mando. Man hoffte jedenfaüs", daß die ,Insurrection keine Fort- schritte machen wüxde. Das Land zwischen Mexiko und Vera- cruz war nur Räuberbanden bedeckt. - Die Geschäfte find ge- lähmt und das Geld selten.
Großbritanien und Irland.
Londov, 4. April. Se. Maj, [)aben dcm Capitain „John Woojiziore die Rittcrwürdc verliehen.
IRT ,das Oberhaus" am Sonnabend in einer Scl)ottischen Zkßpclliaütons-Sache zu Gericht saß, erhob fich die FMI?- ob der „Ol'd-sldvokac von Schottland oder der General-Anwalr von Eng; fand an der „Barre den Vorrang habe; der Lokd-Kanzler entschied _,ÜA) sxirden Leßteren, der [)r. Lushington für den Erstere", und da_ die Fach zweifelhaft stand, "so ersuchte Lord BWUabam die beiden „byexrctj, sci) gegenseitig in Güte darüber zn verxkändigcn, WW damit dem Recht des Einen oder des Anderen vorzuqrei- Feu; sie kamen daher Überein, daß der General-Anwalt dem Lord- .?[dvokat nachsehen wolle.
Der Leeds *Mcrcury freut sich, versichern zu können, da[; der Graf Fiszwilliam nicht, wie man früher geglaubt, qczßxn die ZUkassUng der Diffcnrers an den Universitäten stimmen wolle, ]ondogrn daß cr“ vielmehr ganéKfür diese JNaßrcgel sei), nur zwciße ex., ob das Pariamcnc das 5 echt haben würde, jene gelehrten Corporationcn zur Zulassung der Dissenters zu ihren Privilegien “und Würden zit ndthigen.
QZeyicrn Abend wurde in Charlotce-Strecc eine Versamm- litnq der Freunde der arbeitenden Klassen gehalten, in dcr |)r. Wade den Vorsiß führke; er zeigte den Versammcltcn an, daß wati_[ctder Sr. Maj. gerathen habe, der Petition, worin um Y'LMJMZ der über die 6 Arbeiter von Dorsetshire vsrhängten Strate gcbxten worden, kein Gehör zu geben. C': las *daéauf fÜLWMZ Sehreiven von Lord Howick vor: „Sir! Viscount erelbdxtrne beauftragt mich, Sie zu benachrichtigen, daß dicvon .;Mxen unkerzeichnete Bittschrift zu Gunsten von „James Brin und 5 'Zlndcren,xdic in den leßten Sessionen der Grafschaft DOP; Fkyétrkr w-ygen Abforderung gejelzwidriger C'idc u siebenjähriger Deportation verurcheilr wurden, dem Könige p[?ichtmäßig vorge- ldxxc-21101'den ist, Und daß Se. Maj. nicht geruht haben, irgend eincn ?Tdcyehl in dieser Boziehung zu ci'theilen.“ Diese "Mittheilung eri'cte große Unzufriedenheit in der Vcrsannnltmg. [);-. Wade cziwsahl ihk: Festigkeit an und ricti) ihr, daß fie sick), jedoä) ohne Gewalcthätigkect, bemühen solle, die jekzigen Minister zx: stürzen. 210€!) wurde der Beschluß gefaßt, daß man fiel) mm direkt" an die P-xi'sdti Sr. TNaj. wenden wolle.
Jie Nachricht, daß der Herzog von Broglie und derGenc; "xai Sebastian:“ ihre Entlassung genommen hätten, welche heute fxéii) hier bokannr "wurde, veranlaßte ein momentanes Sinken der Fonds; doch da man allgemein die Ueberzeugung hegte, daß, wenn auch der Herzog von Broglie und der General Scbaskiani mcht zu bewegen seyn sollten, ihre Stellen im "Ministerium vom- der einzunehmen, eine etwanige Pcrsonal-Veränderung desselben dcxi friedlichen Charakter des Französischen Kabinets nicht ändern wnrdc,“1o besserten sich die Preise bald wieder, und es wurden chem Ende der: Börse ansehnliche Partieen gekauft.
Auf dem Kap ist ein Verein von Kolonisten zusammenge- tketen und hat eine Bittschrifc an Se. Maxeftäc entworfen, worin Um die Erlaubniß zu einer Ansiedelung am Port Natal auf der Ostküst-e von Afrika nachgesucht wird. Die dortige Ge- gind soll nämlich zum Ackerbau sehr geeignet seyn, und die Nähe der See, so wie die Beziehung zu den benachbarten Volkößämmen, würde, wie man glaubte, die Mittel zur An- knüpfung eines bedeutsnden Handels nach innen und außen dar- bieten. Im letzten Vierteljahr von 1833 sind vom Kap für 24,916 Pfund Produkte nach Großbritanien, für 2953 Pfd. naél) St. Helsna, für 8143 Pfd. nach Mauritius, für 66.3 Pfd. nach Ostindien, für 2208 Pfd. nach Süd-Amerika, für 5137 Pfd. nach Neu-Süd-Wales, für 240 Pfd. nach Hamburg, für 1.159 Pfd nach „Java und für 200 Pfd. nach der Insel Ascension, zummmen also für 46,217 Pfd., ausgeführt worden. Die Aus- m'yr anderer nicht in der Kolonie erzeugter Artikel belief sich im Ganzen auf 5712 Pfd.
Niederlande.
Aus dem Haag, 5.*April. In der gestrigen Sißung der zweiten Kammer der Generalstaatcn machte der interimisti; We Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Baron von Jay- len van chvelt, die von ihm versprochenen offiziellen “Mitthei- lxungetz Über den gegenwärtigen Stand der Holländisch-Belgi- 1chen Zlngelegcnhcit. Er berief fick) zu Eingang seiner Rede auf den am 2“. Oktober 1833 erstatteten Bericht an die Kammern über die damaligen Unterhandlungen wegen der freien Verbin- dUng-mic Maftricht Holländischer Seits und der freien WLaas- SciUNahrc Belgijcyer Seits und legte als das Resultat der Un- tcxHandlungen den (bereits bekannten) Zonhofencr Vertrag vom 19. November183-3 den Generalstaaten vor. - Er ging sodann auf die Verhältnisse Hollands zu Oesterreich, Rußland und Preußen über, welche Staaten durch ihre hiefigen Gesandt- 1chaften deem Könige unzweideutige Beweise ihres Wohlwollens gegeben hatten. Die besondere Mission des Fürsten von Schwar- zenberg'zu Ende des vorigen Jahres, arte einen doppelten Zweck: 1.)- die Ikbsegdung der Gesuche des önigs an die Agnaten des „Heimes, Nasyau und an den Bundestag um deren Einwilligung in die Ahtretung eines Theiles von Luxemburg, zu beschleunigen und 2) die Unterhandlungen zur Herbeiführung eines Definitiv- Traktates Wieder anzuknüpfen, welche durch das Verlangen der Londoner Konsercnz, daß jene Gesuche vor allen Dingen anzubrinqen “seyen, unterbrochen worden waren. » Obgleich nun der König *sich mcmals geweigert hgtre, jene durch die Wiener Schluß-Akce und de:? Nassauischen Crb-Vertrag vorgeschriebenen Bedingungen zu erfÜUen, so hqtte er doch den Stand der Unterhandlungen “ur Horbeiführung eines Definitiv-Traktates nicht für hinlängkicl) vorgerückt gehalten, Um damals schon die vorerwähnten Gesuche zu erlassen. Endlich aber habe er den Vorstellungen des Oester- reichischen Gemndten nachgegeben und am 3. November wurden die desfallfigen Noten expedirt, die am 7. November in Bibe- ricl) und am 15ten in Frankfurt abgegeben wurden. » .DerK'd- nig Großher og erklärt darin unverholen, er könne weder seinen Agnaten no dem Deutschen Bunde fxir die abzutretenden Lan- destheile eine Territorial-Entschädigung gewähren, was ihn jedoch nicht verhindern werde, seinen Verpflichtungen als BundeSglied und als Agnat auch ferner nachzukommen, wenn man die ihm in dieser Qualität zustehenden Privilegien unverletzt lassen wolle. In derselben Sikzung des Bundestages vom 15cen wurden nun von _der Mehrzahl der Bundes-Glieder Einiven- dungen gemacht, die sich im Wesentlichen in folgende Frage zu- sammenfqssen lassM: „Warum soäte der Stand der Unterhand- lungen mcht gestattep, daß eine Tcrritorial-Enischädigung für die abzutretenden Landescheile dem Bundes-Gebiet einverleibt werde ?“ Diesen Einwendungen gemäß wurde eine Note an den König beschlossen, und Leßterer anWortete auf jene Frage durch eine
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andere Note, Welche zwar sofort nach Frankfurt expedirt wurde, aber wegen der Abwesenheit mehrerer Bundestags-Gesandten erst am 8. Januar 1834 eingereicht werden konnte. -- Auf das am 7. November in Bibericl) abgegebene Gesuch des Königs Groß- herzogs konnte der Herzog von Na au wegen der Abwesenheit seines „Bruders, des Prinzen Friedrich, nicht sogleich Antwort ertheilen; “| am 18. _Janitar d. J. erhielt unser Gesandter in Frankfurt dieselbe; auch sie fiel ablehnend aus, und so sah fick) der König L?Hroßherzdg in die Unmöglichkeit versetzt, die erforder- liche Einwilligung zu der Abtretung cines Theils von Luxemburg zu erlangen, die nach der Wiener" Scdluß-Akre nur durch Stim- men-C'inhxit det" Bundes-Glieder bcj'deigcführt werden kann. - Sobald unser Kabincr die erforderlichen Gesuche im November in Frankfurt und Bibericl) eingcrcickst hatte, glaubte es hiermit die von der Londoner Konferenz geselzten Bedingungen erfÜUt zu haben mid verlangte bei derselben die Wie- deraufnaljmu' der Untcrlmndlungen wygen des Definitiv- Vertrages; da trat (England mit der Behauptung auf „nicht die Einreichnng dsr Gefache son es, was die Konferenz vcrlanat habe, sondern das Resultat derselbsn, nämlich die wirkliche Ein- willigung des Bundes ,und SM Naosauiscben Agnacen - im Uebrigcn sey ('s ja leicht, in Limburg cine Territorial-Eutscdädi- gung für die: Lekztci'en zn findm.“ -- .Diese Forderung des Eng- lischen WTinisrcrs wurde an einer am 6. Februar d. J. gehalte- nen Konferenz (111le fünf Mächte, von England und Frankreich wiederholt. » .Der T))?inistci' bemühte? sich nun in seinem ferne- ren Vortrage die Unviiligkeic dics-sc “Forderung darzuthun, und namentliciz aus einem Art. des 12. Protokolls der Konferenz nac!)- zqusen, daß man damals den einen Theil von Limburg,_ als eine sehr wiehtige .“ aksixzung dcm Könige von Holland zugeipro- chen und dadurch ['i-: Ansich an den Tag gelegt habe, daß die- ser Theil von Limburg dm'Waus nici3c vom Könige als Entschä- digung an NU Bund hirausgcgcbcn werdcn könne; wenn man also, selxztc dcr Minisxer ferner auseinander, uns den Vorwurf mache, die Unterhandlmigcn verzögert zu haben, so sey dies ein Vorwurf, der mit viel größcrem Recht den Höfen von England und Frankreich gemacht werden könne; der König habe viel- mehr , um epdlicl) ein Resultat herbeizuführen, sich zu neuen Schritte:: bei den Nassauischen Agnaten entschlos- sen und zu dcm Zweck den Grafen Reeden mit einer besonderen Mission nac!) Bibericl) gesandt, wo auch Abgeordnete Oesterreicbs und Pryußkns cinckcffen würden. Trotz aller dieser Bemühungen und Opfer von Seiten der Holländischen Regie- rung hcrrsche dennoch bei Mehreren ein großes und ungerechtes Vorurrhsil gcgen dieselbe, ein Vorurthcil, Welches so weit gehe, daß sogut“ eine bcnachbarte Mackyt, mit der wir immer im besten Vernehmen zu bloiben gcsxtcks haven (Großbvitannien), neuer“- lich durch ihren hiesigen Gesandten Fragen an das Haager Ka- binet gerichtet, die lcdigsicl) auf eWichtcten Thatsachen beruhen. - Der Redner verlas nun eine “ihm zugestellte (von ihm am 2.9. März bsantwortete) Rote des Englijchen Gesandten vom 27. März, in welcher aufdie mehrcrwähntcn Truppen-Bewegungen der Holländek, dn' unter den gegsnwärrigen Verhältnisseunicht alsbloße DefensivOJjTaßr-xgcln angesehen werden könnten, hingewiesen und auf die Frage Antwort verlangt wird: „ob es wahr sey, daß die Streitkräfte Sr. Niederländ. Majestät zu Wasser und zu Lande aufs Neue an der Bclgischen Gränzc concentrirt werden, und wenn dem so sey, zu welchem Ziveck dies geschehe?“ » Die Antwort des Barons von Zuylen vom 29sten v. M. geht dahin, das;, so sehr auch das Benehmen der Belgier geeignet sey- Vor- sichts-Maßregcln von Seiten der Holländer zu rechtfertigen, diese doch noch nicht geglaubt haben, sie ergreifen zu müssen, daß da- her die Flotte auf der Scheide noch nicht vermehrt, diese viel- mehr, nachdem fie in andern Häfen überwintert habe, an ihre ge- wöhnliche. Stanon zurückgeführt, das; auch die Land-Armec in ihren vormaligen Kantonnirungen verblieben, auf keine Weise verstärkt worden, und somit von einer Concentrirung an der Bel- gischen Gränze gar nicht die Rede sei). --- „Je!) habe Ihnen, edelmdgende Herren, diese O)?ittk)eilungen gemacht -- so schloß der Minister seinen Vortrag ---- um Ihnen einen Beiveis von dem loyalen Benehmen der Niederländischen Regierung zu ge- ben, die keine Oeffentlichkeit scheut.“
Der Prmz-Feldnmrschall ist am 2cen d. M. in Tilburg angekommen Und schon am .;ten d. „wieder nach dem Haag zu- rückgekehrt. Se, K. H. werden jedoch in der Hälfte dieses Monats abermals im Hauptquartier erwartet.
Im Theater von »))?asrricht wurde am 2ten d. M. von da- sigen Dillcrranten, worunter sic!) namentlich an 30 Damen der Stadt befanden, eine große ONusik zum Besten der Ueber- schweinmcen in Nord-Brabant aufgeführt.
Nachrichten aus Padang zufolge, ist daselbst am 24. Nov. v. 3. ein heftiges Erdbeben verspürt jvorden, welches an 10 TNinucen dauerrk. Das Wasser wurde dabei so stark bewegt, das; es sich weit Über die Ufer ergoß. Die meisten Häuser zu Padang [)aben gelitten; mehrere scüyzten ein, die Heerstraßen und Küsten-Dämme find geborsrcn, dock) ist glücklicher Weise kein Mensch dabei ums Leben gekommen.
Belgien.
Brüssel, 4. April. Der Baron von Normann, Offizier im Dienste Sr. Ma]. des Kaisers von Oesterreich, ist vorgestern hier angekommen; a'.“ wird unverzüglich nach dem Haag abreisen.
Der General Niellori ist in Kriegs-DiSponibilicäc gesclzt worden.
Gent, 2. April. Nach einer Depesche des Kriegs-Mini; sters werden die Milizen von 1834, mit AuSnahme der Stell- vertreter, die gleich in Dienstthätigkeic gesetzt werden sollen, als Reserve in ihrer Heimat!) bleiben.
T) 2 u t s cy [ a n d.
Schwerin, 4. April. IZ, KK. HH. der Erbgroßher: zog und die chgroßhcrzogin sind am 1sten d. 932. von Lud- wigslust hier eingetroffen und werden, dem Vernehmen nach, bis zum Anfange des »))?ai's hier verweilen.
Kassel, 6. April „Jzi der hiesigen Zeitung liest man: „Von den manigfacden Forderungsansprüctzen, die noch aus dem aufgelösten Königreiche Westphalen herrühren, ist es endlich den thätigen Bemühungen des Bevollmächtigten in diesen Angelegen- heiten, 131: P. W. Schreiber, gelungen, eine jener Reclamatio- nen ihrer Anerkennung zuzuführen. Die ehemaligen Staats- Diener in Kurhessen, erhalten gegenwärtig ihre in damaliger Zeit baar geleisteten Cautionen, sammt Zinsen vom Tage der Uebernahme, zurückbezahlt, welche Entschädigungen auch bereits ([)eilweise stattgefunden haben; während indessen die zu gleichem Anspruche berechtigten Cautionaire, die ihre Dienst-Garantiecn in Westphälischen Staats-Papieren eingelegt, sich bis jetzt noch keiner Berüééfichtigung erfreuen dürfen. Bei dem regen Eifer des gedachten Bevollmächtigten tkeht übrigens zu erwarten, daß auch diese Angelegenheit hoffentlich bald zu einem erwünschten Resultate gelangen wird, was rücksichtlich der westphä-lischen Do-
mainenkäufe in Kurhessen nunmehr ebenfalls Wohl mit Gewiß heit vorauszuselzen ist, da eine Kommission zur Regulirung je- ner Ansprüche niedergeseßt worden. -- Wie man vernimmt, so ist Hr. ])1'. Schreiber von seinen zahlreichen Kommittenten drim gend veranlaßt, die noch unerledigten aus dem KdnigreicheWesk, phalen herrührenden Ansprüche aufs neue bei dem versammelten Kongreß in Wien persönlich zu betreiben.“
München, 4. April. Das Rauch'sche Monument, wel- ches dem König Maximilian Joseph die hiestge Bürgerschaft er- richten läßt, wird nächstens angestellt und am 27. *))?ai, dem Geburtstage des hochseligen Königs und dem Tage der Consti- tutions-Verleihung, feierlich enehüUt werden. König Maximilian erscheint in filzender Stellung und die Verfassung verleihend mngeben von der Bavaria und Justitia. Dies Denkmal ges aus der Erz-Gießcrei des Herrn Stiegelmayer, des Crrichters dcs Obelisken, hervor.
Dem Vernehmen nach (heißt es in der Allgemeinen Zeitung) wird in der gegenwärtigen Bayerischen Ständer Versammlung die Ausführung des Kanals zur Verbindung der Donau mit dem Main und Rhein zur Sprache kommen. Die Plane und die Kosten-Berechnungen dafür find seit drei Jah- ren vollendet, und auf Allerhöchsten Befehl von dem Verfasser derselben, dem Ober-Baurathe Frhrn. v. Pechmann, bekanntgzl macht worden.
Man hat bestimmte Nachricht, daß fich die Regierung bud“ Sicilien auf diplomatische Verwendung des Bayerischen Mini- steriums bewogen gefunden hat, den doppelten Eingangs-Zou 5“ dem Eintritt in die Neapolitanischen Staaten auf Bayerisch, Fabrikate nicht ferner mehr auszudehnen, und daß die Intercs- senken desfallsigen Ansränden nur durch vollkommen legale Zeug- niffe, die nach Vorschrift des Ministeriums von den Polizei-Bx, hörden über den Bayerischen Ursprung ohne Zögerung auszu- stellen find, zu begegnen haben.
Der Anwalt Golfen aus dem Rhein-Kreise isi bereits hier angekommen, so wie auch schon mehrere der ersten 38 um» zeichner der Protestation ge en die BundeS-Beschlüsse, die am 9ccn d. vor dem CassationsZofe zu erscheinen haben.
Freiherr von Closen verweilt auf seinem Gute Gern, eine Viertelstunde von Eggenfelden gelegen, ohne daß i n, wie man irrig glaubte, ein Gendarm bewacht; auch ist der tadtgerichts- Rath Schiffmann, welcher demselben das Geleite dahin gab, wieder hierher zurückgekehrt. Die Freilassung geschah nichtge; gen Cautions-Leiskung, sondern auf Antrag des Uncersuchungs- GUARD durch Entschließung des Appellations-Gerichts in Lands- t')ufc.l Der Spruch des obersten Gerichtshofes Wird demniéoß er 0 gen.
Oeskerreich.
Wien, 29, März. Zu Anfange dieser Woche hat der Königl. Bayerische Minister beim Deutschen Kongresse, Hr. von Mieg, eine Privat-Audienz bei St“. Majestät dem Kaiser gehabt.
Vorgestern, am Grün-Donnersiage, verrichtete Z. Ma]. die jüngere Königin von Ungarn im Namen J. Mai. der Kaiserin wie gewöhnlich die Fußwaschungen an zwölf alten armen Män- nern und eben so vielen Frauen. Von den dabei zugelassenen Männern zählte der älteste 101, der jüngste 81, und alle zwölf zusammen 1019 Jahre. Von den Frauen zählte die älteste 97, die jüngste 85, und alle zwölf zusammen 1075 Jahre.
Die Konferenzen der Deutschen “Minisker haben seit der Ankunft des Herrn Ancillon eine große Lebhaftigkeit erhalten. Es finden häufige Sißungen statt, und man glaubt, daß sämmß liche Propofitionen längstens mit Ende des Monats April em- schieden seyn werden.
. I t a l i e n.
Rom, 25, März. (Allg. Zeitung.) Wenn man nach den Römischen Zeitungs-Blätrert], die bekanntlich unter skrengerAuf- sicht sieben, urtheilen darf, jo scheint aus ihrer Unparteilichkeit m den_Nachrichten aus Spanien und Portugal zu folgen, daß die hiekige Regierung keinem der streikenden Theile einen Vor- zng geben will. Man erwartet, wie die Sachen fich dortge; stalten, um darxmch mit den Nordischen Höfen vereint Entschlüsse zu faffen. Daß man aber dabei von hier aus thätig wirkt, um das Wohl der Kirche nicht sinken zu lassen, ist ganz natur- gemäß, so wie der Wunsch sich auch ganz offen ausspricht- daß man auf der Pyrenäischen Halbinsel die frühere absolute Regierungsform der neuen vorziehen möge. Uebrigens,wie „
man sich an so Manches gewöhnen muß, weil es die Zeiten
mit sich bringen, jo wird man auch in Zukunft fich mit dem
Gedanken vertraut machen, in der Pyrenäischen Halbinselcon- '
stitutionnelle Regierungen zu sehen, vorausgesetzt, daß dieselben nicht so rücksichtslos verfahren, als die Cortes von 1821 bei Aufhebung der Kiöster. .Die "Päpstliche Regierung harmonirt cht auch besse_r mit Frankreich, als früher; man sieht am Ende ein, da[; es doch wünschenswerther sey, Ludwig Phi,“ lipp m_n Ruder zu sehen, als irgend eine Faction, die gewiß nicht 10 .fi'icdliebend auftreten würde. Naa) den Juli-Tagen n_1achte jede Nachricht aus Frankreich Aufsehen, bei jtd" ;Emcute glaubte man hier, es sey um Ludwig Philippg“ ]chehen, und Karl )(. sey schon auf dem Wege nach Parks- Zekzr, da man sich überzeugt hat, daß dor ruhige Bürger und Überhaupt der größte Theil der Franzöfischen Nation keine Ver, änderung will, ist man zufrieden, wenn nur keine schlimm?" Nachrichten aus Frankreich kommen. Die Liberalen in ganz Italien denken natürlich nicht so von dem Könige der Franzo- 1en; mit Recht oder Unrecht wird ihm ihr ganzes Unglückxkusj gcbürdec; er sey es gewesen, der sie hintergangen, er habeße zu dem Revolutions-Versuchen verleitet und nachher ohne die ver- 1prochene Hülfe gelassen. Ueberhaupt haben die Franzosenin Italien jetzt so viele Gegner, als früher Freunde. Keiner wikl den Lockungen von Paris her mehr Glauben schenken, und man fängt an zu resektiren, wie viel Unheil den Jtaliänern von Frank“ reich seit der ersten Revolution ngegangen sey.
Die Ankunft des Königs von Neapel war hier ganz umk- wartet; erst denselben Tag, kurz vor ihm, kam der PäpsW' Nuncius in Neapel, Monsignore Graf Ferretti, früher BW)"s in Rieti (der bei Vertheidigung dieses Platzes wider die ZUM" genten so viel Murk) zeigte) mit Courier-Pferden hier an , und benachrichtigte uersr den Papst von der nahen Ankunft 9“ Königs. Das usammentreffen der Königlichen Familie S““ zu manchen Vermuthungen Anlaß, und o erhält sich auch das Gerücht, des Königs Bruder, der* rinz art von Capua, werd' fich mit der ztveiten Tochter des önigs Ludwig Philipp "9“ mählen. - Sehr viele Neapolitanische Familien smd, seit der Köyig in Rom ist, hier angekommen, auch der Kais. QMM“ chi1che Gesqndte in Neapel.
_ Man wricht im Publikum wieder von eiiier neuen “wa 1chließenden Anleihe, nur ist man noch nicht einig, mic wcw-
P o r t u g a l.
Der Londoner Courier theilt' noch folgendes Privat- gchrciben aus qunes vom 13. März mit: „Die beiden Aw mee" ehen noch immer vdr Sanrarcm und schauen einander an; 4 er keine scheint gYncigt, sich yon der: SteUe zu bewegen; ste nehmen fast nocl)„die[clbch Pdsttion em, wxe am Abend des 18. Februars, und beide [(homen sick) guf die,?)efenswe beschrän- ken zu wollen. Von Seiten des Megucltsiischen Generals ist dies sehr klug. gehandelt, denn es wäre tollkühn, wenn er einen weiten Angi'iff unternähme, ehe er Jher emx größere Macht, als jetzt, gebieten kann. ,I" diesem Llugenbltck kann er nicht mehr als 8,000 Mann ins Feld führen, und _der Schlag, der ihm am 18tcn i). M. beigegracla wurdc, muste ihn bclchren, daß er es imc zähen Kunddn zu thun habe, ob,]!cict) aUch auf Seiten .der Pedroijken der Verlust nicht unve- deutend war. Seitdem „ich das Y:;temal an Sie schrieb (am 4. MUZ), ha0e_ici) ans“ (»I-aldanfw's Bericht Über das Treffen er1ckxen, da[; ict) Reicht hatte, wenn ich sagte, daß beideTbÜl? großen Muth g9_zkei_qr hätten. Wäre derselbe An- „jff auf emen-Puxtkt ausgcml)rt_1vorden, wo .mehr von den Lissabonner Freuchrgefn stmzden, 10- glaube ich, sie hätten sich zum Rücksze gendthtgc ge)ek_)_cn. Saldanha hatte 4 oder 5 von den besten egimentern bet ml), und es wurde _ihnen schwer ge- ug, das Teri'am zu bxhaupxcn. Cine Bemerkung in Guidan- a's Bericht t|_u11rich1ig, Wie :ck ganz bestimmt versichern kann, nämlich die, daß gn diesein Tag ein Bataillon oder Corps Spa; nischer Soldatep 111 Uniform an dem Gefecht Theil genommen habe, und daß Emir davon zum Gcsanchnen gemacht_wor- den sey. Dom Migudl ha-t Wk)!" wemg Ypanier in wincm Dienst, und sie befindennck) nicht beisammen,1ondecn find in ver- schiedene Regimenter zcystreut mid cragxn auch nicht Spanische Uniform. Die ONiguelqccn bedienen ml) der Unthätigkeit dcs
eindes, um GetraiN-Vorräthc zusammenzubringen. Sie kaufen dieselben von Aus'länderw Und wxnzi ihnen die_ Geldmittel nicht ausgehen, so können sie sich aufdiexem „Wege w viel verschaffgn, als ste brauchen. Zu Abi'antes gliem :| ein Vorrath auf zwei Monate für die ganze Armee. Lin Futter für die Kavallerie ist envas Mangel, und man dürfte _fick) bald gcndthigt sehen, den Pferden Gras zu geben; dies würde ihnen aber nicht taugen, wenn fie schweren Dienst zu verrichten haben. Die Lebensmic: tel aller Art smd jelzc in Santarcm sehr wohlfcil, da viel Maul- eseltreiber dorthin zu Markte kommen; aber den Soldaten kam: das wenig helfen, weil ne kein Geld haben, und bei der schlechten Verwaltung desKommissariat-Departemcnts smd die Nationen schr kärglick) und werden nicht regelmäßig verabreicht. Der Brigade- General Rebocho und zwei oder drei andch Offiziere sind nach dem Norden abgeschickt worden, um Rekruten auszuhcbcn. Sie haben schon einige nacl) Santarem ge1chickt, und man erwartet nächstens noch mehr. Knaben von 15 und 16 Jahren werden angeWorben und an einander gebunden ins Hauptquartier ge- sandt. Den Magistrats-Beamten ist der Befehl zugegangen, daß sie entweder auf denz Wege der Anleihe oder freiwillizjer Gaben Geld aufbringen iollen. Am (;tcn [angten in Santarem 6 Maulesel, mit Silber be_ladcn, von Coimbra an, in dessen Um- gegend man das Geld gejammclc hatte. Wenn Dom Pedro 5-6000 OJTann nach ?(lemtejo senden kann, die ihr Quar- tier in der Nähe von Almerim nehmen könnten, und
, wenn er im Stande ist, Santarem im Norden enger zu
umschließen, so können wir dem Schluß des Dramas entgegensehen, denn sobald Dom Miguel von jenem Haltpunkc vertrieben wird, muß ihm alle Hoffnung entschwinden, Wenn er auch den Kampf vielleicht noch einige Monate in die Länge ichen kann. Am Morgen des HW: 0. gegen 4 Uhr rückte cine ruppenzahl von Leiria in Aldea de Cruz, ein, zum großsn Schrecken einiger dort stationircen royalistisOen Freiwilligen, von denen 25 oder 30 zu Gefangenen gemacht und 5 auf der Flucht erschoffen wurden. Nachdem jene Truppen einige Stun- den dort gerascec hatten, kehrten sie mit Mel)! Und anderen Le- benSmitteln, die sie in dem Regierungs-Maqazin vorfandcn, nach Leiria zurück. Leiria ist jckzc gut befestigt und hat eine starke Garnijon; zahlreiche Freiwillige haben sick) daselbü ein- gefunden, und Dom Miguel's Truppen haben keine Aussicht, den Ort zu nehmen. In den letzten Tagen haben unter Dom Pedro's Truppen einige Descrcioncn stattgefunden, besonders unter den Ausländern; sie erhalten ein „“Jeder einen halben Moidor, wenn fie in )Dom Miguel's Hauptquartier ankommen. Am 10cm gingen 2 Deutsche und [ Portugiese nach Samarem zu den Miguelisken über, und am folgenden Tage 2 Franzosen. Die Infantin Isabella NTaria befindet sich jetzt zu Aktuarine; Dom MigUel begiebt sci) öfters dahin; er liebt noch immer die Vergnügungen und geht fast täglich auf die Jagd oder zu ei; nem Sticrgefecht. Das Wetter isr zum Jagen sehr günstig; in der leßten Woche jedoch war es beinahe so heiß wie im Som- mer. Es sind drohende Anzeichen da, daß Portugal im näch- sien Winter von einer Hungersnoti) heimgesucht werden wird. Viele Einwchner befinden sich schon tn der größten Rock).“
I n l a n V.
Berlin, 10. April. Am gestrigen Tage erreichte der Kö,- nigliche wirkliche Geheime Staats-IJTinisker, General der In- fanterie sc., Herr Graf von leicl) und Loccum Cxccllenz, cin Fides Jahrhundert seiner mit Ruhm und Ehre gekrönten
ienst-Laufbahn. Wenn schon ein bedeutungsvolles Ereignéß der Art an sich die lcbhaftescc Tticilnahme erweckt, so wird diese durch das hohe Verdienst und die Tugenden des Gcfeici'rcn noch mehr gesteigert. Ehrenvoll und umfaffcnd war der Standpunkc, Mf welchem tm Kreislaufs der Zeit in mannigfachen und schwa“?- rigen Verhältnissen zu wirken, derselbe durci; Allerhöchsccs Vcr- trauan berufen war. Mit dci' rühmlichstcn Hingebung vollzog er treu Königliche Befehle; -_ an der Hand der Vorsehung, die ihn durchs Leben führte, beförderte er Gutes und Edch; -- sein Name reiht sich an die Namen der um die thcueryicn In- teressen des Vaterlandes verdienten Staatsmänner. Es ist hicr nicht der Ort, die Resultate der Theiluahmc des Gescicrccn an der Staats-Verwaltung hervorzuheben; sic spycchen für sich selbst, noch mehr aber bestätigt sie die „Huld dcs hochverchrtcn gelieb- ten Monarchen. _
Seine OJTajesrät der König geruhten, den früheren Bewei- sen Allerhöchstihrer Zufriedenheit zum Andenken des Tages uud als erneuerces Zeichen 2lllcrhdch|ihrer Gnade, dem Herrn IUbilar ein kostbares Tafel-Service zustellen zu lassen; dassclbc is?, mit Kunstslnn und Geschmack geordnet, aus den Werkstät- ZtetZa der hiesigen Königlichen Porzellan;VITanufaktur hervor-
n en.
„ eine Königliche Hoheit der Kronprinz und die übrigen Mitglieder des Königlichen Staats,-IJTimstcriums bezeigtin dem «“NRW in einem Glückwünschungs-Schreibcn ihre lebhafte Theil- nahme und verehrten ihm zur Erinnerung an dieses froheC'reig-
.J.; 7
407 “risch'em Marmor, in vorschreicender Stellung, in der darreichen- den Rechten den Eichenkranz, in der linken einen Blumenkranz, mit dem Oelzweige umwunden; die ganze Figur steht auf einer Säule von Porto venere, einer der vorzüglichscen dunkeln Mar- mor-Arten Italiens. An der Kapicäl-Platre liest man die Worte:
„Dem Staats-_Minister, General dev Infanterie,
Grafen von Lottum “ am 9. April 1834. »- weiter unten folgende Inschrift;
Kampf ist der Sterblichen Loos, und die Schützerin Breuni- scl)er Heimatl)
Reicht nur dem kämpfenden Mann ihrer Bekränzungen Preis,
Sey es der Schlacht Lorbeer, scy's friedlicher Tugenden Ool- KMU],
Frisck), von Geschlecht zu Geschlecht schmückt er die Säule des Ruhms.“
Auch die „Beamten des Staats;IJJinisterial-Bureaus hatten sich vereinigt, dem Jubilar ihre ehrcrvietigen Glückwünsche in einem der Würde und Bedeutung des Tages entsprechenden Ge- dichte darzubringen.
Der Königliche Staats-Ratk), die "Ministerien und andere Central-Behördcn bezeugten dem „Herrn Jubilar schriftlich ihre Theilnahme; auch ist eine _qi'oße Anzahl von Glückwünschen von den Behörden und Einwohnern der Haupt- und Residenzstadt eingegangen; nicht minder sind demselben aus allen Theilen der Monarchie, von Civil; wie von *)]?ilicair-Bchdrden und einzel- nen Verehrern desselben, die lebhaftck'ken Glückwünsche gezollt worden. -
Die Stadt Berlin verlief) dcm Hox'rn Jubilar das Ehren- Bürgerrecht durch Uebcrrcicyung des vom Tage des Zubelfestes datirten Bürgerbricfes.
Die ]uristische Fakultät der hiesigen Friedrick)-Wilheltns-Uni- vcrsikäc Überreichte dem Gcfciertcn das Chrcn-Diplom der juri- stischen Doktor-Würde.
Die edle Einfacheit und geisciJc 05cmüthlichkein welche die Handlmgen des Herrn Jubilars amszcicj)t1cn, bestimmte ihn auch diesmal, sich jeder öffentlichen Feierlichkeit und persönlichen Beglückwünschung zu entziehen, um im Kreise der Seinen sich Betrachtungcn hinzugeben, wozu ein halbes Jahrhundert des segensvollsten Lebens so ermunternde Rückblicke darbietet.
Inzwischen war in gerechter Würdtgnng solcher Verdienste und zur Verherrlichung dcs Ehrcn-Tagcs schon vor längerer Zeit ein Verein zusammengetrcccn, mn das Fest zwar einfach, jedoch feierlich und würdig zu begehen. ,Die Theilnahme war eben so allgemein, als herzlich, und es gab sick) Überall nur das aufrichtige Bedauern kund, da["; die “lewcscnheic des Hochgefeier- ten den äußern Merkmalen der MM, Verehrung und Ergeben- heir von selbst Schranken setzte. Aber auch das Wenige, was darzubringen vergönnt war, fand in den Gcmüthern innigen Anklang. Insbesondere Wald in unserer Stadt der Tag durch ein glänzendes Festmahl im Jagorschen Lokal gefeiert, wozu fich Über 300 Personen vereinigt hatten, obschon auch hier der Raum die Theilnahme beschränkte. Außer den persönlich anwe- senden Herren Ministern und Gencralcn wurden die Civil-Be- hörden der Residenz, so wie die »))?iltcair-Corps dabei repräsen- tii't; auch aus Potsdam hatten sich die Vorstände und einige Räcbe der Königl. Ober-Rechnunds«Kammer und der „Königl. Regierung eingefunden. Aus dem s))?agistrate, den Stadtver; ordneten, der Kaufmannschaft und dcm Gewcrbskande von Ber- lin waren Deputationen zugegen. Schon die zu dem Behuf eigens gefertigten Einladungs:Kavtcn deuteten sinnvoll auf die Feier des Tages. Musk und Gesang waren nach der Bedeu- tung desselben geordnet und wechselten mit einander ab.
Eine glückwünschcnde Ode, von dem Geheimen Staatsrath von Stägemann verfaßt, erhöhece 'die Legeistcrtc Stimmung der Anwesenden.
*))?it gebührender Ehrfurcbc ward der erste Toast auf das Wohl Sr. Majestät des Königs und des gesammten Königlichen Hauses von Sr. Cxccllenz dem Herrn General der Infanterie und General-Jnspecteur :e. von Rami) ausszcbcacht und darauf das erhebende Volkslied: „Heil Dir im Siegcrkranz :c.“, der letzte Vers stehend, gesungen. Nach einem einleitenden, für den Zweck eigens gcdichteten und komponircen Liedc erhob sich die Gesellschaft zum zweiten Toascc, der von dem Herrn Geheimen Staats: und Finanz-Mimstcx" Maassen Cxcellenz dem Jubilar gebracht und von den Anwesenden mit Begeixkcrung wiederholt ward. Der dritte Toast, ausgebracdt von dem Herrn Geheimen Staats; und Minister des Innern und der Polizei, Frhrn. von Brctm Excellenz, galt dem Vaccrlande und der vierte, ausge; bracht von dem Geheimen Staatsrat!) v. Stägemann, dem vater- [ändischen Kriegsheere.
Die Gesellschaft wetteifern" in Frohsinn und Heiterkeit, und das gestrige Fest legte erneuert Zeugnis; ab von dem gerechecn EnthusmSmus, der Liebe und V-MHL'ung für den Monarchen, Sein erhabenes Herrscherhaus und fix:" das Vaterland.
Aufrichtig war der letzte WWW) der Versammlung, daß die Vorsehung noch lange das ti)cure Leben des verehrten Jubilars in ungeschwächter Kraft erhalten und ihm das Glück zu Theil werden lassen möge, bis ins späteste Alter mit Zufriedenlweit auf seine Werke zurückzublickcn, um in dsm Anerkenncniß seines herrlichen und segensreichn Tthi'kens dcn ]"chönsccn Lohn für seine edlen Bemühungen zu finden _
Auf einige nähere Details dieses Festes werden wir in die- sen Tagen noch zurückdmn1cn.
-- Der Prinz Georg von Camßrédgs Königl. Hoheit traf am 4ten d. M. auf der Niise naci) London untcr dem Namen eines Grafen von Diepholz in "IWM ein.
-- Die in Breslan bcsc-xfycnde Schlesische Gesellschaft für Vaterländische Kultur hat kiirzlich dic Uebersicht ihrer Arbeiten, Sitzungen und Vorträge während des versiosscnen Jahres durch den Druck bekannt gemacht. „Dieser Buriedt,“ sagt die Schle- sische Zeitung, „wird durch den Reiänhmn und die Mannigfal- tigkeit der darm enthaltenen Nachrichten, JJTittheilungen und Notizen aus den verschiedenstex: Gebieten der Wissenschafc, Kunst undIndustric nichc bloß denMann vnnFache, sondern auch das größere gebildete Publikum vicld'citig ansprechen. Es ist wahrhaft erfreulich zu sehen, wie die Wirksamkcic dicses thätigen und ge- meinnützigen Vereins foi'cwäi)-.'ct1d im Steigen begriffen ist, und wie seine Wichtigkeit und Bedeutsamkeit unte? allen Stän- den immer mehr Anerkennung findet. Die durch die vorjährige Narurforscher-Versammlung veranlaßte Stiftung einer besonde- ren Abtheilung für Sudetcnkunde wird der bekannten Lücken-
kxaftigkcic und Unzulänglichkeit unserer bisheriqen Kenntniß des Sudeten-Gebivges und seiner Natur-Erzeuanisse auf eine "befrie- digende Weise abhelfcn, und die von der Geseklsthaft unternom- mene Herausgabe der noch ungedruckccn Sckvlcsisckwn Geschichts- „Quellen dem Forscher und dem Freunde der VaterlandstGeschichte ein neues und weites Fold eröffnen. Die Bibliothek der Ge- sellschaft ist im verflossenen Jahre durch sehr zahlreiche Geschenke
niß ein aus dem Actelier des Professors Rauch hervorgegange- nes Kunstwerk von großer Schönheit; eine Victoria aus karra-
lau) brannte am ersten O ertage ein Bauergehdft ab, Wobei ,der“ EiJsmeer beim Versu e der Rettung der Pferde ums Leben kam, Das sämmtliche Viel), so wic alle Getraide-Vorräthe undk Wikthschasts-Geräthe wurden ein Raub der Flammen. _ "" Berichtigung. Jm gestrigen Blatce der Staatö-Zex tun sist S- 404, Sp. 1, Z. 10 statt „Dekrets“ „Traktars zu s en. *
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Königliche Oper.
Dieselben Schwierigkeiten, Welche (Hluck, Mozztrt u'Ud Spon- tini bei Aufführung manxher'ihrerOdern zu bekämpxen hinken, tra- txn auc!) Beethoven hinsichtlich seines Fidelio cntgx en; w.“.sbalb ein damaliger Beurtheiler den Gegnern dieses Mcners folgeLDC Worte in den Mund legte: „Eine entsetzlici) schwere Oper! Die iückgak nicht zu Stande zu bringen, das_ O§rche|er _verzwetfelc an dM S iwierigkeiten, die Chorésten fallen ivte *zzliegen in den Prqben um; es ist der leerfte tollste Bomibaü, es :| eme “Jugend:?lrbeit. Aae Jahre zwei solcher Opern einzustudtrcn, und der Kapeümeisier muß vor Aerger die Schwindsucht bekommen, und die Geiger den Vetts* tanz in die Finger, und die Blaser werden wemgsteys an einem Lun» genßügel lahm, die Sänger aver sick) umkehren wxc Handschuhe.!“
Ungeachtetdiescr und ähnlicher Klagen hgbenUdte cä)te1_1 Meafier immerdar obgefiegt, ja was“ noch schwerer asi:- nc hach: nab, troH ihrer verschiedenen Natur und Eigenthümléchkett, unteretixxindxr volle Gerechtigkeit widerfahren lasen, und Dadurch ihr_en Schtzer, An- hängern und Beurtheilern ein nachahmungswürdrgcs Beyptcl ZLZF- ben. AlledarfmanandicWortecincszufrük)vcrsiorbynnPhtlosoWeU ) erinnern: „BloßeTalentc geben nur technische Ferttgkett, aber niemals, Genie. Dieses erscheint uns eben so anhaftend, als der Charakter)» Menschen, aber von noch ddhcrcmxirsprunge. 'Eslqßtstclxmitxemcr anderen geistigen Eigenschaft veyglxxciww aim) 11tcht em Gxnte mtt dem andern. Die Genies kommen me an Kollinon, dic (Fharaktere [ehxyofd Das Genie muß im höchßen Grade tolerant sxyn; denn die Idee kann sich unendlich vervielfältigen, ohne das; die Formen, m _dxnen Kc erscheint, fich gegenseitig vcgränzcn und beschränken. Nux Juni?- ler, in denen das Talent das Genie übxrwiegt, kdnxtey streetsuchtrg seyn, und nur vermögie dieses Verhältnrffcs ihrer geistigen Anxagen. Ohne Begciüerunq ii kein echter Künülcr denkbar; ne ,ist dce„ve- sondere faktische Thätigkeit des Genies. Dtese_h_dchsie kunstlcrtscke Begeifierung braucht nicht krampfhaft und ängnitcl) mit der Wirk- licvkeit zu kämpfen; fie hat vielmehr den Charakter der höchstey Y_cuixe und Klarheit. Ein Zußand der Raserei _cntßcht nur aus willkurlx- cher, absichtlicher Begeisterung, welche die Menge gewöhnlich mir der wahren verwechselt. Das echte Kunstwerk enxivtckelt sich,- wie die Pflanze aus ibrcm Keime, durch ruhige und sitlle Thättgkeit,“
Mit Beiseitseßung aller andern Betrachtungen, we'lcl)e sich an diese wichtigen Grundsätze anrcihen lasen, mczchen wer heut nur darauf aufmerksam, daß Madame Sclir'odcr-Devrxent zwar hinsichtlich des bloßen Talents von Einzelnen übertroffczi wuZd, andererscttdabxr wahrhaftcs Genie besitzt und durch die Kraft dcnclprn, glctcmvte m der Vestalin, so gesiern im Fidelio die größten Wrrkungext lerpor- brachte. Ihre Begeisterung ist keineswegs eme bloß wellkurltcbe, äußerlick) und kramp haft hervorgerufene Aufregung; sondern fie quillt aus dem inner cn Born ch Gemüths. Begciftxrung ohne Stimme, und Stimme ohne Begetsicrunq führen qver me ganz kum Ziele; deshalb suchte Madame Schröder:;Oevxtxnt die Gaben der Na- tur durch echtes Studium der Kunst zn rcmrgcn, zu erhöhen und zu verklären. Sie war eingedenk der Worte ZHdthes:
Es gilt wohl nur ein redltches Bemuhen!
Und wenn wir erst in abgemcffYncn Stunden
Mit Geiß und Fleiß uns an die Kunst gebunden; Mag frei Natur im Herzen wieder glübext „
Seit dem Tode der Madame Schick haben'mcbt wenige Sän- gerinncn des Königl. Theaters, m:r„wolkcn nicht sagen zu lahm, aber doch zu zahm gesungen und gespielt, und manche Zuhörex und Zuhörerinncn gewöhntcn fick) dcrgcsialr an diese Wkksk- daß thnen dns hiervon wesentlich verschiedene Ysrfahrcn dor Colbran,“ Pgsia, Malibran und Devrient als ungemäßegt nnd kxbcrtrtrben erxxlictn-cn muß. Zugegeben, daß Künstlerinncn solcher Art vorzugsweise dee: * sen Abweg zu vermeiden haben, ist dock) der cnt-«egengeseytc (alter Gelassenheit und schläfi er Matttgkett keineswegs minder g(fäl)k-= lich und verwerflich. (Zan und gar acht endlich Harmonie _und Zusammenbau eincr Darüc ung verloren, Wann (den All urubtgen _egenüber) Saner auftreten, welche durch übertriebene *ehhafttg-x ?cit körperlicher Bewegungen und durkb ftdcrxautcs _Scbl'cte'n die Abnahme ihrer Stimme zuzudcchcn sucdcn. Wähxcnd ihnen dee un» kundige, hierdurch vcstoiixcnc Mcngc lauwn BclfaU zollt, mö_chte der wahre Kenner sic vielmehr Nuffordcijn, ctncn ganz entgegengesty» ten Weg einzusävlagen und jenen, so lcccht verlorncn, als gewonne- nen Bcifal] zu vcrscbmähen. - _ . . '
Mäßimmg, wclche nur auf Kälte und Glangnlttgkctt beruht, und Kraft, die lediglich durch Ucvcrspannnng dcrvoxgetracben Wird, erweisen höchstens unreife, odcr überretsc _Talcntc. „Der wahre Genius erliegt freilich zukyt auch dcn zerndrcndm Etmmrknngen der Zeit; aber ihm bleibt bcim Rückblicke «Us- de_e zurückgelegte Laufbahn cine beruhigende Erinnekung; ja, die innere Jugend dauert unangetastet fort, wenn gleécb dre äußch dahm geschwuudxn ist. Bloiie Talente werden dagegen (wie Solgcr anöeqtct) streit- süchtig und verdrüßlici»; sic suchen dcn. (“Zörund dcr eentxctxndcn Veränderungen aner Orten (in den Vornehxrn/ „dcn „Tonkunulern, dem Publikum, den Räcksclirxttcn ch.: Gexckmmck's, 1a der ganzen ,Menscl3heit) ---- nur nicbt in ml) solder! _ '
(Ons Heiligthum der KUZU“: wird mir denckn e_rdxmct, welche mit heiliqem Ernsic nahen und nch durwß uncmnuüdlrxdcn Fleiß, so wtc dnrcs) unvcrtilgliche Bcgctßymxng dkmxdcn wurdig machen. Die- icniqkn, welche auf andere Weise hrnemstbiUYWU, wxrden bald ent- deckt, und der kurzen Freude std_einxvarcn Gelingen) xolgt dann [an.» ger Schmerz über die unvermeidliche, abcr wohlverdiente Zurück- seßung. „ „„ o_
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“) Solger's Aesthetik von Hcife- S. "110, 124
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Haupt - Momente neuerer Finanz! und Polizci-Gcscchbung des Auslandes, so weit selbige den „Handel betrifft,
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Berlin, 31. *.*-FW; 1831, (SiklußI Deutschland.
Mccklcnburq xSchwcrin. Dumb Großderzogl. Verordnung vom 22. Fxbr. d. I. wird, auf den (Mund t'rv'adcrcr craktaconmäßiger Vorsicht, m den vom Prex:ss;schm Sumxc ninickiloscncn, und durch Condcnrion vom 2. Dez. 1821; dom Königl. Preußischen indirekten Steuersystems angeschloffcncn Großderzoal. (Zschicrstluilcn Rossow, ?eßcband und Schönberg, das zwisxdcn Preußen, Bayern, Würt- temberg, Sachsen, beiden Hessen und dem Tizijx'inziisckwn Verein un rerzeichncte Zoll-Kartcä vom 11. ?)?a: v. I. als dieselben verbindendes Gesc promulgirc.
(reis und Hansestadt Hamburg. Die Zoll;- und Messe- Deputation publizirt unterm 17cm! d. M. verschiedene Veränderungen, welche durch das Gesetz pom 80. D.*;. o. I. über Gewinnung des Bürgerrechts, in Bcfugmß und Form der Abgabe von Transitv- Dcclaracioncn hervorgcrnfcn wcrden. Jene Bcfugniß wird nam- lich in „Zukunfc mir den Großbe'jrgryn und solchen Mitgliedern dcr IsraelitischknGemeinde pcrs'o'niicl) cmgcx'ämnt, welche die dazu vor,- geschriebene Abgabe erlegen. “Dcr Bkrcxmiqccn müssen sic!) da])cr beim Haupr-Zollamte ein für allemal dnrch Vorlcqung dcr ndthigcn Doku- mente legitimircu, und ihre Unterschrift, dercn sac sich künftig xu bc.-
ansehnlich vermehrt und bereichert worden.“ U - In Niederstein, Glatzer Kreises, (Reg.-Bex. Bres-
dienen gedenken, in ein dam bestimmtes Buch einzeichnen.
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