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WUJS'RUÜL v„ Naihufius, dék La":oes=Oekonomie-Rath 1)r. Thiel, sodann ".'.5 Vertreter des FW'Y-iz-Ministers der Landforßmeißcr UNIT», ferner aus Preußk'k. der Vertreter des fch1e6wig=holsteitz- ichen Haidekultroereirs B. A. Winter aus Rendsburg, fowie Landdrost v. Quadt aus Dönabrück, Geheimer Regierungs-Rath Roloff aus Aurich. Waffcrbau-Jnspekwr Oppermann und Ober- förster Claudix: Qus Meppen, Senator Holtermann „aus Stade, 1)r. Köpke an*“, Bremervörde, Rittergutsbefißer Rimpau *aus Cunrau. Professor Dr. Märcker aus Halle, Professor Orth aus Ber- lin, die Abgg. Dr.Hammackzer, v. Schorlemer-Alft und v. Saucken- Tarputsckzen, 1)r. König aus Münster, Baron v. OßM-Sacken aus Pommern und Baron v. Maffenbaci) aus OstprSUßen. Die oldenburgisckze Staatöregicrung war durch den Qber-Kammer- Rath Räder, Bremen durch Hrn. A. Lammers (Verein gegen das Moorbrennen) vertreten. Die Kommisfion tagte am 3. und 4. April und beschloß im Wesentlichen Folgendes: Unter finanzieUer Mikwirkung von Preußen, Oldenburg und Bremen vereinigen sich zunächst der Haidekultur-Verein der Provinz Schles- wig:Holstein, di:: landwirthichlichen Vereine für die Landdrostei Stade, das Fürstenthum Ostfriesland, das Herzogthum Aremberg-Meppen, das Herzogiizum Oidenbnrg, das Staathebiet Bremen und der Verein gxgen das Moorbrermen zur Gründung der erwähnten Versuchsftation. Als Siß der Anstalt wurde mit bedeuténdcr Majorität Bremen in Vorschlag gebracht; an Gründungskosten find 10,000 «16, an laufenden Unterhaliimgskoften 15,000 (45 in Ausficht genommen. Zur Vorbereitung der Maß- regeln gegen das wcoorwesen fungirt in Berlin als Cen- tralftelle eine aus 5 “Mitgliedern (darunter je 1 Olden- burger und Bremer) bestehenden Kommission, die fick; „je muß der jvechse1nden Natur ihrer Aufgaben zeitweilig passend verstärken kann. Ihr fällt zu, nach volLendeter Einrich- tung der an den Nordwesten beschränkten Versuchsstation die Vermittelung des Verkehrs derselben mit anderen preußischen Versuchsstaiionen; die Herstellung von Moorkarten, dir Herbei- führung einer Statistik der Moorkultur; Vorstudien fiir admini- strative und legislative Maßregeln auf diesem Gebiete, also auch für die Beschränkung des Moorbrennens.
_ Das Ober-Tribunal hatte in einem Plcnarbeschluß vom 16. September 1872 die Anfickzt aUSgesprochen, daß eine Person, welche unter der Herrschaft des preußischen Strafgeseßbuckzes in Folge einer Zuckzihausftrafe dauernd der bürgerlichen Ehrenrechte und der Zeugniß- resp. Eidesfähigkeit verlustig ge- gangen, durch die Einführung des Reichs=Strafgeseßbuches, nach wrlchrm in Milderung der bezüglichen früheren Strafvorschriften nur noch der Meineid mit dauernder Unfähigkeit, als Zeuge odrr Sachverständiger eid1ich vernommen zu werden, bedroht ist, die Zeugnißfähigkeii 60 ipso nicht wieder erlangt hat. Dieser Anfirbt des höchsten preaßischen Gerichtshofes Hat fick) nunmehr auch das Reichs-Ober-Handelögericht, 1. Senat, in einem Erkenntnisz vom 22. Februar d. 3. angeschlossen. "'
KZ:_ Eine Drputaiion aus Hanau, bcstcbend aus dem Stadisckiul-Jnspektor Junghcnn, drm Bijoutrric- fabriknnton Carl Backes, Tabaksfabrikantrn Otto Hoss, und dcm Rentier Fr. Ziegler, Mitglied des Abgeordneten- hauics, ist Hier eingetroffen und bat drm Reichs- kaniier Fürsten Bi8marck cin (Zl)rengeick)enk iiber- reichi. Dic: Mitglieder dcriclben Warrn von dem Fürsten gestern" zum Diner grzogcn Worden, zu welchem auch die Mitglieder dss Rcichsbankkuratorimns und medrere andrrc Hdrrcn Einladung erhalten hatten,
_ Der General=LirutenantKraft Prinz zuHohenlohe- Ingelfingen, General-Adjutani- Sr. Majestät des Kaisers und König?- und Commandeur der 12. Division, hat fick) uack) anzßm Airfenihalt hierielbft in seine Garnison Neiße zurück- ege en.
_ S. M. Kanonenboot „Nautilus“ ist am 5, d. M. von Kiel nach Plymouth in See gegangen.
Insterburg, 3. April. Gestern hat der preußische Städtetag stine Verhandlungen über die neue Städte- ordnung fortgesetzt. Nach Beendigung der Berathung ent- schied man sick) dahin, die für Brrlin in Aussicht genommene Dclegirienkonferenz mii dreiAbgeordnetcn zu besckzicken, zu denen die Bürgermeister BoUmann=Thorn, Korn-Inßerburg und KOHL- Osterode gewählt wurden. Als nächster Siß des Städtetages wrirde Eibiiig festgescßt.
' Frankfurt a. M., 5. April. Gestrrn fand hirr eine zal)!- rcich besucht8 Versammlung dcr hiefigrn Anwälte unter dem Vorüiz des Justiz-Raths ])r. Reinganum statt. 1)r. Siebert er- “staitcte den „von den; Ehrenrathe in seiner überwiegenden Mehr- heit genehmrgicn Bericht über den ron der Reichs-Iustiz=Kom- mrsfion vo_rgcschlagrnen Entwurf einer dsuischen Anwalts-Ord- nirxig. Dieser Verickzr soUte nack) Beschluß ch Ehrenraths den hrengen Anwaltcn vorgrlegt und alsdann drm deuisckgcn An- waltsverein iibermiiteit werden. Das Referat stelite vier Punkte auf, welche im Prinzip die Freigebung der Advokatur bedeuten Und zu „deren Annahme fick) die Versammlung im Laufe der Debatte Emigte.
Bayern. München, 5. Liprii. Die gegen die Mün- chrndr Landtachwa'hleii erhobene Reklamation veranlaßée, wre die „Allg. Ztg.“_ mriihetlt, gestern Abend in der ][. Abthei- lung .der Kammrr eme mehrstündige Berathrmg, die jedoch noch zu kcmem defiritivrn Resu-liat führte. Man war eben schließlich doch der Anfickzi, daß, devor man auf den Antrag des Abg. HMC als Referenten, die Wahlen zu kaffiren, eingehen könne, weitere Erhebungrn, bekzw. Akteneinficht, erforderlich seien. Dsm- zufolge wurde in spirier Abe-ndßunde die weitere Behandlung der Frage vertagt, _ ,Das Abgeordnetenhaus seßte heute
die'Yerathung ÖGS HirUdeft-euergeseßes fort und nahm ?'chlteylrch das ganze Grieß mit 126 gegen 20 Stimmen arr. ,
Sachsen. Dresden“, 6. April. Die Erste Kamme'r
beendete heut die Berathung des Etats des Kultus:?!)iinisteriums mid bewiUigte fast sämmtliche Poßulate in Uebereinstixnmung mit den Beschlüffen des Libge'ordrretenhauses. Das Leß- tere beschäftigte fich mit Petitimken.
Hessen. Darmstadt, 5. April. Der Großherzogstatiete
heute Nachmittag der „Königin von Großbritannien und Irland in dem Palais des Prinzen Ludwig einen halbstündigen Besucki ab, _ Da die Freigebung des“ Gewerbe-Betriebes im Umherziehen durch die Reichs-GeWerbe-Ordnung an manchen Orten in Hessen eine Schädigcmg der stehenden Ge- werbe durckz die sog. Wanderlager ergeben Hat, so ist SEUMS des Abg. Hirschhorn der nach der Reichsgese'ngbung nicht aus- geschlosiene Antrag gestellt worden, die Regi-qung, im Hinblick auf das Vorgehen anderer deutschen Staaten, um'- chleunigfte Vorlage eines Geseßes über anderweite _ höhere _
efieuerung
Wandersagér zu ersuchen. _ Täg Ober-Konfistorium hat eine IkxßkUkLL-xn für die Erheburig der allgemeinen evangelischen Ktrckxenßeuer ertheilt. Hiernach erfolgt dercn Berechnung in dk". Hebelifien für die Gemeinde-Umlaaen, und fie wird von dem Gemeinderechner mit den übrigen Umlagezielen erhoben und in den Central-Kirchenfonds einbezahlt.
Lippe. Detmold. 5. April. Die Wahlen zum Landtage find mit der vorigen Woche beendet, und es find gewählt worden 7 Fortschritismänner, 2 Nationalliberale, 3 .Kon- servative und zwci, die keiner der genannten Parteien angehören.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 4. April. Der „Prag. Ztg.“ wird von hier geschrieben: Die Verhand- lungen mit den Ungarischen Ministern nehmen ihren ununterbrochenen Fortgang, Obwohl Über die Details der Verhandlungen nichts verlautct, so ist die Thatsache doch bemerkenvaertk), daß troß der wenig
freundlickzen Haltung der ungarischen Presse die hiesigen Blätter Über den Verlauf der Verhandlungen nur Günftigcs zu berichten Wiffén und fich darin durch keine Provokation eines ungarischen Blattes beirren lassen. _ Die Diskussion auf wirthschaftlirhcm Gebiete bewrgt sich gegenwärtig bereits in ruhigeren Bahnen, die auch der einen Moment lang irriiirte Geldmarkt eingrschlagen hat. Die Frage der Goldwädrung, welche die „N. Fr. Pr.“ aufwirft und mit allem Nachdrucke vertheidigi, findet immer entschiedenere Be- kämpfung und ist es bemerkenSwerts), daß auch nicht ein Organ, auSgenommen das genannte, für jene Maßnahme eintritt. Die „Presse“ hält es heute sozar für angezrigt, den Gedanken, als könnte mit der Umwandlung der Silberzinsen in Goldzinsen irgends eine Zinsenreduktjon eintreten, mit allem Nachdruche zurück- zUWet en.
Wien, 6. April. (W. T. B.) In dem heute Nachmittag unter Vorfiß des Kaisers ftaiigehabten gemeinsamen Mi- nisterrathe ist das gemeinsame Budget pro 1877 end- gültig festgestellt worden. Die Verhandlungen über Er- neuerung des Zoll- und Handelsbündnisses beginnen erst übermorgen wieder, da morgen noch Sachverständige gehört werden soÜen.
Lemberg, 5. April. Um dem Landesfonds die mit der Vertagung drs Landtages bis nach Ostern vzrbundenen bedeu- trnden Auslagen zu ersparen, hat der Landmarichail im Einver- nehmen mit dem Statthalter beschlossen, die Erledigung der LandtagSangelegenheiten zu beschleunigen und den Schluß des Landtages vor Ostern vorzunehmen. Von heute ab werden täglich Doppelfiißungen stattfinden. Das Präliminare für den Landessckwlfonds weist ein Erträgniß von 338,842 Gulden aus, das Defizit beträgt 251,747 Gulden.
Prag, 5. April. Die Landtagskommisfion zur Beraihung der Universitätsfrage hat heute ihre Beratkiungen geschlossen. Die Kommission erkennt die Billigkeit des Wunsches auf Er- richtung einer czechischen Univerfität an, deren Gründung fei jedoch giinstigrren Zeiten vorzubehaiten. Die Kommission er- kennt ferner das Bestreben der Regierung an, die Gleickzberrch- tigung an der Universität dxrchzuführen, und beantragt, die diesbezüglichen Petitionen der'Regierung abzutreten. Die jung- czechisckxn Mitglieder traten diesem Antrags bei.
Post, 5. April. Der „Pester Korrespondenz“ zufolge hat sich im Verlaufe der bisherigen Konferenzen der ungarischen und der diesseitigen Minister kein Anlaß ergeben, welcher den einen oder den anderen Theil berechtigt hätte, sich auf den Standpunkt des „Kon 905511111113“ zu begeben, welcher in man- chen Blättern sowohl dies _ wie jenseits der Leitha empfohlen wurde. Die „konferirenden Minister _ so fügt das genannte Blatt hinzu _ hegen offenbar eine an Ueberzeugung grenzende Hoffnung, das neue Zollbündniß zu Wege zu bringen, ohne daß das eine oder andere Kabinet mit der Demisfioa als 111- 611171 ratio aufzutreten nöihig hätte.“
Großbritannien und Irland. London, 4. ANL“, (E. E,) Der Bericht über die Cave'sche Sendung nach Aegypten liegt nunmehr vor, und ftrllt sich weder so günstig dar, als die Freunde, nock) so un- günstig, als die Gegner des Khedive prophezeit hatten. Nuf- regende Enihiiüungen und Neuigkeiten enthält das lange: Akten- ßürk keineswegs, und was über die ägyptische Verwaltung ge- äußert wird, war jedem Beobachter der TageSereigniffe znr Genüge bekannt. Herr Cave entwickelt zunächst die Ursachen, welchen die heurige Lage der ägyptischen Finanzen zuzuschreiben ist, dann seßt er diese Lage selbst aUSeinander, und schließlich folgen seine Vorschiäge zur Abhülfe. Es werden im Einzelnen die Fortschritte des Landes: Zunahme in AUS- und Einfuhr, der StaatSLinnahmrn, allgemeine Zunahme der Bevölkerung, Gründung von Schulen und Verbesserungen des Unterricht§wesrns mit „größter Genauigkeit aufgeführt, und die Verdienste des thdwe nach Gebühr gewürdigt. In Finanzsarhen klingt die Sprache des Berichterstatters streng. Er zsigt, „wie Argypten zugleich unter der Unwissenheit, U11ehrlichkeit und Ver- schwendung des Orients und unter den gewaltigen AUSgabcn grlitien habe, welche voreilige und unüberlegte Versuche zur Ein- fiihrung weßiicher Civilisation nach fick) zogen.“ Er entwickelt, wre der thdive ,mit beschränktem Einkommen in wenigen Jahren Unternehmungen zu Stande zu bringen versucht hat, welche sich über eine lange Periode vertheilen soUten“. Von der Brhrrndlung der ländiichen Bevölkerung und der Art der Ad- mrntiiraiion der Pcivatgüter des Khedive wird Bekanntes meeldet. Hrn. Cave „scheint es unmöglich, daß diese Privat- g_uter ]emais einen angrmeffenen Ertrag dcs aufgewandien Kapitals einbringen sollen.“ Der Bericht charakterisirt dann die Staats- verivaltung Und Buchführung und Weist nach, daß beinaHe Alles, was Aegypten eingebracht hat, an Verivaliungskosten, Tribut für die Pforte und „Arbeiten von unzweifelhaftem oder zweifelhaftem“ Nußen aufgegangen und für die ganze Schuld Nichts als der Suezkanal aufzuweisen sei. Was nicht auf diesen aus den An- leihen verwandt Wurde, ist an Zinsen und Tilgungsfonds auf- gegangen. Die Anleihe von 1873 sollte die schwebende Schuld absorbiren, aUein diese bleibt nach wie vor Aegyptens schwerste Last, und Hr. Cave sieht nur eine Rettung in der Konsolidirung und Konvertirung der Anleihen von 1860 und 1873 und der schwebenden Schuld: ,Die unerläßliche Bedingung des Erfolges dresrr Operation wäre die Ernennung einer Vertrauenöperson, wxe des von der britischen Regierung hinaUSgesandten Finanz- ageriteti, zum Haupt eines Kontrolldepartements für Erhebung uiid Emndhme der Steuern.“ Die Inspektoren dieser Behörde wurden die Einnahme und die Einnehmer zu überwachen UNd das Volk vor UnterdrückUng zu Fchüßen haben. „Schließlich
des" Gewerbebetriebes im Umherziehen, insbesondere der sog. *
sollte sich auch der Khedive anheischig machen, ohne Zustimmung des Kontrok'departements keine neuen Anleihen aufzunehmen.“
„Die Einzelheiten können feßgestellt werden, wmn man öder
das Prinzip einig geworden ist.“
_ Der Herzog von Edinburgh ist gcftern hier ange- kommen. _ Die rächen Geschenke indischer Fürsten und Städte, welche der Prinz von Wales aus dem Orient nach Hause bringt, werden hier in zwei Museen, dem neuen indischen Museum zu South Kenfington und dem Bethnal-Green Museum, aUSgeßeUt werden.
_ 5. April. Im U nterh auf e ist gestern feftgeseßt worden, daß derFawcettscheAntrag gegendenindischenKaisertitel, der mit dem Anfrage Lord Shafteöbury's im Oberhause über- einstimmt, am 10. zur Verhandlung und zur Abstimmung ge- bracht werden soll. _ Eine lebhafte Diskusfion fand ferner statt über den Sklavenhandel zu Lande im Gebiet dexs Sultans von Zanzibar; dieser Handel soll fich seit dem Vertrage von 1873 stark entwickelt haben und wurde die Regie- rung um Schritte dagegen gebeten, was der Unierstaais- Sekretär im Auswäriigen Amte, St. Bourke, auch in Aussicht stellte. Uebrigens hat erst jeyt ein englisches Schiff an der Küste von Mozambique ein Sklavenfloß aufgebracht und 103 Sklaven befreit. Auck; hat der Sultan eine Proklamation gegen den Sklavenhandel erlassen.
(EC.) Der Cave'sche Bericht über Aegypten wird seit seinem Erscheinen in sämmtlichen Blättern aufs lebhafteste erörtert. Was zunächft die politische Seite der Cave'schen Misfion andelangt, so spaltet fich die öffentliche Meinung streng nach den Linien der zwei großen Parteien. Sämmiiiche liberale Blätter erklären heute die ganze Mission für eine verfehlte Spsku- lation. Insbesondere werden der Regierung Vorwürfe gemacht, weil fie durch schwankende Haltung hinfichtlick) Veröffentlichung des Berichtes Anlaß zum Börsenspiel gegeben habe. Ueber den Inhalt des Berichtes sind die Stimmen ebenfalls getheilt, nur ist hier die Trennung eine andere. „Daily Telegraph“ nnd „Pall Mall Gazette“, die die Finanzen und die Lage Aegyptens in günstigem Lichte sehen, weisen auf den Brricht als glänzende Beßätigung ihrer Ansichten hin. Andererseits citirt die „Times“ das Aktenstück als schlagende Bekräftigung iHres stets absprechenden Uriheiis über Aegypten, welche Un- günstige Ansicht aiich von der Börse getheilt wird.
_ 6. April. (W. T. B.) Im Unterhause erklärte der Unierstaatssekreiär im Departement des Auswärtigen, Bourke, auf eine Anfrage Goldsmids, die Regierung habe von der spa- nischen Regierung die Befreiung der britischen Staawangehörigen von der Kriegssteuer verlangt, die s panis ck16 Regierun'g habe zuges agt, daß sie die Sache in Erwägung zie- hen wolle. Auf eine andere Anfrage Gourleys erklärte Northcote, England habe keine Verpfiiciitung zu Finanzmaßregeln für Ae g yptcn Anleitung zu geben, am!) habe derKhedive keinendarauf bczüglichen Anirag gestellt, Wilson sei, als er im Dienste des Khedive gestanden, zu Eriheilung von Aufschlüssen üdrr die Ansichten der englischen Regierung nicht verpflichtet gewesen. Ferner erklärte Northcote auf eine Anfrage Hartingions, die Verhandlungen mit den betheiligten Mächten über die Tonnen- gelderabgabe im Suezkanal würden forigesrßt.
Frankreich. Paris, 5. April. Die Aufhebung des BelagerungSzuftandes ist heute Morgen offiziell angezeigt worden. Die nachste Folge ist zuerst die freiere Bewegung der Presse, welche neue Blätier ins Leben rufen wird. Indessen ist die konfiituiionrlle Republik stark genug, die Angriffe ihrer Gegner zurückzuweisen; das Geseß, welches die Presse regelt, ist mehr als hinreichend, um etwaige Excesse zu zügeln.
_ Die neuen Präfekten haben bei ihrer Ankunft in den Departements Ansprachen an die Maires gerichtet, welche, wie das „I. d. D.“ meint, die höchste Anerkennung verdienen; fie haben zum ersten Male den Namen der Regierung auszu- sprechen gewagt, der fie dienen und haben fick] als ebenso republikanisch wie konservativ gefinnt gezeigt; fie erklären, wie der Präfekt der Oberen Garonne, die heiligen Geseße der Reiigion, der Sittlichkeit und der Familie als Grundlagen der civilistrten GeieUschaft, ncnnm die Regierung keine Partei-chie- rung, und d:.ß ihr Prinzip die Ordnung, der Friede, die Ein- tracht sei.
_ AUX) eim» anders Rede Hat nach dem „I. d. D.“ einen sehr beruhigender: Eindruck gemacht, nämlich die, mit we1cher Gambetta den Vorfiß in der Budgetkommission Über- nommen. Das genannte Blatt nennt fie eine Rede voll Weis- heit und guter Vorsäße. Gambetta spricht es aus, daß die Regierung allen legiiimen Interessen Volle Sichrrheit gewähre, und daß nur die Freunde der Unordmmg [eßtere ungenügend finden könnten; dir kriegerische Periode sei überstanden, die Politik eine friedlickx, ruhige, so daß fick; alle Sorge und alie Bemühungen einzig auf die Förderung der materieiien und moralischen Jutereffcn wenden könnten. In die- semSinne nennt auch das „J. d.D.“ die brabfichtigte Pariser Weltausstellung eine der Welt gegenüber übernommeneVer- pflichtung nicht nur den Erzeugnissen aiier Länder ein sicheres Asyl zu geben, sondern auch selbst das Sci.]auspiel einer voll- kommenen Ruhe und Friedfertigkeit zu gewähren.
Aus der Provmz [affen vielfache Mittheilungen erkennen, daß die dortigen, liberalen Wähler von dem Auftreten der Kammer gcgrn dis U(trammitanen in hohem Grade befriedigtfind.
_ Einer Deputation von republikanischen Abge- o rdnrien, wclche drm Minister Ricar 1) ihre Wünsche betreffs der Präfektur- und Burgermeifterfrage voriegien, hat derselbe ebenso wohlwollend als liberal geantwortet und erklärt, daß wan nach Ostern ein neues Gemeindegeseß zu Stande kommen wurde, er bis Ablauf dieses Jahres aUe Gemeinderäihr dnrch _Neuwahlen _erneuern wolle. Zunächst wird ein zweiter Wechsel m den Prafrkiuren stattfinden und zwar soil derselbe neue Absetzungen, einige Zurdispofitionssteilungen und einige zwanzig Verseßungeu Umfaffen.
_ Der „Temps“, eines der leitenden Organe des linken Cen- trums, inupft an die durch die Wahl des Grafen Man und andererseits durch die jüngße Prälatenvcrsammlung in Paris aufgeworfene Frage folgende Betrachtungen: „Die unter dem Pontifikats Piuslx. in den Beziehungen zwischen Kirche und Staat eingetretenen Schwierigkeiten haben einen zu ernßen Charakter, sie verrathen eine zu tiefgehende Veränderung in den Grrmdgeseizen, auf welche das gute Einvernehmen zwischen der K1rche_und der weltiichen Macht gebaut sein soll, als daß sich noch [artger ein Verfalitag hinhalten ließe, den der Klerikaliswus nur noch zu beschleunigen bemüht ist. Wir werden somit, wie zu besorgen ßeht, für die Unvorfichtigkeiten der früheren Regie- ruxigen und namentlich des Kaiserlichen Regimes büßen mussen. Die Bewegung, die uns heute eiiiem mit Recht ge-
fürchteten Abhange zutreidt, hätte noch gehemmt werden können, wenn man es verstanden hätte, ßch durch gute Bischofswahlen, durch eine feste“ und regelmäßige Bekräftigung des Konkordats gegen die rasch aufeinander folgenden Uebergriffe zu wahren.
Diese Uebergriffe haben allmählich die unumgänglichften Grenz- linien verwi"cht und die ehrwürdigßen Ueberlieferungen unserer LandeSJeißlichkeit einer Art von Weltbürgerthum geopfert, das beinahe unwiderstehlich den Ungehorsam gegen die Staathesehe nach sich ziehen mußte. Der KultuS-Minifter nimmt fich, wie,“ gesagt hat, vor, zu ermitteln, ob dieser Ungehorsam wirklich existirt. Daß er cxißirt, ist leider nur zu wahr, und man darf sich nicht verhehlen, daß er schon zu lange geduldet worden ist, als daß man an eine sofortige Ubhülfe, wre _fie noch vor zwanzig Jahren möglich gewesen wäre, denken dürfte. Die gallikanisckze Kirche, die Pins 1'11. als die gesetzliche Grund- lage des Unterrichts in den franzöfischen Seminarien anerkannt hatte, ist nur noch eine Erinnerung; die, welche fie norb'zu üben wagen, werden des liberalen KatholiciSmus beschuldigt, von den Bischöfen und drm Vatikan auf den Index geseizt. Wozu erst eine Untersuchung, ob diese Lehre in den Seminarten vorgétragen wird? Es ist längst auSgemacht, daß man fie dort als eine Keßerei verpönt. Und das Konkordat? Wer'hatsfich daran gekehrt, als es fick) darum handelte, in Frankrcrck] 19:1: Dokirinen aus einer andern Welt, die im Syiiabus zusa::1men- geftelit find, zu verkünden? Haben in jenem entscheidenden Augen,- blickc dieBiickzöfe und die Regierungen, nicht dieselbe Gleichgültigkeit fiir dm Art. 1 des Geseßes vom Germinal des Jahres )(. an den Tag gelegt, weicher vrrbietet, in Frankreich irgend ein Breve odcr Reskript der römischen Kurie, das nicht mit der Ermächtigung der Regierung versehen ist, aufzunehmen, zu veröffentlichen oder zu drucken? Der Sqllabus ist einfach über diese Vorschriften hinweggesprungen, die Regierung hat ihn gewähren [affen und die gailikanische Lehre sich eines Tages durch eine Lehre von jenseits der Berge ersetzt gischen, die unserer Verfaffung ziim Troß eingeführt worden und bestimmt ist, in die Grundlagen unseres öffentlichen Rechts Bresche zu [cgen. So hat fick; die ultramontane Saßung unter dem ersiorbenen Auge einer dahin- fiechenden Regierung der französischen Sußimg gegrnüder aufge- richtet. Die Naiionalversammlung von 1871 hat diese gefährlich? Nebenbuhlerschaft nur noch begünstigt. Heute stehen uns iiire traurigen Wirkungen vor Augen. Sogar die öffentlichen Gs- wakten find davon beunruhigt. Aber vermögen sie etwas dagegen und wie? Der Kultus-Minister hat erklärt, daß die Regierung die Pflicht hat, die klerikalen Ueberschreitungen zu ahnden. Weiche Mittel stehen ihr zur Verfügung"? Ein einziges, der Appell wegen AmiSmißbrauchs, d. i. ein platonischer, jeder Sanktion entbehrender Rekurs. mit männlicher Entschlossenheit ins Auge! Die Mißbräuckie, worüber man fich beklagt, sind sehr bedenklich und voller Ge- fahren; aber fie find das Ergebnis; einer schon alien Usurpation, eiiier vexwrgenen Vefißnahme, vor der die LandeSgeseHe fick) so lange geneigt haben, daß sie heute nicht mehr im Stande iind, fick) aufzurichten. Man darf brzweifeln, ob der Kultus-Minisicr mit diesen abgenußten und verdorbcnsn Waffen noch etwa?» wird anfangen können. Wenn daher die Regierung den Angenbsick für gekommen hält, dem Uebrl abzndelfen, so wird fie kaum umhin können, bei den Kammern die geeigneten Mittel dazu nachzusuch5n und wirksame Vorschristkn an Stelie solcher zu se-Hen, die es längst nicht mrhr find.“
_ Die „Republique franyaise“ charakterifirt die Stellung der Majorität der Deputirienkammer gegenüber den Klerikalen wie folgt: „Sie tritt cbeiiio entschlossen dem Umfichßreifen der Klerikaien als den Verschwörungen der Bonapartisien entgegen. Sie wird weder die Herrschaft des Vatikans noch die des Appells an das Volk hinnehmen. Sie hat in ihrem Votum über gewisse Wahlen deutlich ihre Gc- finnung ausgesprochen urid z. B. aiiläßlick] derjenigen des Herrn von Mun gezeigt, daß ße gewillt ist, dsr Thätigkeit der allzu eifrigen Mitglieder der Kirche ein Ziel zu stHrn. Nicht ais ob die repablikanische Majorität der Religion auch nur im geringsten abhold "wäre. Nur der böse Gianbe oder die AlbernHeit können eine solche Anklage wider fir vorbringen. Die Majoriiät ist im Gegent'rzeil voll tiefer Ehrfurcdt für die Reli- gion, alierdings für “die richtig verstandene, nämlick) die Reii-gion, welchr sich nur mit den Brdiirfniffen der Seele, nicht abrr mit den materiellen Interrffrn dieser Welt beschäftigt. Uebrigens hat die republikanische Partei cinen soich€n Unlerschicd jederzeit fest- gehalten. Nie hat sie ;die Re[igion bcdrücken, nie irgexidwie die freie Kultusüdung hindern wolken. Die rdmisrigen Sektirrr find es, die sick) iii ihrem Vergrößerringsiriedr beengt fühlen, mrnn ihnen rechtmäßige Schratiken grzogcn werden: dann kla-gcn fie über Verfolgung UNd Märtyrrrihum, wohl wissend, daß dies das beste Mitirl ift, eine gewiffe Ti)eiliiahme zu erregen, die ihren weltlichen Unieruehmungen sicherlich verweigert würde.
Die repudiikanische Majorität des Abgrordnetenhauscö kann jedoch nicht ernstlich böSwiÜiger Absichten auf die Religion der- däigigt werden. Die Haltung, weiche sie seit der Erdffmrng der Scsfidn brobachiet, isi die beste Widerlegung dicser lächcr- lichrn Beschuldigung. Sie hat deutlich erklärt, was fie wiii, und ftr wird dieses ihr Ziel verfoigen, ohne snd von eiiiem Geschrei davon abwendig machen zu laffen; fie wil] den Priestcr wieder an seinen Play srßen, ihn auf die Kirche beschränken, wo er frri seine Dogmen soil lehren und seinen Kultus üben können; aber man wird ihm verbieten, sich auf drn dffcniiichen Plaß vorzu- drängen, um fich an den leidenschaftlichen Kämpfen der Politik zu beiheiligen, um zu vrrsuchen, bald zu Gunsten der einen, bald der anderen Partei maßgebend auf den Aus ang hinzuwirken. Der Priester, der Mann des Friedens und Yer Eintracht, soi! nicht für die Einen grgcn die Anderen Partei ergreifen, fick) nicks: in den Streit um prriönlichen Einfiuß mischen und, wie man dies schon erlebt hat, als Wahlmakler auftreten, um im Interesse der kirchlichen Lage in die Vsschiüsse des aiigerneinen Siimm- rechts einzugreifen. Das ist es, was die republikanischeMajoriiäi der Kammer entschlossen ist, nicht zu ertragen. Sie wird den Geistlichen, wclche ihrem Beruf gewissenhaft und mit wriser Mäßigung obliegen, mit aller Achtung und Sympathie entgegen- kommen; aber sie: wird gegen offene Odkr Heimliche Uebergriffe, Weichs darauf abzielen, die Rollen zu verwechseln und in der GcseUschaft gefährliche Verwirrungen hervorzubringen, mit un- crbiitlicher Festigkeit vorgehen. Die wahrhaft politischen Män- ner können diese Haltung der Majoriiät nuregutheißen. Sie ist der Vorbote einer ruhigen und friedlichen Zett; denn man darf nicht übersehen, daß seit einigen Jahren nichts die Geseiischaft stärker aufgeregt hat, als gerade der Krieg, welchen die Führer des Ultramontaniswus gegen die modernen Einrichtungen, und namentlick) gegen den Geist der französischen Revolution vor aller Welt betrieben haben. Die bedauernswerthe Nachsicht der vorigen Kammer hat all das Uebel angerichtet; Drink der :zus- nehmenden Schwäche, die fie der römischen K_urtr gegeniiber an den Tag gelegt, hat der Antagonismus Verhaltnisse erreicht, öu denen man es nie hätte kommen [affen saÜen. Wenn diese Kammer noch einige Jahre fortbestanden hä1te, so würden wn: Lip wahres Schisma in Frankrcick) erlebt haben. -Die Erezg- wisse haben uns davor bewahrt und wir smd heute im Bepße
Faffen wir also die Tinge_
eines Parlaments, das die so bedenklick; erschütterte Eintrachtwieder ' herzustellen vermag: es wird dies nicht vrrsäumen, dic Umßände find günßig, die Herzen erschließen fich dem Vertrauen, das Land hackt freudig des Antriebs, den seine Vertreterihm werden geben müssen.“
Türkei. (W. T. B.) Die „Politische Korrespondenz“ vom 6. d. M. meldet aus Ragusa, daß die Insurgentenführer Vukalovich, Pazwic, Gjuriczic, Zimunic, Radovic, Perovic und Sotichitscha mit 20 anderen hervorragenden Unteransührern am 5, in der Suttorina eingetroffen seien. Am Abend habe fick; denselben der russische Agent Vozedar Weffelitskq als mit Voil- machten des russischen Reichskanzlers, Fürsten Gorischakoff, vcr- seden vorgeßeiic und den versammelten Insurgentenführern er- klärt, der Kaiser von Rußland rathe ihnen in der ernstesisn und bestimmiestkn Weise, Frirden zn machen und die von dem Sultan ziigrfichertchn Reformeri gutwiilig anzunehmen. Die In- surgentcnfüixrer hätten darauf erklärt, daß sie über die Eröff- nungc-n Wsffrlitsky's im Laufe der Nacht eine Beratdung ab- halten onten
Rußland und Polen. St. Petersburg, 3. April. Die (von uns tslegraphiich bereits erwähnte) I)iittheilrmg drs „Regierungö-Anzeigers“ übrr die Reisediöposiiionen des Kaisers irwie: wie folgt:
Ss. Majestät der Kaiser wird gegen Ende des Monats April eine Reise nach Ems antreten und bei dieser Gelegen- [)eit etwa drei Tage in Berlin verweilen. Aus Ems begiebi fick) Se. Majestät nach Jugenheim. Gegen die zweite Hälfte des Inni von der ausländischen Reise zurück,;ekehri, wird Se. Majestät dann bis zur Mitte des August, 7“ k). biH zum Schluß der Lagrrübungen der Truppen in Kraffrcoje-Sscid, in der Umgebung der Residenz seinen Aufénthalt nehmen.
Desazieickzen während des diesjährigen Sommers beabsichtigt Se. Majestät Heisiugfors zu besuchrn; auch wird einem Besack; des Kaisers von Brasilien und des Königs von Dänemark, sowie des Prinzen und drr Prinzessin von Piemont in dsr Re- fidenz entgegengesekjyn.
_ In dxr zweiten Hälfte des August begiebt fich Se. Majestät nach Warschau und wird dann auf dem Wege in die Krim (Lil einigen anderen, zu Truppenkonzsntraiionen besiimmien Orten Revuen abhalten. Gegen Ende des Herbstes ge.1chen Idre Majeßäten der Kaiser und die Kaiserin aus Livadia zurückza- kehren urid idren Winteraufenthait in St. Petersburg zu nehmen.
_ 6. April. (W. T. B,) Der Kassaiionshdf des Senats verhandelte gestern iiber die Appciiaiion des Kom- merzien-Raihs Owsjannikoff gegen das Schwurgerichts= urtheil, welchss denselben wegen Brandstiftung „znr Verbannung nach Sibirien verurtheili. Die Verkündung drs Urthcils wurdc vertagt,
_ Das „Journal de Si. Peier-Zburg“ bespricht den Artikel der „Times“ über dir Nichteinlösung der am 1. d. M. fällig gswrsenen türkischen Coupons nnd konstatiri bei dieser Gelegenheit, das; der Mangel an Voraussicht aux" Seiten dcr türkischen Verwaltung das Haupthindrrniß sei, das die An- strengungen der Mächte im Interesse der Pforte vereitcie.
_ Die russische „St. Petersburger Zeitung“ wondet sii) gegen die Artikel englischer Biätter, in denen der russischen Presse eine gegen das Dreikaiserbiindniß gerichtete Ten- denz beigemessen wird. Das Blatt drückt sein Erstaunen uber diese unfruchtbaren Agitationen aus und meint, daß fick; der- gleichen seidji aus der mangelnden Kenntnis; der onaltenden Verhältniss nur schwer erklären ließe.
Nr, 14 des Justiz-Ministerial - Blairs für _k-i-e Prenßische Geießgebuug und ReiHiC-pfiege, herauSgsacFeix im Bureau des Justix-Ministeririms, enthält einen Plcnarbrschim; des Königlichsn Oder-Tridunais "'.-;;) 20. Dszcmbrr 1875 _ dcirsf- fend dic STIMPÜÜLUU für den Einicdus; nicht in daarem (Heide dc- stedc-ide: Einiaiirn bei leticngrsrllschaftrn.
_ Nr. 16 des „Beiheft zum Marine-Verordnungs- Blatt" :nibält: Torpcdrvcrsuche in Toulon 1875 (Eldorado). _ Das engiiiäde Admiralitätö-Cirkular Nr. 11 (16 1875. _ Uedcr Sertakiik. Von Frrdinand Atilmayr, Professor cm der K_K. Marin:- Akadrmis, chcmaiigrm K. K. Kordetcen-Kapitän. _ EUZMÖL Küsten- Nebkisidnxle. _ Urder da?» Srbicßkn Von chZgieUi Schiffs. _ Usbcr die Bestimmung drr Drriikrciie eines Schiffs, _ Welche Grdanken müssen wir dir Taktik fiir das Gefschi zur See künftig zu Grunde legen? _ Zusamrnensteünug drr Erfahruc-qen im Verwundcicnrrans- port beim [l_ebungsgciidwirder 1874 und 1875.
Landtags = Angelegenheiren.
Brriirk. Dic F1. Kommission des Hausés der Abgeordneten lxai dén Brrirbtiiiycr dcn Entwurf eines Gesetzes, berref- fend dic evaxigcii1ch6 KircheWerfafsung in den awk älteren Prrvinzen der Monarchie erstattet.
Statistische Nachrichten.
Nack) Mittheilung des statistischen Birrcaus der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standkizämtern m der Woche vom 26. März bis incl. 1. Yprilcr. zur Linnisldung gekommen: 320 Eheschließungen, 861 Ledcndsedorenc, 33 Todigedorrne, 459 Sierdcsäiie.
_ Dcm kürzlich Von drm Königlickö 1chw:dischen Kommerz- koilegium vsröffmiiichren Berichr iibcr Schwcdens Bergwerks- und Hüttendctried im Jadre1874 entnehmen wir Folgendes: Obwohl Scdivsdsns Bergi'aU von drm in den letzten Jadren ein e- ircienen Konjunkturweckzirl auf dem Meiailmarkie ni t ganz 1171 c- rüdrt geblieben ist, so zeigrn dir für das g_ena:1nie I. r vorliegendcn Ziffern 1791!) noch ieinen io wrseuiiickzen Ruckgang, wie die Bergbau- statistik mehrerer andérer ').-änder zu verzeichnen gehabt hat; in einzrlncn Richtungen hat der schwedische Bergbau sogar beträchtliche Fori- schritie gemacht. , , 21,693,0(-0 er. gewonnen, der größte diéher erreichte Ertrag. Koppar- dergs Län lieferte von diesem QUaniUm 6,088,193 Cir. (ca, 283/01 imd Oeredro Län 5,741,996 Err. (ca. 261%), Die Gußeisenproduktion betrug gcgen 7,575,400 Etc., und 137,390„Cir. wurden bei den Schweiz- öfen direkt zu Gußwaaren verarbeitet. Gegen 1873 _hat die Pro- duktion um ca. 50/0 abgenommen. Die Siangeneiyenfabrikxtion 3,943,872 Civ, hat seit 1870 um 132-0/9 abgenommen; die Stabi- fabrikation dagegen 539,866 Cm, hat st_ch gegen das Vorjahr um mehr als 35% und gegen 1870 um uber, 88% vermehrt. Lin Bcssemersiahl wurde allein etwas über ck, Mill. Ltr. p:oduzirt. Die Fabrikation aa Esm- und Stabimanusaktur Ut mit 805,14? (Hir. angegeben, gegen 1873 eine Vrrmmdcrung um ca. 11%. Es wurden ferner an anderrn Erzen géfördert: aus 38 Gru- ben 287,027 Ctr. Silber- und Bleierze; aus 40 Gruden 678-316? Ctr- Kupfercrz; "aus 23 Grubrn 663364? Cir. Zinkerz; aus 8 Gruben 106,580 Cir. Nickelerz und aus 3 Gruben 90,445 Cir. Schivefelkies, Während letztere Produiiion
in icht rascher Zunahme begriffen ist (1870 nur 6000 Civ, 1873 ca. 60,000 Cin), nimmt dagegen die Kupfersavrifaiiou von Jahr zu
An Eisenerz wurden in 636 Gruben gcgen
Jahr ab; in den lrßim Xäni Jadxrn 57! d:“esrldz von 486.71 I' auf 22,574 Cir.Zbecur-tergegaugen„ Vin Grid wurdsa “(i Pkt"? u:: au Silber 1740 Pina? zewonaen. DZ: Steinkohlenxswxnßysi; ;ckxe tet langsam, aber iich€r vrrwärts: cZ warden 2.729,61!) Kudikiui; oder iemlich 1 Miki. Kubikiuß mrer, als in 1870 géwonnsn. BF dem Bergweris- uud Hüttenbetriebe waren in 1874 28,557 ereiiex beschäftigt; davon beiaahz 7500 bsi dsn EZs-ngruben und 16,859 k.“: den Eisenwerksn.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Kunst und Alterthum in EliaJ-Loidriugsn. BL- icbrridsrdx Sratiiiik im Anitrage des Kaiserlichrn Ldrr-Präsidiuws ron ElsIZ-Ldthkingcn. erauSgégeLcn vor: 1)r„ „W; erer Kraus. 1. Bank. 1. Abtb, Straßburg, C. F. S*bmidxö iiniver'icäW-Biikd- [).1Ukinrig. Friedrich Ball. 1876. D*: Plan des Wrrkes isi rxn dem Vcrürirxiß oder der chucmiicdksir smivrcchend 1erikrgrapH€ichxr. Die ON w'rd-xn in aiyha36iisib'rRridrnioizr auMiäHri, ihre? ältxrri nxkaxjkli-F) driirten Namen bxizriäxt. _ Die a::fzcianxcncn Z::- swriitrn un? ionstigrn Altsixbümkr nedii 1177er L*.iemiur werdsri cr- wäiwi; rann rie Brude'nkmäicr, sek): V::"LL in Grunr- und ",n DENK!- zrikdnunren ktirz drxßrieden, nnd iiire Griézicioie nn.) Lékrrain: bin. Es wird da?.“ei auimerksxm Zediardx :::.-i (Z“._;,emi1;'r.riixc1:kr;_'_-::i r.:s Baues, auf das I)iodiiinr, aui (stniré, A1::-;;rr'1:'x und and-r: Gegeuiiärids drr Kiriniiiéiit-J. “Kiwi m::ik-x: wcrden dé: dürerliäyrn IZOÖN" Und Raiixkssraicr, [“It-.?: fish 1.911) visie außgezzéibuete a::Z (“rc gridi (dsr. UKV (;;-3 der Zeit der Renaissance in deri großzn und kleinrn Sxärrrx? rx: Eben: erhalisn bndsn, so wie dkr stairiickxrri Bilk-ZSU, w-xich: die T.".- höhen der Vrgrsen in so reichxr ZUK! kLJ-ZST balken, auigeiiiirrr u:;d b-xsrhricben. Das VUÖWOUS Saxriieixiinztrrixl erixurxe, bsi „rm Briesiigungsdauten einen schw ren kcäergen Cßarakcrr mir sei:“«xa zcixbesiimmenrcn Drtailxusfübrungen zu vsrdinden. _ _
Wenn das Buch an 71-51) und durch ri: irrzriältigén_liicrarnxxn Nxcddrwse Jedrm, drr 711) zu „Hias? rider di: B1§1937chich76_jch.7:6 Lindos uairrririiten wiki, ails Hüls: dicker. so ist es für dm r i1e1ié-sn Krmsifrrnxd rin HmrbrrÖ, das T):: auf .“.er Selxné-wxrti); auiwzxk- sam m:rrLk.
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(ZrD-rrlw und Handel.
In dsc drvrriichcndea rrdani-Fyzii Gensmivérsa::iminrig :.:r ?litidriiirs drr Germania, Ciirndadnwagen-Leii)ansixlr, wird ein Auirxg 'der Tircicirn und des AriffiÖisraihcs .:iii Liuflö!7.;:*g und Liqudetidn d:“: G.)"xiisWii 3'15 Br*".ixlußiassrwg koxWizri.
_ Die Genrraidrriamminnq dsr rvocdsi" End an F g-xrisiimixie die Akiikägé des VsrivaUnngsraWZ. ".ind beiÖlOß, für das Jahr 1875 eiu? Divir-eiide vori '7Z",-0 Per AM? Ja kSki!*-Iki€ii.
_ Die Brsißrr der in dcr Ciiasserstraßs 8 kriixidiich5n Cigarrxxi- f.:drik, dir Herren C. Keilpflng 11. Cr. dabei!, wie die „Post“ 11:72- ii)€ili, fich entsch1ossew Den Reirgeiriim iixrrs Déraiigzirhäiis ::iii ibrcn Fa brikard eitern drrgxsiaii zu idriirxr, T.".ß Lötzixrsn di: .Häiixr dessel'bcn 3111135221 soil. Vsrluiie Habe?" dixiclren nichr 3a tragxn. Jin drm Gswinn soll jedrr Arrciier, Wsiwer mindriirns ein Jaiyr in 2.72“ Fabrik gzirbriier hai, Tiirii USHM'U, 11111," Yidriprxr-Ledriinzr Und Biirswen sind ausgrschloffsw Zur Vérirerung drr Arbeiter fungilrn zwci Dsisgirtr, denén diiifirhtiici) drr G€schä7t§füi3run3 Liii? drratbéndc Stimm? eirigrräumi ist und w-xirdc EIUKÖT in drn (Heicdäirödrirxxb [*ab-n U:“.d rriorderlichéa Fails zur Uxitrrsiiitznrrg hrrargrzrzkn iVIL"'.*Zii können. Dirkes Arrangrmsni [xai am 1. April d, J". Wo.“.nrn.
OJ'isiningen, 6. April. (W. T. B.") Die Gerrraircriammixrß dcr Miikridenischrn Kredi'riwrnk IOilleiigiL sämmiiirdr ?in- irägs des VrrrvaiiUng-ZWM, sowie anch drn Antrag arri ?]izruirirn ch ?iiiieniadiinis drr G«*sril:'chxf"r diirck) Rückkauf VDN 10,000 S::"xrk Aktirn. Dsr Resi der Dividenxs kommt mit 3 .Fr: pro Akri? “;.rr Oiuszndlurg.
VerkehW-Ansialten.
Ncw-York, 6. April. (_W. T. B.) _Dcr Dawdicr „(Tzi- nada“ der Naiirnal-“Oampmidzsxstrwrazrm (C. Msixingicde Z(xxxk) ixt [)!ék (mzetrrffcn.
Aris dem Wolffsckzen Teicgraphen-BUTSM-
Bremen, 7. Aprii. Or. Fiiiickz, ])r. Brehm Und G:"af Walddnrg-Zeis, welche im ?[Uftrage d“)?- hiefigen Polarvcrcéiis eine ForschnngeZ-reise nach Westsibirien UNTMUZÜMCTT, smd, wie hirrhir geweirrt wird, nach Urbcrwindung r-irlxr dirrck) p[dyiiciws Thauwetter verursachisr Schwierigkeiten gritrrri giéch- lick; in Jekaterinburg jerseiis des Urai axigeiaiigi, Hex::e soilte die Weiterréise in südlichrr Richimig nach Semipoiiiiirsk fortgeseYi werden.
London, DdUncrstag, 6. April. Im wriierrn Ver- laufe der Verhandlung vor dem Crnirai-Krimiiwizrricdrs: hof grgcti ÖM Kapitän de'.“ „Franronia“ criiärie ?:r Vsrch8idigrr dsffclben, Parti], rr werde sriri Piaiddxrr bis nach Bcrxidignng der Veriredmrrng drr Eiiiiastnnszézrngrii aU-Zssizen; er gimrdr, daß die Gcschworrnen ÖLU Kapiiäri ron strafbarer Nachlässigkeit frrisprechcn würden. Hirraiii drg-aim die Verricdmririg drr Enisastrrngézcrigen. Der erst? Sierrxrmaxm der „Frrxriconia“, Heinrich Meyer, sagt ÜUI, daß die“ Griäzirixi- digkrii des Schiffrs nicht 9 511102811 rrreicht habe; die Ordre, die Boote aUSZUsech, sri gegeben Und die Boris auci) wirklich irrer Bord gchängtworch. Dcr Kdiiifionssrhoit scidedeutcnd grwriui. Im Uebrigrn bericHtigie Meyer seine früheren Aussagen. Der zwciie Struermarm, William CaSpar Lirbbe, bcstäiigt dir Grdizz ch Scizadrns am Schoii und crklärrr, daß der Sckxirpper „Ps.!- merfton“ in dcr Näf): gewesen sei. Der erste M;?Öinist. 51cm- acher, Licht die Erschwindigkcit des Schiffes auf 81- Kiwirn im; diessld: sei vor dem Zusammenstoß brdeiitend vermindcri wdrdrn. Der zweite Mmsckzinisi, Roberi Stein, bestätigt, daß die Ordre „Sidppeii“ gegében worden Und daß die Besciiädigiiiig eriirbiick) gewesen sei. Drr Quartiermeister Vcntien crkiärir, L*,„ir Ordre „Barklwrd-thdcr“ sri erstgegebenworden, ais die Miickm [)?"HCTÉ'S znrürkging. Der Zimmermann Kiedbrrs sagt aus, d.» er :;ixi andrrweiicr Hülfe über eine Stunde an der Vsrsrixrkrmg ch Schrittes grarbriict Habe. Der Triniw-detse IMMS Pdrxcr wiederholte seine frühere Aussage und rrklcirie, der Brig des „Siraihciyde“ sei zur Zeit der Kollision südwestiia“) gewendet gewesen. Er sei von der dringciiden Gcfahr drr ,JMUWUTI“ überzeugt gewesen, sowie davon, daß, wsimder*„3ii'd:r;rir_id_e““ dcn angegrbenrn Cours gcsteuari wäre, derselbe Ück) 11-12'1)T_ aus dern Plaße befinden konnte, an welch-Zm dic Koiiqwn itarircmd. Tie sonst noch vernommrnen Zeugen wiederkzolten ihre irrri;-;renAr:E-- sagen. AU? ZCUJEU von den Mannschaiirn wurden vrriwmmcn, ebenso auch der erste Steuermann dcs „Sirathclrwr“. Bryan; _ Morgrn folien die Zeugen über die Ausdehnung der Veickzadw gung vernommen werden.
London, Freitag, 7. April, Vorwittags. Tir Journrie veröffeiitlickzen ein Sciireiben dcs hiefigen tiirkisciirn Boi- schafters an das Bankdaus TMT, Palmer & Comp., in welchem derselbe Erklärt, die Bank von England w-Hrdr ihm-n die Hälfte der Zinsen der Arzlcihén von 1854 und 1871 daxm zahlen, wenn sie fick) (*ereit fanden, eiiie deßimmie Sirmmc znr Amortisation der L*!nleihr von 1858 zu opfern. Tas Vaxifdxxis
hade"- indessen dies Nnerbieten adgeirhni.