1876 / 72 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 23 Mar 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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Rektor und Prorektor dcr Unirerfität, der Kanzler und Vize- Kanzler des Ordens [)0l1r 10 mérite, der Ober-Vürgex'meißer und der Stadtverordnenn:Vorfteher, Vertreter von Kunst und Wissenschaft und sonstige Personen von Dißinktion Einladungen erhalten hatten.

Um 9.1 Uhr erschienen Beide Kaiserliche Majcßäten, unter Vorantritt der Obersten Hof:, Ober-Hof- und Hofckiargen und gefolgt von Ihren Kaiserlichen *„md Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin, Idrrn.Königlichm Zohciten drn Prinzen und Prinzcsfinner. des Königlichen Hauses,

brer Königlichen Hoheit der Großherzogin Mutter von Mecklen- burg-Schwcrin, Ihren Königlichen Hoheiten drm Großherzoge und der Großherzogin von Baden, dem (*kroxzhcrzrg und der Großherzogin von Sachsen, den Grofzherzdgrn von Mrcklen- burg=Schwerin und Oldcnhnrg, Ihrem Königlichen Hoheiten dem PkiUzel! Und der Prinzcsßn Georg von Sachsen, Ihren Königlichen Hoheiten den Erbgroßherzögcn von Sachsen, Mecklenburg-Schwerin und Oldenburg, dem Prinzen August von Württemberg, und dem Landgrafen Friedrich von Hessen, Sr. Großherzogliche Hoheit dem Prinzen Ludwig von Hessen Sr. Hoheit dem Herzog von Sachsen-Mciningen, Sr. Hoheit dem Prinzen Hermann von Sachscn-Weimar, Ihrer H0- hcit der Prinzessin Elisabeth von Sackzsen : Weimar, Sr, Hoheit dem Erbprinzen von Sachsen : Meiningen, Ihrer Hoheit der Prinzessin Marie von Sachsen=Meiningrw Sr. Hoheit und Ihrer Königlichen Hoheit dem Erdprinzcn und der Erbprinzesfin von Hohenzollern, Sr. Dnrch1auchi und Ihrer Großherzoglichen Hohcit dem Fürsten und der Fürstin zur Lippe, Sr. Turch1auchi dem Fürsten zu Waldeck und Pyrmont, S1". Durchlaucht dem Fürsten Reus; ä. L., Sr. Durchlaucht dem Erdprinzcn zn Schaumburg-Lippe, Ihren Dnrchlauchten dem Erbprinzcn Und dsr Erbprinzesfin von Sckjxddrzburg-Soiiders- hausen UUd Sr. T11rch1aucht dem Prinzen Friedrich voanhen- ollcrn. z Die AUcrhöck)fte11 Hrrrsckwfxen gcrUhicn zunächst Cercéc yu machen, wobei zahlreichen Herren und Damen Gelegenheit ge- boten wurde, Sr. Majestät dem Kaiser und Könige ihre Glückwüniche zU Üdermittcln.

Der VW begann um 10 Uhr im rrmdcn Saale; am Contretanz betheiligten Sich unter anderen Höchsten Herrschaften Sc. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz, Ihre Kd- niglichen Hoheiten der Prinz Whrecht und der Großherzog von Saäzsen; an drr; Rimdtänzen nahmrn auch Idre Königxickzen Hoheiten die Prinzessinnen Marie und Elisabeth Theil.

Anf eincm Hautpas wohnten Ihre Majestät dir Kaisrrin, die Königiickxn Prinzessinnen und die Fürstlickxrn Damen dem Balle bei, wähénd Se. Majestät der Kaiser und König, Allcrhdcl)stwr1chc die Uniform des Regimenter) drr Garde du Corps ragen, Sich in der Gxi-xllschaft bewegten und an viele Personen das Wort richtrietr

Nachdem UM 12 Uhr das Souper an Viiffris im Adler.- sadxe eingenommen war, verabschiedeten Sich dir ?errlxöihften Herrschaften uach 1 Uhr.

Die Musik hat!? das Kaiser Alexander (Harde-Grenadier- Regiment Nr. 1 gestellt.

Im Königlichen Opernhause wurde die Feier des Gebnrisia cs Sr. Majestäi des Kaiser?- und Königs durch einen von Fr. [domi gcdichtctcn, von.Hrn. Berndal gesprochenen „deksg eingeleiist, der in smniger Weise auch der Hoäzfeligen Königin Luise gedachte. Bei dem Hoch auf Se.-Majestät, mii we1chem der Prolog schloß, inidnirte die Köiiiglirhe KapeUe die VOLkshhmne, welche das Publikum stehsnd anhörie. Die Feier endigte mit einem Hoch auf Se. Majestät den K*“:iser mid König, in welchrs die Versammlung begcistert einstimmre. Die Festoprr „Ieffonda“ vor die!? Momente, bei welchen die Verehrung gegen Sc. Majestät den Kaiser und König in der fcstlichsn Versamm- lung wirderholt zum lauten Ausdruck gelangte. Im König- 1ichen Schauspielhause wurde der Feßprolog von Herrn Kahle gesprochen, worauf das Orchester cinen Trinwphmarsch von Anion Wallerstein ausführte. Zur Aufführung kam das historische Schadspiel „Colberg“ von Paul Heyse. _ Auch in sämmtlichen iibrigen hirfigen Theatern wurden die Vorsteklringen durch Festprologe eingeleiiet.

Uebcrhaupt hat sich die Feier des Allerhöchften Geburtsrages nach den vorliegenden Berichten zu einsr all- gemeinen Landesfeier gestaltet. Namentlich die größeren Städte thaten fich ihrrr Steüung gcmäß, sowie in Folge der in ihnen möglichen ausgedehnten militärischen Frier bejonders hervor, So bringen die in Danzig, Siettin, Posen, Breskau, Magdeburg, Hannover, Eddi, Caffel und Wirsbaden erscheinenden Blätter ausfiihrliche Festberichte und fsiern dcn Tag in schwungvollen Leitartikeln.

In Hannover fand in herkömmlicher festlicher Weise die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs statt. Gleichzeiiig wurde an drm neu- erbauten Hausr an der Ecke der Goethe- “und Lüßowstraßr, wo früher das Prinzenhaus stand, in dem di;- Hochsclige Königin Luise viele glüchliche Tage der Kindhéit verlebte, eine von dem Bildhauer Osw. Rommel geschmackvoll ar;sgeführte, ctwa 6Fuß hohe Gedächknißtafel mit dem Bildniß der Königin nach Rauch crrichict, feierlich enthüllt.

Aus Cöln wurde folgendes, von dem OHcr-Vürgermeister, den Beigeordneten und Stadtverordneten unterzrichnete Glück- wunsch-Telegramm an Se. Majrstät den Kaiser abgesandt:

Allcrdurchlauckytigster, Großmächtigster Kaiser und König, Nsler- gnädiastcr Kaiser, König und Herr! Unter dem Nachhalle der durch ganz Preußen vrn dcm patriotischen Bewußtsein des Volkes getragenen Feier der Erinnerung an die hocbseltxg-z Königin Luise &neueri fick) mit des Frühlings Wiederkehr für das gesammte Vaterland der Festtag des 22. Mär. Ew. Kaiserliweu und Königlichen Majestät Geburts- tag 11 der tadt Cöln freudiger Anlaß, Gott zu danken, daß Ew, Majeität gesegnete Regierung dem prcußischen und deutschen Volke in ungcschwächter Kraft erhalten worden ist, und zu dem Allmächiixzen zu flohen, daß zu des Vaterlandes Heile sie noch recht lange so moge erhalten bleiben. Mit dem aufrichtigsten SegenSwunscbe für Ew. Majestät und das ganxe Kaiserliche und Königliche Haus verharren Cw.K-.1iserlichen und Königlixhen Majestät treu gehorsamste. (Folgen die Unterschriften.)

Auch für Cas s el hatie der Tag noch eine besondere Bedeu- tung. Gelegentlich der Rückkehr der hessischen Truppen aus Frank- reich wurde der Gedanke angeregt, ein Denkmal aufzustellen, welches die ruhmreiche Betheiligung der Hessen an dem leßten Kriege

.verherrlichen und das Andenken an die Für das Vaterland

Gefaklenen von Geschlecht zu Geschlecht verer en sollte. Der “in Foxge deffen von dem damaligen Ober-Präfidenten von Mosler und dem inzwischen verßorbenen Ober - Bürger- meifter Nxbelt au erlaffene Aufruf fand allgemeinen An- klgng. Mit enehrnigtxng Sr. Majeßät des Kaisers und Honigs wurde weiterhin _beschloffen, daß das Denkmal m Geftakt eines auf Trophaen thronenden SiegeSadlers auf der Plattform des Auethors aufgefteur werde.

Vormittag 11 Uhr fand die Uebergabc des Denkmals ftait. Die Regimenter der Garnison hatten auf dem FriedrichSplaß Stcllung genommen und nach einem -von dem kommandirenden General v. Bose auf den AUerhöchsten Kriegsherrn au6gebrachten Hoch fiel die HüUe, unter dem Dröhnen der Kanonen, von dem Bildwerk. Hierauf fand die Kaiser:Parade ßatt; die Uebergabe des Denkmals vollzog der Ober-Präfident v. Ende mit einer kurzen Ansprache.

Von außerpreußischen Städien liegen weitere Nachrichten über eine Feier in München, Dresden, Leipzig, Schwerin, Darmstadt, Braunschweig. Bremen, Lübeck :e. vor,

Das „Brannschweigische Tageblatt“ widmet dem Allerhöchfien Geburtstage einen gehobenen Jestartikrl, das „Lippische Regierungs- und Anzeigeblatt“ ein Festgedick)t

Ans München berichtet „W. T. B.“: Zur Feier des Ge- bnrtSiages des Kaisrrs war hier im .,Bai)crschenHof“ ein Fest- dinxr veranstaltet, welches einen glänzenden Verlauf nahm. Demselben wohnten viele LandtagHabgeordnete, Vcrtretcr der Kunst nnd Wissenschaft, Mitglieder des Magistrats, sowie viele angesehene Bürgcr bei. Prof. Kldckhohn brachte einen Toast auf dcn König von Bayern, Ter Reichstags: und LandtagéZabgeord- nctc Stenglin einen Toast auf den Kaiser aus. Die Versam- melten nahmen beide Toafte mii begeisterten Zurufen (mf

Stuttgart, 23. März. (W.T.B) ZnEhren dcs Geburts- tagsSr. Majestät des Kaisers fand gestern Abend beiHofe ein Festkonzert statt, zu welchem zahlreiche Einladungen ergangen Waren. .Die öffentlichen Gebädde Und viele Privathäuser waren zur Frier-des Tages vcflagdt. Bci dem im Saale des Musenms stattgehabten Banket der Bürgerschaft brachte der Reichstags- Abgeordnete Frisch das Hoch auf den Kaiser aus.

Schwerin, 22. März. Gestern Abend faud, wre schon gestern angekündigt wurde, zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Majrstät des Kaisers eiii großer Zapfcnstreicl) statt, Derselbe wurde von sämmtliihen Militär-Mnfikcorps aUsngÜhrt. Heute Morgen 6 Uhr zog eine von sämmtlichen Militär-Mnfikcorps ansxzeführtc Reveillr durch die Hauptétraßen der Stadk. Die Häuser und öffrntlichcn Gebädde Sch1Uékiiis ßnd durch Fahnen und Wimpeln reich geschmückt. In den Schulen, mit Aus- nahme der städtischen, ist der Unterricht für hrnte anSgesrHt. In den einzelnen Klaffrn der 1815161271 wurden die Schülcr durch die Lehrer auf die Brdendmg drs Tage"; hingewiesen. “'An dem gegen 11 Uhr in dcr Garnisoniirchr beginnenden Militärgortes- dienste, bei welchem der DivifionsPrcdiger Pastor Flörke die Rede halten wird, nimmt von jeder Compagnie ein Zug Theil.

Bremen, 22. März. Des Kaisers Gebnrtstag wurde, wie üblich, gestern Abend dnrch Zapfex1streich eingcieitet. Oeffentliche und viele Privatgebäude habrn hraie gcflaggt. Dcr Fest- gottesdienst am Gsburtstage seibft fand in der Kirche zu U. L. Fr. statt. Es nahmen daran Theil, außer dcm aktiven Bataißlon, die hirr anwrsenden Reserve: und Land- Wehr-Offiziere, Mitglieder des hiefigen Kriegervrrcins, Beamie des Reichs, der Präsidctit des Senats ])]: Pfeiffer und Vürgxr- meister Grave nebst einer Rrih-x von Synaioren, endkich eine große Zahl von Männern nnd Frauen aus verschiedenen Ge- meinden der Stadt. Die Kirche war ganz gefiiüt. Dis Fest- predigi hielt Garnisonpfarrer Thikötter Über Jacob. 4, 8. Um 11 Uhr endete die erhebende, pairiorischc Feier.

Lübeck, 22. März, Die Feier de; chUrk-stags der Kaisers, der zu Ehren die Stadt in allen Theilen rbeuso reich [*sxflaggt ist, wie die im Hafen liegenden Schiffe, begann grstern Abend mit dem Zapfenstreich, der, von der Holstenbrücke aus beginnend, nach einem Rundgang dnrch die Stadt anf dem Klingenberg endigte; vor dem Hause des dirigirenden Bürger- meister?» Senators 1)r. Behn wurdr eine Serenade gebracht. Dcr heutige nationa1r Festtag wnrde mit der militärischen Re- veiÜe eingeleitcxr. drr Marienkirche, wobei Pastor Holm die Festpredigi sprach; sodann zog das Bataillon, von einer sehr großen Msnsthenmaffe begleitet, nach dem Vurgfclde, wo von dem BakUUoUs-CUM- mandenr und Major MelmH in Gegcmvart der Senawren 1)r Kulenkawp nnd Harms als I)iilitärkwnmiffaren des Scnrxis dis Parade abgenommen wurde.

Pari-Zk 23. März. (W. T. B,) Zur Feier des GeburlS- jagsch. Majesrät des KaiscrHWilhelm fand gcfterv auf der hiesigen dentschen Botschaft ein großes Diner stati, zu wekchcm aussthließlick) Miigliedcr drr dentsckzen Kolonie Mladen waren. Der Botschafter Fürst v. Hoherilohe brachtc den Toast auf Se. Majestät den Kaiser, dcn glorreichen Wikderherstrüer der Einheit Deutsch1ands, ans, welcher von den Thrilttehmern mit enthx.xstastischem Beifall m:“fgctwmmed wurde.

St. P ctrrsbur g, 23. März. (WT B.) GesternAdend fand im Hotel DLlUOUth anläßlich ch Geburtstag!? Sr. Majestäi drs DeutschenKaissrs ein sehr zahlrcich brsnchtesFestmahl der dsutsch 2:1 Kolonie statt. Uuter den Anwxsenden bcfanden sich der deUrsthe Botschafter von Schweiniß, der Militärbedollmäckztigte General ;von Werder, sowie der bahsrisähr und der wür-ikcm- bergische Gesck) ftsträger. Den ersten Toast brachte der deutsche B,.itsihni'jxer anf den Kaiser Alexander mis; alsdann. folgte ein mit großer" Vegeiftcrung arafgrnommenerToast auf den Dentschen Kaiser, an welchen ein GlÜckwunschtelegramm abgesandt wurde.

_ Se. Königlickze Hoheit der „Erbgroßhcrzog von Oldenburg ist heute Mittag.1*cach Oldenburg und Se. Durchlaucht dsr Fürst Reuß ä. L. Heinrich )()(11. nach Greiz zurückgekehrt,.

_ Der Rrichskanz1er hat dem Bundesrath dm Ent- wurfeinesGeseyes, die Anstellung von Militäranwär- tern im Privat-Eisenbahndienftebetreffend, zurBesÖluß- m:"hme vorgelegt.

_ In der heutigen (4.) Sißung des Herrenhauses, welche der Präfident Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode um 111- Uhr eröffnete und welcher der Minister für die landwirth- schaftlichen Angelegenheiten 1)r. Friedenthal mit mehreren Regierungs-Kommiffaren bciwohnte, gelangte zunächst der Bericht der Agrar-Kommisfion über den Geseßentwurf, be- treffend die Ablösung der Servituten, die Theilnng der Gemeinschaften und die Zufammenkegung der Grundstücke für die Provinz SchleSWig-Holstein, zur Erledigung. In der Generaldiskuffion empfahl der Referent Herr von Thadeu die Annahme des Geseßes in der von der Kom- misfion vorgei," lagenen Fassung. Bei der Spezialdiskusston wurden die ' . 1 und 2 ohne Diskussion angenommen. Zu §. 3, welcher nach den Beschlüssen der Kommission folgender- maßen lautet:

Die wirtbscbaftliche Zu ammenlegung der in vermen icc Lage befindlichen Grandstücke ver chiedener Eigenthümer einer cldmark findet statt, wenn dieselbe. Von den Ei enthumern von mehr als der Hälfte der nach dem (Grundsteuerarafter berechneten Fläche der einem Umlegungsverfahreu za unterwerfenden Grundstücke,

Um 10 Uhr begann der Festgottesdienst in '

welcbe gleichzeitig msk): als die Häliic dss Kxéastral Reinerirages repräsentiren, beauéragt wird. Ja dsr Regel sind fzmmtliche, der Um- legung unierliegendeu Grundstück: der kämLiÖM Feldmark in einem Zu- sammenlegungSverfabren zu vereinigen. Dasselbe kann jxdoch aucb auf einen durch natürliche Be renzung oder besondere Bewirth- schafkung a1s Feldabschnitt kennelicb w-erendeu Tdcil drr Feldmark beschränki Werden, wenn dies mit den Jntersffen dcr Landeskuitur verträglich oder von dénsclbcn gekolen ist. Grundstücke einer an- dci'en Frldmark dürfrn in das Umlezunaöverfahren gezoxen Werden, wrnn dieselben in unwirthschxfflickysr Weise in die umzuleßende Fläche einsprinqxn.

Die FkststrÜung drs Umlegungsbeziris gcichi5hi durch die Lluéeinandexseßungébchördr.

Werden von srl-„dcr Zasammenleßung Grund;“iücke betroffen, welche einer gemeinfrdnftli-„rea Benusang unteriirgkn, die nach die- sem Grieß? aufßehobrn wsxden kann, so muß dir Serviiutab1ösung odrr Theilung gleichzeitig mit dék Zusatnmc-nlrgung bewirkt wsrden.

beantragte Dr. Besrler, hinter dem Worie „brantragt“ in Al. 1 folgenden ZusaThianzukagen:

„,und durch escdluf; rer Kreiéversamm'rung des Kreises, in wel- chem die betheiligten Grundstücke (irgen, mit Rücksicht aui die davon TU_ecwartenden erheblichrn Verbessermtgrn der Landeskultur für zu- ä1fig crklärt wird.“

Bsi der Diskussion crklärtcn fick) die Herren Graf Brühl, v. chist-Reßow, v, Senfft=Pilsdch, Graf v. d. Schulenburg- Veeßrndorf und v. Knc'bel-Döberix; für, die Herren Elwanger, v. Rath, Weyer, Schuhmann und der chicrnngs-Kommiffar, chierungS=Rath Fastenau ge'gen dirsen Antrdg, der hierauf mit 36 gegen 2" Siimmcn abgelehnt wurde.

Die übrigen Paragraphen des Geseßcs wurden ohne Dis- kiisfion nach den Vorschlägen der Kommission angenommen.

Es folste als zweitrr Gegenstand der Tages:)rdnung der Brrirht der Instizkommisswn iiber dcn Gesehentwurf, be- treffrnd die Auflösung des Lehnrerbandes in der Provinz Westfalen und in den Kreisen Rees, Essen und Duisburg. Nach cinigen einleitenden Worten des Referrnten ])r. Derndurcz beschloß das Huus auf Antrag des «Herrn von Kkeist-Reßow, das GcseH in der von der Iuftizkdm- misfion beschIUffenen Fassung 611 11100 anzunehmen.

Als dritter Gegenstand der Taßeöordmmg folgte der münd- liche Bericht der Kommission für Eisendahtmngelegcnheiie11 über die Uebersnht, betreffend den Fortgang und Stand der Eisenbahnbauten im Jahre 18757 fÜr welche besondere Krrdite bewilligt worden smd. Nachdem der RefereUt Graf Riitderg einen kurzen Ueberb1ick iiber den Stand der Eisenbahnbautcn gegcbrn und den Antrag gefteklt hatte, dnrch die Ueberfwht der Staatöregierimg fich für befrie- digt zu erklären, richtete Herr Hammann an den Regierungs- Kommiffar wegen des Bauch der Bcrlinchtadrdahn und der hierzu erfordrrlichen Mit1c1 61116 Anfrage, welcheder Ministerial-Direktor Weißhaupt nicht b3antworien zU k'c'umcn erk1ärtr, Weil man noch nicht die GrmrdftiickzErwerbungen voÜzogen habe. Das Haus genehmigte hierauf drn Aritrag des Rcfrrenten. Schluß der Sißrmg 1? Uhr, nächste morgen 11 Uhr. (TagsSordmmg: Das Gesexz Üder die Verwendr:.ng der disdoniblen Vankfouds, das Etaigeseß pro 1876 Und der Bericht Über die Bestände des Dotationsfodds.)

_ In der heutigen (ZZ.) Sitzung des Hauses der Ab : geordneten, welcher am Ministeriische der Minister des Innern Graf zu Enkenburg mi), mehreren Kommissaricn beiwohnte, iheilir der Präsident dem Hause die erfolgte Wahl und Kon- stituirung der Kommission für die Städteordnung mit. (S. Nr. 71 d. B1.) Ohne Debdite passirten hierauf in dritter Verathnng dic (Hrseßrntwürfc, berrcffrnd die Grbührenerhöhung der Not::- rien im Appellationsgerichtsbezirk Cöln, die Aufhebung der Parochialexemtionen nnd die Einführung der Kreis:)rdimng, in dir Grafsohaftsn Wernigerode und Stolberg: Es folgte die erße Berathmig dss Gsseßentwurfs, betreffend die Ver- fassung und Verwaltung der Provinz Berlin. Der Nbg“. Zelle erklärte sick zwar mii dem Prinzip der Vorlage im Ganzen einverstanden, Kirst aber doch viele Details für amendirungs-

bsdürfsig. Der Nbg. Richter (Hagen) erörtern? das Verhältniß der verschiedenen durch das neue Gesetz znr Regierung in Berlin berufenen Behörden und trat dem Antragr des Abg. Richter (*?Zaiige*rhausrii) bei, die Vorlage einer Kommission von 14 Mit-

gliedern. zu Überweisen. Beim Schlusse des Blmtes hatte der Abg. Frhr. von Mantenffel das Wort.

_ Der Minister der geistlichen 20.21ngelegcnhsiten 1)r. Falk hat den Regierungen empfohlen, die Aufmerksamkeit der Leh- rer auf die Wichtigkeit der LebenSversicherungen hinzu- 1enken Und die Möglichkcii von Grleichierungen brim Abschluß- der Vsrficherung§v2rträge fiir den FaU in Aussicht zu sthen, das; die von dem Betheiligten ausgewählte Gesrllschaft, ihre- Solidität aks bekannt vorangesth, sah den einzuleitenden Vereinbarungen fiir den gedachten Zwrck zugänglich erweist.

_ Rarhdem von verschiedrnenSeitew muh von dem Verein gegen das Moordrenncn in Bremen, die Ekkich11MK einer Ver- 1uchsstation fiir Moorkultur und Moorwesen bei dem Minister für die [andwirthschaftlichen Angelegenheiten l)r, F r i e d e n- thal in Anregund gebracht ist, har derselbe beschlojien, die Angslcgen- heit zum Gegenstande einer mündlickgen Berathung mit geeigne- ten Sarhvsrftändigen zu machrn. Zu diesem Zwrche ist auf den 3, April eine Konferenz im Ministerium für die Landwirts)- schaftlichen Angelegenheiten anberaumt, in wekcher barathen wer- den soll, welche Aufgaben der Versuchsstation zu stellen find und- welche Organisation der VrrsuchSanftalt gegeben werden soll.

_ Aus Konstantinopel wird berichtet, daß der dortige internationale GesundheitSrath mit Rücksicht auf das Auftreten der Pest in Hilla!) und Umgegend, sowie in Bagdad eine fünfzehntägige Quarantäne gegen alle Prooenienzen aus drm persischen Meerbusen für sämmtliche tür- kisrhe Häfen beschkoffen hat.

_ Der General der Infanterie von Stosch, ck 18. Mitr- des See-Bataillons und Chef der Admiralität, hat fich zur dtrs- jährigen Frühjahrs-Jnspizirung nach Wilhelmshaven und Kiel begeben.

_ Der General-Lieuienant von Voigts - thß, ck13 suits des Königs - Grenadier - Regiments (2, Westyreußrschech Nr, 7 und Commandeur der 20. Divifion, ist hier eingetroffen.

_ Der General-Lieutenant z." TJ. von Twardows ki, zuleßt Kommandant von Stettin, 1]: m der vergangenen Nacht' verstorben.

Merseburg, 20. März. Während derTrge vom 13._17;. d.M. tagtehier der ProvinzialausschußderProvanSachsen. Als Vertreter der Königlichen Staa19regierung wohnte qn den rrsjen drei Tagen der Ober-Prästdent und außerdem bis zum Schluß der Ober- Präfidial - Rath Steinmann den, Ver- handlungen bei. Den Vorfiß führte Graf" zu Stoxberg- Wernigerode. Die Mitglieder waren" vollzahlig* erschienen.

Rach theilweiser Erledigung der zur Bcralhung und Beschluß: ' fassung vorbereiteten Gegenstände wurde dis Wahl der Mit- glieder und Stellvertreter für den Provinzialrath und die Bezirkéräthc voUzogen.

Bayern. München, 21. März. (AUg.Ztg.) Nach dem gestern der Abgeordnetenkammer vorgelegten Hauptetat der Militärperwaltuna Bayerns für 1876 find, cntsprechend den Ansäßen für das übrigeRrich§hecr, für die bayerische Armee bcwilliZt: für die AuSgabcn dss Heerrs 38,498972 „FF: und fiir die Mi- litärpenfionen 2,947,250 (16 : 41,446222 (M, um 934,503 «M mehr als im Vorjahre. Von der Friedenspräsenzstärke des deutschen Hreres im laufenden Jahre mit 401,659 Mann treffen auf Bayern nach Verhältniß der Bevölkerung 38,244 MUR", und zwar 2108 Offiziere, 6121 Unteroffiziere, 88 Zahlmrister- Aspiranten, 642 Unteroffizirre und 803 Gemeine a19 Spielleute, 38,891 Gefreitc und Gemeine, 571; Lazarethgehülsen resp. Sa- nitätStruppen Und 1123 Oekonomie-Handwrrker. Hierzu kommen: 197 Aerzte, 92 Zahlmc'ister, 1 Stallmeister, 53 Veierinäre, 74 Büchsenmacher Und 10 Sattlxr; kann 8776 Dich?"?dzkrrdc.

_ 21. März. Beziiglich drs Budgets des Ministeriums des Innern im Gesammibcirage von 18,127,270 W für ein Jahr der laufendem Fi::anzperiode wird _ von: Finanzausschuss dcr Kammer der Abgeordneten zur Zustimmung mir nur weni- gen, nicht sehr wsscntliehrn, Abmindrrungen brantragt. Der Bericht hierüber in der Kammer wird nächste Woche: staiifinden können.

_ In drn 16151911 Tagcn beschäfjigic die Frage der JUL)??- läumH-prozcssioncn dcn oberstcn GcrickU-ZWf. Bc-

kanntlich hatte Papst Pins 1x. im Dezember 1874 eiii „Jddiläum mit voUsiändigrm Ablmß unter Anordnung einer gewiffrn An- zahl von Gebexen in bestimmten Kirchrn ausgeschrieben. Das Ordinariat RrZenstrg gab in VdUzug dieses Audschreidens Wrisungen wegen céwa damit zu vrrbindender Prozrssionen und sprach dabei cms, daß ein? solche Prozrsswn an Stelle von fiinf- maligcm .Kirckxnbesuche gelten jol1e. Der Pfarrer Hddwnier in Allter-Zderg verunstaltcie mm eine solchr Prozession, unterließ es jedoch, vorher Anzrige bei d.r GUULiUdL- behördr zn machen und dir Zustimmnng drr Txistrikrs- polizeibehörde einznholeu. Tas BezirkSgerichtL1mberg vrrur- theilte nun den Hobmaier wagen Vrrleßung des Vrrsinsgrscßcs zu einer Geldstrafe von 2 Th1rn. In denEnisazridungsdründen wurde ausgefiihrt, daß diese Iudiläuméprozsjßonen fich micht jähr1ich1wiederhosrw wie andere kirchliche Vrozcsfidmen, daher nicht zn dm herkömm1ichrn gezäh1t werdcn; dir Iudilänms- prozesfionrn seien anch nicht der Ausfluß eim“? Volksbcwußt- seids, sondrrn fie wiirden nur jedeHmal auf besondere kirch- liche Anordnung abgehalten und seien als außrrordeutlickzc kirchliche Frier zu betrachten, zu wrtrher die Brwillignng der polizeilichen Behörde erforderlich ist. Das Appel- laiionsgericht Nürnberg sprach den Angckkchtcn in der Brrufurigsinstanz *?rci, indem es fich dafiir emsrhied, daß diese Jubiläum:;prozesßonen als herkömmliche "kirchliche Feier zu be- trachten seirn. Grgen dicses Urthcil legtr drr Staatöanwalt die Nichtigkcitsbeschwerde wegen Unrichtigcr Anmendung des Geseßes cin Mid fiihrte namrntlich ans, Wenn das Jubiläum eine außerordeMiiche kirchliche Feier gewesen, so könne 29 [**-Zi dc-msrlben anch ksixie herkömmliche Prozessionen gebrn, sondcrii [eßtxre feicn eben auck] außerordemliche, weil fie nicht an Ort und Zeit gebunden smd. Ferner seien die Prozessionen kein weseritlicher Vesiandtheil drs Jubiläums, wie anch ein Erlaß des Qrdinariais München aussprerh-Z, wonach in Fokge des staat- lichen V-Irdotcs die Prozessionen zu Unterbleiben haben sollen. Der Orerste Gerichtshof schloß fick) den Ausführungen des Staatranwaltes an, vernichéeie das Urthcil des Königlichen AppellationSgerichi-Z Nürnberg und verwies die Sache an einen andern Senat deffe1ben Gerichts.

_ 23, März. (W. T. B.) In der hruiigen Sihung der Abgeordnetenkammer verlas dcr Abg. Dr. Schiittinger die bereits angekündigte Interpellation, brlrrffend die Ver- bindung eines Reich-Zamtes mit einkm bayerischrn SiaatSamte. Die Interpellation ist veranlaßi dnrck; dir Erncmmng dreier bayerischer Beamten zu Bankkommiffären bei den Reichsbank- hauptftellen in München, “Augsburg und Nürnberg. Dsr Zustiz-Ministcr Dr, U. Fänstle erklärte, er Werde die Juterpcüa- Lion in einer der UächftkU Sißungen bcaniworten.

Württemberg. AUS Siuttgart, den 16. März, schreibt man den „H.N.“ Folgendes: Die-Entwicklrmg Uud das Ge- deihen der hiesigen altkatholiséhcn Gemeinde ist unseren Klerikaken ein Dorn im Auge; sie snchen in jeder möglichen und unmöglichen Wrise dis Bewegrmg a?.s lächerlich hinzustellen Und gegen die hervorragenden Mitglieder drr altkatholisckzen Gemeinde, welchen es gelmigen ist, einen Friedrich und Michelis für die aéikaihoiisckw Bewegung in Württemdcrg zu interejfiren Und diesclden zn betwegrn, in hiefiger Stadt Vorträge zU halten, aUe möglichen Verdääziiguugen zu schlrudern. In erster Linis stand hier drr yon dem Kaplan Denzert in Dirzenheim redigirte „Anzeiger von IPT“. Gegen diesen dekan ging mm der Vorstand der alikaiholischen Gemeinde zunächst mit einém in einem hiesigen Lokalblaiie erschirnenen offenen Briefe vor. In demselben wird drm Kaplan-Redacteur nachgrwiesen, daß die altkatholische Bewehung in Württemberg und speziell in Siutt- gart durchaus nicht, wie es der „Anzeiger von pr“ wünsche Und demgemäß auch behaupte, im Sand verlaufen und „,wie das Hornberger Schießen“ aufhören werde, und daß dazu auch die abfichtlichen EntsteUungen des „Ipf“ nichts beitragen wirrden. Der Vorstand der Altkatholiken tritt namentlia“) auch der von dem klerikalen Blatts aufgestelltrn Behaupinng entgrqrn, daß die Vorträge der Hkrren Friedrich rmd Michelis nur von 250 Personen besucht gewesen seien; der Hauömeister dcs Bürger- museums, in dessen großem Snake die beiden genannten Pro- fessoren sprachen, konfiatirt, daß jedem Vortrag 700 Personen qnwohnten. Der Vorstand wird seine Gegenerklärnng durch eme Separatauögabe in ganz Obersthwadcn verbreiten.

Baden. Karlsruhe, 19. Paärz. (Schwäb. Merkur.) Nack) einer Bestimmung des Schulgesetzes können außer den Oher-Schulräthen und Kreis-Schulräthen noch andere Fachmänner m'tt Volkssthulpriifungen beauftragt werden. Diese Bestimmung tritt jeht in Kraft, indem die Vorstände der Lehrer-Scminarien Ulikaiesen wdrdcn find, zunächst in Gemeinschaft mit den Kreis- Schmräthen, solche Prüfungen vorzunehmen. Dadurch werden Udei'seits die mit (Hieschäften überbürdcten Kreis-Schulräthe er- 1ekchtert werden, auf der anderen Seite wird eine Verbindung der Seminarien mit der Volksschule hergestellt.

__21. März. Zum ersten Male nach Weihnachten war hknte dre Erfte Kamm er wieder versammelt. Von Seiten des. Präfidenten und des Sekretariats wurden zUnächst vrr- schtedene Mittheilungen gemacht. Ueber das dem Budget vor-

MJSstlete Regulaiiv in Betreff der Bezüge der Beamten UU uber das Gesch, die Besoldungen der Richter be-

ircffcnd, lagen gedruckte Berichte vor. Nach längerer Tebatie wurde das Regulativ einstimmig axrgerwmmcr. Taranf folgxc

die spezielle Berathung des Geschs über die Besoldungen ?

der Richter, wobei nur zwei Punkte eine längere Besprechung hervorriefcn. Da hiirbei auch die Aufhcbung der Handels- gerichte durch die Reichsgesetzgebung als möglich in Betracht gezogen wurdr, wie::- der Vlbg, HummcL darauf hin, daß diese Möglichkeit jeh: ferner gerückt sei. Auch Minister Frehdorf sprach die Hoffnung aus, daß die Reich§geseßxcbimg den Einzelregierungrn die Vefugniß gewährcn werde, ihre Han- dengrricht2 zu erhalten oder solehe einzuführen, wo 2-3 d:.s Be- dürfnis; erfordert: soUic fich jedoch eine Beschränkung der Kom- peWUz nicht erreichen lasscn, sollte- das Handrlsdcriäzt auch für die gcringfügigstcn Sachen für kompetent erklärt werdeii, so daß UUU die Bcifißxr dafiir kaum mrhr gewinnen könne, darm miiffe cvcnxucU dcr Zweifel duftaucknn, ob es nicht dcffcr sei, die-Han- delsßerichxe ganz fallen zu lassen. Die übrigen Paragraphen und dae.“- ganze Gesch wurden hierauf ohne weitere Debatte ein: stimmig angenommcxi.

Hessen. Darmstadt, 21. März. Die Erste Kammer der Siände hielt heute ihre 4, Sißung. Die Kammer nuhm, Wix: bereits iclegraphisck) geme1dct, znérft die Vorlage des Ge- sammt:Ministeriums, die Uebertragung drs Eigenthums der Oderhcssiichen Bahnen an den Stadt bc:r., konform den Bcichl'üffcxi der ZT'citcn Kammer, rack) kurzer Tebaite gegen 2 Stimmen an. Auch die weiiercn Gegenstände der TageSordmmg wurdcn einstimmig ohtie Debatte, koéiform dcn Brschki'xffen der Zweitrn Kammer, QUZLUOMMLU. SOÖUUU vortagre fich die Kammer (Ulf nndestémmic Zeit.

chcklcnburg=Schtvcriw Schwerin, 21. März, Nack) drm Adlaiif dcr jcohsjährigcn Wahlperiode“ fiir dir BMUKK" res Jiirsicnthdms Raizobnrg 1741115 dic UWÉUUÜUM:sU'ZUlZiickx Laiidcsi'cgicrung Nciiwadlcn angeordnet Und dadiirrd ihrer: Frits erklärt, das; sii“ dic ron dcr 1'a13cdiirgiic1icti Brrdlkrrimg biÖhcr nichr angcndmmcnr und daher nord nicht 111LY11N1chÜJÜT gcircrrnc Vorfassmxg idrrwährcnd ald i11 Grituxxg [*riiiidlird an- sehe. Das Crgcbnis; dcrNanahlwn hai jcdch dcr Erwarrmxg, dai; cs jrizt ICUUJOU werdc, einc bcirlilusÜhigc Vrrii'ciimg „xu; samUiri'ezdbringcn, nicht cntiprrchrn. DMU auf di: „721 die Mr- irctcr rrgangcnc Ziljs111111?11[*U"Uf111lg znm 27. d. “.'-„11. dadrd 11 von den 21 Vrrtrrtcrn, welche nach der Vcrinffixdg dcn Lundiag

biidcn, darnmicr dic iximmilicch 9 Vrilrrtcr dir Vaixxrickzaixn, . ' begléirrt *.“em.

dri“ Grrsxhrrzdglicdrn Landvogtci Zu Schönbrxd, di: Lixrxeißr gr- macht, da]; 119 dcr BcrUsmig iiicht Frlgc («171-611 wmxdsn, ird: dnrch dix? Nichidcsti)[Uizsähigkcrr dcr Vrrwmmdmz ]ctsrii irxistriit.

Lübeck, 22. März. (Liib. Ztg.) Ter Kronprinz Und die Kronprinzessin vou Dänemark trafen [WALL Vor- mittag 11111 91 Uhr von Corsör auf dem “Dampfer „Ich-„r“ hisr ein und wnrdcn vom drn Hrrrerr Charxes Priit Uiid Horcx::x;1g Petit, Königlich dänischdn Konsnln, Orgriißt. Nixckwrm dsr KMU- prinz in Bkglritimg des Konsuls Ch. Pétit rinr Promedxdr dnrch die Studi und Über den Wali gemackyt, trairii dic 1w'r,rrr Herrschaftrn iibrr Hamdnrg die Reise nach dem Süden an; drr Aufenthalt soll hauptsächlich Jialicn gelten.

Oesterreich=Ungarm Wierx, 21. März. Tem Böhmi- schen Landtag ist vom Landesaussckiitffe ein GcssY-xiniddrf, [*rtrrffend dic Landtagswahkordnung fiir Böhmen, Udr-chcgt worden. Derselbe enthält jsdoch keine prinzipirüe Acndsrimg der Wahlordimng, sondern zumc-ist mtr einc Kddistkaiion der verschiedenen bereits früher bcschloffenen WahlgesehxwvrlUn. Tie beantragten Aendrrimgen zielkn dahiii, die Wahlbezirks sd vir! als mög1ick) Naiidiial gleichartig zii gesialtm, ebrnsd dir Land- iagHwahWrdnUnsx mix; der Rcich§rathswahldrd:*mig in Uederrin- stimmung zu brixiger..

_ Dic „N. Jr. Pr.“ verbleibt in ihrrni heutigen Loir- artikel L*Li ihr::r Ansicht, daß die wirthschaf11iche Rexxcncratirn Oesterreichs mii drr Hersteünng der Vainia drgimieri miiffc Und das; drin?. Urdrrgangc- von der Papisrwährumg zUm I)iciaUgeldr nur da?; Gold (1112111 ab.? ZUkiinFtigcr Wrrthmeffrr grwäh1t wrr- den diirfs. Das Blatt konstatirt die Thatsache, da]“; UM civilifirien europäischrn Staaten entweder zur Goldwährnng dr: reits Übrrgrgangen find, odrr dock] ganz OffcUbÜk die TEUÖWZ verfolgen, dich in nächster 8 ii zu thnn. England, Deutschland, die Nirdrrlande, dic sk-„1t1dincwischen Länder Und Portugal hdbon bereits das Gold (1163 alleiniges Taiiichmitic1 gr: wählt und das Silbcr geschlick] zur anktidn drr Scheidcmiinzs dcgradiri. Spanirn und die Läudrr dcr [ateimischen Münz- konventiod, nämlich Frankreich, Italien, Bxlgirn, (Hrimhcnl'and und di? Schweiz defißen zwar gesehlick] noch die Doppslwäh- rung, prägen nber thnksäcküirk) in größerem Umfange niir mehr Go1dstücke, während fie die Ausdrägung von Siider- münzm auf ein von Jahr zu Jahr fick,) vrrringernch, höckist besckzridcnes AUSUWß eingesäzränkt haben, Doch gleich- viex, 01) fie den [chien Schriti, niimlich drn drs gescizdrhén Uebergangch ziir reinen Goldwährung, in der nächsten Zukrmfi schon UUTLkUChmen oder noch Längcr hinaussthiebeu werden _ die Silberwährung besaßen odcr befißen fie nia'zt und Wrrden sic auch Niemals annehmen. Es bleiben also auf unserem ganzen Erdtheilr nur noch die Türkei, Rußland [Md Oesterreich als Silberländcr. In den beiden [thercn besteht zwar gescUich die Silberwährung, faktisch aber die Papierwährung, so daß in Wahrheit das Silber in ganz Europa, mit Llnsrmhmc der Tür- kischen Länder, demonetifirt, Überall entweder durch Gold oder Papier verdrängt ist.

Wenn Oesterreich unter so bcwandten Umständen zur fakiisthen S.Wcrwährimg zurückkehren 1v011te, so müßte es sich von vornherein darüber klar skin, daß fich cm dem 811- stande der Isolirung seines Geldmarktcs von dem des 11er- gen Europa durchaus nichis ändern kann. Während die anderen «(ropäischen Staaten eine große bilden, ihre Münzen nach Abzug der Prägekostcn gegeirscitig zum vollen Werthe annehmen und damit einen sicheren, un- veränderlichen Maßstab für aUe internaiionalen Transaktionen befißen, müßte Oesrerreich nach wie vor abseits und abgeschlossen von dieser Gemeinschaft stehen, sein Geld wäre Waare auf den fremden Märkten, das Ge1d aller anderen Staaten Waarc aiif seinen Märkten; seine aquäriigen Handelsbeziehungrn blieben abhängig von allen Schwankungen des Werthverhälwiffcs zwischen Gold und Silber, es würde ihm nach wie vor die un- verrückbare feße Basis nicht nur fü'r den internationalen Handel, sondern anch für den größten Theil des Verkehrs im eigenen Lande fehlen.“

Pest, 21. März Das Abgeordnetenhaus erledigte heute den Gesehentwurf betreffs der Volksfckwlbehördcn, mit Aanahme des §. 13, welcher an den (Zentralausschuß behufs neuer Trxtirung desselben zurückgewiesen ward.

Sodann beantwortete der HandelS-Minister Simonhi die

;Jnterpellation MtASkhOTÖ wegxn dcr Forstdrvßaiioncn dahin, ; daß er nach EidMnehmnng des iarid- und forxtwirxhixhaftlichen

Vereins einc Geschworlage einbringen werde.

Auf die Imerpellmion Karl Raths wegen Abänderung des Gewerbegesetzes antworiexe der Handels=Ministcr, daß er zu die- sem Zwecke eine Enqnéte einberufen und gemäß des Gutachtens derselben vorgehen werde.

_ Die Kongregation des Pester Kdmiiaies heute anläßlich der Aufforderung anderer über die 3011: und Banksrage Und beschloß, an den Reichstag eine Petition zu richrcn, in wcéchrr rcr1'elbe ersnrht wird, Ti-Zza's Programw. FU verwirklichen, cine selbstän- dige Bank zu crrichicrr imd die Zollfragc, 1111 möglich, an? ein- hriilickzem Gedicée zn lösen. Bieidrn abcr Unxézarns Ititercffen Underr'rckfichtigt, dunn soll ein scparat-ss delgcbixr errichtet wer- dcn. Tie gemäßigtrre Resoluiion, wrlckze dic dkdße Kennmiß- nahme dérZilsckUificn drr Mimizipirn empfahl, blieb in der Minoriiät.

“Schweiz. BETZ1, 21. März, Dcr Naridnalraih hat heiiie die friihrr znriirkgriegtcn Lirtifcl drs Forstgesehcs er- lcdigr mid dami das ganze Grieß mit 08 gegen 1 Stimme an- JLUQMMLU. _ Raid dic Zäzwcizer im Auslande haben rin Mauifcst gegrxx das USUS Militärstenergeseß er- lassr-n. Unirrz-xirhnc-t von den Schweizer Gcirllschaften in Auxzsburg, Berkin, Vrenién, Chenmiß, Cöln, Fkakallkt a. M., Hamdnrg, Hannover, Livorno, Mailand, Mannheim,. Mün-Mn, Nimxs, Siraszdrxrg, Sintrgari mid Worm , richtet dasselbe an die “))Titdiirger daheim dic dringen*e Bitxe, dar.“: Rcfcrcndiims- erchren mit “ihrcr Unterschriir „zn UUTOTÜÜHEU und dci der VdikSadstimmrmg seids: für Verwrrfnng drs Géirch zn stimincn.

Belgien. Brüssel, 22. März, (W. T. B.) In der hciixigrn SUZUKI drr chräscntantcnfammcr wnrde dcr gestrrn von drm Finaiiz:Minifter Mason eingebrachte, 311kUl1TLr- stiißnng drr Banksuc dc Belgiqne dcftimmt? Gcscßenirurf m-t 83 gegen 4 Stimmcn angenommen.

Großbritannien und Irland. LOLTÖUU, 20. März. Urbar die am nächst-xn Montag, den 27. d., vor sich gehcxide Reise der Königin Uarii dem Festlande [iegr jeizt folgendes PWJTQTMU vor: Die Königin wird V011 ihrer jüngsten Tochier, der Prinzessin Beatrice, dcr Marqiiisr von E11), Ladr) C11111ch1Ü, ihrem Pridaiirkretär Gcncrakaajor 1130111922111], ihrem Fliigcl- Adjutanten CdldiirU BWI- und ihrrm Lridarzre SirW.Ie1mrr In Portsmonth cridlgt die Eiiischiffimg cm Dampfhackxx „Victoria and Yldcrt“ Von “da wird dicRcisc por Eisenbahn in zwei SÜWTUUKZLU, rin Paris und Ztraßdnrg :mck) Badcn-Baden fdrxgcscxzr. In lrßtrrcm Tric wird die „Königin 8 odor 10 Tags verweicn und 1181) darm mar!) Crdnrg zu eincm Bcinche dcs d0r2ig211 Hoch degcben. Gcgen E11de April Triir dée Kdiiigin dic Ridireise nach England an, um in LJiUdiUk rechkzriiig „ZU? Brwillkomimnmg des (1115 Indira znriichfehrcndcn Priiizrd von Wales einziirreffeii. _- Ad- mirck1 Joseph (Hape, einer der weiu'gcn Wii) iibrigcn Kämpfer von Trafa1gar, ist dicirr Tage im_ “3. Lederw- jahrc verstorben. Er Trat im Angxist 180"; in die J10118“U11d marhie dis dcnkwürdixze SeeschlaQT aiif dcm Linicnß'ciiiffc „Ajar“ mit. Seit sei!:rr ETULUUUUJ znm CUMW-Amirml stand cr anf dcr Lisjc drr

verhandelte Munizipien

Bord “drr Königliézsn 011 1141110 nach Chrrdoxirg.

* zrngniß drr gcist1ichrn Lchranstakien geniiqic. DEU

Geldgemeinsthast »

Penfionirten. _ Dis Unirrftxch1x27g grgrn den Knpiiéin des Dampfkrs .Fr-„mcdnia“ wchxi Tödtnng wird, der „E. C.“ znfolge, 111 der nächsten SZHUUJ ch Crniral Crimidal Conrt, die am 3, April“ begiimt, chiihir werden. Der Aitormcrx-Gencral UND rin (mdcrsr Vinwait det.“: S.Ociyamtcs wird die Anklage füh- r-xn, fiir dic Vrrihririqumg smd Scrjrdiii Valli) Und die Axiwältr Cohen und Montagu Wiliiams Mgagirt.

_ 22. März. (Köhl. Zig.) Das Koidiiiaiamt erhielt aintkich dictsleJraphisck]eNach)richt, daß der Präxendriit FSinail, dcr Nirzeitler drr Uxirnhcn in Perak, sich 511 Prxmng ergodrn hai; sLiUL Lidiiihrung xmck) Simgapdrc ift migcdrdiict.

Frankreich. Paris, 21. März. Das „JOUL'11Ü[ rffrrérl“ mrlder die Wah! ch Herrn DLSUtazes_zi1in Srnaior voa Martinique imd des (Honorals dieler Jailxr ziim Scxiaror von GUÜDUOUPL. _ TU“ AdL. Paul Bert, Pro- Fxffdr der “Uhr):ioldgir Uiid Mixgliad der änßersten Lidksn, ha: gestern zwei d).?» Untrrrirhtéwesen betreffende Gcseßcntwiirfe cin- Zesdraéjr, die zu [rdlmfren Debaiten Anlaß geben dürfien. Nach der ersécU diesri' Vorlagen müssen künftig alle Elémentarlehrer U:“;d Lekhrerimtcn mit drm staatlichen FiihigkeiiSzeUgniß vcrsohkn sLiU, idähredd diHhEr bekanntlich das sogenan1it-2 Odedremz- Gemeinde- r(ijth 1911 die Wadi zwischen kdiifesfioiisidsrm und «eist- 1ichem Unterrickyt zustehen: wo sie drn ersterem wählen, diirfen “sir diessn Entschluß nur im Jul! einer Vakdnz widerrnied; wo fie fich für die geistlichen Kongregationm cnischeiden, gilt der Beschlitß zunächst 11111“ für fiinf Jahre. Dis Tirrkwren Urd Professoren der Sch]U1lehrcrseminaricn müssen KUSUAÖMSWS Laim frin- Der zwsite Eiitwnrf zielt (mf eine Reform der verschiedener: Unicrrichtöräthe, der Departe- mctitsschusräthr, drr akademische» Räths, endlich des Ober- Unterrichidrarhs ab; cms dcm [eHcren will Hr. Paul Bert die vier Erzbischöfe odcr Bischöfe, die beiden Vertreter der pro- irftantischen Brkenniniffe, den Vertreter des israe1itischen Kon- sistoriums, "sowie die Repräsentanten drr Armye, Marine, des obersten Gerichtshofs und andere Körperschaften, deren Stimme und namcniiich deren Einfiuß jenen der Fachmämwr erdrückt, entfernt wiffen.

Spanien. Madrid, 23. März. (W. T. B.) Der Papst hat ein Breve hierher gelangen (affen, in welchem er gegen de'a Artikel 11 drs Verfa_sQiiigSeUtwurfs, we1cher der Tolexranz in Rcligionssarhcn die Form des öffent- lichen Rechts verleiht, protestirt und behaupiet, "derselbe verchr die Rechte der katholischen Kirche UUd ammUire das Konkordat.

Italien. Rom, 17. März. Der „AUg. Ztg.“ wird geschriech: Dir administrativen Wahlen beschäftigen den Klerikalismns immer mehr. Heute wird von seinen “Organen den Katholiken Jtalicm; kund gcthmr: „daß die Thei1nc'hmc an diesen Wahlen nicht nur cilaudt mid wünsrhrnswcrth, sondern auch durchans :rothwsudig sci, Und das Wiss im Hinblick auf die Zukunft._ „Es ist»die Ucbrrzrugung der Vcrständigsten un- ter denen, die fich um die politsche Entwickelung unserer Hai?- insel inierrsfired: das; dir italieniiche Revoluiion, mmm 1mnzer es „sei, aus der gegenwäriigcn Phase machia- vellistischcr Yenchelei znr härtesten Verfolgnng über- gxhen wrrd. . . . Welch unberechrnbare Wohlthat wäre es da fur unser Baisrlaud, wenn in allen Munizipien lauter ehren- wrrthe, werk, kouservativr Männer säßen! Welcher Vortheil wurde daraus drr Kirchr, dcn Kaiholiken, dcm Volksgewiffen,

dem Privateigemhum erwachsen u. s. w.