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Elisondo vom 25. April, worin es unter Anderm heißt: „Alle unsere Truppen stehen in diesem Augenblicke auf der Straße Miri) Victoria, wo es zu einer entscheidenden Schlacht kommrn diirftel Wir haben mehr als 13 ganz vollständige Bataillone Und außerdem 4 Schwadroncn Kavallerie, Die feindlichen Streit- kräfte sind an Zahl dcn unsrigrn Überlegen; aber unsere Solda- ten Übci'treffen jene an DNUtk) und militairischer Ausbildung. Sie Haben aiich das Gefühl ihres Werthes und ein großes Vet"- rraurn zu ihren Anführrrn. Kraft der uns erthrilren ?[nwcisung haben wir die Offiziere und einige der Soldaten, welche in dem lesztrnTrcffrn gefangen genommen wurden, erschießen lassen müssen. Von 09 Soldaten wurden 19 erschossen; die übrigen 80 baten um die Aufnahme in unsere Reihen. Diese Gunst ist ihnen bewilligt worden. Unter den erschossenen Offizieren befand sick) Leopoid O'Donnell, Oberst der Königlichen Garde und Sohn des Grafen Abisbal. Dcrgleiclyrn Repressalien, wir wissen es, sind freilich traurig; sie fallen aber lediglich auf das Haupt der vrrwittwcten Königin zurück, Weil sie es War, die zuerst ihren Gcneraien jenen barbarischen Befehl ertheilte.“
Großöricanien und Irland.
London, 6. Mai. Der Antrag, den heute der Marquis ron Londonderry im Oberhaiise gemacht, bezog sich auf Vor- icgimg aller Korresponden en zwischen der Regierung und dem diesseitigen Gesandten in Ziffabon, hinsichtlich der von Dom Pe,- dro dcwirkrrn Festnehmung des „Obersten Sir John Campbell. Der Antragsteller schilderte dicses Ereigniß als ein völkerrechts- widriges Attentat und spielte in seinem Vortrage besonders auf die Politik des Fürsten Talleyrand an, der vom Grafen Grey lebhaft in Schutz genommen wurde. (Nach Ankunft der Lon- donor Post vom 7. Mai werden wir auf diese Debatte zurück- kommen.)
_ -- London, 6. Mai. Seit einigen Tagen ging das (Gerücht, die Minister fürchteten, bei dem Vorschlage des Hrn. Harvey in Bezug auf die Revision der Penfions-Liste in der IIZinorität zu bleiben, und hätten in diesem Fall beschlossen, zu rrsigniren. Nach Anderen hatten einige ihrer Anhänger einen Kompromiß eingeleitet, wodurch fie einer Niederlage entgehen und an ihren Stellen bleiben könnten. Es“ zeigte sich aber gestern Abend, daß auch der eingeleitete Kompromiß nicht ihren Beifall gefunden, indrm sie deutlich zu verstehen gaben, daß ihnen ihre Chre nicht erlaube, in irgend einer Weise das einmal dem jeizi- gen Könige frirrlichsk üdertragene Recht, während seiner Lebens.- zrit jahrlich Übkk 75,000 Pfund Sterling zum „Behufr von „Fahrgeldcrn nach Gutdünken zu verfügen, umzustoßen oder auch nur zu schmäirrn. Deswegen traten sir sowohl dem Vorschlage des; Herrn Harvey, welcher auf die Zurücknahme aller unverdien- trn Pensionen abzielte, als drin Amendemenc des Herrn Strutt, *-.“=:-;lchrs bloß eiiie Untersuchung verlangte, ohne daß der König darimi gcndiHigc seyn sollte, diejenigen Pensionen, die man für unverdirnr erklären würde, zurückzunehmen, mit einer unumwun- dencn Verneinung entgegen. Die JJZinister handelten hierbei nach einem rein konservativen Grundsaß, wofür man fie nur [oben kann; indem fast alle in Rede stehende Pensionen unter der Ver,- waltung ihrer Vorgänger bewilligt worden, und sie, während sie sich noch in der Opposition befanden, oft gegen dergleichen Pensionen gecifcrt harten. Auch waren die Tories so gerecht, das; sie beide Male auf ihrer Seite stimmten, und auf diese Weise selbst gegen das ?imrndcmcnt eine bedeutende “Mehrheit zuwege brachten. Indessen waren doch die Jeinoritäten so be- trächtlich, daß man wohl vorausseßen darf, daß, wenn die Vorschläge in einem minder kritischen Zeitpunkte, besonders kiirz vor einer allgemeinen Parlaments ; Wahl wiederholt würden, gar leicht eine Mehrheit gegen die Regierung entstehrn könnte - eine Betrachtung, welche wohl noch manchen Pensions - Bezieher bewegen dürfte, sich derseiben aus eigenem Antriebe zu entledigen, wie auch bereits schon Ei- nige gethan, welchc sick) schämten, ihre Namen und Ansprüche jedes Jahr durch die grdben Plebejer des Unterhauses bekrittelt zu sehen. Man muß sich nur wundern, daß es nicht viele ge- than haben, besonders Damen, die, wo nicht selbst reich, doch reiche Verwandte haben, und mitunter in der vornehmen Welt eine Rolle spielen. - Die ministerielle Bill für die Verbesserung der Armen-Gesrlze wird von vielen Seiten her angegriffen. Be- sonders tadeln sie die liberalen Journalisten darum, daß die Mi- nister so eifrig die 51.316 [)unpixrs (Almosen-C'mpfänger des Staa- tes) vrrtheidigren, dcn common ])mjpaks (gewöhnlichen Armen) aber das bischen Unterstützung abnehmen wollten, welches ihnen bisher das Gcselx, aus dem Uebrrflusse ihrer Mitbürger zu- grtheilt hatte. Der Zweck der obigen „Bill ist indessen, den Uebeln zu steuern, welche die rücksichtlose Verwechselung dcr Unglücklichen mit den Lasterhaften, der Fleißigen , die keine Ar- beit finden können, mit den Trägen, welche keine suchen wollen, herbeigeführt; und dieses soll vorzüglich dadurch bewirkt werden, daß die Gemeinde-Vorsieher unter die Aufsicht einer Kommission gestellt, unter deren Leitung Armen-Häuser erbaut werden sol- len, wo cs noch keine giebt, damit als Regel die Hülfsbedürf- tigen darin Aufnahme finden und nicht mehr zu Hause untcr- srüizt würdrn, und dies vorzüglich darum, um einen Unterschied zwischen denen zu machen, die sich dursi) den Schweiß ihres An- gesichtes ernähren, und denen, irrlche ihren Mitbürgern zur Lask “fallen. Freilich läßt sick) gegen Beides viel Triftigrs einwetiden, und ohne Zweifel wird das Parlament die Uebel, welche daraus entspringen könnten, so weit wie möglich zu beschränken su- Mn, wenn nur dadiirck) den weit größeren Uebrln begegnet wird, worunter das Land bei dem jetzigen System leidet, Aber auf alles dieses nrhmrka Parteien undPrivat-Vorchrise keine Räikficht; es ist ein Thema zum Deklamiren, und dies isr so- wohl der JJTN'néng-Posi und dem Standard, als der Times, dem Courier und dem OJTorning Herald genug! _ Die neue Bill wegen strengerer Sonntags-Feier sollte gestern Abend noch dem Unterlwuse vorgelegt werden; da es aber sehr spät war, als die Debatte über die Pensionen zu Exide kam, so wurde die Vorlegung auf Mittwoch verschoben. Es |th zu wünschen, daß dieser neue Vorschlag so mäßig UNd vernünftig sey, daß das Parlament ein Gesetz daraus mache, welches den vielen deswegen an daselbe ergangenen Forderungen Genüge leiste, ohne den Lebens-Genuß derjenigen zu stören, welche den Sonn,- tag bisher nicht nur als emen Tag der Ruhe und des Gebetes, sondern auch als einen Tag der Erholung und des unschuldigcn Genusses zu begrüßen pflegten. O'Connell machte hierüber gc,- stern eine sehr Wahre Bemerkung: Es sey eine Schande für die Diffenters und hdch| inkonsequent, sagte er, daß, während sie auf einer Seite das Parlament zu einer Trennung der Kirche vom Staate drängen, und zwar aus dem Grunde, daß die Religion keine Angele enheit der Verwaltung sey, fie dasselbe zU_919j(s)er Zeit um ein eselz beftürwten, welches in insicht (“ius QM Sonntag einem Jeden diejenige Art der Heilig altung aufzwingen sollte, welche ihnen selbst als die beste erschiene!
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-- Der Streit zwischen den Schneider-Gesellen und Meistern dauert noch immer fort; und die reicheren Klassen hasn't: so ent- schieden Partei für diese Lesztrrcn grnommrn, daß sie es mit dem größten Verdruffe schen würden, wenn sie jrncri nachgäbcn. Es ist bemerkenswrrtk), daß dies das chic Mal ist, wo das Publikum an einem Streit zwischen Meistern Und Gesellen eincn thätigen Mikheil gciwmmrn. Abrr dic Vrrdindung drr Gewerke unrcr einander, und der TOL! der Diktatur, welchen die Häitpter U?UWUOMTUCU, is? so rrschrrckend und rmpörrnd zu.- gleich , da;"; Niemand dabei !" :'«itrol bleiben karin. .Der Standard möcht; zwar das “!)-..Olikitix Ocrcdcté, die Regierung lasse ihre Journale gefiißscniiix'») 1111301“ IZärm um die Sache sckxia- gen, als sie vrrdicnr, um sici) dic Untrrtiükzung der wodlhadcn- dcn Klasscn zu erzwingen; d;“rs ist aber so wenig wahr, daß der Globe, welcher docl) dms .Haupt-Organ dcs" *))Tinisrcriums ist, die Sache sogar leichter, IJÉUMU, als“ i'ir genommen zu wer'- drn verdient. Arif die Times sind die Unionistcn so sehr er- boßr, das; sie dieses Blatt aus allen Wirths- und Kaffeehäusern zu,verbannen suchen, wo sie irgend einen Einsris; haben. Merkwürdig ist es auch, da;; ein *))?atm, Namens Browne, welcher vor Kurzem im Namen der Unidnrn öffentlich erklärt hat, das; Strikés (gcmrinschaftl'ici)rs Verlassen der Arbeit) fÜr die Arbeiter selbst am nachthriligsren isi, jetzt diesen Schmeidcr- Strike leitet und ößentlici) zu beschönigen sucht!
Belgien.
«')rüssel, 7. Mai. Der Jndependant zeigt an, daß die Journale, welche gemeldet hätten, daß dem Herrn Labrousse
eine unbestimmte Frist bewilligt worden sey, falsch unterrichtet“
gewesen wären.
Der Senat hat in seiner gestrigen Sitzung den Gesetz; Entwurf über die Bildung eines Staats-Ratk)es durch 15 Stim- men gegen 10 angenommen, und sich darauf auf unbestimmte Zeit vertagt.
Das Antwerpener Journal du Commerce will wissen, daß das Ministerium entschlossen sey, einige der in Bezug auf die Bewohner Antwerpens erlassenen Vc-riveisungs-Befehle zu- rückzunehmen.
Schweden und Norwegen.
Stockholm, 5. Mai. Die gewöhnliche große Frühjahrs- Promenadc am 1. Mai und dir damit verbundenen Festlichkei- ten in unserm Thiergarten, waren dichal nicht besonders glän- zend, weil das Wetter, das seitdem heiter und warm geworden, an jenem Tage noch sehr regnigc und kühl war, Von der Kö- niglichen Familie erschien nur die Königin im Thiergartrn, wo inzwischen die Leibgarde zu Pferde nebst dem Offizier-Corps in gewohntem Glanze aufgestellt war.
Ihre Königl. Hoheiten dic Kronvrinzrsfin befindet sich seit einigen Tagen etwas unwohl.
Der Reichsrag setzt seine Arbeiten ununterbrdchn fort und die Diskussionen Übrr Gegenstände der inneren Finan, -Verwal- tung sind immer sehr lebhaft und von großem Jntere e für das Inland.
Die meisten hier anwesenden Repräsentanten und Einwoh- ner der Provinz Schonen hatten vorgestern, als am Geburts- tage Sr. Königl. Hoheit des Hrrzogs von Schonen, im großen Börsen-Saale ein glänzendes Diner veranstaltet, welchem auch der Kronprinz bciwohnte. Ein ähnliches Fest gaben gestern die hiesigen Gelehrten und Literaten ihrem berühmten Kollegen, dem Professor Berzelius“, und zwar als eine Arc von Erwiederung für die glänzenden Abendzirkcl, welche dieser auSgrzeichnete Gc- lehrte an jedem Montag in seinem Salon veranstaltet. Viele höhere Beamte, wie Staatsratk) Poppins, Graf GUstav Lötvrn- hjelm, Gelehrte, wie Agardh, von Beeskow, Ankarswärd u. s. w, haben bei jenem Feste die Honneurs gemacht.
Deutschland.
Astoria, Z. NTai. Dem K. Dänischen Flotterx-Capitain Boden- boff, der im Oktober 1851 mit dcr von ihm kommandirtenKrirgsbrigg S. Zan die Englische Insel Tortola vorbeifahrend, dort einen großen Brand wahrnahm und in Folge dessen und des Flehcns der Einwohner 70 I)iann daselbst aus Land seizw, um zu hrs- fen, und als er fand, daß auf der nur vo112000Menschrn bewohnten Insel 1500 Schwarze sick) empört hatten und die größten Unthaten verübten, diese nach vicrtägigem Kampf über- wältigte und Ruhe und Ordnung dort herstellrr, wurde im Dr- rmber 1832 im Auftrage des Lord Palmerston der Dank drr
ricischen Regierung durch deren Gesandten in Kopenhagen bezeugt, und jetzt ist Lcßterer beauftragt worden, ihm noch einen werthvollen Degen, als Ehrengrschcnk, zu 1“:bcrrcichrn. - Der durch obige That so rühmlich aiisgezeichncce Capitain Dodenhoff kommandirc in diesem Augenblicke das vor unserer Stadt liegende Wachtschiff Elben.
München, 4. Mai. (Schwäbischer Merkur.) Nach- dem der Landtag bis ans den 8. Juni vertaqr worden ist, so glaubt man, daß die Abgeordneten um dirsclde Zeit auch verab- schiedet werden dürften. Die bisherigen Verhandlmigrn in mir 17 Sitzungen kosten unserem Lande schon 00,000 “Fl Zn finan- zieller Beziehung iii bis jetzt Folgcndrs griciwhcn: '.)[Ußcr dcr Bewiliigung der Civil-Lisrc sind die Söchaltc zweier Wirtwcn, so wie die Apanagr des Königs von Grircizrnisnd mid dé'i." iibrigen Familie des Königs festgrsrrllc wordrn. -- Was dir Juden dt:- rrifft, so wird in ihrrr '»)[UQLWÜLUÖCÖT auf die.?scm Landtaßr nichts Entscheidendes ziir Sprache koWUWN, da das “I)?!“Uiii'rriuxn ei- nen schon sri'tidrv, [rk)r srrismmigcn Gr-"eizrs;(Éntirxirf zurück"- hält, der alicrdinZs dci drt: Vdritrcb-xilrn drr untrrrn und mir- lereanlkskiaffrn, iiiindcsrciis i!i?i[-éB-I:*Sl".k, «insidßcxi könnte, die in diesem Sitmr auch fdrM'=-kii,rcnd dcardcit:xr werdcn, wie denn erst in diesem, Tagen wicdrr (mr “»I-(Misc crscdicn, Worin ausfiidr- lick) daraethan wird, daß die ETUÜUOWKNOU mir arif Kosten der ganzen Christenheit stactfindrxi werde, und das; jeder wahre Christ eine Gleichstellung mit der.- *:"x'rtdrn ]rdrr Zrit vrrdammen müsse, wenn er nicht das ewingcsi-ndcs Glaubcns-Erundrs vernichtet sehen wolle. Uebrigens versäumten es die Juden, dem Wir-
ken der Kammer von 18.31, von der das Freisinnigsie für dieselben zu, hoffen gewesen, entgegen zu kommen und in die zwei Bedingungen: Verleugnwng drs Tal-
muds und Verlegung des Sabbaths auf den Sonntag, einzuge- hen. Indessen will, dem Vernehmen nach, Unser Ministerium die Vorbereitung auf diese dereinst zu erthoilcnde Wohlthat rin- leiten, indem es die Erziehung der Juden zu Übernehmen, den Kultus von allen nicht zeitgemäßen Formen zu reinigen, und in Bezug auf das Lehr; und Predigrr-Amt Verfügungen zu tref- fen beabsichtigt, die unserem Staate zur größten Ehre gereichen werden, aber bei starr altgläubigen Juden eine große Schwie- rigkeit finden dürften.
Stuttgart, 28. April. (Morgenblatt.) Es liegen
drei Broschüren vor uns, welche Graf Stanhope, Kaspar Hau-
sers Pfiegevater, vor Kurßem als Manuskript har drucheu las, ; sen. Die eine enthält Ka par Hausrrs LebenSbeschreibung, von
diesem selk-sk geschrieben, ein Aktenstück, das Feuerbach in seinem 1
Buche iibcr Hauser nicht mittheilcn wollte, „weil er?“, seiner Arußeruna nach, „Anlaß zu Zweifeln geben könnte.“ Die an; ,
dern sindBriefe chGrafen anFreunde, 1vrlche micHauscr in Ver- _: U h
bindung gestanden. Wir haben die Erlaubniß erhaltrn, U11ser “F Publikum mit der Quintessenz diescr Schriftrn bekannt zu Max . chen. Sie sind merkwürdig, weil die darin dargebrachten Bc, „ Weise, dax"; Hanscrs Aussagen von Anfang an ailer Glaub,-
wr'irdichit ernmrricltrn, indem fir manchen Zweifel m,;
tiirlici) lösen, andercrscits den ganzen Handrl nur «ck
vrrwickrltcr mackirn. Hausers Geschichte wird aber dadurch auch
noch von einer, freilich für die Brtheiligcen wenig erfreulichen Ü Seite belehrend, indem auch sie wieder zeigt, wie sohr der Reiz „“ des Ungewöhnliche", Wunderbaren, selbst geistreiche Männer; oder gerade Weil sie es find - weiter lockt, als ihnen bald lieb ist, Und daß zu leichtsinnig angenommene Prämisien selbst Rick)- ter, Naturforscher und Diplomaten zu Trugschlüssen führen, die . bald so ins Riesenmäßige wachsen, daß das Geständniß des" Z» )? thums nothwendig sehr schwer fallen muß, und der Griäuschx, ,., seine und Anderer Aufmerksamkeit sorgfältig von den fatalen Punkten des Raisonnements abzieht. ,
Karlsruhe, 7, Mai. Vor einigen Tagen wurde hier die ' nrubrgründete Gewerbsschulc in Gegenwart des Ministers des :“? Innern durch einen feierlichen Akt eröffnet. In diesem Angen, ' blicke sind bereits über 70 Zöglinge eingezeichnet. - '
Schweiz.
Zürich, 2. Mai. (Allgemeine Zeitung.) Durch Kreis; schreiben vom 28. April eröffnete der Vorort den Ständen, daß , er die Regierung von Bern aufgefordert habe, die in ihrem Ge-ß biete befindlichen politischen Flüchtlinge, welche von der Schiveiz aus an der Beunruhigung benachbarter Staaten thätlichen An- » thcil genommen haben, bis zum 15. ONai vom Schweizerischen Gebiete entfernen zu lassen, widrigenfalls er sich genöthigc sähe,“ eine außerordentliche Tagsalzung einzuberufen. Zugleich theiii' der Vorort die neu eingelangten Noten von Oesterreich, Sardi; * nien, Bayern, Württemberg und Baden den Ständen abschrifr * * lich mit. In einer Nachschrift wird beigefügt, daß die Regie,- rung von Bern an demselben Tage noch dieAnzeige gemacl)tl)abe,s1e ,; Werde bei dem großen Rache auf Wegweisung der in dem Unterneh- * man gegen die Sardinischcn Staaten betheiligten Flüchtlinge antri- gen. Bern soll, wie man vrrnimmt, ZU diesem Entschlusse wesentlid durch eine Masse von Petitionen ewogen worden seyn, welche der Regierung nicht undeutlich zu verstehen gaben, daß das Volk die Polen satt habe und entschlossen sey, seinen Willen der Wegschaffung auch gegen den Willen der Regierung durch4 - zusrlzen. Da die Berner Regierung, ihrer Zusammensetzung nach, meist gerade dieselbe Volks-Partei repräsentirt, 1velche nun auf einmal ihre Sympathie für die Polen in Antipathie verwandcch: hat, so mußte sie wohl nachgeben. Auch mit „Bezug auf das Ober-Grricht sind die Ausschtrn günstiger. Die vielfachen Er; mahnungen von allen Seiten her gegen eine Abberufung, schei- „_ nen die radikalen Führer eingeschüchtert zu haben. .
im “23. April übersandte auch der Sardinische Gesandte dem Vororte folgende Noir:
„Dcr unterzeichnete außerordentliche Botschafter und bcvoU- . mächtigte Minister Sr. Majesiät des Königs von Sardinien beidcr Helvetischen Eidgenoffrnscimst, der es sich zur PFicht maxhte, ders; Ofäzial-Erlaß, mit dessen Zusendung Ihre Exce enzen die Herren “? Bürgermeister und der Staatsrath des Kantons Zürich als Bun- dcs-Dircktorium ihn beehrt haben, zur Kenntnxß seines Hofes zu bringen, hat den Befehl erhalten, denselben folgende Antwort mit-- xntlzcilrn. Eine Exvcdition, besiimmt, Unordnung und Aufruhr in D die Staaten Sr. Majestät zu tragen, ward tn der Schweiz untcrzxéj“ den eigenen Augen der Behörden organifirt. Eine zahlreiche HNUK'JN Rcvvlutionnairs konnte tick» Waffen, Sclyicßbcdarf und Transport:;“-“'-' Mittel vcrschaffcn.- Sie setzte sich in Bewegung, und schon war der öffentliche Ruf vorausgegangen, der ihre Entwürfe ankündig“ Sic konntc eine ziemlich große Landstrecke durchziehen, ohne an das geringste Hinderniß zu stoßen, und selbst da, wo man M' regeln ergriff, um ihr Einhalt zu thun, erwiesen sich dieic als unzulän lich und konnten nicht verhindern, daß ein Theil dicser bcwa neten Bande in das Gebiet Seiner Majeüit“ cendrang, deren treue Unterthanen zur Empörung aufrief und “offent- liches und Privat:Eigenthum plünderte. Nach einer so offenbaren; so schreienden Verletzung des Völkerrechts durfte der Hof von Sar: „„ dinien hoffen, das Bundcs-Dircktorimn, welchem er mit leicht - würdigcndcm Zartü'nnr Zeit lasen wollte, selbst eine freundschaftlich
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und voiisiändichnitiative zu ergreifen, werde sick) beeilen, nichtnur; ; f
ane ndthigen Vorkehrungen zu treffen, um fortan die Wiederkehr- einer? ähnlichen Attentats unmöglich zu machen, sondern auch da; auf Schweizerischrm Gebiete vorbereitete und ausgeführte verbreche- rische Unternehmen laut zu verwerfen, indem es auf die ersten Rr „ clamationen der Regierung des Königs durch Erklärung des Vcr- dauerns, das es über ein so beklagenswerthes Ereigniß fühlen müfxc- antworten, und über ane, besonders die in der Schweiz gebornci und wohnhaftcn Schuldigen die ganze Strenge der Gesetze unrufki würde. Dies war in der That zu allen Zeitcn dic Verfahrungrx Weiss, welche von eben denselben Staate-n, deren der Bundes- Ek ,; las: vom 18. März erwähnt, und ganz neuerlich UVM von der Franz? zdsiscdrn Regierung eingrhaltrn wurdc, die, ohne erst eine Mittbcr-k- lung des Turiner Hofes abzuwarten, im Intereffe der dffentlicdri, ; Ordnung und allen (Hrnndsaßrn des Völkerrechts gemäß, die 111111in 111aßlichcnUrhcber der Vrrleßung drs Sardiniscden Gcbicts nr-ci den Gesetzen zu vrrfolgrn brfahl. In gleicher Zeit er riff sic alis Maßregeln zur Erhaltung des Friedens und der Sichcheit aufch (_?Fränzr. Dax; Bunded:Dircktorium im Gegentbcilc hat sirix darm]! bcsckiränkr, dir bcnachvarrcn Kantonr zur Entfernung der Flüciitlinxr von der (Iräiizr citizuladcn. Keiner dieser Menschcn, dir so ebcn cinen RNlleUJ mit brwdffnetcrHand donührt hattcn, wach ivedik anfgcsnciir, mmi) nail“: den (Försrtzcn beitraft, die in dicsrm Lande Wk? in 111011 andern dri eincmgleic[)€t'12lttetttatcAnwcndnng sindrn miir . srn. Die Mehrzahl von ihnen und ihre Haupt:Räd-*lssäyrcr dali“! sic!) iwc!) in cinemSchweizerischen Kantone auf, als ob diebeleidtgtc bürgerlickw Gesellschaft von ihnen keine Rechenschaft zu fordrrn hättk „_ Dicjcnigrn Schwcizcrischcn Untertha'ncn, die an dem Zuge geg?" Savoncn Tyxil genommen, iind an ihren Heerd zurückgekehrt, ob"? dort irgendwrr beunruhigt zu werden, als ob die Handlangen, dercn sic sich so eben schuldig gemacht, nicht allein von der Gesetzgebung aller civilisirtcn Länder, sondcrn_aucl) durch die allgemein anerkan" tcn völkerrechtlichen Maximen nicht für verbrecherisci) crkiärtwäreu In der That legt das Völkerrecht jeder geregelten Regierung dl Verpfticbtung auf, darüber zu wachen, daß feiner ihrer Unterthancnsi sich etwas Feindscliges gegen irgend einen Nachbar=Staatcr1aube undeZ zu verhindern, daß das jeder Regierung zustehende Asylrecht in kit“- mm Falle zum Nachtheile ciner befreundeten Macht, zu einem MY griffe gegen deren innere Ruhe gemißbraucht werden könne. Kraft 5 dieses von _al1en Nationen Zu estandeneii doppelten 543rinzips_kann der Sardimsche Hof die Erl run en nicht als völlig befriedigend betrachten, die in dem Bundes-Er asse vom 18. März über die zur )' Entfernung der FlüchtliMe etroffenen Anordnungen enthalten sind und noch wcni er die * aßIe eln, welche ein weit hinter dem ge“- dachten Officia -Erlasse zurü bleibendes Bundes-UMschreibcn vom 17. April den Kantons-Ne?ierungen anemvfiehlt. Bis auf den heu- tegen Tag haben nur enige Polen die Schweiz verlassen.
Aber
*„ Md
- welche er ein besonderes“ Intcrcffe 11
nicht bios; diese "kleinr Anzahl von Individuen, von fügsamenfiWez-k- zeugenindenÖänden*.“!nekVcrbrechrriichenFactidn,sonderndcese- _actiqn “1111|, die aufrWtcn Hauptes einhergeht, noci) tmmekthke Man teße iii aufreizcndrn Journalen vcrdffctxtltcis, und weder lhre Entwurf:, noch ihre Hoffnnngrn verlxrl)lt, uderhaiivt que Schuldi eri oh_ne Au»: a me, muß CMC iiyyartcnscbe (ML'CCbttgkklt treffen., te Ezdgeqos- xn,chaft ums; rs nc!) angelkgen seyn (affen, das; chr Gehlert nicht ein dauernder F;ucrhrcrd drr Unordniingcn und Verscbworimgcn werdr, 11117) fortan Utcdt Mitschki! zur Oufiuchtssiatte diene, die, in- dem sii- sich dort frstsryrnLnexcht grkommcn sind, um rm Asyl“, son- dern 11111 dir V;;iiitrl zur S'iorung __der ailgrmetnrn Ruhr zii iucj)er_1. ("ndern yicrxmcii der_Säi'diiiisciye 3201“ die 111 drm Brindrö-Erlnnr vom 11 Marz aimrkimdtgtcn Anordnwigcn, drrrn Bolizug_ dura) dicvon[UCOUWCUYi1c1111117:Stc1111rn drr STUWUZ atigcbotrnrn Erleiiizw ternnqsmittcl LLMÜZM. ist, :mrzrsmni, hat er zxiglcici) das Recht, von der EZMUWÜMWMUZW EkgkclsUPg vdn Maßregelnäzu fordern,zvelc1;-c allein din Staaten ("'-'i“- „Ma1., 10 wer ach: vrna )barten Machtxn, die Bürgschaft IWM koUUxTZ/ das; drr Vrrsncd vom'Febrnar iich niclit rrnéuern wcrdr Dirie Maßrrgrlr: und: 1) die VcrscßUng
in Anklagriiand und Bestrafung aiicr in dcr Srdwciz gcvürrigcn
und wohnha'ftcn Judividnrn, dir, an dem Einfalle mit bewaffneter Hand in das (H"cbieiSr. Majcitat ch KönigZ von Sardimexi und cin der Plünderung dffrntlicden und Prwat-Cigenthum-Z Theil ge-
.. nommM haben; 2) die Ausweisung vom Schweizerischen Gebictc
aller Xtaliäncr, Poicn und Dxutsrdcn, wcchr mittelbar oder unmtt: telbar" dei dcn: Aaniffe auf «avoixrn vrtdrrlxgt wach, odcr deren fortwährend fcindsciiges Benehnzcnjund Beharren-in cinchn Zrzsiande der Verschwörung ihre Underbeiieritcize Vcrkehrtdert htnlanglicl) be- wiesen haben. Sr. Maxesiax der König von Sardinien, welchcr grgen die von der Vorsehung scixier Ovhnt andertrautcn,Vö1kcr heil] e
iiicht zu erfüUen, und daruber zwwachen hat, daß thrrRuhe m t * quc der Verbindung seiner Staatcn 'mit der. Schweiz gestört "schmeicbclt fick) init der Hdffnung, die Helvettscike Eid enoffen-
e , . „ . werd /Wi'.l'de sic!) gern zur Ergreifung dieser Maßrege n ent ci)_ltcßen,
schaft
e illein die Aufrechthaltung dicser Verhältniffe, so wie sie ein;- MÖFrrundsclmft und eine lange (Bewohnlwit Futcr Nachbarschaft
wjscjzen beiden Ländern bcgrünch har, Ückck€r11 k nner). Falls chock) dieSchweiz noc!) vorsEnde des nachsten Monatxz Mat seinen gerech- ten Reclamationen nicht shr ganzes urid yoslsiandtges Recht erzetgt haben sollte, würde Se. Maj. der König lick) m der Nothwxndigkett befinden, die Anwcndung mehrerer Vorficbis- und Beschrankungs- Maßregeln zu befehlen, welche auf Einmal dte Art und den Charakter
“»“ dieser Verbindungen zwiscdcn seinen (Isränz:Provitizen und derScbweiz
. .
verändern würden. Nicht ohnr das größte Brdmiern würde Sc. Maj. ßch gezwungen schen, einige Kantone der Schwetz, deren Benehmen
ihm nicht den mindesten Grund zur Beschwerde gegeben, und für
?
xhlt, unter den Folgen einer all:
gemeinen und Krengen Anordnung leiden zu lassen. Aber vcrpfiich-
m, vor Allem Wohlfahrt und Ruhr ]“cincr, trcurn Unterthancti sicher ' XU [jenen, könnte der König nur ans tbre wahren Urheber die Fol-
cn von Maßrrgeln wälzen, die, so schmerzlich sie aUerdings seyn
?vürdcn, ein für allemal ndthig geworden wären, und daten Ein-
grzjfung Sr. Maicsät nicht umgehen könnte. Der Unterzeickmete
' ergreift diese Gelegenheit, Ihren Excellenzen den Herren Bürger-
meistern und dem Staatsrathe des Kantons Zürich als Bundrs-Dé-
“' rektorirn die Versicherungen seiner Hochachtung zu erneuern.“
P o r t u g a [. Lissabon,.30.April.DieCl)ronicaConscitucionalvom 1.1,Avrilenchält folgenden (in dem gcsirigcti Privat-Schreiben aus Lissabon erwähnten) Erlaß an den Kardrqal-Pacriarchen: „Auf Befehl des Herzogs von Braganzd, Rrgentrn imRamen der Königin, habe ich Ew. Eminenz anzuzeigen, da]; der gedachte Erlauchte
:Ü Senhor für gut befunden hat, vermittelst Königlichen Erlasses
vom 51er: d. M., zum Erzbischof von Lacedämon in ]]m'lilms iiclclinm zu ernennen, den Raith Marcos Pinto Soares Baz Proto, ersten Almosenier, Präjidentrn. der Junta zur Prüfung des gegenwärtigen Zustandes und zeitlichen Verbesserung der
“- regelmäßigen „Orden, und Genrral-Commiffair der Kreuzzugs,-
Bulle, damit es Ew. Emitienz gcfailc-n mdgr, ihmdie crfordrr- liche JiiriSdiction zu verleihen, damit rrdie richtigen FUnciio- nrn ausübrn könne, welche nach den (Hrirßen des Kömgreicls? mit obiger Würde vcrbnnden sind. »Stiiats-Sekretarigc fiir die geistlichen Angelegenheiten und dtc Justiz, den 7. April 1834. (gez.) Jose da SilvaeCorvallw.“ Die Chronica vom ]:“)ten 'Iipril enthalt darauf die offi- zielle Anzeige, daß OA" aewählte Eiszbtickwf von Lacedämdn von Sr. Eminenz dcm Kardinal-“]ck§triai'ii)rn zu desen Vikar rr- nannt wordm sei), mit der geistlichen und weltlichen Zurchic-
tion «[s Provisor und Gcneral-Vikay dcs Patriarchats.
Türkei.
Konstantinopel, 12. April. Der Moniteur Otto- man lUleet: „Se. Excellcnz der Baron von Ocienxels, der rüber als Jnternuntius drs Kaiserlich_Oeßerrerchtschcn .dees in Konstantinopel fungirte, chr vdwirineni Hofe autortsirc worden, die Hohe Pforte zur Lidschltrxzung cinrs Traktais init drr Regierung von Toskana aixfzufordern. Die Hohe Pforte hatte sick) schr bereit erklärt, die drsfallsizien Wiinsche des Wie- ner Hofes zu erfüllen, Und der Traktat war in besdndrrs-xzu diesem Zwecke eröffneten Konferenzen riitworfen wordrn. Ce, Excrllrnz der Baron von Stürmer, jeßtger'Jnternuntms, zeigte der Hohen Pforte an, das; er dir Ratification dcs Trakcats von Seiten der Toskanisckwn Regierung empfangen hade. Da nun die Hohe Pfdrcr ihrerseits don Traktat IM !. Ockvcwairatifi- :irt hat, so fand dir Auswechsrliimg drr Ratiiicatidnrn tm Ho-
12! des Obcr-ScraiiI-Arztrs imd Konferenz;Mirglirdcs, Beidsec
Efeiidi, zwischen ihren Cxcclirnzcn dem RriS- Efendi und dem
Oestrrrcicbischen Jntcrmmtius sr-atc.“
„Dcr (Töcsciwftsrrägrr Sr. YITajrsiär drr; Königs vxon Sar- dinien zu Konxianrindpel, Herr Friedrich Kiriio, ist seines vor- arri'ick'trn "Ilircrs wegen in Rudrstaiid ver*1„r.ch und der Graf Filipdi von Bildrmvriilr ati srinr SteTLchrncinn-t worden. Am Mien Schewiil 04757571) sich drr Graf *,“;“iii1.»pi_iti déii Pfortrn- Pälasr UNO iiicrrcici)rr Er. „L)oié-rir drm Grds;Wrsir das 239- glaniaiiims-Scdrcidrn von sriiirm Sorwcrain. Cr wurdc met “drm iiblichen Crrrmonirll ctnpfaiiqcn.“ .
„Dcr Ccremonicnmcister Esad Medi)» BW, der als Ge- scl)äfcsträqrr bei den Statthalccrn von Waldtiich)c,-Ca1arca, Ma- rasch und ?iladscha-Hissar fungirkr, ist am zweiten Tage des Bairmn am Schlagfiuß verstorben. Die Acmrcr, welche er be- kleidecc, wurden durch eine Großherrliche Verordnung imcrrfol- gende Beamten vrrtheilc: Mehmed Efendi ist zum Geichäststrä- ger des Statthalters von Salonichi, C'umrr Pascher, und des Statthalters von Cäsarea, Osman Pascha; CihadschsCdHe111BeY bisheriger Geschäfcsträgrr dcs Statthalters von Sivas, m _qlrt- cher Eigenschaft bei dem Statthalter von JJZarasck), und Mel)- med Bey, ehemaligrrZdil-Bcamccr, zumGeschafcsträgrr des Gou- verneurs von Aladscha-Hissar ernannt worden, ten haben die übliche Investitur empfangen.“ , , .
„Der jetzige Statthalter von Kmtahia und _Kapidsck): Burschi, Halil Kiamili Aga, ist zur Belohnung für die Talentr, die er in der Verwaltung dieses Sandschaks grzeigr hat, für ieme Ge- radhrit und seine Gerechtigkeirgegen die Einwohner, auf Vor,- [kekluug des Seraskiers, zum rrsicn Großherrlichen Stallmei- ster erhoben worden.“
Alis drei Beam-
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„Der Gemeinde-Vorsteher zu Varna, Tbeochari, der wäh- rend des lelzten Krieges und in den darauf folgenden Jahre.“: eine ausgezeichnete Treue bewiesen hat, ist durch ein Großherr- liches Brevet von der Kopf-Sceuer befreit worden.“
„Kafas Activ, der seit einer Reihe von Jahren an der Münze als Banquirr der Großherrlichen Kasse, des Schalzes,der Domainen und des Mubaja angestellt war, ist vor Kurzem eiier langwierigen Krankhric erlegen, gegen die keine Arznei helfen wollte. (Mehrere Monate .vor seinem Tode erlaubte ihm seine Schwäche schon nicht mehr, seinen Geschäften vorzustehen, und das Amt eines Baoncl's des Mubaja war daher durch eine Großherrltkhe Vrrordnimg dem Agob DUs-Oglu anvertrautwor- den, der brreics unter Kasas Artin einen bedeutenden Theil die- ses Dienstes versehen hatte. Die Rechtlichkeit, die großen Ta- lente und der unermüdliche Eifer, wodurch sich Kasas Ar- tin auf jenem hohrn Posten ausgezeichner hatte, erwarben ihm das Wohlwollen und die Achtung des Sultans, und Se. Yheic hatte ihm daher die Ehren-Decoration verlie- hen. ach seinem Tode ehrte der Sultan das Andenken an seine langen Dienste dadurch, daß er seine Familie zur Theil- nahme an den von ihrem Verwandten genossenen Gunstbezei- gungen bericf. Sein Schwager Kework und sein Neffe Serkis wurden zu Banquirrs der Großherrlichen Kasse und Serkis außerdem noch in Gemeinschaft mit Artin, der am Schaß der Domainen angestellt wurde, zum Banquier dieses Schaßes er- nannt. Agob Dus-Oglu, der neue Titular-Banquier des Mu- baja, ein Mann von erprobtem Talent und allgemein geachtet, hat die Ehren-Decoration erhalten.“ "
„Der Kadi des Bezirks von Ajandon hat der Regierung angezeigt, daß in dem Dorfe Karadscha-Kiaja die Frau eines Landmanns, Namens Kursek-Oglu Ali, von drei Knaben ent- bunden worden ist, welche die Namen Ali, Haifa und Hussein empfangen haben. "2112“: dies zur Kenntniß des Sultans kam, setzte derselbe, wie er es“ in solchen außerordentlichen Fällen ge- wöhnlich gethan har, jedem Kinde eine jährliche Pension aus“, die Fus, dir Steuer-Einkünfte von Konstantinopel angewie- en 1 .“
Eben dieses Blatt enthält einen Bericht des Ober-Ar- chitekten der Großherrlichen Qaurrn, Abdul Halim Efendi, an den Groß-Wesir, worin der Plan zu einer in Komiantinopel zu gründenden Bau-Akadcmie entworfen ist. Der Sultan hat diesen Plan genehmigt und durch einen eigenhändigen Befehl die unverzügliche Ausführung desseiben angeordnet, damit dir Baukunst in den Osiiianischen Staaten zur [)öchsk möglichen Vollkommenheit gedeihr und sich auf die Grundsätze der damit in Verbindimg stehenden Wissenscimftrn ftükz-c. In der Einlei- tung des Berichts werden die Wissenschaften bezeichnet, deren Erlernmig zur Ausübung der Baukunst vorzugsweise erforder- lich ist. Sodann wird gesagt, daß von den „30 Architekten, die jeszt unter den Befehlen Abdul Halim"s stehen, nur 10 die ndthigen Kenntnisse besäßen, so daß ihnen 'die Leitung eines Baus anvertraut werden könnte; die übrigen seven sehr wenia unterrichtet; was die Gebäude anöccreffe, dir auf Befehl der Rrgirrung sowdhl in der Hauptstadt als in den Provinzen errichtet würden, so seyen die talentvollsten unter jenen 10 Ar- chitekten mit der Entwerfung der Pläne beauftragt, und die übri- gen hätten für die AUsführung derselben zu sorgen. Es folgt nun der neue Plan, nach welchem die Architekten in 2 Klassen eingecheilc Werden; jede Klasse soll aus 10 Mitgliedern bestehen, die erste aus denjenigen, Welche ihrer Kenntnisse rvrgcn mir der Lei.- tung der NcgicrungS-Bautrn beauftragt werden, diezweite aus 10 an- deren, die unter der Zahk der iibrigen als solche auSgcwählc worden, die durch eine Prüfung bewährt haben, daß sie nach jenen ersten 10 die meisten Kenntnisse brsißen. Allr übrige Architekten sol- len bloß als Gehälsen der C'rsreren betrachtet werden und unter deren Befrhlen arbrirrn. Dic Mitglieder der ersrrn Klasse sol- len cin unterscheidendes Zeichen ihres Grades und arißerdem, so wie die Elevrn drr mathenmtischen Akademie, täglich ein Jeder zwei Brodte von der Regierung erhalten. Der Professor der 4ten Klasse der mathematischen Akademie soll einen Unterrichts,- Kursus für die Architekten der zweiten Klasse und für die Gchülfen eröffnen. Bei der Entwerfung von Plänen sollen die Architekren der ersten Klasse die der zweiten und die „ancnieure, die unter den Befehlen des Ober- Architekten strhrn, zu Hand gehen. Jedes- mal, wenn ein Architekt der ersten Klasse in die Provinzen ab,- geschickt wird, sollen ihn auf Kosten der Regierung eine Anzahl Ingenieure, Architekten der zweiten Klasse und Gehülfcn beglei- ten, damit Alle Gelegenheit erhalten, die Theorie auf die Pra- xis anzuwenden. Wenn sich jekzt bci Privat-Bauren unter den Einwohnern der Haiiptsradt Streitigkeiten erheben, ist eine aus 2 Architekten bestehende Kommission mit der Entscheidung der Sache beauftragt. .Diese Kommission rmpfängt, so lange ihre Arbeiten dauern, täglich 24 Piasrrr Diäten. Von jrlzt an soll diese Summe auf '.;0 Piastrr erhöht werden. Dem Ober-Archi- tektrn sollen zwei "Architekten der erstrn Klaffc, der Eine als Intendant, der ',)[ndrre als erster Kommis, zur Seite stehen und sich täglick) über den Zustand der dffcmlichen Gebäude im.- terrichten. Ferner wird ami) einc neue Organisirung der mathe- matischen Akademie anrmpfoblrn, und znmr sollen die Ingenieur; Eleven dieser Schule in :1 Kissen grthcilt rr-xrrdcn. Aus dcn nglingrn der 4ten Klasse sollen 10 auszzrivähit und den Be- fehlen drs Obrr-Isrchitck'ccn Unr-xrgrdrdner werdcn, der sie abwech- selnd bci dcn öffentlichen Bauten beschäftigen wird. Je nachdem sie dann in dir hdixrrcn .»?iaffrn versetzt werden, sdllrn sie immer mehr Urbmka ix; drr ai'cixicrktonischrn Praris erhalten. Wenn '.“irchitekcen tmc!) dcr: Provinzen abgrordnrt Werden, um dort Banton zii [citrry wird dir Regirrung dir Rriirkosccn ['rsireitrn.
Das grnannrc Blatt rrsrattrt 11021“ 7 Frurrsbrünüe Br- i'icht, dir im Urins dcr lrxzrrn sachs Wochen in Konstantinopel siatrgcfimdcn hadcn; eine davon war srdr bedeutend, indrm an “200 Bilden Und 20 von Jiidrn brwohnte Häuser dabei ein Rand der Flammen wnrden; bei den Übrigen [)csckyränkte siii) drr Brand mois: auf wrniqr Göcbändr.
Dir pdütisrdrn Vrrkzälmiffr von 102“? Und 1820 hatten eine große Anzahl von Rainbs bewogen, sicl) ails Varna zu flüchten und andere Wohnsiße aufzitsiicbcn. Diejenigen, weerc in Variia zurückblicbrv, richreccn rin Gesitcl) an dir Ottomanisckw Regie- rUnxi, wvrin sir aUSrinandcrsrkzrn, daß es ihnen ganz unmöglich sey, die dem Schaiz schuldigr SUMME von 100,000Piastern zu erschwingcn, die sich diircl) cine fünfjährige Anhäufung drr Wein-Sceucr gebildct hat, ja daß so nicht einmal die Stoner des laufenden Jahres, iveichr 255,000 Piaster beträgt, entrichten könnten, weil die Weinberge in Folge der starken AusWanderun- gen ganz verlassen da ständen und zum Theil gar nicht mehr bebaut würden. Diese Vorstcllung wurde im Anfange des leßten Winters dem Sultan durch Mehmed Aga, seinen ersten Stallmeister, eingesandt, der mit der Liusbes'erung der Festungs- Werke in Varna beauftragt war. Der Sultan ließ fich alle Umstände genau berichtrn und zog die Bittschrift in Erwägung.
Der Erfolg war, daß den Rajas von Varna und denen von
Pyrgos, die eine ähnliche Vorstellung eingereicht hatten, da ste mit 16,000 Piasrern im Rückstande waren, nicht UM" die rück- ständigen Summen erlassen, sondern daß sie auch auf eine unbe- stimmte Reihe von Jahren, bis ihre Weinberge sich wieder in einem blühenden Zustande befinden würden, von der Entrichtung der Wein-Steuer ganz befreit wurden. Als diese wdhlthätige Handlung des Sultans bekannt wurdr, beeilten sich sogleich viele von den Ausgewanderten, wieder an ihren k)eimathlichen Heerd zurück- zukehren, wo ihnen der Empfang, der ihnen von Seiten der Behörden zu Theil ward, zeigte, daß das“ Vergangene gänzlich der Vergessenheit Übergeben sey, Und daß sich eine glückliche Zu- kunft für sie eröffne. Mehmed Aga bezahlte sogar auf Befehl des Sultans für die Dürftigcn die Reisekosten und ließ ihnen noch anderweitige Untrrstüizung zu ihrer crsten Einrichtunq an- gedeihen. Außerdem hat der Sultan allen Naias von Varna ohne Unterschied eine beträchtliche Summe aus“ seiner Privac- Kasse auSzahlen (affen, damit fie sich die zum WeinbaU nöthi- gen Geräche und Werkzeuge anschaffen können. Hicraiif haben die Zurückgekehrten dem Sultan in einer Adresse ihren innig- |en Dank ausgedrückt. .
Der Moniteur Ottoman enthält einen sehr langen Ar- tikel, worin er ein Schreiben zu widerlegen sucht, welches das Journal de Francfort unterm 6, März, als eine Mitthei- lung von den Einwohnern der Insel Samos, publicirtc. Er er- klärt diese angeblich aus Samos gekommenen Klagen für nichts als abgenukzre Declamationen und schändlichen Betrug und ver- argt es dem leßtgenannten Blatt, daß es sich zum öffentlichen Vertheidiger einer Sache aufwerfe, deren nähere Verhältnisse es gar nicht kenne. Ehe es mit einer so lebhaften Thrilnahme das vermeintliche Geschrei der Bevölkerung von Samos Über die Nachricht von dem bevorstehenden Absegein einer Türkischen Flottille nach jener Insel wiederholt, meint der Moniteur, hätts es sich doch erst von den zahlreichen Maßregeln, die diesem Beschluß vorangegangen seyen, unterrichten soUen, von der politischen Stellung der Insel Samos zu der Pforte, wie den Beschiüffen der Pforte in Bezug auf Samos, von dem wahren, Zustande der Dinge auf dieser onsel und von den administrativen Resul- taten, die fich an die iederhersiellung der Türkischen Autorität daselbst knüpften. „Möge uns das Journal de Francfdrc nur sagen,“ fährt der Monireur fort, „wie viel Unterschrif- ten das Schreiben zählte; insofern ihrer mehr 921061671, als 4 oder 5, kann man behaupten, daß es falsche wa- ren. Diese so pomphaft vermittelst des Journal de Francfort an die gesammte Christenheit gerichtete Voriiel- lung rührt also keinesweges von den Einwohnern der Insel Samos Her, sondern repräsrntirt nur das Privac-Ztixeresse und die Üblc Laune der 4 oder 5 Häuptlinge, welche dieie Zn,- sel bedrücken und mit Verzweifiung das Ende ihrer Räubercirn nahen sehen.“ Es folgt hierauf eine weitläuftige Auszeitzander- sekzung der Verhältnisse zwischen der Pforte und der 31112! Sa- mos, und der *“.Noniteur bedauert es schiießiici), daß das Jour- nal de Francfort nur den wesentlichen Inhalt, nicht den wörtli- chcn Text jenes Schreibens mitgetheilt habe.
Vereinigte Staaten von Nord-Atnerika. Washington, 15. März. Jm Courrier des Etats
Unis heißt es: „Die große FinanZ-Frage, welchr seit mehreren Monaten die öffentliche Aumerksamkeik ausichlirßx
lich beschäftiat, hat fich seit einiger Zeit nicht im mm- desi'en verändert, und es ist noch keine befriedigende Lö- sung erfolgt, noch keine Vorkchr getroffen worden, Wodurch Vertrauen und Kredit wiederhergesrcllc werden könnten. Die Handels-Unternchmungen sind noch eben so sciZwierig, das Geld noch eben so selten, der Diskonto noch eben 10 hoch; und doch sind, Dank den glücklichen Geschäften des vorigen Jahrrs und den ehrenvollen Opfern, die sich viele HandcisiWuser in it)- rer peinlichen Lage auferlegen, um UM" ihre Vcrpxi;chtun- gen erfüllen zu können, die Faiissrments seit einigen Ta- gen weit weniger zahlrcich, als man es Anfangs, beson- ders in den ersten Tagen dieses Monats", wo ungeheure Zadiun- gen stattfanden, befürchtet hatte. Aber wenn das U-sbcl nur!) nicht so sehr am Tage liegt, so ist es darum nicht minder vor- handen; und selbst der Fall angenommen, daß der Kongreß es durch einen energischen Beschluß, was immer noch sehr die Frage ist, dahin brächte, das so gewaltsam erschütterte Gleichgewicht wiederherzustellcn, so würde doch der Handel lange Zeit brau- chen, um sich von dem Stoß, den er erlitten, und von den un- er drten Opfern, denen er im Einzelnen ausgesekzc ist, wieder zu erßolen. Niemand kann bei den Ereignissen gleichgültig hiri- ben, die vor unseren Augen vorgehen, und dercn Folgen so im- heilbringend seyn können; denn diese Kriss ist wenigsrcns rden so sehr eine politische als eine kommrrziclle,“ und sie wird die Eigenschaften und Mängel eincr Regierungs-Jortn, auf die seit so langer Zeit die Augen der ganzrn Welt gerichtet sind, ins Licht setzen. Europa betrachte dicicibe noch als einen bloßen Versuch, und alle Momente diexrs „Drama"s werden als schla- qende Briveisc für oder gegen das repudlikanische System be- fruchtet werden. ,Die Entwickelung kann nicht mrhr fern liegen. Herr Webster beschleunigt ihr Herannahrn durch die von ihm im Senat abgrgrbrnc Erkiäi'ung, da!"; er am nächsten Montag eine Bill vorschlagen Werde, Wonach dcr Freibrief der Bank der Vereinigten Sraatrn NMH Ablauf des Termins von 18.31; anf eine kurze Zeit verlängert Werden Und die Staats:Fonds wicdrr bei ihr in Dcposiro gcgrdrn werden sollen, indem es sodann den nächsten Kondrcsseii überlassen diirdr, zii cnis'cdridrn, ob eine Erncurrdng des bisherigen Freidrirfs dcr Bätik oder die Enr- werfung eiiies ganz neuen ;wrckmäßig sei». „Die bryiiiiirxrrécl)te- ten Personen schcinrn abcr Über den wahrsslwriiiiichn Qérfolg die- ses Vorschlagcs noch in Zweifel zii sciM. Es wird dadci wohl schr viel auf das Rcsuitar dcr cm nocdpicn Monate zu New; York stattfindenden OITUiiicipiil-Wiihicn «_wkdmmrn. Wenn der Vorschlag im Kongreß vrrworfrn wird, 10 wrrd dir FUrcht und *))?uthlosigkeit iidck) größer wcrden, wei! darm 0111213113111“ ncurs Unheil erfolgen würde. Wird er migcndnmien, ]o glaubt man, der Präsident werde sein Veto cncgegciisclxzrn, denn man der- sichert, daß er fest cntscbloffcn ist, die Crtirucrimg der? Frei- briefs der Bank nimmermrhr zu“ untrrzciciwrir, Wrnn er bei diesem EntiMusse beharrt, io wiirde: „ck"* eine Ma- jorität von zwei Dritthcilrn in dcidcn Yanicrn zii Gun- sten der Bill keine andere Wahl ubrig lancn4 ais 1le) von seinem Posten zurückzuziehrn. Cin _chr „Gier; des Ge; setzes über den Willen des Staats-this und eme wlche Recht,- lichkeit der vollziehenden Gewiiic, die es vvrzdge, ins Privatle- ben zurückzukehren, cl)e fie Maßregeln genehmigte, die mit ih,- rem Gewissen nicht übereinstimmccn, würde allerdings ein erha- benes Schauspiel seyn. Und dies Alles ohne Gcivaitthätigkciten, ohne C'meucen, ohne Jnsurrrccioncn! Ein sicgreichrs und mäch- tiges Argument für die republikanischen Institutionen unter den qrgebenen Umständen. Es würde durii) eine solche Episode
in der Amerikanischen Gcschichte alier Zwrifcl beseitigt und