.
Yar, dcr Erstere de'.“ Brwilligung der zur Unterhaltung der somatii'i), der Lehrre dcr BewilligUng der zur "Zinszah- liina des halben Soldes an fremde Offiziere geforderten Summcn, wovon fiel) die erste auf 82,179, die zweite auf 81,240 Pfund belief; ihre Amendemencs wurden aber verworfen, das Humesclie mit 135 argen :")“2, das Cobbetsche mit 200 aeg?" 4 Stimmen. Es wurden sodann noch mehrere unbedrutrndere Bills, theils zum zweiten, theils zum dritten Male verlesen. Die don Lord J. Russell eingebrachte Bill in Bezug auf die Trauun- en der Disseniers erhielt die erste Lefima; die zweite setzte der Jord bis zum 28. April aus, damit die Diffrnters gehörige Zeit haben möchten, ihre etwanigcn Einwendungen chen die Maß- regeln geltend zu machen. Lord Althorp eiklärte auf eine von Herrn, Tooke an ihn gerichtete Frage, das; die Regierung eine Maßrrgel ziir Verbesserung der Resortn-Bill einzubringen gede. ke.
London, 11. März. Der König nahm gestern ein Drien- ner bei dem Grafen von ?[lbemarle rin, zu dem untcr Anderen auch der Fürst Licven, Herr Dedel und Herr Stanley eingela- den waren.
Der Fürst Talleyrand und der Spanische Gesandte hatten qesicrn mac Lord Palmerston eine Unterredung iin auswärtigen
mtc.
Der Obii'i'ichter Sir Th. Denman hat gestern, nachdem er eine Zusammenkunft init ('em-(Grafen Grey und dem Lord Kanz- ler gehabt, seine Rundreise zur Abhaltung der Bezirks-Eericixe angetreten.
Der Gebeimeraths-Befehl vom 9. Dezember v. J., ivo- durch den nach Canton handelnden Britischen Schiffen gewisse Zölle auferlegt wurden, ist unterm 5ten d. widerrufen worden.
Der Capitain Eaton Travers von der Königlichen Marine hat die Ritterwürde erhalten.
Der von Lord Altvorp eingebrachten Bill zufolge, soll die HauS-Stcuer mit dem 5. April dieses Jahres aufhören.
Dcr Courier hat nun von dem zum Befehlshgber des „Reveng-e“ ernannten Capitain Elliot die gewünschten Crélärun; gen über seine Stellung zu den beiden Parteien in Portugal erhalten; es ergiebt sich daraus, daß er ein Freund von Pal- mclla isi, und daß ihm zwar in früherer Zeit, sowohl schon von dem Könige Johann U|. wie“ später von Dom Miguel, das Anerbie- ten gemacht worden war, das Kommando über die Portugiesi- sche Flotte zu übernehmen, daß er es aber beide Male abgelehnt hatte, und daß er Überhaupt mit Dom Miguel's System nichts weniger als einverstanden isi.
Die Zahl der von Dissenters eingereichten Bittschrifcen um Abhülfe ihrer Beschwerden brläiift sich schon auf 61 mit 10,167 Unterschriften; 65 Petitionen mit 41,933 Unterschriften sind dem Parlament gegen das Zehnten-System überreicht worden; die Zahl der auf die Auflösung der Union bezüglichen Bittschi'is- ten beträgt 42 mit 260,260 Unterzeichnungen; gegen die Malz,- Srcuei' sind bis jeizt 80 Petitionen mit 15,359 Unterschriften eingegangen.
„Jin Sonnabend-Blatc der Times liest man Folgendes mit Bezug auf Portugal: .„Wir lassen mit dem Druck einhaicem
um die Ankunft eines Schiffes von Lissabon zu melden, wel-"
(ies am 2. März von dort abgescgelt ist und die Nachricht mitbringt, daß seit der Schlacht vom 18. Februar, Über die wir neulich Saldanha's offiziellen Bericht mitgetheilt aben, nichts von Wichtigkeit dort vorgefallen war. In der ähe von La- gos scheint es am 13. zu einem kleinen Gefecht gekommen zu seyn, indem ein OJTigui'lisiisci)es Corps, das einen Aniiriff gegen die Constitutionncllen unternommen hatte, mit Verlust zurückge; schlagen wurde.“ - Der Courier berichtet Über die voii jenen Schiffen mitgebrachten Nachrichten Folgendes: „Die vom .Herzoxze von Terceira befrhligten“ Truppen sollen binnen wenigen Tagen nach dem Süden marschii'en. Der Capitain des Dampfboots „Royal William“ sagt aus, daß in Lissabon AUes vollkommen ruhig war, und daß man über den Ausgang des nächsten Treffens zwischen den feindlichen Armeen keinen Zwei- fel hegte, indem man, den Nachrichten aus Santarem zufolge, nach der leßten Schlacht über 3000 Mann von Dom 'Miguel's 'Lii'inec, theils an Todten, theils an Ueberläufern, vermiizte; Viele waren auch auf ihrem Rückzuae nach Santarcm abgeschnit- ti'n worden und hatten sick) in das Innere des Landes zerstreut. Dem General Saldanha sollen in dem Treffen vom 18teu drei Pferde unter dem Leibe erschossen worden seyn. Mit Dom Pcdro's Gesundheit hatte es sich sehr gebessert; er schien die lcizte Unpäßlichkeic glücklich überwunden u haben.“ -- Jm Morning Herald heißt esiii derselben eziehung: „Entweder find die Pedroiiien genöthigt, all' ihre Aufmerksamkeit a_uf San- tarem zu richten, oder ihre Privat-Streitigkriten und Eifersüch- teleien verhindern sie, einen ordentlichen Streich gegen Dom MigUels Armee auszuführen. Seit dem 18cm hat kein Gez fecht stattgefunden, aber die Miguelistischen Streitkräfte standen in günstiger Lage und in gleicher Stärke, wie die Pedroisien, außerhalb Santarem's, obgleich sie eine Stellung inne hatten, aus der sie [Licht vertrieben werden konnten; indeß blieb ihnen dann immer noch ein sicherer Rückweg nach der Festung übrig. Ihr letzter Angriff hat die Wirkung gehabt, den Herzog von Terceira an der Entfernung eines Truppentheils von Carraro zu verhindern; dieser hatte nämlich eine Expedi- tion nach Alemteio beabsichtigt; und da sämmtliche Verstär- kiingen, die man in Lissabon auftreiben konnte, zur Armee abge- sandt wurden, so mußten die Operationen gegen Salvatierra auf- gegeben werden. Die Kanonicrbdte unter Capitain Henry lagen u diesem Zweck schon bereit, aber Admiral Napier konnte keine ruppen dazu bekommen, und er braucht 1000 bis 1200 Mann. Vor Kurzem waren 200 Rekruten von Irland angekommen, so wie drei Schiffe mit Pferden von Portsmouth. Jm Ministe- rium war keine Veränderung vorgegangen.“ -- Der Globe vom Sonnabend sagt: „Die heute aus Lissabon eingegangenen Nachrichten lauten weniger erfreulich, als die früheren. Unter der Partei der Königin drohten Spaltungen auszubrechen, die der constitutionnellen Sache sehr gefährlich werden könnten. Die Nachricht, daß die Miguelisten sich noch immer in einer Lage befinden, in der sie der Truppen der Königin kühn die Stirn bieten können, hat die Portugiesischen Obligationen an der heutigen Börse noch mehr heruntergedrückt.“ - Gestern wurde hier folgendes Schreiben aus Falmouth vom 9ien d. verbreitet: „So eben ist der „Pike“ hier angekommen , der Lis- sabon am 4ten d. M. verlassen hat. Am Lien Nachmittags war es zWischen der Avantgarde der beiden Armeen zu einem Gefecht gekommen, aus dem sich ein vonoMMe- nes Treffen entspann, das mit einer gänzlichen Niederlage der außerhalb Saßkakem stehenden Miguelistischen Streit- Kräfte endigte. Die Wenigen,_welche dem furchtbaren Blut- bade entgingen, zogen [ich in die Manern der Fejiung zurück, egen die nun von Seiten der Constitutionnelien ein baldiger ngriff erwartet wurde, denn Dom Pedro ging am Ztcn, in Begleitung des Herzogs von Terceira, von Lissabon zur Armee
. weisen gesucht.
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ab.“ -- Heute jedoch erklären der Courier und der Globe diesen Bericht für eine bloße Böi'srn-Sprculation, und in der That sind auch die Portugiesischen Obligationen wieder gefallen.
Die hirsiqcn Gas-Compagniccn haben in den letzten Tagen der vorigen Woche 121 ihrer Arlieiiei' entlassen, weil man fürch- tete, daß dieselben irgend einen Streich ausführen möchten, weil sie zu den Handwerker:Vereinen gehörten und in der [ekz- kk" ZM öfkkl's auf Erhöhung ihres Loimsdngetraqrii hatten; sie emysinqcn nämlicl) 11“ö(i)i',iit[ich 28 Shilling Arbeitswhn-imd iäglici) cinen Krug Porter. Die Arbeiter, Weiche man dagegen in Dienst nahm, wurden erst dariiber verhört, ob sie aueh nieht Mitglieder der Handwerker:Vereine wären. In der ersten Zeit Kkbk es nun freilich mit ihrer Arbeit iioch nicht so schnrll von Statten; die von der Gastompagnie in Weüminster angenom- menen waren nur im Stande, 20,210 Kubikfuß Gas in der Stunde zu fabricircn, während die früheren sri'iiidlici)35,1iii0 Kubiksuß bereiteten; nian besorgte daher ein paar »Mal, das; die Gas-Laterncn erlöschen wfirden, indeß ging es nach und nach besser.
Unter den 11 Faiiisscmciits, dic kiirzlich zu New-York scarr- qefunden haben, briiiidrn sick) zwei sehr bedeutende, das eine zu 5 JJDillioncn Dollars, welcbrs das Handelshaus S. und M. AUM- das MDM zu .3,;'ii,1(*),000 Dollars, welches das Handels- haus" Cephas, 932105" und Cdiiipagnie bcirdffen hat. In Phila- delphia haben .; Häiiser, 111 „Boston 41, in Salem 1. und in Gloucester ]. fallirt. Die Gisaniini-Summc aller dieser Banke- i'orte wird auf 20 »))?illionct: bci'ciiziiri.
Niederlande.
Aus dem Haag, 10. März. In Folge aiis Wien ein- gegangener Dcprschcn isi heute ein «'iiixßerordcntlici)er Kabineis- Rath gehalten worden. »- Der "Tag T*i'i' I)ii'ickkunft des Prinzen von Oranien ist iioci) niclit vexiimnxt; iiiim vermuthei“, Se. Kö- nigliche. Hoheit werde sici) einige Zeit in Kassel und Wciiemr aufhalten.
„ B e 1 I i e n.
Brüssel, 11. März. In der gestrigen Sitzung der Re- präsentaiitcn-Kammer [eiiie dcr _Ziiiiiz-IJTiniiier einen (55e- sciz-C'ntwurf vor, durch welchen das Personal bei den Gcrieizis- höfen vermehrt werden soll.
Aus “Ll'ntwei'pen melder man vom gestrigen Tage: „Der KriegsOxinistcr, Baron Cvain, kam gestern hier an, und begab sich unverzüglici) in Begleitung mehrckck" Offiziere nach der Li- tadellc. Diesen P?N'gcn ist der "*.*-Minister zur Besichtigung drs Dori aligegangen, von wo er heute Abend zurückerwartet, und dann noch die Offiziere der Garnison empfangen wird. «- Seit diesen I)ioi'gen hat man bemerkt, das; ii'acc .; oder 4 Kanonisi- Sclwluppen 1ek§t deren 11 ans der Riicdc von Lillo liegen. “ k»Ein Bataillon des '.)ten Jäger-Regimcmcs zé: Fuß ist heute hier eingerückt; .; Compagnicen dirscs Baiaillons werden gleici) nach dem linken Scheldr-Ufi'r abgehen.“
„In der Nachschrifc eines Briefes vom Doel vom 8. März 10 Uhr Abends heißt es: „Man melder uns, daß einer der die Deiche der übei'i'cixweinmtrn Polders bewachcnden Posten Feuer auf drei feindliche. Fahrzeuge gegeben hat, die nach dem Zapfen- streich in sehr dunkler Nacht auf unser Gebiet kamen. Unsere Poscrn werdcn disse Nacht verstärkt werden.“
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 28. Februar. Mehrere unserer Blätter ha- ben bisher mehr oder Weniger ausfiihrlich auf das“ Unzwcckmä- ßige der bisherigen Einrichtung der Regiirungs-Proposicion iiber das Budget beim Anfange eines jeden Reichstages aufmerki'am gemacht, daß auf Ueberschrifse der Einnahme über die Ausgabe im Voraus gerechnet wird, und daß dann Ausgaben, die nach und nach als erfordrrliii) angriiommcn werden, auf diese Ueber- schüsse angewiesen werdcn. Reichen dann, wie. es gewöhnlich iii, in der Verwaltung jene Urberiidüffe zu diesen Ausgaben nicht hin, so werden die. Steuern ain künftigen Reichstage um so viel erhöht, und beides wird an dcn ordentlicheü Status ge- bracht, wonächsi wieder auf neue Urbevichüffe Anschlag gemacht wird u. s. w., 10 daß die Lasten der Steuerpflichtigen sich fort- während in steigender Progression befinden, wogegen die etwa vorkommenden Ersparnisse einen nicht- des Rennens wcrthenBe; lauf auömachen. '
In der Sißung des BÜrger-Standes, wo Über die Königl. Proposition des Budgets einfach Verweisung an den Staats-Ausschuß beschlossen ward, äußerte vorher noch Herr Petré Über einen damit zusammen.“)angcnden Gegenstand Fol- _endes: „Der König hat in der Thrin-Redc zu erklären geru- Zet, wii“ dürften hoffen, daß ein ungesiörter Friede immer mehr die Interessen der Nationen verknüpfen werde; der Friede biete dem Wii'kungs;Verniögcii Aller eine zu große Entfaltung dar, um aufs Spiel gesetzt werden zu dürfen, und das Recht der Menschheit fordere Ausgieiclwng dei" Ansichten, Vereinigung der Denkweisen. -- So smd wir denn berechtigt, zu glauben, daß Se. »))Tai., weit entfernt, auf einen ?[ngriffs-Krieg zu denken, bloß zum Zwecke haben, unsere Waffen-Macht zu Lande und zur See io zu organisiren, daß wir im Fall von wingenden Umständen damit auf zweckmäßige Weise unsere .“““iii'ren und Gränzen verthcidigen können. Wenn es" sich so verhält, so kommt in Betracht, daß unsere in Karlskrdna stationirte, höchst theure Kriegs-Flotte gan'z unanwcndbar zum Schulze der Schwe- dischen Küsten ist, deren Verchcidigung dahingegen leichte Scheeren-Schiffe erfordert. Aus den Zeitungen haben wie er- fahren, wie die Frage von der Angemessenheit dei“ Schwedi- schen Linicn-Floire als Mittel zur Vertheidigung des Vaterlan- des ein Gegenstand langwieriger Zidiiie und ungleicher Mei- nungs-Aeußei'ungen ewesen; so Wie, das; insonderheit die hö,- here Admiralität in *arlskrona, im Gegensaße zu der öffent- lichen Meinung, die Rothwendigkeit dcr Kriegs-Flotte zu be.- Diese mächtige Vertheidigung scheint vor einer unparteiischen Prüfung nicht länger bestehen zu können, nach- dem es jetzt zu allgemeiner Kenntnis; gekommen, daß in Eng,- land sogenannte Bomben-Schiffe gebaut werden, die mit ii)- ren darauf angebrachten Dampfmaschinen die Eigenschaft ha- ben, daß man von denselben aus mit einem einzigen Schusse jedes Linienschiff versenken kann. Wenn ich nicht irre, befin- den sich in Karlskrona ehn große Linienschiffe. Bedenkt man, daß jedes solcher Schis§e im ersten Bau eine Million Thaler und zum jährlichen Uncerhalte an 20,000 Rthlr. kosiec, so sieht man leicht ein, welche ungeheure Siimmcn durch die Kriege;- Flotte für den Staat unni'iizerweise verloren gehen. Es scheint glaublick), das;, wenn man theils so viele mindestens von diesen Kriegsschiffen veräußern wiirde, wie jetzt, wegen Mangels an Raum, nicht im Dock bewahrt werden können, theils noch mit dem Bauen von mehr neuen Linienschiffen aufhörte, man nicht allein dadurch Mittel gewinnen würde; eine größere Anzahl Schee- renschiffe anzuschaffen, sondern auch Gelegenheit zu einem nicht un-
bedeutenden Ersparniß am vierten Hauyt-Titel erhielte. Aus dem Berichte, was sich in der Landes-Vcrwaltung seit dem letzten Reichs„ tage zugetragen, haben wir unter Anderm abgenommen, wie vielneu, Linienschiffe während dieser Zeit gebaucivorden; allein von den An; , sichten, nach welchen man für die Zukunft in Beziehung aufdieFlom dis Landes zu verfahren denkt, wissen wir nichts weiter, als da" ' m der Propoßcjon fiber das Budget theils dic iingeänderieFon, :,! i'clzung dcs bishri'igei1'21n1"ci)lagcs im vicrtrnHaUpt-Tirel bisziim ', nächsten Reichs'tazir, t[)eils auch ein aiißcrordentlicher, für emige bc, * sonders angegebene Erfordernisse verlangt wird. Da jedoch die __ Siäiidc bei dcr Priifung des Bedarfs zum vierten Haup-szcl zur Lei ung ihres" Uriheils die Kenntnis; des PlansJTUl' Organ.; ?( sation dei'Sec-Vei'thcidiqung ndrhig haben, der in “- i'icksicht aiif “die Erfahrung der letzteren Zeiten und der geänderten Eiskalt ,' dei“ Uiiii'cändc wahrscheinlich jetzt gehegt wird, so bin ich vera", laßt, die Aufmerksamkeit des hochgcehrten Standes auf die Nord, '“), witidigkeic der in dieser wichtigen Materie jetzt mangelnden 2117“- kiäriiiigen aufiiicrksam zu machen, und trage darauf an, daß '“ dicse meine Vorstellung mit der Königl. Proposition drm Staats. Ausschuss überwiesen werde.“
JmBauern-StandehatderbcrühmteAndersDanici, son, von dem erklärten Grundsatze ausgehend, durcbaiis keine Erhöhmig, vielmehr nur „Herabselzung der bisherigen ?liisgabxn einräumen zii ivoiirn, einen vollständigen und mo_tivirten Status von allen zehn Haiiptriicln aufgemacht und das (Minze derselben aiif 8,750,000Rti)1r. berechnet , was 848,000 weniger , als der Antrag der Regierung, Und 457,000 weniger, als das ([decm lrsztcn Reichsmge aiiqesihlagene beträgt. Unter andern Mehr oder weniger ausgeführten Vorschlägen dieses Mitgliedes i'! auch ein Entwurf zu einer neuen Zoll-Taxe für ein- und aux- gehende Waarcn. Derselbe hat die TNotion gemacht, daß dem am Meere mit einem guten Hafen bclegenen Orte Li. sekchi städtische Privilegien zu ercheilen scyen; schon längs: sci) dort eine Eingangs-Zoll-Kaiiiincr errichtet, es gehörten den Einwohnern mehr als 20 gedeckte Schiffe, die Englische Hum: iiirr-Conipagnie habe ihren Hauptplatz dort, es seyen Eni; Z) 016», Hannoversche mid Dänische Vice-Konsuln, so wie ein Bevollmächtigter der Versicherer auf Lloyds da, und endlich habe die Bürgerschaft von Uddewalla erklärt, daß es eine sehr ange; „ messene Lage für eine Stadt sey. » Zn demselben Stande kom. men mitunter auck) wunderliche Motionen vor. So unter an, dern eine von Eric Ersson aus Dalekarlien, daß der Stand, nachdem er durch die vielen Motionen in Beziehung auf die Brennerei zur Kenntnis; der Ansichten in dieser Matrrir _qekom- men, Einigkeit iii drnseibrn zuwcge zu bringen suchen solle, si ' das; darüber eine einzige Standes-OITOtioii verfaßt werde. Die Zi:sainnirnschiiiclzung müßte durch einen Ausschuß geschehen, zu; satnyiiengesitzc aus zwei ?))?ännern von jedem Lehne, die helle ,_ Köpfe haben und wenig trinken müßten. - Ueber das Biden; ken drs Staats/Liussei)uffes wegen Cinichränkung d.,?r Reichsrags' Kosten gab es eine iiiritläufige DiSkUision, in deren Verlaufem ,; I)iiiglied behaiiptrie, der Sprecher des Bauern-Skandcs sollte nicht “;;" weniger Entschädigung für Ncich5tags-.§“Ooscen, als der Landmari schall erhalten, denn, sagte ci“, „unser Sprecher hat das sclilim- „ mere Volk zu regieren.“ Säimnilich mündlich und schriftlich geäußerte Anführungen wurden wieder an den Siaatei-Ausschuß remictii't.
ie?
Deutschland.
München, 1). März. Die Kammer der Reichs-Rärhe wiid morgen ihre erste ordentliche SiizunZ halten. - Die Kam- mer dcr “Ilbgcori-iictcn wird morgen den liisscimß wählen, wii- chcr die Adresse auf die ThroiiOii-“de zu entwerfen und 0erKam- mer vorzulegen hat, Alsdann wird zur Wahl der vorgetctzriei benen fünf Ausschüsse geschrittcn wcrden, » Die Zahl der hier anwesenden Abgeordneten zur Stände-Versammlung betruggei'; “kern 10.3. ! Zu der Rede, welche der Zusiiz-WFinistrr, Freiherr von Schrenk, aus Anlaß seiner Ernennung zum ersten Präsidenten der Kammer der Abgeordneten an die versammelten Mitglieder dieser Kammer hielt, bemerkte derselbe im Wesentlichen, w schr ihm das Vertrauen der Kammer, mittelst dessen er nu mehr zum sechstenmaie zu der ehrenvollen Stelle ihres Pri , denten gelangt sry, Ui“ innigen Freude gereiche, zumal wei er dabei seine dermaéige Stellung im Staats-Dienste, und dir; gleichwohl erlangte, an Stimmen-Einhelligkeit gränzende Ma] rieät, durch welche er Seiner Majestät dem Könige ur Alle höchsten Ernennung in Vorschlag gebracht worden, in („i'wägui ziehe. Die Umstände, unter welchen, und die Art, |_; welcher seine Wahl erfolgt sei), könne er nur als eint qlüikliche Vorbereitung dafür betrachten, daß die Kammer, den wahren Geist der Repräsentativ ; Verfassung erke _ nend und beherzigcnd, nnd die Erfordernisse der Zeit wüi'digeiid _ Hand in Hand mit der Staats-Regierung gehen, und in die!e Gemeinschaft das Ihrige zur Beförderung des allgemeinen Wok)“ beiZUtragrn sici) beiireben werde. Die StaatsxRegicrung silb, habe ja kein anderes Ziel vor Augeii, und könne keinen ande Zweck verfolgen, als des ganzen Landes Wohlfahrt, mit wekchk , ihr eigenes Interesse unzertrennlich verbunden, oder vielmkh völlig identisch sey. Dieselbe rechne hierbei auf eine cbenik freundliche, als kräftige OJTitwirkung der Kammer, wogegen!u ihrerseits“ jeden billigen und zwechmäßigen Wunsch der lehiek" um so lieber beachten könne, je inniger die Eintracht zwfiM ihr und den Ständen des Reichs, von welcher alleixi das Gedel hen des repräsentativen Systems zu erwarten sci), ieyn werde-
Ein Münchener Blatt sagt: „Die Thron-Rede,„ vo Sr. I)iajcsiät dem König mit sehr vernehmlicher, fester Stimmt gesprochen, hat bei den für diesen wichtigen National-Akt Vik sammelten einen tief ergreifenden, freudigen Eindruck gemaäié Ihre Majestät die regierende Königin geruhcen, drr Feierltchkek auf der Tribune beizuwohnen.“ „
In drei bis vier Wochen wird wieder eine Compagnie W;; Königl. Griechischen TrUppen-Corps von München nach GW] chenland abmarschircn. Es befinden sich dermalen 217 Mann hierselbsk. , '
Das im Königl. Regierungs-Blatt enthaltene, für die „EU richtung einer Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth elnkk„* dazu zusammengetretenen Actien-Gesellschaft auf 30 Jahre ik“ tbeilce Privilegium ist an die Bedingung geknüpft, dai; bmw" fünf Jahren der Anfang gemacht und die Eisenbahn ndihtgens falls dann abgeändert werde, wenn von Seiten der Staats; e- gierung andere Eisenbahnen damit in Verbindung gesetzt wurden-
Bei dem Festungsbau in Ingolstadt ist seit Eintritt dsr bessern JahreSzeit mit den Erdarbeiten wieder ein Anfang gema )* worden, und es siyd an tausend Arbeiter eingetroffen. Dis ko- lossalen Thi'ii'ine des Brückenkopfes am rechten Ufer der Domi" sind ihrer Vollendung nahe, und sollen noch in diesem Jah" von den Gerüsten befreit werden.
Frankfurt a. M., 12. TNärz. (Frankfurter Jah; bücher.) Am 7ten d. “M. sind die seit dem 25. November " ,.-
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riqen Jahres auf eingereichte anderweite Vertheidigungs-Schriften, „*r Abfassung eines weiteren rechtlichen Erkenntnisses an eine auswärtige Rechcs-Fakultät abermals versendet gewesenen Unier- uchungs-Akten in.Betreff der am 24. und 25. Oktober 18.3 am Allei'heiligen-Thore vorgefallenen Excise an das hiesige Appel- lations-Gericht als Kriminal-Gerichts[)of.ziirückqelangt. Das Urthkik selbst, welches Von der „Rock)ts„-Faku[täc zit Göt- tingen abgefaßt, und den anursiten in Gegenwm't ihrer Vertheidiger, der Herren Dokkwren Jueho, Reinganum und Rapp, an demselben Taue publicirc worden ist, [an.- tet, wie folgt: „„Auf eingereichte anderweite Vertheidiqungs- Schriften in Untei'iuchungs-Sachen wider den Metzger-DJTeister oh, Martin Mohr, den Weißbindcr-Geielleti Christoph Hen- kelmann und den Tischleriiieiiier Johann Michael Höhi, sämmt- lich zu Frankfurt peinlich Angescbuldigtc, wegen Theiliiahme an den am 24. und 25. Oktober 1831, am Allcrheiligen-Thore zu Frankfurt vorgefallcncn C'xcesscn: Erkennen Präsident und Räthe dcs Avellations-Gei'iclss der freien Stadt Frankfurt, nach vor; qethtcm Rache auswärtiger Rechts-Gilcbrtcn, hiermit für "REM: Daß genannte aniiiiiteii durch die übergebenen Schurz,- Scl)riften so viel ausgeführt, daß die ie ihnen im vorigen Ur; theils wegen Tuiniilts zuri'kannie Ziick)i[)i*ius,Strafe, und zwar 1) fiir den aniiisiten ?FTON' 01.11 vierzehn Moiiate, 2) fürdie JU- quisiicn Henkelmann imd HEI)! aber auf Ein Jahr herabzu- setzen“"), auch [eßtgenanniei' Iiiqitisit, Joi). Michael Höhi, in Hinsicht des ihm bcigeyeesicnen I)idrdvcrxiiciw nnninehr von der „Instanz zii entfiindrn ici), wohingegcn ee. im ileikrigen bei dem “vorigen Urti)cil icin Beivcndcii hat. Die gui“ i[)i„'c writere Verthei- djqung verwendrirn Kosten haben die inqlli?1kctt scibii 311 im,- qe'n, Ami) isx jeder derselben ein Di'iiithcil dei“ Aktenverici,iek'iiiigs- Kosten zu übernehmen schuldig. Von Rechte"; wegen.“
Der thätigcn K'Ul'MssiiÖkn Polizei sciwinc es gelungen zu seyn, den Vcrbrcitern dri" *iiiiier dem Titel „Baiiei'n-Cdniiersa: tions-Lexikon“ verthcilirn revolutionnairen Flugschriften auf die Spur zu kommen. Man erfährt. daß meßrcre Personen in der Stadt und in der_Provinz Hanau drshaib ziir Untersu- chung gezogen und verhaftet siiid. Man soll einen Cdlvdrtem' angehalten, und bei ihm_ganze Pärke dieser Flugschriften ge; funden haben, was denn idgicici) zii weitern Resuitaten geführt habe. Gewiß kann man UW." wünnhen, daß die Untersuchungen ein Resultat herbeiführrn. wodurcii endlich dem Treiben der wenigen Unruhestifter ein Ende gciiiack)t werde; denn so wenig Erfolg die Betii'ebungen dieser Partei aiici) Haben können, so ist doch nichr §il verkennen, daß durch Dieselben fortwährend Unfriede und *).?ißtraiicn ge-dhrt und die Regierungen gend,- thigc werden, Maßregeln anzitordiien, die der ruhige Bürger nur mit Kummer eiiiii'eteiisieht, die er aber als “nothwendig erkennen muß.
Der bekannte Literat Funk ist dicser Tage neuerdings in gefängliche Verwahruna genommen worden. Es geschah dies, wie man versichert, auf deshalvige chlamatidn dei“ Kurheisischen Regierung, die Herrn Funk beschiildiqt, es habe derselbe, in den Frankfurt benachbarten Orisckmfien ihres Gedicis, die Bevölke- rung durch Verbreitung von Flugschriften und auch durch Reden, in Wirthshäuscrn und an andern öffentlichen Orten gehalten, zu Mißvirgnügen und Widci'i"eizliii)keit aufzuwiegclii gesucht. Gleich- zeitig mit Herrn Funk ward noch ein anderes hiesiges Indivi- duum, Namens Rodenscein, verhaftet, dri", wie es im Publikum heißt, der Mitwirkung an cbcn denselben Umtriebcn beschuldigt wird.
- - Frankfurt a. M. , 12. März. Seydelniami von Stuttgart, einer der vorzüglichiirn, wenn nicht der erste der jeßt lebendewDeutsehen Schauspieler, erregt hier durch sein aus- gezeichnetes Gastspiel dcn _qi'dxzrcn Enthusiasmus. Gestern erst in des „Königs Befehl“ bewundert, tritt er heure wieder als Nathan auf, den er vorgestern gab, und morgen als Klings- berg Es“ ist hier ohne Beispiel, daß vier Tage nach einander das Schauspiel durch das Auftreten eines und deffelben Künst- lers ein ganz volles Haus machte. Hr, Seiidelmann erhält für jede Rolle, die ei" giebt, eitiDrittel der Einnahme, und man be-
rechnet, daß er wohl in den 3 Wochen seines hiesigen 'Auf-mix“
halts 2.300 Fl. eingenommen hat. Ueber seinen künstlerischen Werth giebt es im Publikum wie in der Kritik nur Eine Stimme. (Herr Seydclmann wird gegen Ende dieses Monats zu GastroUen auf dem Königl. Theater in Berlin erwartci.)
Oesterreich.
Preßburg, 5. März. (Nürnberger Korrespondent.) Ein interessantes Intermezzo trug sich jüngst bei unserer Stände- Tafel (der zWeiten Kammer) zu, Der bekannte Herr Ragaly, der von der berüchtigten, tiimultuai'isclicii Und ungeseizliMn Ko- mitats-Versammlung zii Ci'lau als Reichstags-Deputirrer des Gevescher Komitats gewählt wurde, hatte die Abfuhr, fich als Abgeordneter jenes Komatacs dem Reichstage zii präsentiren; al- lein sehon in der CirkularzStßiing (tiaä) Art der Bureau): in der Französischen Dcputirten-Kammer) wurdc, nach interessanten und heftigen Debatten, Mit großer Stimmen;*))?ehrhrit seine Nichtzulassung beschldffcn, und als die Sache VN“ die Ständr-Ta- fel kam, wurde er ein stimmig zui'i'ickgeiviescn. Dies mag das klage Und energische Benehmen dcs edlen Pvrker bei jenem traurigen Ereignisse in Eilan am besten i'cdlitfcrtigcn, und seine Gegner mögen'um so bescdämter ihre Ungerechtigkeit einsehen, da ihr Kandidat, der doch selbst so viele politische Glaubens-Ge- nossen in der Stände-Vi*i'sammlung zähle, durchaus daselbst keinen Anklang finden konnte. Die Akten Über den Er- lauer Tumult sind indcsien noch nicht geschlossen; man er- wartet aber ein baldiges Resultat. Die Untersuchungs-Kom- mission hat sies) ganz zu Gunsten der Maßregel des Pairiarchz-Erz- bischofs und Obergespanns Pyrker ausgesprochen. -- Gegen die allgemeine Verbreitung der Ungarischen Sprache, besonders ge- gen die vor. einigen Ständen beabsichtigte gewaltsame Einfüh- rung derselben, erheben siii) mehrere gewichtige Stimmen. Man ?laubt, daß, wenn man gute Straßen in Ungarn anlegte, da; elbst weit heiser durchzukommen wäre, als mir der Ungarischen Sprache.
S _ch w e i z.
Basel, 8. März. (Schweizer Blätter). Da sich die in (Uenf und Avenches gefangen gehaltenen Polen sämmtlicl) und unbedingt geweigert haben, die von Frankreich als Brdingung der Wiederaufnahme geforderte Erklärung schriftlich abzugeben, dieselbe auch, wenn unfreiwillig ausgestellt, nichtsbcdeutrnd wäre, so ist vor der Hand ihre Entfernung unthunlicl), so dringend auch die Schweiz sich dadurch aufgefordert finden könnte. Denn die Polen ndthigenfalls mit Gewalt an* die Sränze bringen zu
_-
, *) Durch das frühere Uribeil vom 3. Juli v, 35. war Mobi“ in
einer ziviinzigmonatliii)cn, Henkelmann zu einer aciitzchnmoiiatliciien,
und Höhi zu einer neunjährigen Zucknhaiisiirafc verurtheili gewesen. (Anmerk. der Frankf. Jahrb.)
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woklen, und sich da mit“ den Behörden der Nachbar-Staaten her-
umzustreiten über Einlaß oder Nicht-Einlaß, wäre eine Lächer-„
lichkeit, die zu keinem genügenden Erfolge führen könnte. Es muß zuvördersi ausgemacht seyn, und Unterhandlungen scheinen hiezu „der einzige Weg, ob Frankreich die Polen aufnehmen wolle, unbedingt, und mit Verzichtleisiung auf die von denselben aefor- derte Erklärung, sich den »))?aßnahmen der Französischen Regie- rung zu unterwerfen; oder ob irgend eine andere Macht von de- Yr11,„w„elche Garantien verlangten, stel) bereitwillig erzeige, jenen ziüchtlmgen den Durchpaß nach dem Meere zu verschaffen. In diesem „Sinne hat sich der Vorort an Frankreich gewendet; und iollte ein günstiger Erfolg diese Unterhandlung beendigen, so würde dann zu qewärtigen seyn, daß man rasch und kräftig das schon zu large Verzögerte ausführte.
- ----- DW„ Münchener politische Zeitung meldet aus der iio_„i'dwestlichen Schweiz vom 5 März: „Als die Eidge- iidffenschaft im Paroxismus ihres letzten Revolutions-Fiebers lag, bildeten sich in derselben zahlreiche Klubs unter dem Namen Schuh-Vereine, welche die Beskimmung hatten, die ganze Schweiz dauernd unter der Herrschaft revolutionnairei' Grundsäße zu hal- ten und gewissen Partei-Häuptlingeii als bequeme Werkzeuge zur Yerwirklichung ihrer jeweiligen Plane zu dienen. Troxler, der nel) beriifen glaubt, die Schweiz radikaliter umgestalreü und iie nach seinem Bilde schaffen zu müssen, unter der ONehi'heic [emerKLandsleiice aber wenig Theilnahme findend, sah in die- „101 OckzußzVerrinen das geeignete I)iittel zur Ausführunq keines poiitiicl)en SchöpfungsxPlanes. Ei“ schloß sick) daher in“; nig aii dieselbrn an und bot alle seine Kräfte auf, dieses orga- i_1isii'ie Revolutions- Corps. in *kein Interesse zu ziehen und init icinem Geiste zii durchdringen. Durch sie wähnte er die jetzige Brindrs-Versaffung stürzen, durch sie einen sogenannten eidgeiiös- stießen „YrrfaffuanRath erzwingen und durch diesen die Schweiz centraiiiiren und sich an die Spitze derselben stellen zu können. Qikährend der heftigen Bewegung, in welche die letztjährigen Er- eigiiiffr in den Kantonen Schwyz und Basel die grenze Schweiz versetzten, stand das Gelingen dieiesPlanes nahe; man ließ aber drwgünstigen Augenbiiik unbenukzc vorübergehen und 1th ist an die .).[usführung dieses Projektes gar nicht mehr zu denken. Den- noch wurde „am 26sien d. M. noch einmal der Versuch gemacht, das Phantom eines eidgenössischen Verfassungs-Rathes durcb dicAb- geordneten aller Scliuiz-Vereine in Zofingen Heraus“ zu be, 1chwören. .Die größten Freiheits Herren der Eidgenossen- ichaft erschienen und der erste derselben, Troxler, sprach in der hohen Versammlung alle Zauber,- Formeln des Radikalis- imis aus, rief alle Gottheiten des politischen Olymps an, iuchte Himmel und Erde in Bewegung zu setzen; aber Alles vergeblich. Nach langem Gerede gestanden sich endlich die Pa- trioten ein, daß die Mehrheit des Schweizer-Volkes noch blind gegen das ihm zugedachte Glück sei) und dasselbe leider Nichts“ weder von einem Verfaffungs ; Rathe noch von der herr- lichen Centralität wolle. Was blieb unter so verzweifel- ten_ Umständen Anderes zu thun übrig, als ingrimmig und brichämt nach Hause zu gehen und sich zu grämen, seit Jahren so viel Lärm um Nichts gemacht zu haben. Das Crgebniß des erwähnten Kongresses der Schweizer Radika- len in Zofingen hat insofern auch Interesse für das Ausland, als es einen thatsächlichen Beweis liefert, das; in der Richtung der Gemüther ein Wendepunkt eingetreten ist, der auf eine ruhigere Zukunft und auf das Wiedererwachen der Vernunft in den Schweizern hindeutet. Ob nun aber gleich die ONacht des rohen Radikalismus als gebrochen betrachtet Werden kann, so fehlt doch noch viel, daß damit alle dem Wohle und der Ordnung der Schweiz friedlich entgegenwirkenden Elemente bescitiget wä- ren. Von der Klugheit, drr Vaterlandsliebe und einer umsich- tigen und andauernden Thätigkeit des besseren Theiles der Eid- genossen hängt es jeizt vorzugsweise ab, daß die vielen während der drei letzten Jahre ihrem Vaterlande geschlagenen Wunden bald geheilt werden und die Leitung seiner Angelegenheiten wie- der *in würdige Hände falle; der Augenblick zum Handeln ist gekommen; möge seine Wichtigkeit begriffen werden.“
Italien.
Chambery, 28. Februar, Heute ist die zu Pont-Beau- voifin stationirt,gewesene Compagnie von der Brigade Savona, wclche fick) bei der am 3. d. M. statttgefundenen verbrecherischen Invasion so i'i'ihmlich ausgezeichnet, hierher zurückgekehrt, Der General-Gouverneur des Herzogthums ritt derselben mit einem zahlreichen Generalstab entgegen und empfing fie mit einer ihre Bravour lebhaft anerkennenden Rede. Die Compagnie zog so.- dann unter Musik und Trommelwirbel in die Stadt ein.
Uebermorgen Wird hier auf dem Paradeplaize die feierliche Vertheilung der Medaillen stattfinden, welche Se. Maj. der Kö- nig denjenigen Soldaten, die sich besonders ausgezeichnet, verlie- hen haben.
Neapel, 18. Febr. (Allgemeine Zeitung.) Der Ge- burtstag des Königs ist ohne die sonst gewöhnlichen Promotio- nen, Gnadrnbezeigimgcn und Dekrete vorübergeqangcn; wie es scheint, soll dieser alte Brauch gänzlich abgeschafft werden. Ein neues Geselz, welches die Verkaufs-Bedingungen der, Klöstern und andern geiiiliclwn Stiftungen angehörenden, Güter bestimmt, die Zeit der Verpachtung derselben auf drei Jahre beschränkt, und überhaupt der Regierung einen unmittelbaren Einfluß bei jedem abzuschließenden Kontrakte giebt, hat nicht wenig Aufsehen er- regt, und dürfte vielleicht zu chlamationen von Seiten des heiligen
„Stuhls Anlaß geben. - Vor Kurzem ist eine im hiesigen Ar-
senal erbaute Fregatte von 46 Kanonen, mit Namen „Urania“, vom Stapel gelassen worden, und auf den Werften von Castel- lamarc ist eine andere von 60 Kanonen ihrer Vollendung nahe. Die beiden alten Linien-Schiffe „Capri“ und „Vcsuv“ sollen verkauft und durch Fregatten rrseßt werden, deren Zahl man überhaupt auf zehn u bringen gedenkt. “ Der zum Gesandten in Paris ernannte “ürsc Burera wird nächstens nach seinem neuen Be- siinimungs-Orte abgehen, «» Man sieht hier der Ankunft eiiies Theiles der in Malta liegenden Englischen Escadre unter Ad- miral Rowley täglich entgech. ---- .Die Königin Mutter wird _aegen Anfang des nächsten Monats nach Florenz abreisen, um bei der Entbindung ihrer Tochter, der Großherzogin, gegenwär- tig zu seyn. Bei dieser Gelegenheit hat sich das Gerücht ver,- breiter, auch der König wolle mit seiner jungen Gemahlin eine Reise nach Florenz, Modena und Turin unternehmen, und von dort allein einen Abstecher nach Paris machen, um seine Tante zu besuchen; indeffrn scheint dieses Projekt ziemlich un- wahrscheinlich. «“ Die hier zur Beförderung vaterländischer „Industrie. gebildeten Gesellschaften, deren Kapital sich fast auf 7 Millionen Ducati («40 Millionen Franken) beläuft, ohne die- jenigen zu zählen, welche vroxcktirt, aber noch nicht von der Regierung auioristrc worden sind, vermehren 1111) fast [eden Monat durch zwei oder drei nene ?lisociaiionen, Banken :c. Unter verschiedenen Benennungen. Aber leider haben sie fast
[ Lissabon zu öffnen.
immer nur Einen Zweek, nämlich armen, benöthigten Beamten, verschuldeten Fabrikanten :c. Geld gegen sehr hohe Zinsen vor- zusirecken, oder um die Sache bei ihrem wahren Namen zu nen- nen, einen privilegirten Wucher zu treiben. Einige wenige machen eine„ kÜhMliche Ausnahme, so z. B. die 50010131 ['ar- 1011011011. die ()()mpuexniu 88118143, von welchen die erstere die Regierung um Abtretung des Sees oder vielmehr Sumpfes von Salpi in Capitanata ersucht hat, der, inmitten der Flüsse Ofanto und Gargano gelegen , sehr oft aus Mangel an Däm- men und Kanälen .die umliegenden Gegenden überschwemmt und die Luft verpeftet. Die Absicht der Gesellschaft ist, diesem Uebelstande abzuhelfen, und, wird ihr Vorschlag angenommen, auch Versuche zur Austrocknung der Sümpfe von Puzzuoli bis Mondragone, im Distrikte von Rola, zu machen, die den Ueber.- schwemmungen ausgesetzten fruchtbaren Ebenen durch neu an- zuiegende Waldungen auf den sie umgebenden Höhen zu schüz; zen, und überhaupt den Gutsbesitzern in den Provinzen zu ]c- der zweckmäßigen Neuerung und Verbefferung die Hand zu rei- chen. Um den oben erwähnten Mißbräuchen ein Ende zu ma- chen, hat die Regierung in einem vor wenigen Tagen bekannt gemachten Dekrete erklärt, sie werde von nun an die, einigen dieser Gesellschaften, geleistete Garantie für die Bezahlung der Beamten, die ihren Sold oft für vier Jahre verpfändet hatten, fortzusetzen fich weigern, Hierauf sind die Accien der beiden Geiellschasten'ßimca srutium'ia und 801302151 (ji 358101173210111 ciii-erze, deren ursprüngliches Kapital für die Artie 70 und 50 Dukati betrug, und von denen die erstern auf 111, die zweiten auf 84 gestiegen waren, in weniger als einer Woche auf 82 und 61 gefallen. -- Die Verbindimgen mit den Provinzen verviel- fältigen sich, So geht nun jeden Morgen eine Art “Schnellpoik von hier nach Avellino ab, die Nachmittags von dort wieder zurückkehrt. Auch auf derneuen Straße nach Rom über San Germano, Isola di Sora, Arpino und Frosinonc, die schon jeßt der gewöhnlichen über Terracina und durch die pontiniscden Sümpfe Abbruch thut, sollen vom 1. Mai an regelmäßige Ver- bindungen mittelst Eilwagen errichtet werden,
Spanien.
Madrid, 1. März. Dcr StaaW-Secrerair hat auf Bc- fehl der Kdnigin-Regentin folgende Dekrete bekannt gemacht: „Da Ich von den Gefühlen der Achtung und Freundschaft, die Ich für “Meinen Erlauchten Bruder Und Oheim, den König der Franzosen, hege, einen „öffentlichen und feierlichen Bewieis zu ge; ben wünsche„ so verleihe Zei) ihm, im Namen Meiner Erlauchten Tochter der Königin Isabelle kl.. die Decoration des Ordens“ des goldenen Vliesses. Gegeben im Palast, am 21. Febr. 18.34.
(Unterz) Die Königin.“
Das zweite, in den nämlichen AUSdrücken abgefaßte Dekret verleiht den Orden des goldenen Vliesses Sr. Majestät dein Kd- nige von Großbritanien.
Ein Dekret vom 25. Febr. erklärt, daß alle Handwerker zu den Municipal-Aemtern, Adels-Titeln und Verivaliungs-Stellen gelangen können; denn sie dienen, heißt es in der Einleitung zu dem Dekrete, in ihrer Stellung der Nation auf eine nützliche Weise, und ihre Handwerke, welche sie ami) seyn mögen, dür; fen kein Hinderniß für sie seiin. „
Der Minister der Gnaden und der Justiz hat an die Bi- schöfe von Calhora, Pampelona und Santander, so wie 9" die Prälaten der verschiedenen geistlichen Orden in den aufruhreri- schen Provinzen ein Schreiben erlassen, worin er sie auffordert, sich in ihren respektiven Kreisen ihres Einflusses zur Wieder- herstellung der Ruhe zu bedienen und auf pünktliche Beobach- tung der Disciplin in ihren Klöstern “zu bestehen.
Was die Organisatioir der städtischen Miliz betrifft, so geht aus einer Arbeit, die in dieser Hinsicht mit vieler Sorgfalt und Pünktlichkeit Statt hatte, hervor, daß es in der Halbinsel 18,447 Gemeinden oder Städte giebt, worunter nur 719 eineBevölkerung von 700 Fenerstellen enthalten, welche Anzahl nöthig ist, um in die Kategorie der Städte zu fallen, wo eine städtische Garde ge- bildet werden soll. Nach dieser Berechnung würde die Gesammt- zahl dieser Garden nicht 42,231 Mann übersteigen, was einen Mann auf eine Bevölkerung von 300 Seelen giebt. Nun aber haben in Murcia und Andalusien die Städte im Allgemeinen eine „Bevöl- kerung, wciche die festgestellte Zahl übersteigt, während dies nicht der Fall in Galizien und den Asturien ist. So müßte die Pro; vin Toledo mit einer Bevölkerung von weniger als 300,1!00 (Tini wo nern 1268, und Gali ien mit einer Bevölkerung von 1.3 WU!- lion nur 700 Milizen sie en. Eben so vcrhäii es sick) in mcheren anderen Provinzen. Die Gränz-Provinz Orenie wird nur 48 "„.?aim einer Invasion Portugals entgegen zu stellen „haben, und Wirklich giebt es von Leon bis Oviedo, und von dort („vis Mondonedo keine einzige Stadt, die bevölkert genug ist, um in der Operation des neuen Systems begriffen zu seyn. Nack) de„i11„alten„Sy|em gabrs nicht weniger als 40 Bataillone K. Freiwilligeii_in der Provinz Burgos, die durch 2 Dcraschements Milizen, zuian_1men aue; 10:3 Mann bestehend, werden ersetzt werden. Aus dieien Tbatmehen geht hervor, daß die neue Maßregel wichriqe Modificationen erleiden muß. Die Regierung scheint, nach einem kurzen Dekret in der heutigen Zeitung zu urtheilen, hievon iiHei'zcugr zuxjélin. Dieses Dekret bestimmt, daß, wenn mehrere benachbarte Städte oder Dörfer durch die nämlichen Civil-Behörden verwaltet wch den, diese Städte oder Dörfer als eine einzige Gemeinde bei der Zählung der Einwohner in Betreff der Miliz betrachterwer: den sollen. Dieses Dekret gestattet ferner, für den nämlichen (Gegenstand mehrere Gemeinden Galiziens und der Asturien zu vereinigen, wenn sie unter der Gerichtsdarkeit eines" und dessel- ben »))?iliz-Tribunals stehen. Der Hauptort iedes Bezirks, wo ein Korregidor, ein Alkade-Maiwr odcr ixiii Inez de „letras für die Justiz-Verwalrung angestellt ist, soll iemeti Iliirheil_ an dem Kontingent liefern, wenn auch seine Bevölkerung unter .*00 Sec- len wäre. _
Die neue Truppen-Aushebung wird, wie ichon gemeldet, aus 25,000 Mann bestehen, und vor der Ziehung„können die Städte und Bezirke ihre Kontingente dadurii) „vrrmmdern, daß sie Freiwillige stellen, für deren Treue die Stader „iind Bezirke wei Jahre lang Bürgsck)a_sc leisten muffin. “*U'lfft das Loos .'delige, so können sich dieie„ durch Zahiiing von 8000 Realcn, oder durch Stellung eines Eriaizmannes, im" den sie verantwort: lich bleiben, lösen. Die„Dicnstzeit ist vom 1. Jan. d. J. an gerechnet auf 8 Jahre festgestellt.
Poi'tugai.
»- «ck Lissabon, 2.3. Februar. Nachdem die Division von ?ilemrejo und ein Theil des vor Porto zurückgelassenen Obser- vations-Corps zu Santarem eingetroffen waren, haben die Ge- nerale Dom Miguels mit ihren vereinigten Streitkräften am 18cm 0. VT. einen fehlgeschlagenen Versueh gemacht, „die Armee unter Saidanha aus ihrer Stellung vorwärts von Eartaxo zu verdrängen und sich dadlll'cl) den "Weg zum Vordringen nach Man kennt hier heute noch nicht alle Details
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