1876 / 79 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 31 Mar 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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verlautet, beabfichtigen diejenigen Deputirten, deren Wahl einer

_ 30. März. (W. T. V.) Die aus Deputirtenkreism Unter 11 un unterzogen werden soll, ihx Mandat niederzg- legen, mehdanZt gegen den voln der republikanischen Majorna: s lu roteß einzu egen. _ gefaß1e_n Yxnch deßr ?Agence Hayao“ wird nochchls erklart, daß alle über einen Wechsel im Personal der dtpiomattscxjen Vertretung Frankreichs im Auslande verbreiteten Geruchte

der Begründung entbehren.

Spanien. Madrid, 31. März. (W. T. V.) Aus Tolosa wird vom 30. d. gemeldet, daß der_ General- Kapirän der baskischen Provinzen, Castro, “eine Ver- ordnung crlaffen hat, welche den Bürgermeistern anbe-

fiehlt, innerhalb 14 Tagen ÜÜL von den Carlisten aiif dem Gebiete der betreffenden Ortschaften errichte'ten Befeft_1- gunqswerke zu zerstören, soweit dieselben mcht durch Ko- nigliche Truppen beseßt smd. Nichtbefolgung dieser erordnu'ng wird kriegsgerichilicl) bestraft werden. In de_r Promnz Bis- caya sollen fick) einzelne Banden Aufstandtscher gezeigt haben. ,

Türkei. (W. T. V.) Ueber die zwischen dem Skatthalter von Rodich und Moukhtar Pascha in Ragusa Zepflogenen Verhandlungen meldet die „Polit. K_orrespondenz , daß'der schwierigste Punkt, die Verprovianttrung von Ntksich, an we1chem die Waffenßiüßandsftage zit scheuern gedroht habe, durch die vom Statthalter von Rodich m Anspruch _genommene Dazwischenkunft des Fürsjen von Montenegro_ bßseittgx worden sei. Der Fürst von Montenegro wexde namlich seixien gan- zen Einfluß bei den Insurgcnten für_ dux von den T_urken 'zu bewerksteljigende unbeheliigte Verprovzannrung von Ntkfich em- seyen oder es werde diese Verprooiannrung eventuell von Maute- negro aus erfolgen,

Dänemark. Das Folkething aufgelöst worden. " erachte es für unzuiasßg,

Kopenbagcii, 30. Mäxz. (W T. B.) ist heute durch ein Königliches DZkr'et

In leterem heißt es: Der Konig daß die Ergreifung der zur Vertheidigung des Landes erfdrdexlickzen Maß- regeln länger hinausgeschoben werde, weil. eme. Verstand:- gung 3wisch€n der Regierung und dem Folkeihxng 111cht habe “er- zielt werden können, indem das Folkethmg 1111171 11111; die drm- gendstcn Maßregeln abgelehnt, sondern auch dre 1111116151131? und nickyt damit in Verbindung stehende Bedingung, die Einfuhrung der Einkommensteuer, gestellt habe.

Amerika. (E. C.) General Schenck ift am 28. selbst vor dem Foreign Committee dcs Repräsentantenhauses. er- schienen, um Über seine Beziehungen zu der Emmg-Mme- Gcselischaft fick) zu rechtfertigen. Er behauptete, der der gan- zen ?l11;3elegenl)ei1 im guten Glauben gehandelt zu habkxi, daß die Emma-Mine wirklich eine er1rägliche Silbergrube sei, und seinen eigenen Verlust, den er d11rch Theilnahme an dem Ge- schäft erlitt und der ihn zUm armen Manne machts, bercchnc1 er auf 50-60,000 DUS, Er habe 500 Aktien des Bcrgixcrfs an offchm MarkLe zu dem Kurie von 30 und 31 gekauft und verkauft, als fie auf 14 standen. Die 500 Gründcraktien habe er 110ch fast alle. 25 davon habe er zu 20 per Stück vcrkaust und er hätte gcrne alle [ds_gesckglagen, wenn ihn damals 11ick11 so viel Tadel, getroffen h_atte. Das Geld zum Kaufe Wiirde ikxm von Park, einem der Grunder, _vor- gestreckt; auf welche Weise und mit welchen Papieren er diesen später bezahlt, berichtete General S_chenck vyr dem Ausschuß. Die Aussagen Lyons gegen ihn erklarte er fur unwahr.

Berlin, den 31. März 1876.

Ueber die rechtliche Unverantwortlichkeit und Ver- antwortlichkeit des römischen Papstes hat Professor Bl11111schli in Heidelberg, dessen Völkerrecht 4[webenßm zweiter Auflage erschienen ist, in der „Gegenwart“ "Ollie dolkcr- _Und staatHrsÖtliclu Studie veröffentlicht, die (11111) uber die gcschxcht= liche Seite der Frage bemerkenSWcrthe Erörteruiigen LUTHFLÜ. Die rechtliche Steilang der Päpsje wurde in vcrickmdexxen Heiter? der Papstgeschichte verschieden angesehen. Seldstvcrstqndiick) set in den drei ersten Jahrhunderten der christlichen K1rche 11911 irgend einer bevorzugten SteÜung dcr römi1chen B1schdfe nicht die Rede gewesen. Als dann in der folgenden PLLWÖL die christliche Kirche von dem römisch=byzantinischen Reiche'al's Stath- rclägion erklärt ward, erhielten die Bischöfe Wohl einige Prim- lcgicn von den christlichen Kaisern, aber sie blieben Unterkhanezi des Kais6rs. Auch damals sei von Unverainwortlichkeit dCS rörm- schen Bischofs keine Redegewesen. 'Die Kaiser behielten fick) vor, in S1raffachen selber die Bischöfe zur Rechenschaft zu ziehen. Sehr ost haben auch Kaiser, wie selbst der orthodoxe Kaiser Just'mian über römische Bischöfe Gericht gehalten und Päpste enkseßi, verbannt, zu schweren Strafen verurthcilt. Mehr als fiebcn Jahrhunderte bestand so das römißche Papstthum, 11015 seiner hohen Autorität in der kirchlichen Lehre, in völliger Abhängigkeit von dem antiken Kaiser, in dem alle Souveränetät geeinigt war. In der dritten Periode, als mit Hülfe der Päpste das römische Kaisérjhum von den Griechen auf die germanischen Könige, vorerst die Franken, später die deu1schen übergegangenwar, stieg das Ansehen der Päpste rasch in die Höhe. Dennoch blieben die Kaiser selbst da noch in den ersten Jahrhunderten die Oberherren Roms Und betrachteten die Päpste 1119 in weltlichen Dingen untergeordnet. Erst seit dcn Tagen Gregors )*11. und H9i11richs 19. nimmt der Papst indem ailgemeincn Bewußtsein der wesieuropäischen Christenhcit d'en Höchsten, selbst die Hoheit des Kaisers überragenden Rang ein. Die Kaiser mußten sich damit begnügen, die Lehnsherrlichkeit der Päpste abzulehzien, sie waren zu schwach, um noch die Staatshoheit iiber die Papste geltend zu machen. Set": dem funfzehnten Jahrhundert, „11. 1). seit der Entstehung von großsn selbstbewußt_2n StaatJmachtey, dcn Kirckzenkonzilien von Conftanz und Bank, vermogen dle Päpste ihre Herrschermacht nicht mehr zu behaupten. Ihr An-

sehen sinkt, die Macht der weltlichen Staatezi und die Autorität der weltlichen Wissenschaft fteigen. Der Abfall der germanischen Nationen 'von Rom ste11t den Päpsten völLig freie protestantische Machte ent-

gegen, welche keinen Vorrang jener anerkennxn und „keine Privilegien dcn Päpsten zugestehen. Selhst die kajhoxisckzxn Jürßen und Staaten wurden nun ihrer natwnaien Seibftandtg- keit Und ihrer politischen Freiheit und Hohkit Meder time und waren nicht mehr gesonnen, fich den römischen Anspruchen zu fügen, wenngleich sie noch den Päpften eine fdrmelle Ehrxr- bietung wiUig erwiesen. Der Papst hatte .aber 1th noch eme Doppelftellung, einmal als Kirchenhaupt, daneben als St_aats- haupt des Kirchenstaats. Insofern konnte er auch das volker-

Knnß, Wiffeuschaft und Literatur.

Eine ausfübiliche Besprechung der Bxscblusse. welche von der Ortboaravbischen Konferenz aefagzt Jvordxn sind, hat dx: Professor Michaelis, Heraus eber der Ze1t1chklst fur Stenograpbie und Orthographie. erscheinen affen. . . _ Dem Berichte der Generalversamnxlung des Vereines fur Erhaltung der bistorisschen Denkmaler des ClsaÉ, welchx am 2. März in Straßburg tattgxfundxu hat. eqtmmmt die , tr.Ztg. Fol endes: Die Za [ der Vereinsmitglieder ist von 181 zu Anfang 187 auf 242 bis Ende Februar gestiegen. Am 15. Januar d. J. batte der Verein ein Vermögen 'von, 15,659 Fr. 62 C. Der Bezirk Unier-Elsaß bewilligt ihm eine jahrliche thsteuer von 1500 Fr:, das Ober-E1s as; 500 Fr. Bev. Durcbmustcrung der.1111 Jahre 1875 ausgefuhrten Arbeiten sprach der BerichterstatteLHr. ngeqanaS Bedauern aus, daß „dcr altexthümliche Thuxm bei St. lehelm 111 Hiraßburg ((Hgldeu- thurm), dieser merkwürdige Schlußvuykt dcr Perspektwe des Schtnieut- und des Fischerstakens, verschwunden ist“, und daß .das Schleifftadter Thor, gegen Colmar zu, welches von Vauban un ornamexttrt-en Styl jener Zeit gebaut worden, zertrümmert auf dem Boden liegt. Dank der Oberverwaltung ist .das alte Stadttbor von Schlettstadt, gegen Straßburg zu, genannt der Hercnthurm, der „01118 dem. 15. Jahr- hundert herstammi, erhalten worden. Das Counts setzt seine Schutte fort, um die Straßburger Thore _vor Zerstörung 311 bewahren, 1_1n_d hofft, daß es ,die Verwaltung zu uberzeugen_und umeru Krudem die)? alte Erinnerung des Ruhmes unserer Vater zu übertragen ver- mögen wird.“ _

_ Der Kaiser von Oesterreich hat unier denz 15. Maxz den Malexn Hans Makart und Heinrrch von Angeli den Proseffoxs-

titel vetlieheu. Geiperbe und Handel.

Wir haben im Interesse der deutschen Industrie unlaugst einige auf ausländischen Absaßgebietxn layi gewoxdene .Kla- gen mitgetheilt, um darauf hinzuweisen, daß 12121: be;Anfert_19uug_ode_r Lieferung deutscher Fabrikate etxva voxkommende Unzyvexlassigkeit die Entwickelunz unseres Handels in schwerer Weise 1chadist, "indem sie das Vertrauen der gewohnten ausländischen Abnehmer schmalert, dic- ielben anderweitcn BezugSquelleu zufuhrt, und die Werbung, neuer Abnehmer beeinträchtigt. "AUS (112110611 und durchaus wdblmeme'ndcn Gcfichtépunkten wird uns ferner 1mtgctixeilt, daß auch die Schwung- keiten, dencn unsere Exporteure de_i fxcmden Zollverwaltungen begegnen, zuweilen auf Ursachen zuruckzyfubren fixzd, welche nysere Industrie und unser Handslsitand zu vermeideiz wohl, 111 der Lage waren. Wir dürfen uns in dieser Richtung auf 11a__chsol'gende Andeutungen 02- schränkm. Wenn es vorkommt, daß deutxchx Fabrikc-mteu tbreCrzeugmffe mit Waarenzeickzen, Stempeln oder dergleichen chchen, welcbe geeignet sind, den deutschen Ursprung zu vkrläugnen yud den Glauben an emen fremdländiscben zu chccken, so fx'nn _es nicht Wundex nehmen, daß solckye Fabrikate bei der Einfuidr in em_ fremdes'Gebtet von der be- treffenden Zollverwaltung nicht als, deut1che Fabrtkaie anerkannt wer- den. Das Mißtrauen hiergegen stsigert sixb, werzn fur die Versendung solcher deutscher Fabrikate eine Route _gcwah1twnd, Welck)? ohns-Noth einen vorgängigen Transit durch 2111 drit'tes Zoxlgevict bedmgt. Wenn andrerseits deutsche Exportcurx es „mcht- verichmaheit syllten, “fremdländiscbe Crzeugniffe 1116 8711111111: m em, Laind emzmuhreg, Welches von den betreffenden Erzeugnissen des WirklichenUrspiungs- landes eine höhere Einfuhrverzrüunß z11_forderr_1 berechtißx ist, 1118 1,3531“! gleichartigi'n deutschen Erzeugnissen, 101121111211 die _11acl1tbeiligenRuckw1r- kungen aufdie redlicbe Einfuhr derbeireffenden deutycbxn Erzeugnisse kaum ausvleiven. Werden dadurch Anordnungm heryqrgekusen, welche der Zoll- verwaltung dcs Einfuhtlandes cine gengucrePrusuug dstrsprungsder aus Deutschland kommenden Sendungen 1oicher Erzeugnisse _vor'schreiben, so kann schon der hierdurch bedingte Zeijveriust dix Herxchi1gten Intxreffen nnscrcr redlichen Exporßure in empfindlicher We11ejckadtgen. Ez ware'er- kläriiä), wenn wiederholte Wahrnehmungen 101913171: Art auf die Genzugt- heit fremder Zollverwaltuvgcn, anf Reklamationep' deutjcher Reichs- angcböriger einzugehen, im Wigemkeinen ncicht5e111g wirksn ioilren, und es liegt auf der Hand, da); eme amtl1che Unterstußxmg sol_cher Reklamationen, welche die angedeuteten Fälle selbst betreffen, nicht gewährt Werden kann.

bildung beseitigte endlich die Misch11ng.'_Der Kirchenßaat wurde zuerst 1809, und wieder 1870„säkula„rr11rt und das Papstthmn auf seinen kirchlichen Beruf zuruckgerviesen.

Nach dieser geschichtlichen Yeherstckzt gelangt Prof. Bluntsahli zu folgenden Schlußergxbmffen: ' 1) Es giebt keine allgemeine Recht§pf11cht, weder der.!-

StaatSrechts noch des Völkerrechts, welche die Staatxn nöthigen würde, dem Papste eine privilegirte Rechtssteiluzixz, msvesozidere dic Privilegien der Immunität und Exterritorialitat zu gcmahren und demselben von der _verfaffungSmäßigen Unterordnuyg' unter die Staatsgeseße und Unterwerfung unter die Polizei; und Gerichtshoheit des Staates zu befreien. Wyhl abxr 'ko'nzien politische Gründe, sei es einzelne Staaten, sei'es dre cwrltfir- ten Staaten überhaupt, dazu bestimmen, mit Rucksicht_ auf den Glauben und 012 Wünsche der römisch = kathleisckzep Bevölkerungen ihrer Länder und aus Ehrerbietung fur _die weltgeschich1liche Inftitufion des römisckyen 5131211811311an und sertie Uiiiverskile Bedeutung, d-xn Päpstcn eine privilegirts und exi- mirte Rechtsstellung, nach Analogie dcr souveränen Rechte der Staatshäupter zu gewähren. _ '

2) Die völlige Gleiäzftelkung der Papfte mit fremden Sou- veränen ist nicht möglich, weil die Verhältniffe grvundderschtedcn find, aber es kann den Päpsten annähernd ein ahnlichcrnVor- zug zum Schuß ihrer Freiheit gewährt werden, 9113 Handter der römiscH-katholisckzen Kirche, unbeemftusxk von irgend einer StaatSmacht, ihren kirchlichen Beruf a11§z11uben. "

3) Sowohl Recht§gründe ais politt1che Gxunde sprexhen dafür, daß die Staaten, um anmaßyiiden Uedcrgrtffen und femd- seligen politischen Handlungen der Payße zu wehren,. die Er- theilung des Recht6privilegiums an die ngfte an dxe Bxdxii- gung knüpfen, daß die Päpste ihxersetts die' verfassungSmZßtge Rcchtc3ordnung der Länder respektiren und kerne von dxm Volker- recht als Friedensbruck) verbotene Handlung wider ,die Staaten üben. Wird diese Bedingung nicht erfülkt, so '1ß ]eder St_agt berechtigt, dem Papste diesen Rechtsschuß und ein solches Privi- lcgium zu entziehen. _ '

4) Am besten wäre eine vöskerrech“ltche Ve_rem1gu_ng "alier oder doch der mächtigsten christlichen Staai'en uber dre nahxre Bedingung und Faffung des Privilegiums, und es xonnie errie solche Uebereinkunft dcn Päpsten bei, der Papstwahl, ahnlich mie früher die Wahlkapitulation den römischen Kaiserzi, vorgelegt und die staatliche Anerkennung des Papstes als Ktrchenhauptexs- der katholischen Kirche von dem Versprechen des Papßes abhangig gemacht werden. _ "

5) In Ermangelung eines Bertzrages ift ]eder Staat fur fick) allein berechtigt, in derselben Weise'vorzugehen.

6) Wenn gleich die Papstfreihett tm wettesften Umfang gx- ichüßt werden mag, so darf doch kein Staat geFXaiten, dezß sem Gebiet und sein Privilegium zu völkexrechtdwrdrtgen Friedens- brüchen wider einen anderm Staat mißbraucht rderde. _ Dafür ift jeder Staat den anderen Staaten verantwortlich, Wie wenn ein entthronter Souverän von dem Gebiet eines neutralen Staates den Krieg erneuern wollte.

rank urt (:,/O., 21. März. Zu der diesjährigen Reminis- cereéMessfe waren ungefähr 61,400 Ctr., mithxn exwa 2400 Cy- Waaren mehr als im Vorjahre, angefahren und .k_a.1m d1e_felbe als eme gute Mittelmcffe bezeichnet werden, indem der gro "te Theil derWaaren verkauft worden ist. Der auf wenige Tasx be cbrävkte Tuchverkauf- konnte sich nur bei einigen Art1kela zy einer besonderen Lebbastig- keit erheben; das Geschäft liegt ubkrall mebx xder- weniger damieder, wodurch der Besuch der Me e beemtrgchgt wird.. Es fehlten viele Engros-Kaufer namentli aus Suddxuischlaud, dagegen eigten die sehr zahlreich, anwexeuden Kleinkaufer be- deutende auftuß. so daß das schließuche Re ultat der Tuchmxffe als ein ziemlich antes bezeichnet w_erden kann. Gemusterte Frubjabr-- und Sommer-Tucbwaaren in gefalligen Mustern aus_ Cottbus, Forst, Spremvch, Crimmitschau 2c. warxn 311 aintcn Preisen recht begxbrt, dagegen mußten glatte Stoffe bei bejchranktenx Adsay „sich emen kleinen Preißabschlag gefaklen 1.1ffe„11. Das Geschaft m 1e1denexi und halbseideneu Waaren war gering, 1- baumwolleney, wollenxn, lemenen und kurzen Waaren bei mehreren Firmen gut, bei den u_1e1ften jedoch nur mittelmäßig. Die Zufubren an Leder_alier Ar_t, Hanley, Feilen und Borsten waren bedeutender, als. im Vorjahxe; sammthcbe Vorrätbe Wurden verkauft, wenngleich zu gedruckteix Preisen.. An roher Schafwolle waren zu den_ voilpandenxn Bestanden nur 437 Ctr. anaefabren, die größtexithecks von _Handlern aufgekauft wurden. An Pférden tvarea uugefgbr 1500 Stuck am Markte, das Geschäft darin war bei hohen Preisen lebhaft.

Wien. 30. März. (W. T. B,) Die „Presse“ vetröffxnilicht den von maßgebenker Seite auögebendcu Vorscblczg, d1e oxtxr- reichiscbe Vierzig-Millionen-Go1d_reute nichl in Kapital- titres, sondern in Renteniitres nacb fra_nzd|11chem Muster außzugeben, mit Verzinsung in 4 öfierreichiscb-franzostwbcn Goldgnldeii (per Hatz- dect) : 10 Francs :: 8 Reichmark 10 Rotebépfenmgxn. _ Dl?" Albrechtsbabn hat von der Regierung ,die Erlaubnis erhaltet). 4 Millionen Second-Priorifäten in Frankreich _zu begeben. _ Die ungarisch-galiz1iche Baht! übernimmt den Betrieb dEr Dmesterbahn vom 1. Avril cr. ab aur 3 Jahre. , . ' _ . _ 31. März. (W. T. B.) Wie 1112 „que freie Prejse

erfährt, nehmen die Fusionsvcrhandlungerx der Eperies-TarnoWer mit dor Oderberger Bahn einen befriedigendexi Verlauf nnd byfft: man, eine Einigung auf dLr Basis eines Utziiamcbes 11911 9 Epcxieß- Tamrwer Aktien gegen 10 Oderberger Aktien zu erziclen. _ Die Nordbahn hat ihre Gsneraiversammlung auf den 3.„Ma1 cr. aus- geschrieben. _ Das französische Konfoztium, an welches d1§ Alb re ck13- bahn 4 Miüionen Second-Pcioritaten zu begeben die Crlaußmß erhalten hat, steht unter Führung des ()ré1jb 111117815131; Die Priori- täten lauten auf Goidwährung und Werden zum Couxxe von 70 dege- bcn, Was nach Abzug der Jouisfanceu ca. 66% betragt.

Brüssel, 29. März. (W. Z.) Die Generalversammlung" der Aktionäre der Banque de Belgique hat gesiern stattgefunden. Sie war sehr stürmisch; da indeß “über den durch den Betrug T'Kmt's veranlaßten Verlust noch keine einzxehendc Aygaben gemacht Werren konnten, beschränkten sich die Yeschlizsse auf Niederseßung einer Kom- mission zur Berichterstattung uber die Lage der Bank 2c.

Pa“riS, 31. März. (W. T. B) Dqs .er1au_ Havgs“ meldet aus Kairo vom heutigen Tage: Die (_Herucht_e aber nicht pünktliche Emlömng des Aprilcouvous der _agyptiicben An- leihe von 1873 sind unbegründet. Die Fmanzverwaltung ch bereits die erforderlichen Beträge bei der oifomaniichen Bank 111 Alexandrien eingezahlt.

VerkehrS-Anstalten.

London, 29. März. Wie die „Times“ erfährt, wird das zu denVorarbciten für den K an (1 lt unn el nöthigc (Held rajcb aufgebracht. Es hat fich eine französische und eine 211111111191- Gefeusc-haftngxbiicet, von denen die erstere bereits 80,000 Pfy. Sterl._ oder die Halfte der erforderlichen Mittel besißtx die eng11sche GejeÜschast wwd waHr- scheinlich bald in gleich günstiger Lage sem.

... ...,-_....

Die Stadtverordneten-Versgmmiung hat fich in ihrer gestrigen Sitzung im Prinzip für die Errichtung kommunaler Sch1achthäuser und einer kommunalen ViehhpfSanlWe ausgesprochen. Die weiteren Veclyandlungen haben 111 geheimer- Sißung stattgefunden.

In dem soeben erschiencncn Hefte der Bcrlinxr Archäowgischea Zeitung ist, wie man der „Köln. Ztg.“ schreibt,"d1e kiste Reihe ch in Olympia gefundenen Juschrifien veroffentncbt, die fur Sprackw und Geschichte gleici) merkwuxdig find. DaFselbe Heft ent- hält die erste Wiffenschaftliche Benchterstait_uug uber die 2111?- grabungen bei Tanagra und das neu11ch'gefundcne Iphi- genienbild aus dem Hause des ersten Cacrüus Jucundus in Pompeji. -- Hr. Professor Adler hat seine Abreise, die apf Sonnabend anberaumt, verichieben müssen und ist Erst am 29. Mit- tags auf dem Landwege nach Brindist_ abgemst, von 1110 er uber Korfu fick) nacb Olympia begeben Wild." . Hr. Profxsjor_ Theodor Mommsen wird sich in der ersten Halstedes 21111116 ubex Rom nach Neapel begeben und denkt_ fick) in Italien Mindestens bis zum August aufzuhalten; sein_Ziel 111 die Förderung des Jnfchriftenwexkes und natuentlich die Berciiung Mift_elifalien6, wo noch manche Oertltckp keiten eine Ausbeute für Jnschrifien verspréchen. Auch Professor Waiß beabsichtigt nach Rom zu reisen..

Ueber die Weiteren Ergebnisse chr wegen der Dynamit- Explosion in Bremerhaven gefuhrten Untersucduxg ift, laut Méldung des „W. T. B.“ aus _Bremen vom 30. Marz. em zweiter amtlicher Bericht veröffentlicht morden. Nack) derzi- selben ist der richtige Name des Thomas „Alcxander Keith“, selm Geburtöort ist Halifax, 1111) sein Vater John Keith und sem Obe1m Alexander Keith eine Brauerei besaßen. Während des Sezessions- krieges nahm Alexander Keith, später TZost getxaxmt, _an Unternehmungen von Blokade brechenden Schiffen thattgen 9111- theil, und stand namentlich in genauen Beziehungeg zu dem Kapttan der „Old Dominion“. Ende 1864 verschwand der1elve von Halifax, indem er seine Aufiraageber um 200,000 Dollars beschwmdclte, Worunicr sich eine einkassirtc Versicherungssuxnme von 32,000 DoÜars für den vexunglücktcn Dampfer „Caledonia“ bef-and. 1866 kam Alexander Keith, bedrängt durch die in Halifax Bejchwmdelten, nqcb Europa. Die durch James Thomas auf der verschwundeuxn „City of Boston“ verschifften 3 Kisten mit Peleaaren waren nicht ver: sichert. Auch find wiffentliche Helfersbelfer dei? Alexander Keul) bei seiner verbrecheri1chen Unternehmung bis jetzt xncht entdxckt. Das dxm Uhrmacher Fuchs vorgelegte Uhrmodcll War em ven Rind angefertig- tes Origina11verk. Die von den xnglischen Behörden angestcute Untexfuäyung ist noch nicht abgeschloßen.

Theater. _

Residenz-Tbeater. Am 28. d. Mis. beehrte Se. qug; liche obeit der Kronprinz die Vorsteüung von „Arm: und Meffaxma mit «einem Besuch. _ Am Sonntag, den 2. Avril, um 41151, pndef an diesem Theater abermals eiue Nachmittags-Vors_teklung bet halben Keksen statt. _ Am Montag und Dienstag ietsi Charlotte 5 oltcr ihr Gastspiel als Messalina fo_rt. __ Wu Hemrtch Doerr ist soeben im Residenztheater ein emaki1ger Schwank: „Sucher,- so werdet ihr finden!“ zur Aufführung angenommen Worden, Das

fai] aufgeführt. Redacteur: F. Previn. Verlag der Expedition (Kessel). Vier Beilagen

Berlin: Druck: W. ELSUer-

rechtliche Privilegium der Staatshäupter von proteßantisckzen Fürsten erwarten.

Der Durchbruch der modernen Staaten-

(einsSléeßli-é; Börsem-Veilage).

kleine Stück wurde Wort auf dem Hoftheater in Karleruhe mit Bei“-

.Eé 79.

"Yithtamilichez.

Amerika. (Monatsübersicht für Februar.) Jm Repräscntantenbanic dcs Koancsjcs der Vereinigten Staaten gelangte am 3.Fcbruar die Debatte über eine der auf einmali- gen Präfidentschasts-Termin bezüglichen Resolutionen zum Ab- schluffe. Für den Antrag wurden 141 und dagegen 106 Stimmen abgegeben, derselbe mithin verworfen, weil er die für Verfaffungéöändcrungen erforderliche Zweidrittel 1- Majorität nicht erlangt hatte. Am 12. wurde die die Gehalte der Geiandken und Konsuln regulirende Bill nach dem Antragc des Finanzausschuffcs angenommen. Danach wurden für den ge- nannten Zweck im Ganzen 914,000 Dollars, 470,000 Dollars weniger als im laufenden Finanzjahre bewiUigt. Die Gesandt- schaften am schwedisch-norwegischen nnd dänischen Hofe warden zu einer vereinigt, dcr Gesandtschaftsposten in HaWai ganz aufgehoben, und statt dessen ein Generalkonsulat errichtet. Die übrigen Gejandtichaft§posten wurden in der bereits in dcr Ueber- sicht für Januar angegebenen Weise bewilligt. Von den ver- schiedenen Gcneralkonsulaien wurde das in Liverpool am Höck)- sten dotirt (6000 Dollars), es folgen die in London, Paris, Havanna und Rio de Janeiro (5000 Dollars), Kalkutta und Shanghai (4500 Dollars), Melbourne und Montreal (4000 DollarS), Kcnagcwa (3500 Dollars), Bsrlin und Kairo (3000 Dollars), Wien, Frankfurt, Rom, Konstantinopel und St. Petersburg (2000 Dollars). Von den Koniulatcn wurde fiir die in Manchester, GlaSgow, Bradford, Birmingham, Sheffield, Havre, Lyon, Athen, Tripoli, Tunis und Tanger das Gehalt auf 2500 Dollars, in Hamburg, Bremsn, Chemniß, Leipzig, Leeds, Dundcra, Leitl), Belfast, Marseilles, Bordeaux, Prag, Antivcrpen, Brussel, Zürich und Basel auf 2000 Dollars, in Aachen, Sonneberg, Nürnberg, Mannheim, Cork, Dublin, Cardiff, Nizza, Kadix, Malaga, Lissabon, Rotterdam, Amstkr- dam, Triest, Livorno, Florenz, Palermo und Messina auf 1500 Dollars, in München, Stuttgardt, Bristol, Nervcaftle, Gibraltar, Fayal, Lüttich, Genf, Genua, Neapel und Jerusalem auf 1000 Dollars normirt. Dcr Antrag auf Wiedererichtung der Gciandtschaft in Athen Wurde verworfen, ebenso der das Gehalt der Gesandten in Berlin, Paris, London und St. Petersburg, Welchss in der Bill auf 14,000 DoÜars angcielzt ist, auf der jetzigen Höhe zu belassen. Von dem Budgetkomité Wurde die für dis Steuerverrvaltung verlangte Summe um 1,056,000 Dollars reduzirt, die Zahl der Steuerdiftrikte um 56 vermindert, und außerdem der Beschluß gLfaßt, die Zahl sämmtlicbcr Beamten in allen Departements nm 20 Proz. und das Gehalt derselben mit Wenigen AnLuahmen um 10 Proz. zu reduziren. Fiir Fortifikationen, Torpedos zum Schutze der Häfen 11. s. w. bewilligte das Repräjentantenhaus die Summe von 315,000 Dollars, d. b. nicht den zehnten Theil des auf 3,500,000 Dollars veranschlagten Betrages. Am 18. Wurde von dem Hause dex Antrag angenommcn, Wonack) ÖL): Geburts- tag Waihingtons (22.Fcbrua1) zum nationalen Feiertag erklärt wird. 21111 16. Wurde von dem Llussckmffc für auswärtige An-

elcgenheiten Bericht iiber den von dem demokratischen Reprä- Fentanten New -Yorks géstcllten Antrag auf Aufhsbung dss zwischan den Vereinigten Staaten und dem früheren nord- deutschen Bunde abgeschloffcncn Naturaliiationsvcrtrages cr- stattet ,' derselbe, sprach fick) gegen die Aufhebung des Vertrages aus, Welche durchaus nicht im Interesse der Vereinigten Staatcn [iSIS und Hob rühmen?) [)erVOr, daß in alien zur diplomatischen Verhandlung gekommknen Fällen, die deutsche Rxgicrnng eine die bloße Gewiffciihastigkeit weit überschreitende Liberalität bci der Auslkgung und praktischen Ausfiihrung des Vertrages gezeigt habe. Doch sei die Navision und Abänderung derjenigen Punkte, welckye bisher Anstoß erregt hätten, zu em- pfehlen, Wozu indcffcn nock) in der nächstkn Session des Kon- gressss Zeit sein wiirde, da die Kündigungsstist erst am 9. No- Vember abliefe.

Der Senat nahm am 7. die vom Repräsentantcnhause an- genommene Bill, [)EU'LffZ Bezahlung dcr von der 0011110f 111115111113 011111115 z11erkanntcn Entscheidigungöanspriicbe ebcnfalls an. Dieselbe gestattet die Zahlung von 4 Proz. Zinsen, Vom Tage des erlittensn Verlustes bis zur Auözablung des SÖadsn- eriaßcs und Verlängert die Autorität des Schisdsgerichtcs be- hufs weiterer Entscheidung streitiger Fälle vom 22. Januar ab auf fLrnerc ischs Monate. AnZenommen Wurde ferner und zivar in der Fassung des Repraientantcnhauscs die Bill zur Deck1iyg der Kosten der Weltausstellung in Philadelphia sowie die "Bill, dnrck) Welche der 22. Februar zum Nationalfeiertag erklart wird; Die erstere Bill erhielt am 14., die leßtere am 22. durch dieaUntcriMift des PräfideUten Geießeskraft. Am 10. “113111133 em Antrag angenommen, wonach der Northern YaClfic C11enbahngesellichaft eine Frist „von zehn Jahren behufs

dücndung der Bahn bewiliigt wird. Am 23. Wiirde Von dem Finanzausschusse ein auf Refundirung der Bundesschuld bezüg- 11cher Antrag Eingebracht und nach kurzer Berathung mit 51 gegen 3 Stimmen angenommen. Nack). demstlben soUen die Geistzc Vom 14. _Januar 1870 und 20. Januar 1871 dahin amen- dtrt Werden, da[; der, darin auf dreihundert MiÜionen angeießtg Be'trgg 41/2p1'ozc1111ger Bundesobligationen aus fünfhundert Millionen erhoht Wird und daß diese Obligationen dreißig Jahre an'statt funfzcbn Jahxe nach dem Datum der Emittirung zahlbar 121,11 10ܧ11.,'Am 1. Marz genehmigte der Senat die Bill, be- Zreffend die M1l1tarakademie in Westpoint, nachdem znvor das 1111 Repraientantenhauie _herabgeießte Gehalt der an derselben angesteUten Lehrer auf dre ursprünglick) von der Regierung auf- gestellten Säße erhöht morden war. Seitens des Ansichuffes fiir Zivildienst:Angelegenheiten wurde ein Gesetzentwurf einge- bracht, Welcher das Gehalt des Präsidenten der Vereinigten Staaten nach dem nächsten Amtsicrmin von 50,000 auf 25,000 Dollars herabjcßt.

Am 21. warde in beiden Häniern cin Gcscßcntwurf, [*e- treffend diE Prägung neuer Silber-Doüars, im gleichen Werthe von ZWCi jetzigen Halben Dollars, eingebrachr, Außerdem enthält die Bill, Welche cinen Zwangskurs für Silber verfügt, uock) die Bestimmung, daß Silber-Dollars in Beträgen von höchstens 20 Doliars, balbc Silber-Dollars in Beträgen von höchstens 10 Dollars gescßliche Zahlungsmittel sein sollen. Sämmtliche cihgenußte Silbermünzen soll di? Bundesregierung ohne Verlust fur den Bcfißcr dnrck) neue erseßen.

_. _Erste Beilage zum Deutschcn Reichs-Anzeiger uud Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag,

Pden 31. Mäxz

Dem Senate wurden Seitens des Präfidenten die Er- nentxungen der Herren John M. Wilson von Ohio zum Konml in Hambnrg und Wilson King yon Pcnnéylvanicn zum Konsul 111 Bremsn cingcsandt

Anf Anordnung des Repräsentantenhauicö eröffnete daI Comité; für auswärtige Angelegenheiten eine Untersuchung über die Beziehungen des Gesandten der Vereinigten Staaten in London, General Schenck, zu der Emma-Minen-Affaire und ersuchte der Minister des Auswärtigen, alle in seinen Händen befindliche auf diese Angelegenbcit bczüglichen Korrespondknzcn vorzulegen. General Schench Hat daraufhin seine Entlassung eingereicht, welche von dem Präsidenten angenommen Wurde, und London verlassen.

Der Prozeß gegen den Privatsekretär des Präfidcnken General Babcock, wel er der Theilnahme an Ten großen im Westen verübten Whis betrügercien beschuldigt war, Wurde am 25.“ vor dem Schwurgerichte in St. Louis beendet. Das Ur- theil lautete auf Nichtschuldig, doch wird General Babcoék nicht in seine bisherige Stellung zurücktreten.

Die demokratischen Mitglieder des Kongresses hielten im Laufe des Monats mehäack) Versammlungen ab, um fich iiber das finanzielle Programm für die demokratische „Platform“ zur nächsten Präsidentenwahl zu einigen. Der einzige Punkt in- dessen, über welchen eine Einigung erzielt wurde, war dsr, die Aufhebung des Gesetzes über die Wiederaufnahme der Baar- zahlungen und ein allmählich Vorgehen in dieser Beziehung zu bkfiirwortcn. Von dem demokratischen National-Exekntiv- AnLichuß Wurde die Abhaltung dcr demokratischen National- Konv-Zntion behufs Aufstellung von Kandidaten für die Prä- fidentichaft nnd Vize-Präsidentschast auf den 27. Juni in St. Louis angeießt. Die Wahl dieses Ortes wurde als eine den Lluöfichten des Herrn Hendricks Von Indiana zur Erlangung dcsr k)Nomination zum PräfidentsckaftZ-Ka11didaten günstige an- ge e en.

Von der republikanischen Konvention des Staates Indiana Wurde dcr jeßige Gesandte der Vereinigten Staaten in Wicn, GoleVe S. Orth, als Kandidat für den Posten des Gouver- neurs aufgestellt. Außerdem sprach fick) die Kondention fiir die Untcrstiilzung dcr Kandidatnr des Senator Morton fiir die Präsidentichaß, fiir eine vollständige Amnestie, ein Tarifgßseß, in welchem nur die Nationalcinkünftc, nicht aber Schutzzölle Veriixksichtigung fändsn nnd fiir die Aufnahme des Geisßes über Wiederaufnahme der Baarzahlungen aus. Die sogenannte unabhängige „Greenback“-Konve11tion desselben Staates befür- wortete die sofortige Aufhebung des (Heicßes zur Wiederein- führung der Baarzablungen, die Einziehung aller Banknoten und Ersetzung derselben dnrch BundeSpapiergeld und die No- mination des Senator Newton Booth von Kalifornien zum Kandidat-Zn für die Präsidentschaft. Die republikanische Kon- vention des Staates WiSconfin sprack) sick) gegen einen drittyn Amtstermin des General Grant, und empfahl dic Nomination des Herrn Blainen zum Präfidkntschast3=Kandidaten, zugleich ftir die Resolutionen zu Gunsten einer baldigen Herstellung ch Parikurics von StaatsPapiergsld mit Gold und fiir die Freiheit der öffentlicbcn Sch111cn*'von dem Einfluffe der per- sch)icdenen kirchlichen Denominationen aus. Von der Legislative desselben Staates Wurde dic AufhebUng der bis cht giiltigcn Eiienbahngeicize beschloffsn. Nach dem an Steile derselben tretenden 05616130 wird die Aufsicht iibcr sämmtliche Bahnen eincm Kommissar übertragen, dcm jährlich genaue statistische Angaben gemacht Werden müsse'n, die Konsolidirung verschiede- ner Bahnen untersagt, ebknio die Ucbernahmc von Lieferungen fiir die Bahnen seitens ihrer Beamten, Und der Beförderungsprcis für Patssagierc der ersten Klasse auf 3 Cents per (engl.) Mcile norma“,

In Lonisrana nahm das Repräisntantcnhaus der Logis- [ativc eincn Antrag 1111, 1111111111!) dcr Goquncur dss Staates Kellogg in den Anklagezustand 116179131 Wurde. Der Senat konstituirtc fick) unvsrziiglick) als Gerichtshof und VLklatigiL von dem Hause die Einbringung der Klage. Da das lcßtcrc aber bereits seine Silzung geichl0ffen hatte, so Wurde dic Klage ab- gewicsicn, Und dEr Gondernenr iomik thatsächlick) freigesprochen, bevor die Klage gegen ihn eingereicht Worden War.

Zn Texas Wurde die USUS Verfassung, dercn Grundzüge bereits früher erwähnt warden, mit großer Majorität ange- nommen.

Da in dcr Gcgend dcs Yeliowstone-Fluffcs Indianer- 11111'115011 angebroMn waren, so wurden von dem Kriegs- ministcrium 2000 Mann Vércinigtcr-Staatcn=Tr11ppcn 1111161? dem Kommando der Gcmralc Crook und Custer dorthin ab- geschickt.

Mexiko. Dcr neuernannte deutsche GejÖäftZträgsr bei der mexikanischen Républik, Ges). Legationsrat!) Le Maistre, überreichte 111117. Januar dem Präsidenten Lordo dc chada seine Kreditwe. Zahlreiche Pronnntiamentos, unterzeichnct von den Gencralen Porfirio Diaz, Guerra, Negontc nnd Ponwncs waren in DUrango, Lagos, (Huadelupc und Yantepec, dock) fand nirgends einc zuimnmenhiingknde BeWegung statt, so daß die Regierung fick) nicht vsranlaßt fand, dic aus finanzisUen Riickfickßcn begonnene Rcduzirung der Armee zu fistiren. Der Krieg, Welcher i11 Ccntralamcrika zwischen "Guatemala und Salvador auSzubreckycn drohte, ist abgechdct Worden. Beide Staaii'n kamen am 23. Januar iiberein, ihre Truppcn zu ent- laffen. Am 20. Januar hisltcn die Minister der vcrichisdcnen centralamcrikanischen Republiken eine nicht offizielle Konferenz ab, um die Frage betreffs der Vereinigung sämmtlicher einzelner Republiken unter eine gcmcinsame Regierung einer vorläufigen Berathnng zu unterwerfen. Dcr Kongreß in Bogota Hat die Wahl Seiior Parra's zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Columbien für gültig erklärt. Das nieder- ländisch? Geschwader tkaf Endc Januar an der Küste won Venezuela ein. Seitens des Kommandanten des englischen Geschwader)?» in Jamaika Wurde ein Kriegsschiff nach Curatyao abgeschickt um in dem Falls, daß es zu Feindseligksiten zwischen den Niederlanden und Venezuela kommen sollte, die Interessen der in leßtercm Lande wohnhaftén englischen Unterthancn wahr- unehmcn. In Ecuador wurde der Kongreß nach kurzer

hätigkeit geschloffen. Dic Haupkgegenstände der Béraéhung bildeten die Reform des Zolitm'ifs und die Aufhebung einzelner von dem früheren Präsidenten Garcia Moreno eingeführten

1 Stcucrn. Von Seiten der lib-eralcn Partei wird eifrig für die

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Einberufung eines konstituirenden Kongresses behufs Reuge? staliung der Verfaffung agitirt, ein Vorhaben, dem sich die kle1“1k.1!c Partei mi: «111111 Kräftcn widxricßie.

VLM. 9111511117, Jaxiimr fand ixx .'." “.*. :: “. :?:; ?ixiitxiid statt, d-Ir crit nach [77.1'11111c11g9111 Widerstamd: :111:1.*:*:;“111ér 1111111». Seitdem ist die Ruhe M dcn 111d11che11 Twijxn 11:5 I.::M-s uicht wcitcr 51“-

ftört worden. Die Uebertragung dcr bisbcr in Privatbesiß bc- findlickxn Salpeterfabriken an die Regierung schritt rasch'vcr- wärts, und crxpaxtet man dadurch eine beträchtliche Vetmchrmxg der Staatscinkmixtc. Don José dc la Riva Agusra ist zum bc- voUmäehtigtcn Ministcr Vcrns 111 Frankrsick) und Bclgicn ernannt worden, und reiste dsriclbe Ende Januar auf 16111111 neuen Posten ab. Der HaUptzrycck icincr Mission ist der, die Verhandlungen betreffs der perua11iichcn Anlcihc zum Abicdlnß zu bringen. :

Der chilenische Kongreß wurdc Ends Dezember 13c- Zchloffe11, nachdem der Etat dcr StaatZauSgabkn fiir das ZaHr 1876 fcßgestcllt worden War. Dic GeiammtauSgaban smd 1111ch demiclbsn auf 1683040287 P.'ios, ctwa 354,657 inxs weniger als im Vorjahre normiri. Nachdem die liberale Vm'tci sich im Einvernehmen mit der chisrnng fiir den KriegI-Miniftxr Pinto als Kandidaten für die Präsidentschaft angcsprochcn, 11121 fick) icin radikaler Gcgncr Vicuiia Mackenna mit der 1111»- montanen Partci vsrbündet, und öffentlich seine bishcrigen “21:1- fichtcn Übsr das Vsrhiiltniß von Staat und Kirche widerrufen.

Argentinii'n. Die Vcrträgs zwischen Brasilian, dcr „'.-.“- genténiichen chnblik und Paraauay Wurden am 3. Februar unkor- zcickzmi Danach wird die Entschcidung der Frage über das Gebiet zwisckwn Piicomayo und dem Rio Verde definitiv dcm Präfidcnfen )cr Vcrsinigtsn Staaten iibertragi'n. Tic Inici Ccrrito, 1111 der Mündung des Paraguay, wurde der argenti- niickjcn Republik zugsiprocbcn, darf aber in Friedenszeiten nich-t befestigtwsrdeu. Dic Räumung ch von der argentiniscixc-n chublck imd Brasilien 5919131911 Terrixorinms soll nnvcrzéig- lick) beginnsn 1111d 11111ß inneralb von fünf Monaten bscndxr 1'1'111. Skiior Miiclyain, dcr Bcvoilmächtigic dcr argentiniicbcn Regierung, wnrde 511111 GeiaUdtcn in Washington und zugleich 511111Kommiffar fiir die W-xlia1121stcll1mg in Philadelphia cr- naimt. Dic V::rfolgnng dsr in den iiidlickxn Theil der Rc- pUdlik cingcfallcnen Pampa=Jndia11cr wurde mit Erfolg fkki- gesejzi Und die eingcdrunchcn Va11dc11 11111 großen Vcrlustsn zuriickgstrichn.

Jn Uruguay find die Senatorcn- und Deputiiicm- Wahlen [*HNL Störung vor fick) gegangen. Die Ministcr des Innern und des AuZwärtigcn, SEÜOWZ Nadjava 11111) Lamas haben ihre Entlassung gsxiommcn und Wurde STÜLY Mintcro zum Minister deZ Innern, Sciior Magarinys Cerdantes zum Minister des Acußcrn ernannt. In Folge des in Rio de Janeiro Horrichsnd€n Ficdch ist in Montevich alZM aus diesem Hafen kommenden SÖiffcn eins 15tägige Qnarxn- tänc, vom Tage der Abfahrt angerechnct, auferlcgt Wordcn.

Braiiiikn. Dic Kaiserin VchLiltc auck) ferner zum (He- branch der Bäder in New-Frciburg, Wohin sick) auc!) dic Krsn- 1111115671111 mit ihrem (55011111th dem Grafcn d'Eu, bcgcben hat. Dcr Kaiicr kehrte am 1. Februar von dort nach Rio de Jaacixo zurück. Zur nglcitimg des Kaisers 11.111) New-York werdexn dic Korvetten „Nicthcroy“ und „Trojaxm' ausgcrjistci. Tie QUalifikation sämmtlichcr 111111)[bé11'chtigtcn Bürger ist fiir alle Gemeindcn ani den ersten SonUtag im APM, die Wahl der Dcputirti'n auf dcn crstcn Sonntag, im Okkodcr 1111131211151 Word-sn, so daß der Zuianimsiitritt der Kamm-JM 1116131 1101“ Dczcmkcr criolgcn kann.

Landtags = Angelegenheiten.

Für das Herrenhaus smd nach OLM neuesten Bsricht TN: Matrikclkommijfion Berechtigungen aui Six; und Stimuw, die Königlichen Prinxsn ungerechnet, vorszandcn: _

4. 11111 Crblichkeik: :1. nach §. 2 «(1 1 der Königlichen V;.r- ordnung vom 12. Oktober 1854 in Berreff dcs Fürstlichen Hauws Hohenzollkrn 1, b. nach §. 2 1111 2, hetreffend die Häupter der 15er maligen deutschen reichSs1ändischcn Häuser 20, c:. naa) §.2 311 3, "c;"- treffknd die Fürsten, (Hrafén und Herren der _Herrenkurie des Vik- einigten Landtages 56, 11. 111111) §. 2 Schlußiaß, durch besondcrc KönigLiche Värleihung 16; zu1amms11 93. "_ .

3. auf chenözeii: 8. auf Grund von Prawniaiion: 117517 Stifter 3, 2) der Provinzialverbäiidc der Grafen 8, 3) der Fatmln-n- verbände 11, 4) der Vexbändc des alten und des befestigten _(Hrmid- befißes 90, 5) der Laudeöuniverfitäten 9, 6) der Städte 40, 'zuyay'irxmn 161; i'. für die Zeitigen Jnhabsr dcr großen Landesämter 1111 Konw - trick) Preußen 4, t:. aus besonderem AlierdöÖiienBertraucn 78; 1*-.n denen unter d. und c:. Aufgeführten sind 17 gleichzeitig als KrOn- iyndici besKllt; zusammen 82; überhaupt Bcrechttgnngxn 336. _

Von diesen ruhen zur Zeit: „4 von den crbltchcn Berech- guugen und zwar von denen 1) der Häupter dir vormaligen DSUÜÖFÜ reichsständischen Häuser 4, 2) der Fürsten, Grafen und Herren_ der Herrenkyrie des vercinigken Landtags 24, 3) durcb besondere Kcmg- liche Vexleihung 3, zusammen 31. 13. Von den Berechngungen auf Lebenözkit: 1) von den durch die Verbände des alten und 1713 befestigten Grundbefißcs zu Präsentirenden 9, 2) von den „du;ch_d1e Landes Uuiverfitäien zu Präsentirenden 1, 3) Von derx durch die «takte zu Präsentirenden 4, 4) von den großen Landesamterny2 (Pegen Kumulation) zusammen 16, zusammen .*. und 13.47. Es jtxid mxtym wirkliche Mitglieder vorhanden 289. Davon sind bisher nicht umge- treten 10. Mithin find eingetreten 279.

_ Aus den Diözesen Posen-Gnesen und Paderborn waxen e111e AnzahiPexitionen bei dem Hause dcr Adgeordnetcn emgegan- gen, welche theils eine authentische Juicrvretatwa ch §. _5_8_des Gesers vom 20. Juni 1875, wonach bekanntlich die der) Nichofticdcn BWO!- deu gxicßlich zustehenden Rechte in Bezug auf d1e_ Vermogenswcx- Walfang in den Kirchengemeinden ryven, so ,lange NL bischöfliche Behörde diesem Gesetze Folge zu leiftcn_ yerweiaerx, oder so lange das betreffende Amt nicht in geieymaßtger We1se bc- seßt eder verwaltet ist, verlangxsn, theils die erxcbygung der für die bischöfliÖc Vermögénévcrwaltung ernannten_Kon1gl1chen Kom- miffaricn bestritten, in die Ve1111öge11Svexipaltung 111 den katholischen Kirchengemeindkn einzugrsif n. Die Pettiwyßkomnxrsfion„des'Hszuscs beantragt nunmehr mittxlst schriftlichen BLUÖTS, uber diese 111 ihrer Wesenheit auf irrthümlicher “Auslosung des Gesetzes beruhenkocn Petitionen zur Tageöordnuns überzugehen. „_ . _ _ _ Die SynodalordnungSkommUsidn des HaunöderAv- geordneten bat die erste Lesung der Vorlage O_eendigi und wird am Sonn- abend, wie die „N. L. C.“ miitheilt, d1e_3we1te Lesung_beg_1nney. Gestern wurden die 5 le ten Artike'i des GLYeßentWUrfs, namlich die Artikel 22-27, durchberat en und dabei auf Antrag des AbgDr. Sybil

ein neu*:r Artikel eingeschaltei, lautend: .Die Verwaltung dkr evan-