Berlin, 1. Aprik. In den deutschen Münzstätten sind bis zum 25. März 1876 geprägt: an Goldmunzen; 1057625380,“ Doppelkronen, 314574910 riß K_ronenz hiervon auf Privat- reéhnung: 146652463 „sé; an Srlberntunzm: 33,399,875 „“ 5-Markßücke, 123,472121 .“ 1-Markslucke, 19907267 _„45 50,3 W-menigßücke, 21666570 «M 20 „33 W-Pimmgßucke; an Rickelmünzen: 1494044547630 -.3 10-Pfe_rmigstucke, 8.439.023,“ 33 H 5-Bfennigßücke; an Kuvfermunzen: 5,203,1_11_„44 40 -:5 2-Pfennigfrücke; 2,831,1_00 ck 99 H 1-Pfenmgftucke. Gsiammtauöprägung: an Goldmunzen: 1,372,200„290 „i_é; an Sékbermünzen: 198445833 M 70 ,:3; an Nickelmunzen: 23679468 446 65 „5; an Kupfermünzen: 8,034,212 „43 39 H-
_ Die am 30. v. M. in der württembergischen S tändekammer siaitgeixabten Verhandlungen über die Reichs- eiienbahnfrage wcrden heut bereits in mehreren Bläitern b;!“prochcn. Wir heben aus denselben zunächst die_ „P. C.“
hrroor, welche aus jenen Verhandlungen konßatirt, daß die Art, wis das Reich6eiienbahnprojeki, noch ehe dasselbe irgend wie inixalt und Form gewonnen hatte, von iächfischer und b.bi'eklick)“ Seite angegriffen worden sei, auf die öffentliche Mer- U'rxng keineswegs zu Gunsten der Mittelstaaten gewirki_habr. „Beweis dafür“, schreibt die genannte Korrespondenz, „irt dre un- gixich rnhigere, gemäßigter: und entgegenkommendere Art, wie tmn in Württemberg an die Angelegenheit lierangetreten isi. Dort ist es geraixe die Regierungöpartei, Welck)? fiel; in drr Kam- mrr zur Vorkämpferin einer ersprießlickzen geseßlrckzen Regelnngder Reichsaufsickzt über das Eisenbahnwesen, also . grade deSxemgen Skandpunktes aufgeworfen hai, welchen "Regierung und Land- tagswajorität in Sachsen entschieden zuruckwresrn. Em Theil der deutschen Partei in der württembergischen Karnmer aber nimmt bereits eine Position ein, die„ ihrer praktiickzen Bsdeutung nach beurtheil-t, als eine direkte _Gutheißung des soeben in Preußen formulirien Planes einer Ueber- trzgung des gesammten preußischen Staatsdahtwesißes a:: das Reich auizufaffen ist“. Einen weiteren Beweis fur ]ene Wirkung findet die „N. E.“ in der Haltung, welche rnehr und mshr die hervorragenderen Organe der Presse gegenuber der Frage annehmen. Soviel sei wenigstens ]e§_t erreickzt, daß inan die Vortheile und Nachtheile des Planes mit moglzchstrr Objek- tivitägt egen einander abwägt. Ju leßterer Bcziehung macht dies Blair auck) arri den Aufsaß der in Leipzig_erscheinenden 3:itschrift „Im TYLUM Reick)“ aufmerkfam, der iJch zwar noch nicht endgültig über die Frage ausspreclze, abér mn_grdßxr_11n- briangenheit das Für und Wider betrarhte. Tie eer[)n_te FZZRM hegt die Zuversicht, daß dre natwnale "(.;-„tro- P- HertelJÜTFriFLZUZJ sei, un) einen rein pariiknlarr1ttschen Vorleizies leiireckzen.“ ;,Es- 121er em'Zuruckfachn m die V_er- Schauspielk'erer klägüchsten Zerriffexthk, sagtsie, „wennlediZ- YiWrtikkii'i'äie Sonderintewffen die Rich2schmzr geben sdÜten fur »»: Behandlung der gemeiniamsten Angelegenheiien dcr deutschen „'i-xiion.“ Auch die „Berliner Börsenzeitung“ betracht_et den Verlauf der Eiienbabndedaite der württembergisckzen Standekawmxr als verhäitnißmäßig günstig. „Daß die württembergische Regiernng zr: den Freunden des Planes gehören werde,.habe Niemand erwartet. Die Sprache des württembergischen Ministers unterscheide, fick; aber dock) sehr wesentlich von derjenigen des banerrickzen Ministers r). Pfreßichner und mehr noch you'den'Anklagen, weiche in Folge der Münchener Kammerdebmte in einem großrn'Tkzcrleder bayerischen Presse gegen Preußen und die Centralleitrmg de.?- Rrickyes erhoben würden. Sodann konnten in Stutigari dre coulirten Gegner der Reichsbahnen wenigstens nicht nmhrn, ein ReichH=EisenbahngeseH zu oeriangen und damn dic Norbwrndigi'eit einer chelung _des Eiirridahnwesens d::rck; das Reich anzuerkennen. Endlich inndrn fick) deren?- 6 Stimmen, an ihrer Spiizr der in Eisenbahnangelegdnheiirn rrohlbcwandertc Reickistagsabgcordncte Elben, weiche Fur den ann einirairn. Tie „Berl. V. Z,“. macht dann, nock) daraur auimerksam, daß der Minister v. M1itnacht in seiner _?[ntwort dzn prinzipielien Sai; des Reickzs-Eiienba[]JigrsQZeniwnri-Z, iiach wsläzem dem Reich? die Unmittelbare 21Uf11cht ubrr ailcdeniickx Etien- bakznrn zustehe, aid Line formeUe und materche Nrndernng dcr Rrickxverfaffnng Und deshalb crix? Unannehmbar nn'iedn wahrend Arx. 4 dcr Reichsverfassung laute: „Dcr Beaufiich'trgnng Skiken?- de Reichs méd drr Geseßgcbrmg drffelbkn iriiierlieren ....... 8) das Eiicnbahmrrien“ u. 1". w. .
Taz „Berl. Tagebi.“ erklärt cdrnfalis, daß die Vorhand: iiixrgen in Stmtgarr fick; vom rcich9po1itiichen SWUÖYUUÜL aus i:;r vorrheiihair «:Iheden von denen, welche nr_MUnchrn Und Dresden vorher Über dieselbe Eiienbahnirage gepndgcn wiirden. Freilick) sei der von der Majorität angenommrne Schundtsche Y::irng nicht defrirdigend, ader drrsclbe, halte noir ddci; immcr noch in gswiffen Schranken. „Er biUigt nickgt drr CrwerdnnZ dr-xitickicr Eisendahncn dnrch das Reich _ aber er Winrichr nnr, dai; ini; Würrirmbrrg gsgen die Erwerbung würtiewbergiirlßr Buhnen irrwme; während man bekanntlich in Bayern daruber izinauszingzmd ei,*.7'aci) dcm Reiche vermehren wollrc, irgend weickzr prrnßiicize, 02ksrrdnrgiichr oder badenfiiche Bahnen an irck) 'zu drrngrn.“ Yxßerdem aber verlange dieser Antrag auch das in der Rends- vrriaffung vorgcicßrne und vrriprochene Reich§=Ersrndahng71€H das aber schon zweimal grrade an dem Widerstand? der Mindl: staaten gescheiter: iri, für Welches also auch 12153: wok)! WSWS Axsfichtcn vorhanden seien.
_ Tir Enrxnsétc:Ver'i)and[ringrn Über die Einrickzrung ciner Tampfiessel-“ZT-Uifiik im DerrischenReiche siiid in Liner RZZHe von Plenarfißungen einer besonders eiridexuirnen Kom: wéiiion jekt zum Abschluß gebracht worden. Dcr Direktor des Königlich Preußischen statistischen Birrearis, Ged. Tber-Rrgie- r::g§:Rath 131". Engel, ist_bereris mitder Abfgixunxx _des_Be- richts beschäftigt, weicher spater, durch die Kommisnon iengcitellt, a:“. ren Reickyskanzier Und durch diesen an den VnndeScaih ge- langen wird.
_ Gegen di»: vom Minister der_geiiilichen Angelegenheiren m;: Grrmd deH G3se§es vom 22. Arzrtl 1879 angedrdnete Ein- stLUUUJ einer Leistung aus StaatSnZZtteln fur die 10m11ch-kach0_- [Lichen Bis'rhümer und Geistlichen qt, nach einem „Erkenntnis d:; Kdniglichen Gerichtshofes zur Enri_cheidung der Kompetenz-Konk'xikte vom 8. Januar 1840 eme Befiß- stdrungskiage unzrchißg. „
_ Für eine Vorspannleißung, welrhe vom Beginn ds: Faint vom Wohnorte bis zur Rizckkehr in denselben mcht Länger (UH von Mirrernackzt bis zu Mrtiernacht gedauert hat, ii? nach einem Ei kUlarreskript des Mrnrßers des Innern, _ vorbehaltlich der eiwaigen besonderen Vergutung_ der Fahrt vdm Wohnorte nach dern SreUungSorte _ nur der mnxache Tagesiaiz zu gewähren. '
_ Ter Gerergé der Iniantsrie v. Sissckz, 518 .:ij
Frühjahrsinspizirun nath Wilhelmshaven und Kiel begeben hatte, is! von dort ierber zurückgekehrt.
_ Der General-Major v. Voigts-Rh'eß, Dirxktor des Allgemeinen KriegODepartementö, hat fich m dixnßlläikn An- gelegenheiten nach Stettin begeben; der Contre-Aduziral Patsch, Chef des Stabes der Admiralität, hat eme Dienstreise nach England angetreten.
_ Der General-Major v. Kleist, Comurandeur der 20. Kaoallerie-Brigade, hat fich nach Hannover zuruckbegeben.
_ Der Kaiserlich rusfische Hof-Iägermeißer, Graf Kaufan- sow-Tolstoy, ist gestern Abend, ans London kommend, hier durch und nach St. Petersburg gereift.
_ Die Besahung der Brigg „Antoneite“ aus Papen- burg, welche im Oktober o. I. auf der Reise von Brgke n_ach Frederikshald in der Nordsee verunglückte, war durch dre Hiilfe des britischen Schooners ,Iesfie“ aus Perth vom Untergangs gerettet worden. Für seine menschenfreundliche HandlnngSwerse ist der Führer der ,Ieifie“, Kapitän Nairn, von Reichswegen mit einem Ehrengefchenke bedacht worden, welches m einem Marinefernrohr mit entsprechender Inschrift besteht.
Cöln, 31. März. (Köln. Ztg.) Die Stadtverordnrten- Versammlung beschloß in ihrer gestrigen Sißung, an den Reichs.- kanzlerFürfien Bi9marck , den Ehrenbürger Cölns, zu set- nem Geburtstage eine Begliickwünschung abzusenden..
Bayern. (AUg. Ztg.) In der Sißung der Kammer der Abgeordneten vom 29. März bei Gelegenheit der Be- rathung des mitgetheilten Grießenbeckschen Antrags versurlxte ed der Abg. Dr. Raßinger, einen Angriff gegen das Ministerium zu insceniren. Das Staais-Minißerium habe mit dem 2111er- höchßen Königlichen Erlaß nichts Besseres zu thim gewußt, als ihn dazu zu benüßen, bis hinab in die lrßtr Hatte dre Zwreiracht zu tragen. Man beipreche sick) iiber dicwnhtigßen Fragen mrtHerren von der linken Seite des Hauses. Der Redner schloß mrt dem Wunsch: es möchte doch endlich ein Ministerium geschaffen mr_rden, das im Stande und Willens wäre, den „muthwiüig gestortcn Frieden“ (Oha! links, Unruhe) wieder herzustellen. Der Abg. Walter erwähnte der Art und Weise, wie in manchen Ge- meinden das AUerhöehfte Handschreiben publizirt Wurde. Die Art der Bekanntmachung des Königlichen Signats vom 9. Ok- tober sci ein wahrer Faußschlag in das Gesicht des katholischen Volkes gewesen. In längerer AncZeinanderseHung suchte er die Handlungsweise des Bürgermeisters und Abgrordne'ten Lerzer zu rechtfertigen, indem er die Kompetenz des Mimßcriums zuxAn- ordnungen, wie sie getroffen worden seien, beßrertct. _(Ér fuhrte danneinige Beispiele zum Kapitel „gegendie Bezirksamimnnner“ an, und schloß mit der Emphase: daß Bayern bald nicht nur kein Kultur- ftaat, sondern auch kein Rechtsstaat sein werde, und nut drr Ve- lehrnng: daß, wer für poliiische Freiheit imd nicht fur denr AbsolutiE-mus sei, der müsse gegen die „Willkurherrsthast an- kämpfen. Der Minister v. Pfeuffer erkarte: Ihm kommx es vor, als härten die Abgeordneten Waltrr und 1)r. Rasinger kluger gethan, das Allerhöchste Handschreiben nicht in die Dis? kussion hereinzuziehen. itglieder einer Fanservatrven Partei hätten jedes Llugriffsabjekt gegen die Regierung eher benußen sollen, als das Allerhöchste Handsckzreiden. (Proteft rechts.) Der Präsident unterbraÖ den Redner mit der Bemerkung, daß nicht das Königliche Handschreiben ach sqiches, sondern die Art der Publizirung besprochen worden ser. Es . mußte so" pu- blizirt werden, weil es nur so seinem Zweck, in aUen Volker- schichten bekannt zu werden, entsprechen konnte. Durch dns Allerhöchste Handschreiben ist in vielen Gemeinden der Sckzierer der Unwissenheit und Lüge gelüftei morden. Was dre geheimen traulichen Unterredungen m.t Pariamentariern von der linken Seite bezüglich des Wahlgrseßcs beireff'e, so müsse er bemerken, daß er nur mit dem Hrn. Abg. Dr. Jörg, und zwar auf der Straße, einias in dieser Angelegenheit„griprorhcn habe. Aus- führlich ergeht sich nun Redner über'dte vom Abg. Wakier an- geführten Fälle von Willkür der Bezirksbeamten. In drm Fal1e zu Velburg sei bereits Diöziplinaruntersuchung erngeleitei, „die Akten befinden fick: jedoch noch beim Strafgericht. Es sei nicht zu entschuldigen, wohl aber zu begreifen, _wenn mancher BczirkSaminmnn iibcr dic Scinmr Hane angciicirtß dcr fort- währcndrn Hrizcréicn gcgrn die Autorität ch Stunts?) odor Braunen zu Gunsten des Vrnefiziatcn odkr Cooperatrrs. Gleich- fails Cine griindlich Widcrlrgrmg fanden die Brdquyiungen dez? Abg. Ratzinger und die „Srricixlnnge“ vom „Ministerrarß mit Zuxichnnß don Abgeordneten,“ die fick) in den tiemicn Meeres- icbsamm iririiikzieiicn diirfte. Bezüglich, des Anrrach dr.? Abg. Gricßcnbrck' iiir Vcreiniacinmg auf dem Vcrwaitimgsgcbiexe soll»: man sicli ja ksinrr „leniion 1")ingcbcn. So was nehme ircii nnr dcm Papier rccizt Int ans» dcm sichs aver dic Proia drr Wirk- licbkeii gchniidrr.
Sachsen. Dresden, 31. März. Die Erste Karnmer genehmigte nach dem Vorgange der waiten Kawmer die .Re- gierungsvorlage über Raumbeichaffrtng_rur weibliche Sirasiinge und nahm sodann nach einiger Diskusion den neulich" zuruck.- gesteÜten ziveiien Absatz des §. 3 des Geicßentwrrrfs uber dre Entschädignng der gristlickzen und Kirchsndiener fur den Wegng von Gebühren mit einer von der Deputation beantragten Ein- schaltnng an, worauf der gedachte Geseizentwurf selbst angenom- men wurde. Hierauf Trat die Kammer _m die Berathung des Gescßentwuris Über die höheren Unterrickzisansialten rm, _Der Siaaiä-Minister 1)r. v. Gerber legte in ausführlicher Redr dre Grunde dar, welche es der Regierung wünschencswerth erscheinen ließen, einen Theil der in da?: Gebiet des höh_eren Unterr:chi§wesen_s einichlagendcn Bestimmungen durck) Grieß zu fixiren. Die Spezialberatßung wurde auf morgen verschoben. .
Die Zweite Kammer setzte in ihrer h'xute Vormriiag abgehaltenen Sitzung die Schsnßberathung fort uber den Berndt dcr Jinanzdepuiation über Pos. 19 bis mri 26 der Abthei- lung 1). des ordentlichen Arrsgabebudgets, dns Departeinrnt, des Innern betreffend, sowie über die darauf bezuglrchen Komgltclxn Dekrete und über Pos. 6 dch außerordentlichen Budgets, und bewilligre die Positionen 24 bis mit 266. mit nur geringen Ab- streickzungen.
Oesterreich-nugaru. Wien, 31. März. (W. T. B.) Die un garischen Minister find heute vom Kanser empzangen worden. Am Nachmittag fand die erste, nur einer. vorlarifigen Besprechung gewidmete Konferenz ßatt. In _die Detznlver- handiungen dürften die Reffortébeamten erst am nachften Dienstag eintreten. Graf Andraffr) wird am Montag erwartet, du; Fest- stellung des gemeinsamen Budgets kann daher nicht vor Dienstag beginnen.
Prag, 30. März. (Wien. 3.) In der heutigen Landtags-
Hausmann an, daß fie ihre Landtagswandate niederlegen. Der Oberß-Landmarschalltheilte mit, daß 69 Ahgeordnete, die auf- gefordert wurden, im Landtage (Zu, erseheinen, durch die Paß eine Erklärung einsendeten, die fi _m sehr [elbftbewußtem_Tone auf die vorjährige Erklärung berr_r"t. ' Da dte„heutige Erklarung die ungebührliche Sprache der quéchngm§rk1arung rxproduztrt, müffe fie demselben Schicksale wre dre vor1ahrrge Erklnrung ver- fallen und daher nicht zur Verlesung gelangen. Uebrigens habe der Oberß-Landmarschall bemerkt, daß eine große_Anzahl non Unterschriften von fremder Hand herrühre, was übrrgrns gleich- ültig sei, da die Erklärung überhaupt keme Rechtfertigung e'nt: alte und die 69 Abgeordneten daher wegen ungerechtfertrg_- ten Ausbleibens des Mandates für verlustig zu erkla- ren seien. Der Antrag des jungczechischen Adgeordneten Gregr, die Erklärung an eine Kommisfion zu verweisen„ wurde nicht angenommen. Der Antrag, die 69 Abgeordneten ihrer Mandate verlustig zu erklären, wurde mit großer Majoritat ange- nommen.
Lemberg, 30. März. Jm Landtage wurde heute an- läßlich Erledigung einer Petition der BezirkSoertrctung non MOSciska um Auflösung der jüdischen Kultußgemem- den eine Resolution beschlossen, wonnch dre Regierung zur Aufhebung noch bestehender jüdischer 'Arrsnahmsge- seße, Regelung der Verhältniffe der Judengememden und [Leder- wachung der jüdischen Matriken-Bücherführung aufgefordert wrrd. Laibach, 30.„März. Bei den Gemernderathswah'len im ersten Wahlkörper fiegten trotz heftiger Agitation der Klerikal- Nationalen die verfaffungstreuen Kandidaten.
Pest, 25. März. Die Verhandlungen des Abgeord- netenhaus es zu Pest über einen Geietzentwnrf, welcher für die Ausübung des “staatlichen AufsichtSreehts
über den Volwunterricl)t und namentlich über . die konfesfionellen Schulen neue Normen aufsteUt, geben emen neuen Belag dafür , wie weit in Ungarn der Klerus
aller Konfessionen von den Ansprüchen entfernt iß, welche in anderen Ländern von den Ultramontanen und den Orthodoxen erhoben werden. Wir [affen drei der am 18. d. Mis. gehalte-
nen Reden folgen. ,
Abg. Gabriel Papp (reformirter Supermtendent):„ . . . . Ich begrüße mit Freuden den Siaat_auf dem Gebiete der d9_s Aufblühen des VolkWnterrichts erzielenden Thatigkeit ;, ebm dröhglb qt es auch nicht meine Abfirbi, dieier seiner Funktion Hindernisse in den Weg zu steam re.; aber ici) verfichere Sie dessen,.daß, Wenn fich auch die Prorestamcn an die Autonomie halten, sie dies nur darum Zhan, weil fie sich durch die bitteren Erfahrungen der Vsrgangenbert ge- nügend davon überzeuat haben können, daß _ sie sich um...?fro Berihcidigung der Autonomie schaaren mussen. D'“ s;, aber Wollen sie gegen richten (Beifakl), und sie „ " _ _ ' * schwerem Herzen zwar, aber pftzchtmaßtg _und nur .*erbu srldsi dann beugen, wenn dadurch dre LlutonomreU m_großc, Gr begrenzt würde. (Lebhafter Bcrraü.) Deshalb beiße ich rv'objch
derselben auch auf dem Gebiete des Volkönnierricht. ' Aufwiegelungen gezielt wird. Deshalb begruße leu fur Kasernen sind
endlich erwachend, auch in dieser Hinficht aur das _ getrctkn ist. . _ N; 11291) rxxlxchtet,
Es ist dies nicht nur em Recht, iondxrw aucb URL 711 des Siaates, Welcher bestehen wir!, weil nur diejemgxn K_uiiursxaaten eme Existenzbcrechtigung haben, welche, indem sie fur d:e_ geuugende und richtige Ausbildung ihrer Burger Sorge, tragen, mir_iicherer Hand die Fahne des Forischriits uud dsr Freibexdauisteckcn krnnen. . Aber der Staat, indem er seine Thükigkrtt auf die1em,G_ebiete Beginnt, darf die Riescngewalfwicht „außer Acht „lassen, dre rn der Sclbstthätigkrit der einzelnen Burger,_1n der Vereinigung _dxr gestil- schaftlicben Kräfte und in der_morairichen Kraft des Konseisignalis- mus steckt. Er kann nicht außér Acht lassen, da“ e? kdnfemonelle Schulen giebt, Welche nicht die Schuien' einer aus chlicßlrcbcn Kaste, irndern die Schulen der freien Asioziaiion der Clisrn smd,“ ob nur dercn Ursprung oder deren VerwaÜuug _betrachtcn, imd disse_ als solche darf man nicht ichwäÉen, sondsrn im (Hegenxheil untersiußen.
Mein Abg. KrÜege Helft) wünscht alle konfesgwnellen'Sckynlcn durch die Staaiöomnipotenz zu verdrängen. Ick. wunsckx die:? mr_bt, denn die Erwirkung des dadurch ausgestxckren Zirlrs wurde dtx'bur- «etliche Selbsttbäiigkcit lahm legen;_rvurre die tn dem .Konfeisiona- “lismus liegende Kraft brechen, die aus dem,?)[liar des Voirsunterrichts, besonders bei den Protestanten in den Stiftungen drr Reichen, rn de'n Pfennigen der Armen solche großartigen Ops8r_bringi; wurde die Ledrfreideii gefährden; würde die, mr_t dcn Wechielndcn Regierungen ebknfaüs wechselnden, oft nicht eben heilsamen Richtungcw im ganzen Lande in die Seele der jnugen Generation eimwpfen; Wurde die her- lige Série der Freiheit verbannen, die nur dort WNW. wd fie ,die Feffeln dcs starren Einerlei der strammen Centralrsatton nicht drücfrn rc. ' ,
Abg. Iohann Miel)! (katholischer Pfarrer): _
Geehrtes Haas! Wenn dieser (Heirßentwurs nur von einer .Kon- feision handelte, oder Über einzelne Gebiete unieres Lande? verfugen Wollte, dann würde ich die Beiürchtungenavcrsiehen, die beionders am gestrigcn Tag.: in diesem Harne von zwei Seiten Außdrnck gefunden baden. Ahcr ich verstehe nicht dtexemgen Worte eines ix_ecbrten Ad.;rordncten-Koürgen, mit Welchrn .“ besonders dre katholqchen Gchrrlen und den auf dieselben geießlich geiibien Einfluß des Klerus der Auf- merksamkeit dcr Gesevgebung und besonders_ der Regierung so warm anempiahl. Dies, sage ich. „verstehr _ck nicht, denn in Ungarn„ _ wie dies bis jetzt die Geschichtx ix_ewent, _ _war die VaterlgndSlrxbx und die daraus natüriick) cntivrmgende _Geießesachinng kein _Prwr- legium dcr cinen oder der anderen Konfesircn. (Berrali) Wir alle rvcttcifern darin, und daß dies in_ Zukunir auch so iet, gebe, Gott. (Beifall.) Was den Geicßoniwurr, objektiv genommxn, betrifft, _so fickycrt er der Regierung einen gewissen Einfluß (ruf ane Srbuleu, dre im Lande rxistirkn, aber nur innerhalb der geielziichen Grenten, und dies votire ici.) gerne und zwar desdalb, weil ix!) die feste Urberzeugnng hege, daß, Wer immer den Regierungsicffel i_nne linde“ diese Nation in keiner ihrer Angelegenkyeiien eine ungeseßlicbe Etnfxußaahme duideu wird. (Beifaü) Dcshalh, Und weil ich in diesem Geießcntwurf einen wichtigen Schritt zur Jördkrung u_nd Besserung unscrxs Volksuuier- richts iche, nehme ici) den Geicßentwms zur Baits dcr Spezial- WUFF“ A t V (r ck ['ich Pf r)
. non dor aor er arrc: '
JchJann die Besorgniffe des Vorrsdners Ziedényi nicht theilen, rverl nicht von den unberufenen Uebergriffen des S_taateS, ionrern vom hochsten AufiichtSrechte desiklben, von den, von Gott ihm gxgebenen, Rechten die Rede ist. (Bewegung und Heiterkeit _auf der Link_en.) Ich glaube, daß diese Heiterkeit nicht durch das Prinzip selbst, 1oudern blos durch das Ungewöhnliche einer Berufung _auf_ daffelbe verursacht wurde; denn es hat niemals ein Staat existirt, in welchem diese Theorie ge- leugnet worden wäre. (Zustimmung.) Ich betrachte Staat und
' e enüber te ende aktoren; “a, insofern ihre unmittelbare Auf-
chYegdfizeselbe Tft,h wüns e ich, daß1das Verhältnis; zwischen beiden so ?ordial als möglich sei. (Zirstimmung)
Schloeiz. Die vorberaihende Kommission von 14 Mitgliedern, welche der Bundeßrath in Sachen der Gotthardbahn erngnnt hat, besieht laut den „B. R.“ aus den beiden Inspektoren des Eisen- bahndepartements, dem Gotthardbahn - Inspektor, dem Ober-
dsÖ SexBatailisrs URI Chef der Admiraiirö, ne!:izer sioh znr
sißung zeigten die altczechischen Abgeordneten Tomek und
Bauinspektor Salis, je einem Direktor, sowie dem Ober-Jngmieuc
dem" dieses Gesetz keine Hindernis) für,“ ggf- würden fich vor dem Geseefernse *mit
Maße . _kommm das Betreten drs Kampfplaßes von Seite „des Staaicsäyéamslau unferem Staate doppelt nothwendig, wo die rxngaxiicbe Siaaxs' 30, Pleß ' deu divergenten Elementen so heftig besiurmt und auf dau 19, Sulau Ying-
un ari en Staat, daß er _ von seinem hundé Oels uud Neisse f x g M (ZIK); Unternehmer “„.,
Kirche nicht als zwei mit einander rivalifireude oder einander feind- -
und dem Masclzinenmeifter drr Central'babn und der Rorbas!- bahn. _ferner uns dem Ober-Ingmieur Bridel, dem Kantons- Inxzemeur Weil: und Bankdirektor Stoll.
Großbritannien und Irland. Das Jahresfest des deutschen Krankenhauses zu Dalßon (Rord-London) wurde geßern in WiUis' Rooms gefeiert und der deutsche Botschafter, Graf Münster, Yume den Vorfiß. Graf Veuft,
London, 30. März.
Baron von Bunsen, Baron olvyns, Brincken. Baron von Schröder u. a. m. befanden fich unter der Gesellschaft, die aus ungefähr 200 Gästen befrand. Den Toast auf die K önigin brachte der Vorsitzende, Graf Münster, aus und nach diesem wurde die Gesundheit des Prinzen und der Prinzessin von Wales _ der Prinz führte bei dem leßtm_I-zhresbanket den Vorstß _ und der übri- gen Mitglieder der Kontgltchen Familie getrunken. Graf Beust gedachte, in Erwrderung des Toaftes auf die ausländischen Souve- räne, seiner persönlichen freundlichen Beziehungen zu dnn deutschen Botschafter, die den Beziehungen der beiden Reiche ent- sprechend seien. In der segensreichen Wirksamkeitdes dentschcn Kran- kenhauses, wo auch viele Oeßerreicher Heilung gefunden, sehe er eine recht deutliche Illustration zu dem auf den Zusammenhang Deutschlands und Oesterreichs passenden Motto: „In Leid und Freud smd wir eins.“ _ Granünßer trank auf das Gedeihen der für die deuisctxe Bevölkerung Londons so wohlthätigen An- stalt; der Toaft auf den Vorsitzenden wurde mit großer Herz- lichkeit, dcr auf den Deutschen Kaiser mit Begeisterung aufge- nommen.
Es wurden 4163 Pfd. Sterk. an Beiträgen gezeichnet, 200 Pid. Skerl. vom Deutschen Kaiser, 50 Pfd. Sterk. vom König von Belgien, 25_Pfd. Stekl. vom Herzog von Edinburgh und neue Jahresbeitrage zum Gcsammtbetrag von über 400 Guinecn mit eingerechnet. Ueber das Krankenhaus selbst ist noch zu sagen, daß es im Jahre 1845 eröffnet wurde, unter deutsckxrr Lritung steht und zur Aufnahme von Dcutsckzcn bestimmt ist; «119 Deutscher gilt aber cher, der fick) durch den Gebrauch der deutschen Sprache als solcher auöweist. In dringenden Fällen werden auckzPatienten anderer Nationalitätaufgenommen. Präfident des VerivaltungSrathes ist der Herzog von Cambridge und die Anstalt ftth unter dem Patronat der Königin und mehrerer anständischen Souveräne. Die Zahl der Patienten im qbZelaufencn Iahre beirug 1327 (darunter 337 Engländer). _ Vor dem Mrniralitätv'gerichr wurde gestern Namens der Eigcnthiimcr drs deritick)rit_Dampfcr*s ,Franconia“ das An- suchen gestellt, dicies Sciyin gcgen cine Sich)crl)citv9118 Pfd. Strrl. per Tonne wieder frrizugrben, Wogcgcn jedoch die Cigrnthiimcr- dcs „Strathclyde“ dnrcdihrcn Vertreter Einspruchs criiebcn licßrn. Eine Enticheidung ist noch nicht grtroffcn. “
_ 1. April. (W. T. B.) In der Sißung des Unter- hansrs zeigte der Kanzler der Schaßkammcr an, der Khedive habe in einem bei dem auswärtigen Amte eingegangenen Tele- gramme den Wunsch ansgedrückt, daß der Bericht Cave's veröffentlicht werde. _ Die diesjährigen Finanzeinnahmen des Staatssckzaßes beiaufen sich auf 77,131,693 Pfd. Stork„ also 2,209820 Pfd. Sterk. höher, als im Vorjahre, wo die- selben nur 74921873 Pfd. Sterk. betrugen.
_ Das Budget von Indien pro 1876/77 weist laut Meldung des „W. T. B.“ aus Calcutta vom 31. eine Einnahme von 50,480„000 Pfd. Sterk. auf ; die ordentlichen AUSgaben betragen 50,336,000 Pfd. Sterl., die außerordentlichen 3,759,000 Pfd. Steil; Die Anleihe Von 2,640,000 Pfd. Stekl. soll in London, mcht in Indien begeben Werden, irgendwelche Erhöhung der Kontributionen ist nicht in Vorschlag gebracht.
Frankreich Paris, 30. März. Je mehr fick) auch im Senat die Absicht kundgicbt, das Unterrichrs§xescH des Mi- nister Waddington ohne Amendements anzunehmen, deßo ent- schiedener wird der Widerstand der Klerikalen; so haben gestern nnd Heut Sißungen der 30 Bischöfe, welche hier als Gründer der katholischen Universität versammelt sind, stattgefundcn, über deren Inhalt zivar nichis Positives verlautet, die adrr dnrch die veriiärkien Angriffe gegen den Minister Waddington, sowie durch den Beickxluß der Bischöfe, den Vorladungen der parlam-xntarischen Untersuchungskommisfion keine Folge zu leiftkn, gekennzeichnet wcr- drn. Die „République Franxaise“, welcher das Verdienß gebührt, «_Uf die Gefahren, die das Gesetz über die Fréiheit des höheren Unter- richtes birgt, am entschiedenßen hingewiesen zu haben, schreibt bezüg- lick) der Absichten der Bischöfe: „Die Herren Bischöfe beschränken fich also nickyt, wie die gewöhnlichcn Bürger, auf Berathungcn; sie tragen vielmehr die Anmaßung zur Schau, „Maßregeln“ zu treffen. Könnte man da nicht von einer konstitnirten Ge- walt sprechen? Welche Maßregeln werden fie wohl ergreifen ionnen? Kirchenstrafen, die Exkommunikation“? Man verliertfick; rn Vermuthungen. Wir Hoffen, daß die Ruhe des Hcrrn Wad- drngton dadurch nicht gestört wird, und daß, wenn sein Ent- wurf bei den öffenilichrn GeWalten zur Annahma gelangt, wie zum Glüch wahrscheinlich ist, die Herren Bischöfe: sii!) wohl oder übel damit zufrieden geben werden, indem es ihnen unbenommcn bleibt, das berechtigte Ucbergrwicht _ der bürgerlichen Gesellschaft, sowie die Garantien fur die Wiffenschaft und für die Fähig- keiten, wie fie bereits thun, ale."- unbillig zu bezeichnen.“ _ Von der Naiionalversammlung ist heut der Ausschuß für die Vorlage des Unterrichts-Minisiers, welche den katho- lischen Universitäten das Recht, akademische Grade zu verleihen, wirder entziehen sols, gewählt worden, und zwar find iroß des energischen Widerspruchs mehrerer Mitglieder der Rechten nur Anhänger der Vorlage in die Kommission gesandt worden. _ Nach dem „Journal des Débats“ beläuftfich die Zahl der Individuen, welche sich in Folge von Verurtheilungen wegen Theilnahme an den Kommune -Ereignissen in den Landes- gefängnissen von Landernau, Thouars und BeUe-Isle befinden, auf höchstens 1500, und anch von diesen wird die größere Hälfte im Laufe des Jahres 1877 ihre Strafe abgebüßthaben. Die Zahl der , nach Neu-Caledonien Deportirien beträgt in runder Zahl 4000. _ Zu den Zeichen friedlicher Gesmmmgen und Hoffnungen Frank- reichs, zu denen vor AÜem der Plan einer Industrie-Aus- stellung gehört, ist auch der Antrag Proust in der Deputirten- kammer auf Errichtung eines Bureaus der ausländischen Pres s e zu rechnen, dessen Leitung einer aus Senatoren und Deputirten zusammengeseßten Kommission übertragen werden soll. Der Antrag Wurde allenthalben sehr günstig aufgenom- mm. In diesem Preßbureau werden alle größeren ans- ländischen, ganz besonders aber alle deutschen Blätter aufliegen, und fähige Ueberseßer werden die Aufgabe haben, tä lic? YUSzüge in französischer Sprache daraus zu liefern, die, sogfor lithographisck) vermehrt, allen Dcputirten; und Senatoren zur Verfügung stehen. Bisher hat in Fi'ax'rireich noch nie etwas Aehziliches bestanden und die Neuerung findet in politischen Kreisen allgemeine BiUigung, und man schmeichelt fich gerne
Baron von der
. Volke mehr Energie zu verlangen. Das neue Ministerium kann
Nachbarn unierrichtet sein werde, als bisher. _ Die eraktion Fr ZYmtSth“ gth laui! der „Fr. Correip.“ von Herrn Ernß
cm an errn enri ron, is er Mitarbeiter des , . Débats“, über. H h 3 des
. _ T_ie Erklärungen, welche die Minister Dufaure und Ricard in dern Ausschuß des Senzts für die Amnestie ab- gqben, lauten, der „Köln. Ztg.“ zufolge, in ihren Hauptpunkten, wie solar: Die beiden Minißer haben eine sehr ernstliche und genaue Untersuchung über alle Theilnehmer an der Insurrektion vom 18. Marz anßellen lassen. Dieselbe ergab, daß diejenigen, Welche fich, nach London, Brüffel und der Schweiz geflückzt-Zt haben, die Noihwendigkeit einer Vergeltung dcr Kommune laut predigen, keine Reue zeigen und mehr zu fürchten find, “denn je. Ueber die nach Neu=Caledonien Teportir- tt_n stimmen die Dosfiers der PolizeiPräfektur, die Aus- zrrge aus ihren Briefen, welehe man anf dem Marine=Miniße= rium aus denselben machte, die Berichte der Gefängniß-Tirekto- ren und des Gouverneurs von Neu-Caledonien darin überein, daß dieselben als „Märtyrer“ die Urtheile der Gerichte nicht annehmen, keine Reue an den Taa legen und nur von Rache und „Genugthuung träumen. Es ift daher unmöglickz, an eine voÜfiand-igc' oder theilweise Amnestie zu denken. Der Präsident der Republik Hat jedoch die Minister zu der Erklärung ermäch- tigt, daß er den Veri'xrten, denen, die Neue an den Tag legen, glxrcl) nach der Verwerfung aller Amneßieanträge Gnads angr- dethen [affen werde.
Versailles, 31. März. (W. T. B.) Die Deputirten- kanimrr hat mit 223 gegen 216 Stimmen die Wahl des legitimistischen Teputirten, Marquis de La Rdrhsjaqnelin, für nngulttg erklärt, die Berathung über die Wahl des boimpar: trstiichen Deputirien, Duc de Feltre, auf morgrn, die Ernennung der Budgetkommiifion auf nächsten Montag vertagt.
Spanien. Madrid, 31. März. (W. T. B.) Der Srnat hat dem Könige die beschioffcne Adresse überrcickxt. _ Die Regierung bat die Bestimmung crneucrt, daß ails Schrffe, die in einem andern spanisckzenHafcn, als denjenigen three.“- BeftimmungSorrs einlaufen, einer Untersuchung unter: worfewwerdrn soUen, es müßte denn dargetiian wcrd-Zn, daß fi: diirci) außrrr, unabwendbare Umstände gezwnngen worden find, emen anderen Hach, als denjenigen des Vrßimmungdorteci, rmzrrlaufen. _ Den nach dem Auslande übergrtrrtcnen Carlistrn iß die Vergünstigung crrheilt worden, ihre fahrende Habe zokl- und stencrfrei wieder nach Spanien einführen zn dürfen.
Portugal. Lissabon, 28. März. (K. Ztg.) Tas Obcrhaus hat der Regierung mit 45 gegen 24 Stirnwen icin Vertrauen kundgegeden. Eine Anzahl von Mitglicdrrn dcr Oppofiiion in der Deputirtenkammer trifft Vorbsrcitun- gen zu Vokksvcrsammlungen in den Provinzen. Dic ministerielle„Revolu9ao dc Setembro“ erklärt, daß die Minderheit thun möge, was ihr beliebe, wenn sie nur keine Ruhestömngcn veranlaffe; für die öffentliche Sicherheit werde von den Polizei- behörden schon gesorgt werden.
Italien. Rom, 28. März. Der „Diritw“ sagt in einem Artikel über die außwärtige Politik des Mi- nisteriums Depretis: . . . Da Herr Depretis mit einem ichr liberalen Programme in der Hand zur Regierung gekommen ist, so braucht er Europa über die Absichten der neuen Regierung nicht erst zu beruhigen, weil sein Programm ihr die Srimpatbien Europas sichert. Die liberale Politik des Ministeriums wird in Frankreich, das jth ganz entschieden nach einer wahren Wiedergeburt strebt, Hock; angeschlagen werden. Die Reformen, welche ein Volk [ici fick) durchführt, kommen durä) den geheimen inneren Zasammcnhang drr Schicksale aller Völker auch den anderen zu Gute. Wer das Programm der ijalienischen Linkkn mit dem des franzöfischrn Premier-Ministers vergleicht, wird ma11che gemeinsame Punkte entdecken; denn Reform der Verwaltung, Autonomie der Lokal- behörden nnd Verantwortlicheit der Beamten find Verbesserun- gen, welche glcichzeirig in Italien wie in Frankreich angrstrebt werden. Hier wie dort verlangt man auch größere Energie gegen die klerikalen Bestrebungen, indem man in Frankrcickz dem Staate die Leitung des höheren Unterrichis wiedergeben und in Italien die Vertraltung des Kirchenvermögens den Laien anverirauen wil]. Diese Gemeinsamkcii der Ideen wird die Bande der Freundschaft mit dem liberalen Frankreich enger knüpfen, und dieses wird unieren Reformlieftrebungcn denselben Beifal] ichenken, den wir drn scinigen entgegenbringén. Auch Deutschland wird das neue Ministerium mit seinem Beifall unrersiiiizen; denn die innere Politik deffslben wird kräftig mit dazu beitragen, das; Deutschland srine Kirchenpolitik energisch durchführrn kann. Die Linke Hat die nefäiligr Nach- giebigkeit und die ängsUiche, fast ganz passive Politik der Re- gierung den Ansprüchen des Vatikans gcgenüdxr, wclche das ganze liberale Europa zu wiederholten Malen als grmcingcfähr- lick) beklagt hdi, nie verstehen können. Die neue Regierung wird jsne Kirchenpolitik, zu welcher das Ministerium Kiinghetii nach der Interpellation Mancini's einen schwachen Anlauf vrrsuckzt hat, um den Wünschen der Kammrr und des Landes nur einigermaßen (und selbst auf Koßen seines Pro- grammö) zu enisprrchen, ganz offen und energisch verfolgen und zwar mit der Kraft, die sie aus dem Umstande ziehx, daß sie dieselbe stets vsrlangt und versprochen hat. Deutschland wie Frankreich werden diese Politik, aus welcher auch fie keinen geringen Vortheil schöpfen, mit Sympathie und Glückwünschen beglsiten. Auch Oesterreich-Ungarn wird den eingetretenen Ministerwechsel mit Wohlgefallen betrachten; denn seine inneren Znstände gedcn ihm nicht die gleiche Sicherheit, wie fie Deutsch- land befiHt, der ultramonianen Reaktion gegenüber, deren Macht durch jeden Triumph drr liberalen Sache mehr gebrochen wird. Und was wir von Frankreich, Deutschland und Oesterreich- Ungarn gesagt haben, das gilt auch von England und den anderen Staaten. Die Politik ch Auswärtigen Amtes wird dieselbe bleiben; aber die Aenderung der innern Politik und der große so eben vollzogene konstitutionelle Akt wird zum Vor- theil aller freien Völker ausschlagen. Die beffere Wahrung der individuellen Freiheit im Inlande wird auch unseren Bürgern im Auslande zu Gute kommen. Italien wird ßck) den großen Fragen gegenüber, welche Europa gegenwärtig bewegen, nicht zurückziehen, sondern den Einfluß ausüben, welcher seiner von allen Naiidncn anerkannten Bedeutung entspricht. Europa hat sogar. das Recht, von uns als einem wieder auferstandenen
daher dem Urtheile Europas geiroß entgegensrhen, und die in- nere liberale Politik desselben, welche unserem Charakter und unseren Traditionen entspricht, wird mächtig mit da u beitragen, uns die Sympathien und die Freundschaft aller Freien Völker
Mit der HUffUUUJ- daß Frankreich 5le hkffek Über seine nächften
- 31. März, (W. T. 8)- ZU Generalsekretären finderncmm worden.“ Für das J.“.ncre: Lacaoa, für die Finanzen: Scißmitdoda, fÜr dffethi-he Arbeiten: Baccarini, für die Iuüiz': Lafranceöca, für das Auswärtige: Tornielli, für die Landwind- sckznfr; Branca. Die Ernennung der Generaliekretäre für die MxnterZen des Krieges, der Marine und des Unterrichts irehr no au .
_ Turkei. NachneuermNachrichtm ausderHerzegowina hat die Yerhnitung d_es_ Liubobratic durch die öfierreichiikhen Yehorden 1n_I_moschr stattgefunden. Die von ihm bislm ge- ruhrrcn Aufitandisckxen haben fich von Ljubu-Zki nach Racétno Zezogcn, wo fie eine iefie Pofition einnehmen. Tiriér Diskrikt Ut Urn Truppen nur ichwach bcscrzt. io daß die Insnrgenten dort wenig Widerstand finden. In Ragusa find rwe“! monte- ne_gr1n11chc Senaroren eingetroffen, um die' Féiickzriinge zur Rnckkcdr und die unter Beko Vaoiowich in Grsdci sichendm Injurgentcn zur Niederlegnng der Waffen zu bewegen.
_ (W. T. B.)Wie die ;Prlitiiche Korrespondenz“ 110717. 31. März meldet, treten die Ininrgcnteniührcr Soriézéxa. Ziwixriich und Vcko PaviovitH. in Folge drr zwiiciicn deni ZM: „:Tier Rodich und den türkiichkn Autoritäten getroffenen Lidmackinnnsn, mitden vom Fürsten von Montenegro adzuierxdrrédm Zeiia: toren wegen derVerprovi-aniirung von Nifiiré) 1171 1753392211 Montag zu einer Konferenz in Grabowo zu!".nnmsn. Tie- selben begeben fick) am darauf folgendenTage Übrr Riiano !*.-„1:1; der SUZtorina und haben dort wahrskbeinliri) am Mi::wdäi ddsr Donnerjrag mit dem Starihalter o. Rodiéy cine Z::ixnrmcxiknnit.
Rumänien. (W. T. V.) Der „VoliÜW-In Corrripondxnz“ vom 31. März wird uns Bukarest gcmcldct, daß drr rUmänisckie Minister des Audrvärtizcn mit dem ruifisckisn Generai-Kdninl über dir Grundlansn eines zwischen Rußland Und Ru- mänien abzuschlirßcndcn Handrls- und Schiiiahriéver- trages Überringekommen Und dns; dix brzirgiiciis Kdrkrrntion von dem Minister und dem Gcneral-Konsul Ocreiw Unicrzciciznet wordcn sei.
* Rußland und Polen. St. Pereerurz, 31. März. (W. T B.) Von maßgebrndcr Seite wird miigrrdrixt, dar“; die ._Korre]pondcnzmcldnnacnsüdd8u1ichcr mid dstrrrréciz-iicixrr Vjätier uber _angevlickze Modifikaiionrn in der Regicrnng der“; Landes vdlliicrndig and der Luft gegriffen sind, und dax“; die Letckzmiaudigkcit, mit wrlcbcr dirse Meldrrnrien rwn drr driirich7n und. diierrcichischen Prrffc anfgenomwen Und bsidrrckxrn worden find, m bissigen Krkiirn LlUisrhrn xrrcgt. Was die UrlmrrSreise des Botschafters, Greifen Sckiuwaidw, anbciangc. sr) sri dic- scl're drrrck; ?lngeiegenhciten von lediglich prioarrr 21111er der- brigefülxt. . “
_ Dcr ,chicknng-F-Ysnzeiger“ Wbliziri dcn zwiickzrnRuß- land und Japan Üb?!" den Umtauick) der Kurilen gcgen Sachalin abgrschloffencn Vertrag.
_ Ter „Goids“ bespricht in einem [ännercn Nrtikcl dis Herzegowinafrage Und drdnzirt dis Notindsxidigkcit, daß die europäischen Mächre eine friedliche Intervention zu Gnnstcn der Christen ins, Werk seyren, dabei aber sich iedcr Maßnahmrn cntdielten, die zu einsm Zwiespalt Anlaß been könnten. Das Blatt spricht fick) fiir Audüdung eincr .rmein- samen und heilsamen Prcsfion in Konßaniiiwprl 111cm und weist jrdcxi Gedanken an ein einseitiges Vorgrhrn Rnßlands ont- sckzirdcn zuriick.
„ _ Dcr „Nrrßkij Mir" vom 30. März desprickzi in (inen: langeren Artikel die Frage, ob es wirklich politische Parieien in Rnßland grbe und kommt dabei auf die von der „K_öln. Ztg." angenommene Trennung in altrnifisriw, jiing- rujiiiclis, narioimle und ilaoophiie P;:rteirn nnd damm". daß zum Programm der fnngrusfiichrn nndsdinxxcr Has“, undJWnd- schaft grgsn die Deutschen gckéöre. Das rnifisäzr BLM ricnnr alle dirsr Angaben Arisgednrten dcr Einbildungskraft; die Russen wiirdrn im Lillgemeinen vom Lluslrmde vici zn gering ICsCLJÜHT, als ein jringes, noch unentwirkslres Voik, drffen eine Hälfte fick) ins Write, in eine rnibckmmi; Zu- kunft stürze, die andere fie mit altrn Tradiiir-ncn zn zügeln sriciie. Man spreck; von „naiidnalcn“ Bestre- bmigen, während sie doch längst cinr gccinigtr inidn sri, die ebensowenig Sierrwphilen genannt wvrdcn könnirn, ais die Druiscknn Gcrmanophilrn. Die Ruffen hätten allcrdings nicht die staatlichen Formen der Entwickelnng welchc man andrrEwo für unrntdehrlick; Haxie; fis hätten rbrn kein Vsrlangen iiach Wirderholung jrnrs chronischen Kampfes zwischen SUNS- grwalt und Gricllsriyait, dcn Europa schon durckggkmgcht odcr noc!) durchmachen werde; . darum seien uncl) po- litische Parteien in Rnßland nicht denkdar, wir sr: im Westen fick) mit der Zeit gebildet hätrrn; der einzig? An- tagoniSmris könne mir zwisckzen drr Burcankraéir nnd dem Volke ftaiifindcn. Derselbe sei aber zu geringfiigig Und nur ici'nporär, so daß rr keinen Einfluß auf den aÜgrmeincn, zwar langsamen, abcr sicheren Gang des russischen polirischrn Lcdcns ausüben könne.
_ Ueber die griechisch-ortizodoxe Kirclze in den. Vereinigten Staaten bringt der „Si. Pricrsi). Hor.“ einige interessante Notizen. Im IaHre 1870 wurde danach. die Eröffnung einer iemporärcn Hauskirrhc in New- York untsr Lritung des zur rechigläubigen Kirche übergetrete- nen amerikanischen Bürgers N. Viering von den Lokalbläitern, welche von Protestanten herausgegeben wurden, mit dem Wunsch und der Hoffnung begrirßt, daß dieselbe der erste Schritt zur." Verrinigunq der rechtgläubigcn Kirckze init drr bischöslichen sein. möge. Isst ist, nach dem „Rnffkij Mir“, von Wie- ring die Nachricht eingetroffen, daß die in Ncw=Y0rk,. Chicago und anderen Städten von Ndrdamerißa lrbendcrr katholischen Siewert offen ihre Sympaihien für die r*eclzt-x gläubige Kirche äußern. Das Dogma der päpirlichcn Un- fehlbarkeit siößt fie von- der lateinischen Kirche zuriiii' und läßt fie den Gotrrsdiensr der griechischen Kirche fleißig bc- suchen. Ueberdies geben fie beim Goiiesdrcnstr dentlich zu er- kennen, wie sehr sie ihrer Muttersprache der lateinischcn den Vorzug geben. In der Abficdt, diese Snypaihicn für die rechtgläubige Kirrhe noch mehr zu verbreiten, und in der Hoff- nung, diese zum Vereinigungspunkte des slawischen Elements zu machen, hat Viering fich der Erlernung der slavisthrn Sprache zugewandt und es so weit darin gebracht, daß er nun einen Sonntag um den anderen den Gottesdienß in ilavischer und in englischer Sprache abhält.
SchWeden und NorWegen. Stockholm, 31. März. (W. T. B.) Die französische Regierung hat den französich - schwedisck) - ndrwegisckzen Handelßvertrag zum 23. März 1877 gekündigt und die Eröffnung von Unter- handlungen behufs Abschlusses eines neuen Handel;?-
zu erhaltexi und zu wahren.
vertrages auf der Basis der Geltung des beßehenden, bis der