mir aber doch ein wenig zu spät zu kommen, denn man fordert das Haus in Einem Athemzuge auf, sich in die ?xngelegsnheiien ciner Corporation nicht cinzumischcn, weil es eme Universität ist, dagegen aber in die Angelegenheiten einer “anderen C *.*-poka- tion sick) einzumischen, weil sie den Rainen eines medizinischen Kollegiums führt. (Hört, hört!) Es wäre, meiner Isn- sick)t nach, die gröblichsre Ungerechtigkcit, Wenn das Haus den Dissentcrs die Zulassung zU den Universitäten verweigerte und die Sch1vicrigkeitcn,_ welche ihrer Promotion zu akademi- schen Würden im „Wege stehin, nicht beseitigte; „demiegc- scbähe dies, so müßten und würden sie sick) eigens Umversitaten gründen. (Beifall.) Weder die, »))?acht des Senats, 110€!) die des Vorstandes könnte dies verhindern; selbst dieses Haus könnte den Diffcntcrs von England “die Mittel, einen solchen
Plan, wenn sie ihn hätten, ins Werk zx! _sekzi'11,_ mchk MUS?!)- (“BeifallY Ick) bin nicht so furcl)tsaiii_, dak; lch (Gefahr für „Ne i)ci'rsci*,-.*11di Kirche besorgen sollte. (312511, hört!) Ick bin “viel- mehr überchgt, dds; dje Kirchc sick) wett, eher inwieweit M.“.N'“ wenn sie von Mißbräuchen frei wärs. (Z.)öi't, hört!“) Aus 05211111- den der reinsten Anhänglichkcic an die Kirche legi ich Ihnen den Inhalt der Bittsck)rifc ans Herz.“? Herr (Foulbnrn, dei" hieb- ciuf das Wort nahm, ['i-,'!)tetc seM-J Angriffe zunächst gcgsn dre Potition selbst und machte bemcrklici), daß sie nur von zweien unter den 17 Vorsicbern, von 10 unter 25 Professoren und von 11 unter 741 Inspektoren der verschiedenen Universitärs-De- partcmcnts unterzeichnet sei); (1110 11911 0.1 unter 164 Personen. Dann auf den Inhalt dcr Bict1chrisc eingehend, jagte er unter Iäiderem:
[ „Wels)cs sind die von den Oiffcntcrsz'erhybcncn Anforderun- gen? Sie wollen an alley Vorthcilen, Privilegien und Emolumen- ken dcr Univcrfitätcu Theil haben Und init den Mitgliedern der An-
((kanjscl)7n Kirche auf gleichen Fus; gcücllt werden. Da aber die - :*omoiionen dcr Leyteren mit der Dotation de? Kollegien und dir Mitgliedscbaft am Senat eng ziisammciihängen, so ist die Ausschli_e- sung derDiffcnters U11Vek111ktdl1cl1- (Hört!) Wenn c51emals dahin käme, daß die Diffcnters außer ihren ieizigen Vortheilcn auch noch die Zulassung zu akadcmichen Würden und dadurch an der Vekwal- iung der Corporation Thcil erhielten, cs mbchtc nun diese Verän- derung dure!) gewaltsame Einmischuttg des Parlaments oder durch die Universität selbst hcrbeigcführt werden, so ix_)ürdc von_ dem An- genblick an der ganze (Tbaraktcx diescr Nbrpcryclxaftcn st verän- dern. Duri!) die Annahme einer solchen Maßrcgcl wm'de das Haus die Univeriität für cine aklgemeinc Unterrichts: Iinstalt des ganzen Landes, ohne Rücksicht auf die Religion, (hört hört!) erklären, woran alle bhne Ausnahme Then haben würden, und wovon man gcrechtir Weise Niemand ausschließen könnte. Wenn das Haus cinmal dieskn (Mundsaß aufgeücllt hätte/ dann wiki ici) ch'irnmnn fragen, wie es mit dcm Unierricht auf der Unchrsität werden sollte. Der Frcibrief der Unchrsitäi würde durch die vorgeschlagcne Vcrändcrung ganzs umgeüaltct wer- den. Jetzt ist die Univx'rsität ein Seminar für Gelehrsamkeit und religiöse Bildung. Fc!) sche rinigc Herr_cn lächeln, aber wenn ich wirklich ctwas Lächcrlicbcs sage, so Vkl'fÜbkk mich dazu die Besorg: nix?, mit der ich von einer so wicbti cn Angelegenheit, wie die vor- liegende, zu dcm Hause spreche. (F) rt!) Fel) frage die ehrenwer- then Herren, wic man, wenn Wie solche Vcrändcrimg vorgenom- men würde, alle die AUSscHWcis'UUZM des Fanatismus vermeiden wollte") Wie gegen alle dic J-rrtkyitmer de:“? rcligibsen Skrptizismus sicl) verwahren? Sollcn alle Glaixbcnsbck'euntniff: zugelaffcn wer- den, wie will man da die Lehren drr Unitarirr, der Juden und An- derer von dcm UnterrichtI-Smiem ausschließen? Ick) widersetze mich der beabsichtigten Veränderung iiicht als Mitglicd dicses .Heiitsxs, nicht als Mitglied des Senats von Cambridgwsondern alsVater. DleSorgs ffir meinen Sohn erlaubt mir nic13t,il)n der väckficbtöloseanih der Prinz:- pien, von der er in dcr kritiscbfien Pcriodc seines Lebens bcßeckt werden würde, preiszu eben. Ick schk auch auf die Folgen, die für die Universität sklb „ . rung würde in dem vcrwaltcxidcxi„Korper, entstehen, chm er eine kleine Anzahl von Diffcntcrs m ietncm Schoof; hätte, die fortwah- rend Vorschläge zu *.*-inmicn ihrer Gianbcnö-Genoffcn machen würden? Die Vorficünngen und Gesuche von Sciten dcr verschie- denen Sekten würden kein Ende nehmen und bcsiändigc Zerwürf- niffe in den verwaltenden Körber bringen. Ich. Weiß jedoch, „daß die Bittschrift nicht die Gerinnungen der Unrvcrntät ausspricht, und ich hoffe, daß man ihr keine größere Wichtigkeit bcilcgen wird, als sie bei näherer Vergleichung der Zayl der unterzeichne- ten Bittsteller mit der ganzcn Zahl der Unibersitäts:Mitglteder verdient.“
Oberhaus. Sitzung vom 25. In der heutigen Siz- zung wurde auf den Antrag des Lord Cllciiborough die aus dem Unterhause eingebrachte Bill, wodurch der Stadt Stafford das Wahlrecht entzogen werden soll, zum erstenmal verlesen; der genannte Lord bemerkte dabei, daß in diesem Fall die stattge- Habten Mißbräuche so offenkundig seven, daß _er wohl nicht erst nbthig habe, das Haus näher darauf aufmerkjam zu machen.
Unterhaus. Sikxung vom 25. .Bei der fortg-zsekzten Debatte Über die Petition von Mitgliedern der Universität Cam- bridge zu Gansren der Dissenters ließ sia“) unter Andern Herr Stanley für dieselbe vernehmen und gab seine vollkommene, unzweideutige und unbedenkliche Zustimmung zu dem Inhalt der Bittschrift zu erkennen, welche Erklärung von dem Hause mit lautem Beifall aufgenommen wurde. Herr Cobbett aber erklärte sich gegen die Petition, weil sie ihm zu bescheiden und gemäßigt erschien; ihm handelte es sich um die völlige Abschaf- fung der Kirche als eine Staats-Ziistitution, und Forderungen von Dissentcrs, die nicht dies Ziel vor Augen hätten, wollte er nicht für aufrichtig halten. - In der Abend-Sikzung brachte Heri" Spring Rice eine Bill ein, wodurch das Amt "des Recorders des großen Archivs in Schottland abgeschafft Werden soll. Sil" I- Tyrreli fragte den Staats - Se- cretair für die auswärtigen Angelegenheiten, “ob wegen der 1111 vorigen Juii stattgefundenßn Wegnahme von vier Englischen Fischerböten Seitens der Franzo1endie Englische Regierung irgend et,- was gethan habe;_ aUcl) erinnerte er an die kürzlich vorgefallene Ermordung des Englisches Schiffers „Burner. Lord Palmer- sron erwiederte, er 11510"? iel)r wohl, daß jene erstere Angelegen- 1)eic an den Skid- und Ost-Kiisien C'nglands großes Interesse sxrrege; leider aber könne er jetzt Über den Erfolg noch nichts sagen, da die Unterhandlyngen noch schn3ebten; übrigens aber versicherte er, daß die Regierung von der Wichtigkeit der Sache ;;“)urchdrungen sey. Ueber die anderexTxsngel-rgenheic wollte er sich 11icht näher auslassen, weil es eine Sache von sehr unangenehmer “und schwieriger Art sey; doch hoffte er, daß binnen Kurzem Ar- rangements zwischen den Regierungen von England und Frank- reich getroffen werden würden, in Folge deren künftighin kein äynlicher Vorfall mehr vorkommen dürfte. Sir Z. Graham sigte die Bemerkung hinzu, daß bei jenem Zusammentreffen, wobei ein Eng1ändcr das Leben einbüßte, die Englischen Bdte um ein Beträchcliches über die ihnen bezeichnete Gränzlinie ge- wesen seyen, und das; sie also wegen dieser Uebertretung nicht als unter dem Schutz der Britischen Flagge befindlich hätten be- trachtet werden können. Gegen den Schluß der Sißung, die diesmal nur bis halb 11, Uhr dauerte, überreichte derObersrC'vans eine Petition zu Gunsten der Polnischen Flüchtlinge, worin das Parlament um einellnterstükzung fürdieselben et*suchcwird, weil die
daraus ycrvorgchcn würden; dctm welche Verwir- .
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Fonds eines zu diesem Zweck zusammengetretenen Vereins er- schöpft seyen. Der Redner machte bemerklich, daß die Zahl der jetzt in England befindlichen Polnischer: Flüchtlinge nur gering sey und Wahrscheinlich nicht mehr als 100 betrage, daß sie sich jedoch vermehren könnte, weil viele dieser Flüchtlinge aus ande- ren Staaten verwiesen würden und vielleicht ihre Zuflucht in England suchen dürften. Zul" Motivirunq “der Petition fiihrte er an, daß England in mehreren Fällen politischen Flüchtlingen Aufnahme und Unterstüßung gewährt habe, so einst den Hougcnotten, den Französschen Cmigrirten in dir ersten eit dcs [eizien Krieges und im Jahre 1823 den Spanischen Flüchtlingen; dicse Letzteren, meinte er, hätten Zwar ganz besondere Ansprüche auf die ihnen von Staats wegen cwilligten Gcld-Unterstüßungen gehabt, weil sie mit C'ng- land gemeinschaftlich gegen den Beherr*s-.1ckcr Frankreichs gekämpft, aber auch die Polnischen Flüchtlinge könnten Ansprüche an Eng- land geltend machen, weil Lekzkei'cs an dem Wiener TraktatTheil genommen und gewissermaßen die damals in Polen bestehende Regierung den Bewohnern jenes Landes garantirt habe. Er berief sich auch noch auf das Beisviel Frankreichs, Welches, ob- gleich es weder in finanzieller noch in politischer Hinsicht fähi- higer da 11 sev, doch als Grundsatz. festgestellt habe, daß die Pol; nischen x'ii'jchtlinge vom Staate unterstüizt werden sollten. Lord Palmerston qab hierauf“ Folgendes zur Antwort: „Ich bin überzeugt, daß Niemand den Gegenstand, den die „Bittsieller in Anregung bringen, berÜJJren kann, ohne seine innigske Theil- nahme und sein tixfstcs : :itleid mit dem Geschick jener Unglück- licben auszudrücken. (Hört!) Jeder C'deldenkende muß ihre Lage bedauern; aber ein Anderes ist es, solche Gefühle zu hegen und sic auszusprechen, und ein Anderes für Mäm ner, welche die verantwortliche Stellung von ?iniscern der Krone einnehmen, dem Parlamente vorzuschlagen, daß es die öffentlichen Gelder zu dergleichen Zivecken verwenden solle. Ick kann daher dem ehrenwerthen und tapferen Offizier, der die Bittschrit Überreicht hat, keine Hoffnung machen, daß die Regierung i'. ONajesrät sich für befugt halten dürfte, dem Hause eine Bewilligung öffentlicher Gelder für jenen traurigen Zweck in Vorschlag 11 bringen. Mit den Fällen, Wo solche Bewilligungen von taats-Geldern geschahen, verhielt es sich ganz anders. Was die Spanischen Flüchtlinge anbetrifft, die in diesem Lande eine Zuflucht suchten, so weiß man sehr wohl, daß dieselben während des Krieges auf der Halbinsel mit der Briti- schen Armee zusammen gekämpft hatten, und daß die meisten davon deshalb aus ihrem Vaterlande verbannt warden, weil sie dazu behülflick) gewesen waren, die Feinde desselben zu ver- treiben, und weil sie uns die Macht, mit der wir Krieg führ- ten, hatten bekämpfen helfen. Der größte Theil derjenigen Flüäslinge, welche in der ersten Zeit des Französischen Krieges nach England herüberkamen, wurde von der Regierung nach eben demselben Grundsatze unterstützt. Dies war namentlich mit den Flüchtlingen aus Toulon der Fall, und mit denen, die unter dem Namen der Condéschen Pensionairs bekannt sind, ich meine die, welche in der Armee des Prinzen von Condé gedient hat- ten. Zeh bestreite es nicht, das; unsci'e Küsten jederzeit den Unglücklichen und Unterdrückten aller Länder offen seyn und daß wir sie aufnebmen und beschükzcn müssen, aber das kann ich nicht einsehen, daß wir ihnen außer diesem Schu1z auch noch Geld-Unterstüizun en müßten Zustießen lassen. Ich gebezu, daß der „Betrag einer soi )en Unterfr! [zung im vorliegenden Fall nur ge- ring seyn würde, aber wenn der Grundsatz einmal aufgestellt wäre, daß wir unglückliche Fremdlinge, die aus politischen Ur; sachen unsere Küsten aufsuchen, aus Mitleid mit ihrer Lage unterstützen müßten, so möchte cs schwer seyn, in anderen
ähnlichen Fällen, wo unser Mitleid ebenfals in Anspruch ge-
nommen werden dürfte, einen Unterschied zu machen. Ueber- dies, wenn auch die Zahl der jetzt hier befindlichen Polen nur gering ist, so giebt es deren doch noch eine sehr große Menge in andern Theisen Europas, die auch aller Unterhalts- Mittel beraubt sind, und ich sehe nicht ein, nach welchem Grund- saß wir dem einen Theil cine Unterstiitzung bewilligen und sie den Andern, die gleiche Ansprüche daranf haben, weil es" ihnen ebenfalls an SubsisienzxMitteln fehlt, verweigern könnten. Es ist Wahr, daß C'ngland einer der .kontrahirenden Theile bei dem Wiener Traktat war; deffenungeachtct sehe ich nicht, wie uns dies ein Recht zu einer bewaffneten Einmischung hätte verlei- hen sollen, um dem Laufe der Creignisse in Polen eine andere Richtung zu geben. Ich kann mit dem ehren- werthen und tapferen Oberst nicht in der Ansicht übereinstimmen, als fände sich irgend etwas in dem Wiener Traktat, wodurch wir verpflichtet würden, diejenigen, welche wegen des Ancheils, den sie an dem Kampfe gegen die Russische Regierun in Polen nahmen, verbannt wurden, mit Geld zu unterst ßen. Ich halte es daher für meine Pfiicht, mich jedem Antrags auf Bewilligung einer Unterstützung für jene unglückli- chen Verbannten von Seiten des Parlaments zu widerselzen, aber Wenn ich dies auch thus, so meine ich damit nicht, daß das Parlament ähnlichen Gesuchen verschloffen bleiben müßte. Nachdem noch die Herren O'Connell, Thomas Artwood und Lord D. Stuart zu Gunften der Petition gesprochen und ihre Besorgnisse vor dem überhandnehmenden Einfluß des Rus- sischen Kabinets ausgedrückt hatten, wurde die Bittschrift auf die Tafel des Hauses niedergelegt.
Londdn, 20. Mäyz. Se. Königl. Hoheit der Herzog von Sussex leidet seit zehn Tagen an einem heftigen Anfall von der
Influenza. Gestern war der Herzog etwas besser, und heute hat das“ “Fieber nachgelassci.
Der Herzog von Richmond, dci“ Marquis von Lansdown, der Graf von Ripon,“ die Lords Melbonrne und John Russel und Sir James Graham hatten gestern Unterredungen mic Lord Althorp; Letzterer befindet sich in der Besserung.
Die Times sagt: „Die feste Versicherung, welche Herr Stanley in der gestrigen Sißnng dcs" Unterhauses abgab, daß er und seine Kollegen eine liberale und versöhnende Politik zu Gunsten des großen Körpers der Englischen Dissenters befolgen und unterftälzen wollen, hat in Verein mit den vom Grafen Grey und von Herrn Spring Rice bei dersejben Gelegenheit kund gegebenen Gesinnungen die Besorgnisse nicht nur der Dis- senters, sondern aller leidenschaftlichen Männer im ganzen Lande, daß wenig oder nichts von wirklichem Werth für die leidenden Theile gethan werden möchte, fast ganz verscheucht und den Mi; nistern die öffentliche Achtung wieder verschafft, die ihnen Lord John RusseU's kümmerliche Bill geraubt hatte.“
Die Literary Gazette theilt über Landers Expedi- tion zur Aufsuchung der Quellen des Niger bis zum 5. Ja- nuar folgende Nachrichten mit: „An dem genannten Tage be- fand fick) Lauder mit dem Kriegsschiff „Curlew“ (Schnepfe) auf seinem Wege nach Kap Coast Castle, in der Absicht, sich für die Märkte im Innern des Landes mit einigen Sorten branch- barir Geräthschaftcn zu versehen, mit denen er nicht hinlänglich
versorgt zu seyn glaubte. Ging sein Vorhaben in Bezug hieraus glücklich von statten, so war seine Intention, nach der ündun des Nun zurückzukehren, von dort den Niger zum dritten Male hinauszuschiffen und wo möqlich his Boussa auf demselben vorzudringen. Vorläufig hatten Lauder und der Lieutenant “Ju, len auf ihrer lehren Rückkehr nach der Küste auf dem eisernen Dampfboot die große Falatah-Stadt Raabah oder Rabba glück, lich erreicht, und in dem Verlauf von dreizehn bis vierzehn Ta- gen mit den Einwohnern derselben einen freundschaftlichen Ver- kehr, so wie ihrerseits vortheilhafte Handels-Geschäfce angeknüpft, Die Tiefe des Wassers betrug in dieser Gegend zwischen Wei bis drei Faden, und so weit das Auge rings umher reichte, schien der Niger, der hier einen majestätischen und wahrhaft imposan, ten Anblick bot“, von Felsen und sonstigen Hindernissen befrejx Zene bedeutende Stadt wird theils von Felatahs, theils von N„ gern bewohnt, und entspricht in Hinsicht ihrer Größe, ihres Neich-' thums und ihrer Bevölkerung durchaus den Erwartungen, die man davon hegte. Auch einige Tuaricks von den Gränzen der Wüste, und andereArabcrsahman in dcnSiraßen von Rabbah. » Von ebenso wichtigem „Interesse ist die Fahrt unserer Reisenden auf den Tschadda, den sie bis auf 150 Meilen von seiner VereinigUng mit dem Niger'hinauffuhren. An dieser Stelle, so wie in einiger Entfernung ober; und unterwärts trafen ste auf mleere Zn. seln; der Fluß selbst wurde v-erhältnißmäßig seichter , ald breit, bald schmal, je nachdem er sich in Arme theilti. Spuren von Bewohnern fanden fich an seinen Ufern nicht, und Lauder sah sjch nebst seinenvortrcfflichcn (Genossen aus ONangel an Nahrungsmitteln zur Rückkehr nach dem Niger gcnöthigt. DieAeußerungen der Ein- gebornen dieses Landestheils stimmten sämmtlich in der Angabe überein, daß der Tschadda mit dem See Tschad im Innern Afrika's zusammenhängt. Sie gaben dies nicht als eine bloße Vermuthung," sondern als" eine allgemein bekannte und keinem Zweifel unterliegende Thatsache an. Auf einer kleinen Znselun- fern von Atta hat Lauder eine Art Fort von Lehm-Wänden er- richten“ lassen, welches auch zu einem Depot für Britische Wau; ren dienen kann. Der Plaß ift „C'ng'ands Insel“ benannt und bietet einen bequemen Anknüpfungspunkt für den Handel in diesem Theil des Landes. Der König von Atta, welcher eine besondere Zuneigung zu Lauder 11 haben schien, hatte ihn mit vier kleinen, aber sehr s önen Pferden beschenkt, die er glücklich nach Fernando Po gebracht hat. Der arme alte Pasko, der Schwarze, welcher den Leichnam Belzo- ni's verbrannte, isi gestorben. Er hatte die letzte Fahrt nach dcm Kap Coast Castle mitgemacht und starb auf dem Niger nach einer kurzen Krankheit. „Durch die während der ganzen Zeit an dem Niger und dem Tschadda angestellten Beobachtungen hat der Lieutenant Allen der Wissenschaft wichtige Dienste geleistet. Er wird nächstens von der Küste Afrika's zurüok erwartet. Lau- der hat jedes Anzeichen seiner lekzeen ernstlichen Unpäßlichkeit verloren und blickt wiederum so muthig um sich, wie ein Araber. Cr trägt einen langen, bis über die Brust reichenden Bart.“ Von den Leewardstnseln smd Nachrichten bis Blum 20. Februar hier eingegangen“; es war daselbst Achs ruhig; n.- tigua und die dazu gehörigen Inseln hatten sich c'cboten, ihre Sklaven freizulassen, die Arbeitslustigen darunter zu beschäftigen und für den Unterhalt der alten Sklaven zu sorgen, unter der Bedingung, daß der Jnsel-Zoll aufgehoben würde; in diesem
Fall Wollten sie auch auf ihren Antheil an der bewilligten Ent; .
schädigung der 20 Millionen Verzicht leisten.
Auf dem Mississippi ist schon wieder ein Dampfboot, der ; „Missourian“, durch Platzen des Kessels verunglückt; es sind *
dabei (50 Menschen ums Leben gekommen,
-- » London, 25. März. Das Parlament wird sick) am nächsien Donnerstag bis nach Ostern vertagen. Unglücklich» weise isi Lord Althorp schon seit einigen Tagen unpäßlich, was die Erledigung mancher Geschäfte vekhinder: hat, die man noch gern vor Ostern abgemacht hätte. Unter Anderem geht es so mit den Vorschlägen welche die Regierung hinsichtlich der Umtau- schung des Zehnten in England zu machen gedenkt, und die nun wieder auf nächsten Mittwoch verschoben sind, was aber wahr- scheinlich macht, daß dieser wichtige Punkt bis nach Ostern un- erörtert bleiben wird. «» Die Ueberreichung der in meinem [eß- ten Schreiben erwähnten Bittschrist eines Theiles der Mitglie- der der Universität Cambridge hat in beiden Häusern zu bedeu- tenden Debatten Anlaß gegeben, wobei natürlich ein Theil sich eben so viel Mühe gab, die Wichtigkeit der Unterschriften zu erhöhen, als der andere sie zu verringern suchte. Um den Gegenstand aber gan zu verstehen, muß ich Ihre Leser etwas näher mit der erfassung unserer Universitäten bekannt machen. Jede der beiden Universitäten besteht aus einer Anzahl sogenannter Kollegien und Hallen, deren jedes sein Oberhaupt und„eine Anzahl Mitglieder (161101112) hat, Ein jedes solches Institut bildet eine unabhängige Corporation, mit deren innerer Verwaltung und Lehrart die Universität als ein Ganzes nichts zu thun hat. Es sind tneisientheils Stiftungen aus der katholischen Zeit; doch sind auch viele seit der Reformation gegründet wor- den, und fast alle haben die Anzahl ihrer Fellows durch Gaben und Stiftungen aus dieser späteren Zeit vermehrt; so daß nach dem siren sten Recht die Dissenters und Katholiken ** wenn es ja bis daéin kommen sollte - nur auf einen Antheil an deme- nigen Wirden und Einkünften Anspruch machen könnten, welche aus“ der katholischen Zeit herrühren. Denn das, was die Mitglieder der protestantisch-bischöflichen Kirche zum Besten dieser Kirche gestif- tet haben, muß billig deren Anhängern bleiben, da ja noch vor kurzem die Trinitarier-Disscntcrs nach eben diesem Grundsakz den Unitariern mittelst gerichtlicher Entscheidung eine Stiftung entrissen,*welche vor etwa 100 “ ahren von einer Dame gemacht worden, die sich ur Trinitäcs- ehre bekannte und folglich keine Stiftung zum Besten einer Lehre gemacht haben konnte, welche der ihrigen gänzlich zUwider lief. - Aus den Fellows werden die Professo- ren und Docenten (111101'8) gewählt. Die Häupter der Kolle- gien und Hallen aber (118365 0111011885) bilden das Caput oder Haupt der Universität, welchem unter Anderem auch das Vor- recht zusteht, den Senat zu berufen, der unter dem Vorfiße des Vice-Kan lers alle Gesammt-Angelegenheiten derUniversität ver- waltet. J.Hewöhnlici) wohnen dem Senate nur die Heads und Fellows bei; in außerordentlichen Fällen aber hat jeder Magister und Doktor, der je auf der Universität promovirt hat und seinen Namen in deren Verzeichniß stehen gelassen, Siß Und Stimme darin. Dieser Tat die Universität Cambridge aber nun Über 4000, gegen welche '[nzahl jene 63 freilich nur eine Handvoll find; auch bil- den sie mit dem Senat, im engsten Sinne genommen, kaum ein Drittheil. Bedenkt man aber, daß man fürs Erste nur die Un- terschriften derer gesucht, Welche die eigentliche Univerfität bilden- daß unter diesen die meisten alte Leute sind, die sich nicht leicht aus ihrer alten Ideenbahn herauszureißen vermögen, und ferner, daß erst so kurze Zeit seit der Parlaments-Reform verfiossen ist- ohne welche an eine solche Veränderung gar nicht zu denken war - so haben die Unterstüßer des Vorschlages allerdings recht-
" die Dissenters sich
, liege, beibehalten würden.“
wenn sie auf bis Bittschrift ein großes Gewicht legen. Diese Schrift selbst ward Ihren Lesern am besten sagen, was man ei- entlich verändert Wessen w1ll;genUg, es soll durchaus nichts an 'der Verfassung der, einzelnen Kollegien, nichts in dem Lehrplan und der Disciplm der, Universität berührt werden; man verlangt nur, daß denjenigen , welche an der Universität udirt haben, Sewassins halber die Belohnung nicht abgeschnit- ten werde, welche die Universität durch die Titel von Bacca- [aureus/ ngifter und Dokwr der Medizin-gewährt, und welche um so wichtiger sind, da Niemand Mitglied unseres är tlichen ollegiums werden kgnn, der nicht an einer der beiden andes- Universitäten promovirt hat, und diejenigen, welche sich dem Stu.- dium der Rechte widtfnenx durch einen akademischen Grad zwei Jahre an ihrer Studierzettgewmncn. Alles dieses wurde" durch die Lords “Erst) und Brougham im Ober- und durch Herrn Spring Rice tm Unterhause aufs bxste auseinandergeßßt. Sie bestanden besonders auf dem Grundjakz, daß keine Beichränkung
: oder Ausschließung in irgend einem öffentlichen Institute statt-
finden müsse, außer solchen, Welche die höchste Nothwendig-
“ keit gebiete; daß hier k_eine solche Noihwendigkeit vorhanden sry * und die Kirche, weit entfernt, durch dieje Nachgiebigkeit irgend eine “ Gesahi'zu laufen, nur dadurchgewinnen könne. DieinihreniSchoße _ und unter ihren Flügeln erzogenen Jünglinge der anders glaubenden Sekten würdeti aufhören, sie mit Haß u betrachten, die Anhänger .: verschiedener Kir_chen würden durch die ?
€ m den Jugendjahren einander lieben und achten lernen; und . am Ende würde der Staat unter den Sektirern mehr Bürger- treue ßnden, weil die mit demselben verbundene Kirche ihnen .": nicht mehr in ihren bürgerlichen Verhältnissen im Wege stehe. ' „„Auf der anderen Scite aber sprachen vornehmlich der ?erzog “von Wellington und Herr Goulburn gegen die Bewi igung
rcundschaftliche Berührung
der Bitte; da man sie als die Organe der Ausschlicßungs-Partei ansehen muß, so ist es wichtig, ihre Gründe genau zu erwägen,
obgleich der Herzog bei einem ihm so fremdartigen Gcgenstande “ fich nicht so klar auszudrücken wußte, wie gewöhnlich. Die Meinung auf dieser Seite ist, daß die Zulassung von Anders-
[aubenden in dem Senat Verwirrungen jeder Art anrichten würde, da man entweder den Glauben jeder Sekte öffentlich lehren odcr allem religiösen Unterricht entsagen müßte, so daß diese Institute, bisher Seminarien der bischöflichen Kirche, zu hohen Schulen fürs ganze Land herabsitiken würden. Da 1e-
* doch die Einrichtung getroffen werden könnte, da[“; der Eid noch
immer für diejenigen beibehalten würde, die aufSikz und Stimme
im Senate Anspruch machen, so wäre allerdings jenen Gefah-
ren vorgebeugt, weil Lehre und Zucht dann noch immer in den Händen der Kirche blieben. Man weiß aber recht gut, daß hiermit nicht zufrieden geben, sondern nicht eher ruhen würden, als bis sie mit der Anglika-
n.ischen Kirche ganz gleich gestellt wären, und eben deswegen
macht man ihnen diesen ersten Schritt Won streitig. Dabei
:“ aber wäre LZ" wünschen, daß man sich konsequent zeige Und is)-
nen keine indernisse bei der Stiftung eigener hohen Schulen
,- in den Weg lige, wie die Universität Oxford, welche dagegen .*: Einspruch MMW daß die Krone der Londoner Universität das ' Rkchk gestatte, gleichnamiger-ade zu erthcilen. Denn am Ende = macht es ja nicht der gleichnamige Titel , sondern die ONeinung
aus, weiche die Welt 'mit einem solchen Titel verbindet. Der- gleichen ist kleinlich und gebildeter Männer unwürdig. Niederlande.
Aus dem Haag, 27. März. Die zweite Kammer der Generalffaaten wird am 1. April wieder zusammentreten und
7 eine öffentliche Sißunq halten.
Durch Dordrechkkamen heute eine Anzahl Reitpferde, die
' zu dem Marstall Sr. Königl. Hoh. des Prinzen von Oranien
gehören und von Tilburg nach dem Haag gebracht wurden. Es
sollen sick) darunter mehrere befinden, die noch vor Kurzem in
Tervueren (bei Brüssel) waren und mithin bei der leßten Ver-
steigerung dcr scquestrirtcn Pferde Sr. Königl. Hof). verkauft wvrden sind.
B e l g i e n. Brüssel, 27. Mär. Einer Verfügung des Kriegs-Mini-
_Ü' sters Ifolge, hatten die »..Tilizen der Klassen von 1827 und 28 : eine
?Diese Bestimmung ist aber jetzt zurückgenommen worden , und müssen fick) jene Milizen am 1. April bei ihren resp. Corps * einfinden.
crlängerung ihres Urlaubs bis zum 1. Juli erhalten.
* Aus Antwerpen meldet man vom 26sien d.: „Die Bri-
„ gantine „Kongreß“, an deren „Bord die Flagge des Komman- ., danten weht, isi heute die Schelde hinab bis Calloo gefahren, ; wo die ganze Flotille, mit Ausnahme einer Kanonier-Schaluppe, ; die sich bei Reck als Vorposten befindet, jeßt besteht das Holländische Geschwader auf der Scheide aus ;; 25 Kanonier-Schaluppen, wovon 5 zu Lillo, 10 zu Bark) und “Y 10 zu Terneu en liegen, wo sich auck) seit einigen Tagen die Korvetten „O)sedusa“ und „Proserpina“, jede von 2-2 Kano- * nen, befinden.“
stationirt ist. Bis
D e u t sch [ a n d. Dresden, 27. März. In ihrer fortgeseiztcn „Berathung
“ über die Errichtung der Kreis-Directionen faßte die erste Ka 111- mer endlich folgenden Beschluß: von der Regierung einen Plan über die Bildung der Behörden der kirchlichen Angelegenheiten 7 ZZ erbitten, bis dahin aber auch ihre Erklärung über §. 8 des
[ans wegen Errichtung der Kreis-Directionen zu suspendiren
J Und zugleich unter der bereits beschlossenen Erklärung, daß man dafür halte, es könne eine Abschaffung der Konfistorial-Verfas- ] sung nicht ohne Genehmigung der Stände eintreten, darauf an- Jtragen, daß der vorbehaltenen Erklärung ungeachtet die Kreis-
irectionen eingerichtet würden, inzwischetpauck) dic Konsistorien
sortbeständen, und,mitAusnak)me der bereits beiandererGelegenheit ; heschlojsenen Abänderungen ihres Wirkungskreises, ganz in ihrem bis.-
erigen Geschäftskreise verblieben. Se. Königl. Hoheit P r i n z J o - ann stellte hierauf den Antrag, man 1olle entweder vereinigt
„ mit der zweiten Kammer, oder, falls sie von ihrem Beschlusse „mcht abgehen ivolle, allein sich dahin aussprechen: „Man ver,- : Möge sich zur Zeit für den §. 8 nicht 'zu erklären, da man Über-
haUpt die gänzliche Aufhebung der Kon ie'corial-Verfaffung bedenk-
„* lich finde, und wünschen müsse, daß kollegiale, aus geistlichen und *iveltlichen Mitgliedern zusammengesekzre Behörden, welchen die
B?sorgung der innern und äußexn Kirchen ; Angelegenheiten ob- , Dieser Antrag wnrde, mit einigen odificationen von Seiten des Antragstellers selbst, angenommen.
München, 24. März. In der heutigen fünften Sitzung
der Kammer der Abgeordneten war die Berathung über den Gestß-Entwurf, betreffend die Einstellung der Vindica; »tionen der Gerichtsbarkeit an der Taqesordnung. Die-
ses Gesexz ward durch die Stände des Jahrs 1831 bei Gele-
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genheit der Berathung des (Gesetzes gewünscht, wonach sol- chen Gutsherren, welche die Gerichtsbarkeit an den Staat ab- tretin, das Recht der Standschaft verbleiben soll. Der neue Cniwurf besteht eigentlich nur aus zwei Artikeln, tvelche festießen, daß in den Fällen, in welchen die Berechtigung zur Ausübung der Gerichtsbarkeit nach dem 20. O)?ai 1818 nachgesucht, und sofort in Gemäßheir des sechsten Edikcs zur Verfassungs-Urkunde durch ein vom König unter eich; netes, vom einschlägigen Minister kontrafignirtes Rekkript bestätigt worden ist, eine Fiskal-Vindication nicht mehr stattfin- den, jondern die anhängigen Prozesse niedergeschlagen werden sonen, mit Ausnahme derjenigen Fälle, wo die Gerichtsbarkeit über Grundholden des Staats oder über solche, die vier Stun- den vom Gerichtssilze entfernt seven, angesprochen wurde. Ferner soll (Art. 2) der im Arr. 11 des Geschs über die Rechrs-Ver- hältnisse dcr auf die Gerichtsbarkeit ver 1chkéndc11 Gutsherren vom Jahre 1831 enthaltene Vorbehalt der “tandschasr auch denen zu Theil Werden, welche im Jahre 1806 sich im Befiße dci" Girick)ts- barkeic befanden und dieselbe vor dem Gcseße von 1831 ohne ii“- gend einen Vorbehalt an den Staat abgetreten haben. Der zweite Präsident v. Korb entwickelte den Ziveci? des Entwurfs, Welcher dahin gehe, die vielen vom Fiskus echoben-cn Bindications-Prozeffe nicderzuschlagen. DieslasseficlwollkonimmTechtlicl) begründen. Die Verfassungs-Urkunde habe keine Rücksicht auf frühere Provin- zial-Rechte genommen, sie habe allgemeine staatsrechtliche Be- stimmungen aufgestellt, die auch allgemeine Geltung findeii, und namentlich bei der Frage über die Gerichtsbarkeit ent- scheiden müßten. Auf diese Weise sey bis zum Zahre1826 die Verfassung ausgelegt, und vielen Gutsbesikzcrn die Gerichts- barkeit bestätigt worden. Erst im Jahre 1826 habe der Staats-Rati) den Grundsatz, geltend-gcmacht, daß die Berechti- gung zur Gerichtsbarkeit nach den ehemaligen Provinzial-Staats- Rechten zu ermessen sey, und dies habe den Fiskus zu Erhebung von YindicationsxProzessen auch gegen solche Gutsbesitzer ver- anlaßt, Weichen, in Folge des 6ten Edikts zur Verfassunng-UW kunde, das Reck)? der Gerichtsbarkeit bereits bestätigt gewesen sey. Allein da die Regierung in Folge des 9". 40 zum (Iten Edikt die Ansprüche nur nach vorgenommener Prüfung geneh- migt habe, so lasse fich dieses neue Verfahren der Vindicaxioncn keincsichcs rechtfertigen; denn hierdurch würde der Fiskus noch ein größeres Recht als selbst das der O)?indcrjährigen erhalten. Cs liege daher nicht im Vortbcil des Adels allein, sondern es 1ey_ den allgemeinen Grundsätzen der Gerechtigkeit angemessen, dax; diese Prozesse niedergeschlagen würden. - In gleichem Sinne sprachen mehrere andere Abgeordneten, dercn Einige sich gegen die Ansicht verwahrten, als werde die Patrimonial ; Ge; richtsbarkeit nicht eben so gut gehandhabt, als die des Staats. Der Entwurf wurde sch1ießlici) mit bedeutender Mahrheit (ge- gen eine Minorität von 10 Stimmen) angenommen.
München, 26. März. In der hiesigen Zeitung liest man: .„Neuerdings hat fich wieder das Gerücht verbreitet, daß die in der Schweiz befindlichen Polen, im Verein mit einigen andern politischen Abenteurcrn, in die Deutschen Nachbar-Staa- ten einzufallen und insbesondere beabsichtigten, sic!) in den Besiiz der Stadt Lindau zu setzen. Obwvhl nun ein solches Unterneh- men an und für sich als rein wahnsinnig und lächerlich erschei- nen muß, auch Lindau fick) ohnedies vollkommen im Stande be- findet, einem solchen Angriffe nach Gebühr zu begegnen, verneh- men wir doch aus ganz zuverlässiger Quelle, daß für jeden mög; lichen Fall die dortige Garnison noch eine hinlängliche Verstär- kung erhalten hat, und Vorfichts-Maßrege1n angeordnet worden sind, welche einem Unternehmen der angedeuteten Arc noch ein ganz anderes Ende bereiten dürften, als das, Welches der saubere an gegen Savoycy genommen. Wie lange aber wird man ein Paar Schwsizer-Kantoncn noch verstattcn, die Ruhe aller an; gränzendcn Staate-n auf solche Weise täglich zu bedrohen, sie im tiefsten Frieden den Einfäljen einer räuberischen Horde von Meu- terern bloszusiellen, und alle Grundsätze des Völkerrechts, auf welchen das sociale Gebäude von ganz Europa beruht, höhnisch mit Füßen zu treten?“
München,_ 27. März. Sc. Majestät der König haben heute die Fußwa1chung der 12 Greise vorzunehmen geruht. Der erste dieser Greise war 101), der letzte 86 Jahre alt. Die 12 Männer ']zusammen waren 1087 Jahre alt.
Im N können die bestimmte Nachricht mittheilcn, daß [);-. Hepp aus Neustadt an der Haardt, welcher am 26. Februar in der hiesi- gen Frohnveste angekommen war, vorgestern aus derselben ent- lassen worden ist. Den Kompetenz-Konfiikr, dessen Verhandlung bekanntlich von dem Cassationshofe neulich auf den 16. April vertagt warde, hat nämlich das Apellations ; Gex richt in Landshut, wohin die Akten inzwischcn versendet worden waren, dahin entschieden, daß das hiesige Kreis; und Stadt-Gericht nicht kompetent, und Verhafteter daher alsbald in Freiheit zu seßen sey. Die Verhaftung des genannten prak- tischen Arztes geschah auf eine Ordonnanzxdes Obcr-Appcüations- Gerichts, obgleich !)1'. Hepp mit devSache dcr wegen Hoch- verraths in hiesiger Frohnvcske befindlichen Individuen nicht im Entferntesten complicirc ist; eine Theilnahme desselben an dem Rhein-Bayerischen Frauen-Vcrein, und andere zufällige Umstände, sollen Veranlassung dazu gegeben haben.“
Stuttgart, 20. März. (Allgemeine Zeitung.) Ein Gegenstand, Welcher gegenwärtig dcn gebildeter: Theil unseres Publikums sehr lebhaft beschäftigt, ist der Nachdruik. Be- kanntlich find bis cht die so. bittern als gerechten Klagen cin- zelner Schriftsteller und Verleger, eben so die wiederholten An- träge in der Stände;Versmmnlnng anf!“ Verbot jenes Raub- Gewcrbes vergeblich gebliebcn; chr abcr beabsichtigt anscheinend zuverlässigen Nachrichtcn zufolge, die Staats-Regicrnng, der nächsten Stände-Versammlung endlich einen Gcscßcs-Cncwul'f gegen den Nachdruck“ vorzulegen, und es ist sicher anzuneh- men, daß die Stände mit Freuden dem ?[tttmqe entgegen- kommen werden. *Das ist um so mehr zu wünschsn, als die Folgsn der noch bestehenden Schukzlosigkcit sick) iäleici) greller entwickeln. Während sich früher in der großen Mehrzahl nur Menschen, die an Geld und Reputation gleich arm waren, mir NachdrUcken abgabcn, und es namcntlich fast unerhört war, daß einem Württembergischen Schriftsteller oder Vcr- legcr von einem Landsmanne etwas nachgedruckt wurde, ist es nun dahin gekommen, daß nicht nur ohne Rücksicht auf die Landsmannschaft geplündert wird, sondern das; Personen, die einem geachtetcn Theile der Gesellschaft angehören, ihr Kapital zu solchem unehrenhasten Gewinn verwenden. Hat doch sogar ein aktiver Staats-Beamter jüngst die Stirne ge abt, sich mit Namens-Unterschrift als Nachdrucker zu bekennen. Um diesem Treiben möglichst entgegen zu wirken, haben sick) nun in der jüngsten Zeit viele Betheiligte zu gemeinschaftlichen Anstren-
rnberger Korrespondenten liest man: „Wir .
gungen verbunden. Die Erklärung der zwölf Stuttgarter Buck); handluygen isi aus den öffentlichen Blättern bekannt. Die sämwtltchen soliden Buchhandlungen in den andern Städten des Landes iperden sich, wie verlaucet, diesem Vereine anschließen. GE. en einen einzelnen bestimmten Nachdruck“, jenen oben be,- zet neten BLUMEN- ist der Verfasser der nachgedruckcen und verstümmeltcn Schrift, Professor Mohl in Tübingen, angc- treten, und hat erklärt, alle legalen Mittel, welche seine Kennt- niß M' WÜkkWMbkkgischen Geießgebung ihm an die Hand gebe, zur Wahrung seines Rechts anxuwendcn. Diese gleichzeitigen Schritte haben nun die öffentliihe Aufmerksamkeit auf sich ge- zogen, und wenn vielleicht bisher da und dort noch Einer dem unredlichen Gewerbe nicht eben abhold war, so hat namentlich die Frechheit und Znsolen , mit welcher einige Nachdrucker den von ihnen mißhandelten erfaffern und Verlegern noch begeg- neten, und welche einer derselben, der bekannte Mäcken in Reut- lingen, so weit trieb, daß er mit einer äscimatorischen „Mage Jeden zu belangen drohte, welcher sies) » man denke - erlaube, den Nachdruck für eine ebrlose Handlung zu halten, den allge- meinsieti Unwillen erregt, imd einen solchen Blick in den mora- lischen Zustand dicscrLeute Thun lassen, daß die zum Widerstande Gerüsfccen jetzt einen sehr mächtigen BUndes-Gcnoffen in der Öf- fentlichen Meinung erhalten haben.
Darmstadt, 27. “März. Das heut erschienene Regie: rungstlatc Nr; 32 enthält; 1. eine Bekanntmachung des Mi- nisteriums der “Finanzen,. dic DJTiinz-Verl)ältnissc in den Staa- ten des großen ZoU-Vereins bitrcffcnd, worin der OJTÜnz-Werti) festgescizt ist, nach welchem die Dünzen der Vereins - Staaten an den Zoll-Aemrern angenommen Werdcn sollen, bis diese Staa- ten Über ein gemeinschaftlisches Münz-Sbsrem übereingekommen senn werden. 2. Eine Bekanntmach1mg desselben Ministeri- ums, die Ansführung des Art. 8 des ZoUvei'einigmigs-Vertrags vom 22 März 1833, wegen Kontrolirung des Waaren-Ueber- gangs aus den Königreichen Bayern und Württemberg nach den übrigen Vereins-Staaten Und umgekcbrt, insbesondere die Anmel- dung derjenigen Gegenstände betreffend, welche einer Trimix Steuer oder ?lusgleichungs-Abgabe unterworfen sind, nebst einem Verzeichnisse der Land: und Wasserstraßen, welche nach Art. 15. des Zo[lvereinigungs-Vcrtrags vom 22. März 18.33 für den Un- mittelbaren Uebergang von Handels-Gegcnständén aus den König- reichen Bayern und Württcmberg Über die Gränzen des Groß- herzogthums .Hesscn nach dem Großherzogthum und nach den an- dern Staaten des Gesammtz-oll-Vereins und umgekehrt, bekiitnmt und einzuhalten smd.
Frankfurt a. M., 28. März. Dei“ hiesige rühmlichsi be- kannte praktische Arzt [):-. de Neufville feierte heute sein 50jäh- rigcs Jubiläum.
Die gegenwärtige Oster*-I.)2effc läßt sich hier ungewöhnlich still an und die gegenwärtige sdgenannre Geleits-Woche, in der sonst die meisten Geschäfte zenmcl): wurden, unterscheidet sich kaum durch einen etwas lebbaftern "V rkel)r.
Am vorigen Sonnabend maszxe wiederum ciner Unserer“ po- litischen chulpaten cinen Vsrsch) zUm Entkommen, der ;edo-ck) scheiterte. Auf dem Wege von N-menthurm nacb der .Konstab- ler-Wache, Wohin er unter polizeilicher Bedeckung gebracht wurde. wollte er dieser entspringen, wm'd- «bei- bald wieder aufgegriffen.
Oeßerxeich.
Wien, 1.0. PTärz. Die Psy? ans Konyiantinopei ist an, gekommen; die Briefe sind aber,“ noch nicht alle ausgetheiik; die wenigen, welche der Handeissr-Wd erhalten, sind von keinem In- teresse. Achmed Pascha wurde in dcr Haixpcstadc erwartet. C'r soll seinen Weg :"“.ber Odeffa genommen liaben, um sici) dort cin- zuschiffen. Die Russische '.),[dmii'aiitiic War schon früher benach- richtigt worden, ein Liuisnscbiff in Bereitschaft zu halten, falls“ der Türkische Bevollmächxigte über Odessa gehen sollte. Bei Achmed Pascha's Abreiss von Petersbnkg war dies noc!) nicht entschieden, da er in Moskau „Briefe von Konstantinopel VN'zU“ finden hoffte, welche ihm vorsißreiben würden, ob er den Weg übek Odessa oder durch die Fürstentbümcr zu nehmen habe. Gescbähc Leizteres, so erschicnc die definitive Ernennung der Hos podare in Konstantinopsl als bxsthkossxn, nachdem Achmed Pascha als Commissair bezeichnet wird, de': die Eiii',"cl§ung der HoSpd- dare von Sitten der hohen P:“or-“e vornehmen solle.
Es heißt, der hiesige Französische Botschafter, Graf von Ski". Aulaire, werde Anfangs Mai einen Urlaub nehmen_ und auf mehrere Monate nach Paris gehen.
Wir haben Über Gcmm Nachricbrcn aus Spanien und Portugal, die ein trauriges Bild von der Lage der albinsel entiverfen. Das ?[nsihcn dirKönigin, wic jenes Dom dcdro's, soll bedeutend gesnnkcn scim, Und die Hoffnungen der Präteri- denten auf den Spanischen und den Portugiesischen Thron scheincn, nach diexbn Briefes zu iti'theilcn, gewachsen zu semi; die Zahl ihrer Freunde soli d117ch dic verkehrten Maßregeln der Regentschaften von Madrid [snd Lissabon bedeutend zugendmtmn haben. Sie könntén, sagten Viele, um ur Regierung zu ge,- langen, nichts Beischs tl)'.111, als die ““d'nigin Christine und Dom Pedro ruhig schalren lassen, denn diese hätten das Mittel gefunden, sich nach und nach bei Zidcrnmnn verhaßt zu machi'n. Es wäre möglich, Daß Don Carlos in diesem Sinne handelte- wodurck) allein scim' bisbirizqe Unchätigkcit zu crk1äi'cn wäm'.
S ch w e i z.
Folgendes ist die Noce dcs Königl. Württembergiscch Mi- nisteriums der auswärtigen Angelcgenhcitcn an den Präsidenten des Vororts:
„Hockzwohlgcborner .Di-rr: Znsonders .(yocbgschricr Öcrr Amis- schulxyciß und Präüdint! ,Die :teucstcn Ercigninc, wclche, begünstigt durch die Aufnahme in dei" Saxivei; der «m:; brisibtcdncn Stammt Wegen iiaiitIVerbrcciicrisciycr H;:ndlungcn (111110!)_i'11c11 Fndwrducii, gcgen dic Königlick) Sardinisii-m Sraatcn Untxgckmidcn haben, und woran zum Theil 1111121) Flitcbtlingi cms :*cxztick) and thättch At:- tbeil nahmen, die', um den vii'dicntcit Strafen zu entgehen, in die eidcsgendssisci)cn Kantone cninbe-n iind, 1111117161! Beiorgmffe erre- gcn, daß die gcgcn Piemont :nébglückti'n Plsnc dcrscldcn gegen an,- dere der Schweiz binachvm'tc Starmix vcriucbt wirden.mbchtcn. Dic Bcsorgniii, daß von icncii Flükhtllngckx rcbolutidnnatrc Untch nebmungcn gcgcn Süd-Deurzgxland bcabncbtrgx wcrden könntcn, skellt sich nunmehr um so _qcsrundctcr dar,_a[5 11T vorläufig dura) Versendung anfrührcrisäici'lFiugschiftcn dahin dcren Ausführung bor- ubercitcn suchen. DicKönig[.KWurttcmbcygisWcRegierung hat biswer tn jedcr „Beziehung _von den srcnndscbaftlt-thiien Gesinnungcn gegen die Eidgenoffcnsclmst utivcbkctinbarc Beweise gegcbcn, und sie ist ,ist-; von dem Yiunskiie bcicelt- die'- dim gegenseitiger: Fntercffc beider Narbbak-SMM" MksVL'WMdkn/ Verhaliniffe ihres Orts aucb fernerhin ungestört zu bewahren, mehl.“ auszudchncn und zu bcfcüiz cn. Sie darf daher arxck) dic gxrecbxte Erwartung hegen, daß die Éid: gcnoffcnscbaft von ihrer Seiki diese Gcsinnungen ibatsäcl) ici) erwie- dern, und edurch den Aufenthalt do."; in der “Schwejk bcß'ndlicbcn fremdcn Flucbtlmge, dercn Mchrzabl Wrgcn politiscbei“ Vcrbrecdcu
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