zur Antwort, daß das bisher Eingegan ene sich nicht zur Mit- raf Fißwiüiam eine von 1800 Personen unterzeichnete Bittschl'kfc aus Edinburg ge- gen die bestehenden Korn-Gesehe vor und unterstülzte__dieselbe
e hatte sich heute“ eine sehr zahlreich?
theilung eigne. End1ich legte noch der
durch eine large Rede. Im Unterhaus Versammlung eingefunden, weil man all emein auf die Entschek- dung der Frage über die Jrländische Ze nten-Angelegenheit, die zu einer ministeriellen geworden ist, gespannt war. Herr Ward erhob sich angekündigtermaßen und trug auf die gendes Peschluffes an: „Daß _der Etat der prote Lichen Kirche in Irland die geistlichcn Bedürfnisse der protestan- tischen Bevölkerun übersteige, und daß, da der Staat das Recht habe,“ die Verthe lung des Kirchen-Eigent wie das Parlament es festsetze, dieses Hau daß die weltlichen Güter der Kirche in Irland, gesetzlich bestehen, - reducirt w solche Aenderung als eine ge als solche, zige Srcretair fÜr die Kolonieen, Irland gelpesen, bezeichnet, fich in früherer Zeit eben so geäußert. leid, fuhr er fort, daß der Erstgenannte in 1) nicht hier anwesend sey- auch in dessen Gegenwart äußern würde. mit der Behauptung, daß die Ruhe Irlands unbedingt von die; Man hatte geglaubt, daß bei der De- des Herrn Ward Herr Stanley angeben Werde, warum er in diesem Punkte von den Anfichten der Ma- jorität des" Kabinettes abweiche, während sein Kollege, Sir I. Gra- ham, die Verhandlung des Gegenstandes für unzeicig erklären und mit Lord Althorp auf die vorläufige Frage antragen würde. Es hatten fich aber weder die .Herren Stanley und Sir Za; noch Lord Palmerston Grant in der Sißung eingefunden, Alkhorp und John Russel, so wie und einige andere Minist der Minister-Bank. _ Debatte, gegen 11 Uhr Abends, plötzlich, in Erfahrung gebracht habe, was ihn. veranlasse, gung des vorliegenden Gegenstandes anzutragen, im Publikum der Meinung, daß die Nachri en, darin bestanden habe, daß am und vielleicht noch andere Minister oder mit dem Ministerium in Verbindung stehende Beamten ihre eingereicht hätten. hr gespannt sieht man dem Ausgang der heutigen Abend- sitzung des Unterhauses entgegen. Das Resultat derselben sollte über die Existenz des Ministeriums entscheiden. wird in Irland durch die neue Zchnten-Bill der Zehnte aufge- hobeti und in eine Geid-Abgabe verwandelt werden. Der Zehnte, so w:e_überhapr das ganze Kirchen-Eigenchum in Irland, bökß nicht den Geistlichen der Katholiken , aus denen der _rößtr Thrtlder Bevölkerung besteht, sondern den Geistlichen dcr kantskkxn Kirche, die in Irland, obgleich nur den sechsten Theil der Bevölkerung umfassend, dennoch verm Herrschaft, gesetzlich „als die herrschende Die Frage ist nun, soll das neue, hauytsächlich in jener Geld- Einkommen und überhaupt das ganze f immer den Geist“- ais; '“ Eigenthum zugespro- die Priester nacb Verhält- rer Pfarrkinder vertheilt werden, so daß die Anzü- kanischen Geißlichen nicht das Ganze, sonderu-zusammen nur des gesammten Eigenthumes erhalten anderweitigen Zwecken verwendet würden ficht ist der größte Theil des Ministerium glieder desselben, Herr Stanley, und Sir James Graham, sollen, wie man behauptet, alten Systemes beharren, Staats - Gewalt , fugniß habe, die bisherigen so bedeutendem Maße im :Kabinec eine Spaltung _ , ündéte dies die Times mit der größten Bestimmtheit. „ Wir haben abernoch nicht erfahren,“ fügte sie Weise das Minisierium sich getheilt hat, daß“ der Widerspenstigen nicht mehr als zwei , Redner der ministeriellen Partei, der m sowohl im Innern als in den Kolonieen, Der Andere ist ein brauch- e auf solche Ansichten kommen daß die Uebrigen dem
Annahme_ fol- stantisch-bi1ch5f“
hums so aanordnen, s der Meinung sey, so wie sie jetzt erden müßten.“ Er stelit'c cine bictcrische Nothwendigkcit habe sie vor zwei Jahren der jez- der damals Secretair für Canning habe Es“ thäte ihm sehr iesem Augenblicke dock) werde er nichts sagen, was er Der Redner schloß
sagte er,
und auch Herr
ser TNaßregel abhänge. batte über die
Graham, und Sir Herrn Spring Rice bemerkte man auf Alchorp nun erklärte im Lauf der daß er so eben etwas auf die Berta; und man ist lche Lord Alt- err Stanley, Sir
erial ; Beamte ,
horp empfan James“ Gra
Bekanntlich
e der Englischen Ober- irche angesehen wird.
Abgabe bestehende Kirchen- Kirchen - Vermögen von nun an IU chen der Anglikanischen Kirche chen werden, oder soll dasselbe unter
niß der Zahl il)
und die übrigen ,“, zu ? Dieser lehreren 'Un- s Grey; nur 2 Mit- Secretair für die Ko- erster Lord der Admiralität, eigensinnig auf der Beibehaltung des weil, ihrer Ansicht nach , nd Parlament Rechte der Englischen Kirche zu beeinträchtigen. entstanden.
Regierung u nicht die
Hierdurch
hinzu , „ auf doch glauben
Eine ist leider der beste der Sache der Freiheit, die grö te-zTüchtigkeic ge eig? dmi-nistvator. konnten, ist unbe 1: Beispiel dieser
Masse sich zurückziehen
so müßte man eben so liberal sind,
eiflich. Dem Gerücht, . _ trünnigen folgen und das Ministerium in können wir keinen Glau- indessen die erledigten Stellen wie- Männern geben, als die Zurückbleiben- ärtige Administration gewiß Lager würde sie
der beseht werden, die wenigstens Zu liberal war die gegenw sMannschast aus dem Tory- n und ihr das Zutrauen des Volkes sterien sind immer unglücklich gewe- eic des Entschlusses, der zu kräfti- ist. Selbst die Talente eines Fox Der König, wir zwei- ielverbreiteten Gerüchte vom i-Conspiratio- sondern auch egoistischen Ab,- Die gestrigen Abend-Blät- ung im Kabinet
Einige Hülfs noch weniger liberal mache Coalitions-Mini sen: es fehlt ihnen die Einigk gen Maßregeln unentbehrlich und North vermochten nichts dage , ungeachtet der v denselben Abscheu vor jenen Parte welche nicht nur die Würde das Wohl des Volkes perjönlichem E gebracht wird.“ -- Nachricht von einer Spalt Fortdauer derselben, gleichfalls jedoch ohne scritt des gesammten Ministeriums zu glauben. gen Blaue, daß von der s die Existenz des ga und was noch mehr ey, die künftige Ruhe 1 auch Englands abhängen werde, et in ihrer neuesten Nummer, ;;";
entreißen.
feln nicht daran Gegentheil,
nen, durch der Krone,
hrgeiz und sichten zum Opfer ter bestätigten die und bezeuge
Der Courier meint in seinem heuti Entscheidung 11 Ministeriums, lands, ja wok) Times behaupt schen Ratio bedingt die an dessen gänzlicher Erneuerung je lieber fich zurückzuzieh n welchem eine, _ Nation zuw:der ist, moralisch aber und praktisch in B für die Beibehaltung eines so schre en- konservativ Volk des vereinigten Königrei- ur das geringste Vertragen hegen.
Frage allerdin
_und auch die
der Zrländi- r Englischen verlange un- d räth dem Ministerium, zweifelte, je el)_er einem Kabinet“, sagt diejes wenn auch nur geringe Minorität so zu einem Kabinet,
n und der größte Theil de Annahme der Motion, an e gestern noch
Blatt, „1 sehr den Wünschen der das numerisch liberal, auf diese Lebensfrage Mißbrauches,
inet kann das
und somit
ichen Kab Tes unmöglich “"ck n
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Wir haben dis größte Achtyng vor, dem Haupt der Verwaltung, so oft wir auch von den Ansichten des auögezeichneten Mannes abwichen, aber wir müssen gestehen, daß er, vielleicht ohne seine Schuld, einige abtrünnige, unbrständige Geister in sein Kabinet berufen hat, Männer, die man ohne Nachtheil eben so gut hätte zu Hause lassen können. Man vergaß bei Bildung des Mini- steriums, daß dieselbe Einigkeit, welche zur Durchführung der ersten großen Maßreqel tiothtvendig war, auch bei allen ferneren Reformen unentbehrlich srr-n würde. Die Zukunft wurde dem Zufall überlassen, und der Zufall hat gegen die Einigkeit des Mi- nisteriums entschieden. Dies haben bereits mehrere parlamenta- rische Vorfäile bewiesen. Von allen diesen Symptomen muß die Folge seyn, daß die Minister ihrer selbst wegen und zur bes- seren Sicherung des öffentlichen Wohls durch die Bildung eines neuen Kahinettes heute Abend die durch Hrn. Wards Motion gebotene Gelegenheit bcnußen, um dir Darier ihrer Regierung für beendigt zu erklären. Thun fie das nicht, so wird aufs Neue der Fall eintreten, der nie mehr als einmal vorkommen sollte, daß Lord Althorp und John Russel sick) im entgegenge- sclzten Sinne äußern. Kann ein solches Benehmen auf Achtung Anspruch machen? Will Lord Althorp der Motion 13-16 H. Ward durch das Mittel der vorläufigen Frage auszuweichen suchen, so wissen wir nicht, was geschehen wird; durch eine direkte Ver- neinung der Motion fich zu widersetzen, wird Lord Althorp nicht wagen. Cr würde in dcr Minorität bleiben, das können wir ihm versichern. Was dann? Die Minoritär im Kabinet muß resignirem Will sie es nicht, so wird man ihr das Finanz-Mini- sterium (des Lord Althorp) aus:"chließlicl) überlassen nn'isscn.“ ». Zn ähnlichem Sinne spricht sich die Morning Chronicle aus; fie erklärt es für unmöglich, daß das Haus die Motion verwerfe.
Engsische Blöcker enthalten folgendes, unter dem 8. Mai an den Britischen Gesandtrn in Lissabon, Lord Howard de Wal- dsn, erlassene Schreiben des Lords Palmerston in „Bezug auf die Gefangenhaltung des Sir „John Campbell: „In Erwie; derung auf C'w. Herrlichkeit [ekzte Depesche, durch wclche Sie mich von Ihrer Unterredung mit dem Minister Freire in Kennt- nis; setzten, ergeht an Sie die Aufforderung, sic!) bei der Portu- giefischenRe ierung nochmals zu Gunsten des gefänglici) eingezo- genen Sir «xohn Campbell zu verwenden Herr Freire erklärte Ihnen, daß die Portugiesische Regierung den nächsten Sieg der Waffen der Königin oder einen Geburtstag bei Hofe für eine Gelegenheit ansehen werde, um an Sir „John Campbell eme Handlung der Gnade zu vollziehen und ihn auf seinChrcn- wort, nicht wieder gegen die-Armee der Donna Maria kämpfen zu wollen, zu entlassen. Seitdem ist mancher Sieg gegen die Miguelisten erfochten worden, und sogar die Geburtstags-Feier der Königin hat die verhießene paffende Gclegeiiheit nicht ber- beigeführt, um das Versprechen der Portugiesischen Regierung erfüllt u sehen. Die Regierung Sr. Britischen Majestät denkt gar ni »t, das volle Recht Portugals, Sir Z. Campbrll als Kriegs-Gefangenen zu behandeln, irgendwie in Zweifel zu ziehen; aber Sie werden dem Herrn Freire bemerklici) machen können, daß es keineswcges in der neueren Kriegs-Führung üblich ist, Offiziere, die auf dem Kampfplch gefangen genommen sind, so lange Zeit in skrengem Gewahrsam zu halten. Ich bin u. s, w. Palmerston.“
Die Ratification der Quadrupel-Allianz von Seiten Dom Pedro's, obqleicl) bereits voUzogen, ist noch immer nicht hier ein- getroffen. Das Dampfschiff „ County of Pembroke“, welches jenes Dokument überbringen soll, war, a]s" das zuletzt hier an- gekommene Schiff Lissabon verließ, zur Abfahrt bereit, ist aber noch immer nicht eingetroffen. -« Aus Portugal ist daher nichts Neues. -
Das Comité der Schneider-Meistcr, welches sich zur Ent- gegnung der von den Gesellen-Vereinen ergriffenen MaßreZeln gebildet hat, erließ kürzlich ein Rundschreiben an alls Meister des Gewerks, in welchem dieselben aufgefordert werden, jedem Gesellen, der bei ihnen in Arbeit treten wolle, die schriftliche Versicherung abzufordern, daß er weder »))?itglied eines Hand- werker-Vereines sey, noch überhaupt die Absicht hege, jemals ei- nem solchen beizutreten. ZUZleich wurde ein Formular tincge- theilt, nach welchem diese Versicherung mit Namens-Unterichrift einem Jeden, der Arbc-ic sucht,“abgenommen werden solle. Von vielen Seiten waren vom Publikum aus ermuntrrnde Aufforde- rungen zur Beharrliäxkdic in den gefaßten Be]chlüjse11 an die I)ieisker ergangen. so daß diese sich dadurch nicht wenig gckräf- tigt fühlten, um den aufwieglerischen Gesellcxi eine feste Konfr- quenz entgegenzusiellen, _und es ist fast wahrjchcinlich , daß die Meister sich der vom Comité. aus an sie ergangenen Aufforde- rung gemäß verpflichten werden, ihren sämmtlichen Arbeitern die erwähnte Bedingun zu stellen. .
Für das laufende iertelja r ist die Grafschafts-Abgabe in Middlesex auf 1 Penny vom * funde festgesetzt, Welches di_e bex deutende Summe von 21,997 Pfund ergeben wird, so daß der jährliche Betrag dieser Steuer fast 88,000 Pfund ausmachen würde; Diese ganze Summe wird erhoben und verausgabt, ohne daß die Koncribuentcn irgend eine Kontrolle darüber haben.
Die hiesigen Zeitungen melden die Ankunft des hr. KoreLin London. _ _ . . ,
* ie Ungewißheit und Bewrgniß hinsichtlich eines vermuthe- ten Ministerwechsels hat einiges Sinken in den Fonds verur- sacht, doch waren die Schwankungen an der gestrigen Börse nicht so beträchtlich, als man es von viclen Seiten erwartet hatte, und es zeigte sich zum laufenden Zinse Geld im Ueberfiuß.
Es heißt, das Britische Geschwader an der Westküste von Afrika solle durch mehrere Dampfschiffe verstärkt werden, weil neuere Erfahrungen gezeigt hätten, daß diese Fahrzeuge zur Ver; hinderung des Sklavcn-Handels am Besten zu gebrauchen seyen.
Aus Bombay vom 31. Januar wird gemeldet, dcr Por- tugiesische Vice-König von Goa habe sich für Donna MAarig, der Gouverneur von Damao dagegen sich selbst zum Vice-Kdmg des ganzen Portugiesischcn Indiens erklärt, um es im Namen Dom Miguels zu verwalten und die „Pedroistischen Rebellen“ von Eva zur Ordnung zu bringen.
Die Regierung hat, dem Vernehmen nach, Walpole nach Chili abgesendet, um die Anerkennung der Unab- hängigkeit dieschepublik, so wie die Ratification eines Han- dels-Traktates mit derselben zu überbringen.
Niederlande.
Aus dem Haag, 28. Mai. Se. Majestät der „König haben befohlen, daß das, Fort „Admiral Dirks“ am elder, mit Ausnahme der Redoute, und die drei Kronwerke au erhalb der Festung Vliesfingen, ebenfalls mit Ausnahme der Redouren, nicht mehr zu den Festungswerken gehören sollen. .
Der Deutsche Gelehrte, Professor Keil, der bei unserer Marine eine Verbesserung des Kompasses eingeführt _und sich gegenwärtig in Amsterdam befindet, ist im Begriff, eme Reise nach Afrika anzutreten.
den Oberst!
Belgien.
Brüssel, 28. Mai. Der Moniteur berichtet nachträg- _léch, daß auch der Geschäfxsträger der Vereinigten „Staaten von Nord-Amerika, Herr Legaré, bei dem feierlichen Leichcn-Begäng„ nisse des jungen Prinzen zugegen gewesen sey.
Vorgestern fand neuerdings eine Versammlzm von Mit, gliedern der Repräsentanten-Katymer bei Herrn_ Log en statt, iim den Fall in Berathung zu ziehen, daß der König ohne männliche Leibeserben mic Tode abgeht. Die Versammlung war indessen diesmal nicht zahlreich, und es kam zu keinem Beschlusse, den man aufs Neue vertagt hat.
Dänemark.
Kopenhagen, 29. Mai. Gestern, als am dritten Zah- resrage der ersten Königl. Verordnung in Bezug auf die Ein- führung der Provinzial-Stände, hat die Publication der von Sr. Majeskät dem König an115ten d, M. unterzeichnetewnäheren Anordnungen dieses Institutes stattgefunden. .Es “smd tm Gan; zan vier Anordnungen, von denen die erste die Einführung der Provinziai-Stände in Seeland, Fünen, Laaland und Jlend nebst den Faröern betrift; die zweite bezieht s1ch auf Nord-„zütland; dir dritte auf das HeYogthum Schleswig und die vierte endlich auf das Herzogthum colsrrin, Die in der ersten Verordnuyg genannten Provinzen crwählen 60 (worunter Kopexchagsen allein 12) und die Provinz Nord-Jütland erwählt 48 Mitglieder, die ein Vermögen in Grund-Eigenthum besißen müssen. Für Kos prnhagrn ist dieser Grundbesiß auf das Minimum von 8000 thl. festgeseßt. Die Versammlung der Provinzial-Stände fiir Seeland :c. wird in Roeskilde und die für Nord-Jütland m Wiborg “stattfinden. Jeder Abgeordnete ist auf sechs Jahre gewählt und kann nach seinem Ausscheiden von Neuem gewählt werden. Der König ernennt für jede Versammlung einer) Koin- missarius, welcher den Ständen die K. Propofitionen mittheilt. .Die von der Versammlung geäußerten Wünsche, Bedetiken :c. ge- [r.nqeu durch ihn an Se. Maj. den König. Die Nkitglteder selbst wählen sich übrigens einen Präsidenten, der den Gdang der Vrr- handlungen leitet, ferner einen Vice-Präsidenten, die Secretaire und die etwa ndrhigen Ausschüsse, welchen leizteren der Königl. Kommissarius in der Regel nicht beiwohnt. Jedes Mitglied erhält an Diäten 4 Rbdlr. und an Reiseg'eld 11;- Rbdlr. pro Meile. Der Tag der Zusammenberufung der nächsten Stände- Versammlung wird durch ein besonderes Königliches Patent bestimmt werden.
Deutschland.
Hannover, 27. Mai. Die bisherigen Verhandlungen unserer Scände-Versammlung haben bis jekzt namrntltch für das Ausland kein besonderes Interesse dargeboten. Em Hgypt-Ge- genstand der vorliegenden Arbeiten ist der vom Ministerium communicirce Zoll-Vcrtrag mit Braunschweig. Die Verhand- lungen darüber aber werden confidentiell betrieben, und so hat darüber bis jrßt nichts Näheres im Publikum bekannt werden können. Ein andrer Gegenstand, welcher für das, Land von großer Wichtigkeit ist, bildet die Aufhebung der jeßigen'Kaval- lerie-Verpficgung und die Uebernahme dieser Last auf die qllge- meine Landes-Kasse. Damit steht die Uebernahmedes bisher von einzelnen Garnison-Städten prästirten ananeerce-Services auf die Ländes-Kasse in Verbindung. Das Gouvernement hat darüber eine ausführliche Mittheilung an die Stände gelangen lassen und darin den Geldwertl) dieser auf die Genera» Kasse zu übcrnchmenden Last zu 300,000 Rthlr. verqnschlagx. Nach dem den Ständen 1832? vorgelegten Budget, reichen die bisherigen Einnahmen zur Bestreitung der ionstigen Ausgabrn ohngefähr aus, und es kommt also darauf an, zur Deckung _die- ser neu zu übernehmenden 300,000 Rthlr. die ndthigen Mirtel anzuschaffen. NeueSteuern sind nichtproponirt, vielmehr ist eine Erhöhungmehrerer bisherigen Steuern vorgeschlagen, um die Ein- nahme umetwa 300,000Rthlr. zu erhöhen. Es ist angenommen, daß sämmtliche indirekten Steuern durch deren proponirte neue Eip- richtungen, durch den Vertrag mit Braunschweig und durch Em- führung einer geschärften Kontrole sich um etwa 142.000 Rthlr. erhöhen werden. Von den sodann noch fehlenden 158,000 Rthlr. sollen 74,000 Rthlr. auf die Häuser-Steuer, 10,000 Rthlr. auf den Licent, 62,000 Rthlr. auf die Personrn-Steuer und 15,000 Rchlr. auf Besoldungs-, Gewerbe; und Einkommen-Steuer ge- legt werden, so daß die ganze Steuer-Erhöhung sich auf etwa 30.3,000 Rthlr. belaufen wird. Ueber die Art der Erhöhung dieser einzelnen Steuern find specielle Propositionen vorgelegt und diese bilden nun zunächst die Gegenstände der Berathuann beider Kammern. Die Proposition Wegen Uebernahme der a- vallerie-Verpfiegungs-Lask anlangend, so ist deshaib eine Kommis- sion von beiden Kammern ernannt, welche sich mit der Prüfung dieses Gegenstandes beschäfcigen soll.
München, 26. Mai. In der heutigen Si ung der Kam- mer der Abgeordneten legte der Finanz; Minixer einen Ge- selz-Encwurf, betreffend die Zoll-Verhältniffe und die darauf be- züglichen Ermächtigungen, vor, und nacher berichtete der Ab- geordnete Willich, Namens des Beschwerde-Ausschusses, über die Beschwerde des Forstmcisters Leopold Klipstein von Orb, Ein- griffe in die Zuftiz-Verwaltung betreffend. Referent trug darauf an, daß der egenstand sogleich berathen werde , da bereits die Kammer von 1831 einstimmig die Beschwerde für gegründet erklärt habe, und die Sache damals nur deshalb nicht erledigt worden sey, weil die Kammer der Reichsräthe aus Mangel an Zeit dieselbe nicht mehr habe berathen können, Der Präsident erwiederte, da es sich hier um Eingriffe in die Justiz-Verwaltung handle, so halte er es, als Zustiz-Minisker, nicht für passend, der Kammer bei dieser Diskussion zu präsidiren. Da inzwischen der zweite Präsident unpäßlich, auch kein Commiffair des Justiz- »)?iniskeriums in der Sitzung anwesend sey, so dürfte die Sache erst auf die nächste Tagesordnung zu setzen seyn, was auch die Kammer genehmigte. -- An der Tagesordnung war die Bera- thung über die Rechnungen der Staatsschulden-Tilgung von 1829 -- 1832. Die beiden ständischen Commissaire bei der Schulden-Tilgungs-Anstalt, Abgeordneten v. Korb und Graf v. Seinsheim, zollcen der Schulden-Tilgungs - Kommission das Lob, daß sie das Finanz-Geseh von 1831 größtentheils vollzogen habe. Namentlich sei die Kasse des Unter-Main-Kreises mit der allge- meinen Schulden; ilgungs-Kasse vereinigt worden. Die Red- ner bedauerten, daß in dieser Periode für 3 Millionen aus- kündbare Obligationen gemacht worden wären, erkannten aber an, daß dies zu Aufrechthaltuug des Kredits wesentlich noth- wendig gewesen sey; deswegen hätten sie auch keinen Anstand genommen, ihre Einwilligung da u zu crtheilen. Eben so er- kannten sie “die Leistungen der lZdensions-Amortisations-Kasse, so wie das Gedeihen dieser Anstalt an, deren Ausgaben fich be- reits um eine Million vermindert hätten. Auch der Abgeord-
xuhégend seyen. Man habe kein großes Negoz abzuschließen ebraucht, und die Aystalt habe solchen Kredit, daß fie im laude gewesen sey, die 5procentigen in 4procentige Obligatio-
nen u verwandeln, und daß sie bereits die Gelder nicht mehr . um ehtern denlast von _110 Millionen auf 18.) gestiegen, allein der größere Theil der hinzuzzekommenen seyen Einweisungen von Schulden - derVergangeni)eit,_ yder Anlehen für die Pensions-Amortisations- _- Kasse, welche' bereits anfange, ihre Schulden wieder abzuzablen. Nur über EMM Punke wün1che er Aufklärung zu erhalten, näm- , [ich, wie es gekommen sey, daß, während man 3 Millionen zu , 4Pi-ocenraufgeno_n1mcn, man im Course 150,000 fi. verloren habe. WaLrschemlich habe man diese in fremden Papieren in der Zeit, wo der “_ hätte die Regierung die Papiere nicht verkaufen, lieber hätte sie Geld
Zinsfuß annehmen wolle. Allcrdings sey die Schul.-
ours sehr gesunken, verloren. Allein gerade zu einer solchen Zeit
aufnehmen sollen, etwa durch successve Anlehcn, welcbe nie ver-
_“ weigert würden._ Auf solche Art l')ätte man diesen Verlust ver- mieden. „ Staatsrat!) v. Suttner, als Vorstand der Schmdrn- Tilgungs-Anstalt, hemerktc, daß das Finanz-Mini„("it-rium im „J. 1832 zu nothwendigen Iiusgaben 3 Millionen in schnellrn Raten : bedxjrst habe. d s k Obigqtioncn in ic er urzen Zeit sci) nicht md li ewe en Zund- die Qurlle von Ansehen gegen Auskündigunqu-OädliZatioLrt; ;syy durch .Kammer-Beschluß verschlossen worderi. Verlust sry daher unvermeidlich gewesen, da die Papiere nur 96 standen., . „ malige Ministerium der Finanzen iniißte darauf denken, die SZgimmxievon Z JNillidnrn schnell in Bereitschaft zu haben, wu
in FÜR . waren. Ydakss, nicht erst“ abwarten. so viele Rücksicht auf die Anträge und Wünsche der Kammer ;_ zu nehmen. . “F;- 1ehen gegen aufk'zmdbare Papiere zu fürchten; denn die Dar- leihen würden 'nicht „'m 110110111; sondern auf Namen geae- ;ben, und folglich nicht zum Gegenstand der Speculation ße- Q-macht, sondcrn_kämen in die Hände von Privaten, die nian ssrlbst m schwcertgewZeitcn leicht beruhigen könne, rmst in Wixrzburg die StaatKSchulden in den schwersten Kriegs: ]ahren aufkundbar gewesen, und doch nicht aufqekündigc wordrn. .;Der Abg. Schwindel bat um Aufklärung üöer die für Pro- thfionen in Ausgabe gebrachten Summen, und erhielt dieselbe von dem „Abg. v. Dippel und dem K. Staats-Rathe v, Stutt- "Öner dahin„ daß bei Verwandlung der Hprocentégen in 4pro- H;)eetkäigésy OxligÉYInsiil die ?[tYalt grnöchigt gewesen sry, mit aue 1 t a einen ertra u Bereit lu * ' * 11'Fonds gbzuschlirßen. g 3 hat ng baaiei ; seren die Papiere sehr gesunken, und um sie a] 111111 zu erhalten ! und zugleich die Umwandlung im „Betrag von etwa 20 Mill. é“: durchzuickzen, habe die Anstalt, da die Eichthalschen Fonds nicht _mehr zugereccht hätten, 1pCt. Pensionen Denen geqeben, welche _; in die Umwandlung eingewilligt hätten. " der Staats-Rath v. Suttner für das umfichtige und klare Re- ferat des Ausschusses, Und der Staats-Minisrer Frhr. v. Lerchen- ; feid gab der Versammlung die Zusicherung, daß die Staats-Rr/ gierung au_f dem bisherigen heilsamen Wege, den Kredit durch _“genauesre Erfüllung ihrer Verbindiichkeiten, so wie durch Stel- lung gehöriger Sicherheit aufrecht 1: erhalten,
Bet der ?Fbstimniung erkannte dieZ?
übrr dee eingewiesenen Staatsschulden einstimmig an, und nahm mit 57 gegen 436 Stimmen, mit Veriverfung aller übrigen Mo- dificanoncn, den Antrag des" Ausschusses an, wonach dréi bei der
Die Aufnahme von Kapitalicn in Mobilisirungs-
Ein Cours; Dcr Finanz-OJTinister sei;»tc hinzu: „das“ da- Besorgnisse
der “Man
großer außerordentlicher Ausgaben Verhältnisse nicht ungegründet den Augenblick des wirklichen Br- Brsjer wäre es gewesen, nicht
politischen konnte
Man hätte nicht nöthig gehabt, sich vor Dar;
So seyrn
Durch die eingetretene Zuli-Revolution
Am Schlusse dankte
fortfahren werde. ersammlung die Rechnungen
Kommission Angestellten cine dreimonatliche Besoldung, im Ge-
;_5§sammt;Betrg_qe von 12,000 Fl., als allgemeine Abfindunq aus,- gesetzt seyn 1ol_l. '
An die Kammer der Rrichs-Rätk)e ist durch das Königl.
Staats-Ministerium der Justiz neuerlich ein Gcseß-Entwurf qe- bracht worden, wrlchrr die Vervollständigung der gesetzlichen Be- stimmungen über das Rrchrsmittel der Revision in Straf- Sachen brivrckt. rem: Das Gtraf-Gesckzbuck) vom habe das Berufungs ; Recht der Fälle beschränkt, ; günstigung :ZYliche Gerichts-Handlungen gegründetes Urtheil; „_:_-Iden Fall sung „des Angrschuldigtcn; ' urthetlung desselben in eine clindere, als die der Beschaffenheit Zder Handlung angemessene „:)-slch überdies nur auf Verbrechen, nicht auch auf Vergehen, und obgleich im Straf-Geseßbuche (Th. 1]. Art. 476 bis 478) “:; die Fälie, in welchen der Angeschuldigtr das Recht der weiteren * Vertheidigung habe, genau aufgezählt seyen, so spreche doch das Z-Gesrßbucb mit keinem Worte von cinem Rechtsmittel im Inter- “esse des Staats gcgen Urtheile, welche in Vrrgchetis-Sachen von _.;Yden Gerichten entlassen werden. Die gesrßliche Bestimmung vom ZF19. März 1816, durch welche das Berufungsrechc zwischen den ?.FVojrständen der ' theilt worden sey, handele nur von Verbrechen, und beziehe sich gusdrücklick) auf den obcncrwähntcn Art. 368. ?“]ährrgr Erfahrung habe die Unvoliskändigkeit dieser Bestimmun- gen„ die sich übrigens auch aus theoretischen Betrachtungen leicht ableiten lasse, zur Genüge nachgewiesen. Personen und des Eigenthums, so wie die öffentliche Ruhe und Ordnung, durch eine kräftige Straf-Rechtspfiegr vorzüglich be- dingt sry, io müsse offenbar daran, daß Niemand gcscßwidrig für unschuldig erkannt, das; keine Gcnrral- Untersuchung ohne hin; reichenden Grand aufgehoben, daß nicht die Nichteinleitung rincrUn- ;kkksuchung in Fällen, wo wirklich cine strafbare That vorliege, h_eschloffrn werde, eben so viel gelegen seyn, als daran, daß nicht Une Begünstigung des Angeschuldigtrn auf eine der im Art.
Die drsfallsgen Motive sagen unter Ande- Zahr 1813 (Th. [l. Art. 368) - ei'ichts-Vorska11des auf drei „nämlich auf den Fall Zeseßwidrégcr Be- Llngcscimldigtrn durch ein auf unförm- ferner auf oder Instanz ; Entlas- auf den Fall der Ver-
drs
gesrlzividrigcr Lossprccizung
endlich
trafo, diese Bestimmungen bezögen
Gerichte Und den Korn,- Anwälten ge-
C'ine zwanzig-
.Da die Sicherheit der
8 angegebenen Arten eiutretr. Endlich sry die Bestrafung
der Vergehen eben so wichtig als die Bestrafung der Verbre- ck01- zumal da Straflofigkeic von Vergehen als der sicherste Weg zu Verbrechen angesehen werden könne. MÜsse im Wege der Gesetzgebung abgeholfen werden. - Dcr Geseß-C'ntwurf selbst lautet folgendermaßen: „Artikel. 1. Das Z:;durch das durch die Berufungs-Recht in Strafsachen soll auch auf die Fällrausge- dehnt werden, wenn n) der Angeschuldete für unschuldig erkannt; l*) wenn einstweilige oder endliche Aufhebung der General-Un- tersuchung, oder (:) Nichteinleitung einer Untersuchung beschlos- Tsen worden; (1) auf Vergeheys-Fälle in demselben Maße, wie bei Verbrechen, jedoch mit der Richtung des Rechtsmittels an das Civil-Strafgerichc zWeiter Instanz. des Straf-Geselzbuches Tl). 2. Art. 369 und der Verord- _(_nung vom 19.
nete v. Rudhart rühmte, daß die Resultate der Rechnung be: Artikel 1 des IeIeUWÜrÜIe" Gesel?“ bezeichneten Fällen
Diesem Zustande
Straf ; Gesrßbuch Verordnung vom
Theil 2. Artikel 19. März 1816
368. und gestattete
Art. 2. Die Vokschriß
*))?ärz 1816 Art. '.5 und 4 finden auch in
. 62-1
Anwenduna... Art. 3. Wenn eine-strafbare-Handiung au ezeigt und es nicht zweifellos isi, daß sie die Eigenschaft eines erbre- chens oder Vergehens nicht an sich habe, so smd von dem Um tersuchungs- (Gerichte die Akten dem Strafgerichte vorzulegen, welches. zu entscheiden hat, ob eine strafrechtliche Untersuchung em ule-iten sey. Art. 4. Die Vorstände der Untergerichte mit Kd egml-Verfassunq sind in einem solchen Falle (Art. 3.) die Einsendu-ng der Akten auck) dann anzuordnen berechtigt, wenn das Gericht selbst die Nicht-Einleit-ung strafrechtlicher Untersu- chung beschlossen hat.
Karlsruhe, 28 Mai Se K Hol) der Großherzo
. .. . . . . . . 9 ha- brn zum Direktor der neu errichteten Forst-Polizei-Direction dcn biskZsertgen .Obcr-_;xniprkt0r dcr Fdrj'ken- Ober-Forstmrifter Fkka- V. ,Hallbrunn, untcr Belasiung iemcs Referats bei dem Finanz- Mmiskcrium, ernannt,
_ Frankfurra. M„ 2.0. Mai In der Sitzung unserer ge; irfzgebrndrn Vrriatnmlung vom 241'tcn 0. war die Fortseßnng der Brrathungrn über den Kommissidns-Brricht vom 26. April d. I., den RUM"; “““);É-W'ÜZÜ" pro “1814 betreffend, an der Tages- ordming. Ju dicsrm Berichte hrißtrs ferner: „Dringend riot!)- ivcndtg erscheint die chulirung einer direkten Steuer, mittelst welcher ein jeder Ausfall dnrch nachträgliche Steuer-Umlagen auf die Struerpfiichtigc'n gedeckt werden kann. Deffrnungeacbtrt wird sick) aber eine solche Regulirung bei der höchst wahrscheinlich be- vorsteheizdcn Aendernng unserer indirektcn Steuern für das ge- genwärtige Struer-Zahr noch nicht, sondern erst dann verwirk- lichen lassen, wenn Hierüber ein? definitive Bestimmung getrof- fcii seyn wird. Dies könnte indes; die nöthigen Vorarbeiten nicht gufhalren; und wenn daher der Wunsch begründet ist, daß die bisherige Abhi'ilfe nicht writer ais auf den Bedürfnißskand drs laufrndrn Jahres aitsgedehnt !vrrdcn möge, so glaubt die Kommiffidn darauf antragcn zu sollen, daß, mit Rücksicht auf die bevorskehrndr Veränderung unscrer indirektrti Steuern, auf unverweilte Rrgulirung der direkcrn Steuern so Bedacht ge- nommen werden möchte, daß für den Bedürfnißstand des künfti- ger) Jahres ein rtwaniger Ausfall durch Umlage auf die Steuer- pfitchtigen gedeckt Werden könne.“ Es wurde hierauf beschlOssM: an hohen Senat, da man dem System einer ferneren Vermehs rungxder 1chwebenden Schuld nicht bcipfiichten könne, das von der Kommission beantragte Ersuchen gelangen zu lassen.
Pen: Vernehmen nach steht unsere Behörde mit dem Hause Rothjchild in Unterhandlung, um ein Geschäft abzuschließen, wodurch sie in den Stand gcsckzt würde, unsere ganze Staats- Sdcinrld (dercn .iprocent. Papier 1035“; steht) auf 3 pCt. Zins zu re uciren.
Schweiz.
Zürich, 26. Mai, Schweizer Zeitungen melden nun- mehr ganÉ unverhdhlen, daß der Konferenz, welche in der soge; 11annten.“reuzstraße über innere Angelegenheiten stattgefunden, auch der Französische Gesandte, Herr von Rumigny, beigewohnt hade. . Herr von Rumigny soll sogar den Rath ertheilt haben, daß, die Schweiz ihren in Wien akkreditirten Gesandten, Herrn Effingrr von Wildegg, zurüikberufen möge.
S p a n i r 11,
Madrid, 18. Mai. Die hiesigeHof-Zeitung enthält in ihrem vorgestrigen Blatte eine aus 7 Artikeln bestehende Kd- nigliche Verordnung, wodurch dem Handel mit den Süd-Ameri- kanischen Freistaaten- noch größere Freiheiten, als bisher, einge- räumt werden.
- Zn Englischen Blättern enthaltenen Privac-Nachrich- ten aus Madrid vom 17. Mai zufolge, hätte der Päpstliche Nuntius in seiner Antwort auf das neulich von Herrn Mar- tinez de la Rosa erlassene Cirkular geäußert, daß die Weigerung seiner Regierung, Donna Isabella anzuerkennen, aus jenem Cir- Yillai' hervorgegangen sri), und darauf habe er von der Spani- 1chen Regierung seine Pässe erhalten.
_ Die Times" giebt noch ein Prévat-Schreiben aus Aran- juez vom 13. Mai, worin es heißt: „Heute früh ist dem Hose von Aranjuez und den Botschaftern von Frankreich und Eng- land durch Herrn von Sarmrnto die amtliche Anzeige gemacht worden, daß Sc. Kaiserl. Majestät der Herzog Regent von Portugal den Quadrupcl - Traktat zur Paciftrirung der beiden Königreiche der Halbinsel racificirt hat. Die Abschrift des Trak- tats, welche die Portugiesische Ratification enthält, ist, mit
Ausnahme eines einzigen Wortes, ganz identisch mit dem von"
den Bevollmächtigten der vier Mächte zu London abgeschlos- 1cnen und unterzeichneten Original ; Traktat. In dem neu. ratificirten Traktat wird nämlich Dom MigUel als Prin , nicht als Infant bezeichnet. Diese Abänderung wird die oll iehung des Traktatrs weiter nicht verzögern; sie ist nur deshalb cmrrkenswcrth, weil sie zeigt, wie der eine Bruder den anderen betrachtet. Bis 1eßt ist weder das Wahl ; Geseß noch das Einberufungs-Drkret erschienen, die das Königl. Statutersk ergänzen werdcn. Wahrscheinlich wird Ihnen, und gewiß nicht ohne bedeutende Uebertreibungen, die Nachricht von Unruhen zukommen, die am lcxzten Sonntag Abends in Madrid stattfanden. Sie scheinen daraus entstanden zu seyn, daß ein Mitglied der Stadt-Miliz, das von einem Haufen Betrunkener insultirt wurde, seinen Säbel zog, um sich zu vertheidigen, Und dabei einen seiner Gegner verwun- dete. Sogleich versammelte sick) eine Menge I)?enschen, und Mehrere von der Miliz, dir sich des Sonntags Nachmittags gern in ihrer Uniform zeigt, wurden von dem Pöbel mit Steinen beworfen. Mit ein wenig Klugheit und Mäßigung hätte die Sache wahrscheinlici) dabei ihr Bewenden gehabt, aber der Gouverncur von Madrid und der Subdelrgat der Polizei icheinen vorschnell und unbcsonnru gehandelt zu haben, wenig- srens wird es ihrer Unvorfichtägkrit zugesrboben, daß bei dieser Gelegenheit zwei Menschen ums Leben kamen. .Die baldige „Herstellung der Ruhr verdankt man der "Einsicht, Besonnenheit und Festigkeit des Capitains des ersten Grenadier-Bataillons dcr Stadc-Miliz, Don Manuel Elizaicin.“
Derselbe Korrespondent der Times meldet Folgendes: „C'in Engländer, Namens Audrrson, früher Sergeant im 4217en Re-. gimenr Hochländer, war auf die Anklage. festgescszt worden, daß er in einer der dunklen Mächte des Drzcmdcrs 13. J. in den Straßen von Madrid: „Es lebe Karl x'!“ gerufen und auch Andere dazu aufgeregt habe. Ein ruhiger und ganz argloser Mann, dachte er nicht eher daran, seinen Fall dem Engl. Ge- sandten anzuzeigen, als bis er jüngst durch die OJDilitair-Kom- mission zu zweijähriger Galeerenstrafe vcrurthcilt wurde -- auf das einzige Zeugniß dcs Soldaten, der ihn fest- genommen hatte. Der erste Gedanke des Gesandten war, sich über die oßenbare Unaerccbrigkcic zu bcsck)weren, allein er be- kgm vom Kriegs-ONinésier und dann vom ehemaligen General- Caixitain Freire eine solche Auskunft, daß er wohl cinsah, An- Terion würde, Wenn Revision des" Urtheils eintreten sollte, mehr
U05 länßer im Gefängniß als auf den Galeeren selbst leiden. Demnach drang er, zwar auf BeYuptung des Unrechtes behar- rend, bei Hrp. Martinez de la osa auf Begnadigung, und MC h_atte Ikekck), den erwünschten Erfolg, wobei Hr. Martinez schriftlich auf die „artigste Weise das größte Gewicht _an die Achtung der Kdmgm und derRegéerung gegen Herrn Vil- liers, undqu die Erinnerung der tapfern Thaten des 42|M Regiments im Unabhängigkeits-Kriege legte.“
Portugal.
Einem im Co urier enthaltenen Privat-Schreiben aus Lis- sghon vom 11. Pkai zufolge, sollten nach der Einnahme von Qoimbra die Truppen unter dem Herzog von Terceira sicb thei- lez1, eine Division nach Abrantes, die andere nach Tomar vor- rucken, und das zu Leiria ßehende Corps unter SchWaldach und VaSconcellos wieder zu dem General Saldanha vor Santarem i_koßen, wodurch dessen Streitkräfte auf 16,000 Mann angeWachk 1en_ icyn wiirden. Figueira wurde am 8ten d. auf das bloße; Erscheinen des Admirals Napier von den Mi- grelcßewgcrämnt; das Volk proklamirte die Königin und die Cdnstitutton unter dem lautesten „Jubel, und bewaffnete sich frei- willig. Niemand glaubte indeffcn, daß Dom Miguel eher als 1111 leßtrn Augrnblicke nachgeben würde, obgleich ihm, da er durch die Spanischen Truppen von Elvas abgeschnitten war, nur noch der Rückzug nach Alcmtejo und Algarbien übrig blieb, wenn nicht, wie in Lissabon die Sage ging, einige tausend Spanier bereits Mertola beseßt und somit auch diesen Ausweg versperrt haben. "
„ “ Englische Blättrr theiien auch folgenden Auszug aus einem Privat-Briefe aus Lissabon vom 10. Mai mit: „Es ist noch immer eine mächtige Partei in Lissabon, _ so besteht aus dem Konservativ-Adel, vielen Geistlichen und einigen in ih- reti Hoffnungen getäuschten Desembargadorrs, -- die dem Dom Pedro und seinen Ministern tüchtig zu schaffen machen wird; aber das kann ihr nichts helfen; sie mag sich immerhin auf einen Am genblick ihren Plänen hingeben, fie werden ihr doch nicht ge- lingen. Das Ministerium läßt sich nicht einschüchtern, selbst nicht durch einen Repräsentanten Englands, noch viel we- niger durch einige Britische Unterthanen, die nur ihren eigenen unmittelbaren Vortheil vor Augen haben und iammt ihren Freunden unter den Fidalgos darum zu kommen fürchten. Es ist bekannt genug, daß man fich, selbst von xinem Ort aus, der Über dergleichen Einflüskerungen erha- ben 1eyn sollte, bemüht hat, Dom Pedro und seinen trefflichen Minister Silva Carvalho in Mißkredit zu bringen; aber eben 10 bekannt ist es“, daß Beide aufs eifrigfte bemüht smd, die in- nigske Verbindung und Freundschaft mit Großbritanien aufrecht zu erhalten, troß der unpassenden Einmischungs-Versuche, die . von dort aus gemacht worden find; daß diese scheiterten, darüber ist man crgrimmt, und daher die Feindschaft, die man gern aus- säen möchte.“
Türkei.
Konstantinopel, 6. Mai. (Hamburger Korrespon- dent.) Vor 14 Tagen Hat man hier die Nachricht erhalten, daß Tahir Aga von Irie sich gegen die Pforte empört habe, weshalb der Pascha von rapezunt Befehl erhielt, die geeigne- ten Mittel dagegen zu ergreifen. Von diesem ist nun der Pforte die An eiae zuaekommen, daß es dem von iLm-beorder-cen Miri- miran ' chmedPa1cha gelungen ist, die Stadt «zri e ohneScbwerdc- sireick) einzunehmen, wodurch dieser Aufstand aZs unterdräckt an- gesehen werden kann; der Rebell Tahir Aga hat fich jedoch durch die Flucht nach dem Distrikte Ophi, ivo seine Familie wohnhaft ist und er einen starken Anhang haben soll, gerettet, - Die Festlichkeiten der Hochzeit der Tochter des Sultans sollen am 2217en d. ihren Anfang nehmen. Bereits ist in Anlaß dieser bevorstehenden Feierlichkeiten eine vom 27. April dattrte Ver- ordnung erschienen, welche im Wesentlichen besagt, der Groß- herr habe zu befehlen geruht, daß vom Donnerstag dem 13. Mu- harrem (22. d.) an bis" zur Beendigung der Trauungs-Feierlichz keiten, bei Tage auf der Ebene von Dolnmbagtsche, Seiltänze und andere Spiele angeordnet werden, während der Nächte aber in Dolmabagtschr sowohl als an andern bezeichneten Stellen, auf den Schiffen der vor dem Serail zu Tschiragan gelagerten Flotte, auf Flößen in ToyHana und Cumbarachane Raketen abgefeuert, Feuerwerke abgebrannt, Beicuclxungenßmit Lampen angebracht und gleichfalls alle Paläste und Häuser auf dem ganzen Ufer der Europäischen und Asiatischen Küste, welchc man vom Serail zu Beschikcasch aus überblicken kann, illuminirt werden, daß alle im Schatten der Regierung Sr. Hoh. lebenden Unterthemen An- theil an diesen Großherrlichen Hochzeics-Feierlichkeiten nehmen, daöek jedoch die Sr. Hol). schuldige Unterthänigkeic und Ehrerbietung nicht außer Acht lassen, und sich auf eine geziemende und anständige Weise betragen sollen. „Da seit der Regierung des Sultans Achmed bis zu diesen beglückeen Tagen“-- heißt es weiter in dieser Verord- nung - „folglich seit hundertJahren, keine Großherrliche Hei- rat!) stattgefunden hat, so liegt es keinem Zweifel ob, das; dies eine besondere Gnade ist, welche Gott sowohl dem Sultan, als allen seinen Unterthanen angedeihen läßt, und zum Dank für diese besondere Gnade soll sich auch Jedermann der Heiterkeit und Fröhlichkeit hingeben. Zugleich ist es der Wille Sr. Hoh., daß an jenen Tagen, sowohl während der Feierlichkeiten, als wann J. Hoi). jrnc Gegenden durch Ihre Gegenwart beeh- ren wird, Jeder, der sich bei diesen Festlichkeiten er öhc, und namentlich die bei diesem Anlasse aufgestellten Auseher und die Führer der daselbst befindlichen Wagen der Sulta- ninncn sowo [, als anderer cingeladener Personen, über- haupt aller 5=:"nwvhncr Konstantinopels in ihren Vergnügun- gen nicht gestört werdcn. Jedermann, der sich auf den weiten Ebenen befinden wird, soll sich daher ruhig verhalten, seine Gebote für das Wohl Sr. Hoheit erneuern, und während der ganzen Festlichkeit ein anständiges und würdiges Betragen, mehr noch als zu den Übrigen Zeiten, beobachten, und man wird eine besondere Aufmerksamkeit anwenden, damit sich Niemand Unfug zu treiben erlaube. Damit Ihr Euch an so freuden- vollen Tagen durch Handlungen, wclche diesem Befehle sowohl als den Regeln des Auslandes entgegen smd, keine Verantwort- lichkeit und Strafe zuziehet, if? gegenwärtige Verordnung be- kannt gemacht worden :e.“ - Der hiesige Gesundheits-Zustand i| befriedigend, obgleich namentlich in den letzten 14 Tagen mehrere Pestfälle vorkamen.
Inland.
Berlin, 2. Juni. Der General der Kavallerie und kom- mandirende General des 8th Armee-Corps, Herr von Borstel], ist am 2811er: v, M. in Köln angekommen,
»- Die bedeutenden Vcrwüstungen, die der am 9ten v. M. in der Stadt S ch i p p e n b e i 1 in Ostpreußen stattgehabte Gewitter- Sturm angerichtet hat, und wovon bereits in der Nr. 137 der