wonnenen umfangreichen Materials fich über den zu erstattenden Vericht schlüsfig gemacht und denselben in einer Schlußberathung festgestellt hat, ist das gewonnene umfangreiche Material dem BundeSrath und ReichStag mitgetheilt. Die an das Ergebnis; der Enquéte zu knüpfenden Vorschläge unterliegen zur Zeit der Berathung.
Die Vorarbeiten zur Aufstellung einer einheitlichen, auf gleichmäßigen Grundlagen beruhenden Statistik der deutschen Eisenbahnen wurden unausgesest gefördert. Dieselben fioßcn bei der großen Verschiedenheit und _ häufig auch _ Mangel- haftigkeit der Buchung6einrichtungen bei den Eisenbahnen auf sehr erheblickze Schwierigkeiten. Inzwischen ist dem Beschlusse des Reichstages gemäß eine ßatifiische Ueber- s1cht über die Bciriechcrgebniffe der Eisenbahnen Deutsch- lands im Iabre 1874 auf Grund des von den Palm- verwaltungen gelieferten Materials aufgestellt und mit den zu- gehörigen Erläuterungen im Ansckzlnffe an die gleichen Ueber- sicbten für die Jahre 1867-1873 dem Bundeswtiyc und Reichs- tage vorgelegt worden. Seit dem 1. März o. I. werden am!) die monatlichen BetriebSergcbniffc der deutschen Eisenbahnen, ausich1i8ß1ich derjenigen im Königreich Bayern, im Reichs- Eisenbabnamt nack) einbsit1ichen Prinzipien zusammengestcllt und durch den „Deutschen ReickP-Anzeiger“ veröffentlicht.
In Gemäßheit des Art. 43 der ReichSverfaffung ist cine genaue Kontrble Über den baulichen Zustand der Eisenbahnen, sowie eine Prüfung darüber eingeleitet, ob und inwiefern die AUZrüstung der Eisenbahnen mit Betriebsmaierial dem Bedürf- niß entspxickxt.
Mit dem 1. April v. Is. ist das vom Bundesrath be- sch1ossene, am 4. Januar 1875 verkündete neue Vahnpolizei- Reglement nebst einer einheitlichen Signalordnung für die Eisen- bahnen Deutschlands in Kraft getreten und damit ein wesent- licher Schritt für die Gewinnung einheitlicher BetriebZeinrich- tungen vorwärts gethan. Die Durchführung dieser Reglements, sowie der damit in Verbindung stehenden Einrichiungen wurde unauSgeseßt einer eingehenden Kontrole unterzogen.
Die Fahrpläne untexliegen regelmäßiger Kontrdle und der durch die Rückficht auf Art. 44 der Reichsvei'faffnng geleiteten Einwirkung des Reich§eisenbahn=21mts. Daffelbe hat vielfach Ge- legenheit gehabt, auch für die Verbesserung internationaler Züge einzutreten.
Für die Einrichtung der gemäß §. 4 des BetriebSregle- ments auf den einzelnen Stationen auszulegendcn Beschwerde- bücher, sowie für die Behandlung der darin eingetragenen Be- schwerden sind unter Einrichtung cntiprechender Kontrole Einheit- 1iche Vorschrifien erlassen.
Ueber den Umfang der direkten Expeditionen im Personen- und Güterverkehr sind eingehende Ermittelungen angesteUt und im Sinne des Art. 44 der Reichsverfassung die erford-xrlichen Anordnungen getroffen, um einer Schädigung der Verkehrs- interessen durch unmotivirte Aufhebung oder Einschränkung einer direkten Verkehrsbeziehung vorzubeunen.
Das Tarifwesen ist gemäß Art. 45 der Reichsverfassung einer regclmäßigen eingehenden Kontrole unterworfen, welche bei dxr beträchtlichen Anzahl der gegenwärtig gültigen Tarife (zur Zeit 1510) erhebliche Arbeit verursacht.
Für Tariferhöhungen ist im aÜgemeinsn Verkehrsintereffe in Ermangskung allgemeiner geseßlickger Vorschrift durch Beneh- men mit den betreffenden BundeSregierungen _ auch der Königlich bayerischen _ die Anordnung einer sech§wbchen11ichenPublikations- frist für sämmtliche Tariferhöhungen _ nach dem Vorgange des preußischen Eisenbahngeseßes vom 3. November 1838 _ all- gemein für ganz Deutschland erzielt worden.
Die eintretenden Tariferhöhungen, sowie die FestseYUna und Publikation der durch das Vstrisbsreglemenx zugelaffenen Lisser- friftcnverlängerungen find unter spezieÜe Kontrole gcsteUt, aucb wird mit vorerst befriedigendem Erfolge darauf hingewirkt, daß (1119 Tarif- Und Fabrpianänderungcn zur bcfferenOrieniirung des Pnbliknms in einem Centralblattc, als welches bis auf Weiteres der „Dentsckx Reickxs-Anzeigsr“ auserseben ist, in gewissen Zcitabsckniixten, ent- sprechend gruppirt, verbffentlictxt werden.
Die von den verbündeten Regierungen dem Reichs- Eisenbahnnmte mitgeiheiiten Entwürfe von Konzeiswncn zu neuen Bahnlinien wie der Staatsverträge Über den Bau Und Benisb solcher Linien wnrden, gleich den betreffenden Vanpro- jskten, der reich§verfaffungSmäßigen Prüfung unterzogen.
Die Eröffnung neuer Bahnstrecken wird jeweilig unter An- gabe der Stntionsn und Längsnverhälmiffe derselben durch ent- sprecbsnde Bekanntmachung im „Ecntralblatt fÜr das Deutsche Reich“ zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Zum Zwecke der Information Über spezieUe Betrisbs- und Verkehrsberbältniffe, zur Inspizirung von Ban- und Betriebs- ankagen, wie zu vermittelnder Ausglkichung von Differenzxn an Ort und SteUe- wnrden die Rätbe des Rsich§eisenbahn=Amis bänfiger zn auswärtiger Thätigkeit veraniaßt.
Die exakte Ausübung des Dienstes bei den Zügen Unter- liegt fortlaufender Kontrole. Zugverspätungen und vorgekom- mene Unfälle find allmoncnliclz Ükkrficht1ich zusammengeftellt und durchékdsn „Deutschen Reich-Anzeiger“ znr öffentlichen Kenntniß Zebra 2.
Für die AnfsteUung graphischer Fahrpläne ist den Eisenbahn- Vkrwaltungsn ein Normalfahrplan als Richtschnur zugefertigt norden. Tie Anfstellung erfolgt einheitlich unter anrunde- LIJUNJ der „Berliner Zeit.“
Ueber die Art der Erleucbinng der Person-«nwagen find Exbebungen angestellt, dercn Ergebniß Übersichtlich zusammen- gksteU: Und, Um die in dieser Beziehung noch vorhandenen Ver- ichiedsnbeitcn zur Anschauung zu bringen und einheitliche Ein- ticbtungen anzubnbnen, durch den „Deutschen RsiW-Anzeiger“ veröffentlickzt wordsn iß.
Im Interesse des reisenden Publikums wurde unter An- dexsrn anckg die Anbringung zwechmäßiger VentilatioW-Einrich- tnrixzen an den Personenwagen sowie die Hersteüung geeigneter I:*,:erkommunikniionsmittel zwischen den Reisenden und dem Zug- peribnal während der Fahrt in Anwendung gebracht.
In Bézug auf di250111mt1iche Behandlnng und Abferti- gung der Eisenbabn-Transportgiiter find einige nicht unwesent- 1iche Erleichterungen vermittelt wvrden.
Ti? Rage, ob die anaffung von Schießpulver und anderen ExVTOÜUßOffeU znm Eisenbahntransport unter enisprechenden Vorsichtsmaßregeln nicht den Vorzng vor dem jeßigen unbeding- ten Ausschluß dieser Stoffe von der Beförderung auf den Eisenbahnen verdiene, um der Mit größkren Gefahr der Ver- sendung unter falscher Deklaration vorzubkugsn, ist zum Gegen- ftande eingxhender Erbrterungm gemacht worden.
Zur Behebung der Schwierigkeiten bei Feststellung und Ab- wickelunJ von EntschädigungSansprüchen aus dem Traanort- Vsrkebr ist den Eisenbahnverwaltungen die Bestellung von vereideten SachverßändiZen für die verschiedenen Zweige des Handels, der Jndußrie und der Gewerbe, nach Benehmen mit
der dVertreiung der leßteren, vielfaeh mit Erfolg empfohlen wor en.
Nicht geringen Anklang hat die behufs Herstellmg einer fruchtbaren Verbindung zwischen den Eisenbahnverwaltungen und den gewerb1ichen, sowie den Handels: und landmirthschaft- lichen Kreisen gleichfalls in Anregung gebrachte Bildung von Eisenbahnausschüffen aus Delegirten der Handelskammern wie der landwirthschaftlichcn Vertretuns zur Begutachtung wichtiger, jene Zweige dcs wirthschaftlickgen Lebens interesfirender Fragen ic. gefunden.
Zahlreiche andcre, die verschiedensten Gebiete des Eisenbahn- wesens berührende Gegenstände, insbesondere auch im Verhältniß zu anderen Nefforts, nicht minder die Einziehung umfassender Informationen über di:: Einrichtungen im Eisenbahnwesen des In: und Auslandes trugen zur Vermehrung der Geschäfts: la bci.
st Von Geschäftsangelegenheiten geringerer Bedeutung vor- dienen hervorgehoben zu werden: Erörterungen und Anoxdnun- gen, betreffend die Herausgabe neuer Auflagen der Tarife in an- gemeffenen Zeitabschnitten, die Hersthung deutlicher Neigungs- zeiger auf dem Vahnkbrper, die Einrichtung der Vremserfiye, die Anfßellung eines zwsckmäß'gcn Eisenbahn-Coursbuches, die Prämiirung besonders wichtiger Erfindungen auf dem Ge- biete der Adminißration wie der Technik des Eisenbahnwesens, die rasche und strenge Verfolgung von Diebstählen an Trans- portgut u. s. m.
Es wurden außerdem 1035 Beschwerden gegen 807 im Jahre1874 bearbeitet, die Zahl der Ionrnal-Nmnmern stieg von 9822 im Vorjahr auf 14,191.
Von den zum Theil durch Kommissarien an Ort und Stelle untsrsuchten Besxbwerden beziehen fick)
401 auf das Betriebsreglement,
190 „ die Tarife,
156 „ den Faizrbetrieb und
288 „ Personalien und verschiedene Angelegenheiten.
_ Die Nr. 91 der „“National-Zeitung“ enthält die Be- merkung, daß fich ein Mangel an kleinen Silber- münzen geltend mache, indem Markftücke, halbe Markstücke und diesem im Werthe gleichkommende ältere Münzz:ichen ab- solut nicht aufzutreiben seien. Bei der Reickisvank seien diese Münzzeichen nicht zu erhalten, weil, wie dieselbe angebe, sie selbst keine habe; ebenso wenig hätten die Kassen der großen Finanzinßitute einen Vorrath an diesen Münzen.
Diese Mitiheilung ift, was die preußischen Staatskaffen be- trifft, nicht begründet. Durch diese sind hier in Berlin ungefähr 12 Millionen Mark an Ein-Markstücken und Jünfzig-Pfennig- stücken znr Verausgabung gelangt, und alle hiefigen König- lichen Kassen find angswiesen, bei der Leißung ihrer Zahlungen R€ichsfi1bermünzen in den gewünschten Be- träqen an die Empfänger zu verabfolgen. Sollte deffenungeachtet noch ein Mangel an Ein-Markftücken oder an Geldstückcn zum Werthe von einer halbsn Mark hervortreten, namentlich in Kreisen von Gewerbetreibenden, welche ansehnlich? Summen an Löhnen auszuzahlen haben, so smd die Haupt- Seehandlungs-Kaffe und die unter dem Vorsteher der Ministe- ria[-, Mikitär- und Bau-Kommisfion ßehende Kaffe hierselbst veranlaßt worden, bis auf Weiteres auf die Anträge soleher Personen einzugeben, welche Reichs=Si1bcrmünzen in Beträgen nicht unter 1000 «17: oder in einem Vielfachen davon gegen Goldmünzen oder Reicbs-Banknoien einzuwechseln wünschen.
_ Da bei Erledigung des Erlasses “des Ministers der geistlichen ec. Angelegenheiten vom 4. Februar o. I., bstreffend die Feststellung der Dienstalters- und Einkommens- verhältnisss dsr evangelischen Geißlichen, mit Rück: sicht auf die im vorigen Jahre gebotene Beichlsunigung von ein- gehenden Ermittelungen abgesehen werden mußte, so haben die erforder1ichen Angaben damals nur mit annähernder Genanig- keit und Sicherheit gemacht werden können. Außerdem habm sich inzwischen die Verhältnisse in Folge der Durchführung der vorjährigen Ansbefferung in erheblicher Weise verändert. Da es wünschenémertk; ist, nunmehr eine dem gegenwärtigsn Stande entsprechende sichere Uebkrficht zu gewinnen, so hat der Minister die Königlichen Konfistorien veranlaßt, die das Dienftalter, sowie das Einkommen der Geistlichen, betreffenden Verhältnisse ciner nochmaligen sorgfältigen Prüfung zu unterziehen Und dss Er- gebniß anzuzeigen.
_ Nach §. 345 deZ Strafgeseßbuchs wird ein Beamter mit Zuchthaus bestraft, Welcher vorsäßlick] eine Strafe anstrecken läßt, von der er weiß, daß fie überhaupt nicht oder nicht der Art oder dem Maße nach vollstreckt werden darf. Ist die Handlung aus Fahrlässigkeit begangen, so tritt (Hefängnißftrafe oder Festangshaft bis zu einem Jahre, oder Geldstrafe bis zu drei- hundert Thalern ein. Nach einem Erkenntniß des Ober-Tri- bunals vom 4. Febrnar d. I. ist unter „vorsäßlicber“ Strafvollstreckung im Sinne dieser Bestimmung nicht der äußere VoUstreckungsakt, die Vorsäßlichkeit dec VoUstrcckung, sondern die Vorsäßlichkeit der recht-eridrigen VoUsireckung zu verstehen. Läßt hingegen ein Beamter eine Strafe vorsäßlich voÜftreckcn, in der unrichtigen Meinung, dazu befugt zu sein, so ist er nur wegen Fahrlässigkeit zu bestrafen.
_ Der Regierunzzs-Affeffor und Spezial-Kommiffarins Knaß in Marburg ist als Spezial-Kommiffarius und kommissa- riicher HülfSarbeiter an das Kollegium der Regierung in Schleswig verseyt worden.
Wiesbaden, 23. Februar. Tas Konsistorium hat die Vorfißenden der Kreissynoden beauftragt, die Wahl der Abge- ordneten zn der außerordentlichen Bezirkssnnode innerhalb der Zeit vom 3. bis 8. April cr. vornehmen zu (affen.
Bayern. München, 25, Februar. (W. T. B.) Ab- geordnetenkammer. Der Minister-Präfidenf v. Pfreßschner beantwortete die JnterpeUation des Abg. Freitag in Betreff des Ueberganges der Bahnen an das Reich in ausführlicher Rede und erklärte am Schluss derselben, die bayerische Regierung werde für die bayerischen Bahnen ihren Reservatftandpunkt wahren. _ Das Haus irat darauf in die Präsidentenwahl cin.
_ Der bisherige Präsident, Freiherr 1). On), und der bis- berige VizS=Pkäfidenß Ober=AppeUations-Ratl) Kurz, wurden Mit 78 gegen 73 Stimmen wiedergewählt. Die nächste Sißnng findet am Donnerftag statt. Auf der Tagesordnung dsrselben stsht u. A. die Interpellation des Abg. Joerg wegen Vorlage eines Wahlgeseßes.
_ Nack) den betreffenden Vorlagen an die Kammern bc:- trugen im Jahre 1874 die reinen Staatseinnnhmen (nach Abzug von 42,627,808 Fl. Verwaltungsausgabe) 83,418,651 Fl., gegen den Voranschlag mehr um 3,591,471 Fl., die Staatsausgaben betrugen 78,103,534 Fl., um 1,640,101Fl. weniger, als im Budget veranschlagt war.,
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Sachsen. Dresden, 24. Februar. (Dresd. Journ.) Bei dem Prinzen und der Prinzessin Georg hat geßem Abend ein Ballfest ßattgefunden, zu welhem gegen 300 Einla- dungen ergangen waren. Anwesend touren der König und die Königin, sowie der Herzog und die Herzogin Friedrich von Schles- wig = Holstein und der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg- Schwerin. Unter den übrigen Anwesenden befanden fich die Staais-Minister, das diplomatische Corps, die obersten Hof- chargen, die Generalität 2c. _ In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer wurde zunächst nach “kurzer Diskusfion der Gesetzentwurf über die Oberrechnungs- k amm er der Geseßgebungsdkputation überwiesen, worauf die Kammer in die Hauptvorberathung über den von der Gefes- gebungsdeputation wesxntlich geänderten Gesehentwurf, Ent- schädigung der Geistlichen und Kirchendiener für den Wegfall von Gebühren betreffend, eintrat. Von allen auftreten- den Rednern Wurde die Nolhwendigkeit desselben anerkannt. In der Spezialberathung wurde der von der Deputation abgeänderte Geseh- Entwurf mit einem Antrage des Abg. Günther angenommen, nach welchem die festgesteUte Entschädigung den Kirchengemeinden gewährt wird, daß fie den Gehalt ihrer Geistlichen und Kirchen- diener nach dem durchschnittlichen Betrage der Accidenzsn und Stolgebühren während der letzten vier Kalenderjahre fixiren sollen; ferner mit einem Znsaßantrage des Abg. Dr. Genfer, welcher über die Entschädigungen derjenigen ReligionSgeseUschaf- ten Beßimmung trifft, bei welchen bisher Stolgebühren nicht bestanden haben; zum Schluß wurden noch einige Pofitionen des Nachtragsbudgets fiir 1874/75 bewilligt.
Baden. Karlsruhe, 22. Februar. Der Großherzog- liche Hof hat gestern wegen Ablebens dcr Großfürstin Maria Nicolaxewna von Rußland auf vier Wochen Trauer angelegt. Die Verstorbene war die Mutter der Prinzessin Wilhelm von Baden, welche sich schon seit Monaten in St, Petersburg be- findet, wohin fich jeßi auck) Prinz Wilhelm begeben hat. _ Mit der gkstern in der Siyung der Zweiten Kammer er- folgten gleichzeitigen Vorlage des außerordentlichen Budgets, der Darßellung des Betriebsfonds und des Finanzgeseßcs für 1876 und 1877 ist die Finanzverwaltung von der bisherigen Gewohnheit abgewichen, wonach sonst zu Anfang der Sesfion das ordentliche Budget berathen, später das außerordentliche Bndget, dann das Budget des Betriebsfonds vorgelegt wurde und erst zu- 1th das Finanzgesey zuStande kam. Der Jinanz-Minifterial- Präsident Staatsrath Ellstätter beleuchtete gestern die Zweck- mäßigkeit des neuen Verfahrens jener gleichzeitigen Vorlage in formeller und materieller Hinsicht. Die von den klerikalen Kammermitgliedern in Betreff der ReichSeisenbahnfrage gestellte Interpellation lautet: ,1) War Großherzogliäge Regierung schon in der Lage, sick) über die Erwerbung der Eisenbahnen durch das Reich auszusprechen? 2) Welche Stellung gedenkt Hoch- dieselbe dieser Frage gegenüber einzunehmen?“ Der Tag der Beantwortung ist noch nicht beßimmt.
Hessen. Darmstadt, 22. Februar. Das neueste Re- gierungsblatt veröffentlicht das Berggeseß für Hessen, wel- ches im Wesentlichen eine Nachbildung des preußischen Berg- geseßes vom 24. Juni 1865 enthält. _ Das Kirchengeseß über die Eintheilung der evange1ischen Dekanate bildet für das Großberzogthnm 23 Dekanate, wovon 8 auf die Pro- vinz Starkenbnrg, 10 auf Oberhessen und 5 auf Rheinhessen entfallen. Zum Dekanate Büdingen in Oberhessen gehören außer den hesfiscbén Pfarreien folgende Filialen preußischer Pfarreien: Bindfachsen (Filiale der preußischen Pfarrei Wolfen- born), VHSJesäß (nach Kirchbracht im Königreich Preußen ein- gepfarrt), Illnhansen und Michelau (nach Kirchbracht und Wolfenborn eingepfarrt) und Mittelgründen (Filiale der preu- ßischen Pfarrei Berg).
Oldenburg. Oldenburg, 24. Febrnar. Da ein Einver- nehmen zwiscbsn dcr Staatszregikrung und dem Landtage in Bstkkff der Regnlative nicht erzielt worden ist, ist der Land- tag heute Abend aufgelöst worden.
Elsaß-Lothringen. Straßburg, 23. Februar. Der Obcr-Präfident von Elsaß-Lothringen, v. Moeller, ist, wie die „Stwßb. Ztg.“ mittheilt, gsstern Nachmittag abgereist, um sick; durch die Scßwsiz nach Italien zu begeben.
_ Die „Magdebnrgische Zeiiung“ schreibt: „Der Prozeß gegen den SchriftsteUc-r G. Raich wegen seines Buches: „Die Preußen im Elsaß“, welcher vorige Woche vor dem Kreis- gericht? zu Braunschwvig zum Abschluß gelangt ist, gewinnt ein besonderes Interesse durch die in demselben vcrlesenen Zeugenaussagen von eingeborenen Elsaß-Lothringern. Stellt man die AuslaffUUgM der von dem Angeklagten angkrufenen Ent- lastunchzeUgen mit denjenigen der von der Staatsanwaltschaft herangezogenen Belastungszcngen zusammen, so zsigen dieselben in der Beurtheiknng der deutjckxn Verwaltnng im Grunde kaum einm Unterschied. Das Bild, welches die Zeugenaussagen ent- werfen, enthält keine Spur jener bewußten und planmäßigen Tyrannei, deren Hr. Rasch dis „Preußen“ anzuklagsn unter- nahm. Daß die beiden Belastungszeugen I. lein und Graf Dürkheim, trotz des auch von ihnen nicht zurückgehaltenen Tadels vorhandener Mißstände die deutsche Verwaltung im Ganzen dnrcbaus anerkennend benrtheilen, kann bei der bekannten deutschfreundlichen SteUung derselben nicbt überraschen. Bedam- famer ist, daß gerade die [)erborragendßen unter den von Hrn. Rasch provozirten EntsaftungSzeugen in den wesent- lichsten Punkten fick) als „Entlastungszeugen für die ange- schnldigte Verwaltung erwiesen haben. Als einer der schwersten Vorwürfe war gegen die leßtere derjenige schonungsloser Unten;- drückung des Franzöfiscben erhoben worden. Sie solLte z. B. die Straßennamen mit größter Willkür geändert haben, in fran- zösischer Sprache an die Behörden gerichtete Eingaben zurück- weisen u. s. w. Dngegen bekennt der abgeseßtc Straß- burger BürgerMeister und protestirende Reichstagsabgeordnete Lauth, daß meistens die alten, erst unter der französischen Revolution oder sogar noch später ins Französische überseßten und, wie wir hinzufügen, im V011Smunde bis auf unsere Tage noch fast durchweg gebräuchlicben deutschen Straßennamen wisder aufgenommen find, und selbst der heißspor- nigste Vorkämpfer der Straßburger Proteftparrei, der aus Frank- reich eingewandertc Seidcnhändler Carré, muß der deutschen Re- gierung bezc-xugen, daß die Zurückweisung französischer Eingaben eine Fabrl ist. Als einziges Symptom eines rigorosen Vorgehens gegen das Französische konnte höchstens die Beseitigung des fran- zösischen Sprachunterrichts aus der Volksschule angexübrtwerden. Von deutsckzer Seite ift oft genug hkrvorgehoben, aß die Mo- tive dieser Maßregei in erfter Linie pädagogische gewesen sind. Im Uebrigen kann von einer tyrannisckgen Unterdrückung bei einer so grunddeutschen Bevölkerung, wie die des Elsaffes ist, gar keine Rede sein. Selbst Hr. Lauth muß zugeben, daß auf dem Lande
das Deutschs ,überwiege“, was so viel heißen will,a1s daß in den so- gennnnten Deutsch redenden Landestheilen _ und auf diese aUem_bezieht ßch die Maßregel _ mit AuMahme einiger Franzosisxh gebildeter Gutsbkfißer und Fabrikberren, so wie einer kl_etnen Zahl Eingewanderter, Alles Deutsch sprickxt. In den St_adten aber ist einem Leben, der wirklich Französisch ler- nen 113111, 111 Realschulen und Gymnasien, in welchen dem Franzbfischen ein außerordentlich breiter Spiclmum gegeben ist, die beste Gelegenheit geboten. _ Von besonderem Inter- esse ist, daß die auch von den klerikalen elsäsfischen Ab- geordneten auf der Reichstagstribüne wiederholt erhobenen Klagen uber unmäßige Steuererhöhung eine Belsuckztung er- fa'bren haben. Der zur Protestpartei gehörende Architekt Lick)tcnberg_1n Straßburg sagt aus, die Erhöhung der Steuern sei nicht erheblich, und Hr. Lauih erklärt offen, die Steuern seien gar nicht erhöht, sondern nur anders vcrtheilt. Ganz dasselbe baben die Organe der Verwaltung stets bebnnptet. _ Bei Licht besehen bleibt von a11 den schweren Be_schn1d1gnngen, niit denen Rasch die deutsche VcrwaLnn-Y Elmß-thlmngens m den Augen aller WEU zu brandmarkcn sncl)te, Nichts als die längstbekannten, aber kaum zu vcrmeidcnden [lebsl dcs 1iebsrgaiiszustandes. Daß z.B. die Dnrcbführung der Optionsbesttmmung dcs Friedensvertrages vielfach zn-Härten führen oiyxwenigstcns von den Betheiligten als solche angesehen Mrden :nnßte, 119g21a auf der Hand. Aber: auch hier: hat Lauth ausdrück- lich erklart, daß Drohungen von der Verwaltung bei der Opiion nickzi angewandt scien. Und was die vielberufcne Polizei bclriift, so klagt Lauth aUerdings, daß schon die Unkenntnis; der Spiacbe zu Konflikten führe, aber Carré bekundet dock), daß ihm von den, den Polizkibeamtsn nac!)- gesagten Mißhandlungen nich1s bekannt sti, und Klein hebt besonders riibmend hervor, daß die dsutsche Polizei frei sei von jcnkr SpiyekwirtbsYUst, die untrr dem napoleoniscknn Regime die Bürger in beständiger Angst erhie1t. _ AMI in Aüxm darf man sagen, daß sick) die Regierung einsbkffere RECHT- fertigung, als ste ihr hier (zeugeneidlich) aus dem Munde von Frennd und Feind geworden, gar nicht wünschen konnte. Sie wird darin ohne Zwsifel einen Sporn finden, auf dsr bc- tretenen Bahn mnthig forizufabren, aber uncl; die wirklich vor- handenen Uebelstände nnch Kxästen zu beseitigen.“
Oesterreich-Ungarn. Pest, 23. Februar. Irn Abgeord- n ete n () aufe erwiderte der Minißcr:Präfident auf dieInterchation Orbans, bkireffend die straffrcieRückkehr von in den Jahren 1849 bis 1867 aus Siebenbürgen geflüchteten Militäxpflickztigcn, daß die Regierung keine amtliche Kenntnis; von massenhaften Ansucbcn s01cher Flüchtlinge Habe. Die Regierung sei iibrigens bereit, 5011 Fall „zu Fall jedem einzelnen Viiistelier womöglich bebülft lich zu sein; allein eine allgemsine Maßnahine in dieser Rick): tung sei nicht Fhunlich und auch nicht angezéigt, da die ungebil- dcte Volksmaffe daraus nur eine Ermnthignng zngeseßividrigcr J111cht vor der Wehrpflicht schöpfen würds und die Last des Militärdienstes auf die anückgcbliebenen iiberwäszt würde. Das Haus nahm die Antwort einhellig zur Kenntniß. Szennyex] interpellirte den Kommunikaiibns-Minister wegen des Donau- ansirittes bei Pubs und in der Umgegend.
_ Der vom Minister-Präfidsnten heute unterbreiteie Geseß- entwurf iibcr dM Königsboden, die Regelung der säch- sischen Universität, dc's Vermbgens der Universität und der sogenannten sieben Richter enthii1120 Paragrapbsn fokgenden Inhalts: 'Nach der durch ein Gcscß zu erfolgenden Regélung dsr Munizipal-Terriiorien hören für den Königsbodkn die Unter? schiede im Kreise der Administration auf, Den Titel Comes wird der Obkrgespan des Hermannstädter Komitatys, WL1ch€L zn- gleick] Univerfitäéspräfidsnt ist, fübrxn. Die sächfisch€ Uni- Uerfität behält _als knliurelW Behörde die Verfiigung und die Kontrole iibkr ihr Vermögen und bleibt dns Eigentbums- rccht unberührt. Bei auftanchsnden Fragen entchcid9t das Gericht. Das Vsrmbgcn muß obne Untirsckzicd der Sprache und Re[igion fÜr (1112 eigenthumsbcrechtigien Bewohner 1.121"- wsndet wxrden. Die Generalversammlunx vcrfiigt über das Vermögen und tritt jährlich ein Mal zusammen. Der Präsident iir der Hermannftädter KomitatsObergcspan, der Vizepräfidsnt in ein auf drei Jahre gewähltes Mitglied. Der Schrifxfiihrcr ist der Univerfitäts-Sékretär und wähicn Hermannstadt und Kronstadt je zwei Mitglieder, Scbäßbnrg, Mühlbaäz, Brdbs, deiasck) und BistriH je ein Mitglisd, und 11 Mitglicder wcr- den aus den Landbrzirken gewählt. Das Vermögen der stst Ricbter Verwaltßn die Universitätsmiigliedcr dir betreffenden Bc- zirke. Der Minister des Innern bestimmt die Zsit des Inslebcn- 'tretcns dieses Gesetzes.
Großbritannien und Irland. London, 23. Feerar. Arn Hofe nerden bereits die nbihigen Vorkehrungen fiir die besor- “siebendeReise der Königin nach dem Kontinkni gßtroffcn. ; Dic Vndgetanschläge für di? Armee find benie bei“- offentlicht worden und beiragen 15,281,600 Pfd. Steil. obsr Urn 603,900 Pfd. Stekl. mohr, als im ablanienden Iabre. TW Mehrausgabsn vcrihciien sick) anf Ganen nnd Lbhnnngcn (179,200 Pfd. Sterk), Kricgsvorrätbe (243,000 Pfd. Einl.), Transport und Lebensmittel (47,000 Pfd. SUM), Untformsn 42.500 Pfd. Stekl. u. s. w. 20,800 Pfd. Ster1. ti'effen davon auf das Freiwilligencorps und 10,300 Pfd. Sterk. anf die Armsercserve. Der Gesammtstand dcr Armse ist um 3603 Mann vsrxnchrt, näknlich 132.884 (mit Einschluß des Stabes der Brigadedepots) gegen 129,281 im ablanfenden Vkrwaltungsjahr. _ Die Zahl der im Bau begriffenen oder projekiirten Schiffe dxr Marine beläuft sich auf 40. Jedoch find nur sechs von diesen, niimlich „Inflexible“, ,Tbchraire“, „Ajax“, „Agamemnbn“, „NLlson“ und „Nortßampwn“ Panzerschiffe, Und zwar drei dsrselben Thnrmscbiffe. Alle iibrigen find ungppanzsrxe Korvetten, Sckmluppen uud Kanonenbooie; anch cin TNPLZW- bzw: ist Hierher zu rechnen. Die Gesammtkosten fiir den Ban dkkscr Schiffe weiden auf über 4,370,000 Pfd. Sterk. veranschlagt. “ Der Prinz von Wales befindet fick] noch in Nepal und hat hier endlich gute Jagdgründe für die Tigerjagd gefunden. _ 24. Februar. (W. T. B.) Unterhaus. Der Kanzler der „SchaHkammer, Northcote, erwidexte anf eine Anfrage artmgwns, es könne bezüglich der Tonnengelder fiir die dcn c*Uezkanal pasfirenden Schiffe keinesfalls eine Aenderung ein- treten, bevor dieselbe nicht vom Khedive, von der Pforte und Von den dabei interesfirten Secmächten in Erwägung gezogen UNd genehmigt worden sei. Die zwischen Leffeps Und dem Ober'st Stokes geführten Verhandlungcn hätten 21111211 sehr be- fkledtzxnden Fortgang genommen und werde Oberst Stokes in Pkk Knrze nack) England zurückkehren. Auf weitere Details ÖSV einzugehen, halte er nicht für opportun. _ In der “UUIM SiYung wurde die Debatte Über das von der Regie-
rungcrlaffene Cirku1ar, betreffend die Aufnahme der an Bord englqcher Schiffe geflüchteten Skl a ven, eröffnet, Das Haus bill:th rnit einer Majorität von 45 Stimmsn die Ernennung der Konrglichen Kommission zur Vorberathung dieser Vorschrif- ten, lehnte es aber ab, das Cirkular während der Arbei!en Der Kommsfion zu snspendiren.
Frankreich. Paris, 24. Februar. Die Permanenz- kommrfsion in Versailles hat sich heute, wie „W. T. B.“ meldet, mn, Feststellung der Formalitäten beschäftigt, unter wel- chen nuf die am 8, k. M, zusammentretenden beiden Kammkrn die bisher von der Nationaloersammlung ausgeübte Gewalt über- gchen soll.
_ Im „Schwäbischen Merkur“ hcißt cs: Die Erfahrung hat gelehrt, daß die Republik in Frankreich jedesmal nud durch die Fehler der Republikaner wieder gefailen ist; da- durch. namlich, daß fie, vergnügt, als Parteileute obenan zu 16111, es versäumten, die große Mnffe der wie überall konser- vativen Bkvölkerung zu gewinnen und zu bcrnhigen, dieser Jcbler sollte diesmal von vornherein vermieden werden. Théers h_aite' znerst die Loosung ausgegebén: die konservative Republik 1]T,ÖTL'ÜUki11m5x1_[§chL. Gambetta bat dikses Programm mit seiner ]ugkndlicMn Energie durchgeführt, indem er nicht miide wurdx, die l'cpllblikaniskk)? Union zn predigen und die Politik des Erfolgs gegen die der Träumereien, des Kompromisses gegen Prinzipicnreiterei, der Vernunft gegen die Nakrbcit zu vertheidigen. Nur auf diesem Wege hat die große Masse der fmnzöfisckxen Wähler, die vor 5 Jahren monarchiscl) wählte, nun für die Republik gewonnen werden können, die ihr jktzt nicht mehr als roihes Schreckbild, sondsrn als eine Bürgschaft der Ordnung und des Fricdcns ersckzeint. Das französische Volk hat für die bestehknde Stantsform gestimmt, wci1 es konservativ wäblcn woÜt-x. Es Hat genen die Parteien gesiimmt, we1ck)? mehr oder minder deutlich dis Revision ankündigten, Mil es nicht wieder aufs Meer des Ungewissen fick] hinausbegeben wiil. Die monarchischen Partkien find griindlich gcschlagenz auch die Vonspxrtisten, die immerhin mehr als die nnderen zn be- deuten haben. Wie dsr Ssnat, ist (mik) die Libgcordneten- kammer mm zu einem Boliwerk der Vorfaffnng vom 25. FL- bruar o. I. geworden, ein Ergebniß, das glückbcrh-xißend für die innere Entwickelung Frankreichs ist, wie fiir die Ruhe dcs Welttheils, vorausgeseßt, daß die joxzt hcrrschende Partei fich selbst im Zaume hält und fick] [*ewnßt bleibt. wodnrch ihr die Répnbliknnisrrung des Landes gbkungkn ist. AUCH die Vorgänge bci dsr Wahl selbst find bon gntsr Vorbsdentung. Tie Janze Wabibcwygnng hatte einen nngcwdbnkickz rnhigen Charakter. Eine gewiffc entschloffene Sicherhsit war die vorherrschende Stimmnng, und wir WOÜLN nicht vergessen, noch chzi Dinge hsrvorzuhebcn, dib dLr Wablagitation ihren besondxrcn Charak- ikr verliehkn. Dcr eine ist die entschi€dene Vstbnung dcs Fri?- dens, die in kéikkék Wablrede odér gxdrncktxn Ansprnclzc fsblsn dUsftL. che Partei sichts fick) als dichnigc, Mick]? den Kricg besonders vcrabsckzeue, bei den Wählern einzuicbmeichcln. Selbst die Bonapariisten haben: aus Rücksickzt anf die Siimmnng dür Wählerschaft davon keine Ausnahme gcmacbt. Das andere ist die Entsckiiedenbcit, mi: welchcr Gambetta, der Fiibrer der cht siegreichen Parisi, den Klerikalen dcn Handschuh hinwari, die in den [enten fünf Jahren nur allzu «nie Tage in Frankreich genossen haben. Man erinnert fick), daß bald nach dem Kriege Ernst Renan erklärt 13111, Frankreich müsse es jé'Ht mit dyn Iesuiicn halten, weil es mit den Feindkn dcs Dcntscben Reisch gut Freund stin müsse. Auf diese ebenso kindische als sslbst- mörderische Politik bat Gmnbxtta vsrzi-chtet.
_ Die „Scbkefische Zcitung“ schrcibt: Kaum war ein ein- zich Jahr anf dcn Fciedsn von Frankfurt gefolgt, als schbn die „kaihblisQIS Frage““ auf inisrnaiionalcm (Zebie're eine RoÜe zu spieien begann. Das franzöfisckze Landvblk wurdc- von seinen Bis-Hbfen nnd Priestern nnter Mitwirknng Öks derboni: schen Adels in einsn fanatischen Krikgstanmä VZisLHt, 111816381: den FÜLÖLU Enroyas hätte in Frage ftsilsn können, wsnn dic Dinge nicht. widcr Erwarten plößlici] eine 011001“? chdnng genommsn hätien. Die wunderbarenEricQC-innngcn derl)..“Jmigfran,1Uel-.i]c d-c-n "Sieg Frankrsi-xhs und dm Unksrgang Dcnticblands vsrkiindeicn, die mit großem Ec1at in Seine goscHWn Wallfahrten nnd Prozes- fionen, das und nianchks andere Hatte nach dem Sturze Tkiiers' und nach dir Fnswn dcr bcidcn bonrboniscbcn Linien eine Wir- kung geübt, der gegeniibsr im Innern Frankreichs keine Macht stark 9211ng gewesen wäre, die Wiederherstellnng des legitimen Königthums zu hindern. Paris stand Heinrich 17. Offkil, er würde, wenn ihm nicht 4311523101) dcr Muth enisunken wäre, ÖLU Llfthntéll Thron zu bssieigön, im Frühhkrbst 1873 dort mit Jube1 empfangsn wordsn sein. Mit der Aendernng dcr Sittin- tion, die sein Absagebricf herbkiführte, war indes; die klerikale Tendenz, dic in Frankreich dis Obcrhand gcwonncn hatte, noch kcineSwegs iibcrwundcn. Die Republikaner in dcr Nniionak- vxrsainmlung konnie'n fick], selbst als ihr VerfassnnJSprogrannn bersits dnrchzxkkänipst war, der Zugeständnisse an die ultra- montane Recbie nicht erwehren. In dem Geseye über das Untsrriciziswcskn, wslckch sogar den Vermögensertbcrb znr indien Hand Wieder hexstsUTe, fanden die Wünsche RUMS im weitesten Maße Erfiiklung. Henke aber diirfenalle Besorgnisse, diedaran ge- knüpft werden konnten, (112; definitiv beseitigt gklten: dcr Ansfnll der Wablen für den Senni wie für die Deputirtenkammer biirgt dafür, daß die Republik in einem anderen Geiste als dcm dcs Ultramoninnismus geleitet werden wird, und im Lager dsr Re- publikaner gcdcnkt man heute schon an die Wiederabichaffnng des Unisrrichtsgesches Dns poliiistbe Frankreich ist fiir Rom einstweilen vcrkorener BONN, den „beiligenKricg“, den „Kampf gegen die itiig1äubigcn Varbarsn“ wird es nicht mehr in seinen Calciil aufnehmen können.
Spanien. Madrid, 24. Februar. (W. T. B.) Nack) woiteren hier vorliegenden Nachrichten smd Don Carlos Und Lizarraga rnit etwa 24,000 Mann ohne Proviant und Ge- schüize bei Nmezcoas zusatnmengcdrängt und suchen über Yldnides (?) die französische Grenze zu gkwinnen. Mehrere Divisionen dxr Regierungstrnppen find gegen fie im Anmarsch.
Numäniem Bukarest, 25. Februar. (W. T. B.) Die Kummerfesjion ist bis zum 13. März “verlängertworden. In Folge der Ueberschwemmungen ist schon seit mehn'ren Tagen keine abendländische Post hier eingetroffen.
SchWedcn und Nortvegen. Stockholm, 22. F,- bruar. Die „Post- ocl) Inr. Tidn.“ enthält folgende Mitthei- lung: „Aus der Vcranlaffnng, daß die Luft in Christiania auf die Gesundheit Ihrer Majestät dcr Köni g in wohlthätig einzuwirken scheint, hat Se.Majes1ät der König beschloffm, etwas länger als beabsichiigt war, daselbst zu verweilen, und soll die Rückkehr nach Stockholm auf den 3. März Morgens fcftgcseßt sein.“ _ Der Königliche Hof hat gestern für die Großfürstin von Rußland,
Maria Nicolajewna. Wikixök des'Hezzogs Maximilian von Leuchten- berg, Mutterbrndcrs Sr. Maxestat des Königs, eine sechszehn- tagtge T ra uer angelegt.
Dänemark. Kopcnhagen, 24. Febrnar, Die Verhand- lungen über den Geseycntmurf, betreffend die Vertk) eidiq u ngs- an'stalten, kamen in der gestrigen Sisung des Lands- thmges, noch nicht zum Abschluß. Jeffen vcrlannte von der Rxgierung eine bestimmte Erklärung, wie rbeit fie 11)ko 111 dieser Frage eingenomniencn Standpunkx fest- halten ivolle. Obékst Andrä suchte militärische, finanzielle und pdbtiick)? Griinde gegcn d;n VertheidigungSplan. *Der Kriegsmquen trat in langer Rede den AUSlaffUUJLU ?indrä's xiitgßgxn, 10614312 er als die gefänrlichsten bezeichnete, die bisher in Mi,“. Sack)? vorgekommen ssien. Er halte die norgesibiagenm Vertheidtguanmafzregcin unter allen Umständen für gebdtsn.
. Brasilien. Bahia. 8. Januar, In mpiner Mit- tbmlnng 1311111 14. Dszc'mber n.J. *) habe ich der Hoffnnxig Aus- drnch gcgibén, daß dis brafikianisib? chisrunchi) 11.131: Wr- ftek)_rn wcxds, J15ich39€iig mir dein hier noch znriick-belizbenen Reit? dex vdr nnn bild 2 Jabrcn von dcnbeonien Moniz Und Tbyndnrb bicrlnr znrnégsksbrtcn dontschcn Answandéixern, 011ch T1€19111JL11 denxichn Kyldnifte'n Heimznikbaffsn, MUZ)? un- langst von 'Thkddbrb znm Zwecke der Uebsrsx-dsknng nnch Bsnmsnau hisr erngetrdffcn waren, dann aber crkiärisn, nnck) keinem andkren Orts als nach dcr Hsimatb geßsn „zn 11301123.
Ibn: Honnung bai fick) nnnmxhr sriÜUt. Sämm11iche bist.“ bkfindlnbe dsntsckw Riickmandxrer find am 4. d. M. mit dem deutschen Dnmpfsr „Vabia“ anf Kostsn der biofiJen Rmisrnng nach Hamburg befördert worden“). Es wnxsn ibrcr 46 Er- wachskne und 11 Kinder.
' (Zs blsibi nnnmchr zn wünschsn, dax"; die !ii-sfine RWernng
diesslben 81iichfichten der BiUigkeit und :*.bcnschlicbke? nnch qeqen die noch in Tbcddoro in dem iranrigstcn ZUftande béfindiickxn 17Schicksa1sgenoff2n dEr schon Heimgcsckgafften wnlxsn [affen !nbge, danii! nicht das achse Hnndcrt dcrcr, welche bei einem Inzigen K;)Wnisntions-Unternehmen als Opfer dor Prospekte der Z)"!L'MÜ Lobsdanz & Co, in Nntwcrpcn bis:; ihr Grab gefunden haben, voll :ncrde.
**) «. die Nummer dcs Vlaiiis vom 25 Januar d. J.
') Anmerkung. Es 11)?an dies vsrmutbxiii) di;iejben der Mcbrzabl nach an:“; (»Im Kreis? Pr. Staer-rd iimmnsndkn Rück- wgnöexcr sxm,_Ü1*sr der€n_Dnrk1ckreis2 durcb Beilin die bissigen Zei- tnngsn nnlanqkt mii DStU-HiUZUiÜJIU [*LkiÜyfktM, da!“; keins kinziq: Wr bxtrisszndcn FÜTUUÜIUVLUZÜHUJ znriickkcbrte Und nile sich vöilig Lniiicl- [cs bsmnr-cn.
Landtags = Angelegenheiten.
Jin "). BYSZiUU'Sr Wablbczirk (Kreis BsZÖiÜU, innikt) nt dx; Gms Limburg-Stirum, dessen Mandat Wegen 1211in .(érncnmma. „511111 Gnnndtcn crlosch€n War, mit 7-35: großer qubriiai 2,110: Mitgiicde dcs Hainés ker AOJSOWUSTTU wisdi-rzswäxlt ivorben. *“
Zumprens;ischenStaatsWnshalM-Eiat1876. ?. (S. Nr. 47 d. Bl.)
DerEtak der Vcrwalinng für Handsl, Gcwchc und Banwezen dcs Minisikriums füx Ha11dcl,(§5€w€rbe und ösfcniltcbk Arbeiten fiir das J.)!)r1876 Mist Einnahmen auf im Bktrnge von 1,148,778M (MIM den vorigkn Gtai_424,070./16.). Da; Minas bsgriindct fi-D m dc'c Hauptsnmnie dtmb bsn in Folqe des Gkicßcs Dom 8. Jnli 1875 LU:]kanDcn AnsfaU von 238,294 „16. als „CUST- für Obiinniznxxg an dkn Ci).111ss§?11, féir Cbanssse-Élbrauup nnd (Imbcnkrds :e.“ und von 138,301) (16. als ,Eéinxalimgn aus der Vcrpacbixn-“g VST GL'EIUUJUUZJU „“:ni dsn 2457110121ng un?) in don Gräbc'n d(r StaWOaussc-Zn, io wi? Ter WkiÖani-[NNUUJL'N an chn-rkn,“ _ Die N::Énibén bélanfcn «sicb inchinmmt a:.f 20,6259,735 „46, dabbn find dnnsrndx Vixiégaben init 19,639735 „sé: (szxgkn dcn vorigen Emi _19,919,999 .“.) in§119chnung gcstsilt; disics bEd-Jutsnds Minus wird bauprkäxblicb vxrnriaibf dnrch din int vorigkn Emi noxi) vor- lmndsnsn Postsn bbn 13,959954 ck16. „Jux Unicrbalmng dcr Staats- Cbxnssxcxn“, der [1511131143 aixé-fällt, fernsr durcb *]11inkcrxiusgnben der BanNrivnlinng in HI!)? vbn 6,100,144 «16. Die einmaligsn und ansxerbrdknilickien Vinégnbsn bazanibrncixakn 1010111100 «le ((i.-ZM 1875 _15,5T?9,-192 &ck&). UML!“ dcn danérndkn Ausgaben einfin- [Ul anf das 5.1.1ix'nistc'ri1nn 936,670 „FH„ anf Di? Bauna-Wnltunq 16,047,835 «ss (babsi das bereits crwäbnie Minus yvn 6,100144 „%., zv-élcbe Summe bisbär „ZU NCU- nnd Utnbancxn dei“ Staniscjmnffcen, 1011110 zu Präniixn fin“ Clmuffc'e-Neubautsn“ niigeicyi Wards, (ckck in Joins des Dok.;tionsgksklzss ansfäÜt), anf dn: an-Qfxdsmic in Berlin 204,210 «17» (bis Cinnahnnn dxrse1be'n stkben mit 103,001) «;ck in Ausaß). auf die Handels- und G3wsr11€verwa11uxig 771585914 anf ichnische Lklnanstalisn dsr Handel?" und (I)iéwkrkarwa!tung uud fbwkiiqs wissénsiMftiiM Und gemoinniißigc Z-bcckc 1,448 285 „is., .*:uf der Bauvsrwalrbng nnd der Bscwalmng für .Handkl und G?- wsrbc gxmxiniame Ankgabsn 231,150-16. Von den :inmaligcn nnd (inszerordknilicbcn Ansgabsn bkansprucbt die Yillqemsinc Ban- dwiwciiinng 921109036. und zwar zum Bau vwn Ecbiffnbrtékipätcn, SÖlOUsCU, Hiifcn 1902174570 91-6, znr chniirung dcr Wasserstrnszin 3752300091501: Schz-äfcninid Sceicbiffaintsvcriindixngcn ],!)-*i*-',.“*)(_)() «;ck, zum Bau von *.Stcasisn, Briicksn, Disnstn'olmnxnsn 1.571,790 «;ck, dib Verwaltung für Handel und Gcwcrbe 788,910 „6; in [Eßisrer Sinnme sind u. Vl. cnibalisn die zweite Rais WU 150,000 (16. zum Neubau eines Gibänkcs für dic Gewerbc-Ilkadcmik in BMW, die zweite Rats mit 125,000 „14 zum Umbau des Wklf-.1isc1)lwsscs fiir die polyteibnifcbe Schule in Hannovsr, dic Kostsn dcr Beibciligung an der internaiipnnikn Vlusstslluxig fük Gesnnrlxéitspslcgc und Rettung“ Wescn in Biiifsel 11.0,000 «;ck
_ Fiir das Hkrrcnbaus stud 163,110 «14 (+1950 «M.), für das Haus der Abgeordnctc'n 1,139,070 9/5. (+ 5250 „M) Aus- gaben ÜUZJVWNan,
Nou-
Statiftische Nachrichten.
Nack) Mittheilung Des statistischen BUWÜUI der Stadt Berlin find bei (*in bixsißcn Siandeöämtcrn in dcr Woxbe born 13, Je- 1*xnnr bis incl. 19. Jobrnar cr. zur Anmeldung JLkUMUU'U: 172 Ebe- stbiicßnnßkn, 934 chéndgebbrcnc, 47 Tcdi'gkbbrcm', 531 Siérbcfällc.
_ Nack) cincr Znsammsnstelknng der Gioßbxxzc'glicd i'csfischen (Tcniialstklle für di? Lanchstaiistif bctrus das durchschnittiiche Visin- e'inkommkn dcr von Frankfurt iiber Darmstadt nac!) Heidclbcra führen- den Main- Neckar - Eisenbahn während der Bciriebsjahre 1846-72 auf der hessischen Sirceke 5,37 % dcs Aniagkkapitalö.
_ Där unlängst veröffentlichten LluSwanderungbstatisiik fiir 1875 zufnlge sind in dicscm Fabre (11113 den Häfcn dcs Verciuig- ten K'önigrcick)s Großbritannicn und Jr1a11d173„8()9Pcrsonen vnc!) «LinzkréuropäischknLändern abgigangcn, ivasgeIJOn das Vomnszzcbcnde Jahr LME Abnahme von 67,205 ergiebt. Bei weitem dcr giößte Theil der Rnöwandcrcr ging nac!) den Vsreinigtcn Staaten, nämlich 105,046 Prrsonen, von denen 43,867 Engländer, 5893 Schot- ten, 31,433 Jrländcr waren und 23,028 ans Vorschicdenen andern curopäisänn “Ländern über England kamen. Bei 825 War die Nutiorm1iiiit unbestimmt. Nach den cnniiich Be-
sißungcn in J'kbrdaincrika “wandten sich 17,378 Auswanderer, und zwar 9041 O'nglandex, 5016 RUSLänrcr, der Rest Schotten und