1834 / 112 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Befehl stehenden Mackit eingerückt. Die Freude der Einwohner ist nicht zu beschreiben. Eine Menge derselben eilt, sich unter unsere Fahnen zu siellen. Bourmont (der Sohn) hat den Befehl in der Provinz (.Alrmtrjo) an Lemos Stelle. Er marscbirte geßcrn auf Serra mix etwa 600 Mann, die er aus Evora gezogen, und mit welchen 110) ein Theil der Garnison von Moura vereinigen sol], die, wre ich höre, aus 700 Mann von allen Truvpen:Gattutige-xi be: beüeht. Ich hatte einige Tage hier bleiben wollen, allein in Folge vo_n Bourmonrs Bewcgiing breche ich morgen nach der Guadiana bet Serpa hin auf. Bem, den "23. März.“

- Die Times enthält folgende Privar-Korrespondenz aus Porto vom 81. ONärz: „Admiral Napier besetzte am 26|en d. M. Caminha mir 500 OJDann. Am folgenden Tage zog er mir 400 Mann nach Viana, in welchen Orc er unter dem Zu- bcl der Einwohner einri'ickre und sich der Forts und des Schlos- ses bemächtigte; 150 Milizen stießen zu ihm. Von da wollte er nach Ponte de Lima aufbrechen. Auch soll er Valenga de Minho mit 700 Mann beseßt haben. »- General Torres, wel- eher den Befehl zu Porto führt, ist mir 4 Regimentern Infan- terie, 4Bataillonen »))?ilizen, 280 Reitern und 10 Kanonen nach der Provinz Minho ausgebrochen. Das Corps schwa dic Rich- tung nach S. Tirso ein, wo die *))Figuelisrn ihre. sämmtli- chen Streitkräfte nördlich vom Douro rrrkmnmelt bati'exx, mit Ausnahme eines kleinen Corps zu Basco UUd cim'r Guerilla zu Braga. Als General Torres am 2611101 0. zu S. Tirso eintraf, hatten die Miguelisren sich nach Guima- raes zurückgezogen. Nach einiger Rast ging es weiter Über 9.3.1110 nach Guimaraes, welche Stadt General Torres am :?7stc11 d. M, Abends bej'elzre. Zn Guimaraes haben sich bereits zwei Frei.- willigen-Bataillonr gebildet. Am folgenden Tage 0010 es wei- ter gegen den Feind, in der Absicht, zugleich die zu Braga sce- he'ide Guerilla unter Reimundo zii umzingeln. .Diese, aus Geist- -lichen und Bauern bestehend, hatten sich bereits zurückgezogen und anfgeldset. Braga ist von 2000 Pcdroisxen besetzt WOWLU. .Diese Stadt war von einem großen Theile ik)rerC'i11Wd[)ner ver- laffrn, und nur ein 9326011) war dort zurüekqebliebcn. .Die Be.- saßunq zog fich über Carvalho d'Este nach Chores Zurück. Auch der »))?iguclistisM Brigadier Cardozo hat sich in 1 [ivrira d'Aze- meis mit 700 Mann nach Amarante gezogen. Uebcrall wurden die Constitutionnellen von den Einwohnern mic Enthusiasmus empfan- gen und betrugen sich mit der besten T))?annszuchr. Vorqesrcrn smn- dcn die I)?ig11elisten zu Amarante, und General Torres vermutl); [ich am Ufer des Tamega. Barcellos, Espdsende und Villa do Conde hatten sich für die Königin erklärt. .Die Provinz Minbo muß nunmehr von Feinden gesäubert seyn, und auch in Traz os Montes herrscht große Gährung. Der früher r-dn dort nach Spanien entkommene General Jorge d'Avilez befindet sich jrßt zu Alcai'iizas und hat sechs Contos de Reis erhalten, um in der letztgedachten Provinz, wo es gänzlich an Truppen fehlt, ein Freiwilligcn-Corps zu organifiren. Ein Dampfschiff hat wieder Truppen nach Porto gebracht und soll noch mehrere, nebst dem Herzoge von Terceira, von Lissabon hierher bringen.“

In einem von der Tim es mitgetheilten Schreiben aus Lis- sabon vom 27sien OITärz heißt es: „Nachdem Bernardo de Sa a1112.3st_en d. Beja genommen hatte, schickte er sich an, ein feind- liches Korps bei Srrpa, 600 Mann stark“, zu denen noch 700 aus Moura stoßen sollten, anzugreifen und zu zerstreurn. Um diese Bewegung zu unterstützen, bildete sich eine Kolonne zu Setubal, wo 200 Reiter und eine “Abtheilung Belgier erwartet wurden. Die ganze Gegend westlich von Leiria und Alder: Gel,- lrga muß nunmehr frei scvn. .Die »))?iguelisren brfcskigken Coim- bra. Der dortige Zur" de Fora isk am 1.3. d. TN. aus einem Fen- ster von unbekannter „Hand erschossen worden. - Graf Almer pa]?- firte am 14. d. M. durch Coimbra nac!) Santarew, indem er zum I)iiguelistisMn Befehlshaber in Alemcejd crnanmt worden ist. --- Am 22ften d. M. traf Baron Sourr, Sobn des »))?iqurlisisehen

Eeneral-Lieutenants Gaspar Terxeira (Vizconde de PSM da"

Regoa), in Lissabon ein, um Wegen einer Amnestie für sich und seine Familie zu unterhandeln. Sri0e Anträge wurdcn ange- nommen und ihm sogar ein Konnnando aixf dem Wege narf) Coimbra ertheilt. Dies isk von Yrdßer Wichiiqkrit, da sein Ba- ter einer der größten GrundEiqenchümrr in Traz os Moncrs ist. - Am 18011 v. M. kam Don Carlos durcl) Lamcgo.

T ü r k e i'.

Konstantinopel, 18. März. ('Zlk'gemeine Zeitung.) ONan ist nun so weit in den Unterbandinngcn über den sdZ-e- nannten Dardanellen ; Vertrag gekommen, daß eine Art von di- plomatischem Waffenstillstand von allen Seiten anerkannt ward, wo.- bei bis zur Erhebung neuer Reclamationen jeder die Stellung inne behält, die er zeither zu behauptenwiißte. Eine förmliche Versrän- digung fand noch nicht statt, man sieht sichndci) immer mit rifrr- süchtigen Augen an, und denkt im Laufe der Zeit nach Umständen den bei der Pforte errungenen Einfiuß zu verstärken, oder de- ren verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen. J'katiärlicl) wird nun dem Sultan von den fremden Botschaftern und diploma- tischen Agenten auf eine auffallende Weise die Cour gemacht, was ihm allerdings gefällt, und ihn um so mehr mit einem Systeme befreundet, als er früher keineSWeqes verzogen, son- dem seit der Griechischen Znsurrecrion vom Auslande mit wenig Zuvorkommrnheit behandeit ward, ja häufig die bittersten Wahr- heiten hören mußte, die, wie das Svrüchworc [rk)rt, weh thun. Man sieht, wie bei so manchen EUrdpäischen Höfen, die süße- sten Schmeicheleien verkehwenden, selbst Jntrtguen anspinnen, um Sr. Hoheit ein freundliches Wort oder ein Lächeln abzuge- winnen. Man verlegt fich auch auf Lobgedichte, und manche Feder, die eigentlich für die ernsthaftesten Ausarbeitungen be- rufen isi, übt sich in Alexandrinern, “um dem großen Herrscher des Orients WeihraUch zu streuen; man gesellt die Künscc Apol- lo's der verfeinerten Diplomatie bei, damit nichts fehle, was das Herz bestechen, den Sultqn für sich gewinnen kann. Wahr,- haft komische Scenen fallen in diesem Konflikte höfischen Wett.- streites vor, die den Türken wohl nicht entgehen mögen, und ihre Geringschätzdng für die Franken vermehren müssen. Das geschmeidige Wenn unserer „Diplomaten sticht schon stark genug von der ernsten und schwerfälligen Haltung der Muselmänner ab; wie wird der Kontrast erst fühlbar, wenn der Höfling den Diplomaten zu ersekzen hat! Man wird bei den bevorstehenden Festlichkeiten, womit die Rückkehr Achmed Pascha's begangen werden soll, davon neue Proben erhalten, denn so sehr die Pforte und der russische Geschäftsträger Ursache haben, mit dem AUSgange von dessen Mission _in Petersburg zufrieden zu seyn, so wenig dürften der Franzöfikche und Englische Botschaf.- ter sich darüber freuen. Dennoch werden sie nicht umhin“ können, dem Empfange Achmeds beizuwohnen, und an den Feierlichkeiten Theil_ Zu nehmen. Mittelfr eines Hattische- riffs isi die nahe Ruck ehr jenes Botschafters verkündet worden, der von Petersburg seiyen Weg durch die Fürstentbümer genom- men hat, um die Huldigungen der Bojaren zu empfangen, und sie zur Ei'gebenheir für den _Sultan zu ermahnen. Dasselbe Krei- serlicye Rescript zeigt auch die bevorstehende Räumung der Für-

-Verleihung der Würde eines »))?arkgrafen mit der Nordmar?

- lebte alle (Bemüthcr, und so verschieden dir Scände waren, dc-

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stenthümer von den Russischen Truppen an, die bis Ende dieses Monats vollendet seyn solle. Diese Angelegenheit, welche der Pforte sehr am Herzen lag, wäre also geregelt. Eben so sind die Hindernisse beseitigt, welche der Annahme eines Griechisch?" Bevollmächtigten entgegen standen, und zu deren Hebung alle hier akkreditirten Agenten der großen Mächte ohne den minde- sien Rückhalt mitgewirkt haben. Der Griechische Bevollmäch- tigte, Hr. Zographos, ist hier eingetroffen. Er stieg in einem eigens gemietbeten Hause in Pera ab, und wird näch- stens seine Antritts ; Audienz beim Sultan haben. Die Nachrichten, die uns aus Griechenland zukommen, sind befriedigend. Hingegen bietet Kandien ein Bild des Jammers dar, und Niemand begreift, wie die Mächte, welche so groß- mi'ithig das Schicksal der Übrigen Griechen beherzigten, die Un- glücklichen Kandioten einem Svskeme der Verfolgung preisge- ben lassen, wovon die neue Geschichte kaum ein Beispiel liefert. Allerdings haben sich Lord Ponsonby u.".d Admiral Roussin nach Alexandrien gewendet und WTebmed ATi die dringendsren Vor; ["rellungen gemacht, damit er menschlich handle, die Klagen der Kandidten anhbre und sie nicht zur höchsten Verzweifiimg treibe. Auch hat der Vice:König sehr gütig darauf geantwortet und den Vortrag der beiden Botschafter zu berücksichtizzen versprochen; allein die Greuel-Scrnen dauern in Kandien fort, und scheinen nicht eher ritigefkeUc werden zu sollen, als bis alle Opfer gefal- len sind, die der Jngritnm Mebmcd Ali's zur Sühnung aus- ersehen hat. Wer mag nun den guten Dirnstrn der beiden Bot1chafcer vielen Dank wissen, so lange sie von solchen Erfol- gen begleiter sind? Herr Bois le Comte, Französischer cha- twns-Secretair, welcher in Alexandrien war, soll die Sache der Kandioten mit Wärme vertreren haben; er 1'cl)meicl)elt sich, daß ohne Verzug Befehle ergehen werden, um die Bedrückungen ab- zUsrellen, welche in Kandien die Unruhen hervorgerufen. Herr Bois lr Comte ist Über Bucharest nach “Paris abgereist.

Inland.

„Berlin, 21. April. Die Stadt Stendal beging am 15ten d. WT. die 70111ährige Zubelseicr der Belehnung Albrecht des Bären mit der Nordmark. „Wenn der Kurstaac Branden- burg“, so berichtet man von dort, „der Mitcrlpnnkc drr Preu- ßischen O)?onarchie ist", so 111111? 11115 Preußen der Gründer der Brandenburgischrn Macht, Albrecht der Bär, das größte In- teresse cinftößen, und eben so muß der Tag, an welchem er unter

belehnt wurde, zu den denkwürdigscen der vatrrländischen Ge.- 1"ch)ichte gehören, da diese I)?arkgrafschaft seinen späteren Erdbe- riingrn und Erwerbungen, namentlich seiner zehn Jahre nach- hrr errungenen Herrschaft der 7))?arkgrafschaft von Brandenburg, zur „Basis diente. Und da der gefeierte Gründer des Thrdncs, der nun schon sieben Jahrhunderte hindurch gestanden, der im Laufe der Zeit, wenn auch von manchen Stürmen bedrdhc, den,- noch, unter dem Schuße des Allmächtigen, immer mehr an Festigkeit, Erhabenheit und Glanz gewonnen hat, und an deffen Scufrn jelzt 13 »))?illionen glücklicher Unterthancn ihrrm erhabe- nen Herrscher den Tribut unbegränztcr Liebe und Verehrung darbringen, seinen ersten Silz und seinen ersten Wirkungskreis in der Altmark hatte, so mußte der 15. April insbesondere dem Alcmärker ein hochwichtiger Tag seyn. Dies fühlten die Bür- ger unserer Stadt denn auch, und wünschten daher, den Tag festlich zu begehen. C'in Mittagsmahl wurde im Lokal drs Gasthofes zum ]"ch1varzrn Adler veranscaltrt, an Welchem, außer den Bür- gern, ihren Vorstrhern und den städtischen Bramrrn, auch die Militair- und Civil-Brhörden Anthcil nahmen. Frohsinn be-

nen die Theilnehmrr angehörten, Alle verband und cincr der gemeinschaftlicbr Zweck“ der Feier, das gemeinsame Gefühl des PatriotiSnms', der dankbaren Liebe und treuen Anhänglicbkcic an die Person unseres allrcrehrtrn Königs zn eincm harmoni- schen Ganzen. Ihm galr der erste Toast, aitsqcbraclx von dem Bürgermeister von Voß, und alle Anwcwndc stimmten brgrtsrc- rungsvdll ein in den frommen Wunsch, daß der „173111111161 ihn seinen begli'ick'icn Unterthanen noch recht lange erhakccn möchte. Hieran erhob sich auf die Auff'drdrriing dcs Landrarhs, Grafen von lernplikz, dcr Subrektor DJTÜUrr 110d brachte mit einem gelungenen Impromptu dem Hause Askanicn cin chrhdcl). *))?rh- rere andere Toascs" folgten. So herrschte denn Freiidc in der ganzen Versammlung. Aber wo sich das „Herz der Freude gc- öffnet [)ar, da fühlt es auch das Verlangen, 1110103111000 und den Hülfsbedärftigcn an seinem Gläcke Theil nehmen zu lassen; und so veranstaltete der ApothekerTreii eine Sammlung zum „Besten der Wittwen und Waisen, deren Vrrsorgrr unlängst bei ihren Berufs-Arbeiten in dem Kohlen-Säwcjne bci “Ziehen ihren Tod fanden. OJZic erneuerrer Liebe zu König und Vacrrland kehrte gewiß Jeder der Theilnehmer am Abende dcs Fesitages zu den Seinigen zurück.“ Meteorologische Beobachtung. 1834. Morgens Narbmitt. , Abends *“ Nack)ei?101aligcr

20. April. ] 6 Uhr. 2 Uhr. 1-1Ubr. ü Beobachtung.

Luftdruck. . 340-1 .*"'Par.['339-1 2"'Par. 337,0 h'*'Per.§11.*;m.1värmc i;,“ 0 „R, Kustwärme + 5,3 " R. +l3-8 " R- + 0,3 " 5.0.1... . „. ., , Thatrpunkt + 3-2" N. „"(“U'Wrme "" K“

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]ksrliner ]Zör50. [)Lu 21. 31171! 1834. 111111]. [7011118- 11111] (2810-(70111'5-710110]. („„A/'r. KMM.) [ZF17273'1M'LFLZI] 'Z/Fxxxxx-Zxar-N.

8t.-§0]111]i]- 81:11. 4 99 981; (4101503. [*08, (10.7 4 102 _ ['1'. [51111]. 1111]. ld. 5 WZE, -* 051111. ['f11111111r. 4 - 9. F ])r. 1511151, „4111. 22. 5 - - ['0111111. (10. 4 1011" -- ['1'. 811111. 0111. 30- 4 94; 93,5, [Kur- u.J'Lum. 110. 4 106.2 -- 91311108011058011. - 55? 551“- 801116513008 110. 4 -- 105: ](0101. 0b|. 111. ]. (* 4 WF 97Z !ithK. (].!(.- 0.3". *- 67Z -

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Kussärtigo 861-8811,

1111181070010, 16 Ipril. Xjrclexr]. 171111]. 8011110] 50. 57? (10. 96-1“; JUYFGUELUE dcbuiä __

[(Zum-[Lil]. 227'7. 64,2 111110". 895. ZZZ 722. 0881811". 96,7 [*r-31133, krämjsn-öoboius 97. 31185. (7,1831) 95;- 53- 8111111. 62'x4. ZL- 41:.

zutresk 911, 15 „1111-11. 8111111. HF 624. ZF 41. stall.99§. Kaup. 87Z. 81. ketsrsburg, 12.111111].

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Mißu, 16. „4011|.

53 M81. 97,“,. 4,3 87.4?- bnnse 211 100 |U, 202.

Königliche Schauspiele.

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Diensag, 22. April. “Jm Schauspielhause: König Enzio,

historisches Trauerspiel in 5 Abtheilungen, von E. Raupach, Zu dieser Vorstellung bleiben die bereits gekauften, mjt Sonnabend bezeichneten Schauspielhaus-Billets gültig, auch Wer- den die dazu noch zu verkaufenden Billers ebenfalls“ MU Sonn; abrnd bezeichnet seyn. Königstädtisches Theater. Dienstag, 22. April. Zum crstcnmale: Das Taschenbuck, Drama in .; Zlkteti, von Kdlzebue. (Hr. Engelbrecht, vom stäns dischen Theater zu erbrrq: Eduard von Mildau, als dritte (531111101er Hierauf: Vorstellung des 12jährigrn Burton (jn Englischer Sprache): Neun in Eins! Posse mit Gesang in 1 Ak: Persdnem: Der alte Beason, Henry Hedgley, eine Baye; rische Flirqu:Wedei-Verkäuferin, ein Kutscher, Demoiselle BW 100, ein Franxdsiscbrr Barbier, die alte „Beason, Paul Pri), der junge Burton. Sämmcliche Charaktere werden von dem jungen Burton al- [ein dargcstebt.

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P a r i s, 15. April.

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_ , Auch die Pairs-Kammer begab Nch gestern gegen 2 Uhr auf den Vorschlag ihres Präsidenten nach den TUil-ériern, um dem Könige ihre Mitwirkungöu allen Maß-

regeln, die zur Ausrechthalcung der Ruhe Und rdnung etwa 1100) crforderiicl) seyn möchten, anzubieten. (Die bei dieser»- legenheit von drm „Baron Pasqmcr gehaltene Anrede, so wie die Antwort des Königs, werden wir morgen mittheilen.)

Der Präsident" der Drputirten-Kammcr war gesrern ron 2-58 ".Nitglicdcrn der Kammer in die TUilrrieen begleiter Wor- drn. Unter ihnen brmcrkte man die Herren Odilon-Barrot, Pagös, 0511itti)icr dc Rumillv, Coulmann, Mcrilhou 11. Andere. Narbdwii sich dir Depuiircrn;.Kamnu'r wieder entfernt, kamen die Herren Vivien, Gillon uud Legrand in die Tuxlerieen und bedaucrtrn, nicbt zur rechten Zeit gekommen zU senn. General Peter hat sck)rifclich sein Bedauern darüber ausgedrückt, bei dcr Ccrcmonic nichr gegenwärtig gewesen zu seyn.

Obgleich sich im Verlauf des gestrigen Tages keine Smnpcomr von ferneren Ruhestörungcn zeigten, sd blieben dock) starke Triippcn-Corps auf den Quais, dcm Greve- Platze und den dem Schauplaß der Unruhen znnächst gelegenen BOU1evards aufgestellt, und zahlreiche Patrouillen durchzogen in der vcrfiosscnrn Nacht die Straßen. Die Nacht ging ruhig vorüber, “und heute sind die Stcinsrizer damit beschäftigt, d1e Straßen, in denen das Stritipfiaster zur Errichtung der Barri- kaden aiifgcriffcn worden war, wieder zu pfiastcrn. Die hiesi- gen Zeitungen sind mit Details Über die VorfäUc vom 13cm und 14tr11 d. DIT. angefüllt. Das Journal de Paris erzählt nun ebenfalls, daß in der Straße St. *))?artin auf die Prinzen gesckwsscn und ein Pfiasrrrtirin aus einem Hause auf sie hrrabgcscdlcudcrt worden sei). Bei diesem Anblick stürzten sich die anantri“ii*-Prldtdj1s, welche die Prinzen begleiteten, 01 die Häiijer, woraus die Srbiipse gefallrn, und ließen mehrere mit den Waffen in der Hand angrcroffcne '.)[iifrührcr Über die Kimgr springen Man schätzc dieAnzayl der in d1r1'rn Häuserngcfal- [enen Empörcr äUf/12. - Dcr Capital" Krrsosi wurde 111 dem Augen- blick" verhaftet, als er eben Befehle an die Srctionairs der Ge- sellschaft drr »))Lrnschcnrrcyre rrthriltc; er Wollte sic!) noc!) mit ]"rmcn Waffen vcrchcidigcn; alleen 1cl)011 war er in den Händen drr Gerechtigkeit. -- Zu den Barrikaden fand man Fahnen mn cinem Flor 0111011111; xie haben ebenfalls die drei Fardrn, aber anders geordnet, wir bei dcr NeiFidMl-Falme. Das „9 'ecß, Blau, Rot!) ist borixdtital gestrilc; sie tragen die Inschrift: „Gesell- 1ch)afc der Rechte des *)]krnscOcn und des Bfirgcrs, 6. Brzirk,2. Starkbiercrl.“ Das Losimzswort drr Llufrührcr war: „rrpublt- kanische “Revolution.“

.Die Regierung hac Nachrichten aus Lnon vom 12. Abends durcl) Stafstrr erhalten. Dieser Tag war noch bllltkg, abci'cnr sryridend. Dic Cmpdrcr, aus allen il)rr11 Stellungen verjagt; suchten Z11fi00)t in 5 oder 4 Kirchen, unter andern auch in dcr .Katbrdralc, die man belagern mußte. Alle dirjrnigen, wclchcslch 111 dieselben ringeschldffcn, sind umgekommen. “Man schätzt ihre, Zahl auf mehr als 200. Mit der heutigen Post erwartet man nähere Details Über diese traurigen Tage.

Es „scheint außer allem Zweifel, daß zu St. Etienne ein Versuä) gemacht worden, sich der dortigen Waffen-Manufaktur zu bemächtigen; cr scheiterte, narbdrm der Kampf um dicselbe'Z Stunden gedauert. _

.Das Journal de Paris berichtet: „.Die in Paris 10 energisch besiegte Anarchie isrzugleick) anfallen Punkten Frankreichs- wo Kompldtre geschmiedet und vcrbrecherische Absichten gehegt WW den, besirgt wvrdrn. Zn Lyon sind 11112 Communicationcn 1116? der hergestellt, und Ordnung und Ruhe sind vier unheilvolle," und becrübten Tagen nacbgcfolgt. - In St. Etienne wurde!)!e Waffen-OJTanufakcur von den Aufwieglern blokirt; einige Barri- kadcn wurden am 111611 gebildet; ein Gcwehrfeuer rncspan?1 sick). Allein die Truppen und die Gendarmerie stellten mkk eincm bewundrrungswürdigen C'ifcr in wenigen Stunden alle Connnunicatidnen wieder her und gaben dieser Stadt die, einen AUgcnblicL comproxnitcirte Ordnung und Ruhe zurück“. - I" Auxerre, Dijon, Macon, Chalons, Revers ist" die Ruhe, UNI?F achtet der von den Anarchisten verbreétecen unheilvollen Nach“ richten, nicht einen einzigen Augenblick gestört worden. '? Verkündung von der vdliigen Niederlage der Injurgenten in Lyon hat eine lebhafte Freude verursacht und alle Hoffnung?" der Unruhestifter vereitelt,“

_- Heute schloß 5proc. Rente 111“. 130-0111. 104. 20. 1111001"- 104, 35. Zpioc. 111". 00111111. 78. --. [111 00111". 78. 15. 5proc' Reap. [112 (30111111. 94. 80. 1111 00111". 94. 95. 5proc. Span- 66-;,-. Zproc. do. 40-§-. 5proc. Belg. 97F. 5proc. Röm. 952-- 5

Frankfurt a. M., 18. April. :Oesterr. 5proc. »)cerall. 981- 081. 4proc. 85-1. 882. 21proc. 521. 1proc. 231. Dr. Bank- Aktien 1508. 1506. Part. ;Obl. 139. 1382. Loose zu 100 G. 2063.231'. Holl. 5pcoc. Obi. von 1832 94,5» 94.1.» Poln- L. 621. -. Preuß. Präm. ; Sch. 1542. 541. 4vroc. Anil- 922. G. 5proc. Span. Rente 624.621. Zproc. do. perp. 415 417“

Fedacteuk'“""(ß„.-/." ' :*": _. ' Gedruckt bei A. W. „Hayn.

Zank-Iatisn 1239. l'art. 011]. 137;

„Prrußisrsgc S111111s='.

Allgemeine

Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.

Se- Majestät der König haben dem General-Major von [eis, bisherigen Commandeur dcr.91en Infanterie-Brigade, ,'" Rother?) Adler-Orden zweiter Klasse mit Eichenlaub zu ver-

'u t. eDes Königs Majestät haben dem Land; und Stadtgerichts- direktor Höpner in Stoip zum Geheimen Justiz-Rath zii er- „mm, auch das desfallfigc Patent Allerhöcysk zu vollziehen

rkkuhr' .___- - Im Bezirke der Königl. Regierung

i" Breslau ist der Kandidat der Theoloi ie, Weymann, um Prediger der evangelischen Gemeinde zu “[bcndorf bcrusen Zworoen.

Zeitungs-Nachrichcen. Ausland.

Frankreich.

Paris, 15. April. Die gestrige Sißung der Pairs- Yammer eröffnete der Minister der auswärtigen Ange- egenhciten, indem er der Vermxnmlung die nachstehende .Uicxheilunq über die Unrxhen in der „Hauptstadt machte: „Nach- 101 mir kürzlich erst die traurige Pfiichc oblag, die Kammer dem in Kenntniß zu srlzen, was sick) in der zweiten Stadt esKönigreichs zugetragen, habe ick) heilte die Genugthuung, hr melden zu können, daß in Lyon das Gesetz gesiegt hat. Die ?,Jnsurgcnren, in allen ihren VerscvaZFtngen anÉcgriffen, befinden Jsich in vollkommener Auflösung. (:S die reignisse betrifft, ..crm Schauplatz die Hauptstadt gewesen, so erinnere ich die ammer in der Kürze daran, daß man uns eine Schlacht ver- prochen hatte, und daß man nur Mordthaten begangen hat. 1 ogar die Person des Kronprinzen isi bedroht gewesen; meh; rere Offiziere der National-Garde und der Linie haben bei Er- ? [lung ihrer Pfiicht das Leben verloren. Ich lasse mich Fichi in nähere Details ein, da sie mir nur noch unvoll- mmm bekannt find; ich muß aber jetzt schon der Kam- er sagen, das; die National-Garde und die Linien-Truppen Eifer und Hingebung für die verfaffungsmäßige Monarchie ewetceifcrc haben, daß der National-Charakter fich durch die edel- üihigstcn Handlungen im schönsten Lichte gezeigt hat; daß aber rich den traurigsten Kontrast derselbe National-Charakter in er Person jener Rasenden herabgewürdigt worden ist, indem ieselbcn, aufgeregt durch die unseligen Lehrsäße, welche man seit Zo langer Zeit verbreitet, versucht haben, die Hauptstadt densel- en Greucln preiszugeben, deren fürchterlicher Schauplatz Li on ge; 11111 ist. Unter diesen ernsten Umständen, m. H., beratéschlagc ieRegicrung über die Maßregeln, welche fie den Kammern vor- ulegcn hat (Sensation); je ernster aber die Umstände sind, 111 so mehr wird es der Kammer in ihrer hohen Weisheit ein- Zcuidten, daß die Regierung jenen Maßreaeln alLe die Ruhe und ZZLebcri-tgung zuwenden muß, welche der Zustand des Landes er- 771111111.“ - Die Kammer begab sic!) hierauf (wie bereits gestern ;;:cmeLdet worden) in «011010 nach den Tuilirieen, wo der Ba; on Pasquier folgende A'nrede an den König hieir: „Sire, Die Pairs-Kammcr hac einstimmig das Bedürfniß 'Ympsan-cn, Ew. Majesräc bei einer so ernsten Gelegenheit den N(USdruck ihrrr unveränderxichen Anhänglichkcit zu erneuern. ;Dchon mehr als ein Mal hatte die Verirrung der Factionen br diesc Pftichr auferlegt. Wenn der Fanatismus derselben noch _ )t erschöpft ist, wenn ihre vcrbrecherischen Bestrebungen neuer.- ?dmgs cms Licht gekommen find, so bezcigt wenigstens ihre frucht- Me Und blmgicrige Wildheit mehr als jamais ihre Ohnmacht. ZWS dieselben auck) versuchen mögen, Sire, ste wcrdrn nie we- ÖT"; dcn bürgerlicher: Muth dcr National-Gardc, noch den un.- Nibrrckericn Eifer der Armee, noch die feste Anhänglichkci: der roßen Staats-Körper, und besonders nicht die der PairsxKam- 01 ermüden, die ein so tiefes Gefühl der Vatrrlandsliebe und U" ZLsrUschaftliMn Pßicku an Ew. Majestät kni'lpft.“ *? Der König antwortete: = „Die Pairs-Kammer hat Mir hiervon in allen Krisen, Welche wir zu beßehcn gehabt, Beweise gegeben. Diese letzte Mime große Lehre für alle Diejenigen, die so oft die verbre- kktsche Kühnheit gehabt haben, die schmerzlichrn Auftritte, de- r“" ZeuZen wir gewesen, zu erneuern. Dem Muthe und der 'usdamr unserer tapfern Armee und unserer braven National- 11'de verdanken wir es wiederum, von den Gefahren, die uns bkdksbtcn, befreit zu seyn; sie haben sich dessen, was Frankreich M ihnen erwartete, würdig gezeiat; Ick) habe sie mir Meiner YUzenMackU unterstützt, undIct) hege die Zuverfich:, daß durch «Ik)l'e_')k.'?itwirku11_g und unter dem Beisiande der Nation unsere [?stttutionrn vor jeder Beeinträchtigung gesichert seyn werden. Dieser“ Schritt der Pairs-Kammer wird die Stärke der Regie- run1171100) vermehren, eine Stärke, die in einer Zeit so noth- wrnd-g isi, wo die Factionen sich auf alle Weise bewegen und

"MM- welche wir in diesem Augenblicke beklagen. Aber diese 9,9ffnung wird zu Schandau gemacht, und die Erwartung Frank- F““ngird nicht getäuscht werden. Ich bin tief gerührt von r 9" Eedinnungen, welche die Pairs-Kammer für Meine Person '"] den Tag. legt, und Ich wünsche, das; sie immer auf diejeni- 97" WU?" möge, welche Ich für fie hege, und die recht auf- rtMU] sind.“

is.; M“" hat bemerkt, daß Herr Dupin, als er der Kammer “WZ“ AWS? an7de11 König vorlas, in der Stelle: „so wie unse- redl'Chen Mitwu'kung zu allen gesetzlichen Maßregeln“, das 7 ort geseßléck) ganz besonders betonte.

Das Journal des Débats giebt (wie oben der Minister)

Berlin,

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Utcmals die strafbare Hoffnung verlieren, die Kalamitäten zu er: -

Dienstag den 22V" April

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Abends

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zu verstehen, daß besondere Maßregeln ergriffen werden müß- ten, indem es am Schlusse eines längern Artikels über die statt- gehabten Unruhen sagt: „Man kann sich nicht verhehlen, wo der Grund dieser periodischen und geWaltthätigen Ruhestörungen liegt. Es ist hier nicht der Ort, darauf ein ugchcn. Die großen Staats-Gewalten werdcn sies) damit beschthigen. Wir woljen nur das Eine sagen, daß es darauf ankommt, die Freiheit, die Civilisation und die National-Würde vor jenen Gefahren und Verbrechen zu schüßcn. Es ertönt der aUgemeine Ruf, einem 10 unerträglichen Zustande entrissen zu werden. Und man kann fich nicht darüber täuschen, welche Fehler uns in denselben ver- setzt haben, welche Verlockungen, welche Ausschweifungen. welche heimliche oder eingestandene Theilnahme die öffentliche Ruhe so oft gefährdet haben. Indem wir es zugaben, daß sich eine der Nacional-Regierung feindliche Macht im Staate errichten durfte, schwächten wir sie. Diesem Uebel müssen wir endlich abhelfen, dürfen aber dabei nicht vergessen, daß das Wort National- Regierung den Thron, die Kammern, dcn Wahlkdrper und die öffentlichen Freiheiten in sich schließt.“

Herr Armand Marrasr, Haupt-Redacteur der Tribune, hat folgendes Schreiben in die hiesigen Blätter einrücken laffen: „Wenn ich nur meine persönlichen Gefühle berückßcbtigte, so würde ich das Publikum nicht von den Attentaten der öffentli- chen Gewalt gegen die Tribune unterhalten. Aber in dem In- teresse der Freiheit selbst ist die Unterdrückung eines Journals, das man vergebens durch 96 Prozesse zu tddten versucht hatte, eine sehr ernste Thatsache. Ich weiß nicht, wie die Presse diese Fructidorische Brutalität aufnehmen wird; aber sehr wohl erkenne ich die ganze Bedeutung eines solchen Vorganges. Dadurch allein schon, daß man fich der feindseligsten Ovposition bemeiskern konnte, hat man die gefälligste Opposition bedroht. Die Zeit wird lehren, von welcher Seite der Angriff geschah. Heute liegt uns die Sache noch zu nahe, und die Gemächer sind zu verblendet. Ich ver- lange von Ihrer Gefälligkeit nur, das Publikum davon zu un- terrichten, daß, nachdem man in unsern Bureaus auf's Gera- thewohl alle Personen, die sich daselbkk befanden, verhaftet, und Alles, sogar die Banden der Adressen versiegelt, man gestern auch die Pressen des Herrn Mie unter Siegel gelegt, und ihn selbst in's Gefängniß geschickt hat, wo sich sein Associé, Herr Rivail, bereits befand. Herr Sarrut ist in seiner Wohnung, wo er beim Vorübergehn eintrat, hinterliscig verhaftet worden. Aller dieser Verfolgungen zum Troß würde ich die Herausgabe der Tribune fortgesetzt haben, wenn ich einen Drucker hätte finden können. Seit zwei Tagen sind aber alle Schritte, welche ich in dieser Beziehung habe thun lassen, vergebens gewesen. Ich habe keinen Drucker gefunden, der arch nur eine kurze Anzeige an unsere Abonnenten mit dem Titel: „die Tribune“ hätte drucken wollen. Es isk eine jener Wohlcbatcn des Monopols, daß sogar kein bürgerlicher Muck) mehr bei den 80 patencirten Druckern in der Haupt- stadt der civilisirten Weltvorhanden isi. Ich hoffe, m. H., daß Sie fiih- len werden, wie wichtig es für mich ist, es ur öffentlichen Kenntniß zu bringen, daß wir nur darum die resche verlassen haben, weil es uns physisch unmöglich war, das Gefecht weiter fortzu- seßen. Niemals habe ich meineStheils mehr Vertrauen zu un- sern Grundsäßen gehabt, mehr Glauben in unsere Sache gesetzt, als seit den [e im Tagen, wo die Regierung alle Hülfsqueürn einer großen '[rmce und alle Gcwalcchätigkciten der Willkür ;;ntwickelt hat, um einen so kleinlichen Sieg zu erringen.

(gez.) Armand Marrast.“

Die Verordnung in Bezug auf Herrn Mie lautet folgen- dcrmaßen: „Der Minister, Staats-Secretair dcs-Jnnern, in Betracht, daß der Herr Mie, Drucker, überführt worden ist, den (Gesetzen und Reglements in Betreff des Bi'icbrrdruckens zu- n'ider gehandelt zu haben, und daß er fick) dieserhalb Vorurthei- [Ungcn zugezogen hat; nach Einsicht des Artikels 12 des Ge- setzes vom 21. Oktober 1814 verordnet: Art. 1. Das Druk- kcr-Patent des Herrn Mie wird zurückgenommen. Art. 2. Es uiid ihm untersagt, irgend einen Gebrauch von seinen Pressen 311 tiiachcn, die ndthigenfalls versiegelt werden sollen. Art. 3.

Der Polizei-Präfekt ist mit der Vollziehung der gegenwärtich

Verordnung beauftragt. (gez.) Thiers.

Paris, 16. Aprrl. Der König hat heute Herrn Chapuis, den Obersten der 4tenLegion der National-Garde, der am 14ten einen Schuß im Arm erhielt, mit einem Besuche beehrt.

Herr Baillot, der Sohn des Deputirten, ist an der erhal- tcncn Wunde gestorben.

Der National bemerkt in Brzitg auf den qegrn den Her- zc-g von „Orleans gericbi'cren Mdrd-Versuci): „Wir haben von diesem angeblichen *))?ord-Vcrsucl) als von einer lächerlichen Er- ßxidung sprechen hören; könnten wir doch dasselbe von der Nic- drrmrßclung der 96 AUfl'Üht'U' sagen!“

In einem Hause in der Siraße Transiionain, worin fich einige Insurgentrn bartnäckig verthcidigt batten, wurden, nach- dem die Truppen eingedrungen waren, die Einwohner sämmtlicl) niedergemeßeit, sogar Weiber und Kinder wurden nicht verschont. .Die Zeitungen führen Namen, Alter und Stand der Getddte- cen an; man findet darunter ein Kind von 5 Jahren.

In der Pairs-Kammer wurden gescern dic Berathungrn über den Gesekz-Entwurf wegen der Stellung der Offiziere der Land- und Sec-Macbc bis zum Zcen Artikel fortgesekzt. Im Z Laufe derselben überreichte der Großsiegelbewahrer dem Präsidenten nachstehende Königl. Verordnung:

Ludwig Philipp. Nacl) Einsicht des 2811er: Artikels der Verfaffungs-Urkunde, der die Verbrechen des Hochverratbs und des Angriffs auf die Sicherheit des Staats vor die Pairs-Kammer ver- , weist; in Betracht, das: auf mehreren Punkten des Landes und na- mentlici) zu Lyon am 0. und 10. April 11. f.; zu St. Etienne am 11. und 12. April u. . und zu Paris" an den Tagen des 13. und 14. April Attentate gegen die Sicherheit des Staates verübt worden, deren Urhxber, sie mögen nun ein- zeln, oder in Folge eines Bündmffes gehandelt haben, von dem Pairshofe zu ermitteln oder zu bestrafen find; haben Wir verordnet und verordnen hiermit: Art. 1. Der Pairshof werd btcrmit zu ammenberufen. Die von Paris abwesenden Pairs sind

gehalten, ich unverzüglich bier einzufinden, wcnn anders iie keinen

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rechtlicben Behinderungs-Grund anzugeben haben. Art. 2. Dieser Xußizhof soll sofort über dieicné en Individuen richten, die als An- üifter, Beförderer odcr Miischu dige der oberwähnten Attentate ver- haftet worden, oder noch verhaftet werden möchten. „Art. 3. Der- selbe hat "ck» was die Jnücnirung des Prozesses betrifft, an diejeni- en Formen zu halten, die bisher von ihm beobachtet worden smd. „irt. 4. Unser (Heyeral-Prokurator beim hiesigen Königl. (HeriÉts- hofe, Herr Martin (Deputirter des Departements des Nordens), wird die Functionen eines General-Prokurators beim Pairsbofc ver- richten und die Herren Chegaray- Unser Prokurator beim Tribunale ersier Instanz zu Lyon, und Franck-Carré, Substitut unseres Gene- ral-Prokurators beim hicügcn Königl. Gerichtshofe, werdcn thm assüiren. Art. 5. Der Archivarius der Pairs-Kammer und sein Adjunkt sollen als Gerichts-Schreiber fungiren. Art. 6. Unser Großsegclbewahrer ist mit der Vollziehung der gegenwärtigen Verordnung h_eaufxragt. (Jrgebrn zu Paris, 15.210111 18.34. ((Bez.) Ludwig Philipp. (Conrrasign.) C. Persil.

Nachdem der Präsident der Versammlung angekündigt hatte, daß fie slch- dieser Verordnung gemäß, am folgenden Tage Mit- tags 12 Uhr als Zustizhof zu constituiren habe, und daß die Session geheim seyn werde, wurde die Sißung aufgehoben.

In der DeputirtenxKammer wurden gestern drei neue Gesekz-Entwürfe eingebracht. Der erste, den Herr Prrfil mit- theilte, enthält die Bestimmun , daß Jeder, der unbefugter Weise im Befiize von Waffen oder rigs-Munition ist, sofort vor Ge- richt geladen und mit einer einmonatlichen bis zweijährigen Haft, so wie mit einer Geldbuße von 16 bis 1000 Fr. belegt, fer- ner, daß Jeder, der bei einem Volks-Aufskande mit bewaffne- ter Hand ergriffen wird, insofern er von denselben noch keinen Gebrauch gemacht, Zu 5bis10jähriger Zwangs-AW beit, in so fern er aber creits davon Gebrauch gemacht, zum Tode verurtheilt werden, endlich, daß Jeder, der unbewaffnet bei der Errichtung von Barrikaden, Verschanzun- gen 11. s. w. bebülflich gewesen, eine 5 bis 10jährige Gefängniß- strafe erleiden 1011. Die beiden anderen Geseß-Entwürse legte der Kriegs-Minister mit einer Rede vor, in welcher er zu beweisen sich bemühte, daß es unter den obwaltenden Umständen unmöglich sey, die Armee mit dem 1. April d. J. von 360,000 aiif 836,400 Mann zu reduciren. Er verlangte demnach, daß die Kammer zur Aufrechthaltung [enes Bestandes nicht bloß für das laufende Jahr einen Nachschuß von 14,014,000 Fr. bewillige, sondern ihm zugleich auf sein Budget für 18.35 eine Erhöhung von 22,448,000 Fr. gewähre.

Auf die in der vorgesirigen Sitzung der Deputircen-Kam- mer abgegebene Erklärung des Herrn Köchlin, in 1velcher dieser Deputirre behauptete, daß man ihm lügenhaftertveise Aeußerun; gen über eine Znsurrection in Befort in den Mund gelegt habe, erwiedert der Messager: „Wir unsererseits sind von einer großen Anzahl Deputirtcr zu der Erklärung ermächtigt, daß jene lügenhaften Thatsachen wirklich von Herrn Köchlin erzählt wor- den smd, daß mehrere ehrenwerthe Depucirte fie aus seinem Munde vernommen und den Journalen mitgetheilt haben, und daß es wirklich Herr Köchlin war, der ein Exemplar der repu- blikanischen Proclamation der Unteroffiziere des 52sien Regi- ments gezeigt hat. Dies Alles isi mehr als 100 Deputircen persönlich bekannt, und wir find überzeugt, daß dieselben unsere Aussagen nöthigenfalls bestätigen werden.“

Herr Marchand Dubreuil, Präfekt des Depts. des Ain, der fich, ungeachtet des an alle Präfekten erlassenen Befehls, fich unverzüg- lich auf ihre Posten zu begeben, noch in Paris aufhiekt, wurde vorgestern Adend von einer Patrouille als ein Verdächtiger ver- haftet. Nach geschehener Anzeige an den Minister des Innern befahl dieser zwar, ihn sogleich frei zu lassen, sandte ihm aber zu gleicher Zeit seine Entlassung zu. Herr Marchand Dubreuil, der nur einige Tage länger in Paris geblieben war, um sich zu verheirathen, gerirtk) über dicse Verfügung des Ministers so in Verzweiflung, das; er sich erschoß. .

Die der Regierung früher zugegangenen telegcaphischen-De- peschen, worin gemeldet wurde, daß am 13ten bereits Alles in Lyon beendigt gewesen sey, erweisen fich jeßt als fal1ch. Der Moniteur enthält folgenden Bericht vom 15ten d. M.: „Die Regierung hat heute zweimal trlegraphische Depeschen aus Lyon erhalten. Gestern Abend ist Alles vollüändig beendigt gewesen. Die beständigen Gefechte, welcbe man liefern mußte, die Bestz- zung der Vorstädte durch die Aufrührer, haben es verhindert, daß die Mittheilungen so häufig und so ausführlich waren, als man es wohl hätte wünschen können. Am Sonnabend den 12ten d. Waren die Vorstadt la Guillotiére und die vorzü*glich- sten Sradt-Viertel von den C'mpdrern befreit. Diese Nachriche kam am Sonntag in Paris an. Es Waren blutige Gefechte in der Sankt - Johannis ; Kirche und auf mehreren wichtigen Punkten geliefert Wordcn; man hoffte, daß dies der Schluß jenes unheilvollen Kampfes gewesen seyn würde. Indessen fuh- ren die Aufrührcr, welcbe vermuthlick) durch falsche Nachrichten aufgeregt waren, fort, fick) in Fourviéi'es und in der Rothkreuz- Vorstadt zu schlagen. Sonntag den 1Zeen schlug man sich in Fourvidres, Casati und in St. Georges. Am Montag den 14cm, also gestern, haben die Truppen St. Georges und die Rothkreuz- Vorstadt bcseizt. Lyon und die Verstädte sind jeizc ganz in die Gewalt der Behörden und der Geyekze zurüikgekehrt. So haben also fünf Tage lang beständige Gefechte gegen einen Feind stattge- habt, der, ohnevielGefahrfürsich1_elbst, unserntapfern Soldaten viel Schaden zufügen konnte. Die1e haben mit bewundernswür- diger Hingebung und Muth ihre Pflicht erfüllt. Die Gene- rale haben eine Vorsicht und eine Festigkeit entwickelt, die über alles Lob erhaben smd. Der Präfekt hat auf edle Weise ihre Anstrengungen getheilc. Unglücklicherweise ist das Blut in Strömen geflossen, und die durch das schwere Geschüß angericl; teten materiellen Vcrwüftungen sind bedeutend, Das sind die Früchte der unsinnigen Lehren, welche seit drei Jahren gepre- digt wcrden. Glücklicherweise können wir indeß melden, daß die Seiden-Arbeiter, deren Sache man zu vercheidigen vorgab, keinen großen Antheil an den Unruhen genommen haben. Be- sonders sind es politische Aufwiegler und eine ziemlich bedeu- tende An ahl Fremder gewesen, welche an diesen traurigen Ta- gen die Hauptrollen gewielt haben. Die Aufrührer hatten die

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