1876 / 51 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 28 Feb 1876 18:00:01 GMT) scan diff

11.1.141171-1KW * '"

Minißerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Königliche Bibliothek.

In der nächßen Woche vom 6. bis 11. März c. findet nach §. 24 drs gedruckten Juozuges 11115 der Bibliothek=Ordnung die aUgemeine Zurücklieferung aller aus der Königlichen Bibliothek entliehenen Bücher statt. Es werden daher alle Diejenigen, welche Bücher der Königlichen Bibliothek in Händen haben, hierdurch aufgefordert, solche während déeser Zeit in den Vor- mittagsftunden zwischen 9 und 1 Uhr gegen die darüber aus- gesteüten Empfangsckzeine zurückzuliefern.

Die Zurücknahm: der Bücher erfolgt nach alphabetischer Ordnung der Namen der Entleiher:

von „1._11. am Montag und Dienßag, [._11. , Mittwoch und Donnerßag, §._Z. , Freitag und Sonnabend.

Berlin, den 28. Februar 1876.

Der Königliche Geheime Regierungs-Rath und Ober-Bibliothekar. Lepsius.

Ministrrium für Handel, Gewerbe und öffentlixxe Arbeiten.

Nach §. 64 111111. 6 des BetriebSreglements für die Eisen- bahnen Deutschlands haben die Eisenbahnvermaltungen in aklen Vetlust- und Beschädigungsfällen (von Frachtgütern) die ein- gehendsten Recherchen anzußeUen und auf Erfordern der Berechtigten aktenmäßige und genaue Mittheilungen über das Resultat der Nachforschungen zu geben.

Ich fmde mich veranlaßt, den Eisenbahnverwaltungen die genaue Beachtung dieser Vorschrift in Erinnerung 311 bringen.

Berlin, den 22. Februar 1876.

Der Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Or. Achenb ach. 2111 sämmtliche Königliche Eisenbahn =Dircktione11, Eisenbahn-

Kommiffariate bez. Kommissarien.

Angekommen: Se. ExzeUenz der Appellationsgeriäxts- Chefpräsident, Kron-Shndikhs und Mitglied des Herrenhauses, Wirklicher Geheimer Rath Dr. “1111“. Graf Rittberg aus Glogau.

Königliche landwirthicbaflicbe Akademie PoppelSDorf in Verbindung mit der Rheinifchu Friedrich-Wilk§slms-Univerfität Bonn.

DWZ Sommersémcstkr beginnt am 212111111 d. J. gleichzeitig mit den Vorlesungen an “der Univorsttät Bonn. Der 1111312112 Lebr- plan umfaßt frlgxude mit Demonstrationen verbundene wiffcnschaft- liche Vorträge: .

EinleiUmg 111 die landwirthxbaßlicben Studikn: Dirsktor Prof. 131, Dünkelberg. *Betriebslehre: Derselbe. Landwirthscbaft- lichos Scménar: Dersclbs und Prof. Dr. Werner. (*“:cyklopäkie dsr Kulturtcäonik: Direktor Prof. Dr. Dünkelbcrg. Ku11ur- technisches Konservatorium und Seminar: Derselbe und Ingenieu: 1)1-. (Hiesclsr. Mechanik, Hvdwstaték und Hydraulik in ihren BexishUngku zar Knlturxechnik: Ingenieur ])1'. Gieseler. Spezieaer Pkauzeubau: Pro?. Dr, Werner. Schafzucht: Dérfelbe. *TaxatirnSleHre: 131“. Havensteiv. * Ailgemciuer wanzkubau: Dcrsclbc. “Wawwu: Oberförster Prof. 131. Borggrxve. JorstscbuF: Derselbe. Wei_ubau und Gemüsebau: akademi1cher Gärtner 1111811111119. Oksaniycbe Expérimsntal-Chemie in Béziebung auf die Laudwir 111113111: Prrk. 131". Frkvtag. Cbsmiscbss Prakrikum für Anfänger: Dsrselbe. Charakteristik der _Fuxtsrstoxu 11111 1121“ Fattkrmisckuugen: 1)r. Kr_e11sler. *Landwirts)?chaftlfcbc„_Boiamk und Pflanzsnkmnkhéiteu: Prof; Dr. Körnickx. _ Phpüolochbs 1an mikrofkrbé'scbc Uebungen: Dermlbe. Nakurzc1ch1ch1e der wirbc11o1en Thiére, m:r bésbnkerkr Räckücbt auf Die der Land- und Frrxtwirth- scbaét 1ch511€che11 Insekten: Pro?. ])1'. Troicbel. Experfmc'nch: TbicrprrL-rßßs 1111? Ucbungen it:; thicxvhwüolrgwchén Lzbora1oré11m: Prof. 01, 3111113. “Gerzxrfie: Prof. Dr. Andras. *„Erber11112111a1- Phbük: anénéeur 131. (311218121. Mechanik _dxr 1an11v111111ch11111chon (331511113 111113 Masckxirsn: Derfslbe. PhrKkalUcbes Praktikum: D111'31bc. *LankwértbscbaMWe Baukumde: Baurnth Dr._Schu- bkrf. *PrakÜiche Geometrie 11111“ Uebuugsn 1111_F112111e!1211 und Nircklirén: Derselbe. Zschnxn-Unksrrécht: Der121be. *leké- wir1h1cha11§1sb121 Pwi. 1)1-_ Held. Staatsréckzt Für L111dw1rtbe: Gsbéimer Bergratb Prof. Dr. Klostermann. éLgnOsÖ-kulkur- Gescßgsbuuh: Derselbe. Akute 11111“ Seuchsu-K_rankh2111n 1er Hay;- 1szrs: DkrarxememC-Thierarzt Scbell. Aeußere Pserkekenntmß: Dkrsslbé, Prakxiickxsr Kurms Der BikUéuzucht: 1)r_. Po11m_ar1n. LankwirtbicbaNchS, gsrgnosxiscbe, brtauikxhe, f:r11wirtb!-ch;af111che Exkursionen 11111“ Tsmrmtraéirmn. „_ _ _ _ „_

Außer D:“; Tsr AkaT-smie élngM w1115111ch11111ch1xn 11117: pra_k11'chm L813113ü115m111c121. Miche "durcb d;? „1111: chemi1cke, phhük.1li1chc, 1113113211- und ihikrpbbürlrhiicße Prak1ifa 9111g211ch1216n Jn1'111111e, neben rsr lankwirtbx'chaktbcbén Vzriuchsstatiru, Welck)? durch ÖM Ns11ba_11 eipes 1hic111by1'101rg11511311 Laboratoriums _xrweitert wurde, eine _wéxe11111chs Vervollstänkjgung 111 1515112115811 1111111111 haben, steh: der?:“lkéZ 211131) ihr? Verbindung 11111 der [1211112111151 Brnn die Beunßung 1:21:_“ch-.111_1_111- [URZSU und Apparate dér 1115181111 311 Gebote. Tie A111D€1111ker nud bei dcr 1111111611113: immatrikuljxt 11111 11112811 dééhalb 11-5 NWT, 111211) 011: anders:: für ihre aÜßxmeine wiffebkchafrlicbe Bilkuug wich113€u Vrrlkéungsn 31: 1951711, 11er Wslche dxr Un1vsrü1ä1§Katalog 2.15 Naher: 111111116111. _ ck __ _ __ „_

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AUF AU::WSU WLJLU ('!1111111ts_1n die, Akakenne 11t der 11111» 31151";an g;:a bére'Lr, iékÜCZ-É gswüuxchte nabere Auskunft zu €:1he11eu.

PchLLkrr; 161". BMU, im Fxbruar 1876, ,

Ts: Térekrc: dsr landwirxhsckaftlichen Akakemx: Proi. [)r. Dünkelberg.

Die heUtige Rumwer des„Deutschen Reichs; 11111? Königlich PreUßikchen Staats-UnzetgerZ“ enthalt 111 der Cem:aL-Handels-Regißer-Veilage:

911.14 der Tarif- xc. Veränderungen der deut- schen Césmbahnen.

Yithtauttlieh ez. Deutsches Reich-

Preußeu. Berlin, 28.Jeb1111:r. SL. Majsftät O_Cr Kaiser Und König wohnxen gestsrn dem Gottesdienß tm Dome bei 11111) empfingen demnächst Ten Rjtnnejßer Synold- von Schuey vorn 4.Husare11-Rxg1mm1, den Hayptmann von Troschke vom Garde-Füfilier-Regrmem 111111 de_n Lieutenant von Buérihki vom 2. Garde-Regiment behukHRuckre1chungderQrbe11Z= dékOratiUYM Shrek vxrßorbenen Vater, _ Nachdem Se. Maxextat

die Vorträge des Oberfl-Kämme'rers Grafen Redern und des Ministers des Königlichen Hauses, Freiherrn von Schleiniß, entgegengenommen hatten, empfingen Ullerhöchßdieselben den Kaiserlichen Botschafter, General-Licutenant von Schmeiniß vor dessen Abreise nach St. Petersburg.

Heute nahmen Se. Majestät der Kaiser und König die Vorträge des Geheimen Civil-Kabi11ets und der Hofmarschälle entgegen, und begaben Sick) 11111 2 Uhr nach dem Oßbahnhofe zum Empfang Ihrer Majestät der Königin von Württemberg.

_ Ihre Majeßät die Kaiserin-Königin war vor- gestern in der 8. diesjährigen Vorlesung des Wissenschaftlichen Vereins anwssend. _ Gestern wohn“: Ihre Majeftät dcm Gottesdienße in .der KapeÜe des Augusthospitals bei, _ Das Familiendiner fand bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl flatt.

Heute empfangen Ihre Majestäten den Besuch Ihrer Majestät der Königin von Württemberg auf ihrer Durchreise von St. Petersburg nach Stuttgart.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hohcik der Kronpr111z nahm am Sonnabend, Vormittags um 111 Uhr, militärische Meldungen entgegen und empfing um 12 Uhr den Geheimen Ober-MediziuabRWh 131. vonLangenbeck. Um 12:1 Uhr hörte Höchstderselbe einen Vortrag des Majors im Königlichen Kriegs-Minifterium Andreae.

Geffern nahmen Ihre Kaiserlichen und König- lichen Hoheiten der Kronprinz und die Kron- prinzessin an dem Familien-Diner bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Carl Theil.

_ Die vereinigten Ausschüsse des Bundesraths für 31111: und Steuerwesen und für RechnungSwesen traten heute zu einer Sißung zusammen.

_ In der heutigen (16) Siyung des Hauses der Abgeordneten, welcher am Minißertisckx der Minister der geißlichm :c, Angelegenheiten 1)r. Falk und der Minifterial- direktor Förster mit mehreren Kommissarien beiwohnten, verkündfgte der Vize-Vräfident 1)r. Hänel unter ande- ren geschäft1ichen Mijtheilungen, daß vom Finanz-Minifter die Rechnungen über Einnahmen und Auggaben der vom Jahre 1876 ab auf den Etat der Domänenverwaltung übernom- menen Seebadeanftalt zu Cranz für die zehn Jahre 1865 bis 1874 inkl. eingegangen sei. Dieselben wurden der Budget- kommisfion übrrwiesen. Vom Handelß-Minißer ist eine Ueberfich1 über den Fortgang und Stand der StaatNisenbahnbauten im Jahre 1875 eingegangen. Darauf wurde die erste Berathung des Geseyentwurfs, betreffend die evangelische Kirchenverfassung 111 den acht älteren Provinzsn der Monarchie (S. Nr. 41, 42 d.B1.), fortgeseßt, und ergriff das Wort gegen die Vorlage der Abg. Richter (Sanger- hausen). Nack; einer kurzen Erwiderung des Regierungs- kommissars, Minißeria1=Direktor Förster, hatte beim Schluß des Blattes der Abg. Schumann das Wort.

_ Der Allgemeine Poßverein wird vom 1.31111 1876 ab _ 1111119 Hinzulritt von Britisch-Indien, Aden und den ftanzöfischen Befixzungen in fremden Welrthcilen _ 837.000 Qu.=Meilen mit 628 MiÜionm EjUWohnern umfassen,

Die Wirkungen des Vereinsvertrages haben fich bereits in einer außergewöhnlirhen Vermehrung der Korrespon- denz beu1erk1ich gemacht, M1chL bei den Ssndungen aus dem Reichs-Postggebiet 9,7 Proz., nach dem Reich?)- postgebie16,6 Proz., und bei den durch das Reich6p0stgebiet transitirenden Sendungen 10,6 Proz. bstragen hat. Von dem gesammten Korrespondenzverkehr des deutschen ReichSpoß- gebievs nach anderen Ländern entiaUen auf die Länder, 1111315132 dem aUgemeinen Poßverein angehören, etwa 99 Proz., auf die übrige1, dem AUgemsinen Poftversin nicht angehörendsn Länder nur 1 Proz.

Abgesehen von den Postkarten, Drucksachen, Waarenproben, welche bei der Versendnng mit der Post dem Frankirungszwange unterlisgen, werden von den porwpflichtigen Briefen aus dem deut-

_ schen Reickzspoßgebiet nach anderen Ländern 971 111111313111 frankirt

111111 11111" 21 Prrzxm Unfrankért abgesendet. Es crsckzcint daher der Zeixpunkt nicht fern, daß im internationalen Vcrkehr un- franfirte Briefe überhaupt U1chk mehr, odkr doch 11111: in ganz vereinzelten Fällen zur L1bse11dung gelangen werden.

_ Turck; die Ueberschwcmmungen find mehrfach erhebliche S15ru11gen im Postenlauf und in _den tele- graphjsrhen Verbindungen eingetreten, auch einige Trans- porte ver11nglf1ckt. Wenngleich von den betheiligten Behörden Überall die erforder1ichen Maßregeln ohne Verzug getroffen worden find, so 11117211 sich zeitweise Verzögerungen 111 der Usberkunft dcr Posxsendungen und der Telegramme in den be- treffenden JäUen nicht immer vermeiden. Zur Vorbeugung zeixraubender Beschwerden und Anfragen wird hierauf aufmerk- sam gemacht.

_ Nach einem Cirkularerlaß des Minißers des Innern vom 31. Dezember 11. I. sind die früher zwischen Preußen und Oesterreich bestandenen Vereinbarungen wegen gegenseitigsr AUSlieferung von Verbrechern, sowe'i1-- fie fick; (mf 111111111" che Vsrbrecher beziehen, durch ren Prager Frieden vom 232111911111 1866 nicht wieder in Kraft geseßt worden, und haben daher keine bindende Kraft mehr. Insbeson- dere find daher Oesterreich gegenüber als aufgehoben anzusehen: die in dem BundeZbeschluffe vom 18. August 1836 (Publi- kations-Patent vom 28. Oktobsr 1836, Geseß-Samml. S. 309), in der Uebereinkunft vom 15. März 1834: (Geseß-Samml. S. 21) und 111 dem, überhaupt nur für die Dauer der damali- gen Zeitverhältniffe gefaßten Bundesbeschluss vom 5. Juli 1832 (Publikations-Patent vom 25. September 1832, Geseh- Samm1.S,218) enthaltenen Verabredungen.

Dagegen ist die fortdauernde Gültigkeit des Bundes- be1chlUffeS vom 2-“1. Januar 1854 (Publikations-Patent vom 10. Juni 1854, (HeseH-Sammlung Seite 359 nebst dem Nach- frage vom 11.20. Oktober 1854 (GeseH-Sammlung Seite 555) in Be reff der Auslieferung von Personen, welche fich gemeinxr Verbrechen oder Vßrgehen sch111dig gemacht haben, Oeßerre1ch gegenüber außer Zweifel, und eben so befindet sich dtx auf d1e Au-Zlieferung der Deserteure bezügliche Karte1ko11ven_tion vom 10. Februar 1831 (PublikUions-Patent vom 12. Marz 1831), welche durch Artikel 13 des Prager Friedens ausdrüchich w1eder in Kraft geseßt worch ist, in anerkannter Wirksamkett.

_ Ter Konsul des Deutschen Reichs in Haoqna, Feigel, ist am 1. Februar dort eingetroffen und hat d1e Konsulats- gejchäfte übeonmmen.

_ Ter hießge Königlich niederländische Gesandte von

Rochus 1' 811 hat sich in Privatangelegmheiten auf einige Tage

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nach dem Haag begeben, Während seiner Abwesenheit fungiré der Legations-Sekretär von Teta als intermißisher Geschäfts- träger.

Bayern. München, 25. Februar. (Allg. Ztg.) Die heutige, gleickzfasls im Saale Karls des Großen in der König- lichen Restdenz abgehaltene Hoftafel beßand aus 48 Gedecken. Unter den von Sr. Majestät dem König geladenen Gästen be- fanden ßch, außer Ihrer Majestät der Königin-Mutter nebst Gefolge, General v. d. Tann, die ReichSräcke v. Frankenstein, Graf Lerchenfeld, Graf Bothmer, Freiherr v. Truchseß, die hier befindlichen aktiven General-Lieutenants und Ceneral-Majors, der Commandeur des Sr. Majeßät dem König verliehenen 8. preußischen HusarewRegiments, v. Niesewand, die Stabs- offiziere der Hatschiergarde und endlich 'mehrere Kammerherren und RegimentScommandeurs.

_ In der heutigen Sißung der Kammer der Abgeord- neten wurde die InterpeUation des Abg. Freytag, den Ueber- gang der Eisenbahnen an das Reich betreffend, d11rch den StaaW-Minißex v. Pfreßschner, nach der „Allg. Ztg.“ in

folgender Weise beantwortet:

„Indem ich die Ehre habe, die in der Sißuug vom 23. d. ver- lesene Interpellation des_ Hrn. Abg. Freytag, betreffend das Projekt ker Erwerbung rer deutxchen E1scnbahnen durch das Reich, zu beant- worten, gestatte ich mir vorauszuschicken, daß man es wohl nicht als die Aufgabe dieser Interpellatiousbeautwortung wird betrachten Wollen, in die Erörterung dsr von dem Herrn Iuterpellanten vorangeftekl- ten und keineöwzgs einredefreien „Bemerkungen über die den Bundesstaaten durch das Re1ch_ entzogenen oder aus den Händen entwundencn Rechte htxr naher eimugeheu. Jcb erachte es vielmehr für geboten, daß die gegenwärtige Erwide- rung sich aukscbließend an die Sache selbst halte, und_ ich erlaube mir 111 dieser Beziehung Folgendes zu benxerkeu: Die Köu1gliche quéerung hat, seitdem das sogenannte Reich8e11enbahn-Projekt in der Oeffent- lichkeit beworzutreten begann, überzsut von der h_oben Bedeuxuug und Tragwsite dcs Gegenstand-xs, demßelbcn ihre 1191111: Aufazerbanz- keitzugejvmdet. Bei den unklaren und wechselnden Umrtffea m Welchen drr Plan auftrat, mußte vor allem Werth darauf gelegt Wer- den, soWeit möglich- Füblung mit der leitenden Stelle in Berlin zu gewinnen. Die Königliche Regierung hat daher schon vor längerer Zeit. unter Betonung des Reservatftandpunktes, Welcher die bayerischen Eisenbahnen unter allen Umständen davor sichert in die Kombination einbezogen zu Werden, fich 11111 einer Anfrage nach Berléu geWeuket und die Erlangung gxundhalttger Auf- schlüsse über die Absichten der Reich8gcwalt als wunschensweztb bc- eichne1. Aus den Mittheilungen, welche in Erchrung dieser An- rage von Berlin eing_etroffen find, 111113 in_ Welchen das bayerische Eisenbahurciervat in 1ciner Bedeutung fur dze vorltegende Frage auß- drücklich und bxreitwillig anerkcmnt worden 1ft, geht hervor, daß dre Sache zur Zeit sich noch in einem nach keinkr Seite, abgeschlossenen Stadium befindct. Es hat der Umstatxd, daß die Kömchh p1eußische Regierung, veranlaßt 1111111 mehrfache aus dem auIaxlxehu- ten Bestande von Privatbahnen . hervorgegangene Uebe11ta11de, fich schon seit Zeraumer Zett mit der Frage _ e_1ner etwaigen Erwkrbung der preuß11cheu , Pcivatbabuen_ be1chafttgte, in der weüe1en Prüfung der Angelegenhett zu _der Erwagung _Veran- laffun gegeben, ob es „11511 nicht empfehleri wurdx, die Durch 1hr1_1ng einer ?olcben Maßnahme für das ZMF Re1ch§geb1e1_ unb zu ,un11en des Reicbs in Aukfirbt zu nehmen. elcher Weg fur dxe Reahjirun der Sache sicb weiterbirx in den Vordergrund steüen Lptrd, laßt'ficß augenblicklich nicht Über1ehen. Bewcnket es bet dem Gedanketxxtner Ernoerbun der preußische'n Privatbahnen d'urcb den pru1ß1schen Staat, Fo Landclt es 1111) um eine tnterrze Angelegenheit Preußens, auf Entscheidung eine Einxiaßnahme ntcht in Anspruch genommen werdcn kann._ Wuxde dagegen in engerem rde'r Weiterem Rahmen em _Etscxbahnxrwerb durch das Re1'cb zur Anregung gebracht werden, 19 wurde dte_ Zu- stimmung der nach der Reichsverfassung hierzu berufenenFaktorxn crforderlich sein. Für den Standpunkt der Königltcheu R€g1erung. 111 der Sache ist zunäckyft das Rescrvatrecbt maßgebend, welches1e*e unmét'relbare Berührung der baysrifchen 2391111211 durcb das 191111211211.“ Projekt von vsrnherein au§1ch11eßt. Daher 11611 fich isdock; Dte Kom - liche Rxgieruug mit Rücksicht auf die Ste_Uung. wel e Bayxrn als 231111szle und abgesehen vom 3121ervatstandpuykt einmmmt, die wkirgreifenden Bedenken nicht vezhsblea 1911- KM, we1che das Prrjskt, in so 111211 b:“! _detrxselbcn ein Eisenbahnerwkrb durch das Reich in Fra_ge ckth, fur dz: Ge- satnmtbeit Dsr verbündeten Staaten haben mußte._ «€ hat nch dxr Besorgnéh nicbt xu erwehren vermocht, daß aus dtcsem Wege d1e 9115311611211 geschaffen wsrden köunte zu einér f_1'1_b1bar€n Vcraudsrung 1811211111911 Grundl-xgxu, auf we1ch€11 dn? qegcufc111ge S11111111g'1er Ge- sammtheiT des Reich und feiner G1'11der_b'ex1-11)1. Vo'n d1eser 911- gemkinen Erwägung aushchxnd, hat 1711? KOULZLTTHL Regrrryng Yacht unterlassen, 111 der bundcsfreundlicben Form, welche,d1e [Mda- seitigen guten Bexiehungen ermöglichen und yorzs1ck1xe_n, 'auf aesandtschaftliäxem Wege ihre ernsten cheu'keu 111 gu§111brl1ch7er Darlegung zum Aufdruck 3,11 bringén und huxmt dxnxcmgcn 'Weq'zu bstreten, der fich als der 11ächft1119€gde darzub1eteu_1ch11'n. Em Exn- gshen in die Details der Frage 1ft 111 der geseUWarUgen _unsnthckel- teu Phase derselben Uich1 :bu1111ch. Ick glaubeaber, es'111r11111_1cho_n die vorge1raanen Bemerkpngen JTUUZLU, _um 1161ch1Uwc11on_ daß d_1e Annahme der JutetpeUation, als habe „dre Kon1gl1che RLJLLMUZ 111 dieser hocbwécbtigen Sache noch gar 111691 StelLu112_geno_11_11nen 1111) als bedürfe sie xiner AufmaHUUng sur 1bre 111111ch111191ß1§12 Tha- 1igksit in derselben, eine durchaus grundlqse 1st. Dzs Kon1gl1che Re- gierung erkennt ihre Aufgabe für_ d1eBWettere _Entw1cklung der Sache als eine drpvekte. Sie wérd fur die bayerzfchen Bahnen de'n Re- servufftandpuukk wahren und denkt mcbt an ezne Abtretung ders91ben an das Reéck). Sie wird auch der_ Csntranfirupg au'ßerbaverxxcher Bahnen in der Hand des Reichs (111111211 durch d1e Retchsverfanung zu Gebore stehenden Wegen entgegenwnkeu.“ . .

_ 26. Februar. (W. T. B.) In der geftngßn Srßung des Fin anzanssch usses wurde Yurch den S11chen11cheid d'es'Vor- ßßenden Freytag der Antrag derReg1erung,bejr_effetzd dte Bewrütggng einer Theuerungszulage von 210 «sé: fur ]eden pragmattsch angestekiten Staatsbeamten,abgelehn1. Dagegen warde der Um- rechnung des Gehaltguldens in 180 „„Z und der dadurch_be- dingten Erhöhung des Gehalts um 5 Prozent der, prag1nat1sche Charakter verliehen. _ Der Abg. Fergel hat emen Geseh- entwurf, einige Abänderungen der Prozeßordnung m bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten betreffend, eingebracht.

Baden. Karlsruhe, 24. Februar. Auf der Tachord? nung der heutigen Sißung der 3111 eiten Kamm er standen zwet Gegenstände, welche: zu einer lebhaxterm D1skusfion Anlaß gaben: die Interpellation der Klerikalen in Betreff der Balger Nn- gelegenheit (Verleihung einer Pfründe durch den Staat an den Prießer Glattfelder, der um Dinens von dem S'taatyexamen nachgesucht und ihn erhalten und der von der Kune, mcht. an- erkannt wird) und bezüglich eines Erlasses des Juß1z-Mm1fters gegen die Agitation der sogenannten niederen Dtener. Leßtere hatten für eine Petition an den Landtag _1zm' Befferßellung ein Centralcomité mit BezirkScomitÉs kon]trtu1r_t_ und die Agitation auch nach der Uebergabe der Petttmqen und nach der Vorlage eines Gesehentwurfs _von Seiten der Regierung, welcher die wesentlichften Wunsche der B9- 1reffe11den berückfichtigt, fortgeseßt. Gegen btxse Forxn der Ag1- tatbn richte1e K:!) der Erlaß des Iusttz-Mimßers, 111 welchem

deren

ein Theil der Presse eine Beschränkung des Petiiionsrxchts sehen wollte. In der heutigen Sißung kam nun 2111 Schreiben

des Präßdenten des Iußiz-Minifieriums, o, Freydorf zur Vexlesung, in welchem derselbe cs ablehnte, dic Interpellatwn, so w1e fie gefteUt sei, heute zu beantworten, da der be_treff'ende Erlaß nur durch Verlesung des Amwgeheim- nisse? m dte Presse gekommen sei, weshalb sich die Sache nicht zu emer Beantwortung, sondern zu einer DiSziplinaruntersuckzung eigne, 11111 „so mehr, als im Laufe der Sesfion fich wohl Ge- [egenhert bteten werde,. auf den Gegenstand der Interpellation zurückzukommen. Schließlich Wurde der Gegenftand fallen gelassen und zur TageSordnung (Rechnungsnachmeisungen) übergegan- gen. _ Pqch Erledigung der [chicken beantwortete dor StaatI-thster ])1'. 30111) die InterpeUation wegen Balg. Dte Einweisung des Priesters Glattfelder erfolgte in Folge, des Großherzoglichen Präsentationsrechts und die von der Kurts gegen ]ene 1eltend gemachten Gründe seien durchaus nicbt ßtchhalttg, so daZ kein Grund vorhanden sei, ihn nicht auf seinsr _Stelle zu halten. Die Schulkinder hätten den Religions- un1e1r1cht Glatifelders zu besuchen einfc1ch kraft des Schulge- sxxes,_ nach welchem dieser Unte1*richtobligatorisch ift. 2111 die Uuécmanderseßung deSStaats=Mi11isters sch1oß fick; eine bewegte Diskussion, an welcher von Sciten dcr Kkerikalen die Abgg. Förderer, Lßnder, Marbe, von Seiten der liberalen Mehrheit namentlich die Abgg. Kiefer und Lameh theilnahmen,

Oeßerreich-Ungarn. Wien, 26. Februar. Für die Kaiserin, welche am 2. März nach England reisen wird, wurde die BefiYung Easton-Neston in Nortlyamptonshire ge- ietbkt.

“_- Das Reictheseßblatt publizirt das Gesetz vom 21, Februar 1). I. bctreffend die Abwickelung der Geschäfte der :aatsoorschußkaffen.

_ Das Abgeordnetenhaus nahm heut in dritter Lesmig das Gesch, 1e1reffs der abänderndcn Bksti111mungen be- züglich der Stempel- und unmittelbaren Gcbührcn an und be- 11111113 einc Resolution, in wx1ch2r die Regierung aufgefordert .ixd, bezüglich der Vorkehrungen zur Hintanhalmng anstecken- chhierkrankheiten drei neue Gesehentwürfo vorzulegen. Die Gescye, betreffend die Eisenbahn Falkenau-Grasüß und die :, 11011 der Lundenburg=Grußbacher Bahn mit der Nordbahn urden in dritter Lesung angenommen. Hierauf begann die chatte übkr den Haridelsvortrag mit Rumänien, die in einer bendfißung fortgeseßt wurde. In derselben trat der andels-Minifter mit Entschiedenheit für den Majoritäté- .irag auf Genehmigung des Handelsvertrags ein, indem * bcsonders die in der Zollbehandkung erreichte Bestimmt- 11": 11111) die Beseitigung der bisherigen Belästigungen

Grenzverkehr hcrvorhob 1111d darauf hinwies, daß die „höhten Zollsähe immer noch niedriger seien, a1s die 11111 1111- 11111 Ländern bestehxnden. Ukbrigens müsse die Regierung eine 1121113111113 dcr Angelezenheit als gleichbedewtcnd mit c-111cr Ver- .1111111g der RegierungSeragc ansehen. Nack) dem [1161an 511191211 Sch1uffe der Debatte wurden die General-Redner für €: auf nächsten Montag anberaumte Sch1ußbera1h1mg gewählt.

_ Unter der Ueberschrift „Ledsckwwskk und die 51301711“ 1111131 die „Deutsche Ztg.“ U. 21.: „Von Jahr zu 31111“ -11de es deutlicher, daß die anscheinend unvertilgbarc nationa1e 1117111115 des polnischen Geistes fich 11111 der ultramontanen ver- 111013 und daß leßtere allmähüch die Oberhand über die natio- 111 gewann. Die für Lobockzowski vorbereiteten Huldighnxen ,eisen erends, daß die polnische Richtung ganz abgetödtet 7.1 nur noch die klerikale lebendig ist. Die polnische Seelen- “;Yath ist nicht mehr ein Königreich Polen, sondern nnr 11911) 1Vatika11. Die wenigen Na1ional-Volc11, der Schwanz dxr 11121é111101vski:Par1ei, sind eine AUsUahme unter ihren T.;MMLSgMOffM. Der ehemalige Erzbischof von Posen hat 1 ein Idol gekannt: die Kirche; die polnische Nationalixär ist 11 RW 11111 Mittel zum Zwocke gewesen. Er ist mit der Bér- 11 Regisrung gegen die 2301211 gegangen, 113211 29 dem unfehl-

111 PapsteVortheik verspmck), 1111d er ist spätkr gegen die Re- 11111111, wenn auch 11ich1 mit den Polen gegangen, einzig, weil er bie detberréckzast der Kirche Über Polen wie Über Deutsche durch- 11 _wollte. Er hat eine Gefängniszstrafc verbüßt, nicht 11111 ?cs 1111111Zm11s, nur um des UltramontaniSMUS 1111111311. Wenn -x:de111 die Polen fick; mit k1bcrschwä11glichen Huldigungen (111

JSÖÜNZÉ haben, so bezeugen fie damit vor aller Welt, MM “151 11119 Lcdochowski dsr Iesuitismus das„Oberfte ist und das

WWW!) Polen erst in zkveiter Reihe kommt.

xFU]: Uns Oestcrreicher liegt in diésér Demonstration nichts

skk-r'asthendes _ haben wir doch so lange die Polen bei dsr

1115111611 Thäxigkeit beobachten 1131111111 und s1nd fie dock) be-

'-t gewesen, 11119 alle Schwärmerei gründlich auszutreibcn. DYU1sch1and ist man 1ä11gst zu gleicher Uebsrzeugnng gelangt

3_ M Frankreich ßndet die Sehnsucht nach Revanche ihren

3711_é_71_schwankenden Halt in Phantastereien von einem 111111111):

7510111111811 Bündnisse, dem 111111111111) 11118 Poken-Shmpathicn

Uscrt werden. Aber in England ist die Schwärmerei für

Polen nicht vöUig erloschen; mm Lthers offen ihre

*Mxontane Blöße 6111111101211, wird auck) in dem pro-

WÉÄÄLU Inselreiche das chte Fünkchen dcr ohnedies

?""11.ck)€n Zuneigung erkalten. Tie 51301811 haben fich sslbft

111, 111111111 fie gerade die freifinnigen Volkékreise in ihren hci-

ZZ! U_eberzeugungen und Interessen verleßten, welche Kreise

aangnen s1ch an den Wahn geklammert haben, daß eine

derherstcüung des Königreichs Polen möglich und dem

“7111116, namentlich der Freiheit dienlich wäre. Dér Wahn

'" ULM; die Posen haben keine Stöße Mehr als den Va-

*1- ,der ste als Mittel zn seinen Zwecken, als KanoneUfutter

KW]? mißbraucht.

Berlin, den 28. Februar 1876.

Weltausstellung in Philadelphicr1876.

“M. deutschen traUSUtlantischen Dampfsthiffahrtsgesellschasten [:"-„1111? deU1sche Aussteller auf der Weltausfteüung 111 Phila- ,ta den Gehülfen und Arbeitern folgende Paffage-Ermäßi- «M bewilligt: Norddeutscher Lloyd 111 Bremen: on Bremen nach Baltimore und zurück: Kajüte- 500 „M Zwischendeck 200 «16 Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Aktiengesellschaft: Von Hamburg nach New-York, bezw. soweit direkte Dampfer geben, nach Philadelphia: ]. Kajüte. 2. Kajüte. 371 «M 225 «16 687 „W 414 «W

Zwischendeck. 90 „16 175 „16

13 Hkaahrt . . . Wm- und Rückfahrt

] 1

Geheimen Raths :

1 [ 1 1 „1

Imdem fie fich ernqu in den Dienß der Kirche stellten, machten sie fich unfähig, Mittel und Zweck politischer Pläne zu werden. Die Thorheit, daß- Oeßerreich Krieg führen könnte, um seine räumlich größte Provinz, Galizien, loszuwerden, hat in manchen Köpfen gespukt. Obwohl im Jahre 1866 die polnische Opferwiuigkeit 11111" in Worten bestand und in der Praxis nur eit) winziges Häuflein Freiwilliger aufbrachte, haben doch öster- rexchische StaatHniänner dem Jrrthum gehuldigt, fie könnten das polnische Nationalgefühl als scharfe Waffe in das Herz Ruß- lands oder Deutschlands floßkn. Nun, heute beßeht die Allianz der drei Kaiserrexche, und was ein Mittel der auswärtigen Po- litik sein sollte, die privilegirte Stellung Galiziens, ist ein be- denkliches Hinderniß, ein Anlaß ungerechtfertigten Mißtrauens in die Aufrichtigkeit des österreichischen Kabinets geworden. Héutc bestehen nicht nur keine Scheingrü11de für die polnischen Privilegien, sondern ernste, greifbare Gründe widrr disselben. Es ist Pflicht der österreichischen Staatslrnkcr, eine Anomalie zu beseitigen, welche „1115 falschen Voraasseßungkn der Minister des Auswärtigen _ Rcchberg's, Mensdorff's, Beust's und

' Andraffh's _ hervorgegangen ist. Die polnischen Oesterreicher

sollxn tzicht das geringste jener Rechte entbehren, deren 11112 Ozejterreicher durch die Verfaffung theilhaftt'g find, aber auch kxmer der Pflichtm enthobcn sein, die jeder Oesterreicher dem Vaterlandc schUldct.“

_ D?!" Kardinal Graf Ledochowski, der in Folge umf- licher Aufforderung seine Wei1crreise nach Galizien aufgegeben hat, ist am 21. d. M hier eingetroffen. Obglkich Seitens einiger Klerikalen für einen feierlichén Empfang agitirt worden war, so hatten fich bei der Ankunft doch nur wenige Personen auf dem Bahnhofs eingefunden. Wader der Nuntius, noch der

Erzbischof von Wikn, nock) auch die hiefige Geistlichkeit waren anwesend. Seitens der poinischen Fraktion des Abgeordneten- hauses erschécnen 111117 die beiden geistlichen Mitglieder. Der Einladung des Jesuiten-Ordens=Provinzials folgend, ist der „Kar- dinal im Issuikenkonventshause abgesticgen und hat bis jth, mit AUHUahme des Nuntius, der 0,11 und [ange bei ihm vor- weilt, wenige Besuche empf11ngen.

Pest, 25. Februar. Jm Abgeordnetenhause wünschte der Prästdent thczr) wegen Abwesenheit Simonhi's die Be: antwortung der Jnterpéllation deffelbcn über das ZoUbündniß vertagt zu sehen, indessen vcrbmgtc das Haus die soforiige Bc: - antwortung. Ter Minister:Präfide11t Ti§za antwortete: Simonhi verlange sine Aushärung und doch verurthcile er die Richtung der Minister, (115 rb fie ihm bekannt wäre, Simonyi verlange das Maximnm dér ungarisckxkn Fordsruugcnzn kennen, das habe 16111911 Sinn, denn der Kompariöcent achte nicht darauf und die Bevölkcrung sei et111511sch1, 111211111111?» angekündigte Maximum 1111111 crreicht werde. Simonhi frage, ob aus der Lösung drr Zonrage eine so große Ei111111hme LUVCU'tkt Werde, daß das De- fizit g:dcch1is1. Wer solche?- vcrsprech9, würde wisscntlich täu- sch811. Uebrigems werde das Haus bald 211125 wiffen und dann nach Uebcrzeugung urtheilcn können.

Niederlande. Haag, 26. Februar. (W. T. B.) Nach einem 1)in eingegangenen T1*[egra111111 aus A1chin 1111111 21. d, M. haben die mederländischen Truppsn den Dißrikt Moekim 131111 Neuem angegriffen. Der Nadja Pedir hat stine Unterwerfung angeboten. Der (HesnndheitSzUstand der niederlä11dischen Truppen ist sehr be-friedigebd.

Spanien. Madrid, 26. Fsbruar. ciner Depeschs dss Generals Lorna [)uben die Carlisten, die vor ihm die Waffen streckten, a11c3gesag1, das; Don Carlos in OWM? dis 19131211 18 ihm Zcblfechn Ba111111011e sclbst 3111: Nic- derlsZUng dcr WQffLU angxkordert habe.

_ 27. Februar. (W. T. B,) Die Dsputirtenkammér hat 11:1] “111111111111 konstituirt, Posada Herrera wurde zum Präfi- dentcn gewählt. Im Laufe der Sihung protestirte Castelax ge: gen dis Verc-idigrmg der Depakirten, da ÖZLsSiÖSU schon durch Annahme dss Mandats fick) für die Regicrung ausgesprokhyn hätten. Mi11ister-Präfidcnt Canova?) del Cas1iUo wies den Pro- test indes; als i11kpp0111111 zurück und bis 1'1b1'ige11Dep111icte11 1211111111611 dcr E111111111g dss Ministkr-PräfidcnKn 11111 d?mRUfe: „Es lebe der König!“ zu. _ Das amtliche Blatt 1115-1det, daßdfich die Nrmesabjheileen dsr Generale Martinez Campos und Primo di Ribeira vereinigt habsn und auf Velate riicksn, um den Rest der Earlisten nach Frankreich zu drängen.

_ Ein weiteres Telegramm des „W. T. B.“ vom 27. Abends 13811111111: Von dsr Arnxce wird gcmeldxt, daß der 113111: jendent Don Carlos das spa111sche Gebiot 1211111111211 111111 1111) nach Frankreich geflüchtet hat. Von dort hat er eine 5131111111: mation erlaffen, in Welcher er seine Refignation aussprickzt. _ König Alfons ist 111 Beasain eingetroffen, wosclbst cr eine große Revue über Die ßegrsichen Truppen abhalten wird.

Schwkdcn und NorWegcn. Stockholm, 25. F.- bruar. Dem Gutachien bes GeseßauHschUffes gemäß 11111) 111 Uebcreinftimmung mit der Erften Kammer hat die Zweite Kammsr beschlossen, daß dem Anfrage des ReichstagSabgeoxd- neten Bergström _ in einem Schreiben an den König 11111 die Ergreifung von gesehléchen Maßnahmen zur Verhütung 11011 Unglücksfäüen zur See zu bitten _ keine Folge gégeben werde. Der fernere Antrag Bergströms, in einem Schreiben an den

(W. T. B.) Nack)

König um dée schleunigste Ausfertigung eines voUständiganandcls- gescßbuchs für Schweden z11e1s11chc11, wurde, entgegen dem Gutachten des GescHaU-Zsckzuffcs, nack) eini-ger Debatte 11111 86 gegen 53 Stimmen angenommen. 11011 Der Regierung vorgelegte und 111111 dsm Gesesaussckzuffe zm: Annahme empfohlene Gesehentwurf, betreffend das literarische

Zur Beseitigung der durch das Hochwasser hervorgeru- fenen Eisenbahnbetriebsstörungen ist auch das hier garnisonfrende Eisenbahn-Regiment gleich bei Beginn der Kalamitätthätig g;wesen. Das rapide chschmelzen der gewaltigenSchnecmassen auf einem Noch nicht frostfreien und deShalb nicht abso1ptions- fähigen Boden, hatte den für gewöhnlich ziemlich unscheinbaren Dahmefluß am 16. d. M. dermaßen angeschwellt, daß die Brücke, mit Welcher die Berlin-Dresdener Eisenbahn denselben zwischen den Stationen Drahnsdorf und Ukro=Luckau überschreitet, an beiden Häuptern hinterspült worden war.

Man hatte die Gefahr rechtzeitig erkannt und das Pasfiren der Züge inhibirt; aUein eine, zur näheren Rekognoszirung ent- sendete Lokomotive war zu weit vorgegangen, und über den nachgebendcn Damm in den Dahmefluß hinabgefiürzt.

Durch die Gewalt des Sturzes waren die eisernen Träger, wie die masßven beiden Häupter der Brücke umgeriffen worden, sodaß zur Wiederhersteüung der Schienenverbindung kein anderes Mittel als der Bau einer Nothbrücke Übrig blieb.

Das Ansuchen, eine solche so rasch als möglich herzustellen,

Schließlich wurde der“

Eigenthuerecht, ohn.- T-xbgtte gemmhigt. Tée Elfie Kammer hat in Betxeff der beiden leßten Vorlagen übereinstémmend mit der Zweiten Kammer beschloffen. _ Ein U3bungs- geschwader, bkftehend aus der Korvette ,Thor“, als Jlaggensehiff, und zehn Tampf-Kanonenbooten, 1011 2111- fang Juni 311 einer längeren Uebungstonr in der Oßske von Carlskrona (111511111an. 311111 Chef derselben ist Commandeur Graf Cronßedt ernannt worden. _ Auf B(fkhl de;€ KöniZs werden die Vérmeiiungsfahrzque „Gustaf af 3111111“, ,„F11ker1“, „Lgrken“ und „Tärnen“, das Mörserschiff „EolU-z“ 1:11?) sechs f(cmerß Fahrzkngß klar 9811111131, um am 1. Mai mi: 11on AUSr111tUng 311 einer 111191171111 711n7m9na111chen SLLUONRLffUUgS- expedmon aUssauken zu kö1111e11.

_D1e Nr. 29 dsZ,A11115b1.111-5 der Dkutichsn „NeiÖs- YOJY- "ankT:!egrapben-Verwaltung“ 1111 frlgenkén Juth: L*erxag11111er1: _rrm 10 F.".“ruxr 18715: Gknsralrsxiüansn 11:1 1511111111178 K1110111ch2 chwPosxrik-IkxirnIn, b-cter-JNÖ Stakr-Tslc- 131111111118, O_om 21. FéblUIk 18713: r*"trkrbindbng 111111511211 Brernkn 111117 BTQÜUJU, rym 22, Fsbruar 1871)“: Pbstbskris'x "11115 D*."U ("Mim- babnstreckcn_Dirz-sznstärton, HSM: am Main-chen. 131111111113 a. 1“. Lakn-oxdmnar, 8111111111 11.15, Jabn-Nisdersélrxrs. Bs1'11111111ng: 119111 21. Fckrhar 18711": [1111111111111 rrn 0712111111»:er 1:5 in 5111-3- kat'rrxn bsrgcytcllten Tarös 1111“ ,",(1:ÖZ;1111chck BriekichMzrn 11:1 Pxi- baWerann,

Reichstags=Angelegenheitcn. Im 9. Hannovsrschen Wahlbezirk (1311111111) 171 an “311111 183 Uc111r1bc11ch11 Rsichs1agckch1ngordnstch 111, 111311, *.*111511Zx Y_mnkZ *rsr Obsr-ApkaRatb a. D. von Lentbo in “351111131115 7703 S11x13111€11 311111 “.““.U11,;11*:Dck dss 3161119511193 1161113111: 27125151 Ds: EchenkaitdWat Kronanwal: Fromm? in Hamän 6112111: 6321 (5511111111611.

Landtags = Angelegenheiten. Di; Ms1gliedex d:“: frcikqnskrvatiren Fraktion b1bsn ccrn FrettaZ 3111111111125 dcm (HMM Otto 311 S1r1bs1'g-Wcr- 111gcrode €111 Lllqcbikksdinsr rexaus1a11sf.

Statifttxche Nachrichten.

Dic" BeriiKarumg dos Hérwgtbums Lanembnrg (“117265 71:11 am 1. T:;cmker 18751111.“ 24,268 männl. und 23,812 1118111, JU- sa111111e11 43,070 (1111 Zählrrt 1111311116111? Einwrhncr, 465 1211111111. und 273 wsib[., 111s11111111c1173-5 an S.WÖLTM Ort:*n 1110111151116 E1111yrlx11chr 1111.11 321 111.111111. UNd 14411*:ib[., 31xsam1ncn 4159 aUF111C1115 abwe- sende 5,1111?17111111111§111111111€kcu Téa Zahl der Wohnkäuicr bstrxg 6348, 11511 11911711 69 unbcwrbnt 111711611, die Zahl dsr H.!11151m111111192n bc1icf 11111 11111“ 10,834, (“1111111187111111 1.29 3111111111511. *

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Getverbe und Handel.

Die, Mmklcnbnrgiscbe LSV?UÖVLX11ch€ZU11§Z* und Spar-Bauk 11,11 1111 abgclayfsncn Jahre e'sxcn 115181111117“; von 91,1;(12-11 6131811, 1111.93 111611133111 1811 Aktionären 11111311 11-11 511153111115-“11 Zx1111'11 1'1'1r 1.121 J.:[zr 1875 21113 Dirikcnde rrn 1'.) :16. fü“ 111: 2111191111011 20"; Thlrn. COur. 311111111. DW 1145 1316 (1131.11 10 J117r3 110111111111, 1'1-1111)1'1;11i€b disprnirte DWLUUDL bofrZ-Ü d11rchich1111111€ch (11111 31:11!) 1111 5111311112. Der (51-31-1111111111111i„113Oxr Buuk" 1111 v21f1rss-J11:.*11 “Jahre 111117811 11:1) «1111 102016562 ((z., “21:11 SCHUNK“ DCS anros 1875 19113511 11: KJfIMkUTCU (ZZZW!111-F-Käpi= 11111611 1er.B.11112,21§13,197 116. cker 152,441-«1111171. «115 1111111111 1874. T1: 1'1'8z1111111 VTCsrrrs- nnd Prämjonfrndz DEZ strwrsribbc- 1111111ngs1111111es 8116111511 111: ()).-1111111111161)? 11011 1,523258 416. 0er 11170 dcr Vs111111er11xg51'11111111e von 10,9113,600 „16.

Wisn, 26.F61*111.1r. (W T. B.) Wik 11?„Prss€c“ 11161121, Über- 111111111111391011111111711 112 Grußbachsr E1121111a!;111111d 1111111 113: (1111611111111: 11131 23121113 nachSayb11sch 11111111111511151373 1:1:3 1115 W 11117le der Fufirn 11111 der Mährifcbcn G1*LFTZÖ111*Z1. DLZ 5211br€ch1§babn 17111111161201611, die D1ri€sterbab11 311 111111811211 BEÖÜUJLWZSU 311 11111111111111811, wxlche der Lcmberg-Czer1r1vi1391 (ck“*an- bahn zquarHt waren. *

_ (W. T. B.) DTC „Préffe“ 1r111 17911 Ungünstfgkn Böc- sorge:1"1ch1sn über die Dur-Bodet1bach1r 23111111 «nfgxherz 1111) theilt 11111, das; dsr B€r1v111unZSrath dsr Bahn 121111151 111“, 2111 Arxnrgsnwnt 11132111 111: 111711161111111'11 SS'UWM 11.77111- 111111611'11; 111113111115111111) ständxn 121112 „(3119111115111 [“DVR'. ZDH 531111311112: dcs V31'w311u1196111hs seikn 11711) 8111131131711 11612111, während héxr mit der chééx'unz 111131111 dsr Fordxrmkg (“1- Stakxtsbchnßkass? 11511 1,200,0-L11) 7.1. 112111171DI11 1111-1132. _ Die? „91711: fkkiL PNffe' Mélökt dem 911111111107, ks 11111: gcstkrn wxgen dsr Dux-Bodsnbacber Bahn 2111? Sitzung dcs Handsls-PZinistorÜUu„ck 11111112111111611 111111 es 1111? 1191116 die Srqusstratwn ÜÖCY dé? Balm 1111121111111 1115111111. _ Dx'e DixektrrM Dor Warns- dorfer Eskomptebanf, Skikél Und Ltsbisch, smd 111117111131 Werden.

_ 28. FZbruxr. (W. T. B.) Die Vs:!)xnxlnngcn 11:2,1511 Tre11111111g dss Südbabnneßcs sind dyr ,MONMZIWVUL' 311- folgs 1111111119111: in aÜrn Punktkn beendet. Die 1111 111111111): Regis: rung hat hisrbei 1'11 [*VÜLk 1lcbcrxin111n1mung mitdsröst-Jrrci1111 schon 961711111111 und wnrde“ ein gemeinsamcs Ubsrcinkrmmen111.11rdieTrcn- 1111179 111111 italienischsn Linie'n Mischen (“111 bcidm Lmch- Ministericn einxrs111s und der Südbahn andorkrsséts 1111101111111. D;"? Ba'scler Kouvkntion [1:11 knrcb ein nacbträglirh in 261811 5111111, fcm-“s UeréinkOMMM eine 1111111115112 91101117111111011 111111811. Die 1111- Urschrift dks ertragcz 311311111811 Ocs1errcich-U11,«1a1:1 1111) Jmlicn e1folg1 nach AUKÜLNUQ dks Basslsr Vcrtragcs d11rch die Gcnsml- versammlumx.

gélangte am 17. d. M. Mittags an das EiscnbahnMegiment, und wurde demft'1ben wenige Stunden später durch Absendung einks Extrazugcs entsprochen, welcher nicht nur die erforderlichen Mannsckmstcn, sondern auch alle für die Arbeit zunächst 11011;- mendigen Geräthe und Materialien zur Unglücksstclle führte.

Die Arbeit wurde 111 ka11em regnerischen Wetter, Abends 10 Uhr, bei Fackellicht begonnen, und unter entsprechender Ab- lösung der Mannschaft ununterbrockzen bis znr VoUendnmg des Werkes am 21. Mittags fortgeseßt,

Innerhalb dieser 31 Tage war von ca.ei11crk)a1ben Com- pagnie eine 12 Meter lange, auf 4 Pfahljochen ruhende Brück'e mit doppelten, noch durch Sattelhölzcr und Kopfbänder ver:- stärkte Brücke11b.1lken hergestellt, dcr verschließende Damm auf beiden Ufern r.tablirt und das Geleise «ßerdem 110111) 111 er- heblicher Ausdehnung verlegt worden.

Die Brücke wurde unmittelbar nach ihrer Vollendyng von einem Revisionsznge, bald darauf 111111) 11011 Personen: und schWeren Güterzügen pasfirt und zeigte eine tadellose Festigkeit.