100 Arme auf Kosten der Kämmerei-Kasse bewirthet wurden. Während auf diese Weise auch dem bedürftigen Theile der Em- Wohner der Tag zu einem fesklichen genzachc wurde, erschollen aus dem Burg-Garten 101 Kanonenschusse. In einem öffent- lichen Saale fand darauf ein Festmahl von 138 CouvertJskatt, und für den Abend hatte die SchüyensGese11schaft in zwei ver- schiedenen Lokalen einen Ball veranstaltet, der bis zum Morgen des folgenden Tages währte. Abends war die Stadt, zum Theil mit recht snnreichen Transparents, erleuchtet, und bis tief in die Nacht hinein durchzogen Tausende dre Straßk und theilten die allgemeine Freude, die durch das schönste heiterske Frühlings-Wetter begünstigt wurde. Schr bedauert wurde es- daß der Bürgermeister von Bennigsen-Fördek- der zu der VW herrlichung des Tages am meisten beigetragen harte , duech kör- perliche Leiden behindert wurde, die Lust, desselben zu theilen.
«- Das im Jahre 1822 durch die Gnade Sr. Majestät des Königs fundirte St. Elisabeth-Hdspetal zu Breslau zählt egenwärtig 11 männliche und 19 wetbliche Hospitaliten beider- ei „Konfesüonen; außer der Anstalt wcrden überdcm noch 7 Be-
dürftiée vollständig verpflegt, und die etWa dennoch verbleibenden
Ueber chüsse an Hülfsbedürftige vertheilt,
Mittwoch den 23. April wurde im Oyernhause gegchcn: Deie Cmnll-Symphonie von Beethoven, Ada to und Vnrmttpnen fur die Flöte, gesetzt und vyrgetkragen von Für engu; endltect) die Schdv: fung von Haydn. Dre Einnahme derxeMunk Auffahruxgen _a1_n Vetta e fiießt bekanntlich in eine UnterpuixungZ-„Knsse, (Spontani- Fonds für hülfsbedürftege Theater-Mitglteder; sie. retcht,1ndcffen, obgleich das Haus auch diesmal ganz bescyt wax, hierzu n1cht_ aus.
Schon im Jahre 1739 Wurde m London eme Geseüsxhast zur Versorgung beiayrter Tonkünfilcr und three Familien gegrundct, zu welcher die Mit lieder größere oder geringere Bettragc zahlen muß- ten. Die Gesc schaft ward löblicl) verwalten und gewann außer- dem durch Vermächtniffe und Konzerte. . Erlxmal tvexrd, von 1749 bis 1759, der Messias unter Händels Lectung ausgefuhrt, und 1m c"ahre 1754 gab man fünf roßc Konzerte zu dessen Andenken. ÜZie Einnahme von diesen Vomeljungen kam fast ganz den mun- kalisäyen und andern milden Stiftungen zu Gute, und betrug an 160,000 Thaler. _ ' „
Die Oxx-oll-C'ymphonie,viclletch_t dte vollkommenstx unter allen Symphonieen Beethoven's", brachte m der lehren Aufxubrung, wie immer, eine ungemein Lroße Wirxung hervor. Vergletchen 11111“ m- dcffen die hiefigc Ausfuhrung 1n1t anderen, 3. B. in Paris und Dresden, so möchten wir den lehreren emen Vorzeng zugestehen, welcher fick) nicht sowohl auf die Leitung und de_e aUSUocndcn 111111175 ler, als auf die Herrlichkeit, auf das Lokale bcz1eht. Dee Säledcv Pariser Conservatoire und des Dresdener Zwengers find eutvttsch, hinter dem Orchester und zu den Sc1tcn deselocn fest gksch1ösénx und bilden einen so treffliclien Resonanzboden, daß dee Instrgmcntc stärker, "reiner und volicr klingen, als im hieügcn Oyernhamc, so- bald nämlich das Orchester auf die Bühne verlegt _1st. Denn der leinwandcne hintere Voyhang, die Coultffen und dre offene Decke verschlingen die Hälftealler Anürcngungcn, und nur die andere Hälzte der Tonmaffen wirkt 1111) hinaus unter die Zuhörer. Es crwclsct nch also auch hier, daß unsere Bühnen tn Vlclkr Beziehung verloren ha: ben, seitdem sia) daselbst gar nichts FeüeI, Abgesibloscnes, den Ton Zurückwerfendes mehr vorffndet, sondern Alles m Leinwand nnd Vorhicxxge, in T'hürcn, Sciten=Oeffnungcn und Durchgange auxge- ldset !. .
Herr Fürüenau zeigte sich als Meißer, ww möchten sagen auf der Deutschen Flöte, oder in Deutscher Behandlung derselben. Denn in den Italiäuischen Orchesiernhaxd1xFlßte emen vtel jchäk- seren, durcbdringrnderen Ton, so daß wn" ne mcm als das 1ve1ch|e und mildeste Instrument bezeichnen möchten. Nock) weniger Aehn- lichkeit hat umere Flöte mit dem Griech1schcn Justrmnente, Welches man in den Uebersetzungen Flöte zu nennen bclteht- das 1111er, la_ut Arcßotelcs (Politik 1111, 7), einen durchaus heftigen, leidenschast- lich aufregenden Charakter hatte. _
N1e ist die Schöpfung in: so großer Gefahr gewesen gar mehr zu Stande zu kommen, als diesmal; denn apgcschen von! den drei erücn Sängerinnen, welche 25erltn bcstyt, dtecavcr_gar ment mehr singen, waxcn auch vier sonst noch thätege Sangerennen aus _ver- sc1-1'ede11en Gründen cbenfaU-Z, mehr zur Stel1e, und nurKDemoiscUe Bötticher sang die ihr ursprünglich zugelhrtlkc Rolle, 17071) mehr Dank verdient Madame Sclzrödce-zDi-vrtcnt, daß 111: mtt seltener Gefälligkeit samen einc üarkc Partie übernahm, welche sie noch nicht gesungen hatte:“ _ '
21181 die Schöpfung und der Jahreszettcn zam erstenmale'gegeben wurdkn, erhov 1711), neben lautem BrixaUeß, aucli manclzcrlet Tadel; welchcr gutentbetls daher entüand, dax; 11ch„be1de Werke nicht,": das zeitverige Fachwerk ge111l1cl1er und wcltl1cher Munk untervrxn- .cn ließen. Seitdem hat man ficl) ubcrzeugte, daß s1e even kexnc ZLacizahmung eines Andern, sondern cigentdumltxbe Erzeugntffe cines" Meiners sind. Ueber Einzelnes läßt stet) stcetten,_ z. B. uber den Text, die Behandlung der_Rccttatwc, die Malermen u. s w. Die Tadler der letztern werdcn tndcß zugeben, das: Boteldicus aehn- lichek Versuch in der Ouverküre zum Rokaäppchen viel ungluck- 11c11kk ausgefallen 111, dcs alten Matheson nm): zu_gedcnk1n, welcher, weil das Wort Regenbogen 1m1T1'xte vgrkain, dle Noten _so _m d1e Partitur in keummer Linie schrieb, das; tte fur das Auge Dle'Gcünlt eines Halbzickels bildeten. Ugderhzmpt 113111“ “Haydn gar nicht der erste große Meister, Welcher 1111) in munknlnnnn Malcrenn „ver- suchn; so hat (um nur emen zu nennen) schon Handel in semem c?srael in Aegypten, das valngßn dec Fröjcve, das Summen der “Flach und Mücken, das Nickerxallen dcs _.Hagels, den Weg durch die Wüste, das Ertrinken von Roß und Rencrn u. s. w. daygiesteUt. “711 wie weit dies und Atbnltchs gelungen, odcr mißlungen 11 , dac-
Jber läßt sich vielleicht ein andermal eine Untersuchung anstellen. * 0 “'*' 0
Nachdem Madame de Méric,.v_ym Theater zu Maileand, am Asien d M. zum erüenmalc dic hecnge Kdnrgüädnsxhe Bndne als Ninette in der dieblschen Elfter betreten, hatten 1y1r_gesicrn Ge- legenheit, se in dcr glänzenden Rolle der Semiramxs in dcr Yoer dieses Namens zu bbxen. Für Sänger und Sanermncn der Im- 1iänischcn Over 111 die Deutjche Speachc,_ oder r1chttgek zu sprechen, der Deutsche Opern: Text, een unüberwmdlxches Hemmniß, und so fanden :»ir denn aucb, daß Mndnme de Mam 11ch „vet tyenenefreéer 111 dieser letzteren Rolle, als mixener bewegte. D-e Kunülenn hat inch, gerade als Setniramnx, bter 111 Berlin geoßc Vorgängermnen g. habt, weshalb wir uns, ohne Wktfkke Vergletcvungecn anzusixuM, auf die Bemerkung beschränken, daß, wenn man den fruheren Hange- rjnnen ihren Ruhm dadurch zu schmälern sucp'te, daß n1an1b_nen Schuld gab, sicaymten dieFodor ydeixdeeq aua, dte Ptsarynt oder dxcMaltvran naa), Madame de Müch tn] rer Gesangwetse, 1v1em_der„Au[- fassung der Rolle eine ihr nicht abzusprechendc Etgcntb11m11c11kctt zeigte. JN“ ward daher in „manchen Scenen rauschender Beiyauxzu Thcll; dec unacftümere Tbktl dcs Publtkums ndxbtgte ne sogar. eme Scene dcs anstrengenden Ducttes mn 2111111,“ im zwmen Akte zu wiederholen und rief fie am SMlUse hervor. Mlle. Hähnel, d1e den Acsaz unsxoerxrefflici) sc11dn 171191, und. der unseres Er_ncbtens überhaupt de: Prets in dcr Semiramis gevuhet, wre aucb d1e .Her- ren th.1)er und Holxmiller erheyen diee Vorsiellung dxeser Over zu jenen scltcnant'sche1nungen “1111 der Buhnc, wo wn“ einen 67:11": an sei.«xr Stelle finden. Außc_1'dklll est aper auch noch die ??cffléäxc Dxxanzt-xon des Herrn Kapellmetßcrs (Hlä1ereanerkcnnungs: wl't'tb, dee, wo es schwanken 111111, dae strenge Fuhrung gut zu dandyaden wecß- . b.
478
Namen der Städte. |We11en Roggen Gerne Hafer Königsberg . . . . .' . . . 49.7;- 367',- 2321-2- 15- Memel ........... 55 122.- 42 : "Z 24) [35 1? 7.3" Filßt ba . . . „ . . „„ . .. . . 23 19T ZZZ“; (2,3787 IZ)
nerur.......... “. - Rastenburgg .......... 37 29,3! 197". 131“- Neidenburg ........ 50 30 20 12 & Danzig , - . „. ., ...... 416 337.7 19 12 [6x Elbing .......... .. 45 Z? 6 ZZ 1Z „Iz .Koni............ 55 “."; 1 Graußdenz . ......... 57 351"; 18,9,- _ 15.12- Thorn. . . . , . . ..... ___/177"; 337". 19 1412“ Posen . ..... . ..... 4??? Z.; 1335 16,33.- Bromber .. . . . . . .. 4 „-- l;“; 1 9- 15 rauskadtg .......... 43.7; 27 ,4. M* " 15,7... kÖkTawitsch .......... 39 x',- 259.- 19 .'z 18 , , Kempen . .......... 50 27 25,9; 21 Berlin ........ . . . 493; 36x*- 2675? 23 Brandenburg ........ 42.7; 3.17“? 267.3 24 Kottblftä ..... O. ..... 2 4 ;; J x:, Z? „:, FL" 1 rank rta.d. . .... x'" ,-- - „ .„ Fandsberg a. d. W. . . . . 411,3; 3272; 20.'2 17 Frenzy ......... . . 39.5,- 33 22.6, 18„- tra und ......... Kolberg ...... . . . . . 40 ZU; 2:1)7'7 115€; Stolpe ........... __ 47213321, l:; 1. &; 1157-2- Breslau ..... . ..... 321-1- 27 17 ,I“. 169. Grünberg ........... 11,2; „ 297", 241; 20.3... Glogau ........... . " „9, 26,92 21 18707 Liegniß ............ 3.) „S,» 2-1 ,'?z 2! „"T 16 GörlixZ ........... TT „6, ZZ): ; Y.“, 13: !; irscherg .*, 1,9, „4 1*-"? chweidnih ......... 361? 27 ,s.- 19 „.“, 14 Z ? Glatz ............ 357“...- 2732- 16:3 1:17? Neiße ............ 3.3 ,L, 2/4 ,L,- 177", 151: ? Leobscbüß .......... 3.1.2, 237“. 17: ; 11: ? Ratibor ........... 30745 2275, 17 „3-2 1572;
Preise der vier Haupt-Getraide-Arten
in den für die Preußische Monarchie bedeutendsten Marktstädten im Monat März 1834, nach einem monatlichen Durchschnitte in Preußischen Silbergroschen und Scheffeln anxgegeben.
Namen der Städte. | Weizen Roggen Gerfte Ha,“, Magdeburg ......... 37 7-2 311€; 24-31 11) 11, Stendal .......... 11079, 30, , 21 „97 18,17 ZZalbehrstasdt . . . .„ ..... 33,"2 21 .“; 2.122 181"-
ord au en ........ 39,7" 28:2 22:-'- 17 E::whausen ..... ' . . . ZH.»; ZZ.“. 20.7: 157; r urt ........... ' 4 “..9 '- 23 17 Halle ............. 37: x 28 * ' 2-27“; 171; Torgau ......... 37192 31 , , 24 22 Mnnster ........... .1 : ,“,- 35 „*; 25 x'. ' 24.1, Pktndekn ........... 413) .'2- Z'.) ,I, 2 .) ,"; 181? ader om ......... 4“ x", 1:4 23,"- 171 _ ortmund ......... 45 (;]-,.“? 211 :3 22:9: Yöbln f-l ........... 4161762" 3:15» 27 :*; LL:; 1 er e d .......... 5 4- 35 253. Düsseldorf ......... 527“, 41... 32 25 ' Yesfelld ........... 58 95 30 22,3. ee . . .......... 5 *; 287" 2,1; Kleve ............ 50 x“, 3.3 „7, 21; „3? ._19 l.;" Yéex "d ........... ZZZ“, 93:2 JL (243! Trix"? *? : : : : : : : : :: «;,-. 19,4, 29,- ; Saarbrück ......... 50 .“. 35:1 A „72 11) *. Kreuznach ......... 3“ .*“; 34,52 27 ,I, 24" Simmern .......... 87-7“; 31 ,“, 21]! Yblen ........... 46.7. 3270 28,7, 211,1 » eßlar ........... 46,2 35,3 28,7, 213,
Durchschnitts ; Preise der 11 Preußischcn Städte 471? 343; 203, 11, - 5 Posenschen Städte 44.43 281"; 20.32 17,1, - 8 Brandenb. u. Pom- :
merschen Städte. . 43,21 “32 ". 2-21? 197“: ; 11 Schlesischen Städte 383. 26,5, 203, 10,5, . 8 Sächsischen Städte 38,“2 211,"2 22,"2 18„*2 .: 4 Westfäl. Städte . . 43,27 82,3, 21,5 21xe .; 14 Rheinischen Städte | W,“, 37,72 3] 1 221".
Meteorologische Beobachtung.
18.34. ! Morgens ,Nachmitt.: Abends | Nach einmaliger 26 April. 6 Uhr. 3 Uhr. 111 Uhr. Beobachtung.
LUftdruck . . 336.8 3, *Par. 336,6 «'*'Par- 336,3 1 ""War. Quellwärme 6,5 “ R. Luftwärme + 3,1" N. + 9 6“ R ,. 6,4 “ N
Tba'tvunkt + 1,4 „ N __ 2,4 9 R. _ 1,0 „ RFlnßwäi-mc 7,0 o R-
Dunstsättg. 8h4 pCt. Zh? PCK thZFCt. Bodemväi'me 6,4 “ R. Wetter.... eiter. eiter. a v eiter. „ . , Wind ..... SW- SW- SW- UnSdunß. 0,99 5 Rd. Wolkenzitg ] -- S» . _» Niederschlag 11.
Üuswürtigo lkörson.
Emstaräam, 2! April , 1J'18111311. 1711111. 861111111 49;. I;"; 11" 51. :T- 111-1161401116' 514111111 [,'-'r. KnnL-Uils. 224. YZ 3111011. 89. ZZZ ;ck, 119141141". 973 1*"*11--a. i“1ä1111*sn-d'cbeiuo 97. kuss. (121331; 9.314. 53 891111. ckck. ZL 42. zntwsrxieu, 21. 111111]. 8111111. 53 64",. 33 4l§. 0112111". 99,1. Reap. 157€. 211131. 14.7, lim. 72.3. “ hnnäan, 22.9[11'11 (701111. pr. compt. 905. 11110 pr. 27. 111111 904, Z. 881x991. 8117111. 7,1821 344, :. 33 41111, (;!"181311. 1'. 182.5 31, 3.1- 11110151'. 504. 33 11011. 95: korn» I'. 1631 73 111188. 1'. 12322 1042. 1044“. Um». 1'. 1821 73. Colom!) 1“. 1824 “.'-5. 011% 1". 1825. 401. 4.)-
U'ivu, 22 .4111'11. 55 Ust. M;;- 43 87115. 8111119361151- 1243. l'art. 0111. 1367"- books 7.11 100 l']. 1913;
Königliche Schauspiele.
Montag, 28. Avril. Im Schauspielhause: Die Dame auf Schloß Avenel, Oper in 3 Abtheilungen, mit Tanz. Musik von Boyeldieu. '
In Potsdam. Zum erstenmale: Die Bekenntnisse, Lystspiel in 3 Abtl)., von Bauernfeld. Hierauf: Die Eifersüchtigen auf dem Lande, komisches BaUet in 1 Akt. Zn Sccne geseßt von Herrn Hoguet. ;
Dtenstag 29. April. Im Opernhause: Othello, der Mehr von Venedig, Oper in 3 Abth., mit Tanz. Muük von Rosnni. (Mad. 'Schröder-Devricnt: Desdemona, als Gastrolle.)
Jm Schauspielhause: 1) 1.0 115711 (111 111311, 0011161112 011 1 31:18 (31 1311 79.115, 11:11" 311111-ioux. 2) 11112 1111313, 11111111644111118- 71111: 1711 2 110168, par 1111". 11837er.
Königskädtisches Theater.
Montag, 28. April. Norma, Oper in 2 Akten. Mufik von Bellini. Dienstag, 29. April. Leske Vorstellung des 12jähriaen Bur- ton (in Englischer Sprache): Arzneikunde und Taknk, oder:: Der Doktor als Soldat, Posse in 2 Akten. Hierauf: A B_ G., Posse m 2 Akten, von Keitel. Zum Beschluß (m Engli1cher Sprache): „Der Kaufmann von Venedig, von ShakeSpeare. (Vierter Akt.)
"
Neueste Nachrichten.
Paris;. 21. April. Der Griechische Gesandte Fürst Suzzo, der zum Gejandten in St. Petersburg ernannt worden ist, hatte vorgestern Mittag die Ehre, dem Könige in einchrioat-Au-dccnz
sein Abberufungo-Schreibcn zu-überre1chen.
!
Die Pairs-Kammer trat heute Mittag um 1 Uhr bei verschlossenen Thüren als Justtzhof “1111111111101, um über dle bei dem lhl' aufgetragenen gcrtchtlichen erfahren zu bedbachnndcn Formen zu berathscblaqen. - Hiernachsc konstitmrte sie 1111111111; der als gcselzgebende Versammlung und beschästtgte fiel) als solche mit der C1'öi'ce1'ung des Gcseß:E11twu1'fes m Betreff der 111 Frankreich anwesenden pol1t1schen Flüchtlmge. Nan) ciniqen Bemerkungen der Grafen von Montlosier und von Argéut Lahm ste diesen Gestlz-Ennvurf mu starker Srennnen-Mchr-
cat an.
Zu der heutigen Silzung dcr Deputirten-Kammcr be- richtete Herr Etienne über den kürzlich vorgelegten Gcselx-Enr- wurf, wodurch eine Summe von 41111,111111F1. zur llnrcxscützung der während der legten Unruhen in Lyon, Paris 11. a. O. Ver: wundetcn, so wie der Fannlien dcr Geblicbcncn vcrlmm wn'd.
' Du: Bcl'athunq über diesen Gegenstand wurde auf den 2111111 : angesetzt. _ Del“ *))7111'11111111 Soult legte de111äch1k zum zwci.
tenmale den von der Pairs-Kannner 111od1fici7tcnGc1'e!z:C'11twurf Über die Stellung der Ofsiz ere dci" Land; und Sccnmcht vor.» Den übrigen Thel! der S 13111111 füllten dic Beratbungen über eas" Budget des Kriegs-IJTM111e1'1u1ns. Das lörc Kapitel, welches eme Summe von 1.1,1-16,0011 Fr. für das “Artillerie-*))?aeccml enthält, erlttt nach einer langen Debatte cine Rcduccton ven 46731100 Fr. und das jljte Kapitel (ancmcur-Marcnal 14,87."1,000 Fr,) eine solche von 2,751,“ 00 F1".
Herr Armand Marrast, der Hauoc-Rcdacteur dei" „Tri; bune“, isk gestern in einem Landhause bei Paris, wohin er sicb seit der Versiegelung dcr Expedit.ons-Zi1nn1cr dieses“ B1attcsgl1 1111111111 haue, verhaftet Werden. „Dcr National glaubt indes- sen, daß er bald wieder in Freihelt gesetzt Werden Wird, da er nicht verantwortlicher Herausarber der Tribune wm“. Von dem Expeditions-Lokale dieses Blattes waren gestern übrigens die Siegel wieder abgenommen worden, um unter Zuzichung dcr Herren Lionne Und Sarrut eine Untersuchung anzustellen, Nach Beendigung dieser [ekztern wurden die Siegel aufs None ange- legt, und die gedachten beiden Herren, wovon der eine bekannt- l1ch verantwortlicher Herausgeber, der andere aber Mitredacrcur der „Tribune“ ist, nach dem Gefängnisse Ste. Pelagie zurück; gebracht. „
Das 8te und 361'ke Linien-Regiment stehen im Begriff, M HaUpciiadt zu verlassen, da ihnen eme andere Garnison, man weiß noch mehr, welche, angewwsen worden ist.
Die in Lyon für die Opfer des" leßtcn Aufstandes cröffncte Subscription belief sich am 181cn d. M. bereits“ auf 58,221Fk-
- Heute schloß Hproc. Rente [m 90n1111.103. 95. 1111 00!!!"- 104- 5. Zptoc. [112 (70111111. 77. 115“). 1111011111“, 77, 71). Hpkoc- Reap, [)k'. 1311111111, 94. 71). 1111 60111", 9/1 81) :'1111'oc.SP*m- 661. Zproc. do. 41-:-. 5proc. Belg. 971. 5p1'oc. Röm. 1152.
Frankfurt a. M., 24. April. Oesterr. 5proc. Metall 9811- 9921. 4proc.894. 89.5; “.?;proc. 52.1. 101e1ckc.23'r Br. Bank- Aktien 151197. 15081. Part.:Obl. 13711- 1781. Loose zu 100 G 207. Br. Holl 5proc. Ohl. von 1832 94.7, 11.17. Pol"- 17.62; 615. Preuß. Präm. ; Sa), 5514, 54; .1oroc. Anjl. 11.277“. G. Zproc. Span. Rente 53; 631. .;proc. do. perp. 423. 421-
_..Y
chacteur C'o eee ?.
*
Gedruckt bei A, W- Hal)"-
Preußische SUMM-
AllgeMeine
.---“"'*-_ «-
“Amtliche Nachrichten. Kronik des Tages.
Angekommen: Der Herzog von Villequier, von
“ csden. _ _; Dr Abgereist: Der General-Major und Kommandant von El» von Sandrart, nach BreSlau.
ZeiTungs-Nachrichren. Ausland,
Frankreich.
. Paris, 21. April. Gestern arbeitete der König'mct den .Ministern des Krieges, „des Innern und der ausWarxigen Am ;gejeqcnhciren, und ertheilte darauf dem Marschall Gerard eme ?*Pridar-Iludienz. : , ,
Man spricht davon, daß Herr Thiers den Kammern "sem Gesekz rorlegcn werde, wodurch die Regierung ermächtigt Zwerden soll, alle Personen, die an republikanischen Vereinen *Theil nähmen, ohne irgend eine prozejsualische Weitläufcigkett “; aus Frankreich zu entfernen. Der “Moniteur enthält Folgendes: „Die_am 14. Juni Zvoeiaen Jahres zu London abgeschlossene Posr-Qonvention hat weder :11 Frankreich noch in England den Erwartungen des Pu- Zéblilums vollständig entsprochen; man verkennt zwar nichr die Vorrbeile eincr täaliclyen und schnelleren Verbindung zwischen "Üden beiden Hauptstädten, aber man radelt die Mircsl, die zur 'Crrei- “chung dieses Zweckes gewählt norden, und bedauert allgemein 11e Vertagung vieler anderer nicht minder wichtigen Verbesse- _runaen, deren der Postdienst noch fähig zu semi 1cheint. Un- 511111111 verkündigtcn die Londoner Blätter, daß die Englische Posx-Verwaltung es für angemeßen befunden hade, in eine1' dem Unterhause mitgetheilten Denkschrift die Vorwürfe zurückzuwei- "77511, die ihr in Bezug auf jene Convention gemacht worden; «1 hat auck) die Französische Post ; Verwaltung, um die Kam- "11ern1'1ver diesen Gegenstand gehörig aufzuklären, den verschie- denen Finanz ; Kommissionen “sehr genaue Aufschlüsse über dre em 2111119111; der gedachten Convention vorangegangene Unter; andlung gegeben.“ _
' DJs Journal des Débats publicirt heute seine zweite 7ub1“c1'ii*7iot1s-Liste, welche fich nm“ auf .350 F1“. beläuft.
. Der Herausgeber des hier erschei11enden kleinen legitimiski- 'Hen Blattes: „la Mode“ hatte den Vicomte von Chateaubriand
.;
1011711111 l):11f1'1l)1'o 111 Entreprise nehmen wollen. -11f dies Anerdieten liest man jetzt in den öffentlichen Blättern 711 (Z(lirxcibcn des Herrn von Chateaubriand, in dessen Eingang rsaic: „Schon in der Rede, mit der ich von der Pairs-Käm- 73,1ei'éidx'5111'ed nahm, Hatte ici) dem neuen Königthume prophezeit, ez 113111 1111111611170) seyn würde, mit den Volks-Freiheiten Hand 11 HMO 311 gehen. Eine Regierung, die aus Gewalcthätigkeiten *? 7121951111719» 111111“; Über kurz oder lang zum Desporimus ihre ..111117711117111111'11; 1'1e bedient sin“) deffelben, 11111 sick) zu retten, €;:1d71155171 ste, Will sie fiel) von dem Systeme der Volks- "“Z", dl1ve1'mnerät entfernen, so tt'ltl' diese ihr in den Weg; js [117111 11,11“ alsdann nichts übrig, als ihren Ursprung zu ver- ,5141111111711 Und ihrem eigenen Prinzipe den Krieg zu erklären. ; 70 (11.1111 denn di.- Revolution vom 7. August dieselben Hand- 'J':_U!111,1*11, die man der Legitimität als ein Verbrechen anrechnete; L:.Ui' die D*:dcurung der Worte hat sich geändert: “Man nennt ÖÉ;,-'*kk*i'd, W:; man damals Heldenmuth, Geselzlichkeic, was man ZZ.]:nals “((Fillkür nannte, und cx'n AuMahme-Gesekz gilt nicht Ymcln' säc 7111Ausnahme-GeseZ, weil man es für immer erläßc.“ »).M' "717. Chateauvrmnd geht Hierauf näher 111 den ihm ge- 1,1111711'311111'119 1111. Nachdem er erklärt, daß er nicht Actionair *crden könne, d;, er kein Geld habe, schließt er in folgender “M: „Es würde sicli hiernach nur noch um meinen bloßen : 117111511 dem bec.l1ficlcktigten Vereine handeln, und diese Frage 7111131111110 zn einigen Erklärumzen, die ich lieber vermieden ,atxe. _Cl17111111171lm'd vceschiedencr Akademieen, _qehöre ich doch 711111“ (2571911115177 ais 0121-311rli111es Mitglied an. Soll ich Ihnen 4-1111,1i*e513a[b nichr? we"! alle solche (Gesellschaften mich lang; 11212711. 92911) vor wenigen Tagen hätte nichts mich bewegen Jims"- emen thäcigen Antheil an irgend einem Vereine zu neh- 1711“; aber die leisten "*) ?aßt'egeln der Regierung haben meine ']?111111U11qe11 in dieser Beziehung geändert; das Geselz bedroht 'l1'11113cj011011811; Unter diesen Umständen würde es feigherzig 111 11111' 111111, wenn ich mich bei Seite halten wollte; ich bin Ik)*7kb1*1'cik, jedem 'LZei'ci11e beizutreten, der, in Uebereinstimmung *::t mecner p_dlitiscyen _Ueberzeugung, dic Vertheidigung der Preß- :»:1' dar p?1"]önlich1“x1 Freiheit, die Heilighalcung des Altars und 1711111111'le15l1'ci1keit des Dotnicils bezwelkc.“ . Dxe- Mitglieder der (Éöesellscdafr der Menschenrechte tragen [st als Abzeichen das Kopfhaar :*1 la Benjamin Constant (hinten "3 herunter hänge_k1d.)- Viele Fabrikanten haben ihren Arbei- 111 a11711dcucet, da]; ste entlassen werden würden, wenn sie fich “5 Hand nicht abschneiden ließen. "WFT? „Zahl der in St; Etienne de_i den_dorts1att§(ehal1ten "teeid" Beihafteten belanrt sich:an 1,31),- größtenthetls rbeiter. *ä* M Verhafteten bsflndet sick) AMW Baune, Bruder des 1 WM" der Gesellschaft der Menschenrechte zu Lyon. :ewLZZMF _bservateur de l'AiHne'meldet, daß zu Soissons 114 ?lbalkungen unter dem Militair und den Arbeitern statt- anden hätten. MYsUswémismed meldet man unterm 14ten d. M.: „Gestern *011 benulx ten enduge Aufwcegler dre unglücklechen Ereignisse ven 11 dem Rm LMC" rotteten sich untei' 'Absmgung der Marseillaise ieb bei di gfe.Ss lebe dre Republtk. zusammen. Die Behörde ar in B e'eUW-ZMÜLÉMM der Unordnung nicht unthättg; Alles “reits w»St- um die Ruhestörer zu Paaren zu
-
usgesordert, dcm Vereine von Actionairs beizutreten, die dieses ; Als Antwort :
' vorgeblichen Courier von Paris" ankommen.
Berlin, Dien
|ag den “29111"
***-«___-
treiben, wenn se irgend einen strafbaren Angriff tvagen sollten. Gewisse Kaffeehäuser, wo sie sich wechselseitig durch ihre Reden exaltirten, wurden nach einem leichten Widerstande gesäubert. Später traten etwa 50 Individuen in das Kaffeehaus de la Comedie, das man offen gelassen hatte, und dort ward eine re- publikanische Rede gehalten. Der Verfasser der Rede ist in den Händen der Justiz.“ .
Zn Montpellier haben ebenfalls einige Unruhen stattge- funden, die aber schnell und ohne Blutvergießen gedämpft wur- den. Herr Lallemand, Professor an der dortigen medizinischen Fakultät, wurde bei dieser Gelegenheit wegen republikanischer Umtriebe verhaftet.
Der Courrier de Lyon vom 17ten d. enthält Folgendes: „In diesem Augenblick zählen Wii“ 700 gefangene Arbeiter; der unter denselben befindliche'bcrüchtigtc L_agi'ange hat sich eine Ku- gel durch den Kopf gejagt, indem er rief: „So stirbt ein tapferer Republikaner!“ Vorgestern erdolck)tc sich ein Gefangener im Prä- fektur-Gebäude. Die Lage unserer Stadt wird immer beruhigender; H;“t'e verliert allmälig das kriegerische Ansehen. Die Barrikaden iind gänzlich verschwunden. Jndeß sind die Ausgänge der Brücken und der Hauptstraßen noch durch zahlreiche Posten be- 17131. .Der Platz „Bellecour gleicht fortwährend einem Lager. ":Die Soldaten haben daselbst Barracken und bivouakiren bei gro.- ßen Feuern. »Man steht dort einen Feld-Artilleriepark, zwei 24 Pfän- der und zwei Haubilzen. Die Menge besucht fortwährend die Stra- 11e11, Quais und Pläße, die der Schauplaß der verschiedenen Ge- fechte waren, um die durch den Kampf angerichteten Verwüstun- gen zu sehen. Zahlreiche Truppen kommen von allen Seiten an. Man versichert, daß binnen Kurzem nicht weniger als 10,000 »))kann in der Stadt und Umgegend kantonniren werden. » Will man den umlaufenden Gerüchten glauben, so waren in den Tagen des Kampfes drei Comité-s, nämlich der Gesellschaft der Menschenrechte, der Karlisren und der Mucuellisten, in Perma- nenz im Viertel St. Louis. Wenige Mutuellisten schlugen sich; einige Karlisten und eine; große Anzahl Mitglieder der Gesell- schaft der Menschenrechte nahmen Theil am Kampfe. An vielen Orten bemerkte man gut gekleidete „Individuen, welche Geld und *:)roclamationen unter die Znsurgenten anscheilten. -- In dem Viertel Saint-Georges litt die seit mehreren Tagen blokirte Be- völkerung Mangel an Lebensmitteln. Die Soldaten, welche die dortigen Posten beseßten, theilcen ihre mäßige Ration mit den Einwohnern. Die Chefs der Znsurrection nahmen zu jeder Art von List ihre Zußucht, um den wankenden Muth ihrer Truppen wieder aufzurichten. So ließen sie in der Straße Tupin einen Man hielt ihn an, durchsuchte ihn und fand bei ihm Depeschen, welche meldeten, daß Ludwig Philipp gestürzt und die Republikzu Paris proklamirtworden sey. Siehatten ebenfalls unter ihrenAnhängerndas Gerüchtvon der nahen Ankunft Lucian Buonapartek verbreitet. - Die Insur- _i1ent-en haben fich überall, wo sie eindrangen, desjenigen bemäch- tigt, was“ ihnen anstand. Die Opfersröcke der Kirche Bonaven- tura wurden zertrümmert und geplündert. Mehrere Kleider-Ma- gazinc wurden verwüßet, und die Znsurgenten erneuerten ihre Garderobe. Man spricht von einem Tuch-Magazine an dem Plalz de la Fromagerie, wo sie für ungefähr 100,000 Fr. Tuch weggenommen haben sollen.“
Ein l')icsigcs Blatt macht die Bemerkung, Lyon werde encvölkert, die Pairs-Kammer dagegen bevölkert.
Die Concemyoraene (Madame Sc. Eline) hat sich nach London Hegeben, um dort ein Werk unter dem Titel: „lc: «(*-)- 1.731“ 111:»-71111 1101“ erscheinen zu lassen. ONan sagt, sie habe es nicht gejvagt, dieses Werk, das voll von Anspielungen auf den xxegenwärtigen Zustand der Dinge in Frankreich sen, in Paris herauszugeben.
Aus Madrid meldet man: „Durch ein Dekret der Köni- gin vom 6. April ist der General-Lieutenant Don Cavetano Valdes, ehemaliger Deputirter und Minister unter den Cortes, der kürzlich nach Spanien zurückkehrte, zum General-Capitain von Czdiz ernannt worden. Ein anderes Dekret ernennt den (.*-Zenel'al-Lieutenant Don Geronimo Valdes zum Gcneral-Capi- min von Valencia.“ “
Es ist ]"th keinem Zweifel mehr unterworfen, daß die mi- nisteriellen Blätter, die vor einigen Tagen die am Iten d. M. ersoigrc Veränderung des Spanischen Ministeriums meldeten, getäuscht worden smd, da die Madrider Zeitungen vom 10ten und die Briefe vom 1.31en d. eines solchen Ereignisses mit kei- ner SVW? Erwähnung thun.
Großbritanien und Irland.
*,)arlaments-Verhandlungen. Oberhaus". Sißung vom :21. April. (Nachtrag.) Der Lord- Kanzler stimmte in dem Vortrage, worin er sich gegen die vom Herzoge von Glou- c-xscer vorgelegte Petition und fernere Ausschließung der Dissen- t-.'1's von den akademischen Graden, erklärte, mit dem Oji'axen Gören darin Überein, das; sich ein passenderer Zeitpunkt zur gründ- l7chen Erörterung dieses Gegenstandes finden dürfte, da dem Un- tei'hause 1th eine darauf be üsliclw Bill vorliege, die allerWahr- scheinlichkeit nach auch ins =l berhaus gclangen würde; indeß bat er um die Erlaubniß, einige Bemerkungen über die Aeußerun- gen der beiden edlen Herzoge (von Gloucester und von Welling- ton) machen zu dürfen, indem es ck11 freue, daß Beide wenig- stens zugegeben hätten, die Beschwerden der Dissenters könnten wohl berücksichtigt werden, wenn man nur dabei in die jklzige Ver- fassung der beiden Universitäten Cambridge und Oxford nicht ein- greife, und die Dissenters möchten sich anderwärts nach akademischen Graden umsehen; wenn se dies aber zugäben, so müßten ste nach der einfachster: Logik auch ein Drittes statuiren, nämlich, daß die Befugniß zur Graduirung noch einer anderen Univer- fitäc außer jenen beiden verliehen würde. Da hier der Ruf: „Nein, nein!“ fich vernehmen ließ, bemerkte der Lord-Kanzler scher haft, er habe ja nur den Kommentar zu dem Textder ed; len er öge gegeben, er habe nur seine geringen Talente anwen- den wo en, um ihre Aeußerungen zu beleuchten; wenn Andere einen besseren Schluß daraus zu ziehen wüßten, so würde er
April
1
sich gern. darein fügen, aber bis dahin müsse er bei seiner An- steht bleiben. „Wenn man“, fuhr er fort, „die Dissenters nicht an den Universtäten privilegiren will, warum ver- leiht“ 'n-mn dann nicht wenigstens mit Rücksicht anf die medizinische Fakultät dem ärztlichen Kollegium die Befugnis; der Graduerung? Dies ist es, was in diesem Augenblick verlangt wird. Eine gelehrte Körperschaft in der Hauptstadt- die Londonee L_lniverstlär, fordert dies Recht, und es liegt dem Könige m_dte1er Hinsicht eine Bittschrifc vor, Die Berathung darüber werd M Kurzem stattfinden, und man bedenke, in welche verkehrte Lage „sch Oxford und Cambridge versehen würden, wenn sie ihre Kollegien mcht den Dissenters öffnen und fich hartnäckig der Petition wxderselzen wollten. Sie wollen thörichter Weise jelbsk die nachgesuchten Privilegien verweigern und auch Ande- ren die Hände binden, um dieselben nicht verleihen zu können. Wir wollen, sagen sie, Leute, die ihren Sort nach den Vorschrif- ten ihres eigenen Gewissens verehren, nicht zu Doktoyen crei- ren, und wir werden auch alles Mögliche aufbieten, daß kein Anderer fie dazu creirt. ( Hört, hört!) Das heißt denn doch die Unvernunfc und das kollegialische Monopol aufs höchste schrauben! Ich will den beiden Englischen Universitäten ihre großen Verdienste keinesweges abstreiten; im Gegentheil, ick) verehre ihre heiligen Kollegien. Zwar habe ick), und vielleicht zu meinem Nachtheil, nicht aus den Quellen ihrer Gelehrsamkeit getrunken, nicht da, wo sie *seit Jahrhunderten ihren Sitz aufgeschlagen, Weisheit und Kenntnisse geschöpft; ich habe außerhalb ihrer Mauern studier, aber ich werde stets ihren ehrwürdigen Charakter heilig halten. Sie haben Männer her- vorgebracht, die der Schmuck und das Licht ihres Zeitalters wa- ren. Newton, die Zierde des Menschengeschlechts, dessen er- staunenswürdiger Verstand ganze Welten erschöpfte und darstellte, war ein Mitglied der Univerfität Cambridge. Er studirte dort, aber ich glaube nicht, daß er die 39 Artikel unterzeich; net hat, denn damals wurde die Unterzeichnung noch nicht allgemein gefordert.“ Zur Widerlegung der Anscht, daß, da die Mitglieder der Univerfitäts-Kollegien im BesiÉ eines an- 1ehnlichen Kirchen-Patronats seyen, deshalb keine issenters in diese Kollegien zugelassen werden könnten, weil diese die Glau- bens-Artikel der bischöflichen Kirche nicht unterschreiben würden, führte der Redner an, daß er selbst, als Lord-Kan ler, 8-900 Pfründen zu vergeben habe und doch nicht genötßigt sey, die 39 Artikel zu unterzeichnen, was er auch niemals gethan; also könne nach den gegenwärtigen GeseFen Einer Lord-Kanzler seyn und die wicht§Zsten Pflichten zu erf [len habe, ohne daß er zur herrschenden irche zu gehören brauche, denn ihm sey nie, weder vor noch nach dem Antritt seines Amtes, ein Testeid ab- gefordert worden; auch der Kanzler des Herzogthums Lancaster, der ebenfalls viele Kirchenstellen zu vergeben habe, brauche die 39 Artikel nicht zu unterschreiben, eben so wenig der Premier- Minister; sie könnten ihr Patronat ohne alle Kontrolle ausüben; die Besorgniß in Bezug auf die Universttäten fte e also in gar keinem Verhältniß zu der Gefahr; das heiße „ cken seihen, nachdem man ein Kameel verschluekt. “ Schließlich sagte der Redner noch dem Herzoge von Wellington einige Schmeicheleien, indem er die durch ihn bewirkte Emancipation der Katholiken eine seiner größten und herrlichsten Thaten nannte, ein Werk, wodurch derselbe eine Nation gerettet und fick) unsterblich gemacht habe; und er knüpfte daran die Hoffnung, daß der Herzog sich auch in dem vorliegenden Fall von eben so weiser DuldUng werde leiten lassen. Der Bischof von London, der hierauf das Wort nahm, machte besonders auf die religiösen Spaltun. gen, die seiner Meinung nach aus der Zulassung der Dissenters zu akademischen Würden auf den Universitäten entstehen müß- ten, und auf den Nachtheil, den diese auf die Bildung der Zu- gend ausüben würden, aufmerksam und bestritt der Regierung das Recht, fich in die Angelegenheiten der Universtäten einzu- mischen. Der Bischof von Gloucester erhob sich bloß, um die Behauptung des Lord-Kanzlers, daß Sir Isaac Newton die 39 Artikel nicht unterschrieben habe, zu widerlegen; er wies nach, daß derselbe sogar Mitglied einer Kommission ge- wesen sey, die von der Univcrscät Cambridge ernannt worden, um stel) der Verfügung König Jakob*s ll. zu widerse en, als dieser zu Gunsten von Alvan Francis die Universitäts- raturen umgangen wissen wollte; Übrigens, fügte er hinzu, sey es auch ganz un ebräuchlich, daß die Univerfitäten sich mit einer Adresse an das arlamenc oder an die Krone wendeten, und es sey dies, so viel ihm bekannt, nur zweimal geschehen, nämlich bei del“ Ermordung Perceval's und bei der Unterdrückung der Re- bellion von 1715. Ausführlicher ließ fich der Bischof v. Exe- ter vernehmen und beleuchtete den Maßen, der, seiner Ansicht nach, aus der Unterzeichnung der 39 Glaubens-Artikel von Seiten der zu Graduirenden und in Oxford auch von Seiten aller Studen- ten für die Erhaltung der reinen Kirchenlehre erwachse; den Dissen- ters, behauptete er, sey es nur um den Umsturz der herrschenden Kir- che zu thun. Diese Aeußerungen veranlaßten den L o r d - Kanzler, noch einmal das Wort zu ergreifen und es in den heftigsten Aus- drüiken zu radeln, daß man ]unge Leute, die den Inhalt der Glaubenslehre noch nicht begriffen, jene 39 Artikel gan blind zu unterzeichnen nöthige; _er nannte dies, in welchem Ge irn es auch ausgebrütet worden 1eyn möchte, einen bloßen Deckmantel für die niederträchtigsre Scheinheiligkeit und Heuchelei. Bei die- sen Worten wurde er vom Marquis von Salisbury zur Ord- nung gerufen, weil er, 1vie*dieser meinte, nicht nur die Aeuße- runaen des Bischofs von Exeter ganz entstellt, sondern auch ei- nen" unverantwortlichen Angriff auf eine der aus ezeichnet- sten Institutionen des Landes gemacht habe. ies be- stritt Lord Brougham, worauf ihn guck) Lord Wynford zur Ordnung rief. Er rief nun seinerjeits wieder diesen zur Ordnung, indem er behauptete, daß er das Recht habe, in 1ei- nem Vortrage fortzufahren, und wenn ihm das nicht zugestan- den würde, wollte er auf ein Amendement ancragen. Lord Wynford: „Ich fürchte, daß dies jetzt zu spät ist.“ Der Lord-Kanzler: „Dann will ich meine Rede zu Ende bringen.“ Lord Wynford: „Hätten Sie „ein Amendement :vorscblaaen
=:
„..ck-
? &..-ZBW“; “»I-*; "'“-* »"?
"T;MMP"MF*W»“7“M