1876 / 84 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Apr 1876 18:00:01 GMT) scan diff

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Bemerkungen. _

1) Die Reihenfolge der Eismhahueu iti nach der Er_oße Yer mittleren Verbälwißzahl (geometr. Mtrtxl) zwischen der _auf n EZM Verspäiung der Courier-, Schnell-, Perionen-_und gemrscbten Zuge auf eigener Bahn entfaUeudm Anzahl von Zugen dieser Gattungen und der auf je Cine Verspätung entfallendxu Zahl der von diesen Zuggattungen zurückgelegten Achskilometer bestimuzt (Col. 34; 35 u. 36).

2) Es entfällt: 8, die größ te a_l)l der _bedeerteu uge auf die Sächsischen Staatsbahnen mit 21,966 ngen _(lfde. Nr. 45, „_ol_ 5-10); 1). die g r ößte Zahl der zurückgelegten Achskilometer aller_Zuge auf die- felbe Bahn mit 52,286,269 Achskilomxtern, und der _Courier-, Schneid, Personen- und gemischten Züge mit 10272224 AchSk1lon1etem(lfde. Nr. “45, Col. 3] und 32); c. die ar_ön_*_e Leistung vr? Kilometer Bahn- länge auf die Niederschlefi)ch-Markuche Bahn mit 50,100 Achskilo- metern (lfde. Nr. 42, Col. 3, 31 u. 33). _ _

3) Durchschnittlich beträgt: 3. die auf 1ed_en Kilometer Babu- länge von der (Heinmmtfumme der AÖSkilometer entfallende Za_hl 22,200 Acbskilometer (Col. 3, 31 und 33); b. die mittlere Verhaltmtzzczlxl zwischen der auf je Eine Verspätung entfaÜendxn Zugzahl und der am ie Eine Vcriväiung entfallenden Zahlvon Achskilomeiera 3724 (Col. 34, 35 und 36).

4) Die größte FabrgesÖwindigkeii (incl. Aufenthalt auf den Stationen) haben: x.. von den Courier- und Schaellzügen diejenigen déxr Magdeburg-Halberstädter Babu mit 58 Kilometern pro Stunde Fahrzeit

(lfde. Nr. 10, Col.38); kx. von den Persouxnzügen diejenig-u der Ober- laufiser uud Cottbus-Großeubainer Bahn mit 42 Kiloxnetern vr? Stunde Fahrzeit (lfde. Nr. 39, Col. 39); e. von den gemischten Zuger: dte- jenigen der Eutin-Lübecker Bahn mit 32 Kilometern pro Stunde Jahr- zeit (lfde. Nr. 25, Col. 40).

5) Durchs cb nittlich legen pro Stunde Fabxzeit incl. Aufenthalt auf den Stationen zurück: &. Courier- und Schnellzuge 46 Klin., 1). Per- sonenzüge 33 Klin., o. gemischte Züge 24Klm. (Col. 38, 39 u, 40),

6) Die Zahl der zurückgelegten Acbskilom. ist von den erwaltungen (lfde. Nr. 2, 11, 27, 29, 30, 59 und 62) nach approximanvem Ueber- 1chlage, von allen übrigen Verwaltungen uach genauer Berechnung angegeben.

7) Von den Gesammtverfpätungeu in Col. 22-27 wurden ber- vorgerufen:

mit in

__ Minni. Fällen b. durch Geleis-Ueberscbwunmuu uud Hochwaner: bei der lfd. Nr. 8 (Rheinische abu) 2644 38 a, durch eine Erdrutschun vor Tunnel Blanken- stein und durcb einen agesbmcb zwischen Cffeu uud Steele: bei der lfd. Nr. 30 (Bergisch:Märkische Bahn) 587 11 reip. 224 7 8) a. durch Dammbrüche- und Brückmeinfturz zwischen Schroda und Falkftadt in Folge Hochwaffers bei der lfd. Nr. 59 (Pofen-Creuzburger Bahn); _

b. durch Dammbrücbe auf der Strecke Zerkow-Miloölaw in Folge Hochwassers bei der lfd. Nr. 60(Oe18-Gne1ener_Babu) ;

e. durch Bnchädiguag der Elb- und Dahme-Dämme in Folge Hochwaffers bei der lfd. Nr. 61 (Berlin-Dresdener Bahn);

(1, durch Einsturz der Riesaer Elbbrücke in Folge Hochwaners bei der lfd. Nr. 62 (Leipzig-Dreödener Babu);

o. durch Senkung des Bahndammes zwischen Neustadt u_nd Biederiß in Folge Hochwassers bei der lfd. Nr. 63 (Berlin- Potödam-Mggdeb. Babu) _ .

wurde der fahrplanmätzige Betrieb auf den betheiligten Strecken der genannten Bahnen für langere Zeit unterbrochen.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Bayern. München, 4. April. Der Ansichuß zur Berathung des Iörgschen Wahlgeseyantrages hielt gestern Abend eine weiters Sißung ab. In derselben wurd_e der Antrag des Abg. Dr. Beckh auf Beseitigung der Wählbarkeit der katho- lischen Geistlichen akgelehnt, über einen Antrag des Frhrn. v. Stauffenberg auf Ausschließung der des Lesens und Schreibens nickn kundigen Wähler von der Ausübung des_Wahlrcchtes wurde die Abstimmung bis zu der morgen Vormittag stattfin- denden nächsten Ausschußstyung au9gese15t.

_ Die Resolution, wegen deren die „katholischen Vereine“ von Kißingen-Dettelbach und von Würz- burg geschlossen worden sind, hat, nach der ,Siidd. Pr.“, den nachstehenden Wortlaut: _

„Das System, nach welchem Bayern gegenwärtig regiert wird, ist in den Augen aller bayeriseh-patriotischen Staatsbürger die Korruption, welche Bauern in kirchlicher wie in patriotischßr Beziehung der Fäulniß, also einem ruhmlosen Ende überiiefert. Aus diesem Grund erscheint uns die Stellung, welche die baye- risch-patrioxische Fraktion in der verflossenen Landtagssession gegenüber der bayerischen Staatsregierung eingenommen hat, vom kirchlichen wie vom politischen Standpunkt aus als die aUein richtige. Wir erwarten deshalb von unseren gewählten Vertretern, daß sie, fich und ihren Wählern getreu, entweder einem Systemsweckzsel im Sinne der bayerisch-pa1riotischen Mehr- heit oder die Kammerauflösung mit aÜen ihnen zu Gebote stehen- den verfaffungsmäßigen Mitteln anstreben.“

_ Die „Südd. Pr.“ meldet: „Die deutschen Kleri- kalen woÜen, wie im Vorjahre, auch dieZmal in der ersten Hälfte des Monats einen Römerzug unternehmen. Der Prä- sident des „Deutschen Katholikenvereins“ Frhr. v. Los ladet zu demselben feierlich ein und bittet die Theilnchmer, fich bei ihm oder bei dem Kassier des Vereins, Hrn. Nikolaus Rake in Mainz, zu melden.“

_ Die jüngße Rede des SiiftsPropftes Dr. U. Döllinger in der öffentlichen Sitzung der Akademie der Wissen- schaften gelegentlich ihres 117. Stiftungstages hat in der k[erika[€n Preffe großes Mißfallen erregt. Besonders bezeichnend ist folgende Aiislaffung des „Regensburger Morgenblattes“: ,Die Königliche Akademie der Wissenschaften in München hat gestern aus Anlaß ihres 117. Stiftungstages eine öffentliche Sißung gehalten, welche der Altvater der altkatholischen Sekte, ])]: v. Töllingsr, neuerdings zu maßlosen Ausfällen gegcn das Papstthum benutzte. Or. v. DöUinger ging so weit, das ver- leumderisckzs Wort Macchiavelli's zu wiederholen: „Der Anblick des päpftlichen Rom habe dic Rcligion in Italien erstickt“; auch von italienischer Oligarchie wagte Döllinger zu sprechen. So scheini also kein Jahr vergehen zu können, ohne daß in der Königlichen Akademie der Wissenschaften das verzerrt und geschmäht wird, was der Majorität des bayerischen Volkes ehxwürTig und heilig ist. Es geht in dem Institute, welch€§ dsr unparteiischen Wissenschaft dienen [011 zu, wie in cinsm Konven- tikel altkatholiicher Kirchenlehrer. Döllinger iiberbietet noch die schweizer Kulturkämpfer. Wenn die Akademie einma[ auf dieses Niveau hernbgedriickt ist, nun, dann mag fie sein, was DöUinger und Genoffen daraus machen. Aber dem katholischen Volke ist dis Volksvertretung schuldig, und zwar bei schwerer Verantwor- tung, für eine so gesunkene Anstalt jeden HeUer aus dem Säckcl des fteuerzahlenden Volkes zu verweigern. Es muß dieien Dingen einmal ein Ende gemacht werden; das Volk ist es satt, fort und [0171 von München her Verunglimpfungen nnd Schmiihungen gegen die Kirche zu vernehmen. Wir fordern Pflege der Wissenschaft, woklen aber kein Treibhaus für alt- katholisches Sektenwesen und preußischen Kulturkampf.“

_ Der Prinz Leopold und [eineGemahlin, Erzherzogin Giseka, Werden noch vor dem Osterfeste Madrid verlassen, sich nach Paris begeben und von dort am 21. oder 22. d. M. nach fünf- monatlicher Reise hier wieder eintreffen.

Sachsen. Drßsden, 5. April. (Dr. I.) Die Erße Kammer unterzog in ihrer heutigen SiHung den Etai des Ministeriums des Kultus und öffentlichen Unterrichts ihrer Be- rathung und erledigte denselben den Anträgen ihxe'c' Finanz- deputation entsprechend. Letztere ßimmten größtentheils mit den von der Zweiten Kammer gefaßten Beschlüffen überein; erheb- lichere Abweichungen lagen insofern vor, als ein Antrag an die StaatSregierung beschlossen wurde, die Inskriptionsgebiihren bei der Universität auf mindestens 30 M zu erhöhen, und das Poftulat von 71,000 .“: zur Errichtung einer Veterinärklinik bei der Univerfttät troß der lebhaften Befürwortung Seitens des Staats-Minifters Dr. U. Gerber und mehrerer Mitglieder der Kam- mer abgelehnt wurde. Das Postulat zur Errichtung eines Gymnasiums in Leipzig auf Staatskosten wurde nach dem Vor- gange der Zweiten Kammer zur Zeit abgelehnt; die Kammer genehmigte jedoch den Bau eines Staatsgymnafiums im Prinzip, ohne fich bezüglich der Oinrage zu präjudiziren, und sprach der Regierung gegenüber die Vorausseßung aus," daß das Gym- nasium nur an einem Orte errichtet werde, der fick) zu unent- geltlicher Gewährung eines geeigneten Bauplaßes ecbiete. Der von der Regierung zur Abhilfe des Lehrermangels geplanten NothftandStnaßregel ertheilie die Kammer nicht, wie die Zweite Kammer, ihre ausdrückliche Zustimmung, überließ vielmehr die Vexantwortlichkeit für die Maßregel lediglich der Staats- regierUng.

. d S all: mit in 8 urch ckan Min. JäUeu.

bei der lfd. Nr.2( Rechte Oder - Ufer - Babu) 653 16

, Z(Oberscblesiiche ) 1854 44

4(Altona-Kieler _ , ) 3050 40

, , 10 (Magdeburg-Halberftadter ) 622 24

, 15 (Oldenburaische , ) 417 10

, 17 (Breölau-SchWeidn.-Freib. ) 383 8

, 20 (Mecklenb.-Fr.-Franz- ) 412 7 Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. April. (Polit. Cor.)

Der „Pester Correspondenz' wird aus Wien geschrieben: „Die Minisier haben einander in geradezu feierlicher Weise das Wort gegeben, über den Fortgang der Verhandlungen gegen Jedermann bis auf Weiteres unverbrüchliches Stillschweigen zu beobachten, und halten ihr Wort, um nicht zu sagen, ihr Ge- löbniß, so streng ein, daß selbst die höheren Fachbeamten, ja sogar die Ministerkollegen über die Details in Unkenntniß ge- lassen werden.“

Wir find in der Lage das Vorßehende auch in Bezug auf die an den Verhandlungen Theil nehmenden dieffeitigen Minister vollinhaltlich zu bestätigen und demnach alle Mittheilungen, welche in was immer für einem Blatte über den inneren Ver- lauf der in Frage stehenden Verhandlungen aufgetaucht find oder auftauchen sollten, als unbegründet und auf Oloßen „Kom- binationen beruhend zu bezeichnen.

- In der „N. Fr. Pr.“ äußert fich nun auch der bekannte Naiional-Oekonom Max Wirth über den „Plan der deut- schen Reichseisenbahnen.“ Von vornherein [affe fich kon- fiaiircn, daß diejenigen Staaten am heften gefahren sind,“ wslckje die Eisenbahnen von Anfang an entweder ganz oder doch zum größten Theil in den Händen des Staates behalten haben, wie zum Beispiel Belgien, Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden. Dieselben hätten nämlich unter Anderm zwei Haupt- vortheile genossen: ecßens konnten fie das für das Gesammtneß erforderliche Kapital angemessener und rechtzeitiger vertheilen und verwenden, indem es gleichmäßig durch den Staats- kredit aufgebracht Wurde und die Ueberschüffe der ver- kehrSreichen Bahnen zur Deckung des Ausfalles bei den schlechter reniirenden Linien verwendet werden konnten. Dies er Vor- theil faÜe beim Privatbau hinnMg. Da würden die gut rentirenden Bahnen von der Spekulation vorweg in Beschiag genommen, und die verkehrsärmeren Gegenden müßten entweder der Schienen- vcrbindung gänzlich entbehren, oder der Staat müsse durch Zinsengarantie oder Selbstbau fich ins Mittel legen. Er müffe die Defizite der schlechter rentirenden Bahnen aus seinen Mitieln zuschießen. Der zweite Vortheil des Staatsbahnsqftems vor dem Privatbau bestehe darin, "daß es von aÜen den Uebelständen und Vkrluften verschont bleibe, welche die Spekulation in der Gründung von Eisenbahnen im Gefolge hat.

Auch da, wo der Staat den günstigen Zeitpunkt versäumt und den Eisenbahn'sau der Privatindußrie überlassen habe, könne es, selbst wenn der größsre Theil des Schienenneßes bereits

vollendet ist, noch von Vortheil [ ein , zum System des StaatSeigenthums überzugehen. Denn durch die & o n- ze n t 1: at in n des Eigenthums vieler Gesellschaften in

Einer Hand, durch die Umwandlung vieler Eisenbahnaktien und Obligationen in eine einzige StaatSrente werde ein Werthvoilerer Titel geschaffen, und wsnn mit der Zentralisation der Verwal- tung auch deren Koßen fick; vermindern, so werde der Reinertrag der Eisenbahnen allmählich ein höhersr werden, als zur Ver- zinsung de; Rente erforderlich ist, und der erzielte Ueberschuß könne dann zu Gunsten der Anlegung weniger remahler Linien verivendet Werden, die zum Ausbau des Eisenbahnneßes noth- wendig oder wünschenSWerjh smd. .

Für Deutschland komme noch ein spezieller Grund hinzu, welcher zu Gunstsn des obigen Pkanes spreche. Dies sei der Umstand, daß das alte Deutsche Reich hauptsächlich an dem Verfall seiner Finanzen zu Grunde gegangen sei. Deshalb wäre es die erfje Sorge des neuen Deutschen Reiches gewesen, fick) in erster Linie finanzielX unabhängig zu machen und ein Snftem ergiebi- ger Einnahmen zu schaffen. Alle aus der Verwirklichung jenes Planes folgenden Verbesserungen und Erleichterungen des Ver- kehrs würden die Produktion und den Erwerb ungemein erhöhen und dadurch die Steuereinkünste des Reiches indirekt vergrößern.

Außer diesem speziellen Motiv sei es aber eine Wichtige Aufgabe, die Richtung zu beobachten, welche die Entwicklung der VerkehrSanßalien nimmt, das Ziel, dem fie entgegenftreben. In dieser Beziehung befinde man sich bereits Angesichts sehr beher- zigenSrveriher Thatsachen. In Frankreich faÜen dis Eisenbahnen nach Ablauf ihres Privilegiums unentgeltlich an den Staat. In England find fie seit zwanzig Jahren in einem unaufhör- lichen Fufion-Zprozeß begriffen, so daß nur noch wenige große Komplexe bestehen und bedeutende Staatömänner, welche die Gefahr ahnen, die aus einer solchen plutokratischen Macht ent- stehen kann, schon jeßt die Frage des Ankaufs der Eisenbahnen durch den Staat aufgeworfen hätten. Die Frage habe dem- nach eine europäische Bedeutung und werde von nun an einen ständigen Gegenstand der ßaatSwirthschaftlichen Unter- suchungen in aUen Ländern Europas bilden. Deshalb würden auch die Argumente, welche im preußischen Landtage für oder wider jene Richtung der VerkehrSpolitik fallen werden, von inter- nationaler Bedeutung sein, weil fie ein Präjudiz für oder wider das Staatsbahniqftem, für oder wieder die Zusammenfassung großer Komplexe in Einer Hand schaffen würden.

_ 5. April. Die Kaiserin i| heute um Uhr auf dem Wesibahnhofe angelangt und wurde daselbst von dem Kaiser und dem Kronprinzen empfangen.

_ (W. T. B.) Der „Politiickzen Korrespondenz“ zu- folge ist als Termin für den Zusammentritt der Dslcgationsn in Pest der 9.M.1icr. in Auöfickyt genommen. - Die a1ntliche„Wiencheitung“ veröffentlicht die vom Reichs- rathc angenommenen Eisenbahngese13e.

_Bregenz, 4. April. (Pr.) Im Landtage wurde nach 21 standiger lebhafter, ziemlich maßvoUer Debatte mit 14 gegen 5 Stimmen der Geseßentwurf für die katholischen Volks- schulen Vorarlbergs von den Klerikalen en 5100 ange-

nommen und der LandeSaussaguß beauftragt, bei der Vorlage desselben die Re gierung anzugehen, Anlaß zu nehmen,

um die Abänderung jener geseßlichen Veßimmungen einzuleiten, -

welche fie im Widerspruche mit diesem LandeSgeseße für Vorarlberg fiir nothwendig erachtei. Vor der Debatte erklärte 1)r. Fey Namens der Liberalen, daß dieselben fick] nicht an der Debatte betheiligen würden, da der Gesehentwurf in Widerspruch mit der Reictheseßgebung, ja auch mit dem Grundgeseße stehe, auf Grund dessen der Landtag beßehe. Die Klerikalen glauben selbst, erklärte Redner, daß der Geseßeniwurf niemals Geltung erlangen werde. Die Liberalen könnten nicht' bei einem Geseß- entwurfe mitwirken, dem die Legalität und die praktischen Stützen vollftändig abgehen. Der Regierungskommissar erklärte, der gegenwärtige Entwurf überschreite die Landtags- kompetenz und stehe mit dem Reictheseße vom 25. Mai 1868 und vom 14. Mai 1869 im Widerspruchs. Keine Regierung, welche auf ihre Würde halte, könne einen solchen Entwurf der A(lerhöchsten Sanktion empfehlen. Berichterßatter Kohler ver- langte die Unterrichtsfreiheit wie in Frankreich.

Brünn, 4. April. (Pr.) Die heutigeParteiversamm- lung hat “unter sehr zahlreicher Beiheiligung der Landtags- und ReichSraths-Abgeordneten, sowie der Bürgermeister und VereinSobmänner aus der ganzen Provinz stattgefunden Die- selbe acceptirie sämmtliche Anträge des Vorbereitungö-Comités und wählte ein 18g1iedriges Central: Comité der Ver- fassungSpartei in Mähren mit folgendem Wirkungskreise: Einflußnahme bei aUen Wahlen, Einberufung der deutsch-mähri- schen Parteitags, Schaffung und Verwaltung des Parteifonds, Pflege der politischen Landesßatiftik im Hinblicke auf die Wah- len, Förderung u_nd Gründung von politischen und von Lese- vereinen.

Best, 4. April. (Wien. 3.) Ueber den Aufenthalt der Minifter in Wien meldet die „Pester Korrespondenz“: Heute fand unter Vorfiß des Grafen Andraffy ein Ministerrath statt, an welchem nebst den gemeinsamen Ministern auch die beiderseitigen Minister - Präsidenten und Finanz: Minister Theil nahmen. Die Budgets des Ausowärtig-en Amtes und des gemeinsamen Finanz-Ministeriums Waren rasch er- ledigt. Das erstere begleicht das Mehrerforderniß für die beim Königreiche Italien zu errichtende Botschaft durch Ersparniffe in anderen Posten, das letztere enthält nur ein unerhebliches und unauSweicHliches Mehrerfordsrniß für Pensionen. Umständlicher und lebhafter wurde das Kriegsbudget erörtert. Die Be- rathung wird morgen fortgesetzt, so daß erst übermorgen die endgültige Feftftellung desselben erfolgen kann,

_ 5 April. (W. T. B.) Der „Pester Lloyd“ ist in der Lage, verfichern zu können, daß die Nachricht der „TimeZ“, wonach der russische Botschafter in Wien seinen Poßen zu verlaffen gedäcbte, weil Mißhelligkeiten zwischen ihm und dem Grafen Andraffx) entstanden wären, sowohl in ersterer wie in [eßterer Beziehung jeder Begründung entbehre. -

SchWeiz. Der BundeSrath wird demnächst zwei Re- kurs e zu bescheiden haben, welche, der eine von Laien (25 Mit- gliedern des bernischen Großen Rathes vom 30. November 1875), der andere von römisch-katholischen Priestern (68 an der Zahl, vom 8. November 1875), gegen die kirchenpolitischen Maßnahmen der berner Regierung, speziekl gegen das Geseß über Störung des religiösen Friedens vom 31. Oktober 1875 bei der eidgenösfisckzen Centralbehörde eingereicht wurden. Ueber die Sachlage, um die es fich handelt, entnehmen wir der „Köln. Ztg.“ Folgendes:

Durch eine offiziel] der bernischen Regierung zugestellte Proteftickzrist (Februar 1873) hatten 69 römisch -katho[ische Priester aus dem Jura ihrer KantonSregierung er- klärt: 1) fie betrachteten nach wie vor den von der Mehrheit der Diözesanftände des Bisthums Basel (Aargau, Thurgau, Solothurn, Bern, Bascllandschaft gegen Luzern und Zug) seines Amtes entseßten (,deplacetirten“) Bischof Lachat als ihren rechtmäßigen Bischof und würden nur von diesem Befehle entgegennehmen, alle Weisungen dieses ihres Bischofs aber unweigerlich ausführen; 2) fiemüßtenjedeKirchen- organisation, welche nicht vom Papst auSgehe oder wenigstens mit ihm vereinbart sei, als unverbindlich zurückweisen. Die Folge jenes erften Theiles der offizieUen Proteßschrift war, daß die 69 Unterzeichner derselben durch Urtheil des Kaffationshofes zu Bern von ihren Aemtern abberufen wurden, weil fie staatlichen Maßnahmen, die ordnung5gemäß ergangen waren, den Gehorsam aufgekündigt hatten. Nur die Unterzeichner jenes offiziellen Protestes wurden abberufen; andere römisch - katholische iHriefter, so z. B. der Pfarrer in Bern, hatten den Protest mcht unterzeichnet, wurden in Folge dessen auch nicht ihrer Aemier entsth. Die AmLSentseßung jener 69 jurasfischen Pfarrer hatte im römisch-katholischen Bezirke des Kantons eine hochgradige Aufregung zur Folge, die, von den abberufenen Priestern mit aÜen Mitteln geschürt und gesteigert, den öffentlichen Frieden in den betreffenden Amtsbezirken bedenklich gefährdete. Die bernische Regierung sah fich in Folge dessen genöthigt, jene abberufenen Priefier aus den jurasfischen Amtsbezirken des Kantons auSzu- weisen; die meisten derselben begaben fiel; nach Frankreich und schütten aus den Grenzorten das Feuer in ihren früheren Amtsbezirkm fort, ohne daß ihnen die franzöfischen Behörden Hinderniffe in den Weg legien. Gegen die AusweisungSmaßregel der bernischen Regierung, welche noch untex der Herrschaft der alten Bundescverfaffung ergangen war, wurde an den BundeSrath rekurrirt, und dieser erklärte dieselbe in der That mit den Bestimmungen der inzwischen in Kraft getretenen neuen BundeSverfaffung in Widerspruch

ßehend und [chte der berner Regierung eine Frist zur Auf- hebung. Mit Ablauf dieser Frist (15. November 1875) kehrten die auSgewiesenen Priester wieder in ihre früheren Pfarrbezirke zurück. Der bernische Staat hatte inzwischen anderweitige Maßnahmen getroffen, um dem |aatsgefährlichen Treiben wirksam begegnen zu können. Unterm 14. September 1875 hatte nämlich der Große Rath ein Gesch über Störung des religiösen Friedens erlassen, welches am 31. Oktober vom Volke mit großer Majorität angenommen wurde. Dieses Gesch be- steht aus acht Paragraphen; §. 1 entspricht dem §. 130 des deutschen Reichs-Strafgeseßbuches mit der Modifikation, daß die Feindselig- keiten, zu welchen angereiztwird, konfesfioneller Natur sein müssen; §. 2 entspricht dem §. 1303 desselben Strafgeseßbuches, nur ift in erfierem das Requifit der Oeffentlichkeit nicht aufgenonunen, sondern ftatt dessen nur gefordert: „in Ausübung o_der bet An- laß der Ausübung gottesdienftlicher oder [eelsorgerrsther Ha_nd- lungen“, ferner find die „Angelegenheiten des Staates“ nah_er spezifizirt. §. 3 Ziff. 1 verbietet den Mitgliedern der „staatlich verbotenen rexigiösen Orden“ jede Ausübung von Kultusfunk-

tionen. H. 4 stellt bestimmte Erforderniffe für die Ausübung bischöflicher Amtshandlungen auf (besonderß ,Yewxl- ligung des RegierungSrathS“). §. 5 verbietet offent-

lickye Prozesfionen mit einigen Vorbehalten, §. 6 ent- hält eine Bestimmung über religiöseVersauxmlungen. Dte_w1ch- tjgfte Maßregel aber, die das Gesetz enthalt, ift §. 3 Ziff. 2, wonach einem Geiß1ichen jede Ausübung von Kultusfunktionen, auch bei religiösen Privatvereinen, untersczgt_tß, ,wenn er er- wiesener Maßen fich öffentliä; den Staatöemrtchtungen und hen Crlaffen der Staatsbehörden widerseßi hat, au_f so lange diese Widerseßlichkeit foridauert.“ Gegen diese gefehltche Beßimmung insbesondere find die dermalen beim Bundeérath anhängigen jurassischen Recurse gerichtet.

Die Gründe, aus welchen die Rekurrenten beim Bundeöraih Aufhebung des bernischen KultuSpolizeigeseYes, besonders des §. 3 Ziff. 2, beantragen, find, wie die „Köln. Ztg.“ weiter ausführt juristisch ohne Bedeutung. Aüerdings hörte man da und dort auch noch andere Gründe geltend machen, mit welchen ein Ein- schreiten des Bundesraths gegen die kirchenpolitischen Maßnah- men der berner Regierung befürwortet werde. Es erklärte fich leicht, daß die verfolgten ,jurasfisclzen“ Priefter und die ihnen anhangende Bevölkerung mit besonderer Vorliebe nach dem Frankreich der Broglie und Buffet hinüberblickten, zumal da ja gar viele Traditionen, besonders des Rechtes, dem bernischen Jura mit Frankreich gemeinsam find.

Frankreich. Paris, 4. April. Die Deputirten- kammer hat gestern eine Kommiifion von 32 Mitgliedern zur Prüfung des Budgets für 1877 ernannt, und zwar, wie das „Journ. des Debats“ sagt, dabei eine glückliche Wahl getroffen, da alle Ernannten in den Finanzfragen wohl bewanderk seien. Von denselben werden wohl mancherlei Ersparnisse vorgeschlagen werden, vor allen Dingen erwartet man die Aufhebung des französischen GeffandtschaftSpoßens bei dem Papst. Auch politische Gründe werden dafür aufgeführt, namentlich der, daß man in der Aufrechthaltung dieses Postens eine Drohung gegen Italien erblicken könne. Das genannteIournal wendet sich

keine welt-

da der Papß ja sondern nur das Oberhaupt der katholischen Kirche sei, mit dem als solchem die Verträge abge- schlossen seien. Die Lösung der Frag_e aber wrrd sehr von der Haltung der katholischen Journale abhangm, und man muß ein- gestehen, daß ihre Sprache eben nichts Beruhigendes enthält.

ge en diese Auffassung, [' e Macht mehr habe,

Wenn die Liberalen vorschl , die Verträge und Gesetze zu ändern, so erklären die Klerikalen, daß fie nie weder die einen noch die andern anerkannt hätten,“ worauf die „Republik ftanqaise“ entgegnet: „Aus Allem erhellt, daß die Gesche dazu da find, mit Füßen getreten zu werden, und daß die Bischöfe dazu da find, die StaatheseYe zu verlesen.“

Die Revifion der auf die Munizipalverwaltung be- züglichen Gesetze beschäftigt die Gemüther in diefen: Augenbliék in hohem Grade. Eine große Zahl Mit- glieder des linken Centrums und der Linken wünschen die Herftellung des Geseßes vom 14. April 1871, wonach ztvar die Maires in den Hauptorten der Departements und Arron- dissements und in aUen mit mehr als 20,000 Eianohnern von der Regierungxrnannt werden, aber immer aus den Munizipal- räthen genommen werden sollen. Das Gesch wurde damals ge- geben, als die Kommüne Herrin von Paris war. Das Verdienst des Hrn. Thiers war es, daß nicht die Wahl aller Maires den Munizipalräthen freigegeben wurde; denn dann hätte fich, wie das ,I. d. Débais“ bemerkt, die gesehliche Kommune in halb Frankreich festgeseßt.

_ Der aus dem leßten Kriege bekannte „General“ Cremer ist am Sonntag in der Vorßadt Belleville verftorben.

Versailles, 5. April. (W. T. B.) _ In der heutigen Sißung der Deputirtenkammer legte dre Kommission zur Prüfung des Antrags des Depuiirtm Ferri), nach welchem den Munizipalräthen die Wahl der Maires wieder Übertragen werden soll, ihren Bericht vor. Der Deputirte Ferry beantragte für die Berathung [eines Anfrage?- die Dringlichkeit. Der Minister des Innern, Ricard, erklärte, der Dringlichkeit nicht entgegen zu sein, und hob sodann hervor, daß die Regierung in dieser Angelegenheit die Iniiiative jth nicht ergriffen [ Tbe, weil sie einen vollständigen Geseßenimurf der Muni- zipalen-Organisation vorlegen wolle, welcher nack; den Ferien der Kammern im Mai fertig gestellt sein würde. Die Kammer werde dann Gelegenheit haben, fich Über die Frage der Maires-Ernennung auSzusprechen. Die Kammer nahm darauf die Dringlichkeit Zfiir die Berathung des Antrags Ferri) mit Einstimmigkeit an.!

Amerika. (E. C.) Kabeldepeschen aus Washington vom 3. d. Mis. melden: In der heutigen Senatssißung wird Senator Morton eine Geseizvorlage einbringen, welche die Verfaffung so amendirt, daß den Einwänden des Ober- BundeSgerichts gegen den „Enforcement-Act“ begegnet wird. _ Das Repräsentantenhaus hat die Anklagepunkie gegen den ehemaligen Kriegs-Minifter Belknap genehmigt. _ Lyon's Kreuzverhör vor dem Repräsentantenbaus-Ausschuffe für auSwäÜige Angelegenheiten erreichte heute seine Endschaft. Er bekundete, er hätte niemals erklärt, daß Park ihm sagte, er hätte dem General Schenck irgend welche Aktien oder sanft etwas gegeben, um ihn

. 802,237 .76. verkauft.

Zu bewegen, ein Direktor der Emma Mining Company zu wer- en. Er könnte fich nicht erinnern, von Stewart gehört zu haben, daß ein solches Abkommen getroffen wurde. _ Mr. Ro- bason, der Marine-Sekretär, hat aus Matamoras Nachrichten vom gestrigen Datum erhalten, wonach die Jnsurgenten unter General Diaz fich der Stadt bemächtigt hätten, nachdem fie nur auf geringen Widerßand geßoßen. Es werde nun völlige Ord- nung aufrecht erhalten. Laborra entkam mit 20 Mann nach BromaSville. Ein Kanonenboot der Vereinigtm Staaten ist in MaZZixwras angekommen, um die daselbß ansäsfigen Ausländer zu uYen.

Die Nr. 6 des „Marine-Verordnungs-BlattS“ hat folgenden Inhalt: Bekleidungs-Bestimmungen für das Marine- Garnison-Verwalxzmgs- und Lazaretb-Personal. _ Nachweisung der Entkernungxn zwiichen den Stationen :mf den Verschiedenen Dampf- bootkursen im Dentsckxen Rei_che und in Theilen angrenzender Länder. Txansport von Militar-Arrenanien. _ Veranlagnnazu klaiüffziriea _Emkommeu- und Kl_af_)_enfteuer. _ Verfahren bei Bekanntmachungen [L d_cn Bt_aynsckmieigncben Anzeigen. _ Bestimmungen über das Ocheihenschreßeu bxi der_t Maircseu-Divifionen, für die See-Aitillerie- Achetlung und fiir _die Bemßungen S. M. Schiffe und Fahrzeuge um der Jagerbuch1e 11/71. _ Verpflegungs - Zuschuß für das 11. Quartal 1876. _ Personal-Veränderungeu._ Benachrichtigungen.

_ NeichStags : Angelegenheiten.

_ Saarbruck_e_n, 3. April. Als Ergebniß der am 30. März im hiefigsn Wahlkrene vorgenommenen Ersaßwahl für den verstorbe- nxn ReichsraJSabgeordneten Ober-Bergraih Bluhme zu Bonn, theilt die „Saarbr; Ztg.“ nuumxhr auf Grund amtlicher Ermittelungea Folgendes mit: Im Ganzen wurden 8050 gültigeStimm-In abgegeben, von densn 8009 auf den Geheimen Bergrath Pfähler zu Sulzbach fielen.&Der Genannte vxreiuigi somit die absolute Meblhkit der gül- tigen Stimmrn aus und wtrd für die Dauer dieser Legi-Zlatur- periode den 5. Wahlkreis des Regierungsbexirk Trier im Reichstage yertreien. Von den 49 anderen Stimmen erhielt 131". Mali) 13, Pro- fessor ])1'. Virchow 11, Bergrath Eilert 3, 6 fie[en auf 2 gleichlau- tende und 8 auf je 1 Namen.

_ GeWerbe nnd Hansel.

Aus dem_Ge1chäfisbericht der Berliner Baugesellschaft „VellezAlliance“ theilen wir Folgendes mit: An Bauterrain wurden im Jahre 1875 10,500 Quadratmeter im Gesammivreise vou _ Die im Béfiß der GeseÜschaft befindlichen Grundstucke ergaben gegen das VNjabr einen Mchrerirag Von 30,000 „16- Der Stand der Hypothekenscbulden Hai fich segen das Vormhr um 287,700 .“ verringert. Abickncibungen wurden auf Pflaster, Kanalisation :e. in Höhe von 370,251.jö. vorgenommen. Das Hy otheken-B_e_fi13conto hat [ich um 300,060 .11 vergrößsri, dem Hypothe cn-Amortnationsconto wurden 103,672 .16. z:;gcschrieben, dasselbe erreicht dadurch eine Gesammthöbe von 634.350 «FQ.

-_- Die Generalversammlung der Süddeutschen Boden- kredit_bank hat die Anträge des AuffiÖtsrathks und Ur Direktion genehmigt; es werden demgemäß 74,912 Fl. 321Kr. dcr Reserve Zugescbrieben, 52,054 Fb 20 Kr. als vertrags- und stutuienmäßige Tantiémen angezaHii; 598,500 Fl. zur Zahlung einer Dividknde von 91040_au7 das durch1chniti11ch mit 45% eingezahlte Aktic-nkapital ver- WCn e .

V RJnsexate für den Deutschen Reicbs- u. Kgl. Preuß. Staats-Anzeiger, das Central-Haudelöregiftet und das Postblatt nimmt an: die Königliche Expedition dex Beutsuxeu Keich5-aneigch nnd Königliih

€!!"058k811ä61.

761-80121862110 Lekaunßwaobungsu.

OeffeUtlicheB Aßkzeigevé BInserate nehmen an: das Central-Anuoncen-

1. ZWakbrisfa uncl UUWrsaongs-Zscb», 5. UÄWWSUO Ibabügssmsnts, Ksbrjksn M6 2. Zlbbaßtat-jousn, 411154513016, 17011361129'63 a. 46731.

Bureau d_er deutschen Zeitungen zu Berlin, Mohrenstraße Nr. 45, die AnnoncenExPeditionen des „Invalidendank“, Rudolf Mosse, Haaseuftein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Stklotte,

preußischen Itaats-Kuzeigerz: Berxiu, 8.177. Wilhelm-Straße Nr. 32.

3, ?srkänfe, ?sryachuugsn, 8115111158st1; ska, 4. 7ar1005nxg, Qwortjßaxjon, ZiUIZÜ-ÜLUUZ

bitsrarisicbs .411:81gc3n_ Weatsr-YnZstsu. ck 111 äsr Zörssu-

MOND

Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Anuonceu-Bureans.

X R u, 8, 77, 7011 ZZSUWSUSU kanLrsu, Kamiljsn-Uaubxiobisn. bsüaßs. X _ck [3014] " ' ' ,“ Kanonen la Nr. ], sämmtliche zum Bau dreier Verloo un Amorti ation "4691 ' - - -' Königliche Onbahn. Forts erpfor erlicben Lieferungen und Arbeiten in s g, s , [- Rölln-Nahe-Clsenbahn.

_ Linie Wangeriu-Kouiv.

Es wi! die Anlieferung von 35,359 Kbm. Kies für die Baustrccké vom Bahnhof Wangerin der Berlin-Steitiuer Bahn bis Falkenburg in öffentlicher Submi1fion verdunqen werden.

Termin hierzu ist auf:

Sonnabend, den 191.1231Fil 1876, Vormittags l'-

in unsexem technischen Barsan, Livvniusstraße Nr. 1,

hierselbit _anberaumt.

Die Ossetixn müffen mit der AUfschrift: „Kies- liefernug fur Wangerin-Koniy“ versehen sein und rechtzeitig an uns eingereicht werden.

Die Submisfionsbedingungen liegen an den Wochen- tagen während der Bureaustunden im vorbezeichneten Bureau und in den Bau-Bureaus zu Dramburg und T_empslburg _zur Einsicht aus, auch können Abschriften der Bedingungen gegen Franko-Einsendung von 60 «5 pro Exemplar von unserer Central- BaU-Registxatur, Victoriaftraße 4 hierselbst, und von den vorbenannien Bau-Bureaus bezogen werden.

Bromberg, den 31 März 1876.

Königliche Direktion der Oftbahn, Ban-Abtheilang 17. (1010. 29/4)

[2987] Bekanntmachung.

Vom 1. Mai 17. I. ab sollen circa 40 männ- liche uni? 40 his 50 wxibliche Gefu: eue, welche bisher_ mit L_uxuqupier- und Möbel- abri- kation resp. mrt Teppxcbfabrtkation beschäftigt waren, audedrweitrg zur Beschaftigung kontraktlicb Verdungen wer en.

Es find mit AuSnahme v_on Luxuspapier-, Schul). und MöbebFabrikation sonne von Vuchbinderarbeiten güe Arbeitszwetge, 1owe1t fi_e den gefeßliiben Be- stimmungen entfvrecben und nicht außergewöhnliche, gr_oße Räumlichkeiten bedingen, zulä fig. Der Be- trieb der Bürstenfabrikation und KorkFchneiderei bei den männlichen, sowie der _Teppich-, Cigarren-Fabri- kation, Maschinenstrickeret _und Handschuhnähen bei den Weiblichen Gefangenen ist wünschenswertk)

_ Hieraufrefiektirende Arbeitögeber wollen die bezüg-

lichen allgemeinen Bedingungen von bier erfordern und ihre Offerten bis 31:11; 20. April er. ein- _reichen, wobei vorauögesc 1 wird, daß Unternehmer im Stande, nach Abfchlu des Kontrakts eine Kaution von 900 „M zu bestellen.

_Cottbns, den 3. April 1876. __ Königliche Expedition des Central-Gefauguiffes.

[2735] Oeffent1iche Submission

Zur Vergebung der sämmtlichen Arbeiten und Lie- ferungen für den Bau dreier Forts bei Posen. Am 2. Mai er., Vormittags 10 Uhr, sollen nn Bureau der Festungs-Bau-Direktion zu Posen,

General-Cnireprise an geeignete Baugesellschaftcn vergeben werden. _

Der Bau eines Forts nmxaßi annähernd: 150,000 Kbm. Vodeubetvegung und 40,000 Kbm. Mauerwerk.

Das für den Bau eines Forts nachzuweisende BetriebSkapitcck ist auf 75,000 «L_RuW, die einzu- za_hl_§1de Kaution ist an 30,000 “FC R.-W. fest- ge e .

Die aÜgemeinen und besonderen Bedingnngen nebst den zugehörigen Preißverzeichniffkn können ebenso wie die Kosten-Ansckoläge und Zeichnungen im Bureau der Festungs-Bau-Direktion eingesehen werden; auch werden die Bedingungen und PreiSverzeichniffe gegen Franko-Einsendung von 10 «M auf Verlangen zu- gesandt. (QZ. 1). 28/3 76)

Posen, den 27. März 1876.

Königliche Festungs-Vau-Direktion.

Die Arbeiten zur AuSsclmerung der__Van- Inke und Herstellzmg d_es fahlrpstes fur ein

ießereigebände ioÜcn in ubmi1fion_vergeken Werdm, wozu die Bedingungen in der dieffeitigen Registratur auöaeleZi find. [2962]

Termin zur Eröxsnung der Offerten ist auf Sonn- abend, den 15. April er., Mitta_gs 12 _Uhr, angentzt, bis zu Welcher Zeit die Offerten mit der Aufschrift:

„Offerte anf Herstellung e_ineöPfahlrofteS“ versiegelt und frankirt an unß einzuliefern find.

Abschriften von den Bedingungen _können gegen Erstattung von zwei Mark in der diesseitigen Re- gistratur empfangen werden. _

Wilhelmshaven, den 3. April 1876.

Kaiserliche Marine-Hafenbau-

Commisfion.

Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen

Papieren.

[2929] _ _ K Hamchener Stein- kohlenbau-Vernn.

Dem Tilgungsplane gemäß hat beute die vier- zehnte notarielle Verloosuug unserer 41% An- leihe vom Jahre 1853 stattgefunden.

Es sind hierbei folgende 33 Schuldschein-Num- mem gezogen worden:

45 64 84 119 172 209 217 227 238 269 323 352 391 446 518 577 582 618 622 633 638 676 715 791 838 843 890 891 914 927 928 934 964.

Die Kapitalbeträge dieser ausgelooften Schuld- scheine können vom

_ 1. Oktober 1876 ab bei _der Kasse des VLreins in DreSden, Wilsdruffer- straße Nr. 1811, gegen Rückgabe der Schuldscbeine minmt Zinsleisten und der noch nicht fäÜigen Couyous erhoben Werdkn.

Die Verzinsung der ausgeloosten Schuldscheine hört mit dem Rückzahlungstermine auf.

Von früheren Verloosungen diefer Anleihe find nacbstelxende Schuldscheine noch nicht zur Zahlung präsentut wvrden:

aus der 12. Verloosung: Nr. 777, fäÜig am 1. OktOber 1874, aus_der ]3. Verloosung: Nr. 138 899 902 908, faÜig am 1. Oktober 1875, und nxerden die Inhaber dieser Schuldscheine, zur Vernzetdung Weiterxr Zinsenverluste, hierauf auf- merk1am gemacht. Dresden, am 1. April 1876. __ Directorium des ?anithener Steinkohleubau-Vereins. Ed. Ruger. E. L. Hoffmann. P. Kaniß.

[2982]

Bayr. Hypotheken- und Weclxselbank.

_ Am Montag, den 1. Mai 1876, Vormittags 9 Uhr, wird_ im diesseitigen Bankgebäude, Zimmer Nr. 1, in Gegenwart eines Königlichen Notars aus den Mitteln, die dem Pfandbriefs-Verloo-

sungsfond in den letzten 6 Monaten eingegangen find,

die 23. öffentlichx Verloosnug unserer Pfandbriefe vollzogen und werden hierbei Nommalsummen von 720,000 Mark : 420,000 Gulden in Gnlden- und 480.000 Mark in Mark-Pfandbriefen. somit

1,2000“) Mark in Gefammtsumme “"I den ersten 12 Serien (Jahrgänge 1864, 1865,

,1866, 1867, 1868, 1869, 1870, 1871, 1872, 1873,

1874 und 1875) zur Heimzahlung im Nennwerthe verloost.

Die Ziehungsresultate werden in den dur

unsere Aussthreibung vom 5. Oktober 1865 ein für

allemal bezeichneten Blättern, sowie in den sämmtlichen KreiSamtsblättern des Königreichs Bayern ver-

öffentlicht wer_den. München, den 1, April 1876,

Die Bank-

Direktion.

1

Die Prioritäts-Obliaation der Rhein-Nahe- Eisenbahn _1. Emission _Nr. 25,733 über 100 Thlr. ist dem Eigenthumer angeblickx ab- handen gekommen.

Auf" Grund des §. 4 des Allerhöcbsien Privi- legiums vom 18. Juli 1859 fordern wir den etwai- gen Jnlxaber d_ie[es_Dokuments hierdurch auf, dasselbe uns sosor_t einzuliefern, oder etwaige Rechte an dciffeibe 1chleunigst bei uns geltend zu machen, widrigßnfalls nach Ablauf der geseßlichen Frist die Annuüirung desselben beantragt und ein neues Do- kument aus_gefertigt Werden wird.

Saarbxz'uken. den 29. März 1875.

Kouiglickxe ?skaahu-Direktion. e in.

Verschiedene Bekanntmachungen.

Die_ unterzeichnete Direktion ladet die Herren Aktionare der Berlinisrbeu Lebens-Verficherungs- Gesellsckxaft und der Berlinischen Renten- und Kapitals-Verfiäzeruugs-Bank zu der auf

Sonnabend, den 29. April d. I., _ _ Vormittags 10 Uhr. in dem Gestbafiswkale, Behrenstraße 69, anberaumten ordentlichen Generalversnmmlnng ergekenst eiu. _ Tagesordnung :

1) Ge1c_bäfts- und Revißonsbericht pro 1875;

2) Ergnnzungs-Wabl fur die Direktion, Wahl der Revisoren;

3) Abänderung des Aktikels 16 der Verfassungs- Artikel der Berlinischen Lebens-Verficherungs- Geseklschafi.

Berlin, den 3. April 1876. [2983] Direktion der Berlinistbeu Lebens-Verfiche- rungs-Gesellstkast und der Berlinischeu Ren-

ten- und Kapitals-Verficherungs-Bank.

[3008] 003113011110,

Cäluische Lebeys-Verstchernn s-Gesellschaft. Die Herren Acttonaire Werden Fiermit zu der am _Mittwvcb, den 3. Mai 2. o., Vormittags 10 Uhr, im großen Saale der Rheinischen Eisenbahn-Gesell- schaft (Directions-Gebäude am Trankgassenthor) hierselbst abzuhaltenden ordentlichen Geueral-Versammlung

ergebenft eingeladen.

Eintrittskarten werden am 1. und 2. Mai in unserm Geschäftslocale (am WaÜrafsplav) ausse- geben, woselbst auch etwaige Vollmachten zur Ver- tretung abwesender Actionaire rorzulegeu find.

Zur Theilnabme an der General-Versammluug können nach Vorschrift des Statuts (§. 42) nur solche Actiouaire zugelassen werden, die_ ihren Actien- beßß spätestens am 5. ebruar a. o. m die Bücher der Gesellschaft haben eintragen lassen.

Cöln, den 5. April 1876.

Die Direction.