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- übeck m e lt den Anika , um dem Unwe en “de: ZYFIIÜK ÉeWitkewpxÜxbdurch die . uerbaafe' auch san dieser Sielle'entgegenzutreten". .
Staatssekretär drs Funck", 'StaatKMinister 1)r. Graf von Posadoxosky-Wc ne_r:
Meine Herren! Ich weiß nicht, wie das hohe Haus zu diesem “Anfrage steht; wenn derselbe aber angenommen werden soÜtL, so glaube ich, wird auch der Herr Antragsteller mit meiner Auffassung ejßye'xfiandeii sein, daß unter .gcwerbßmäßigen SteUcnvermittlcrn" „(Wi,dic Vertreter der von den Rbcdereien organisierten Heuer- “ &:ka zii verstehen sind. (Zustimmung.)
** (* „*Freksc macht darauf aufmerksam, daß dar Norddeuts c onysziveiIabren seine eigenen Heuerburcaux habe. ck
StaatHsekxetär des Innern, Stqais:Ministcr [)1'. Graf von Posadowsky:Wehner:
Jch“würde bier ebensowenig annebmkn, das; der Vertreter kind.“? von der Nbederei organifierten Heucrburcaus als gewerbsmäßiger Stellverfrcter anzusehen ist, wie meines Erachtens die Bcschästig1mg des Verfreters eines Ardeikersckreiaciais als eine gewsrbsmäßigc Thäiigkeit' im Sinne der Gewerbeordnung angsschen wkrden kann.
Der § 10 wird mit dem Anfrage der Sozialdemokraten angenommen. * *
Der dritte Abschniii regelt das VertragSoerhältniß. § 25 Ladies: ,
Die Gültigkeit des euerverirags iii durch schriftliche Ab- fa ung und durch den nacb okgenden Vollzug der Anmusterung nicht be ingt. Jedoch" ist dem Schiffsmami bei der Aziheuerung ein yon dem Kapitän oder dem Vertreter der Rbaderei JuSgcsthicr und mitersch'r'iebener Ausweis zu geben, welcher enihaix: Name des Schi s, Angabe der Dienstsieiiung, Angabe drr Rene oder Dauer des erirags, Höhe der Heuer, Zeif und Ort der Ynmusteiung.
Nach einem Antrag der Abgg. ])r. Herzfeld und Genossen sollen auch hier die Worte „dcm artrctcr“ ersrßt werden durch „dem zur Anheucrung bcvoÜmächiigtcn „Ver- tréier“ und am Schlusse hin ugefü_t *werdcn:]„Zeit dcs Dicnst- antritts“. Dcr Antrag er A g_. Albrecht und Ge: nassen wil1 als Inhalt des AuSweics aufgeführt wissen: ' „Namen und Nationalität des1Schiffes, Namen des Kapitäns, Yngabe der DiensUtLUung, Angabe der Zahl dcr seebefabrenen GÖiffZmannschaft, Angabe der Reise? oder Dauer des Vertrags, Höbexder Heuer und des Ueberstnndenlobnes, Zeit und Ort der An- mnstrrung.“ _ Abg. Schwar :Lübeck: Es isi nothwendig, dem Seemann beidér Anmusterung zrzxrk ären, das Schiff wird mit so und so viel Lsutcn BefaHren; das Ut bei der Anbeuernng in großen Hafcnpläßen ganz ur'mmgänglich und der aklgemeinc Wunsch der Seeleute, desgleichkn
“Aucix die Nationalität ist nicht überfiüsfig, denn sie muÉV in der Mutterkoüe ebenfalls angegeben iperdext. 'er xventuelle echsel ixi der Person des Kapitäns kann kein Hindernis; bilden; immerhin ist es doch möglich, demjenigen Namen'anzu eben, der beim Abschluß des Vertraaks in Aussicht genommen ist. „an Ueberstundenlobn könnte man sebr_leicht angeben; will man es nicht, so heißt das eben, daß der Uebcrrtundcnlohn in der Luft schwebt.
Bcdoilmäckptigtrr zum BundeSratb, Senator der freien Hansestadt Bremcrr [)r. Pauli: Meine Herren! Ich will mick) im iibrigen nicht weiter in den Text einlassen, ich MÜ nur einige Bsmerkungen dss verskyrien Hkrrn Vorredners besprechen, drr, glaube ici), die Be- merkungen des Herrn Abg. Frese nicbt aizereichcnd gewürdigt hat. «Herr Frese hat, wenn ich seinen “Worten_ richtig gefolgt bin, gesagt: Die Vorschrift, daß der Name des Kavitans schon bei der Anheuerung anzugkben sei, sei deshalb in manchen Fälirn iiicht ausführbar und ein itnziitrcffetidcs Verlangen, weil aus allerlei Gründen Ein anderer Kapitän bi'im Aiisiaufen dés Schiffes vorhanden sein würde als der, der zur Zeit der Henerung vielleicht ins Auge gefaßt würde; es sei (1110 Ziicbt mit Bestimmtheit zu sagen, Wer der Kapiiän sei. Ebenso bat Herr Frese meines Wissens gesagt, und zwar mit Recht, daß das
(Gleiibe die Angaben der Zahl der fLebcfabrcncn SchiffSMann-
schaft bétreffe; xs sci nicht positiv genau anzugeben, wie groß die Zak)! 1ein wrrde. Nun sagt der Hkrr Vorredner:
Das trifft ja nicht das, was wir verlangen; wir Verlangen nur, _daß [Wi der Anhcuerung der Kapitän. enannt wrrd, drr ins Auge gefaßt wird als der Voraussichtlichc, un ebenso, Was die Zahl der Mann- sckpafirn betrifft; dafür wird niemand bestraft, wenn Lr sich geirrt hai, denn er Hat ja nicht mit Absicht geirrt. Das erschöpft aber nicht die Einwexidung, sondem dicse richtet sich dagegen, da[; auf Grund dieses Answeiws, dEr eine bestimmte Zahl, ici) wils ma sagen 37 Schiffs- nmnnschaft imd Kapitän Sounds:), aufweist, 11achb€r-der Gedcuerte sagt: das sind ja keine 37, nur 36, ick) brauche also nicht anzugeben; und wcnn ein Kapitän Meier genannt ist, der Kapitän beißt aher Sckzulxe, dann sagt dcr (Hebeuerte: dgr heißt ja nicht Meier, das ist ja Sckmlzc, ick) braucha 0110 nicht zu fahren. Darauf kommt es an, und ich glaube, daß diese Einwendungcn so durchschlagend smd, däß man sic!) iimen nicht cntzisbcn kann. Was schließlich die Bemerkung des Herrn Vorrcdnsrs betrifft, das; Zcit und Ort der Z'lnmusterun aucb bsi dcr 'Uniyc'ucrung genannt sein sollsn, so lande ich nicht, daß bon irgend einrr Seiic, am aiiquLnigsten dom egicrungstuä), da- gegrn riuc Einwendung crbobcri ist. *
Abg. Cahensly erklärt, für den Antrag Herzfeld als Kon- skqucnz dcr Vesthlüssc 311 I' 10 und für die Angabe des Naxnens und der Nationalitäi des Schiffes nach dem Anfrage Albrscht stimmen zu WOUM, ach übriga aber abzulehnen.
Aög. Schwariz- Lübeck bemüht *sich, ,das _Argumcnt Von der unzu- lässigen Häufimg dss Sihrcibwcrks zurückzustn, und fordrrt noch- mals eindringlich dic Ausnahme der Angabe der Zahl der Sch1ff§manm schaft. Es skien FäÜc Vorgrkommen, wo ein Kapitan einfach bloß
' mit einem Steuermann in See ging Es gingen jetzt diele Schiffe
mit ganz ungenügendcr Vrmannung in See, und zahlreicbx Schiffs- unfäiic seien darauf zurückzuführen. Dsébalb vcrlangtexr die Steuer- leutc cht die Aufnahme diisLk Angabe in dsn Ausweis. Dassclbe gelte von dem Ucbsrstundeniohn.
die Angabe der_Rameii und der Nationalität. In England wird bsxeiis demgemaß ysrxahrcn“, und die Eittrichtung hat sich sehr gut bewabrr Ebenso vcrx'angen wir die Angabc Übkk die Höhe dls Ueberstundixxilobns. Cine Lücke dcs Heuervcrtrags in diescm Punkte muß um so mel)! ausgefüllt Werden, als der Sesmann bei uns mit der Anbeuerung sein Musicrbuck) abgeben muß und, keine neue Hynes: abscky'kießen darf. In unserem zweitexn ?kntraxxe WOÜM.w1r mit be- sonderer “Rücksicht auf die norddeutchen “Häfezt, ero die Vertrags- abschließung“ beim Heuerhaas noch gang und Nabe Uk, ethfaUs dcn [(We-en ,von der Vertretung dserhedc'réx ausgeschlossen wmen, Unter-Staatssekcstär im Reichsamt des Innern Rothe: ZNeine Herren! Naaß bisherigem Rerht war der _Héucxvertrgg an keine Form «bunden; cr wurde _mündiicb geschlossem Werl, lee der Herr Vor- redner ausführte, zwischen Anbeuerung und Anmusterung häufig ein mehr oder wenigrr langer Zeitraumdcrstrctcht, so wurde in der Kom- mission der dringende„Wnnsch quögesywchen, daß man dem an- geheuerien Seemann mindestens einen'Ausweis in die Hand gebe, welcher das Wesentliche des Vertrags enthiilt. Daraus ist die Kom- missionsfa ung hervorgegangen. Nun wird durch diessn Beichiuß “schon das “ reibwerk, weicizcs den'NHedern, besonders den kleixien, auferlegt wird, in unerwünschter Weiic vcrmrhxt; es ist nichterwünicht, in dieser Vermehrung noch Foztzufabrsn', wie es die vorliegenden An- trägr thun. Wenn'der Schiffer die hier 9? eb€ncn Vorschriften der- leßt, wénn er den Vorgeschriebencn luzweis _dem Schiffs- mann nicht aushändigt, io * ma t cr_ sich strafbar na_ch den 'spätsrm Bestimmungxn. Dcsbal eriordert die Genaltung des Ausweises Vorsicht. Dröwcjgen möchte 'ich es zunächst nicht für zweckmäßig halten, die Naiionalität des Schiffes in den Ausweis auf- zunehmen; dieser Zusaß ts_t mmdesieJns übxrfliifsig. Nach § 1 der Se€mann601dnung 'ßndcn die Borschxtftsn dieyes Gcseyks-Anwendung auf alle Kauffabrteijcbiffe, wclche ders Rkckot- haben, die Reichéflagge zu fiihren, also nur äuf deutsche: Schiffe. Dre Nationalität kehr von vornherein fest. Also dieserusaZ itt jedenfaÜs kntbkbrlich. 5 cdenklich ist die Vermehrung des Katalogs um die Angabe der Zahl der
Abg. Raab: Im Großen und Ganzen soiltcn wir die Cirr- schikbung naeh dem Antrag Albrecht" Vornkhme'n, bcdenkkich ist "nur die Aufnabme dcs Namens des Kapitans, da_ bci der Anheucrung der Kapitän viéiikicht noch gar nicht bestimmt _tst. Der Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der HandeTStnarme hat uns gehste", nicht halbe Aröeit zu machen und die Schriftlichkeit des Wuervertrages zu beschließen. Disse Leute find dieselben, die in der Hauptsache das so viel bkklagtc Usberwuchcrn desSchreihw€rks auf ihre eigenen Schultern bekommen," also örauch€n wir uns mit diesem Gegengrund nicht bange machn zu lassen. Die «Höbx des Ueberstundcnlohncs soUte ebenso wie dic Zahl dxr sekbefabrenen Mannschaft aufgenommen werdkn; in dieser Besichung schützt di? U&rcddm §hjppjy§ 1401; den englischen Sremann mehr als der Uiiscrige geschiißt tif. _ '
Abg. Dr. Stockmann (Rp.) 1pr1cht fick) gchn sämmtliche An- träge aus. Der Antrag Herzfeld sei überflüssig, da iich die Konséquenz aus ?)10 don selbst ergebe; Die Aufnahme der weiteren Angaben in den euersckyeinen könne nicht begründet werden auf den Inhalt der Musterroll-e, denn in diesewürden auch nock) andére Britimmungen aufgenommen, so solche über die Beköstigung.
Der § 25 gelangt mit der Nbändcrung nch) dem Antrage Herzfeld, beZüglick) des Vcrtrcters der Nßederei zur Annahme, der zweite lntrag Herzfeld und dcr Antrag Albrecht werden abgel lmt.
Nack) § 30 ist der Kapiiän oder der Rheder zum Rücktritt vom Heurrveriragc !) fugt, wenn der Schiffsmann den Diemt- antritt länger als 24 Stunden vcrzögert, Die Ansprüche wegen etmgiaer Mehrausgadcn für cmcn_ Erfaßmann und wegen sonstiger aus der Verzogerung erwachjencn Schädrn soll dadurch nicht berührt werden.
Dir Abgg. ])1'. Herzfeld und Genossen beantragen dahinter folgenden Zusaiz: „Soweit nach allgemeinen (Mund- säßcn An:;wüchc msgen SchadenSsrsaß bestehen. (§ 285
seedxfabrencn Schiffömanyschaft. Das stxbt in dieien FiiÜen bei der Andruerung noch garnicht fest. 'Wie Herr Schwmß ausführte, ver- Bben oft Monate, ebe auf die LliiheUCrmtg die Anmustlmng folgt, xcr'Kapitän oder dessen „Vertretxr kann deshalb bei der Anbeuerung hiiufig garnicht wissrzi, wxe viel Webc'fahrkne Leute er an Borddaben Wird. Wenn er unrichiige_Angaben macht, macht er sich sirasfäliig. Anis; der Kapitän wird" bet der Anßcuerung noch nicht immer dcsigniert sein; aber auch, wenn das" b«kann ist, so kann es etwas Gehäifiges haben, den Leuten den Kapitan schriftiich im voraus Hénknnen zu _müsse'n; das erinnerx eiwas an eine schwarze Likte. Was die Höhe des Ulberjrunden- lohnes betrifft, so ist 65 richtig, _daß der Ueberstundc'nlobn einen Theil der Vergütung dcs Seemanns bildet, und daß dieser „ein natürliches Jvteresse daran hat, Von vornbcrein sich€r zu sein, wie: hoch der
__ xstundenlobn fich stellen wird. Nun „ist aber die Art der Rege- „ling; desStundenlohns sehr verschieden haufig find es nicht bestimmte Save, sondern er besteht in der GewäÉrnng von sonstigsn Vortheilen. Es“wird*nicht immer leicht sein, der Bkstimmung, den Uebernunden- [ohn m, denRachweis aufzunehmen, nachzukommen, und wenn der Vakschnft nicht genügt wird, treten für den Schiffer bedenkliche „okoen ein, Das gebe ich zu bedenkm, möchte aber in erster Linie - itim,_daß die Nationalität und die Anzahl drr scebefabrenen Mann- 's ftxaus dem AuSweise herangelaffen "werden.
' Frese: Auch ich meine, wir haben in dieser neuen See- mannSordnung schon außerordentlich viel Schreibwerk vorgeschrieben Md soliten dasselbe nicht noch vermehren. Wenn ein Kapitän ge- nqnnt ist, kann doch der Fall eintreten, daß derselbe im lexzten Augen- -b[tck krank wird und ein axiderer ernannt We'rden muß; dann hat die Aztgabe jeden Zweck vöUt verfehlt. Ebensowenig wird es möglich sem, die Zabl_der sxebefa rxnen Mannschaften anzugeben. Bei der „Audretse erscheinen vielfach einige der Leute nicht; in fremden Häfen 1st das noch mehr der Fall. Der Uebersinndeniobn läßt sich auYnicht angeben, da die Bedingungen der Rbederci ganz ver chiedener atur find; die Rbederct m den Ostseebäfen muß schwer kämpfen um ihre Excitenz und kann nicht so_ hohe Ueberstundenlöhne zahlen als die besser sijuierte Nordseekbederet, “ “ Abg. [)r. Herzfeld: Der § 25 stellt ein Kompromiß dar, Weiches nach sehr iangen Arbeiten in der Kommission zu stande ge- kommen ist, um einer berechtigten Bejchwerde dcheeleufe abzubelfen. Man hat den AusweiH zugestariden, aber derselbe ist nach* der Meinung der Seclche nicbt, auOrqicbend. Der Auchis sol] nur dem Seemann eine gewtsse Sicherheit geben; denn gebunden ist er Ohnehin, auch wenn der Heueimxrtrag nur mündlich abgeschlossen 'wzr. Die beklagte Vermehrung des Schreibwerks hat also unt dem Heuervertrag nixhts zu thun. In die Musterroiie müssen diese Angaben dock) emgetragen werden; es ist also nicht un-
B. G-B." N ck), kurzer Begründung durch den Antragsteller wird der § 30 unverändert angenommen. *
Der § 31 lautet nach den Kommrssionsvorschiägen:
„Der SchiffSrnann, welcher nach der Anmufterung“ ohne einen 901115981108]! Entschuldigungé-“grund dem Antritt oder der Fortseßyung drs Dienstes sich entzidlckt„kann auf Antraß des Kapitäns vom See- mannsamt, Wo aber cin„_]olches mcht vor anden ist, von der Orts- polizeibehörde zwangsweise zur Erfüliung seiner_Pflicht angehalten ;verden. Die daraus ck_wackhxcnden Kosten hat der Schiff5mann zu ragen.“
Die Sozialdemokraten beantragen die Streichung diescr Bcstimmungen. ,
Abg. 1)i'. Herzfeid erklärt sich grgen'dic Uebsrtragunxx der nach dem jrizigen Rccht_ bestehenden Befrigntß der Seemannsamter zur zwangsweikkn Zurücksührung Lines Skemanns_in den Dienst auf die ortspolizeilichen Behörden. 'Eine „solche Bestimmung müffc die größt? Erregung und Unzufricdrnbmt hervorrufen; sie besikbe auch sonst nirgends, außer iii der Gewerbeordnung bezüglicl) der Lehrlinge und in dcr Gesindeordnung. Im übrigen Habe die Gewerbrordnun den körYerlichcn Zwang zur_ Arbeitsleistung außdrückliä) ausgescßioffkn.. Diese Bestimmung widerspreche nicht nur dcm Sinne der RLlÖSJLsL geduxig, sondern auch dem Geiste des 20. Jahrbundcrts. Der _ «chxff§mann könne ja * schon mit Strafen bis zu einem JahyGefangnM briegt werden, wenn er mit der Heuer durcbgebe und scmey Dienst nicht antrexe. Da könne es nicht Sache des Reichstages sem, solchen altkn An1chauungen wieder Rechnung zu tragen. _ „ .
Abg. Bargtnann (sr. Yolksu) erklart xch gleichfails gegen (“ine solche Vkvormundung erwachyenerr LEUtL und ittet um Ablehnung des § 30, um so mehr als leicht Periopenverwechsrbmgen bei der zwangs- weisen Zurückführung vorkommen könnten.
Der § 31 wird angenommen.
Dcr § 32 Hat im ersten Absaß folgenden Wortlaut:
Dcr Schiffsmann iii vcrpfiicbiri, in Ansebun des Schiffs- diéMß den Anordnungen des Kapitanls, der Schi Soffiziere und seiner sonstigen Dienstoorgcse ten__unwctgerlich Gehorsam zu leisten und zu jeder Zeit alls für 0*ci2ifs und Ladung ihm übertragenen Arbeiten zu verrichten.“
DIM beantragxn dis Sozialdemokraten, hinter „„Schifföd1ensteS“ einzupchaltsp: „innerhalb des Dicnstzmeigesx fur den er angemustert in“, und als zweiten Saß aufzu-
biUig, 'die Eintragungen aucb i!! die AuEweise zu fordern. Zeder Kapitän ist im stande, die Zahl der seebefahrenen Leute anzugeben.
ne men: „Zu Arbeiten in anderen Dicnstzmeigen ist er nur bei
Gefahr für Schiff, Ladung odcr Menschenleben verpflichtet“.
Der Absax 3 bestimmt:
„Ohne ,rlaubniß des Kapitäns oder eines Schiffsoffiziers, darf er das Schiff-bis zur Abmusterung nicbt verlasjen, doch darf, ihm in einem Hafen des Reichsgebiels in seiner dienstfreien Zeit„ Wenn nicht trifti «? Gründe vorliegen, die Erlaubnis; nickxt PU“- Migert werden, Ist ihm eine solche Erlaubnis; ertheilt, so muß er zur festgeseytcn Zeit zurückkehren.“
Dazu beantragt drr Abg. Dr. Arendt (Rp.) Hinter den Worten „doch darf ihm“ "ciniuschaiien: „nach Beendigung der Rückreise“; ferner beantragcn dic Abgg. Albrecht und chossen die Worte „in einem Hafen dcs Nkichsgcbiets“ zu streichen, statt „triftigcr Gründe“ zu sagcti „dringende (Gründe“ und an1_Schlu_sse bixizuzufiigen: „mird src verweigert, so hat der Kapitän dic Grunde für die Verweigerung, sobald HS ge;- schchen kann, in das Schiffztagsbuck) einzutragen.“
_Abg. Meßgrr befürwortdt dkn Antrag séiner Parteigenossen zu Absaß 1. Derselbe habe den Zweck, unliebsame Streitigkeiten an Bord zu vermeiden, die eintreten würden, Wenn nicht der Kreis der Pflichten umgrenzt wäre. Ein Heizer z. B. Habc [rdiglicks seinen direktxn' Vorgeseßien zu gehorchen, es sei denn, daß kaavr m Vcr- zugc er. ' _
_ Der Absaß 1 wird unter Ablehnung des sozialdemokrati: 1chcn Antrages angenommen. .
Abg. ])!"- Stockmann bcgründst den Antrag Arendt. Es sei 'selbsiverftändlicb, daß der Kapitän nicht dcrpfiichtet sei, die: Gründe der Urlaubswerwcigerung anzugeben, wenn nicht dis DiSziplin auf See leiden solle. Dürfe aber dem Schiffsmann in einem Hasen des Reich§gebiets in seiner dienstfreien Zeit die Erlaubniß nicbt Verweigert wsrden, so dürfte diese Erlaubnis; im Intersffr des Dienstes nicht (111? die'Zcit ausgedehnt werden, da das Schiff noch auf der Rück- rete et. .
Abg. Schwarß-Lübeck tritt für die sozialdemokratischen An- träge ein.
Unter Ablehnung dieser Anträge wird der Absaß 3 mit dem Antrag Arendt angenommen.
Hierauf wird um 51/4 Uhr die weitere Bcrathung auf Freitag 1 Uhr vertagt.
Handel und Getverbe.
(Aus den im Reichsamt des Innern zusammangeskellten „Nachrichten für Handel und Industrie“.)
Entdeckung von Kohlcnlagern in Transbaikalicn.
In der Nähe der Station Tolbaga der Transbaikaiischen Eisen- bahn find kürzlich Steinkohlenlaqer entdeckt worden. Gkgen 5000 Pud sind bereits gewonnen worden; Proben davon hat die Transbajkaliscbe Eisenbahn erhalten. Falls, die Untersuckxung der Proben ein günstiges Resultat ergeßen sollte, Wird diese Entdeckung dem Transbaikalischkn Gebiet, das bisher an Kohlen großen Mangel gelitten hat, bedeutenden Vorthcis bringen. (Nack) dcm Fasc.. stscuik.)
Einfuör von Weißblech nach Egypten. *
'Der Werth dsr Einfuhr von Wsißblsch nach Egyptcn hat sich
seit zwei Jahren verdreifacht. „Der Konsum hat in“ diesem Artikel
bedeutend zugsxrommen und ist noch immer im Steigen begriffen;
außerdem sind die Preise seit dem Jabra 1898 erheblich-in die Höbc
gegangkn, wodurch der'Jmportwerth dieses Artikels an und für sich
schon gesteigxrt erseheint. Der Import zeigt? in den leßten dre: Jahren nachtkeöendc Wcrthe:
1900 1899 ' 1898
L [I. Z 13. LI.
England .......... 22 176 13 573 6 995 Yanäeicl) ......... 283 478 ' 770 eutsähkand ........ 720 303 478 Italien _ .......... 1 895 66 169 OesterreicH-Ungarn ...... 195 270 * 172 Beigien .......... 203 15 174 Andere ........... 88 199 68 Im Ganzen ........ 25 560 14 904 8 826
Hauptsächlich, beinahe ausschließlich, wird Weißblech für die Herstellung von Zigarettezischaäzteln verwendet, in denen vorne, mlicb dre für den Export bestimmten Zigaretten, meist zu je 100 Yück, ver ackt Werden. Weiche Bedcutung die dortige Fabrikaxion .der S achteln erlangt hat, geht aus den Ziffern des Zigarettenexpdrts hxrvor; im JaHre 1899 wurden 385045 FZ und im ahre 1900 nicht Wenigsr als 446 861 kg Zigaretten exportiert. Die Schachteln werdcn don d€_n Zigaretten? portsuren theils in ihren eigenen Fabriken s[))krgsstcllt, thecks Von arabtichcn Klempnern zu sehr niedrigen Preisen
ezogen. .
Für die [onsiigc Verwrndung von Weißblech bilden alte Petro- idumkqnnen emen wichtigen Konkurrenzartifel. Infolge des großen cgyptijchen Petroleumtmports find diese Kannen stets in reicher Zahl vorhanden und Werden von der_arabischen Bevölkerung, welche be- kanxitlick) die größtmögliche Wohlssilbeit und Zweckmäßigkeit dem ge- fäliiZen AUHseben Wüit Poranstcllt, Eifrig gekauft und theils als- Behaltcr, wrcder derWLndet, theils aucb zerschnitten und, verarbeitet. Namentlich Frits, Ocle und die dort erzeugte Butter werden meist in diesen Kampen „Verpackt.
Das Werßblezch wird fast ausschließlich von Großbritannian und zwar von Fabrikexi in Wales geliefert. Die Qualität, welche Absaß findet, find die 1ogenanntcn Wastsrs, 16117; letztere smd eine Art Ausscbu , welcher von der besten Waare aussortiert wird. '
GeFandelt Werden nur zwri Größen, und zwar 14ckch 20 englisch? Zoil und 14ckch194x Jol]. Von der ersteren enthält'jedc Kiste 112 und von der lrßteren 120 Bkättcr. _Das Nettogewicht cmer Kiste schwankt zwi1chen 100 und 110 engl, Pfund.
Die Preise find großen Schwankunéxn ausgeseyt und von den jewriligen Notierungen des Zinnes und *isenZ, aber auch von der Be- deutung dcr Vorrätbe und der Nachfrage abdangxg. Im Jahr? 1898 betrug drr Preis pro Kijta oik Alexandricn 10 sh. 6 d„, stieg tm Jahre 1899 auf 14 sh. und im Jahre 1900 auf 14 [[). 6 d. Jm Anfange des Jahres 1901 trat eine Baisse von 2 ff). em, aber die- selbe war nicht von Dauer; nach anhaltender ;Hciuffe wurde der jeßigc Preis von 15 ff). 6 d. crreicbt. Gegenwgrtig herrscht sehr starke Nackxfiagc nach dem Artikel, denn die englische Regierung hat
“ vor kurzer Zeit mehreren Zigarettcnexporteuren den Auftrag «theilt,
allmonatlich 8 bis 10 Millionen Zigaretten „nacb Transvaal zu liefern, wodurch sich die“ Ausfuhr dieses Artikels bedeutend ge-
steigert bat.
Verschiedene Versuche, den crigliscbcn Prdduzcnten von Weißblech Konkurrenz zu bisten, habßnabisbcr zulkemem Resultat gefiihrt. (MittheilunJen der österreichiici) - ungarischen Handelskammer in
Alcxandrien.
Zwangsverfteigermigen.
Beim Könixxlichen Amtsgericht 1 Berlin elan te das Gryndstück Bixke_n1traße, deux Bildhaue'r Reinhold Fish *er ge- hörig, zur Ve11tetgerung._ Mit demBaargebot von 85000 „M und Z05ß003-Féi5s71kypsrtpkxyetkend blieb Architetkt tArtburdergdchier, Wickef-
rac ',-ei ikener.- era wur' s ' ' HeltZkampf, Yorl'sxéaßeZj t g (: erfahren Ell '
* eim Kön! li xxx m Egericht 11 Berlin elan ten die
nachl§xzerchneten rundjtycke zur Versteigerung." Meiniiigerstgraße in
choneberg, dem Architekten Riébard Wendt gehörig, Nuxzungs- wertl) 12000-4ä Mit dem Yaarge ot von 6150095 und 190 000.45. Hypotheken blieb Zimmermeister Franz Hauck in Charlottenbum-