schiffe „Strathclyde“ herbeigeführt wurde, steht noch nicht fuß. Während von der einen Seite gegen den Führer der „Franconia“ der Vorwurf schwerer Verschuldung bei und nach dem Zusammenstoß erho- ben worden ist, weisen die deutsche Mannschaft u_nd ihre Führer jede Schuld bei dem Steuern der „Frqncoma“ und bei Unterlaffung von Rettungsversuchen mit _Eni- schiedenheit ab. Unter diesen Umftänden wird voilßandt- gere Aufklärung und Jeßfteliung der Thatsachen abgewczrtet werden müssen. Wir zweifeln nick)t, daß dieselbe aus der dieser Tage beginnenden Untersuchung des britischen Handelöamts zu London, bei unparteiischer Würdigung des Thatbeßandes urid gerechter Ermittelung von Schuld und unverschuldetem Ungluck sick) ergeben wird.
Der Beistand der Reichsbehörden zu ihrer Vertretung vor den englischen Behörden ift von den Betheiligten nicht erbeten ivordcn, indeffen hat das AuSwärtigc Amt verfügt, daß ein Beamter des Kaiserlichen Generai-Konsulats _zu London den UniersuchungSverbandlungcn beiwohne. Seine Univeienhei: wird, gerade bei der vorhandenen Sachlage, für unsere LandSieute nicht ohne Nutzen sein, da er, wxnn nöthig, dieselben durch Kenntnis; der einschlagenden Verhali- nisse und sachgemäßes Urthril über Gang und Ergebmß der Verhandlungen unterftüßen kann, anßerdcm durch seine Berickzterstattung, zusammengehalten mit den Ver- handlungen vor dem kompetenten Gericht und mit dessen UrrheilsfäUung, auch für Deuschland eine fichere Grundlage zur Beurtheilung der verhängnißvolien Katastrophe wird gewonnen Werden.
_ Im Königreich der Niedcriande herrscht seit nahezu 40 IaYren die Lungenieuche unter dem Rindvieb und trotz einer guten und energischen Geseßgebung ist es bis jeßt mcht gelungen, die Seuche zu unterdrücken oder zu lokalifiren.
Tie amtlich veröffentlichten Ueberfichten liefern _den Nach- weis, daß auch gegenwärtig die viehreichen l)oiländi1chen Pry- vinzen Süd-Hoiland, Nord-Hoüand, Utrecht und Frielend in hohem Grade von dieser gefährlichen Seuche heimgesucht nnd.
Prrußen hat bisher aus den Niederlanden und zwar ganz vorzugsweise aus der Provinz Friesland und aus der upmittel: bar an leßtere grenzenden Provinz Groningen Riudvirh m nicht unerheblichen Mengen zu Zuchtzwecken und zu Zwecken der Mi1chwirthschasten bezogen, während eine Einfuhr von Schlacht- vieh in nennenswerthem Umfange nicht stattgefunden hat.
Durch die Einfrrhr hoiländischen Viehs ist die Lungenseuckze wiederholt nack) Preußen eingeschleppt, und die preußische Land- wirtbschaft hat dadurch sehr erhebliche Verluste erlitten.
Nachweislich hat die Lungenseuckze in Prenßen seit dem Jahre 1871 fietig zugenommen, und es find Ausbrüche der Seuche in soichen Laridrstheiien wiederholt vorgekommen, in welchen dieselbe früher völiig unbekannt war.
Diese fiir die inländische Viehzucht höchß bedenkliche That- sache mußte zu den sorgfältigfien Nachforschungen Ü-er die Gründe der wachsenden Seuchengefahr führen.
Wiffcnichaftlick) steht außer Ziveifel, daß die Lungenseuck)? fick; in Preußen nicht spontan entwickelt, sondern nur durch An-
steckung verbreitet. , Es ist “eine besonders gefährlickye Eigenthümiichkeit längere Zeit nach der
drr Lungenicucbe, daß sie Erkrankrmg vaig latent ist, daß das daran er- krankte Vieh aber schon in diesem ersten Stadium der Krank-
heit, in welchem keine äußeren Erscheinungen die Krankheit er- kennen lasen, Träger des Anfieckungsstoffesxift. Zo sehr nun diese (Zigrnihümiickzkeit der Seuche die Nach=
forsch1rngen iibrr eine stattgchabte Verschleppung und über dieursäch1ichen Beziehungen festgestellter Seuchenausbriiche er- schweren, io [Jaden dieseibeti dennoch ergeben, daß die in den [then Jahren vorgekommenen Arrsbrüche dcr Lungenseuckze in Preußen zu einem großen, wenn nicht ziim größten Theile auf den Im- port boliändiickzen Viehs zUrückgefÜhrt wcrden miiffen.
Bei dieser Sachiagr hat schon im Jahre 1874 das Landes- Orkonomie-Koiiegium durch Pienarbesckgluß an den Minister für die 1aNdrririhschaft1ichen Airgeiegenheiien das Ersuchen gerichtet, die Rindvieheinfrrhr aus dem Königreich der Niederlande zu vrrbisren.
Tcmnäckzst trat in Preaßen das Grieß vom 25. Juni 1875, betreffend die Abwehr Und UriterdrÜckUng von Viehieuchen, in Krait, weiches diéVeterinär-Polizei znrencrgisrben Unterdrückrrng der Lungciiiruckze verpilirbirt, die detung lungenierrcbekrariken RindviehÖ auordnci und den Brfixzern der griödteten Thiere eine Enrickzädigrrng gewährt. Diese Entschädigung muß nach Vor- schriir des Geirxrs von sämmtlichen Rindviehbesixern der ein- zelnen Provinzen angebracht werden.
Es lag cmi der Hand, das;, wenn man der Absicht des Ge- seßes gemäß dahin gelangen onte, diese gefähriiche Ssuchs in Prerrßen allmählich xu tiigen, man zunärbst dazu schreiten mnßte, die vornehmste LULU? der Seuckgenvrrbreiwng zu verstovien. Der Umßand ferner, daß für die .zU ieistrnde Entschädigung aiieRindvieh- beffßer durch das Geisrz in Mitleidenschaft gezogen find, mußte mit Nothwendigkrii dahin führen, daß es dem Einzelnrn nicht icrnsr geßattet blkiben konnte, der SeUche durch Einführung Holländischen Viebs unausgeseßi neue Nahrung zu gebsn.
Zn dieiem Sinne sprack; fick; auch dir im Januar d. I. vrriammeltr Plrnarversammlrrng der iechaischen TepUiation für das Vrrerinärwesen arrs. Diese Versammirrng, welche in ihrer Zusammenirrzrrng aus Veterinärs und hervorragenden [arrdwirih- ichairiichen Sachverständigen aus ailen Theilen des Landes zu einsr aiie betbeiiigten Jutersffen richtig würdigendsn Beurthei- lung der Sache vorzugsweise berufen schien, erklärte fick) in dem von ihr durch den Minister für die [andwirrhschairlichen Angelegrnbeiien geiorderten Gutachten mit Entschiedenheit für die unabwendlirhe Rothwendigkeit eines Einfuhrverbots für hoiiän- diiches Vieh.
TSL“ 5.1„1Liriiter für die [aridwirxhickyaitiirhen Angelegenheiten ha: mmmebr dieim Verbältniffm Rechnung getragen und ver- aniaßr, daß die Einfuhr von Rindvieh aus dem Königreich der Niederlande und dem gleichfalls voll- ständig verixurbten Königreich Belgien und aus dem Großherzogrbum Luxemburg durch entsprechende Verordnungen der betheiligien dieffeitigen Regierungen ver- boten ifi.
Tm ein;),egangenen Nachrichten zufolge ist das Verbot be- reits in Kraft Zerrexrn.
_ Ueber die politische Natur der sogenannten ioziaien Jragsn äußert tick) das Ober-Tribunal in Be- ziehung auf mehrere ZeitungSar-tikei in einem Erkenntniß vom 2. Februar d. I. folgendermaßen: „Ein politischer Gegsnßand ist derjenige, welcher den Staat und feine Einrichtungen betrifft. Auch die sozialen Fragen, wenn fie gleieh zunächst und an fich in der Ar: ibrer Besprechung UNd Erörterung nicht nothwendig
politische zu sein brauchen, nehmen diese.: Charakter sofori an, wenn sie mit dem Staate in praktische Beziehung treten, namentlich zu ihrer Lösung Mittel und Wege zur Geltung gebracht werden sollen, welche eine Aenderung der beftehenden Einrichtungen. des Staats und hierunter auch der gesunden Staatsgesetze zur Voraussetzung oder zur Wirkuyg hiben. Nach dieser Seite hin würde mithin nicht abzusehen sem, was daran gehindert hätte, die Erörterung der Nachtheile der Cigarrenfabrikation in den Strasanstalten, die Verarbeitung gifthaltiger Substanzen in den Privatwohnungen oder die in-dem leßten Artikel behandelte Nichtberechtigung eines Privateigen- thums des Einzelnen, mögen diese Gegenßände auch an fich ewe blicher oder sozialer Natur sein, von dem Augen- Zlicke an als das politische Gebiet beschreitend anzuerkennen, wo fie fich mit der Aenderung ftaatlicher Geseße oder formaler Staatscinrichtungen als Mittel zur Verwirklichung des als nüßlich oder nothwendig Erkannten befaßt.“
_ Eine Vürgs chaf t kann im Geltungsbereirhe des Allge- meinen Landrechts und des gemeinen Rechts rechthüliig auch für künftig erst entstehende konkret bestimmte oder bestimmtere Forderungen übernommen werden, und der zu diesem Zwecke auSgeßeÜte Bürgschaftsschein iß stempelpflichtig. (Erkenntniß drs Ober-Tribunals vom 26. Januar d. I.)
_Für die Turnlehrerinnen-Prüfung, welche in Ge- mäßbeii des Reglements vom 21. August 1). I. im nächsten Frühjahr hierselbst abzuhalten ist, hat der Minister der geist- lichen 2c. Angelegenheiten Termin auf Montag, den 29., und Dienftag, den 30. Mai d. I., feßgeseßt.
_ Der Königliche Gesandte, Geheime Legations-Rath von Wenße [, ist auf s einem neuen Posten in Hamburg eingetroffen und hat dem ersten Bürgermeister der freien und Hanseftadt, ])1'. Pe- terien, sein Beglaubigungsschreibcn übergeben.
_ Der General-Major von Neumann 11., Kommandant von Neisse, ist mit Urlaub von Neisse hier eingetroffen.
_ Der Provinzialausschuß der Provinz Preußen, welcher vom 21. bis 23. in Köningerg tagte, hat die Errichtung der Aemier eines Landesraibes (Landessyndikus) und eines Landesbaurathes beschlossen, sowie die Wahlen der Mit- glieder des Provinzialrathes und der Bezirksräthe für die Regierungsbezirke Königsberg, Gumbinnen und Marien- werder vollzogen. Für den Regierungsbezirk Danzig stehen die Wahlen noch aus.
LauenburgKni-“xaßeburg, 26. Februar. Der Finanz- Etat der ftändifcheitvFinanzverwaltung des Herzogthums Lauen- burg schließt mit 991,300 (kl: in Einnahmen und Ausgaben. Darunter ßnd 103,700 (il: enthalten, die zum Neubau von Chauffeen und Landstraßen verwendet und durch eine Arrieihe aufgebracht werden sollen.
Sachsen. Dresden, 28. Februar. In der heute Vor- mittag abgehaltenen Sißung der Ersten Kammer gelangte der Gessßentwurf zur Berathung, welcher die Forderungen aus denjenigen Darlehen, welche nach Höhe von zusammen 434,232 «sé. aus der auf Grund des Reichsgeseßes vom 22. Juni 1871 zu Beihülfen an Angehörige der Reserve und Landwehr in Sachsen bestimmten Summe von 753,030 („FCL an einzelne Angehörige der Reserve und Landwehr gewährt worden sind, auf die BezirkSverbände überträgt, Die Deputation beantragte die Ablehnung des Geseßeniwurfs gewissermaßen als ein Ver- trauensvotum für das MinYZrium, in dessen Händen fie die Verwaltung 'der Darlehen an * ferner belassen wiffen wolle, Und die Kammer schloß fick), obwohk Staats-Minißer v. Nostiß=Wail- wir; die Vortheile hervorhob, welche die Vrrwaltung dsr Dar- lehen durch die Organe der Selbstverwaltung namentlich im Interesse der GeschäftSerieichterung des Ministeriums mit fick) bringe, mit 24 gegen 18 Stimmen dem Deputationsantrage an. Hierauf hat die Kammrr die Berathuug des Berichtes ihrer erstrn Deputation über den Geseßemwurf, einige Abänderun- gen der gcseylichen Bestimmungen über die Verhältnisse der Civilftaatsdiener betreffend, bis zu §. 18 bereits cr- ledigi. Die [zerrte berathsnrn Paragrapiien smd theils unverändert, tbeiis mit Abänderungen, denen die Königliche Staatsregierung ihre Zustimmnng ertheilt hatte, von drr Kammrr angenommen worden.
Oldenburg. Die bereit:? erwähnte Aufiösung des Landtages hatte darin ihren Grund, das; dersclbe am 19. Febrrrar die RegierungSvorschläge wegen neuer Regulaiive be- züglich der Staatsdienergehalte vxrworfen hat. Es hatten zuvor Konisrenzverhandiungen zwischen den Mitgliedern der StaatSrrgierung und Abgeordneten stattgefunden. Hierbei hatte Erftere zwar in Betreff der einzelnen Gehaltssäße bestimmte Ermäßigungen nachgegeben,“ dagegen die Wiederherstellung ailer vom LandtaZe geßrichenen Stelien verlangt. IeneAbgeord- neten abcr erklärten, daß fie fich auf dieser Grundlage in weitere Vergirich§vrrhandlnngen nicht eirrlaffen könnten. Im Piennm fand darüber eine erregte Verhandlung statt, und es wurde mit 21 gegen 8 Stimmen beschloffen, dieser Abdruck; drr Verband- [ungen sei gerechtfertigt. Ein Anirag, dis Regierung um neue Vergleichsvorsckzläge zu ersuch€n, wurde mit 18 gegen 11 Stimmen abgelehnt. TieRegierung hat darauf am 24. den Landtag auf- gelöst.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 28. Februar. In der heutigen SiHung des Abgeordnetenhauses wurde die Ge- neraidebatie 11er den Handelsvertrag mit Rumänien beendet. Der Antrag der Minoritäi des Ausschusses auf Vertagung wurde in namentlicher Abstimmung mit 167 gegen 83 Stimmen abge- lehnt und der Antrag der Majorität auf Annahme des Ver- trages mit 145 gegen 73 Stimmen angenommen.
_ (W. T. 23.) Graf Ledocbrwski ist heute nach Rom abgereist.
Pest, 28. Februar. (W. T. B.) Der Kais er hat vor- läufig 15,000 Fl. für die durch die Ueberschwemmung heimgx sUchten Bewohner MW und der benachbartrn Ortschaften an- gewiesen. Die Kaiserin bat zu gleichem Zwecke 10,000 Fl. gespendet,
_ Ter AU6weis der Staatskassen ergiebt für das Jahr 1875 rror, der Besserung der Bilanz gegen das Jahr 1874 um 21300000 Ji. ein Gesammidefizit von Z4,900,000 Fl.
SchWeiz. Bern, 24. Februar. Von drn 28 Trak- tanden, welche der Bundesrath bis jeYt zur Vorlage in der am 6. März wieder zusammentretenden eidgenösfischen Vertre- tung genehmigt hat, find als die wichtigeren hervorzuheben das AbstimmungSgesetz, das Kultussteuergeseß, die Botschaft, betreffend Revision des Geseßes Über Darieihen aus eidgenössischen Fonds, das Gesey über die Arbeit in den
Fabriken und die Motion Stämpfli, betreffend den Modus der Berathung eidgenösfischer Gesetze _ welche Traktanden sämmt- lich bei dem Nationalrath anhängig find. Von den beim Stände- rath anhän igen sind die wichtigßen: das Jorstgeseß, das Posi- regalgeseh, ie Verschmelzung des Post: „nd Telegraphenwesens, die Reorganisation der Postverwaltung und die bundeSräthliche Botschaft iiber Verbesserung der Telegraphenlinien. Von den Traktanden, welche noch keinem der Räthe zugetheilt find, smd zu erwähnen: die Botschaft, betreffend das Begehren des Kantons St. Gallen um einen nachträglichen Bundesbeitrag von 870.000 Fr. für Vollendung der Rhein-KorrektionSarbeiten, der Auslieferungs- vertrag mit Luxemburg und die Botschaften, betreffend Besol- dung der Beamten des Militär=Teanements und Verabfolgung von Pferderationen in Friedenszeiten, und betreffend Einführung abgeänderter Exerzier-Reglemcnts der Infanterie. Eisenbahn- angelcgenhriicn liegen vicr vor, Rekurse drei und Petitionen ebenfalls drci. _ Zum altkatholischen Pfarrer in Olten, an die Stelle des nach Bern berufenen Pfarrers Herzog, ift Pfarrer Hasler von Erlangen gewählt worden.
Großbritannien und Irland. London, 26. Februar. Das Panzerschiff „Sultan“, welches der Herzog von Edin- burgh kommandiren wird, wurde gestern zu PortSmoutl) auf zwei Jahre wieder in Dienst gefiellt. _ Der langjährige Hof- Ceremonienmeifter General Sir Edward Cuft hat sich in den Ruhestand zurückgezogen und ist zum Baronet erhoben Warden. Zu seinem Nachfolger wurde General-Lieutenant Sir Francis Se r; mo ur ernannt. _ Die amtliche Korrespondenz bezüglich einer Konferenz von Abgeordneten der südafrikanischen Kolo- nien und Freifiaaten ist nunmehr dem Parlament vorgelegt worden.
_ 28. Februar. (W. T. B.) Unterhaus. Der Unter-Staatssekretär im Departement des Auswärtigen, Bourke, erklärte auf eine bezügliche Anfrage Gordons, die englische Regierung habe in Erfahrung gebracht, daß der rusfische General Fadejeff von dem Khedive aufgefordert worden sei, mit Ge- nehmigung seiner Regierung eine Reorganisation der ägyptischen Armee vorzunehmen. Zum ägyptischen Kriegs-Minifter sei der- selbe indessen nicht ernannt worden.
Frankreich. Paris, 26. Februar. Das „Journal officiel“ veröffentlicht das zwischen Frankreich, Belgien, Griechen- land, Italien und der Schmeiz, den Ländern der sogenannten lateinischen Münzunion, zu Paris, unter dem 3. Fe- bruar d. I. vereinbarte Protokoll, in welchem die genannter; Regierungen verabreden, im Jahre 1876 Fünffrankstücke nur im Gesammtbetrage von höchßens 120 Millionen Jr. zu prägen, wovon auf Belgien 10,800,000, auf Frankreich 54 Millionen, auf Italien 36 Miliionen, auf die Schwriz 7,200,000 und auf Griechenland (für dieses Jahr ansnahmsweise behufs Einlösung älterer Münzen) 12 Millionen Fr. entfallen sollen.
_ 28. Februar. (W. T. B.) Der „Moniieur“ meldet, daß Don Carlos über Arnegm] auf franzöftscbem Gebiete eingetroffen sei und daß er vorher den dort kommarrdirenden französischen General benachrichtigt hatte, daß er grnöthigi sei, die Gastfreundschaft Frankreichs nachzusurhen.
Spanien. Madrid, 28. Februar. (W. T. B.) Der König hat die Entscheidung der Frage, betreffend die Rückkehr der Königin Isabella nach Spanien, vollständig in die Hände des Ministerratbeß gelegt; von dem Leßtern ift indes; noch kein bezüglich-Zr Besckgiuß gefaßt worden. _ Auf Anordnung der Regierung ist die Depesche, welche die Flucht des Präiendenten Do'n Carlos nach Frankreich meldet, öffentlich brkannt ge- macht worden.
Rumänien. Bukarest, 28. Februar. (W. T. B.) Der Jinanz-IJKZriister hat bei der Kammer dir Genehmigung znr Bewilligung einer Nrileibc von 30 Millionen behufs Deckung des Defizits und von 50 MiÜionen zu Eisenbahnbauzwecken nachgesucht. Fürst Ghika, der Präsident der Kammer, erklärte, daß rr die Regierung nicht mehr unterstüßen werde und daß er sein Amt als Präsident niederiege. Die Kammer hat die De- miifion des Fürsten jedoch nicht angenommen.
Rußland und Polen. Aus Kokand bringt der „Ruff. Invalid3“ vom 25. Februar folgende trirgraphische Nachrichten:
Telegramm des Eensral-Majors Sr. Majeiiät Suite Sskobelew aus Kokand, eingetroffen in Cborsher-t den 9/21. Februar um 7115! 40 Minuth Morgens. Dru 8/20. Februar bar fich Kokand mit 62 Geschützen, Einem großen Vorrath von Puivsr und Waffen obne Kampf e'gébcn. Die Stadt ist von der unter mrinem Kommando stehenden Trupdrnabiheilung beseßi. Bei dem Mariä) d&thbeilung durcb Affair, Margxian und die am Wege gelegenen K_örser wurden die Truppen überall von der Bevölkerung frcuria begrüßt.
Telégramm dss Gencral-Lientenauts Kripakowski aus Taschkent Vom 10./22. Februar: General-Msior Sskobrlew rückte mit einigen Trupprnkolotrnen gegen Kokand vor. Im Dorfs Bualdv. Welches er bei Nacht paifirte, warsn die Straßen durcb Scheiterhaufen erieucbiet. Ueberal] gab die Bevölkerung ihrer Ergebenbeit gegen den weißen Czaren freudigen Ausrruck. Am 7. dr., 16 Werft von Der Stadt Krkand entfernt, in dem Dorfe Ak-Mulix, wurden dem Genrral Sikobclew 29 Geschütze übergeben, die Von Kokand dahin grschickt waren, urid an remiriben Tage noch besetzte die Avantgarde Uniere: Truppen das Starttbor von Rau-Bucbara. Am 8. Xebruar um 1111er Morgen: rückte daS Gros der Trupprn in die Stadt und keseßte dre (Zitadelle, Die Aufführung Nassr-Eddins i1t zweideutig. Er hat fich mii Periöniichkeiten umgeben, drc_ Rußland feindlich gesinnt sind, nnd sammelt Sarbaien. Gerücbtweiie vermutet, daß er der fanatischen Geistlichkeit das schriftliche Versprechen gegeben hat, segen uns den heiligen Krieq zu führen,
Die Karaüerie AOtHrilung drs Obkrsten Barry MöÜer-Sako- WkMi hüt fiÖ- nachdem fi? die 140 Werft von Andidicban aus in 31 Siundrn zurückgelegt hatte, am 7. Februar mit der Abtheilung des Generals Sskoielcw vereinigt. An? dem Matsche wurde auch diese KavaUerie-Abtbrilang von dem Volk mit Jubel begrüßt. Die Cip- wohner von Margelan baten den Oberstrn Möilkr-SakcmelFr '.“ die Start zu kommen, und als die Truppen einrückien, waren d.e Straßen iÜuminiri. Nicht minder bemerkenSwertb ist auch die Be- wegung unseres Artillerie-Kommandos unter Lieutenamt Schobolow, wri- ches zum Zweck seiner Vereinigung mit der Abtheilung des Generais Ssfobelew und dann mit dieser zusammen mehr als 100 Werft rn einem Tage zurücklegie. Die Infanterie der Namanqanscben Abthxi- lung unter Kommando des Obersten Komarow rückte aus Kirgis- Kucgan am 6. Frbruar um 9 Uhr Morgens aus. Beim Passiren der Flüsse Darja und Ssary-Ssu acit Stunden lang aufgehalten, legte ii? dennoch 50 Werft zurück und kam in dem Dorfe Bualdk) noch an demselben Tage um 1 Uhr Nachts an. Die Abtheilung
Außerdem meldet der „Ruff. Inv.“ noch Folgendes:
Geueral-Lieutenant Kolpakowski beabsichtigte am 11./23. Februar selbst von Taschkent nach Kokand ab;,ureisen, um die Angelegenherirn zim Chanai Kokand persönlich zu regeln und dort Ordnung em- zuführen. Nassr-Eddin sowohl als auch Abdurahman-Awtobatschi find auf Befehl des Generals Sikobelew an er Landes verwiesen worden. Einige uns besonders feindliche Perfönli keiten find verhaftet worden;
' von Ak-Dshar traf am 8, Februar ein.
ZRH? Passend? tVolksd ifi flrtob- ra“F ker Bürgerkrieg unter den _ en _en_ (: cr un erw."- et in r ebenheit die Emcheiduu seines Schtck1als von drm weißen Czaren. g s 8
Amerika. Waihingtoy, _6. Februar. Wie bereits tele- Zraphischgemrldet, hgtdieK om_mt1sion des Repräsentanten- avusrs zu Washtrzgtdn fur Auswärtige Angelegen- hertrn fich gegeii dre m Anregung gekommene Kündigung des von den Vereinigten Staaten unterm 22. Februar 1868 mit dem Norddeutschen Bunde geschlossenen Naturalisations- vertrages arrsgesprochcn.
In dem jest veröffentlichten, von dem demokratischen Ab- geordnetrn Faulkner verfaßten Berichte heißt es:
„Dte'Ayficht, daß fich unsere von Deutschland eingewan- derten Mr_tburger vor dem Vertrage in einer besseren Lage be- funden halten, kann nur als eine durchaus irrige bezeichnet werden. Der Vertrag hat im Gegentheil viele der früher leb- haft empfundxnrn Uebelstände beseitigt; er ist ßets gewiffenhaft und ehrlich Seitens der deutschen Regierung gehandhabtworden. Wo dre Rechte unserer n9turalifirten Mitbürger in Frage kamen, rß deutscher Seits mit der größten Behutsamkeit vor- gegangen worden; Beschwerden haben eine prompte Untersuchung "und eme_ rasche, der Gerechtigkeit ent- sprechende Libhulfe gefnnden. Ein Beweis dafür ist der Erlaß zahlreicher gegen unsere Mitbürger festgesetzt gewesenen Strafen. Wahrscheinlich würde kein einziger Bescthrdefall vor- grkommen sen), wenn nicht unsere Naturalisationsgeseße häufig mißbraucht wurden.
Es ist bekannt, daß ein sehr beträchtlicher Theil unserer in Teutschlrmd wohrienden Mitbürger nur zu dem Zwecke das Bür- gerrecht, m Amerika erwirbt, um fich der Erfüllung der staats- burgcrltchcrr Pflichten dem Heimathlande gegenüber zu eniziehen, und daß diesc,Personcn dann nach Deutschland zurückkehren, ohne irgend dre Absicht zu haben, ihrenBiirgerpslichten gegenihr Adoptwvaterland noch länger zu genügen.
ObiVohl tiunjäbrlirh etwa 15,000 Amerikaner nach Deutschland ab- und zurrisen und nach dem Gothaer Kalender von 1875 10,698 Nmertkgncr ständig in Deutschland wohnen sollen, wo- vqn etwa drei Viertel deutscher Abkunfi sein diirften, so find seit, dem Bexteden des Vertrages bis jeht doch nur 35 Fälie Seitens _unserrs Vertreters zur Sprache gebracht worden, in denexi die “Rechte naturalifirter Amerikaner von den deutschen Bihorden m Frage gesteilt worden find. Davon find nur drei Folie zum Nachtheile der fie betreffenden Personen entschieden worden, u'nd diese Fälie waren derart, daß Seitens unserer Vertreter em begründeter Einwand gegen die Entscheidung nicht hat crhoben wcrden können. „
_ Der Vertrag beruht auf so gesunden und unangreifbaren Prinzipien, daß ein Widerspruch dagegen kaum anzunehmen ist. Ein Bedenken könnte_hbchstens gegen Art. 4 desselben bestehen, welcher bestimmt, daß, wenn ein in Amerika iiaturaiifitier Deut- scher 11ch wieder in seiner Heimath niederläßt, ohne die Absicht, nach.?lmerika zurückzukehren, er als auf seine Naturalisaiion Yerzrcizt leistend erachtet werden soli, und daß drr Verzicht auf dre Ruckkehr als vorhanden angesehen werden kann, wenn der Natrrralifirte des einen Theils fick) länger als zwciIahre in dem Gebiets des anderen Theiss aufhält. Die Kommiffion fm- d'et auch gegen diese Bestimmung 'nichts zu erinnern. Sie soll em Schuß gegen mißbräuchlirhe und nur zum Scheinevorgenom- mene Erwerbung der amerikanischen Staatsangehörigkeit sein, während sie dem 110113 fic1e3 AuSwandernden nicht entgegensteht. Dcuiscbcr Seits ist bei Anwendung dieser Bestimmung besonders rücksichtsvoil verfahren worden.
Die Kommission ist Hiernach zu dem Schlusse gelangt, daß es nicht gur sein würde, Linen Vertrag zu kündigen, welcher die Rechte unserer Mitbürger auf eine feste und sichere Grundlage gestellt_13ai und bisher von so günstigen Folgen gewesen ist.
Ginge der Vorschlag dahin, eine Revision des Vrrtrages anzuregen nnd zwar in dem Sinne, daß drrselbe auf das ge- sammte Deutsche Reich, Elsaß-Lothriugen miteinbegriffen, aus- gedehni und gleichzeitig in Ansehung einzelnrr Punkte deutlicher gefaßt, resp. durch einigeBeftimmungen, welche in spätere ähn- licHe Verträge Aufnahme gefunden haben, ergänzt würde, so wurde ein solcher Antrag Unterstiiyuug verdienen.
. Uebrigens hat Unser Gesandter in Berlin bereits Weisungen in dieser Hinsicht erhalten.
Wenn die Unklarheiten oder Lücken des gegenwärtigen Ver- trages von ihaiiächlick) üblenFolgsn nicht begleitet gctvesen sind, so “haben wir dies nicht nur dem liberalen und erleuchteten Geiste zuzuschreiben, in welchem die deutschen Behörden den Vertrag auslegen, sondern auch dem aufrichtigen Wunsche der- selben, die freundschaftlichsten und einträchtigften Beziehungen zu unserer Regierung zu pflegen.
_ Wir erachten es darum fiir besser, die weitere Behandlung diesrs Gegenstandes dem Staatsdepartemeni zu überlassen; ach] zxreifeln wir nicht, diß die deutsche Regierung, welche den Ver- trag bisher so weise und so vortheilhaft für unsere Mitbürger ausgelegt hat, etwaige Amendements zu demselben mit gleich er- leuchtetem Geiste behandeln wird.
Wenn unsere Meinung von der ferneren Haltung der deut- schen .Regierung sich als zu günstig erweisen sollte, so wird es noch erer Zeit sein, von dem Mittel der Kündigung Gebrauch zu ma cn.“
Brasilien. Rio de Janeiro, 23. Januar. Es verlautet, daß unlängft die noch in Bahia befindlir-en deut- schen Rückkömmlinge von den Kolonien Moniß und Theodoro _ welche dem Glauben an die Prospekte der Firma Lobedanz U. Co. in Antwerpen das traurige Schicksal zu danken hatten, das" fie in jenen Kolonien gefunden haben _, nach Europa zuruckbefördert worden seien.*) Mögen dieselben in der Heimat!) dazir beitragen, die dortige ländliche Bevölkerung darüber auf- zuklaren, was von jenen und ähnlirhen Prospekten in Wahrheit zu halten ist.
Die gedachte Firma fährt fort, ungeachtet der gemachten Erfahrungen, neue Opfer hierher zu leiten.' Mitte Dezember v. 3. sind wiederum von AntWerpen aus mehrere hundert durch
. jene Firma angeworbene Deutsche hierselbst angelangt, um nach
dsr Provinz Paranér weiter befördert zu werden. Der großen Mehrzahl nach waren dieselben aus Westpreußen, woselbst über- hqupt der Unternehmer Lobedanz neuerdings das Hauptfeld seiner Werbethätigkeit gefunden zu haben scheint.
Dre im Befiße dieser Ankömmlinge gefundenen Brief- schasten ic. beweisen, daß ener Agent systematisch sem_ Wesen in der bisherigen Weise fortbetreibt. Bei einer großen Zahl dieser Auswanderer fand fick) auch eine gedruckte Einladung Seitens einer bisher unbekannten GeseUschaft „Colonizador“ zur Ansiedelung auf der
*) Diese Thatsache ist inzwischen durch die in Nr. 49 dieses Blattes abgedruckte Korrespondtnz aus Bahia bestätigt worden.
Colonie „E-uphrofina“ in Paranä. Diese in sehr mangelhaftem Deutsch abgefaßtc, an Uebertreibungen reiche Einladung ist ein dürftiger Auszug aus dem oft genannten und seinem Werthe nach gekennzeichneten Pinto'schen Prospekt, und erscheint auch in- sofern bewertenswerth, als darin dem AUSwandererpublikum die brafilramschen Konsuln für „amtliche Erkundigungen“ zu Diensten gesteUt werden.
Die General-Agentur der „Colonizador“ befindet fich eben- fglls in Antwerpen. welches anscheinend jeyt den Stapelplax; für die “Anwerbrrng Deutscher nach Brafilien bildet. Der Lobedanz scheint steh ubrigxns der Hoffnung auf reiche Ausbeute für das laufende Jahr hinzugeben. Das gestrige „Diario official“ ent-
hält wenigßens eine Notiz des Inhalts: Herr R. von Lobedanz,
habe dem „Rio Grandense“ geschrieben, die Auswanderung nach Vrafilzen werde im Jahre 1876 außerordemlick) wachsen, da er schon ]eßi (tm November) nicht wiffe, wie er für alle Präten- denten die Ueberfahrt beschaffen solle. Es scheine, daß im April Tausende von deutschen Kolonisten nach Brasilien werden beför- dert werden.“
Die Zeitung für Porto Alegre vom 12. Januar berixbiet Aehnlrches unter Verschwrigung des Namens Lobedanz und unter dem AuZdrucke des Bedauerns, daß der Vortheil der Auswgnderung der deutschen Rhederei verloren gehe. Ob jenen Verheißurigen wirklich Thatsachen zu Grunde liegen, oder ob es firh deei rzw fromme Wünsche des Verheißenden handelt, dies rjt freilich eine andere Frage. Es bleibt zu hoffen, daß die, warnende Stimme der aus Moniß und Theodoro dezi- mrrt hetmgekehrten Familien wenigstens in derenHeimathsbezirken Beachtrzng finden wird und daß die Werbungen des Lobedanz dort keinen nennenswertbcn Erfolg haben werden.
Immerhin, möge man in Deutschland auf ier Hui sein. Das Bcdurfmß nach europäischen Einwxnderern, welche die Sklaven eririzen sollen, ist in Brafilien so gebieterisck), daß man stets Wege und Werkzeuge zu finden wiffen wird, um "unbe- Zrlrerki an die Pforte der Häuser in den deutschen Dörfern zu
opscn.
Die hiesige offizicür Zeitung vom 15. d. M. veröffentlicht deir Inhalt eines Reskripis des Ackerbau-Minifters an den bra: filoramschen General-Konsul in Hamburg, worin dieser ermächtigt wird, behufs Bezahlung der Ueberfahrt von Einwanderern auch uber drn ihm hierfiir bewilligten Krecit von 40 Convs'“) hin- aus auf die Finanzagentur in London zu entnehmen.
_ Ueber die nrueftrn Vorgänge auf der Kolonie Dona Fran- ciscq, Woselbst unlängst einmal wieder ein Ueberfall Seitens der Indtairer stattgefunden hat, gedenke ich Ihnen mit nächster Post eme nghere Mittiirilnng zu machen**); denn solche Thatsachen find die besten Warnungen. Wie wenig man übrigens hier zu Lande die Motive solcher Warnungen der europäischen Regierungen versteht oder zu verstehsn fick) den Anschein giebt, ist 111 Europa längst bekannt. Als neues beredtes Zeugniß nach dieser Richtung kann eine neuliche Notiz in dem offiziell subventionirien hirfigen Blatts „AnglerazilianTimes“ dienen, welche fick) auf die im Dezember angekommenen Einwamdrrer
bezieht und besagt, 527 derselben seien Oesterreirlger und die
übrigen seien „zum Aerger Bi5marcks“ Preußen gewesen.
Asien, Japan. Hiogo-Osaka, 3. Januar. Wie im vergangenen Jahre, wird auch im Laufe dieses Jahres eine Ausstellung in Kioto stattfinden. Die hierüber kürzlich er- schienene Anzeige vom 8. November v. Js. lautet:
„Nächstes Jahr soil in Kioto in dem Gosk]0***) eine Aus- stellung, ähnlich jenen der vergangenen Jahre, stattfinden und wird dieselbe fiir das Publikum 100 Tage lang, vom 15. März bis zum 22. Juni inkl., geöffnet sein. Während dieser Zeit wird es den Fremden gestattet sein, Kiow zu besrrchen und ebenso dort Gegenstände jeglicher Art auszustellen. Fremden, welche |ck] an der Ausstellung beiheiligcn, wird es gestattet sein, eine Woche vor und nach den oben angegebenen Dawn in Kioto zu verweilen. In allen anderen Beziehungen geiten dieselben Bestimmungen, wie bei der leßten Ausstellung. Alle Fremden find daher freundlichst eingeladen, die Aussteliung zu besuchen, Gegenstände jeglicher Art auszustellen und auf diese Weise dies Unternehmen zu unterstiißen. Ueber die aUSgestellicn Gegenstände wird ein Schiedsspruch gefäiit und den in den be- züglicben Abtheilungen hervorragendften eine Preismedaille ver- liehen werden. Man hofft, daß aile gebiideten Lrute ihren Rath geben und Auskunft bezüglich der ausgestellten Artikel er- theilen werden.
Das Comité der Kioto-Ausstellung. Japan.
Es verdient erwähnt zu wsrdcn, daß bei der im vergange- nen Jahre statigehabien Aussteilung einigen deutschen Fabri- kanten, weiche fich an derselben brtheiligt hatten, vom Ausstel- iungs-Comité die Verdienst-Medaille verliehen Wurde. Dieselbe wird den Betreffenden jeyt zugesandt werden.
*) D. s. riwa 100,000 Mark.
***") Eine solche ist berciis aus Joinviile eingegangen und in der bcuéixen Nummer (siehe die folgende Seite) mit abgedruckt.
***) dcr Palast des Mikado.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Eine der beiden Vronze-Statuen, welche für die Nischen am Haupiportal des Berliner Rathbauses bestimmt find, die- jenige des Kurfürsten Friedrich 1. von Hohenzollern, das Werk des Bildhnauers Encke, ist in den chien Tagen aufgestellt worden und wird dexnngcbst enthüllt Werden, Die Aufstellung der von Keil angefertigten Vildsaule Sr. Majestät des Kaisers und Königs wird in nächster Zeit stattfinden.
_ an Myseum zu South Kensin ion in London fand am 24. eine Sißung des Generalausschusses rait, der mit den Ar- beiten zur bevorstehenden Ausstellung wissenschaftlicher In- strument e betraut ist. .Der Herzog von Richmond führte den Vorsitz und wünschte der Versammlung Glück zu dem guten Erfolge ihrer Bemuhungen. Die Ausstellung. verspreckze die bedeutendste der Art zu werden, die je in England abgehaltxn Worden sei. Die kon- tinentalen Regierungen und die Vereinigten Staaten haben der eng- lischen Regierung ihre Mitwirkung, mit der größten Vereitwiliigkeit zugesagt, besonders eifrig aber sei man von deutscher Seite den Wünschen Englands entgegengekommen. Der Herzog erwähnte noch die Instrumente einiger Gelehrten und Erfinder, Welche der Ausstrl- lung Interesse Verleihen werden. Es wurde der Beschluß gefaßi, einen Unterausschuß,“ bestehrnd aus dem Präsidenten und einem Vize- Präsidenten der verschiedenen gelehrten Geselischafien, ein useßen, der die Vorkehrungen für danmpfang und zu den wissenschaétlichen Vor- lesungen, Konferenzen u. s. w., Welche mrt der Ausstellung verbunden sem werden, zu treffen haben wird.
-- Die Bibliothek des Orientalisien Julius v.Mol)[, Mit- glied des Instituts und Professor des Persischen am Colldge deFrance, wird, entsprechend den letztwilligen Anordnungen des Verstorbenen, in diesen Tagen in Paris znr Versteigerung kommen. Dieselbe .ist von
der Firma Emrit Lerrnx, Buchhändler ker Aiiatischen Gesellschaft zu
atis, kataloglürt worden, und enthält eine Sammlung der aus der iatwualdruckerei bélvorßeßan'géncn Drucke: cin? reichhaltige Samm- 1ung_rrn auf Porfixn bezuglichrn Wsrken; eins beträchtliche Aazrbl vo_n 1e1tenexr rm Trier)! _g-dracktcu oder lirbogravbirten Wsrken; zahl- reiche perfiiche Manuikrlpte, ireimider.= mrbrere Exemplare des Schah Named, _dxs Meögewl, des Diwan vrn Saki, Hafis u. s. f.; endlich ene voilpiandrge «Sammlung der auf den Trient bezüglichansitungen und Zeitschriften, )owie die Werke beinabr al1er (“rutschen, französischen LW englijrben Ortrntaiisten, wie sie der verstorbene Besser sait 50 Jahren geiammelt bat.
:Ter zwriie Tbeildes Evangelischen Schullierérscbaßes vc)n_'Operber_ (Gütersloh 1875, Verlag vonC.Berte1§mann) isi rrxcbrenexr. Demelbe enthält die Enthkelung des deuiich-evxngelischen Ktrcbenlredrs.
„_ Von dem [*rkarrntrn Werk 1765 Hofratbs Prof. Dr. Vracbrll i, Vorstands _rriz siriistiichn Departements im K, K. österreicbiicben Handels-Mmqternzm: Die Staaten Europas, ist in dcr driiicn umgracbettetchusl-rge das 111 Heft: Gewrrbiirbe Industrie, erschienrn (Brumr 1876, Buichak & Irrgang). Das „Heft umiaßr zwgr nur 140 Sorten, entljäii aber Übkr dir Entw-rkelnng und den Zustand der europäisÖrn Industrie rricbrs Material, welches dxrrrb gkschikkké Anordnung und Präzis? Fassnag aui drm vrrhältniß: maßig klrrnrn Namn übc'li'iÖtlQ' zusammrngcfaßt ist.
Grivcrbe und Handel.
__Zn drr gestrigrn Generalvrrsamminng ke Brriiner (bc- m11chen Prodrrktezi-Fabrik (Viltrr) 11511de die Liquidation des Unternrbmens brichloiicn, irwie Liquidatorcn und eins LquridatirnÉ- Kommmfion ernannt.
. _ Ja der grsirigrn außerordentiiwen S'e'rraivr'rsammlung dec Vinnianrsiben E11enbabnen-Akiirn-(Jeirllick)aft wurde drr rrstr der gestern crwäbntrn Anträge dcr Vrrwaktung „Von der w-xite- ren „Verfolgung drs Verkaufspryjektrs abzuicdén rc.“ durcb Ükklama- mation qcnebmrgt, während der zwriie nacb läng-rrr Debatte in fol- griisdx Form Annahme fand: „Auf der (Hrundlagc (W von dcm vrr- xmxgirn Aufiickgisraii) und Ansicbrxß vorgesciilagcnrn Projekts, ercnénsil m" rmcr irmt ,acsrßiicb zuläjstgrn Form, cine Anleihe bis zur Hohe von_45 Millionen Mark rmtrr „dcn dem Aufsichtsraibe und dem Vorstands _mit Zustimmung drs vrrstärkteu Anzichusses zwrckmaßlg er1chcmrndcq BrdiuJungrn anfznnclwrrn, durch welche wahrend drr Tilgungszrit drr trnworärcn Aniribc die Realisation drr Drrdenden - Coupons der Siammaktirn ermöglicht orxr die Tilgung der t.:"mvorären Anlsihe 1*c-ichlrunigi ivsrrrn soll, die hier- durci) Siwa nötiÜg Mrdrnden Staintenänkchngrir Wrxzmsbmen und die Eintragung in das Handelsregistrr 794 brwirken.“ , _ Zn Königsberg war das “Sprditior-sgéiwäft nacb Rußland 11) den [Wien MOnai-sn wieder lcbimfr. Jn Memei Wa: Flachs em schr gangbarer Ariikci. Die Vo:räil)e und die rwurn Zufubren warrn bedeutrnd rind es wurde vici davon zum Export über See nach «Qottland, Brlgtrn nnd Frankrrick), sowie zum Vsriandt Per Ciien- baiin nach dem westlicherrn Dsuiirbiand zu siriZendrn Preisrn ab- gejexzi. Zn Holz, dem Hauptartikrl drs Plaßrs, War das Gesckoäft chxgrr 121161", doch_ Haben fich rie Verhälinisic fiir diSsrn Artikri der Art gsbesscri, DM; die AuussiWen für das Frühjahrsgrsrbäfi ziem- lich girte sind. _ Dir unlangst eröffnet? Tiist-Merürlrr Eisenbahn wird ich011 ] Zi stark benußt; w-mn dicielbe troßJem anf dcp. Memcier Hanrri [WTM]: urch keiner brsonders bcdruiendrn Einfluß übte, so glaubt man, da[; fick) diese V::Hälinisse günstigrr gestalten Werden, Zobaldddrr Betrieb der Bahn iiach aÜrn Seiten hin mcitrr grrrgelf em Wik .
„ _ Drr Geschäftöbericis drr Ildenburgiscben Landesbank nber d"as Jahr1875 gedsnkt Eingangs der Grneralverfammlungs- Veschluffe, durcb Weichs rer Veriicht auf das Noten Emisfionsrecbt ausgesprochen und der nene Verlrag mit der Großherzoglichen Staats- regierung genrkxmrgi wurden; das Institut ger- nnt durch diese günstige Grstaltung ihrer Bcziehungrn eine wohlve ,'rigte Orgavisaiion. _ Eine Zunahme der Geschäfte macht sich in jrrrr Richiung bemerkbar; bcrvvrbrbcn wolien wir nur die Zrmahme der Privatdeposifen um 1,809,779 «;ck und drs Gesamminmsaßrs um 83,447,770 «76. Nack) dcixr Gewinn- u.“.d Vrrlust-Conw itriit sick) dax Brutto-Crirägniß aus 405,672 .Fr-., die Unkostrn und Abschrribungen auf 66,986 «14 u d demnach der Reinscwinn auf 338685 „16. Nack) Zurückstellung dcr vrrtragémäßigen Tantiémen gestattet ießierer di? Vertheilung einer Dividenderxbn 114;- 0/0, die Aanrrhlung von 161,359 „W. als Gewinnantbeil der Großhrrzogliwrn Regierung und die Aus- siaitung des Reicrvewnds mit 26,893 _ «(&, Welcher dadurch die Höhe bon_ 202526 «ck erreicht. Es bleibt dann ein Ueber- irbuß von 6-9 „Zé. zur Verfügung. Von drm vorstehenden Brirag? des Restrvefonds erhält in Folge des neuerdings abgeschlossenen Vertrag» die Regierurrg drnjxnigrr-x Thril, um Welchen dieser die Summe von 180,0(0261ibcrschrritei, also 22,526 «%., wäbrsnd dsr Stand drs Rrsrrvrfonds fich dadurch auf 180,000 «& bcrabminderi. Der Gesammi-Umiaß dcs verflosjrnrn Jahrss erreichte die HSM von 592,015,132 „(ck Von den Zehn- und Fiinf-Thalcrnoten der Bank waren am 31. Drzewber noci) 108,715 Thlr., von den Hundsrtmgrk-Notxrz vori) 117,100 «16. in Umlauf; ein Präklufivt-zrmin “siir Emlömng dicisr Noten ist nicht festgeseßi, dieselbrn sinken bei der Bank nach wie vor Einlösung.
_ In der Grncrawrrsammlung der Lübecker Bank vom 28. d. M. Wurde die vorgelegt? Jahresrchnung und Bilanz genrhmigi und die Entlastung der ijcbäftsvcrwaliung für das vergangen? Jai» aquesprdcbcn. Zum Mitgliede des Aufsichtßraths wurde an Steile dcs_kc;k1ts1ck)eideuden Senator 1)r. Brehmer Direktor A. Wichmann gewa .
Paris, 28, Februar. (W. T. B.) In der Hruiigen qixßcr- ordentlichen Generalvrrsammlung der Akrioniire dcr lorzrbardimben EisrnbabngcsellsÖaft wurdr die mit der iialirni1chenRegicrUng am 17. November 1875 in Basel abgeschlossene Koantirn _obne Debatte genehmigt. Die italienischeRegierung wird der lombardiiciyen Eisenbahngesellscbaft 613 Mill. Firs. in 92 Annuitäten und 119 Millionen in Renten zahlen Und am 1. Juli 1). I. Von den auf dem iialienischcn Gebiete liegenden Linien der Geseilsrbast Befiß ergreifen.
Verkehrs-Anstalten.
_ New-York, 28. Frbruar. (W. T. B.) Der Hamburger Posidampfer .Snevia“ ist gestern Morgcn 3 Uhr hier einge- trofjen. _ Der Dampfer „Greece“ der National-Dampf- schiffs-Compagnic (C. Meisingscbe Liiric) ist hier eingetroffen.
London, 29- FLbkxlük- (W. T-B.) Wie die „Titnks“ x_nrldet, haben Lefsceps und die Mltdirekioren der Suezkanal-Gesellickngt Sir 9)- Lange _plö lich aus seimr Stellung als englischer chrajrn- tant der Gese9icha,t entkasscn.
Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.
London, 28. Februar, Abends. Unterhaus. Auf eine bezügliche Anfrage Nddcrley's erklärte der Umer-Staatssrkretär Lord Hamilton, gegen den Kapitän der „Franconia“ könne wegen des Zusammenstoßes dieses Schiffes mit dem „Strathclydc“ eine handelsamtliche Untersuchung rricht eher eingeleitet Werden, als bis das gegen den Kapitän wegen fahrlässiger Tödtung eingelei- tric Kriminalverfakzren beendet sei. Was das Verhalten des Hafenmeisters in Dover anbelange, so werde dasselbe bei jedem dazu gegebenen Anlaffe einer Untersuchung durch das Hafenamt in Dover unterzogen.