fcrtngsten Argwohn unterliegen kann. Welches auch übrigens nach er Lining des Ge enwärtiqcn Ihre Meinungen seyn m'ogcn, ich bitte Ste, mir die elben bekannt zu machen, und, Herr General, dcn Außdruck meiner ganz besondern Hocchleun zu empfangen ic.

. e abor.“ 17111. An den Brigadc-General, Herrn von Tabor, _ in Arlon.

„Luxemburg, den 11. Februar 1834.

. Herr General! Das unterzeichnexe Militair-Gouverncment cr- wredert Ibn-cn auf „Ihre gefällige Mittheilung vom 10. d. M., Nr 60 L. C., daß es die darin ausgedrückten Grundsätze einer billigen, die Umstände wurdigexidcn (Hennming nicht verkennt, daß es jedoch, nach gemessener_Anwetsung Hoher Bundcs-Versammlung, in seinem erkungs=Beretche weder eine Aushcbung von Mannschaften, noch irgrnd eine atzdere darauf bezüglicbe Operation, also auch in keiner “Weise eine Ztehungynd Losung der Miliz-Männer dulden kann,- wie dies auch ohnehin schon_ aus dem auf dem FcüungséRayon ru: henden Vorbehalt nothwendig bervorgxbd, m Ge,1näßhcét dissen, bei der für die Feüiméx'o'bwaltcndcn Ungeieizxtciffeit einer solchen Maß- rege , aus den un rtttgcn legislativen Distinctioncn unmöglich da.-

für Bewegungsgründe dicsscctkg zu folgern sind. Das Militainou- '

vcrnement hat bereits in diesem Sinne an dir Bürgermeister des Festungs-Rayon die *geincffcnc Anweisung erthetlt und stelit es Fb- 1

rem qefäüi en Ernie en anheim, in Uebereinstimmung hiermit, auch

Ihrerseits ie nöthigcn Anordnungen" ungesäumt noch veranlaffen

zu wollen: woneben, Herr General, cs hnen die Ver erun ei- ner besondern Hochachtung erneuert. X “ck g ( Militair-Gouvernement der Bundes-Fefiung Luxemburg. _ In Abwesenheit des Gouverneurs, _ égez.) d u Mqulin- Genera -Maior und Kommandant.“

O,e|erreich.

Zara, 15. Febr. Am 1|cn d, M. brach in Lessina, gerade währrnd der Amveirnheit eines Bayerisch-Griechischen Truppen- Drtaichements, dessen Schiff dort vor Anker gegan en war, eine bestingeuersbrumi aus, die jedoch mit Hülfe der ayern, unter deni Kommando des "Major Heß, so wie der Mannschaft der Griechischen Brigantinen „Achilles'“ und „Otto“ bald wieder gedämpft wurde.

Italien,

Turin, 25. Februar. Das (in Nr. 67 der Staats-Zei- tung erwähnte) Erdbeben, welches beinahe die. Toskanische Stadt Pontrcmoli Xersrört hätte, isi auch hier, so wie in Genua, Reggio, I.?odena und Mailand mehr oder weniger Vél'spÜl't worden. Zu Pontremoli wurden vom 14ten zum Wien d. im Ganzen 13 verschiedene C'rdstdße wahrgenommen. Auch in Borgotaro War das Phänomen so heftig4 daß die Ein- wohner voll Schrecken die Stadt verlassen haben. Viele Gebäude haben dort gelitten und einige Personen sind beschä- digt worden.

Bologna, 25. Februar. Dcr Kaiserl. Oesterrrichésche Ge- neral, Baron Hrabowski, ist nach Wien zurückgekehrt und nimmt die Acktung aller Einwohner des hiesigen Ortes mit, wo er seit drei Jahren den Befehl geführt hat. An seine Stelle ist der General Baron Puchner getreten.

Das berühmte, in unserm Museum der Alterthümer befind- liche kostbare Armband, Armiila genannt, ist dieser Tage hier ge- stohlen worden.

Türkei.

Die Schlesische Zeitung enthält folgende Privat-Mie- theilung aus Konstaytinopel vom 11. Febr.: „Die Verhandlungen zwischen der Türkinhen und Griechischen Regierung hinsichtlich ihrer gegenseitigen Stellung und hinsichtlich des Empfangs ei- ner Griechiichen Gesandtschaft in Konstantinopel sollen fich aufs Neue wieder verwirren. Man schreibt die Schuld hier- von dem Entgegenwirken einer andern Macht zu, und erzählt sick) allerlei Gründe dafür. Dem sey wie ihm wolle, unerklärlich ist das Zaubern, und die von der Pforte erhobenen Schwierig- keiten. Sie hat deshalb auch die von Herrn Rothschild zur Zahlung bereit liegende Griechische Territorial ; Entschädigungs- Summe bis heute noch nicht angenommen, und schon dieser Um- stand möchte in Rücksicht der finanziellen Verhältnisse der Türkei beweisen, daß die Pforte wichtige Ursachen haben muß, einer Ucbereinkunft mit Griechenland entgegen zu seyn.“

Es hatte sich die Nachricht verbreitet, daß in Novi-Bazar, so wie bald darauf auch in der Hauptstadt von Bosnien, Se- rajnvo, die Orientalische Pest au5gcbrochen sey, was in dem be- nachbarten Dalmatien großen Schrecken verursacht hatte. Die Gazzetta di Zara ßndet fick) veranlaßt, dieser Nachricht als grundlos zu widersprechen.

Inland.

Berlin, 0. März. In der gestrigen Sißung der geogra- phischen Gesellschaft wurde als Geschenk der Herren Verfasser die erste Section der neuen Mondearte von Beer und Mäd- ler Übergeben, so wie das Werk des Herrn Dr. Parthev: „Riej- lins mjiiqnaa "['ubuln exnonäntu“ mit Karte, vom Herrn Verfas- ser. Herr Profeffor Ritter übergab seine Abhandlung: über das historische Element der geographisäxn Wissenschaft, und im Auftrage der Herren Verfasser: ...]uclcson, oiije-njémoirs (Lu yo- )"nZo ou questions roläliyes 51:1 géogrnpbique pbz'siquo et

antique“ und Brauns Erdkunde Band 1 und 2. -- Herr J. kéehman n las darauf Über die dritte Reise Güßlaff's, eines Schü- lers des Herrn Prediger Rückert in Berlin, nach China, und über ])r. Lhotsky's Berichte aus Australien in Beziehung auf Mineral-Reicbthum und Journale daselbst. ])1'. Minding las über das Verhältniß der mittleren LebenSdauer zum Wachschum derBevölkerung. Direktor Zeune sekzce dann seine Mitthei- lung über Sce-Hochländer fort. Professor Ritter theilte No- tizen des Herrn Dubois Über seine Reise in der Krimm und dem Kaukasus mit. Herr PDajor von Oesfeld überreichte als Geschenk eine Sammlung geographischer Pläne und Karten.

- Am ?ten d. M. starb zu Münster der Ur. Joh. Hya- cinth Kistemaker, Dom-Kapitular und Senior, Professor der bi- blischen Exegese an der dastg-en theologischen Fakultät, Mitglied des vormaligen Kollegiac-Stifts zu St. Wkaurih, Konsistorial- Rath und Ritter des Rothen Adicr-Ordens dritter Klasse. Er war im Jahre 1754 am 15. August zu Nord orn in der Graf; schafthBentheim geboren und 1777 am 22. ez. zum Priester gewei t.

*- Der Verkauf der auf Subscription herausgegebenen „Erinnerungs-Ylätter an das 50jährige Amts-Jubiläum des Herrn Geheimen StaatsxPiinisters von Klewiz Excellenz“, de- ren in der Nummer 306 der Staats-Zeitung vom vorigen Jahre erwähnt worden, hat nach Abzug der Kosten einen reinen Ertrag von 443 Rthlr. 25 Sgr. gewährt, welcher zu milden Zwecken an das Marcins-Stifr zu Erfurt (ein Erziehungs-Znskitut für hülflose Kinder), an den Magistrat zu Halle zur Bekleidung armer Kinder bei dcr Confirmation, an das Militair-Waisenhaus zu Merseburg, an das Institut fiir verwahrloste Kinder zu Quedlinburg und an 5 Orts-Armen-Kassen verrbeilt wor-' den ist.

-- [us Naumburg schreibt man unterm 1sten d. M. „Die Folgen des Wegfalls dcr Zoll-Gränze und des Pascher- Gewerbes smd weniger fühlbar gewesen, als man bei der tief eingewurzelten Neigung der Pascher zr) ihrem Gewerbe und der daraus entstandenen Arbeitsscheu allerdings zu befürchten Ursache hatte. Die städtische „Behörde suchte die niedere Klasse so viel als möglich durch chausseemäßige-Umlegung alter Fahrwege, durch Arbeiten in den Kommunal-Waldungen und durch Erd-Arbeiten -zu beschäftigen, so wie das _Niederreißen des vor- dem alten Salz-Thore noch übrig gebliebenen Stadtthurmes fortgeseßt wurde. An Privat-Untcrstüßungen war ebenfalls kein Mangel. .. Die seit dem 1. Januar 183.3 eingeführte Städte-Ordnung zeigt für die Verwaltung der Stadt gute Erfol e und ward von noch größerem Nußen seyn, wenn die schon [ ngsr beabsichtigte und von dem Magistrat mit Eifer betriebene Einverleibung der Vorstädte in den Stadt-Bezirk erst zu Stande gekommen seyn

wird.“

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