wiesen. Tie Iustiz-Kommisfion der chräsenianienkammer is! mit der Abfaffung der Anklageschrift beschäftigt.
Brasilien. Rio de Janeiro, 1. Februar. Aus den hier von einer ärzilichcn Kommisfion aufgestellten Tabellen über den Gesundheitözußand in hießger Stadt und im Hafen ergiebt fich leider das erneute Auftreten des gelben Fiebers. Nach diesen TabeUen beziffern fick) die TodesfäUc an gelbem Fieber und Pocken in der Zeit vom Juli 1875 bis EndeIanuar1876
folgendermaßen : Inti (1875) 85 gelbes Fieber 11 Pocken AugUft „ 5 „ . 43 „ Ssptémber , 8 „ „ 25 , Oktober „ 2 „ „ 45 „ November „ 2 , „ 27 „ Dezember „ 7 „ , 28 „ Januar (1876) 107 „ 13 „
.
Aus den ferner in den Tabellen enthaltenen Nachweisungen über Barometer: und Thermometerftand während dieier Zeit er- gicbi sich, daß der Winter von Juli bis September 1). I. ein außergcwdbniich kalter gewesen Und daß im MonatJanuar d.I. eine Hiize und Trockenheit vorherrschte, wie fie seit Menschen- gedenken nicht erlebt worden ift. Nicbisdestoweniger ist das gelbe Fieber auch während der kalten Zeit nie ganz erloschen, hat aber (mri) bei der ungewöhnlichen Hiße nicht die Höhe er- reicht wie in frühcren Jahren bei geringerer Temperatur,
Nicht uninteressant ift die auch Neue bestätigte Beobachtung, daß das Auftreten bezw. die Zunahme des gelben Fiebers von dem E.1öschen bezw. der Abnahme der Pocken begleitet ist.
Im Hafen ist bisher das Fieber nicht aufgetreten, ins- besondere haben deutsche Schiffe weder Todesfälle aufzukvcisen, noch überhaupt Erkrankte ins Hospital abzuliefern gehabt.
Nach Aussage der Aerzte iß das Fieber dieömal zuerst in der Neustadt in der Straße Formosa, einem zwar vom Meeres- ufer entfernten aber sumpfigen und unreinlichen Theile Rios aufgetreten.
_ Die in unserer Monais-Uebersicht vom 19. b. M. nach amerikanischen Zeitungen gebrachte Notz über Belästigungen der Protestanten in der Skadi Mexiko Seitens der katholischen Bwblkernng hat fich bis cht in keiner Weise bestätigt. Ein solcher Vorgang ist auch um so unwahrscheinlicher, als die in der mexikanischen Republik bestrhenden 125 protestantischen Ge- meinden, die sick) im Befiß von 56 Schulen, 2 Waisenhäuiern und 2 Scminarien befinden, fick) vokler ReligionSfreihoit erfreuen.
Was den eben dort erwähnten Aufstand in Sonora angeht, so ist derselbe, wie ans zuverlässiger QUeUe verlautet, bereits seit Monaten beendet.
Afrika. Aegypten. (WTV) Der „AgenceHavas“ vom 3. März geht aus Kairo WU zuständiger Seite folgende Mittheilung zu: Mr vom Generalzahimeifter Cave iiber die ägyptischen Finanzen erstattete Beri„cht zerfällt in drei Theile. In dem ersten wird die seitherige Jinanzverwaitunn einer einsehenden Unter- sucbimg unterzogen und den Ursachen nachgeforscht, die die gegenwärtige finanzielle Lage hrrbeigefiihrt haben. Im zweijen Theile wird die Kombination einer Konsolidirung der gesammten ägyptischen Schnld mittelst Substitui- rung des englischen Staatskredits an Stelle des ägyptischen in Erwägung gezogen. In diesem Falle würde nach Ansicht Cave's die ans der Garantie Englands sich ergebende Herab- seßung des Zinsiußes für die ägyptische Schuld sogar ohne alle Be- schwerden den vollständigen Rückkauf des Suezkannls ermöglicben. Cave bäit indes) diese Kombination dem fichsr zu erwartenden Widersprnckg anderer Mächte geg-“niibsr für Unausführbar und unmöglich Und kommt deshalb im dritten Tbeile zu dem Vor- schlag, die gesammte ägyptisciie Schuld in eine 7pr0zentige um- zuwandeln, wobei sich nach seiner Bereckznung ein Uebersckzuß von mehr als 2 Millionen Pfd. herausstellen wiirde.
Nr. 9 de_s „aniral-Blatts für daSDeuisÖeReicb“, bernusgkgeben im Reirbskanzler-Ami, hat ioigrnden Jnßalf: ]) AÜge- meins Vrrwaltungssacbcn: Vrrwäsung bon AnSländern aus dem Rexrbögebier. - 2) Munzwcsen:_ Uebsrsicht über die Ausbrägung vou Rerckömnnzrn._ _ 3)_Fiirnn5w€18xi: Nacbweisung über die bis zum 31. Januar 1876 prafiudirtsn, isrner iiber die an diesem Tage
Berlin, den 4. März 1876.
Se. Majeftät der Kaiser und König ließen heute Vormittag dcrn Gkhimen RegierungH-Ratbe, Professor Dr. Doo 8, durch de_n Jiugel-Adjutanten, Major von Lindeqnift, Allerhöchst- 1hre (Hirickwunsch zu seinem Jubiläum aussprechen.
* Die Königlrcbx _Ragirrung zn Potsdam brröffwtiicbi im Amts- blait fol-gende, drs _Vdrtilgnng der Heuschrecken bxtceffeude Be- kanniinacbnngr Die im bdrig_c_n Jahre in cinzclmn Theilen unseres Régiernngsbezirks, vorzugste im Triibwér Kreise, in großer Zahl anfgetxexensn Hruichrccksn machen es nothwendig rechtzeitig Maßregeln 313 irensn, von wricben fick) eine Abwchr dieser Landplage erwarten laßt; Von wesentlicher Wigbtigkxii für den günstigen Erfolg solcher MaZregelu Ut es absr, da); dicielben in die Hand einer einzéinen Per1ou_g_elegt wxrden.
_Dieie Erwaguugen haben den Herrn Minister für die landwirth- ichasxlichen Angelegenbettkn veranlaßt, mit der Leiiung der bs-treffenden V27i1lgung§maßregeln_ den früheren Gutsbesitzer Hrn, Deutsch zu Charlottenburg, Berlrnthraße Nr. 91, zu beauftragen und habsn wir demselben durcb Comminorium vom beuti en Tage die VoÜmacbt er- tbeilt, m un7€rem _Namen diejenigen Ma regeln zu ergreifen, Welche geeignei find,_ um die Hsuschreckcn nach Möglichkeit zu vériilgen.
Urbar dx? Unter_Leita1;g bezw. auf Anwsiiung dss Kommissars vcrznnrbmmden Maßregcln _bemrrken wir, daß sick) dibsélben theils 1Yegekn die Bruiytatten, theils gegen die Heuicbrécken srlbst richten
er ien.
In erster Hinsicht wird im zeitigen Frühjahr das Umpfiügen der Felder, w21che die Brutiiatten gebildet haben, und in denen die Eier liegen, vorzunehmen sein.
Haben gegen die meist ichwer auizufiudenden Bruisiäiien Maß- regrln nicbt vorgenommxn werden können, so wird die Verfiigung der ausgekdmmenen Brui ins Auge gefaßt werden müssen. Die Erfah- rung bat gelehrt, da); die quscbrecken dnrch ungereinigiés Petroleum sexcdtet Mrden. (x_s x_nag hierzu bemerkt werden, daß dieselben am fruhen Morgen meist in Hnnfen zuiammenfißen.
_ _ TurchKFanggr_abe_n [aßen fich die Feid-r vor den Heuschrecken ichußeu. [**/UZ Auxtrciben von Hubnern, Puten oder Enten auf die chu Héuickxrecken befallenen_Feider wird von besonderem Erfolge )em, x_a dieie Thiere die Hemchrecken mit Gier frcsien.
Zollien anch diese Mittsl die Plage nicbt abwenden können, so werden 1ch1ießltch Arbeiter angenommen werden müssen,1vclche die quscbrxcken 111 Gräben treiben und dqrt durcb Stampfen tödten.
Wir brauchen wohl nicht noch bewnders bcrvorzubcbsn, daß die rxchtzeitige_(2rgreifuu_g der zur Verfiigung der euschrcäenplage dien- ltchen Maßregxln we1ent1ich im Jutereffe der bei )eiligicu Grundbesißer und waemdeu ilkZi,_Und darf daher auch wohl erwartet werden, daß dmelben bereithliig din Anforderungen unseres_Kommiffarius entwrkchen und m Berucksichtigung der lxochwichiigen Aufgabe desselben
im Umlaufe beziehungsweise im eigenen Bestande der deut- schen Notenbanken vorhanden gewesenen, snwie Übér _die nach erfolgter Einlösung vernichteten Banknoten; Goldankaufe
Seitens der Reichsbank. _ Handels- und Gcwxrbewesea: Besiimuun- gen über die Zusammensetzung und den Geichästöbetrieb der kiinst- lerischen, pbotograpbisckeu und ewerblicben Sachverständigenvereme; Bestimmungen, beirrffend die uventarifiruug und Stempeluug der nach der bisßerigen Gesetzgebung rechtmäßig angefertigten Vorrichtungen zur Herftc-Uu-g vov Werken der bildenden Kunftc ; Bestimmungen über die Führung der Eiairagöroüe für Werke der bildenden Künste“ Be- timmungen über die Führung des Musterregmers. _ Zoki- und Steuerwesen: Bundesratbsbesckolüffe, beireffend Verfahren bei Ver- zollung von Wrin in den Niederlagen, Zollerlaß für eingehende verdorbene Wanken, Taxifirung bon Schicferiuch, Verzollung bon Pappcartc-ns zu Herrenklapvhüien; Kompetenz einer Sicuec- steUe. _ Militärwesen: Bekanntmachung eincr NarbMiyung der- jenigen höheren Lehranstalten, Welchen probiiorisck) gestattet worden ist, gültige Zrugnisse über die wissenschaftlicbe Befähigung für den einjährigen freiwilligen Militärdienst zu eriheilen. _ Marine und Schiffahrt: Tarif der SchiffahrtSabgaben an der Sulinamün-ung; Beginn von Seesieuermauns- 2c. Prüfungen. _ Konsulaiweieu: Cr- nennuugen.
Die Nr. 4 des ,Marine-Verordnungs-Blatts“ hat folgenden Inhalt: Deklaration des Z. 187 des Geldvervflegungs- Reglements. _- Miliiär-Wittwmkaffxn-A_ugelcgenbeit. _ Eintbcilung des Marine-Eiats für 1876. _ Konicrvirung des Kojenzeugs. _ An- rechnung der Dauer der Reise S. M. Schiff „_Arcona“ in dyn Jahren 1873 bis_ 1875 als doppelte, pcnfionsberecbtigende Seedienstzeit. _ Nachweiiung S. M. Kanonenboot „Cyclov“ Über den statischabten Verbrauch an kleinen Bedürfnissen für den Mann und Monat. _ Bescheinigung der Quittungen dcs Schreiben§ unkundiger Geldempfän- ger. _ Personal-Veränderungeu. _ Benachrichtigungen.
LandtagS- Angelegenheiten.
Cassel, 3. März. (W. T, B.) Bei der heutigen Wahl zur Präsentation eines neuen Mitglieds der Stadt Cassel für das Preußische Herrenhaus wurde der Vize-Vürgermeister und Reichs- tagöabgeordnete Weigel gewählt.
Kauft, Wiffenschaft und Literatur.
Mit dem inneren Angbau der Johanneskirche in Stutt- gart geht es_ in erfreulicher Weise vorwärts. Der Ausschuß des Kirclyenbauverems hat am 1. d. M; unter Führung des Ober-Bau- Raths v. Leins die Arbeiten besichtigt und in einer nachher statt- gehabteu Sitzung als Tag der feierlichen Einweihung der Kirche Sonntag, den 30. April, bestimmt.
_ Das Amt des_ Prorektors au_der Landesuniverfität Jena wird mit dem 1. April dieses Jahres fur das nächste Halbjahr auf den ordentlichen Professor der pbilofopbischsn Fakultät Dr. Ernst Hächex da1elbst Übergeben. An der genannten Universität werden mit Ostern 1). J. i_ur das Fach__dcr klassischen Philologie die Pro- fxßtoretn Dr. 1). Gutichmidt aus Konigsberg und ])r. Rohde von Kiel em re en.
Berlin. Am 2. März, Nachmittags gegen 3 Uhr, enilud sich im Nordwcsten der Stadt em ziemlich heftiges Gewitter.
' Gelderbe und Handel.
In der vorgestrigen ordentlichen Generalveriammlung der Allgemeinen Häuserbau - Aktien - Gesellschaft wurden Bilanz und Rechnung_sabschluß genehmigt und dem Aufsichtsrathe Deébarge eriheiii. Dre Yeriammlxm ermächtigte im Weiteren den Aufsichtßratb, die durcb Hauserberkan e flüssig werdendsn (Helder je- weilig zum 2111?an eigener _Aktien zu verwenden, um so das Aktien- kayiial allmahlich zu reduziren. Der Abschluß würde bei statuten- maßigen Abschreibungen die Vertheilung einer Dividende von 80/0 gestattet haben. Es wurd? bei Vornahme der Abschrxibungen über das vorge1chriebene Maß biiiaUSJezangen nnd die Dividende auf 60/0 festgescizt.
__ _Dcr Y_ufficbtsratl) der Süddeuticben Bodenkreditbank bai m seiner S_ißung voni 29. Fxbruar beschlossen, der Géneralversamrw lung die Vrrtyeilung einer Dividende von 91; 0/0 d. i. auf die dnrch- schnitiiick) mit_ 45 0/0 = „_46. 270 eingezahlte Aktie von .“ 25,65 vor- zmcblagen. Die Reserve wurde mit ca. “NL 128,600 dotirt und ein Gewinn- saldo von ca. M 524,000 auf 1876 vorgetragen werden.
_Wien,_3. März. (W. T. B.) Das beim Herrinbrechen der Börftnkrifis im" Jahre 1873 gegrunde_te AuLHülfScomiié [)at, wie die „Preiie“ meldet, zu den bisher eingezahlten 20 0/0 noch cine lcßte_ Einzahlung von 30% drr gezeichneten Garantie- beträ-ze emgeforderi. __Das Count? löst fick) auf, die Ab- wickeiung der Gesthaxié haben die Kreditanstalt und die
ihn ovferwillig, nöthigenfails mit Hand- und Spanndienstleistungen unterstützen Werden. _
Besonders Wichtig _1si es, dem Komrniffarius sofort direkt von dem Auftreten der Heuxcbrecxcn Anzeige zu machen, damit er in die Lage gesetzt wird, gleich die geeignet erscheinenden Vertilgungöndß- regeln vor unebmen, bez_w. anzurxthen.
Die ,)erren Landraihi", Lokalbehörden und Gemeindevorständefind vo_n uns veranlaßt, unserem qumissarius überall die nöibise Unter- stiißung zn gewahren unddabin zu wirken, daß Seitsns einzelner Grundbesitzer odrr ganzer Gemsmden aus engh-rzigcn Rücksichten nicht_ etwa zur Abwendung einer aligemeinen Landplage noihwrndigen Maßregeln Widerstand _entgegengeseßt wird.
_ Nur rasches,_energ_i]ches_ Handeln, ohne RÜckfichi anf die etwa nothwendigen Opfer, laßt eine Aandung der zu befürchtenden Ka- lamiiät erhoffen.
Potsdam, den 24. Februar 1876.
Königliche Regierung. Abtheilung des Innern.
Für die; hfxifsbedürftigen Einwohner von Schönebeck find bei dem Polizer-Prasidenien von Madai ferner 4270,50 „FQ eingegangen, dazu laut Qmituug vom 2. d. M. 3141 W„ in Summa 7411,50 „M., von denen 7000 „M nach Schönebeck abgesandt find.
_ _Von gestern Abend liegtaus Posen folgendes Telgramm vor: Die Warthe bleibt im langsamen Fallxwund beträgt dcr Wasser- stand 1th nur 17 _Fuß2ZoÜ. Ihre Majestai die Kaiserin hat dem btefigen vaterlandtichrn Frauenverein mit einem buldvvilcn Hand- [cineretzt15I0 „56 fur die durch die Ueberschwemmnng Beschädigten u er an .
Am 25. Febrnar, Narbmiiiag um 2 Uhr, fanden sich, wie der _,All . Ztg.“ geschrieben wird, im Saale der Horatier und Curiatier 1m_ onservatoren-quast_ zu Rom einige hundert vom Bürger- meister, Advoxaten Venturi, Eingeladene ein, um der Jnauguration der neuen S_ale beizirwobnen,_ welche das römische Munizipium in Folge_ der reichen antrquarr1chcn Funde aus dem Eaniiin, dem O_mrmal, Vimm [ und Cälius eingkricbtet hat. Nack) wenigen ein- leitenden Worten des Bürgermeisters sprach der Sekretär der 00m- wwsions arcb€010g1ca munioix-JLS, Hr. Lanciani, über die Entstehungs- geschichte des neuen Museums, welches nunmehr einen Theil der kapi- tdltmscheu Sammlungen ausmacht. Gegen Ende des Jahres 1871 schloß dix Kommune der Stadt Rom mit einigen Baugesellschafien Ver- trage ab, 1111) auf dem Quiriual, Viminal, Cälius und besonders auf denz ESquxlin neue Stadtéheile anzulegen; bei diesen Abmachungen behielt sich die Stadtverwaltung das Eigentbuerechi der bei den Erdarbeiten zu Tage tretenden Reste des Alterthums ganz oder theil- rveise v_or. Eine Jqlge davon war, daß im Mai 1872 eine archäologische Komm1ssion fur die Sorge und Erhaltung der gefundenen Monu- Dem
mente und Werke der antiken Kunst eingesetzt wurde.
Eifer diescr Kommission ist es gelungen, nicht wenige Reste des
Exkomvtebank übernommen. Die Rückerstatiung _der eventuell eriolgendrn Cingängr au die Mitglieder des Comités ist vorbehalten.
Unter den gezricbneten Garanii-beträaen fiq*uiren u. A. 1 Million Seitens der Nationalbank, ie kMiUiou Seitens dir Kreditanstalt und des Bankhauses Rothschild, je 1 Million Seitens der Anglo- bank und der Uuicnbank. ..
_ Die „„New-Yorker Hd.-Zig.“ schreibt in ihrem vom 18. Februar datirten Handels-Wochenbericht: Der Geldstand war in dieser Berichtßwvche durch zunehmende Abundanz charakteristik; Durchschnitts Raicn für ck11 103113 geßeu Depot gemischter Sekuri- täten stellten fich auf 3-40/0, gegen Hinterlegung von Bundes-Pa- pieren ca. 10/0 billiger. Jm D1Zcontoge1chäft waren kurze Sicht PlaßMchiel erster Klasse & 5_6*'/0 y. &. gesucht. Auf die Stille,. welche seit längrrkr Zeit im Goldmarkt herrschte, ist in dieser Woche lebhaften? Bewegung gefolgt; das Agio hät eine entschieden steigende Rick)- iung eingeschlagen undschließt nach einem Avanz von 13-137/3 heute 513%, _ Das Geschäft am Waaren- und Produktenmarkt war m nux wenigxn Artikeln befriedigend und ließ im Allgemeinen viel zu wunschen ubria. Brodstoffe verfolgten weichcnde Tendenz; Baum- wol1e blieb bis Mittwoch mühsam behauptet, als ein Rückgang von .) C, eintrat, dem heute eine weitere Rcduktiou um 1/1. C. folgte, so daß Schlußnotirungen um 3/:z E. niedriger sind. als vor acht Tagen. Nachdem die für rohes Petroleum am Sckoluf; der Vor- woche eingetretene plößlicbe Besserung an Westlichen Märkten fast ebenso plötzlich verschwundcn, verfolgten die Preise bis gestern _ langsam steigende Tendenz, als ein abcrmaligsr Rück- gang eintrat. Der Waaren- und rorukienimport während der am 12. d. beendeten Woche repräsentirt einen Gesammtwerth von 5,210,518 Dol]. gegen 6,756,290Doi], in derVorwochr, eine Abnahme von 1,545,772 Do)]. ergebend. Von dieser Abnahme entfallen 62,753 Volk. auf fremde Webiioffe und 1,483,019 Dol! auf diverse Produkte und Wanken. _ Am Waaren- und Produktenexport während der am 15. Febxuar beendeten Woche. dessen Gesammtwertk) eine Ab- nahme von1,117,080 Toll. gegen die; Vorwoche aufweist, partiiipirt Baum- Wolle mit 5,585 Ballen im klarrrten Werth von 355,949 Doll. gegen 11,243 Ballen im Werts) von 810,880 Dol]. in der Vorwoche und 7,485 Bauen resp. 9,655 Ballen im Werth von 586,389 Doll. resp. 703,315 Doll. in der Parallelwocbe beider Vorjahre.
Verkehrs-Anftalten-
_ Auf der Judo-Curopäischen Telegrapben-Linie sind rm Monat Februar 1876 an gebührenpfiichiigen Depeschen beför- dert worden: 3. aus London, dem übrigen Großbritannien und Amerika nacb Persien und Indien 1839 Stück, 1). aus Persien uvd Indien nach London,_d€m übrigen Großbritannien und Amerika 1811 Stück, a. vom Eurdpaiicbcn Kontinent _ exclusive Rußland _ nack) Persien und Jitd1911310 Stiick, (1. aus Persien und Indien nach dem Europäischen Kontinent _ ex.“!ufichuszland _ 426 Stärk; zusammen 4386 Stück.
__Zwiscben dem_ Norddeutschen Lloyd und der Hambur -* ger sndamerikaniscben Dampfergesellschaft ist, wie die „B. Bors.-Zta.“ meldet, das Arrangement getroffen wvrden, daß die neu eröffnete Bremer Linie auf Brafilien jeden 1. des Monats, da - gegen die Hamburger Linie am 5. und 19. des Monats befahren wird.
_ DaSKaUerlich russische bydograpbiscbeDeparte - ment bringt zur Kenntniß der Seefahrer, daß im Baltischen Meere von der Gesellschaft zur Rettung Schi brüchiger am 30. Dezember des _vorigen ngres _zwei Raketen- ettungs-Stationen am xurlandischen Ufer zwischen Liban und Polangen in Heiligen-Aa und m Wirgen eröffnet worden find.
New-York, 3. März. (W. T. _V.) Der Dampfer der Hamburger Adlerlinie „Gellert' ist hier eingetroffen.
Aus dem Wolffsckzen Telegraphen-Bureau.
Washington, Sonnabend, 4. März, Morgens. In einxm gestern stattgehabien Ministerrathe erklärte der Prasident hinfichtlich des Verfahrens gegen Belknap, ob- wohl er nichts Thun wolle, was einer Verfolgung ähn- lich sehen könnte, habe er fick) dock) entschlossen, vor" keiner Verantwortlichkcit zurückzuschrecken. Er sei also der An- ficht, daß der General-StaatSanwalt den Prozeß gegen Belknap, Marsch und ihre Mitschuldigen sofort beginnen müsse. Der Ministerrath erklärte fick) damit ein- verstanden, daß die Angelegenheit dcm General-Siaats- anwalt übergeben werde. Ueber die Ernennung des Nachfolgers Belknaps ist noch nichts Sicheres bestimmt. _ Wie die Zeitungen aus Mexiko vom 26. U. M. melden, hätte die Regierung die lebten InsurrektionSversuche unierdrückt. *
altkn Rows vor dem Uniergauge zu bewahren, sei es, daß sie die nothwendigen wissenschaftltchen Notizen, Messungen und Zeichnungen der aufgefundenen Monumente_samme1ie, sei es, daß sie die Werke der Kunst und_der Indusirie in Sicherheit brachte und das Wich- tigste davon m ihrem Organ, dem „Zu]lsbtino (10113. 0011111118- 810110 nrcbdoioJica munioiyais“, iilustririe und veröffentliÖte. Das meiste und beste der solckzerweise bis Ende 1875 gesammelxeg Skulpiixxrefte und Antiquitäten füllt nun die n_eu e_ronneten Sale des Konservaioren - Palastes. Der eingesxixrankte Raum veranlaßte einen größeren Sani im frü- heren Hof- nnd_Garienr_aume dcs Palastrs ganz neu aufzubau-sn; er ist achicckig, mri OerliÖt, leicht und gefällig aus Eisen und Holz aufgefuhrt. Die eben eröffneten Räume der kapitolinischen Samm- lungen _ es find deren sechs _ enthalten aber auch einige Werthvolle Geschenke bo_n _Gönnern oder Ankäufe der Stadtverwaltung, wie z. _B. die Munz1amm1uug Albaui-Campana, Welche etwa 500 Gold- m_unz_en der Kaiserzeit zä li, und ein kostbar mit Silber eingelegtes 13138111um_aus Erz, wel es der Prases des kapitolinischen Museums Castellani geschenkt hat.
Theater.
Für das Königliche Schauspielhaus ist Fr. Haase neu engagtii Worden. _ „
_ __ Jm Friedrich-Wilh_elmstädtischen Theater ist für die nachste_Woche abermals eine Bene _zborsteuung zu vxrzei nm und zwar die zum_ Vortheil drs Frl; v. 1epcsanyi am Dienstag tatt- findende 4_9. Lluffuhrung der „Reise durch Berlin in 80 Stunden.“
_ Wahrend der Vorbereitungen zu dem neuen Charakterbilde „Un- sere Jungen“ am_Woltxr_sdo_rff-Theater, Worin Frl.GaÜmeyer m _der Hauptpartie beschaftigt ist, wird die Operette „DixPerle der W9scherinnen“ das Repertoire beherrschen, um der Enannien Künft- lerm, we_lchc morgen zum _leßten Mal an einem Sonntag in den ,Luftschloffern' a_uftreten wird, die nötbige Rabe zu gönnen.
__Jm_Nesid_e1_1theater wird, so weit bis jest feststeht, am 20. Marz die _Tragodtn des Wiener Hofburgkbeaiers, Frl. Wolter, als Messalina tn Wilbrandts „Arria und Messalina“ auftreten. Fr. Zermme Claar, geb._s_Oelia, wird in Lessings Schauspiel „Sarah
ampsoxi“, dessen Aanuhrung in Aussicht genommen ist, die Mar- wood spielen.
_ Jm Nationaltheater eröffnet morgen Fr. Marie See- bach als Maria Stuart ein Gastspiel. Die Tragödin wird u. A. aucb Gorthe's „Stella“, ein seit langer Zeit hier nicht gesehenes Schauspiel, zur Aufführung bringen,
Redacteur: F. P r e k) m. Verlag der Expedition (Kes s el). Drack W. Elsiie 1".
Vier Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).
Berlin:
I an schrift des hierüber erftatteten Gutachtens der Königlichen Wissen- chaf11ichen Deputation für das Medizinalwesen (Anlage 3.) mit Auftrage, bei den polizeilichen Anordnungen über die mit Finnen durchseßten Schweine ßch die am Schluffe des Gut- achtens zusammengefaßten Vorschläge zur Richtschnur dienen zu lassen, hiernack; das dortige Polizei-Präfidium, sowie die Polizei- behörden des Bezirks mit Instrukiion zu versehen und den 2c. R. auf die wiederangeschloffene Beschwerde vom 12. September v. 3. entsprechend zu bescheiden.
1
dem
Minister des Innern.
Minister des Innern.
]. Juli Königlichen Polizei-
terbni wettben. und befürchtet, daß
wenn die
zur dem e
zum Deutscizen Reichs- «. 59.
Königreich Preußen. Minißerium der geistlichen,Unter1?ichts- und Nr- 10-
Medizinal-Angelegenheiten.
Auf den Bericht vom 23. Oktober 19.3. über die Be- fchwerde des Fleisckzermeisters U. daselb , eordneter Vernichtung finnigen Schwenefieisches, kommuniziren 'r der Königlichen Regierung beikommend beglaubigte Ab-
Im Auftrage:
Ribbeck. Sydow.
An die Königliche Regierung zu R.
Abschrift hiervon und Abschrift des Gutachtens erhält die Königliche Regierung :c. zur Kenntnißnahme und gleichmäßigen Beachtung.
Berlin, den 16. Februar 1876.
Der Der Minister der geifilichen, Unterrichts- und Medizinal-Llngelegenheiten. In Vertretung:
Im Auftrage:
Ribbeck. Sydow.
An die sämmtlichen übrigen Königlichen Regierungen und Landdrosteien und das Königliche Polizei-Präfidium hierselbst.
Ew. Excellenz haben die unterzeichnete Wisienscbaftlicbe Deputaiion für das Mrdizinalwcsen zur gutachtlicben regeln aufgefordert, Welche hinsichtlich fi durch das Interesse der putation verfehlt nichi, das geforderte Gutachten, heutigen Sitzung beschlossen ist, im Nachstehendeu, der Anlagen ganz gehorsamst zu erstatten:
Die Veranlassung zur Erforderung des in Rede stehenden Gut- achtens bat eme Bescbwerde des Fleischermeisters U. über die am Verordnun des
a. yr. in Wirksamkeit getretene
„ische Verein für öffentliche GesundheiisPftege bei
wegen polizeilich an-
Aeußerung über die Maß- :mig befundener Srbtveine SanitätSpolizei geboten Werden. wie solches in der bei Wiederauschluß
Präsidiums zu R. gegeben, Wonach die thung des Fleisches von Schweinen, bei deren Schlachtung sicb Finnen Kerauöstellen, zum Genuss polizeilich inbibirt und dem Bestßxr an- eimgestellf wird, dasselbe unter polizeilicher Aufsicht anderWeiiig zu schen Zwecken,_zur Seifenfabrikation und dergleichen, zu ver- Der Beichwerdeführer findet diese Anordnung zu hart es beim Fortbestehen derselben bald 1chwer sein werde, Schw-sine für U. zu erkaufen, weil die meisten dieser Thiere, sei; auch mit bloßem Auge nicht ge1ehen werden könne, mit Finnen bebaftei seien. _ Wenngleich diese Angabe m Betreff der Häufigkeit der Finnen- krankbeii der Schweine als unbegründet erachtet Werden muß, da nach dem von der Königlichen Regierung zu d]. unterm 23. Oktober 8. yr. Sache erstatteten Berichte in der Zeit vom 1. Juli &. yr. bis zu ben genannten Tage nur 17 finnige Schweine zur Anzeige _qe- bracbi find und im Regierungsbezirk? Cassel in den Jahren 1872, 1873 und 1874 unter 149,499 überhaupt untersuchten Schweinen nur 158 finnige gefunden wurden, so kann es doch nicht in Abrede gestellt werden, daß die qu. Verordnung_ im Vergleich zu den an mehreren anderen einzelnen O_rten bezw. m ganzen Bezirken, in Betreff der Auönußung des fiumgen Fleisches bestehenden Maßnahmen allerdings a]s eine recht harte angesehen werden _muß. So findet, wie aus den Resultaten der Erkundigungen ersicht11ch ist, welche der Niederrhei-
_ 11 und 12. _ Kontroltrung dcs Fleiicbes hät burg der Verkauf des
kauft werden; stark
aber nach
Zustande , _ während m
zugelassen
wobl Werd en ,
das Schmalz ausgebraten, in _ das Fleisch aber wird konfisztrt.
den Wochenmeister verbleibt.
Die .De- (Ministerial-Verordnung vom 11.
zum Wurstmachen und
räucherung verwendet werden,
erwer-
troleum oder Dippelöl in
gelassen.
rien Vorschub geleistet werde.
einer größeren
X X Ins e rate für den Deutsehen Reicbs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Ceutral-Handelßregifter und das Poßblatt nimmt an: die Inserateu-Expedition
dex Dcutsnzen Reithx-queigers und Königlirh Preußischen Staats-Inzrigers: Berlin, 8.77. Wilhelm-Straße Nr. 82.
k.-
, Iiookbrjsfo unc! Uutsrsaobungs-Zaobxzn,
2, Inbkäasbaxjonsu, zufssboto, soriaäunßsn 11. 91-3 ,
3. ssrkänfs, 70980ng914, ZabwiWiousn size,
4. 761100811113“, Wortwabjou, Zinsrabianß
n, a, 17, 70:1 ößsutliabeu kapieren,
E r | e B e i l a g e Anzeiger und Königlich Prruiziirben Siaats-Anzeigrr.
Berlin, Sonnabend, den 4. März Zahl von Städten (die iauitätspolizeiliche Koutroliruna des Fleisches,
Separatabdruck aus dem Korrespondenzblatte des q_u.V_ereinsB_d,17. _ _ 1874) hinsichtlich der 1auitatxpdlize11ichen fur die
fionigen
Danzig unter der Bedingung statt, Käufer anf das Vorhandensein der Finnen aufmerksarn macht und in Trier ioilen die Finnen aus dem Fleische außgeschnitten werden; in Posen und Stettin mus; derartige; Flei1ch als finmges bezeichnet werden; in Nürnberg ist der Verkquf auf der Freibank erlaubt unter Mittheilung der Krankheit mit eutwrerbender Belehrung und Ermah- nung, dafselbe gut zu kochen, und in Königsberg kann ichwachfianiges Fleiicb an zuverlässige Abnehmer _zum beliebigen finniges wird _ __ vernichtet. In Leipzig darf fi_amgeb Fleisch mcht im frischen langerem
Durclsseßung des Fleisches der Genuß und _Verkauf deffelben im ge- FLY und IFTNJWM Zuétandedgestattet 1st,_ unkd diu H&öélißÉolches . . , . . ei vom ar te verwieen an, wenn es tar ur ie t i , nur Der Der MMM“ hex IUÜÜchMx UUZkMkhts" ur technischen Verwendung zugelass und Medizinal-Angelegenheiten. & In Vertretung:
en wird. _ t zu, in Altona und Baiel kann Hamburg der Speck auögekocbi werden, In Dreaßden und Gotha werdxn Schweine mit wenigen Finnen dem Besitzxx zum häuSlichen Gebrauche mii der Ermahnung überlassen, de_is Fieiicb gut zu kochen resp. zu salzen und zu räuchern. Dgsselbe gilt fur Cöln und Angöburg, _jedoch mit der Modifikation, daß in erstgenannter Stadt das F1ei1ch in Gegenwart eines Polizeibeamten eingesalzen werden muß, in Aungurg aber finuiges Fleisch zum öffentlichen Verkaufe und zum Verwurften überhaupt nicht zugelassen, und das m_hohevm Grade finnige Schwein durch Imprägniren mit Petryleum mittelst einer hierzu vorhandenen besonderen Vorrichtung ungenießbar gemacht wird und dem Verkäu- fer des Thieces zur technischen VUWerthung oder Ueberlassung an Ferner wird nach Inhalt der diesseiti- gen Akten in den Lauddrostreien OSnabrück, Hannover und Stade das Fleisck), um dasselbe unschädlich unter Aufsicht der Polizeibehörde gar pflichtet, aufBefragen anzugeben,da_ßs nig gewesen und behufs Unschadlichmachung der _ _ _ in den Regierungsbezirken Erfurt und Frankfurt _hat__die Polizei- behörde dafür Sorge zu tragen, daß eme ge1undl)e1tsxz_esak_)rlic1_)_9 er- wendung des Fleisches nicht statt nde und im Königreich Gachjen ebruar 1860, §. 16) darf finmges Schweinefleiich in frischem Ziöstazide nichi vcherthet, auch nietnaiS e emo ist aber nach pöckeln und tiicbtigem Räuchern als zur Verweisung nutzbar zu machen, da nach den bisßerigxn Erfahrun en die Firmen bei jLner Behandlung ihre Lebensfäbigkeit Verlieren ? in Cassel finnige Schweine durch Auskochxn unter Zusatz von Schwejei- säure unschädlich gemacht; in Bromberg wa das Fleisch als ungenieß- bar vom Metzger vergraben wirden und in Bamberg, Regensburg und Straßburg werden finnige Schwäne, _ _ starkddex Wenig durchsejzt YT, nacb vorhxrégem Jmpragniren mit Pr- rlin, Frankfurt a.M., Cbenxniß, Mainz, Mannheim, Minden, Rostock, Ulm, Wien, Würzburg, Zurich (Sepa- raiabdruck aus dem Korrespondenzblatt des Niederrheinnchen Verrats 1.0.) und seit dem 1. Juli 3. xxx., wie oben erwähnt, auch in Breslau, ohne vorheriges Jmprägniren nur zur technischen Außnußnng zu-
ispofition darüber dem Threrarz
gekocht. und die Schlächter find ver-
Das Königiiche Polizei-Präfidium in [:ßtgenannter_ Stadt be- gründet die Zweckmäbigkeii bezw. die thhwendigkeit diescr Anord- nung mit der Erwägung, daß die Polizeibehörde bei der ik): oblie- genden Sorge für Gesundheit und Leben am dortigen Ort; zn) so mehr verpflichtet sei, den Verkauf von finnigem Schweinefiriscbß mit allen ihr zu Gebote stehenden der Gewohnheit der ärmeren Klasse, Fisch zn essen, der Entwickelung des Bandwurmes mehr als an anderen
In der_Th-at sei auch die Zabi der daselbst am Bandwurm Leidenden notoriick) eine so große, daß zwei Personen, Welche nicbt approbirte Aerzte sind, sich lediglich mit Band- wurmkuren beschäftigten und dem Vernehmen Praxis und ein reichliches Auskommen hätten.
YZ76.
Es bedarf keiner weiteren ErörterungÉ da“ die Seitens des Königlichen Polizei-Yräiidiums erlassene erot nung, _unmenilicb
dortigen .orbältniffe eine d;:rcbans zweckmaßige und wvbl geeignet ist, um nicht nur die Cizeu-gunc: rcanr-„dwurmes und die Entstehung der Finnxn beim MeuiMn 311 VélÖUT-kki, 1ondern auch andererseits die Infektion icö Zcbwcixzes xirrri) Ten B.:Pwurm des Menschen zu vermeiden. Gleichwohl erscheint es fraglich, ob ein derartiges Verfahren, durch welches der Werth des ge- ichlachtetrn Schweines wohl um das Zehnfache vermindert,_ der Besißer also erheblich ge1chädigi wird, im saniiätspolizeilichen Interesse als unumgänglich nothwendig erachtet wcrden muß, oder ob sicb nicht vielleicht ein anderes Verfahren empfehlen möchte, weixch Verbrauch? ver- den Anforderungen der Sanitätkpdlizci und den bkcnowiicbcn in Stuttgart, Interessen in gleicher Weise zu genügen im Stande iir. Wir glauben das Leßtere bejavrn und zunächst, wie wir dieses in unserem Gutachten vom 22.
ansiclien lassen, in Magde- Jleiyches unbeansrandet, in daß der Veriauser den
jedoch , wie
Dezrmber Z., yr, in Betreff der Beuußung der Bestandtheile irichinenbaitiger Skbweine gethan haben, neben der Verwendung geeigneter Thsiie des finnigen Schweines zur Bereitung von Seife oder Leim und der (be.; ischen Vsrarbeiiung des ganzen Körpers, sowie der Verivertbuns der Haut und der Borsten, auch noch die beliebige Verwendung des ausgekocbien oder ausgesäomolzenen Fetteß für unbedenklick; erklären zn initiisn. Ju Betreff der Außnußung des iogenannten mageren Fiei1ch6s_aber nnterlisgi es keinem Zweifel, daß sxbr stark mit Finnen durcbießtes Fleisch, wie das tricbmenbaltige, weder im roben, noch im gekocbrcn oder im geräuwerten Zustande zum Genuffe verwendet_w€rken darf und dkmgemäß unter Kontrole der Polizkibehördc oder emeb ron ik)r hierzu beauftragten Fleiswbeichausrs nach grböriger Zertheilnng vollständig gar gekocht und am besten noch mit darauf folgender Durchiränkung mit Petroleum oder Dippelöl so v-rgraben werden muß, daß es von den Thieren nicht auigewüblt werden kann._ Dnbxn- gegen wird das nur in geringem Grade infizirie Fleisch nicht obne Weiteres, vielmehr nur im rohen Zustande, vom (Henaffe bezw. Vik- kaufe aukgeicblossen wcrdrn dürfen, da dasselbe nicht, wxe das stark durcbsxßte, den Ekel erregt, in Bezug auf seine Nni)r-_ bafiigkeii drm gesunden keineswegs erheblich nachsiebt und der zweckentsprechender Behandlung erfahrungsgkmäß ohn“: Nachtbeile Fur die Gesundheit bersPeist Werden kann. LUS eine solche zwcckcni- sprechende Behandlungsweise darf indefieu nur die bezeichnet werdcn, wc1che_ in den Landbrostki-n Stade, OSUabrück und Hannover 9115 gatori1ch eingeführt ist Und der zu Folge, wie oben erwähnt wurde, das finnige Schivcin, :iäxbdem ss vorher in geböxig kleine Stücke “;Lk- iheilt iii, unter polizsilicher Aufsicht vaständiY gar gekrcbt wird. All:: übrigen vorhin erwiibnirn VebandlungSwei'cn, in Sonder- beit auch das Cinialzen, das Räucbern und das erbackcn drs [innigen Fleisches und die demnächstige Vsrarbciiunz kesseibrn zu Würsten vermögen die Finnen mir Sicherbcii nicht zu tödren und ;ewähren demnach keineswrch die ihnen vielfach nachgerübmie Sicher- bcii gegen eme Infection, da zu einer ioicben eine einzige lebend gr- bliebene Finne als auSreicbend eracblet W?WLK muß.
„ Demgemäß können wir unier Gutachten nur dahin abgrben;
1) daß das durch Ausfthmelzcn oder Aubkochen geivonnene “F“.ti von finnigen Schweinen unbedingt, das magere Fleisch aber z:;m gleichviel ob ihr Fleisch Verkaufe "sowie zum häusucben Verbrauchs nur dann zugälns'én werden darf, wenn dasselbe wenig mit Firmen durch1eßtuud11nicr poZizeilickxr Aufsicht nach vorheriger Zerkleinerung vouständig gar gc ocbt i ;
2) das; gegen die Vrrwendung geeigneter Thrilk zur Bsréiixng von Seife odrr '
Pöckeln uud Räuchern
Braunschweig bei ichwocher
In Darmstadt steht die
für den Genuß macbsn zu lafien,
olches gekochtes Schweinefleisck) fin- Finnen gckoch sei ;
Essig"
zur Schneli- oder Ein-
längerem
ollen. Dagegen wsrden
Lérm, die freie Veertbung der Haut und der Borsten und die chemi1che Verarbeitung des ganzen Körpsrs finniger Schweine ein Bedenken in mnitätswlizeilickxer Beziehung durchaus nicht vorliegt, diese Benutzungsweisen mithin unbedenklich zu gestcixxen find, und daß 3) in aÜen denjenigen JäÜen, in welchen die Scbweinc in bsirn- icnderem Grade sinnig bcfnnden worksn, von Poliisilicbc-r Ssitc iiir die sichere Beseitigung der Kadaver, narbdem _dicie in zniäisiger Weise aukgcnußi find, Sorge getragen werdcn muß. Berlin, den 2. Februar 1876. Die Königliche Wiffenscbastiiche Deputation für das Mcdizinalw-;icn. (Unterschriften.) Sr. (Excel"[enz dem Königlichen Staais-Miniiter und Minister der geistlichen, Unterriébiö- und Medi- zinal-Angelegenheiten, Herrn Dr. Falk, hier.
Mitteln zu verhindern, ais_bei ungekocbtes, gehacktés Schweine-
nach unauSgeseßte
___-___“
' ck ZK Oeffentlick ev AUF etgev* Inserate nebmen an: die autorifirte Annoiicen-Expediiix-n von Rudolf Mosse in Berlin, Breslau, Chemnis,
5. Tnäu5br10116 Mabüßsdmsnis, Fabriken: MÜ Srassbauäs], 6. 761'80Y16ä0118 Leksuubwaobuuxsu. 7, bibsrarisobs Uwigsu, 8, 'kbsabsr-Qunijsn. [n ck61" 13675611- bsUnZ-e.
Cöln, Dresden, Dortmund, Frankfurt a. M., HaÜe a. S., Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg, Prag, Siraß- burg i. E., Stuttgart, Wien, Zürich und deren Agenten sowie alie iibrigen größeren Annoucen-Bm'sans
Bteskbriefcx und Untersuchungs- Sachen.
Steckbrief. Gegen den -Maschiuisten Iulius Iäsaze ist die gerichtliche Haft wegen Betruges in den Akten ]. 22/76,_.Komm. 11. beschlossen wor- den. Die Verhaftung vat nicbt ausseführt werden können. Es wird eryucht, dea_p. Jäyche im Betre- tungsfalle festzunehmen und mit allen bei ihm fich vdrfindenden Gegenständen und Geldern an die Kö- mgliche Stadtvoi tei-Dirrktion hierselbst abzuliefern. Berlin, den 2. * ärz 1876. Königl. Stadtgericht, Abthxrlung für Untersuchungs-Sachen. Kommission 11. fur Boruntersuchungen. Beschreibung. Alter: 32_ Jahr. g_eboren am 2. März 1844, GeburtSort: §1cherchenhammey Größe: 5 Fuß 2_3 Zoll, Haare: hellbraun, Augen: blau, Augenbrauen: beUbraun, Stirn: hoch,_ Kinn: gewöhnlich, Nase: gewöhnlich, Mund: gewohnlickx, Geficbtöbilduug: rund, Gesichts- farbe: gesund, Zahne: vollständig, Gestalt: unter- 1eßt, Sprache: deutsch.
Steckbriefs - Erledigung. Der gegen den Sajmiedemcisier Jacob Rübeftahl von Lispen- hausen unterm 23. v. Mis. erlassene Steckbrief wird als erledigt zurückgezogen. Rotenburg a. F., den 1. März 1876. Der UutersucbungSrichter.
Strafvollsireckuugs Requifitiou. Der Weber. Jim Ludwig Hermann Lorenz (11-15 Bernau, ur
eit mit unbekanntem Aufenthalte, ist wegen er- gebens gegen die öffentliche Ordnung durch Erkenntniß des Königlichen Kammergerichts vom 7. Januar 1876 zu einer Geldstrafe von 160 „16, im Unver- mögensfalle zu einer Gefängnißstrafe von 16 Tagen verurtbeilt worden. Die Strafvollstrxckungbat nicht ausgeführt werden können. Es wird _er1ucht, die Geldstrafe einzuziehen, ebentuea die Gefangmßstrafe
zu vollstrecken, und von dem, wers gxfcbehen, uns zu den Akten Nr. 20/75 zu benachrichtigen. Alt-Landsberg, den 15._Februar 1876. Königliche Kreiögenchts-Deputatiou.
Offene Strafvanstreckuugs-Requifiüou. König- liches Kreiögericht zu Frankfurt a. O„ den 22. Februar 1876. Von den nachbenannten Personen: 1) dem Carl Arthur Otto Kubiscb, am 13. Febrnar 1851 in Fürstenwalde geboren, 2) dem Schmied Carl Friedrich Wilhelm Heinrich, am 21. _Dezember 1850 in Kienbaum geboren, 3) dem Loins Eugen Johannes v. Diezelski, am 5. April 1851 m Munche- berg geboren. 4) dem August Wilhelm Gustav Schueider, am 22. August 1850 in Boofien geboren, 5) dem Johann August Knispel, am 14. Februar 1851 in Booßen geboren, 6) dem Carl Krackstaedt, am 20. Februar1851 in Tzscbebscbnow geboren, 7) dem Peter Friedrich Fiebig, am 14. September 1851 in Tzicheßscbnow geboren, 8) drm Knecht Albert August Tieß, am 39. Juli 1851 m Malchow ge- boren, 9) dem Schiffer Carl Friedrich Wilhelm Strahl, am 15. Oktober 1851 zu Neulindow ge- boren, 10) dem Ludwig Schoenfeld, am 16. Marz 1851 in Aurith Feboren, 11) dem Berthold Jacob, am 2. Juni 185 in Müncheberg geboren, 12) dem Levi Gottschalk, am 5. Mai 1850 in Fürstenwalde eboren, 13) dem Kommis Friedrich Wilhelm
uchbolz, am 13. November 1852 in Schlaube- bammer geboren, 14) dem Gustav Adolph Herrmann Bollmann, am 13. August 1853 in Frankfurt a._O. geboren, 15) dem Johann Heinrich Julius*Heme, am 19. Juli 1853 in Frankfurt a. O. geboren, 16) dem Paul August Herbst, am 3. Juli 1852 m ngnkfurt a. O. geboren, 17) dem Maschinenbauer _ ricdricb Wilhelm Paul Löcbeii, am 14. April 1853 in Frankfurt a. O. geboren, 18) dem Kaufmann Theodor Eugen Waldemar Mattschas, am 14. Juli
Reinerirag von 1 „75 44 Y und zur Gebäudestcner mit einem jährlichen Nußuusswml) von 1200 „% veranlagt.
Außzug aus der Steuerroiie und beglaubigte Lib- ; schrift des GrundbuchblatteS, ingleicben etwaige "Absibäßungen, andere das Grundstück betreffende
Nachweisun en und besondere Kaufbedingungen find in unserm Bureau 7. einzmehen.
Alle Diejenigen, welche Eigenihums- odrr ander- weite, zur Wirksamkeit gegen Dritte der Eintragung in das Hypothekenbuch bedürfende, aber nicht cm- getragene Realrecbie geltend zu machen haben, Wer- den aufgefordert, dieselben zur_ Vermeidung der Pra- kluston spätestens im Versteigerungs-Termme nn- zumelden.
Berlin, den 18. Februar 1876.
Königliches Krengerirbi. Der Subhasiations-Richier.
[1884] Subhastations-Patent.
Das dem Maurervolier Eduard Swizsße _zu Rix- dorf, Jägerstr. Nr. 11 Wohnhaft, geborige, m Rix- dorf belegene, im Grunbucb YM Nixdorf B_and 9 Nr. 350 verzeichnete Grundftutk nebst Zubehor 1011
den 5. Mai 1876, Vorniitta s 11 Uhr, an biefiger Gerichtsstekle, Zimmer traße Nr. _25, Zimmer Nr. 16, im Wege der nothwendigcn Subhastation öffentlich an den Meistbietxnden ver- steigert, und demnächst das Urtheil uber die Erthei- lung des Zuschlags ,
den 9. Mai 1876, Nackmittags 2 Uhr, ebendaselbst verkündet werden. _ _ _
Das zu versteigernde Grundstuck ist zur Grund- steuer bei einem derselben unteriie enden Gesammt- eier mit einem
9. Kamilien-Uaabriobtsu.
1853 in Frankfurt a. O. geboren, 19) dem _Hand- , schuhmacher Johannes Julius Friedrich Schlichting, - am 2. Juli 1852 in Frankfurt a. O. geboren, 20) dem Friedrich Julius Wilhelm, am 24. November 1853 in Frankfurt a. O. geboren, 21) dem Franz Robert Alexander Wolff, am 3._Dezember 1853 in Frankfurt a. O. geboren. soil eme Geldstrafe von je 180 „FC Wegen Entziehung vom Miliiärdienst ein- gezogen werden. Ihr gchnwärtiger Aufenthalt ist unbekannt. _ Sobald derselbe ermittelt werden sollte. ersuchen wir: der nächsten Gerickotsbehörde sogleicb davon Kenntnis; zu geben, welche die Strafe von je 180.74 und 45 „M Kosten zur dor1igen Kaffe einziehen, im Unvermögensfaüe die, der Geldstrafe substituirte Gefängnißstrafe von je einem Monat vol_1_strechen und uns in beiden Fallen Nachricht geben 1190 e.
Snbhaftationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.
[1883] Subhastations - Patent.
Das dem Tischlermeister Ferdinand Michaelsen zu Nixdorf, Steinmeßstr. wohnhaft, gehörige, m Nixdorf belegene, im Grundbuéh vori Nixdorf Band 9 Nr. 361 verzeichnete Grundstuck nebst Zubehör soll
den 26. April 1876, Vormittcgtxgs 11 Uhr, an hiesiger Gerichtsstelle, ZimmerJ-"Xr. r. 25, Zimmer Nr. 16, im Wege der nothwendigeu _Subßastation ö entlich an den Meistbietenden verstezgert und dem- Wibst das Urtheil über die Erthetlung des Zu-
ags
den 27. April 1876, Nachmittags 1 Uhr, ebendaselbst verkündet werden. _ _ _
Das zu versteigernde Grundstuck ist zur Grund- chrchenmaß von 4 Ar 35 On.- steuer, bei einem derselben unterliegenden Gesammt- Hiemerirag von 68 H veranlagt. _ Flächenmaß von 6 Aren 82 Qu.-Metern, mit einem Außzug aus der Steuerrolle und beglaubigte Ab»-