jeftät der Gegsnßand hohcr,aufrichtige1 Huldigung uud Bc: geisterung.
Auck) dcr Thiergarten, in welchem die Luisen-Insel und das Denkmal König Friedrich Wilhelms 111. in finniger Art reich mit Blumen geschmückt waren, bildeten einen Sammelpunkt für Tausende, die an dem erinnerungöreichen Tage in vsrehrungövollcr Liebe der Hockyseligen Frau gedachten.
Dab Museum im Schlosse Monbijou, das zahlreiche Gegenständs befiyt, Welche an die Hochselige Königin erinnern, war hxutc gcöffnel und erfreute fich eines zahlreichen Besuches.
Auch die Schuljugend, besonders die weibliche, wurde in cntsprechender Weise auf die Weihe des nationalen Festtages aufmerksam gemacht. In allen öffentlichen und Privat- mädchc111cbuler1 fiel der Unterricht aus und an seine Stelle trat eine Feier, in welcher der Geschichtslehrer oder der Dirigent der Anstalt den Schülerinnen das Lebensbild der Königin Luise vorfübrtc. Besonders fleißigeSchiilerin11e11 erhielten zur dauern- den Erinncrung an die Feier des Tages Prämien, die in Lebsnrbesclzreibkmgen oder Bildniffen der Königin bestanden. Ju d:!1Knabrnsch111en, sowie in den Schulen, in denen Knaben und Mädchen gemeinsam unterrichtet werden, trat die Feier cm die SteUc der beiden leßten Unicrrickgtsftanden des Vormittags.
311 besonders feierlichrr Weise bcging die Königliche Luiscnstiftnng, eine Anstalt, die ihr Entstehen der Königin Luise seibst Uerdankt, das heutige Jeft. Am Morgen wurde vom Archidiakomrs MüUenfief-xn in gewohnter Weise der ver- sammelten Anstalt die Rede vorgelesen, wclche der Prediger 131. Janke am Eröffnungstage, am 10. März 1811, gehalten. Darauf fand der Bcsuck) der Louiseninsel und des Denkmals Friedrich Wiibelmcz 111. statt. Zu der Festfeier am Abend [)aTte Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit dic Kronprinzessin Höchsiibren Besuch zugesagt.
Ter Vaterländisch Frauen-Verein hat mit Geneh- mig1111g seiner LerrHöäzsten Protektorin, Zi)rer Majestäc der Kaiserin=Königin, aus Anlaß der Gedächtnißfeicr bei der hundert- jährigen Wiederkehr des Geburtstags Ihrer Hochseligen Majestät eine Adresse an Se. Majestät den Kaiser und König gerichtet.
Auch in den übrigen Kreisen der Berliner Frauen und Jungfrauen fand der Gedanke, den hundertjährigen Geburts- tag Der Hohen Frau festlich zu begehen, freudigen Anklang. Der Verein für höhere Töchterschulen verbindet mit der patriotischen Feier die Aufführung eines klaifisch9n Stückes; der Berliner Hausfrauen-Verein veranßaltet in der Passage statt seines sonstigen grseÜigen Abends eine Feier, die aus Prolog, Rede und dcklamatorisch=m11fikalische11Vorträgen besteht. Der Frauenverein für Belehrung und Unterhaltnng Wird dagrgen erst am Sonntag den, 12. d. M.,im Hotel de Rome einc entsprochcnde Soirée veranstalten.
11:11 111111) kommenden Geickzleckztem noch ein lebendiges Zerigniß von d:r innigen Theilnaizme zu geben, mit der die Gegenwart? den heutigen Gedenktag feiert, hat fick), 1vicschon früher gsmcidet, zum ewigen Gedächtnis; an dsn hundertjährigen Geburtsmg der Königin Lnise der Verein „Luisenstiftung 1776_1876““ zu dem Zwecke gebildet, begabten Kindern beiderlei Geschlechtes ohne Unterschied der Religion aus dcn Volks- und Elementarschulen der Städte und des platten Landes in Teutscbland bis zu ihrer Selbständigkeit beizuftehen.
Ter Gedarike, der unvergeßlichen Königin ein würdiges Denkmal in Berlin zu errichten, geht seiner Verwirklichung ent- gegen. Auf Veranlaffung des provisorischen Nussthuffes für das L11iien-Denkmal findet heute Abcnd in dem von den städiischen Behörden zur Dinofition geftellten großen Saale des Rathhauses eine Gedenkfeier fiatt, bei welcher der Professor Dr, 11. Treitschk8 die Festrede halten wird.
_ Ter BundeSrath hielt gestern die 11. Plenarsitzung untrr Vorfix; bes StaatH-Minifters 01. Delbrück. Es wurden drei Mitgiieder des ReichHbank-Kurawrinms gewählt, ferner wurde ein Bankhaus zur Vermittelung der Geschäfte des Reichs- Invalidenfonds bezeichnet Und hierauf ein A11ZschUßbericht, be- treffend die Verordnmig bezüglich der Ausführung des Geießes Über dir Kriegsleiftrmgen, erstattet. Endlich wurde eine Eingabe vorgelegt.
_J11der gestrigen SiHung des Harrses der Abgeord- neten erklärre in rer Berathung des Ejats der Eisenbahn- verwaltung (S. Nr. 59 d. Bl.) der Handels-Minister Or. Achenbach i11Beireff drr Petitionrn der Königlichen Eisenbahn- bsamten um ErbaltSerbbbung:
Meine HMM! Ick Habe 7.111 eine kurze Bernerkung 511 mackyrn. Aui ?:;r 8111111 Scirs wird dkn Staatsbabnkn vorgewvrken, daß die vcriér11irbrr1 nygabsn sich 191113611151 steigern und dabei zugleich die AUÜÉT ayxgrirrocben, daß man 3211111? ErmittelungM 'rarübrr (111- fteÜkn 1111'11'1'2, wie es kommr, dar“; die Privatbahnen biÜiger wirth- ichaftsn, _ Mf rer andrren Seits besteht dagegen ein 1011- gkiéYkEZ Dränaén, mii "ren Oeriöniicbcn AUZKÜÖLU Weiter in die Höhe 311 9117611. Dann wird M15: in einer Sésüon, WZnu die 916912111112 ansu vorichöägt, drn betreffcnrrn Funktionären eine feitkre S:?Umrg 311 gebsn,_ indkm fie in die Kaiexrrie der BZZMTM 921:xe werrxn 'rÜsn, in dem [)OHSU H1111'e aUÉZe- irrrrbeb, kak"; die!"? VsrmebrunZ des Béamienprriraais 1111er- rrägiicb isi, TDI mit AUM neuen Anstellungkn eingehalten m:.rzn 3111716, 11712 daß man die Lsute rein in rem Vkrhäxinisie einxS Arbrixer 511 brlaffrn Habs. In der näcbsten SMM spricht man Tagxgen w'ssrsr seine 13211112 Sympathie mit den betreffenrsn Fur-éiirnäcér. „1115 Und rrrlangt 121711 161 Skaatxrrgiernng, dasz sie die 81111? in (ine 561“:er Stallung brings. Ick sollte glauben, mein? Hkrren, ririe Zrmraibievrriickxerungen sind überhaupt vöÜig entbehr- lich. Nsbmsn Sie denn an, dar“; die .Königliche SraaTSregierung Hirt aui ?irixm anrerru Standpunkt stehe, als Sie séibft? Liegt es nicbt viSÜCicht ibr irJar nährr, d;: fi: in einsm engsren Vér- häLMi'I. Za riesen ankiiruären steht, reren Einkommen nacb Méxbckféir ZU verisffern? Aber dies? Symvatbie Dari drci) 111511 irr151171137 dazu iübrsn, die Regierung Durch Rkiriutirnsn rubin zu *“Öraubxr, Mir (Frböbung ber Gkixälter vrrzugsbrn. Nun wird 111 12er Rsirlatirn 31.1 1 ailerrings der Reaierang zunächst die Sach? nur zu: Crwägunx grgkben, Warum? Wenn Sie glauben, daß die kaéxtér UUJMÜJLKÖ 11112“, 10 babrn Sie doch anch deu Muth, offeu (:U'quirxxch-n, 121; dicielrén beöht werden soÜen. So schreiben Sie ;“!Zk irc R7Zi€rnng rie Vsraniwortung zu; fie soil erwä- Zea, 171: 1911 in die Frage einirsten und auf diese Wrise thr rriir-xmm “ri? gausziaffx Tieier Brunnen beunruhigt, fir werde:: iK irrTJZT-thr Juicexunz erbalten, fie reiiiioniren auis Neue (1.11 (Ze- szirxuriZ, Er urzuirixrrn 11111 ihrem Chef, 117311 e: ".er (?!:(21311rxzen uicht eriülli, rie fie -“ngeblich anf (Hrunr '“riérlr Rksblutébrréu hésru dürfen. Sind Sie der
AMD, 1175 r-i-x'e (3955112: zn uiek-rig smd, ir syrechrn Sie es ("“.-*:“. 3:12, 131,“ meNbeiiZ bin rikicr AnäÉ-t zwar nicht. Nach den- ]?xizru Ermirteiunéxrr die ich irsar in England über kik (Hrbälter derartißxr Beathklnsiku bxbe anficüsn lassen, kann ich bebathrn, 1.113, irrß (rr ::?kckisreneu TbeUSruungérbältniiie hier und tert 11111915: Urr!*ch_r?€:m1_eu kliskk gestellt 4111: als Tie enßlisHLn. ES muß “ck M TLL'ET 'iéßkkTu-KZ 21111131 Hail g-brWn Werr-m, 111211 muß Zoch
endlich einmal eine feste Séellnng einnehmen, und ich Hilfe Sie dringcnd, derartige Resolutionen abzulehnen und die Sacbe zur Ruhe zu bringen.
Im weiteren Verlauf der Berathung antwortete der Handels- Minifter 131“. Achenbach zu Tit. 17 (Skeuern, Kommunal- abgaben :c.) auf eine Anfrage des Abg. Berger, daß ein Gefes- entrvurf über die Kommunalbeßeuerung der Bahnen in der nächften Sesfion werde vorgelegt werden. Die Position wurde bewilligt.
V 311 Kap. 25 („Westfälische Bahnen“) beantragte Nbg. erger:
die Königliche Staatsrrgierung aufzukordern: 1) bei Feststellung der ipezielien Pläne für die durch das Gesetz vom 17. Juni 1874 genehmigte Eisenbahn von Dortmund nach Oberhausen resp. Sterk- rade nebst Zechenzweigbahnen tbunlichst die Mitbenutzung der vorhan- denen Eisenbahnlinien zu sichern und zu diesem chcke eventuell die §§. 27 ff. des Gesetzes Vom 3. November 1838 in Anwendung zu bringen, auch nöthigenfaÜs diese Geseßcsbestimmungen auf Grund her gewonnenen Erfahrungrn eincr sachßcmäßen Reform zu unterziehen; 2) spätestens bei Eröffnung des Betriebes auf der laut Gefeß vom 17. Juni 1874 außzuführendcn Eisenbahn von Dortmund nach Oberbauien resp. Sterkrade den SLH der Direktion drr Westfälischen Staatseisenbahn bon Münster nach einem Orte des rbeinisckpw-rst- fäliscben Industriebezirkes zu verlegen.
Nac!) Befürwortung des Antrages durch die Abgg. 111. Hammarber und Berger erklärts der Regierungskommiffar Mi- nisterial-Direktor Weishaupi fick) mit dem ersten Theil desselben einverstanden, während er über den zweiten fich norb eine weitere Erwägung vorbebielt. Dcr Abg.1)r. Lasker hielt es für bedenk- lich, die hochwich1ige Frage, ob öie Verwaltung centralifirt wer- den oder lokal bleiben solle, bei diesem Anlaß zu entscheiden; das Haus werde noch in dieser Session Gelegenheit haben, die Sache prinzipieil zu behandeln. Der Abg. Berger zog hierauf die Nr. 2 seines Antrages zurück. Die Nr. 1 dessexben wurde vom Hause angenommen.
Zu Kap. 27 („Hannoversche Bahnen“) richtete der Abg. Lauenstein die Anfrage an die Regierung, in welchem Sta- dium 1111) die Angelegenheit des Elbbrückenbaues zu Hohnstorf befinde. Der Handels-Ministcr 131“. Achenbach erwiderte, die Ver- handlungen hierüber würden in kurzer Zeit zu einem endgültigen Abschluß gediehen sein und seien bereits aÜe Vorbereitungen zur Inangriffnahme des Baues getroffen.
Die Posttionen dieses Kapitels wurden genehmigt.
Die Beschwerden der Abgg. von Webell- Malchow und Freiherr 131311011 der (Holy veranlaßten eine kurze Debatte über die Berlin-Stettiner Bahn, an welcher fick) die Nng. Schmidt (Stettin), ])1'. Lasker und Windthorst (Meppen) betheiligten.
.Zu Kap. 33 (Centralverwaltung und Eisenbahn: Kom- miffariate) beschwerte sich Abg. Kaile über die häustgcn in letzterer Zeit durch zu langen Gebrauch der Schienen e11ista11denenAchsem brüche, sowie über die schlechte Heizung der Personenwagen. Der Ministerial-Direkwr Weishaupt erklärte, er hätte gewünscht, daß diese Beschwerden einzeln der Staatsregierung zur Prüfung unterbreitet worden wären, da die Behauptungen ohne er- brachten Beweis nicht als feststehend belrachtet werden könnten. Der Abg. Kaile entgegnete , er sei zur Vorbringrmg der Beschwerden im Hause veranlaßt worden durch die Klagen über den mangelnden Einfluß des Reichs-Eisenbahnamtes, den er ftärken one. Die Titel 1 bis 5 wurden bewilligt.
Zu Tit. 6 (Eisenbahnkommiffariate 100,275 «M) sprach der Abg. Lipke den Wunsch aus, daß die Eisenbahnkommiffariate von den Direktionen getrennt werden, da beide Aemter, in einer Hand vereinigt, Unzutxäglichkeiten verursachten.
„U.?ämmtlicbe Titel der dauernden AuGgaben wnrden be- wr tg.
Beim Extraordinarium Kap. 10 Tit 10 (Westfälische Bahn) wies der Abg. Schulz (Biedenkopf) darauf hin, daß der Bau von Eisenbahnen auf die Arbeiterverhälmiffe in den GebirgSgegenden den wohlthätigsien Einfluß übe, und bat den Handels-Minister, die Prüfung der Vorarbeiten für die durch die Kreise Wittgen- stein und Biedsnkopf zu bauende Bahn zu brichlcunigen.
Bei dem Extraordinarium für die Ostbahn machte der Abg. Berger geltend, das; das glänzende Resultat des Mehrüber- schusses von 22.300,672 ckck in dem Gesammtetat der Eisen- bahnen für das Jahr 1876 aus dem Minderansaß der extra- ordinären AUHgaben resnltire, U11d daß die wohllvoüenden Ab- sichten des Handels-Minifters für Unterhaltung der Baulich- kSiTKn und Neubauten namentlich an der Ostbahn von dem Jinanz=Minister vereitelt worden seien. Der HandelS-Minifter 131. Achenbach entgegnete:
Ich [*in dem Herrn _Vorredner sebr dankbar für die Wünsäye, welche er bezüglich der EiLSnbabnvrrwaiiung ausgésprrMn hat; auf der anderen Seite muß ick) abrr dock) bsmerkrn, daß auch die Eisen- bahnvrrwaiiung wie jede andere Vsrwalrung fich nach der aslgemeinen Finanzlage des Staates.; zu richtcn hat, und Wenn wir in _den zuleßi Vergangenen Jahren bsi drr FM? des G:!drs m der Lage waren, ganz aus;:rordrntlicb Hohe Extraordinarien auszubringen, ix_) kann wobl Niemand im Hause Zweifel darüber ge- babt bnbcn, daß dies rricbi für (1112 Zukunft mözlicl) sein werde. Die erraordinarien, wie sie tbrilese noch jelzt auf dsm Etat dcs Hau- drls-Ministcriums stehen, sind im Vergirick) zu manchen fxüheren Jahren nicbt so Janz unbedeut'nd, Jch wiÜ dabei zugeben, daß das Extra- ordmarium rer Eiienbabnverwaiiung in di-sem Jahre aÜerdings ge- ring er!,ciysini; es ist abcr zu berücksichtigen, daß von den Be- wiliigxmgrn der _vr-rigen JabrrMancbes noch nicht hat verwandt werden können, und daß wir daher im laufenden Jahre noch manche Mittel zu verbauen haben 1192117211. welche aus dem vorigen Etat bcrrührrn. ' ZUngick) darf ich dem Herrn Vorredner versichern, daß wir, was die Statiyncn der Oiibahn anbetrifft, dieser Angelegenheit fortgeseßt uxiserr Ausmsrkfamkeit zuwendsn, daß aber nichtimmer Sparsamkeiis- ruckficbten es find, dée das Zustandekommen der Statiori oder Haliesteüe verhindern. Vielfach find z. B. bei solchen Linkagxn Verhandlungen Wegen Anlegung von Wegen und Cbaumeen, die zu solchen Stationen geführt werden folien, im (15311136 oder haben mit dsn betreffenden Interessenten nichi zu einem enUPZLÉMDSU Abschluß gebracht werden können. Bei manchen und zum Theil, wie 111) ;; aube, auch bei den bezeichneten Haliestationeu schw1ben z. Z. Verhanrmngen auck) darüber, ob die ursprünglich in Ausücht genommenen Kosten der zu erwartenden Nüßlichkeit der An- lage entsprechen Werden.
Sämmtlichr Titrl des Extraordinariums wnrden genehmigt und damit war der Etat der Eisenbahnverwalfung erledigt.
Hierauf vertagte das Haus um 3 Uhr die Fortseßung der EtatSberathung.
_ In der heutigcn (24.) Sißung des Hauses der Ab- geordneten, welcher am Ministertisck) der Minister des In- nern Grqf zu Eulenburg und der Minister der geistlichen 1c. An- gelxgenheiten 01“. Falk, mit mehreren Kommiffarien beiwohnten, theilte ber Prasident die erfolgte Wahl und Konstituirung der Kommrsfion für den Geseßentwurf Über die VermögensberWal- tung der katholischen Diözesen mit. Gewählt find die Abgg. Ur. v. Sybel (Vors.), 111. Petri (Stellv.), Haucke, _Werner (Schriftf.), Danzenberg, Stay, Windthorst (Bisle- 1eld), 111. Wehrenpfennig, Jung, Schröder (Königsberg), Hollen-
berg, Clauswiß, Allnock). AU:!) die Kommisfion für den Geseh- entwurf über die amtliche Geschäftssprache ist gewählt und hat fich konfiituiri. Gewählt find die Abgg. Loewenstcin (Vor- fitzender), 1)r. Lutterroth (Stellvertreter), Nolte, Elgnowski (Schriftführer), v. Lyskowski, Reincke, Kantak, Welter, Magd- zinski, v. Wierzbinski, 1)r. Aegidi, '.)r. v. Cum), Plath, Stahr, Hansen, Wittrock, Witt, Bersert, Hundt v. Hafften, v. Grand-Rq, 1)1'.Fra11z. Ferner iheilte der Präfident mit, daß dem Hause von dem Minister des Innern der Entwurf einer Städteordnung für den Geltungsbereich der KreiSQrdnung zu- gegangen ist. Der Abg. Frhr. v. Heereman hat eine Interpella- tion eingebracht über das Verfahren der Regierung und des Ober-Präfidiums zu Münfter bezüglich der Venußung der von den Kapuzinern und Franziskanern inne gehaltenen Gebäude. _ Eine andere Interpellation des Abg. qukowski hat die Auflösung von VolkMersammlungen wegen Anwen- dung der polnischen Sprache zum Gegenstand. _
Dann wurde die zweite Berathung des Staatshaushalts- eiats (s. unter Landtagsangelegenheiten) mit der Diskusfion des Etats des Ministeriums der geistlichen :c. Angele- genheiten fortgeseßt. Die Einnahmen aus dem Domkapétel in Brandenburg in Tit. 4 veranlaßten eine Diskussion, an welcher die Abgg. 131. Ebertr) und Schumann sowie der Minister des Innern Graf zu Eulenburg Theil nahmen. Zu Tit. 1 der Aus- gaben (Geßalt des Ministch) veranlaßte eine Rede des Abg. Windthorst (Meppen) eine Entgegnung des Staatö=Ministers 1)r. Falk, in welcher derselbe seinen prinzipieÜen Standpunkt in Brtreff des evangelischen Summepiscopats wahrte und aus- führte, daß dadurch die gerechte Behandlung anderer Genossen- schaften nicht beeinträchtigt würde. Eine etwaige katholische Abtheilung des KultuSministeriums würde bald ihren staatlichen Charakter verlieren und einen kirchlichen annehmen. Der Abg. 131". Wehrenpfennig beleuchtcte das taktische Verhalten der kleri- kalen Partei, aus welchem die beginnendeOhnmachtderselbenhervor- leuchte. Gegen eine weitrre Rede des Abg. Windthorst machte der Kuktuöminister energischen Widersprock) geltend, indem er versicherte, daß auch die Meinungen der klerikalen Partei zur Kenntniß Sr. Maiestät des Königs gebracht würden. Der Nbg. Miquel trat durch eine genaue Definition des Begriffes der Parität der Auffassung entgegen, als werde durch die Synodalordnung die Parität der Konfessionen verleßt. Der Abg. 01. Hänel führte aus, daß, wenn die klerikale Parteifick) aufrichtig auf den Stand- punkt der Parität steUe, die AUSgkeichung dcr jeyigen konfessio- nelien Gegensätze bald zu erwarten wäre. Nach einer Rede des Abg. 01. Virchow und einigen persönlickienBemerkungen wurde bei Schluß des Blattes die Position bewilligt.
_ Im Jahre 1875 find 42,660,000Pachete mit der Post befördert worden, 7“'/0 mehr als im Jahre 1874. Die Zunahme beträgt bei den Packeten bis 5 Kilogr. nur 4"/0, während gerade die schwereren Packete fick) in stärkerem Maße, nämlich um 12 bis 1870 vermehrt haben. Hieraus foigt, daß die vielfach geschehenen Aenßerungen, als würde dnrch das billige Packet- porto zur Zertheilung fck)wererer Sendungen in so umfaffender Weise Uniaß gegeben, das; eine Beeinträchtigung des Eisenbahn- Frachtverkehrs sich daraus ergebe, unbegründet waren. Die schweren Sendungen unterliegen einem nicht unerheblichen Porto. Wenn fie gleichwohl in steigendem Maße mit der Post bsförderi werden, was für die postalischen BetriebSeinrichtungen nur Schwierigkeiten hervorruft, so kann dies also nicht in dem Tarif
beruhen, sondern es wird mit der sch11e11e11 und präzisen Be- “
sorgung und mit der bequemen Einlieferung und Bestellung zusammenhängen.
_ Die Ableistung eines Manifestationseides wird, nach einem Erkenntnis; des Ober-Tribunals vom 2. Febrnar d. I., als Meineid bestraft, wenn der Schmörende ein erst später fällig werdendes ForderungSrecht anzugeben unterlassen hat.
_ Die von einem Forstbereckgtigten bestellten und nach Vorschrift der §§. 32 Und 33 des Holzdiebftahlögeseßes vom 2. Juni 1852 vereideten Privataufseher genießen den Schuß des §. 113 des Str. G. B. und der Widerstand gegen einen derartigen Priwat-Forslbramten ist demnach dem Widerstande gegen einen öffentlichen Beamten gleichzustellen. (Erkenntniß des Ober-Tribunals vom 9. Februar d. I.
_ Die Handelskammer von Lciii) in Schottland Hai brfcbloffen, 311 erklären, daß Lsitl) 111111111691 als Kohlenhafen in- der kommerziellen Bedentung dieies Worts zu betrachten ici.
_ Der Kaiserliche Botschafter am Kaiserlich und König- lich österreichisch=ungarischen Hofe, Graf zu Stokberg, ist nach Ueberreichung seines Beglaubigungöschreibens hierher zurück- gekehrt. Währxnd seiner Abwesenheit von Wien fungirt drr BotschaftSratl] Graf Dönhoff als interimiftissher Geschäfts- träger.
_ De: Königlich niederländische Gesandte Herr von Rochussrn ist nach Berlin zurückgekehrt und hat die Leitung der niederländischen Gesandrsckzast wieder übernommen.
_ Wie W.T. B. aus. London, 9. März, Abends, meldet,. ist gestern Nachmittags der deutsche Torpedodampfer „Ziethen“ von 860 Tonnengehalt in Blackwall vom Helling der „Thames Iron Works“ vom Stapel gelassen und zum Zweck des Ein- srßens der Maschinen nach Deptfort bugfirt worden.
Sigmaringen, 6. März. Der uns den 8. d. M. fal- lende 300. Jahrestag der Stiftung des hiesigen Für- stenhauses wird, dem „Schw. M.“ zufolge, auf besonderen Wunsch nicht öffentlich gefeiert werden.
Mecklenburg. Sternberg, 9. März. (W. T. B.) Der mecklenburgische Landtag ist heute Mittag durch Verlesung des schwerinschen und des strelißschen LandtagSabschieds ge- schlossen worden. _ In dsm schwerinschen LandtagSabschiede heißt es: „Aylangend das Kap. 111. der Proposition wegen der fran- zösischen Kriegskoften-EntsckgädigungSgelder und Ablösung von Stolgebühren, gereicht die patriotische Opfcrwilligkeit, mit welcher die getreuen Stände in voller Würdigung der zur Frage sjehenden wichtigen staatlichen und kirchlichen Interessen ihre Beschlüsse über diese Vorlage gefaßt haben, Sr, Königlichen Hoheit zu be- sonderer Befriedigung, und haben Hockzdiesclben auch gern davon Kenntniß genommen, das; die getreuen Stände Allerhöchftihren Wünschen in Bezug auf den Zeitpunkt des Baues eines Museums in ganzem Umfange entgegengekommen find.“ Zum Schluß- spr1cht der Großherzog den Ständen seine gnädige Anerkennung für die von denselben auf diesem Landtage aufs Neue gewährte Unterstüßung seiner auf die Förderung der Landeswohlfa'qrr ge- richteten Abfichten aus. _ Die neugewählten Vertreter des Fürstenthums Raßeburg smd auf Montag, den 27. März 1). I., einberufen worden.
Sachseu-Meiuingeu-Hildburghaufen. Meiningen, 1 8. März. (Magd. 3.) Nachdem die Kirchengemeinde- und Syno- dalordnuug mit dem 1. März in Wirksamkeit getreten ist, hat die Regierung auch das Gesey über die Kirchen gemeinde- laften bekannt gegeben. Nach demselben find die Achgaben aus dem Kirchengemeindeverbande vorbehaltlich rechtsbegründeter Leistungen Driticr, sowie der observanzmäßigen oder ortsstatu- tarijchen Beiträge (1119 dem Abwurf des Vermögens der politi- schen OrtsJemeinde zu bestreiten: ]) aus dem Abwurfe des Kirchenoermögens und den sonstigen verfüglichen Mitteln der Kirche, 2) durch Umlagen und Leistungen der Kirchengemeinde. Leßtere werden nach dem Maßstabe der allgemeinen Steuern umgelegt und sind gleich diesen beiziehbar. Naturaldienste für die Kirchengsmeinde werden nach Maßgabe der jeweiligen Be- ßimmungen über die Frohnden von den Kirchengemeindc-Mit- gliedern geleistet. Auf die hiefige Hofkirchengemeinde findet dieses Gesch zunächst keine Anwendung.
Elfaß-Lothringen. Siraßbur g, 4. März. (Eli.Ko1*r.) Die Enimiche1u11g der Vo1ksschule in Straßbxrrg bewegt fich nacb wie vor in ruhigem, sicherem Geleise. Wie sehr aucb die derzeitigen städtischen Fragen der Stadterweiterung, dcr Wasserleitung, Kanalanlage u. A. m. die städtische Verwaltung beschäftigen, so wird doch auch die hochwichtigeSache der Volks- schule nicht außer Acht gelassen. Die Schulpflichtigkcit Übt, ohne daß an betrcffrnder Stelle harte Strafmiitel angewandt wurden, ihre heilsamen Wirkungen aus; es giebt bereiisVolks- schulen, in denen derSch111besuch 11ichts mehr zu wünschen übrig läßt. Das Interesse der Lehrerschaft, ihre crhöhken Aufgaben mit bestem Erfolge . zu lösen, ist in erfreulichem Wachsen be- griffen. Das Konferenzwcsen hcxt fick) sehr vorthzilhaft ent- wickrlt; ailmonatlick] findrn Lehrer- und Lehrrrinnen-Konferenzen unter lebhafter allseitiger Beiheiligung statt. Das Frbbclsche Kindergartenwesen bricht fick.) mehr und mehr Bahn; von mehreren Asylsthulen kann behauptet Werden, daß fie den Prozeß der Umwandlung zum größten Thril vollzogen haben; a11bcre verhalten fick) dagegen zu der Fröbelschen Erziehunchwrije 11011) negativ; bis jeßt ift in dieser Sache ein Ziyang irgendwecher Art nicht außgeübt worden; was geschehen ist, erfolgte nach vor- gängiger Darlegung der Sache durch den Kreissckzulinspektor aus freien Stücken.
Die Befürchtung, daß nach Forifall der französischen Sprache aus den Volksschulen diese fick) enioölkern würden, hat fick; nicht bestätigt. Jm Gegentheile, die Schülerzahl nimmt von Tag zu Tage zu. Seit 3 Jahren dürfte dieselbe um ca. 1000 gewachsen sein. Seit dem Jahre 1870 wurden die damals vorhandenen 80 elementaren Schulklassen um 30 vermehrt, und mit Ostern c. werden 10_12 neue Klassen hinzugefügt. Man wi11 so viel als möglich allen berechtigten Wünschen der städtischen Bevöl- kerung genügen und a11ch durch Jnnchaliung einer nicht zu hohen Schiikcrziffer das Wirken in den einzelnen Klassen er- leichtern und erhöhen. Damit die Jugend 6111111 111111'08 dez kürzeren oder weiteren Schulweges mit seinen Gefahren und Beschmcrniffen überboben werde, wird mit Ostern, nachdem in Königshofen, Kroncnburg und den Annexcn auf der Nord: und Ostseite dcr Stadt brreiis früher mit der Gründung eigener SchU1cnvorgegangenworden, auch am Grüneberg. den Wünschen der dortigen Bevökkerung entsprechend, mit der Anlage vori drei neuen Sch111klaffrn begonnen. Nach und nach werden so sammt- 1iche Schüler, außerhalb der Stadt wohnend, ihren Unterricht besonders und in nächster Nähe empfangen.
Gegen Ende dieses und Anfang des nächsten Monats wer- den die Schulent[affung-Zprüfungen statthaben. Wie bisher, so werden auch dieImal Schulkommisfionen, vom Bürgermeister- amte besonders bezeichnet, die Prüfungen abhalten und dariiber Befundbericht? behufs geseßliclzer Entlassung einreichen. Die betreffenden Schüler der verschiedenxn Privatschulen werden zu Einer Prüfung zuiammengesrhloffen, um die Arbeit der Kom: missionen zu vereinfachen. Nach dem Uriheile vieler Kommis- fiortSmitglicd-Zr hat in den [eßten 5 Jahren jede folgende Prü- fung einen höheren Stand unterrichtlicher Leistung ergeben; hoffen wir, daß die dieSmalige Priifung gleichfalls günstige Re- sultate zu konstajiren hat.
Oesterreich-ngaru. Innsbruck, 9. März. (W. T. B.) Bei Beginn dcr heutigen Landtagssißung erklärte Graf Brandis, daß die Majorität des Landtags wegen der empfindlichen Kränkungen, die das öffentliche RechtTirols in den [8131811 Jahren er- litten habe, ch Landtag verlasse. Die Majorität verließ nach dieser Erklärung dcn Landtagssaal. Vom Stattha!t-.r rburdr der Protest des Grafen Brandis als grundlos und grjeßmrdrig zurückgewiesen und das Vorgehen der Majoritiif'als psltckxtxvtd'rxxg bezeichnet. Der Landtag ist nach dem Austritt der Mawritat nicht beschlußfähig,
Pest, 8. März. Die Wiederaufnahme der Verband- lngen zwischen den beiderseitigen Miniftern erfolgt am 30, März in Wien.
_ 9. März. (W. T. B.) Das Abgeordnetenhqus hat die Geseßvorlage, betreffend die Anleihe zum Zweck "eines Arrangemcms wegen der garantirten Eisenbahnen," unveranderi angenommen. Die laufende Session 1011 in den 11achsten chrgen geschloffen, die Session 1876/77 aber kurz darauf erbmiet werden.
Zara, 9. März. (W. T. B.) Der Statthalter von Dal- matien, Feldzeugmeister v. Rodick), begiebt fick) in Folge beson- derer Weisung des Grafen Andraffy abermals nach dem In- surrektionsgebiej und wird mit dem türkischen Gouverneur des Vilayets konferiren.
Niederlande. Haag, 6 März. In der heutigen Sißung der Zweiten Kammer derGeneralstaaten ist die am 11. August 11. I. in Brüssel zwischen Frankreich, Belgien, Groß- britanmen und den Niederlanden abgesthloffene Konvention, die Besteuerung der Zuckerfabrikation betreffend, mit 56 Stimmen gegen 17 abgelehnt worden, nachdem sich die Kammer vorher für die Priorität der Abstimmung Über die RegierungSvorlage vor derjenigen über die Vorlage des Abgeordneten de Bruyn Kbps wegen Abschaffung der chker- accise mit 47 Stimmen gegen 24 auögesprochen hatte.
Das Interesse in und außerhalb der Kammer vor der Entscheidung über die GeseYeHvorlagc war schr lebhaft, die Diskussion selbst verhältmßmaßig kurz. , .
Nach der Ablehnung der Konvention durch die Kammer wurden die beiden mit der Konvcniion _ im Zusammenhange stehenden Accisegescßcsvorlagen von der Rrgierung zurückgezogen. Der Abg. de Bruyn Kbps beantragte hierauf, den von ihm eingebrachten Geseyesvorsckzlag wegen Abschaffunxr der Z,ucher- accise auf die nächste Tagesordnung zn scßen, erklarte fick) ]edoäz schließlich mit dem Antrags des Abg. Kapeync einverstanden,
wonach die Verbaudlungen über diese Frage sofort nacb. Been: digung der Tisknsfion über die den 1355131111 11:11:11111)t bsxrcf- fenden GeseßeSvorlagen ihren Anfang nehmen sollen.
Großbritannien und Irland. London, 8 Mär:. In der ltht-cn Nummer Dcr .,Gazctic“ wir?: die EUWUUUNQ 11-3 bisbcrigcn britiicbcn Gcichäftöträßch in Miinchen, 3321111 Moricr, 111111 Gesandten in Liiiabon amtlick) angekündigt. _ DM [6151011 Nackuicbtcn „ms QUdiCU „zufolge ist d'r Prin; v on Wach auf drr Rückreise von Nepal in IllLaimbad angckommcn und von dem Vixckönig, dcm Oborkrnnnanbanten dcr in 31111011 stehenden Truppen, drmGouverncurlic111111.111t 1611102111191'111111211 Provinzrn und den Spitzen der Ciri1- und I)iilitärbcbrrken mit großer Feierlichkeit empfangen wwrdcn, Einr lesésst res Stadtratch Wurdr vorgclcjen. Dcr Prim; 111111111 71111 vom Balmbri 111111Regier1111g§gcbä11dc und hielt dort 0111111111111 Och Sterns 11011 Indien av, Dic alia Llusgczeiclmctcn bcfindrn 171111 im Gefolge des Prinzrn, und die Cercmonic tvar deshalb „111111 mehr privater Natur im Gegensaß 311 der großen JiiVCstiTUi", dir der Prinz Vor irincr Abrciic ron (Zalcntka abbiclt und bei dri" 1)11111*ti,äck)1ick1 irdiicb-e Fürsten brtbciligt 111111'2'1. Von Allahabad hat 11111 dcr Thronfolger 111111) Jiidore bcgcbcn.
_ 9. März. (W. T. B.) Im Unterhause kündigte heute der DepUtirte Campbell an, daß er demnächst den An- trag auf Annahme einer Resolution einbringen werde, worin es als inspporiun für England erklärt wird, daß sick) daffclve an irgendwelcher Abmachung zur Erleichtrrnng einer [1011 drm Khedive 11011 Aegypxen aufzunehmenden Anleihe beibcilige.
_ Im weiteren Verlauf der Sißung beantragte dcr Prcmicr DiSraeli, die zweite Lesung des Gcscßeniwnrfcs über die Titel der Königin vorzunehmen, und machte zugleich *die Mittheiiung, daß die Königin ihren bisherigen Titeln den cincr Kaiserin von Indien hinzufügen werde. Samuclson stellrc dcn Antrag, die Berathung der Vorlage einstweilen zn vertagen. „kack; einer lebhaften Debatte, in welcher Gladstone fick) 11111211 die Annahme des Titels „Kaiserin“ ansspracl) und es mdrlie, daß die übrigen Kolonien in dem Königlichen Ti1el nici)“: bc: rückfichtigt werdcn, ward der Vertagnngsamrag mit 284 gegen 21 Stimmen abgelehnt und die zweite Lesung dsr Vorlage bc-
scbioffen.
Frankreich. Paris, 9. März. (W. T. B.) Das neue Ministerium ist konstitrrirt und folgendermaßen zn- fammengeseßt; Dufaure, Vize-Präfident dcs Ministsrkonscüs und Minister der Iußiz, Ricard, Minister des Innern, 15815011 Dc- cazes, Ministry der auSwärtigen Angelegcnbciien, dc Ciffer), Kriegs-Minister, Fouricbon, Marine-Minister, Léon Sar],Fi11anz: Minister, Christophle, Minister der öffentlichen Arbeiten, Triff?- renc de Bort, Minister des Ackerbaucs 11111) des Handels, Wad- dingwn, Minister des öffentlichen 11ntcrrichts.
_ 10. März. (W. T. B.) Das „Journal officiel“ veröffcnilicbt die neue Ministerlistc in derselben Zusammen- seHung, wie dieselbe vorstehend gemeldet ist. D11f1111re,welch)erz11m Konseils-Präfidenten ernannt ift, übernimmtauch das Ministrrium des Kultus, das von dem Ministerium des öffentlichen Unicr- richts getrennt wird.
Versailles, 9. März. (W. T. B.) Ja der Heniigcn Sitzung der Dcputirtcukammcr übernahm EWU) das *.*-[1111 des provisoristben Vorfilzcnden mik Worten des Dankes für seine Wahl und mit Der Bcrficbernng, das; er ein gctrcucr Wäckykcr der Würde und drr Priirogatibcn dcr 511111111191“ icin und sick) bci Leitung der Debatten der strengstcn Unparteilich- keit bcfieifzigcu wchc, Hierauf begann die Kammer mit den Wablpriifungen und wurden mchrrrc Wahlen fiir giltig erklärt. _ Von den 311 Vorsitzenden dcr Abibcilnngcn der Kammer Gewählten 1111151111 6 der Linken, 2 dcr «111131111111 Linken und 3 dem linken Ccntrnm 1111.
_ Die Ansprache, mit welcher der Präsrdcnt Herzog von Auddiffret-PaSquier am 8. d. M. den neuen proviso- rischen Bureaus der beiden Kamm-srn im Namen des ständigen Ausschusses die Voilmachten der Nationalvrrsammlung ÜberZab, [autete wie folgt:
Meins Herren Senatoren! Meine Herren Dcvniirien! Msinr Herren P'iinister! Sie AÜe, welche hier die nenen StaatheWUlten des Lunch veriretsn, seien Sie wiÜkommen geheißen. Frei befragt, hat Frankreich den Beschlüssen der Nationaivsrsaminlung eim glänzende Heiligung gegeben. Mit dovpklter Autorität fordern Hsute diese Beschlüsse Gehorsam und Akbtung von Jedermann. Die republikanische Verfasinng Vom 25. Fxbruar war, wie Sie wissen, ein Werk Der Verjöhnnng und der Beruhigung; Ihnen WM es zu, dasselbe fortzufetzm 11111) zu voribsidigcn. Gsichaari 11111 dchar-scbaii Mac Mahon, rvrrben Sie es verséchcn, UnseremLande cine RTZÜCL'UW] der Ordnung und des Friedcns zn gebcn. Sie werden ihm die cr- wünscbte Ruhe fiebern, deren es sehr bedarf, 11:11 die ?lusglsickmmg feiner Unglücksfälle zu bcrndrn und die Lasten tragen zu könnrn, welche die Folge dcrssibcn w.1re11. Wie wir, so wcrdrn auch Sic es Jbrcn NachfolZern bernhigt, glücklich und frei übcrgebcn 111011111. Mit Vertrauen habe ick) also die Ehre, Ihnen im Namen der Nationalberfammlung die 10110 ränen Voilmacbicn zu überreichrn, Welche ihr die Nation gegcben Harke.
_ In Ajaccio kam es am 8. d. M. zu Unruhen. Am Morgen gaben dem Prinzen Napoleon, als er dicStadt ver- ließ, cm Tausend Personen unter Horbrufen auf die Repnblik und Abfingen der Marseillaise das Gcleite. Dafiir benutzten am Nachmitiage die Bonapartisten die Grlegenheit des Abganges von 200 Matrosen, die in Ajaccio als Wähler eingeschrieben ßnd nnd wclche Ronher von Marseille 1]attek9111me111aff211, damit fie für ihn stimmten, eine Gcgenkandgebung. Die Gens- d'armrn abcr schxirten cin, wodurch eincm blutigen Zusammen- stoße, der zwischen Kaiserlichen und Republikanern schon drohte, Nock) eben vorgeberigi wurde.
Italien. Rom, 7. März. Die Thronred e, mit welcher der König am 6. d. M. dar."; 'Parlqment eröffnet hat, lautete, der „Allg. Ztg.“ znfolge, wörtlich, Wie folgt:
„Meme Herren Srnatoren und Dowuiirien! Das Jahr, ivelcbes vsrgaugen ist, seit Jci) Mich das leßte Mczl unser anrn brsunren babe, darf uns 311 Trost und Hoffnunz «ereichen. Die inneren Zn- ständx des Lauch find gut Und die Bezrehungen zum Auslande Vol]- kommcn Herzlich. , „ . _ _
Die Verpflichtung, emen miernaitobaien Vertrag mii'emcm bc- fre11ndeten Souverän ausiufübren, brach1e 111 MeincyRegrerung den Gedanken zur Reife, dir Eisenbahnrn aufzukaufen. Italien tritt fahnen Mntbes an die Löinng sines sehr schwierigen Problems „heran, das die chierungrn 11nd111.1“c1a111snte drr cimtifiriesten Nai1bnen schon lange beschäftigt. Es wird Ihnen emVrrrra-z m11Oefisrre1ch-U11garn und ein Geseßentwnrf vorgelegt wrrdsen, _ wc1cher d'en Kauf _Ynd Be- trieb der Haupteisenbabnén res Komgretohs 11111) die Brichaffung der dazu nötbigen Summen bctrtffi. Obgleich erne_so großZNcncrung den Siaatöscbaß belastet, so vsrirane 16) doch, dax; in dieser Scffton zum ersten Mal das G1eicbgc1v1cht der Einnahmen und ?(ußgaben im Staatshauéhalt ohne Ccvöiwng der Steuern hergrjtrklt wer- den kann.
Dcr Juke Wikia“, mii Welchrm_ das _ebenio" delixate, „wie Gokuld vetlargende Werk rcr Zollrcvision tm Emvsrjtandnixse 11111 Frankreich,
der Slbwciz uud TcIcrxsiÖ-Un-Yarn ;c11r27e131 wikk, gieki Mit die ZMFMÉZ, k3'1J'kx-xx1 1r§1*:::? IZKF.“ FINK T€.- n;:;;:1.*_).1r1§;'.§- vert1jne vrrxcjcxt wsrkcn können.
Es ist MFK WLM'É, Daß Die Fehler verbesizt waren, ws1che dis Eriabrnng entdeckt 11-11, 1.12: Der ZTUTÖNWZ 18111311 Vrrtbeil Zinke: 1111k 1.11"; Den italicniiMn *Prrrukten 6111 ,'.röéz-F-rér 11113 1i:1cker€*_r Markt eröffxsi wird, obne j-xkrrb 7:1: Prinziricn kes F:r11*_.111keis_amfxugcben.
(Eisige wicbxrße Geseizeniwürfc, Weirbe die Gcrechgkcixxpiche, den Unterrickr un'.“ namsntlicb kén Vo1k€um€1xichz ZtcueL-Zlkk “Y“" inunZSrcirxmcn 1181115211, kennren in der DZanUJTKin Sevim 11:11: rrrixr rrxri-xn. Ick 11111 “111311111 Zi--*.ie.*r111;1 1" «271211, *“:e ÖÖUM DLK neuem vor;.ilkxcn, 111.1“ 1111 exnricble '"18 “311121 Srrq'xlr _
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Msine Hkrrrn Ssnnwren 11117.“ Devmirtcn'. 11111610 111171“?! ziekyrmgen 511 den .1111-31611 Mérbtsn 7111? T:1.111 ric Bcincbk der K "“er von Tsitrxrsicb-Ungarn 1111? Dcatichiaad *.*-:11111111 Mrdkn. Ick 111 1111 OWM» GTÜ? CleSuk gcxvc'cn, ""is .115 05.111: :*.1 11333911, Venedig und M11111117: babcii kon (Hriübkn 1111? Exnränrnngcn rer “11.111r11 würdigen 531119111111 g'geben. JU jebm („**-2131119511 Frxnndiük-aitz'ro:cigunaen kkr SOLTVSräRL war 81:1 Unicrpiand iür rie Dancindr Zrmrmbéc rer VNN.
Txr “Ii“.ifstaUd 1:1 dcr Hsrxexowina 11111 Bosnien 11.11 311 Vök- 11„111?111n„_;e11 dcr Märbic Aulus; gsgsbcn, WCLÖL [“i-.' JntrgriÜ: dcs :*.“11- krscbcn RciÖeI garankirt 131111111, Zcb 13.1111 15 5111: _1w:ck111."1'“;'g gc- 121111111 daran 'Tch zu nehmen, 14111 1111 “inverstänkniffe 11111 ibiébti dic 9111111: 1111 T*.isni wirdrr 1):75111"10Qen, nnd kus LOOZ dar (krisiiixbcn BeröMrnngrn Ücher 311 11211611 Scins 9121111113! ker Snitan 11111 die ibm zu diricm Zwecke gcmmkyten VOr'ÜMägc g111a11§g1nr111111sxu Ick) 111711151117, 7.11"; dic rasrbe 111170 gcwiffanaZT-x "31112-111br1111g Der „1111113111- digtcn Reformen zur Pazifiiirnng jrnrr Länder 11111) 5111: Verb:sser;:x1g ker Lage ilyrrr Bcvöikerunqcn fübren möge.
JtaliM wirr skin? PWM ais Großmaibk crisiilsn, 111d€111 cg mii. de.: i'cfr-nrireten chiornngcn ;11rLZ'riynitx1nJ dez 'Jricbxns 112111331. Jndam c.? 11'1118 librraien Jiiiiiiuiibncn Und seinen Wrblsiand 511 e111w€ckein 1111111, wird es 19111811 0711191111 10 nn111wci1dcn vcrstcbrn, 1.11"; 66 1111) die Arbtung und 1.15 Vertrauen "der *:“rilisirien Völker erwirbt.“ „
_ 9. März. (W. T. V.) Drr Minister fur öffentliche Arbeiten, Spavema, 11-11 hcute der Dcputirkenkammer die abgeschlossenen Eiscnbahn-Konbentioncn Vorgelegt. Dic KMUMLT hat die Dringiickxc Bchandiung diescr Vorlagen alsbald genehmigt.
Türkei. Belgrad, 9.M1'1rz. (W.T. B.) Die zur Unter- suchung der Exzesse inKragujevacz einqescyte Sprzialkom- mission hat mcbrere z131117011111, darunter den friihrrigen Gemeinde- vorstand, verhaftet 111111 mrizrcre Beamte 111111 Lehrer von ihren Aemiern s11spc11dirt. chxtere smd sämmiiiii) znr Untersuchnag gezogen worden.
Rumänien. Bukarcst, 10. März. (W. T. B.) Die Deputirtenkarnmer hat mit großer Maioriiäi das Finanz- projekt der Minorität des Ausschnffeö, weiches dcr Regier11*.-;g nur eine provisorische Anleihe von zwölf MiUioireU [1211111115111 Wollte, abgelehnt.
Rußland und Polen. St. Perersburg, 8. März. Aus Kokand find folgende neuere tclegrapbisthe Nachrichten eingelaufen: „Fulat-Bck, dor sich zum Chan aufgetvorfeu hatte, war bekanntlich mit dem friiheren Bek 111111 Karatcg, Musafar- Scha, der sick.) seit dem Jahre 1870 in Kokand verborgen hielt, in die Alai-Berge geflüchket. Allem Anschein nach hofften sie, bei den dortigen Vergbervohnern ci11cSiiißr z11 finden. General- Lieutenant Kolpakowski hatte bereits Anordnungen znr Deta- chir1mg einer besonderen Abtheiiung gctroffen, 11111 etwaigen neuen Unordnnngcn oder Erbebungen in der Gcgemd vorznbcu- gen, da wurde Fulat-Bek mit seinem Begleiter, in der 211111131 vom 18. znm 19. Februar, von 30 311 seiner Verfolgung abge- sandten Dshigiten, unter Mitwirkung der Karakirgiscn aus Osrk] und Margclan, selbst ergriffen. Beide Fiiick)11111ge wnrden 111111) Andidihan gebracht und 11115 Überliefert. Der frühere Chan 11011 Kokand, Naffr-Eddin, befindet fick) i11 Taschkent.
_ Die „Turk. Wed.“ veröffentlichen nacistehendes, vom Gensral-Major Abramow am 25. 31111111116. Febrnar in Tas chkend eingegangenes Telegramm:
Ick) habe die Expedition nach “1111111161 voÜkommeu glücklich 11115- gefübri, und find Die errungcnrn Nesnltatr in jeder Beziehung vor- treffkirbe. Unser rccbtzcitigcr Abmarsch verhinderte dsn Uebsrfal] Seitens der kokandischcn, 1111121“ 9111111111111111 dcs_ Likbaia stehenden Bands, Welchen Kalendar - Vrk [)?rbrigcrnsen 1111112; denn 5111611111, Wklchrr 11111 19. J1111mr_ 11.11? Obbnrbxm zu mar- schirte und untcrwegs erfuhr, dai; 111) schon 111111) 9111117151111 binübcrgezogrn, kcbrte 11111 und 7113316 das Weitr. In der Nachf VOM 19. 311111 20. 3111111511" wurdc, Dank dsr brivrmrcrimgswürdigen Umsicht und Energie drs Stabö-KapWänß Vircndarcnko, Kalendar- Brk unwcit Madruicykafr gefangrn. Darauf zog ici) nacb Poldorak und sandte A1c11darcnko weiter. Urberall bekannte man sick) zum Gehorsam. Die Auriiefcrung der Waffen wurde gcfordert 11111) erfolgic. Ueberbaupt ist die Ordnung durchaus l):rgestel1t; 1111- szieibafi wird die RuHe im Innern. Wenn nicbt Intriguen nnd Becinfiussungen von Außexn nacb *.Naticba wirken, nicht gestört wrrden. Währrnd der ganzen Expedirirn ist 111-111 ein S_clmk; abge- feuert wvrden. Ich bin auf dem 711111111112 11111“ 1011112 die]? Drweickw (1118 9111111111131 am 23, Januar, Das Drinckymrni überwindet ails Schw1011gkeiten Diifts beich1vcriichen W111101-1111d 17;cbirg-F=slrzuges «Us- gezeicbnet. Nichk ein Einzigsr iii erkrankt, Dic FührungAUer 1111 a11xc11Deiachsn1€nt ist in iedrr Béziebung vorziigiick). Besonderes ébb vxrdicnen die Herren Offizine. Ein gcnanor Bericht“ folgt 11213
Simnarkand, wrselbst 111) 311111 1. Ferrimr ainxulreffcn [WM.
Dänemark. Kopenhagen, 9. März. Das Folke- thing beendete gestern die Verhandlungen über den Etat dcs KultuS=Minifteriums. Troß Widersprnckw des Kultns-Ministcrs wurden alle Positionen gemäß den A11Hich11ß=Anträgen angenom- men. _ Einem gestern aus den Niederlanden cingetroffciien Telegramm zufolge, ist von dem betreffenden Unterger1cht hm- sich11ich der in Veranlassung des Zuiammcnftoßes 31111schcn deni Dampfschiffe „Phönix“ und der holländischen Txalk „Drec Gebroeder“ erhobenen Frage, wegen Nuf11ahmc 1111811 (8111- achtens von Sachverständigen Über dk.]? MÜUUV'XU'OU, das Urkbeil gefällf worden. In "dreiem IUZL'chz- punkte ist das Urthcil ungünstig fUr den „„PUMW“ achgefaUen, indem der Behauptung dcr G-egenpartxi, daß es der Aufnahme eines soirben G111achic11s_111ch)t bedrrr'fe, Joige gegeben und die Prozeßkoften der R11eber€1dcö__„Pl)oi11x“ „anfer- [sgt wurden. _ Die Bevvilmächtigten drr 1111111and1ss ck1cn Bank haben, zufolge „Aironbl,“, der Reg1erii11g zur Ermagung unterbreitet, ob ste nicht in Anbetracht des f;)rigeseßt sinkenden Werthcs des Silbers einci1 GLsLHLUTWUTf, betreffend den Urber- gang Finnlands znr Goldmährn 11 _q, dem L1111d211ge vorlegen WoUe. Eincn Antrag in glriiber Rich)11111g gedenken die 2311111- beooUmächtigt-sn an Den Landtag zu richicn.
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